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von Hotzenplotz
15.05.2017 11:31
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Curthan Mercatio hat geschrieben: Deswegen glaube ich, dass wir hier eher am oberen Ende der Anspruchsskala stehen. Und je länger wir DSA spielen, desto tiefer tauchen wir in den Hintergrund ein und desto weiter wandern wir auf der Anspruchsskala nach oben. Das soll keinesfalls schlechte Abenteuer entschuldigen, aber trotzdem sollten wir uns der Tatsache bewusst sein, dass wir zu den kritischsten Kunden gehören.

Das erklärt den Unterschied zwischen den einigermaßen konstanten Bewertungen und der negativen Wahrnehmung hier.
Ich möchte diesen Punkt noch mal etwas verdeutlichen, denn ich finde mich in diesem Argument auch wieder.

Man betrachte auch den Output an Quellenmaterial und Abenteuern. Da ist man bei DSA einfach verwöhnt. Selbst die meisten anderen Branchengrößen hinken da deutlich hinterher (ich bin nicht mehr so im D&D-Thema drin, deshalb kann ich die gerade nicht richtig beurteilen).

Des Weiteren finde ich es wichtig hervorzuheben, dass wir maximal einen Trend beurteilen können, mehr nicht - dafür ist DSA 5 einfach noch nicht lange genug am Markt.

Dann gibt es noch dieses Missverhältnis in der Wahrnehmung. Man nehme nur mal die für DSA wohl ikonische Kampagne der Sieben Gezeichneten. Polemisch gesagt: Jeder will was spielen, was eigentlich grottenschlecht ist. Das macht die G7 nicht objektiv besser (oder schlechter), die Wahrnehmung der G7 allerdings schon. Und damit - um den Kreis zu schließen - auch den Unternehmenserfolg, denn es ist ein viel gekauftes Produkt.
von Hotzenplotz
13.05.2017 10:20
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Sumaro hat geschrieben:
@ Hotzenplotz

Es geht weniger um Barbiespiel als darum gute und dramaturgisch wertvolle Elemente des Hintergrundes auch so zu verkaufen. Sollte eine Kampagne rund um die Theaterritter nicht auch gerade den "Neuen" genau diesen Flair vermitteln, den die alten Hasen schon erwarten? Sollte man nicht von dem großartigen Ritterorden, der Löwinnenschwerter und Heilige hervorgebracht hat, erzählen und die düsteren Geheimnisse, das Wechselspiel mit Politik, verklärtem Mythos und dem Wispern namenloser Versuchung ebenso für diese Spieler zugänglich machen, die noch nicht solange bei DSA sind? Wird das Spielerlebnis dadurch nicht für alle noch cooler, wenn man die Historie des Kreuzritter-Ordens von DSA in seiner Dramaturgie miterlebt und aufdeckt? Ich denke, dass gerade die neuen Spieler es auch verdient haben, hier eine coole Kampagne zu einem großen Thema von DSA erleben zu dürfen und nicht mit "Füll-Folgen" abgespeist zu werden, die mit dem Plot und der Idee dann wieder nichts zu tun haben.
Ja, das macht es für solche Spieler/Spielleiter wie dich, wenn es gut gemacht ist, besser. Gilt auch größtenteils für mich, weil ich durchaus gerne den Hintergrund im Detail mit ins Spiel nehme, wo es passt.
Dennoch sehe ich das Ganze etwas entspannter. Ich glaube daran, dass die von dir oben genannten Beispiele nur die Tapete der Theaterwand sind. Das Spiel verbessern sie nicht automatisch. Ohnehin können diese Details nur dann etwas verbessern, wenn sie im Spiel stattfinden. Allein deshalb müssen Texte zum Hintergrund in Abenteuern m. E. drei Dinge erfüllen: HOOKS HOOKS HOOKS. ;)
Das ist etwas, woran viele dieser Abschnitte doch scheitern und dann ist es für mich auch Geschwurbel, egal wie lang es ist.

