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von Bullf
21.09.2017 22:49
Forum: Phileasson
Thema: Plädoyer gegen Abdul
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Plädoyer gegen Abdul

Sehr treffend formuliert.

Ich beschreite im Moment diesen Königsweg mit meiner Gruppe und bin sehr froh, dass es so gut läuft...

... doch du hast auch unser zentrales Problem benannt: Die Spielzeit.
Wir spielen fast schon ein Jahr eine fantastische, spielergezogene Kampagne, die mMn völlig ohne Railroading auskommt und schon Monate im Vorraus Stränge legt, um später Lücken zu schließen, die der Gruppenkonstellation geschuldet sind, sind aber gerade erst mit der Nivesengeschichte durch, um nicht zu viel zu spoilern.

Ich gebe allen Spielern Freiheiten und Szenen das zu kompensieren, was sie früher nicht tun konnten, doch allein für den Umweg in Glyndhaven ging ein ganzer Spieltag drauf, weil so ein Ordenstempel mehr ist als eine Infokiste aus der Plotinfos rauspurzeln.
Letztlich wird es wohl darauf hinauslaufen, dass wir die Phileasson nicht völlig fertig spielen werden, auch wenn es wirklich bedauernd wäre, weil viele Metaplots um die Charaktere eingearbeitet wurden, die sich erst am Ende auflösen werden... aber letztlich ist das eine Wahl die man treffen muss, habe ich gemerkt.
Entweder man nimmt den gemütlichen, schnellen Weg und erlebt ein Abenteuer zuende oder man nimmt den verworrenen, tiefgründigen und läuft Gefahr mit einem fragmentarischen Erlebnis leben zu müssen.
Ich habe das mit meiner Gruppe geklärt und wir wollen lieber ein komplexes, tiefes Erlebnis auch mit der Gefahr, dass es nie beendet wird, aber das muss jede Gruppe für sich klären.

Und ich denke am Einsatz von Abdul lässt sich ein wenig die eigene Präferenz messen.
von Bullf
20.09.2017 18:41
Forum: Phileasson
Thema: Plädoyer gegen Abdul
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Plädoyer gegen Abdul

Abdul ben Dschinni hat geschrieben:
20.09.2017 09:17
Da bin ich persönlich entschieden anderer Meinung. Wenn ich eines aus meiner (zugegebenermaßen schon etwas verstaubten) Erfahrung als Spielleiter gelernet habe, ist das, dass ich eine höhere Spielerzufriedenheit erziele, wenn ich den Spielern das Gefühl vermittele, dass sie einen gewissen Einblick in die Hintergründe erhalten, warum etwas geschieht und warum die NSCs handeln, wie sie handeln. Ansonsten kommt mehr so das Gefühl auf, mit dem Zug die Schiene von Schauplatz zu Schauplatz entlang gefahren zu sein, ohne die Lokomotive gesteuert zu haben, weil alle Entscheidungen sowieso durch die spärliche Informationslage vorgezeichnet waren.
Hahaha Railroading zu vermeiden war gerade der Grund dafür, Spieler im Unklaren zu lassen. Wenn ich in eine uralte Elfenstadt komme, in der seit Ewigkeiten keine lebendige Seele mehr drinnen war und ich mich als Spielergruppe dafür entschieden habe statts dem Sprachengelehrten den dicken Krieger und Dämonenbeschwörer mitzunehmen hat das Konsequenzen. Das ist das genau Gegenteil von Railroading. Es befördert Spieler nämlich dazu, mit ihren beschränkten Mitteln eine Lösung zu finden. Sie können die Sprache nicht lesen? Dann müssen sie mit ihren Möglichkeiten andere Wege finden. Klar ist das ein Heidenaufwand für den Meister denn in meinem Fall habe ich im Hüterorden-Tempel in Glyndhaven Informationen versteckt, die sie schon im Turm bekommen hätten, hätten sie sich für den Hesinde-Geweihten und nicht den Auelfen entschieden. Auf der anderen Hand konnte der Auelf das Problem (Rätsel des Himmelsturms) dadurch lösen, dass er mit Adlerschwinge in den verschlossenen Teil des Hüterordens eindringen konnte.
Das würde ich jetzt eher nicht als Railroading bezeichnen, sondern als spielerbezogene Justierung, die die Heldengruppe das Abenteuer lösen lässt und nicht NPCs. Denn wenn ich eines aus meiner Erfahrung als Spielleiter gelernt habe, ist das, dass ich eine höhere Spielerzufriedenheit erziele, wenn ich den Spieler das Gefühl vermittle, sie lösen den Plot und nicht meine NSCs. Den Blick für die Welt sollen sie bekommen, aber eben nach ihren Fähigkeiten und nur wenn sie diese Weise einsetzen, kommen sie hinter die große Geschichte, die sich unter der Oberfläche verbirgt.
von Bullf
14.09.2017 15:31
Forum: Phileasson
Thema: Plädoyer gegen Abdul
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Plädoyer gegen Abdul

Meine HG hat ihn ausversehen getötet, statt ihn zu befreien, weil sie ihn kopfüber von der Decke hängend nicht als Mensch erkannt haben, ihn aus drei Schritt Höhe auf den Kopf haben fallen lassen und dann, statts seine Blutungen zu stillen, sein Leben vorschnell für unrettbar erklärt haben und die Travia-Geweihte (bei uns SC) eine Lebenskrise bekommen hat in dem Moment und für sich entschieden hat, dass sie niemanden mehr heilt, weil ja doch alle sterben...

Bin aber sehr froh, dass er nicht dabei ist, weil er total absurd konzipiert ist als Klotz am Bein, der im letzten Moment jeden Plot mit Freizauberei lösen kann und danach wieder ein durchgeknallter Irrer ist: Gerade in einer Simulationisten-Gruppe wird keiner auf die Idee kommen, den länger als eine halbe Stunde mitzunehmen. Halte von solchen Railroadingcharakteren nichts, die dem Meister ein easy out verschaffen, wenn die Gruppe nicht den Plot löst.
Ich habe Eigor reimportiert aus DSA 2, der ist aber nur ein abergläubischer McGyver, kann aber keine Sprachen lesen und da das sonst keiner konnte, blieb halt vieles vom Himmelsturm rätselhaft. Muss man sich halt anders behelfen. Wer keinen Gelehrten mitnimmt braucht nicht erwarten, dass der Meister ihm einen Platon zur Seite stellt.
Aber das ist nur meine Meinung.

Lasst Abdul zuhause oder im Kerker verrotten.