Ich gebe mal ein positives Beispiel:
Gareth-Box und Steinerne Schwingen. Ist länger her, dass ich beide gelesen habe, aber ich war sehr begeistert. Das eine ein toller Settingband - vielleicht einer der besten, die ich zu Hause habe (auch außerhalb von DSA) - das andere ein super Abenteuer. Beides natürlich nur meine Meinung. Was ich daran aber im Hinblick auf "Tiefe" gut finde: Der Settingband bietet interessierten Spielern und Spielleitern einen genaueren Blick hinter die Kulissen, das Abenteuer ist aber für Otto-Normal-Spieler auch spielbar (auch wenn vermutlich die Gareth-Box empfohlen wird).
Sumaro hat geschrieben:Und nein, dafür braucht es definitiv KEIN ausschweifendes Geschwurbel. Dazu reichen, richtig geschrieben, ein bis zwei Seiten, die dem SL vorne weg mitgeben, was hier geschehen wird und die inspirieren können. Das DSA zum Geschwurbel neigt sieht man ja in allen Bereichen. Oft wird unnötig viel Platz mit vollkommen unsinnigem Kram verschwendet, anstatt sich eben darauf zu konzentrieren Stimmung zu machen. Es ist jedoch ein Mythos, dass Tiefe im Hintergrund zusammen mit einer stimmigen und packenden Darstellung nicht vereinbar wären mit einsteigerfreundlich oder auch gut zu lesen.
Nur um das noch einmal zu verdeutlichen: Ich widerspreche dir nicht etwa völlig.
"Stimmung machen" klingt jetzt natürlich schon ein bisschen nach 90er-Jahre-Stimmungsspiel, ne? :ijw:
Aber ich glaube, ich weiß, was du meinst.
Kann sein, dass es kein Mythos ist, Tiefe im Hintergrund gleichzeitig mit stimmiger und packender Darstellung zu schaffen. Sehr schwer ist es meiner Meinung nach trotzdem.
Was sind für dich da Beispiele? Hast du konkrete Abenteuer, wo das deiner Meinung nach gut gemacht wurde, auf dem Schirm?
Und auch hier sag ich es nochmal: Stimmige und packende Darstellung, das ist m. E. Hauptaufgabe der Spielrunde. Ein Abenteuer kann da nur unterstützen. Und ja, da bin ich bei dir, diese Unterstützung kann durch Tiefe im Hintergrund (wenn du damit Details des Setting meinst), illusioniert werden.
von Hotzenplotz
12.05.2017 19:20
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Ich finde die Diskussion hier gerade übrigens sehr interessant und habe eben darüber nachgedacht, ob und inwieweit sie nicht der Diskussion ähnelt, die um die Computerspieleindustrie geführt wird: Der Casual Gamer als möglicher DSA-Produktkäufer? Eine Horrormeldung oder überlebenswichtiger Bestandteil der Rollenspielentwicklung?

@Sumaro: Habe oben noch eine Antwort zu deinem Statement ergänzt.
Wellentänzer hat geschrieben: [...] meiner Ansicht nach lebt das Hobby weniger von vorgekauten Inhalten, die dann gekünstelt wiedergekäuft werden. Es ist vielmehr die kreative Energie der Anwesenden, welche ungebändigt zu großartigen Erlebnissen und, ja, auch mal zu echter intellektueller Tiefe führen kann.
Danke, nach solchen Worten hatte ich eben gesucht. :rohal:
von Hotzenplotz
12.05.2017 13:43
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Herr der Welt hat geschrieben:
Was die Entwicklung des Hintergrundes angeht: Weniger Metaplot "in die Tiefe", wie Sumaro es gesagt hat, ist in meinen Augen eher ein Feature als ein Bug.
Auch wenn ich Sumaros Sicht insoweit teile, als dass ich gerne viel DSA-Hintergrund lese und mich auch gerne mit den Details auseinandersetze - für das Bespielen der Welt kann es je nach Präferenzen der jeweiligen Gruppe eher ein Hindernis sein, dass es zu jedem Grashalm eine eigene Geschichte gibt, die sich dann auch noch laufend ändert.
Ich glaube nicht, dass Sumaro mit der Tiefe des Hintergrundes bzw. der Ausschöpfung desselben in Abenteuern, Kampagnen und Szenarioideen (z.B. in Spielhilfen) eine breite Beschreibung meinte [...]
Das Gegenteil von tief ist flach - und so kommen mir die meisten Plot-Ideen und Entscheidungen für die Metaplot-Entwicklungen inzwischen auch vor.
Verstehe und kann ich nachvollziehen. Ich persönlich möchte das nach so kurzer Zeit noch gar nicht abschließend bewerten, sehe den Trend vorsichtig betrachtet aber ähnlich.
Nur gehen dann die Meinungen dazu auseinander: Ich finde das gut. Spieltiefe erzeuge ich persönlich, wenn die Runde und ich das wünschen, in der Spielrunde.
Herr der Welt hat geschrieben: Und wenn ich hier noch lesen muss, dass mit Michael Masberg einer der letzten geht, von dem ich ungelesen einen Kampagnenband gekauft hätte, dann stimmt mich das in der Hinsicht nicht wohler.

Kann ich auch nachvollziehen. Ich bedaure z. B. sehr, dass Uli Lindner DSA verlassen hat.
Andererseits: Wie überall gibt es hier eben eine gewisse Fluktuation. Ich denke, da sollte den Nachfolgern auch die Chance gegeben werden, sich zu entwickeln und tolle Arbeit zu leisten - deren Bewertung ja wiederum relativ subjektiv ist.
Der Koch im Lieblingsrestaurant hat gewechselt. Der neue Koch kocht eben anders. Kann sein, dass es für manche nicht mehr das Lieblingsrestaurant ist. Andererseits gibt es 100 Gründe, in ein Restaurant zu gehen und die Küche ist nur einer davon.
Herr der Welt hat geschrieben: Vielleicht ist es auch eine nur logische Konsequenz, dass mit einem engeren Personenstab (ist doch so?) die ohnehin schon immer prekär gewesene aventurische Plot-Verwaltung in einer Art verunmöglicht wird, dass man größere Fäden nur sehr vereinzelt spinnt, im Gros aus den (monetär) vielversprechenderen Spielhilfen schöpft und darum herum eben kleine Abenteuer schreibt oder - mit mehr oder minder fixer Verbindung – selbige zu Kampagnen webt. Latent war das ja nie anders (was hat man sich über fragmentarische Drachenchronik beschwert), wird nun aber möglicherweise stärker konzeptionell verfolgt. Dass nebenher auch die Fan-Arbeit quantitativ abgenommen hat, forciert eine solche Entwicklung, ohne dass ich mehr tun möchte, als den aktuell gegebenen Zustand aus der Warte meiner Wahrnehmung heraus zu beschreiben (nicht etwa mögliche Gründe nennen oder Verantwortlichkeiten zuweisen).
Ja, volle Zustimmung. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das insgesamt gut oder schlecht finde. Die Zeit eines Managements mit viel Personal und logischerweise sehr vielen unterschiedlichen Ansichten hatten wir auch schon - unbedingt besser muss das nicht sein.
Ich fände es schade, wenn aus diesem Grund weniger "große" Kampagnen oder ambitionierte Abenteuer herausgebracht werden würden, denn die empfand ich durchaus als eine Bereicherung. Interessanterweise war die Qualität da auch sehr schwankend. Drüben im Tanelorn haben wir gerade einen Thread, der die ikonischen Kampagnen der unterschiedlichen Systeme listet. Von DSA sind natürlich auch einige dabei. Alles Werke, die in der Qualität sehr unterschiedlich bewertet wurden - ikonisch sind sie aber eben trotzdem.
Ich möchte solche Kampagnen gerne haben, auch wenn ich am Ende sage: Alles quatsch, baue ich komplett um. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Entwicklung dieser Kampagnen viel Arbeit bedeutet und damit Personal bindet.
Kampagnen sind aber m. E. nicht deshalb groß, weil sie von Haus aus episch sind und übergeniale Twists mitbringen (ich habe immer das Gefühl, dass das leider in der Bewerbung von "The next big Thing" und so rüber kommt und teilweise erwartet wird). Kampagnen sind dann groß, wenn die Spielrunde etwas Großes daraus macht. D.h., eine Kampagne vom Verlag muss das Handwerkszeug dazu mitbringen und sich nicht selbst in dem Versuch, die perfekte Handlung gleich mitzubringen (aka eine Geschichte zu schreiben) übertreffen. Das wiederum - um den Bogen zu meinem Eingangsargument zu spannen - kann eben durch "weniger ist mehr" und damit auch weniger Aufwand erreicht werden.
Herr der Welt hat geschrieben: Übrigens funktionieren aus meiner Sicht unter den genannten Bedingungen gerade kleine Abenteuer (immer noch) gut: 'Offenbarung des Himmels' gefiel mir - den Regelkram beiseitegelassen; den brauche ich nicht - durchaus. Solche Schlaglichter abseits versponnener Groß-Handlungsbögen scheinen sehr viel mehr dem Kaliber des Leistbaren zu entsprechen.

Ja, solange es nicht nur Bauerngamingkram ist gerne. Auch da scheint eine weitläufige Meinung zu sein: Je hochstufiger, epischer, mehr "Krawumm" ein Abenteuer ist, desto dicker muss das Abenteuer sein. Nein, muss es nicht.
Herr der Welt hat geschrieben:
Man könnte also sagen: Das Defizit in der Kundenbindung wird mit der Neukundengewinnung ausgeglichen, möglicherweise sogar übertroffen.
Wie viele Spieler durch (nicht nur) diese neue Linie vergrault und gewonnen wurden, lässt sich - das sollte sich inzwischen als Konsens für diesen Thread erwiesen haben - nicht sagen.
Von uns nicht, der Verlag müsste zumindest die Neukundengewinnung in Zahlen fassen können.

@Sumaro:
Danke für die Klarstellung erst mal. Ich schreibe später noch was dazu, muss jetzt erst mal weg. :)
Edit: So, mal kurz Zeit, um zu deinem Statement noch was zu sagen.
Disclaimer: Mir geht es hier nicht um Rechthaberei, ich möchte allerdings eine Meinung schildern, die m. E. hier im DSA-Forum unter eingefleischten Experten und semiprofessionellen Nerds ;) unterrepräsentiert ist. Gleichzeitig respektiere ich deine Sicht der Dinge natürlich.

Ich habe die DSA5-Abenteuer noch nicht im Detail gelesen, sondern nur überflogen. In der Regel lese ich ein AB erst dann genau, wenn ich es zu leiten in Erwägung ziehe. Deshalb kann ich zu Niobaras Vermächtnis nicht viel sagen.

Was die Motivation und die Darstellung von NSC angeht (für mich auch sehr wichtig: Ressourcen), hast du grundsätzlich meine Zustimmung, da bin ich absolut bei dir. Es ist erschreckend, dass offensichtlich selbst heutzutage diese elementaren Bestandteile eines guten Abenteuers fehlen.
Das ist allerdings etwas, an dem DSA-Abenteuer hin und wieder kranken und nicht etwa ein neues Phänomen. Man sehe sich allein die Motivationen, Ressourcen und die Darstellungen von NSC in den bekannten Kampagnen an (G7 als herausragendes Schlecht-Beispiel).

Dennoch ist das von dir gesagte die Details (in diesem Fall eine Philosophie) betreffend ein gutes Beispiel dafür, was ich eher als ein Hemmnis für solche Spieler sehe, die entweder neu im Thema sind oder grundsätzlich keine derartige Detailtiefe wünschen, da es nicht ihre Form des Stiles darstellt. Es ist eine Vermischung von möglicherweise abenteuerrelevanten und damit direkt spielbaren Inhalten und Barbiespiel. Mir ist bewusst, dass beides nicht so einfach trennbar ist.
Wie viel Prozent der DSA-Spieler sind wirklich so tief im Thema, dass sie die von dir bemängelte Detailtiefe brauchen bzw. möchten?
Viele wird ein zu langer pseudo-philosophischer Hintergrund abschrecken.
Ich zitiere mal aus einer Rezension von Weltengeist im Tanelorn, die ich kürzlich gelesen habe (betraf die Drachenchonik):
Und wenn ich schon mal dabei bin, noch ein Wort zu den ersten 13 Seiten des Bandes - dem Kampagnenvorwort (das mWn aus einer anderen Feder stammt). Um Himmels Willen, was für ein zähes, pseudo-akademisches Geschwurbel! Sollte so ein Vorwort nicht so richtig Lust auf die Kampagne machen? Tut es nicht. Echt nicht. Wir lesen hier Monologe über Sikaryan und Nayrakis, über die widersprüchlichen Interpretationen einer Essenz eines Drachen, über die wechselvolle Vorgeschichte Pardonas und über ihre (mal wieder) Von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-Pläne. Trotzdem versteht man ohne eine Habilitation in Aventurologie nur Bahnhof. Ich war jedenfalls ziemlich abgeturnt - das ist für mich genau das DSA, über das sich immer alle lustig machen...
Das entscheidende habe ich fett markiert.

Ideal aus meiner Sicht wäre eine optionale Detailvertiefung, was aber vermutlich nicht so einfach umsetzbar ist. Aus dem Kopf mal ein Paradebeispiel dafür, wie man es gut machen kann: Die Dracula Dossiers für Nights Black Agents. Für Otto-Normal-Spieler reicht völlig die Hauptkampagne, aber für Leute, die sich richtig tiefgehend mit dem Thema beschäftigen müssen, gibt es drei (!) weitere Supplements.
Vielleicht ein ähnliches Beispiel für DSA. Die G7: Viele, wahrscheinlich die meisten, Spielleiter werden sich zu NSC und Schauplätzen vermutlich weitere Informationen heranziehen. Aber müssen diese Zusatzinformationen in das Abenteuer? Meiner Meinung nach nein. Sie gehören in Quellenbände.
von Hotzenplotz
12.05.2017 11:16
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

BenjaminK hat geschrieben: Was ich damit aufzeigen wollte war, dass es Möglichkeiten gäbe (<-Konjunktiv), um derzeit verlorene Spieler zurück zu gewinnen.
Auf diesen Punkt möchte ich kurz eingehen. Ich denke auch, dass viele Spieler bei der alten Edition geblieben sind (ob nur zunächst oder dauerhaft, wird sich zeigen).
Allerdings sind, so meine Wahrnehmung, einige vorher "verlorene Spieler" mit DSA 5 wieder zurück gekehrt oder sind bereit, zurück zu kehren.
Man könnte also sagen: Das Defizit in der Kundenbindung wird mit der Neukundengewinnung ausgeglichen, möglicherweise sogar übertroffen.

Ich als DSA-Sammler und -Fan der ersten Stunde hatte mit der Außenwirkung von DSA 4.1 schon so meine Probleme. Ich konnte niemandem in der Rollenspielszene dieses System als ein gutes Rollenspielsystem verkaufen.
Mit DSA 5 (wichtig: ich rede von dem Grundregelwerk) ist das anders. Das System wird auch unter nicht-DSAlern und Nicht-Fanboys durchaus positiv aufgenommen. Das ist für mich das entscheidende. Das ist für mich der Grund, warum ich an einen Erfolg von DSA 5 glaube.

Was die Entwicklung des Hintergrundes angeht: Weniger Metaplot "in die Tiefe", wie Sumaro es gesagt hat, ist in meinen Augen eher ein Feature als ein Bug.
Auch wenn ich Sumaros Sicht insoweit teile, als dass ich gerne viel DSA-Hintergrund lese und mich auch gerne mit den Details auseinandersetze - für das Bespielen der Welt kann es je nach Präferenzen der jeweiligen Gruppe eher ein Hindernis sein, dass es zu jedem Grashalm eine eigene Geschichte gibt, die sich dann auch noch laufend ändert.
Ich will diese Metaplotdiskussion an dieser Stelle auch gar nicht aufmachen, mir geht es nur darum zu sagen: Mehr Abenteuer mit weniger Metaplot bitte.

Die Entwicklung und den Erfolg der 5er-Edition muss man m. E. auch immer vor dem Hintergrund eines sich in der Breite deutlich vervielfältigten Rollenspielverhaltens und -angebotes sehen.
Die heutige Menge an gespielten Systemen gab es beim Wechsel DSA3/DSA4 nicht.
Nehmen wir mal allein auf deutsch zur Verfügung stehende Systeme im vergleichbaren Genre (aus dem Kopf, kein Anspruch auf Vollständigkeit):
- Splittermond
- Midgard 5
- Savage Worlds (insb. Fantasy Kompendium)
- seit Kurzem D&D 5e
Alles drei m. E. gute Systeme. Gut im Sinne von: Sie tun, was sie tun sollen.
Dann gibt es natürlich noch Systeme mit FATE, mit dem man auch Aventurien bespielen kann.
Sprich: Die Verkaufsstrategie "Hier hast du die nächste Edition vom deutschen Flaggschiff, kauf das und halt die Fresse!" funktioniert nur noch sehr schlecht. Man kann auch nicht dauerhaft auf Gewohnheitsspieler setzen ("DSA? Hab ich halt schon immer gespielt!").
Man muss also etwas anbieten, dass bei der breiten Masse besser ankommt. Fast zwangsläufig ist das etwas, das zumindest in Teilen eingefleischte Fans abschrecken kann. Dennoch wird es nicht etwa für Fans unspielbar.
Ich beglückwünsche Ulisses deshalb dazu, genau das geschafft zu haben: Einen sehr schwierigen Spagat.

Mir gefällt ja nun auch nicht alles an DSA 5 und ich spiele wohl noch eine ganze Weile DSA 4.1 (keine Lust, in der laufenden Kampagne umzustellen). Ich habe ja auch schon reichlich über SF Glasbläserei und so ein Zeug abgelästert. Letztendlich erkenne ich jedoch an: In diesem Werk können sich eben viele wiederfinden. Es ist nicht für Hotzenplotz gemacht, sondern für einen Haufen Spieler, die teilweise einen sehr anderen Spiel- und Leitstil pflegen. Das konnte DSA 4.1 nicht systemseitig, obwohl viele Spieler sehr unterschiedlich gespielt haben. Man hat mit Wege des Meisters viel zu spät erkannt und bedient, dass sich die Rollenspielszene durch die Forge und co. extrem weiter entwickelt und teilweise aufgesplittet hatte. DSA 5 geht genau darauf ein, m. E. die einzig gangbare Entscheidung, wenn man als Flaggschiff überleben will.
von Hotzenplotz
04.05.2017 15:02
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Jewel Blue hat geschrieben: Ich kann diese Frage, auch wenn die indirekte Uterstellung auf mich nicht zutrifft nur für mich beantworten.
Danke zunächst mal für deine ausführliche Erklärung. Ich kann deinen Standpunkt ganz gut verstehen glaube ich, so richtig nachfühlen kann ich ihn immer noch nicht.

Möglicherweise hat Wellentänzer mit der Behauptung, dass es eben ein sehr emotionales Thema ist (neutral ausgedrückt), ins Schwarze getroffen.
Ich persönlich habe mich nie besonders für Verkaufszahlen interessiert. Wenn ich ein Produkt kaufen will, mache ich das eben oder ich lasse es.
Vermutlich fehlt mir da schlicht etwas Nachvollziehbarkeit. Sei´s drum, ist im Grunde ja auch völlig egal.

Was mich in diesem Themenkomplex interessiert, ist eher die Bewertung der Marke DSA bzw. Aventurien. Ich glaube, da könnte man (auch Mithilfe der Community) durchaus noch richtig nach vorne gehen.
Keine Ahnung, wie viel Prozent des Umsatzes bei Rollenspielverlagen durchschnittlich ins Marketing fließt, aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Da geht noch was. :)
von Hotzenplotz
04.05.2017 11:15
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Vielleicht sollten wir alle etwas wohlwollender lesen und schreiben.

Mir hat dieser Strang insofern gerade viel gebracht, dass ich jetzt mehr über die Beilunker Reiter weiß. Nicht, dass mich das vorher groß interessiert hätte, aber durch diese Diskussion war das Interesse geweckt. Ich bin ja bekennender DSA-Fan und kann deshalb vielleicht mal einen Denkanstoß in eine Richtung geben:

Viele Dinge, denen gut informierte und aktive Community-Mitglieder eine hohe Bedeutung beimessen (was tun die Beilunker Reiter, wie hoch ist der Gewinn der Firma Ulisses), ist andererseits offensichtlich vielen selbst eingefleischten Fans (z. b. dem Hotze) gleichgültig.

Das heißt andersherum: Hier wird eine Suppe hochgekocht, von denen andere nicht ansatzweise gehört haben. Diese Diskussion mag also für uns "Informierte" möglicherweise noch einen gewissen Wert haben, jenseits einer Clique elitärer Eingeweihter interessiert das allerdings keine Sau.

Zu den Beilunker Reitern:
Aufgefallen - und das positiv - ist mir einzig und allein Teichdragon. Ich erinnere mich dunkel, dass es mal eine Liste von einigen Reitern gab, die ich überlesen und vergessen habe.
Im Tanelorn ist Teichdragon derjenige, der seit längerem (Edit: seit Anfang 2014) über NEWS bezüglich DSA informiert (es gibt einen DSA-News-Strang, in dem er verlässlich Neuigkeiten postet). Einerseits führt dies zu Posts im entsprechenden Diskussions-Strang dazu und zweitens (bei mir persönlich jedenfalls desöfteren) direkt auch zu Käufen von Material. Klar, ich bin sowieso Sammler, aber wenn Teichdragon was Neues geschrieben hat, war es oft so, dass ich gedacht habe: "Gut, dann bestelle ich doch gleich mal!".
Des Weiteren hat er mir mal ganz konkret bei einem Kommunikationsproblem (nicht beantwortete Fragen an Ulisses) weiter geholfen.
Für mich ist damit der Zweck der Beilunker Reiter schon fast übererfüllt. Perfekt!

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass sowohl für Mods als auch Reiter gelten muss: Sie haben eine private und eine "dienstliche" Kommunikation und die muss klar getrennt werden. Ihr habt das ja hier mit den klar definierten und auffälligen Modanweisungen gut gelöst, finde ich (auch wenn mich die Signatur ständig irritiert, aber egal).
Vielleicht müsste Teichdragon zumindest hier im Forum, wo meines Erachtens wohl der Kern von Missverständnissen liegt, auch so etwas benutzen: eine Beilunker-Reiter-Farbe oder einen Pferde-Smiley oder so.

Warum wurde Teichdragon im Tanelorn mehr akzeptiert? Gute Frage, die mir erst hier aufgefallen ist, nachdem er das selbst behauptet hat. Und es stimmt. Nun sind im Tanelorn nicht (mehr) viele DSA-Experten unterwegs, vielleicht liegt es also daran, dass seine Aussagen nicht so sehr in Frage gestellt werden. Andererseits kümmert er sich eben. Das ist für mich rein zwischenmenschlich betrachtet der erste Schritt zum Vertrauen.

Da bin ich bei meinem nächsten Punkt: Vertrauen bzw. Misstrauen. Warum werden Aussagen bezüglich Ulisses überhaupt so in Frage gestellt?

Und weiter: Warum wird hier der Unternehmenserfolg der Firma Ulisses erstens in Frage gestellt und zweitens detailliert hinterfragt (Gewinnmutmaßung, Bezahlung der Mitarbeiter)?
Meine Meinung dazu ist: Als Unternehmer gebe ich bereitwillig darüber Auskunft, dass das Unternehmen gut läuft. Aber ich werde einen Teufel tun und Zahlen oder Indikatoren herauszugeben, an denen sich Genaueres ermittelt lässt. Das ist natürlich nur meine Meinung das Unternehmen betreffend, dessen (Mit)Eigentümer ich bin, jedes Unternehmen mag das anders sehen. Aber wenn da eben wenig transparent kommuniziert wird, dann ist das doch schon die Antwort: Wollen die eben nicht, fertig. Wo ist das Problem?
von Hotzenplotz
03.05.2017 15:51
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Zornbold hat geschrieben:Ah, jetzt erst gesehen. Wunderte mich schon warum die halbe DSA-Blubberlästerrunde (sic!) eines anderen Forums hier plötzlich keilt ... der Teich ist da Moderator. :6F: :dance:
Naja, aber ich bin ja selbst von ganz allein auf die Idee gekommen, da zu petzen. :ijw: Ob er da Mod ist oder nicht, ist mir Wumpe.

Für meine Petzerei habe ich mich zu dem Zeitpunkt entschuldigt, als du als Mod selbst etwas eingelenkt hast (worauf mich wiederum Wellentänzer aufmerksam gemacht hat). Aus meiner Sicht alles halb so wild und mehr Spaß als Ernst. Kann man natürlich ernst nehmen, muss man aber nicht. :6F: :lol:
Ach, was sind wir doch alles ne Kuschelbärchibande geworden.
von Hotzenplotz
02.05.2017 14:45
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Vielleicht sollte man zu dem Facebook-Thema einen thread aufmachen. Letztendlich geht es ja auch darum, ob Foren bzw. diejenigen, die Foren weiterhin favorisieren, etwas daran machen können, dass sie weiterhin gut laufen.

Für Foren, insbesondere das hiesige DSA-Forum, sehe ich den großen Vorteil der Spezialisierung und damit der Qualität von Antworten in einem Strang. Man nimmt sich hier Zeit und gibt ordentlich Input.
Bei FB ist es ja häufig so, dass man es mobil benutzt. Da bin ich viel zu faul, um lange Antworten zu tippen. Ich schätze, dass es vielen anderen auch so geht.

Ein weiterer Vorteil eines Forums ist für mich eine gewisse Verantwortung. Komisch auf den ersten Blick, da man ja forumszulande meistens nicht mit Klarnamen unterwegs ist, bei Facebook dagegen schon. Dennoch erscheinen mir die Antworten in Facebook-Rollenspielgruppen eher unverbindlicher zu sein. Ich bin mir nicht sicher, woran das liegt oder ob es nur meine Wahrnehmung ist.

Der Vorteil bei Facebook ist sicherlich die Verfügbarkeit und nicht zuletzt die mobile Lesbarkeit. Ich bin einfach online und erfahre aus der Aventurien-Gruppe automatisch die ein oder andere Neuigkeit. Ich muss mich dafür nirgends einloggen. Dank der bei Facebook üblichen "Kurzfassungen" muss ich auch nicht erst 3 Seiten eines threads lesen, sondern bin quasi sofort im Thema. Das erleichtert den Einstieg.
Apropos Einstiegserleichterung. Für einige Fragen oder Beiträge, die in der Aventuriengruppe gepostet werden, würden die User in den großen Foren ehrlich gesagt ziemlich zur Schnecke gemacht werden. Es sind eben teilweise ziemliche Noob- und Trollthemen. Allein diese Definition ist von mir arrogant oder würde vermutlich so aufgenommen werden, wäre allerdings in den meisten Foren alltäglich. Meine These heißt deshalb: Der Einstieg in die online-Welt als Begleitung zu einem PnP-Rollenspiel ist über Facebook sehr viel leichter gestaltet.
von Hotzenplotz
02.05.2017 12:26
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:Ich bin vielleicht zu alt, aber was ich bei Facebook nicht verstehe.. die Sachen sind ja wirklich nicht nachhaltig. Jemand stellt etwas vor, oder fragt etwas, und zwei Tage später ist es aus den Augen, und damit aus dem Sinn.

Wäre ja schön wenn man diese Zwei Welten wirklich irgendwie zusammenführen könnte. Die Zukunft der Foren fände ich hochspannend als Thema.
+1

Ich glaube, wenn Facebook in diesen Gruppen eine Foren-Funktion einführen würde, könnten die meisten althergebrachten Foren dicht machen. Ich würde tippen, dass wir (Foren User) hier vom Alterschnitt im Gegensatz zu den Facebook-Gruppen echt die alten Säcke sind.
"Jaja, anno dazumal, da war liefen in Havena noch Oger rum!". :ijw:
von Hotzenplotz
02.05.2017 11:57
Forum: Rollenspiel & Spielwelten
Thema: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Zur Ermahnung von Teichdragon: Ich fand seinen Bemerkung weder arrogant noch sonst provokativ. Gibt es bei euch im Forum nicht auch die Netiquette-Regel, zunächst wohlwollend zu lesen?

Zum Thema:
1) Zur Beurteilung der Situation würde sicherlich noch beitragen, was für eine Trägheit erfahrungsgemäß bei den anderen Editionswechseln (vielleicht sogar anderer Spiele bei anderen Verlagen) vorliegt.
Der Vergleich würde freilich hinken, allein deshalb, weil es beim Wechsel von DSA3 zu DSA4 noch nicht die im heutigen Maße vorhandene online-community gab.
Dennoch glaube ich daran, dass diese Trägheit ein wichtiger Faktor ist. Ich glaube daraus folgernd auch, dass nach Vorliegen aller DSA5-Regelwerksquellen (also Götterwirken II und Magie II) nach und nach mehr 4er Gruppen umsteigen werden.
Ich habe bei unserer Con am Wochenende mit mehreren Leuten dieses Thema angesprochen und bei vielen kam durchaus das Argument, die laufende Kampagne noch mit der aktuellen Edition durchspielen zu wollen. Jetzt muss man bedenken, dass man dabei teilweise von Jahren spricht.
2) Was will man eigentlich?
Ulisses als Unternehmen ist wohl gewinnorientiert. Aber die community? Es kann doch uns egal sein, wer DSA4 oder DSA5 spielt. Beide Gruppen sollten doch versuchen, damit glücklich zu werden. Für beides gibt es Support der Spielegemeinschaft. Online zurzeit wohl weniger für DSA5.
3) Foren
Ja, ich frage mich auch, ob die Zeit der Foren vorbei ist. Bei Facebook gibt es eine sehr aktive Aventurien-Gruppe. Die Diskussionen sind entweder trollhaft oder bewegen sich im hiesigen kFkA-Bereich, böse gesagt. Hier mangelt es einfach an einer Diskussionsstruktur und -kultur.
Bei uns im Tanelorn, wo ich mich zumeist bewege, ist der DSA-Teil auch noch weniger aktiv als vor sagen wir mal 5 Jahren. Es war schon vor dem Editionswechsel weniger, aber mit dem Wechsel ist es fast ausgestorben. Nun ist das Tanelorn bekannt dafür, dass es DSA-kritisch ist (um nicht zu sagen, da wird fleißig gebasht ;)), aber diese Entwicklung finde ich trotzdem schade.
Und das DSA-Forum, dass ich für meine Bedürfnisse seit langem für das beste seiner Art halte, schwächelt ja nun auch...