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von Ehny
11.09.2012 07:25
Forum: Abenteuer
Thema: A193 An fremden Gestaden
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Re: A193 An fremden Gestaden

Ereinion hat geschrieben:In An fremden Gestaden geht es ja meines Wissens (ich kenne das Abenteuer noch nicht) eher darum, eine zuverlässige Überfahrt zu organisieren.
Ich würde sogar eher sagen, dass es darum geht sich so zu organisieren, dass man in dem fremden Land klar kommt. Die Sachen, die in den Listen drinne stehen, scheinen mir insgesamt weniger relevant für die Überfahrt an sich, sondern sind schon einen Schritt weiter gedacht: was brauche ich alles, wenn ich ohne die Möglichkeit mir irgendwas zu kaufen an einem fremden Strand sitze...und da finde ich so eine kleinteilige Liste gar nicht mal so schlecht, da so eine die Helden durchaus beflügeln kann (warum sollte man denn XY da rein stellen???) Ob die Liste da jetzt Hand und Fuß hat, ist da erst einmal egal. Ich bin in jedem Fall auf die Ideen meiner Leute bei ihrem Anblick gespannt (ahne aber schon so einiges :wink: )

Ich hätte da allerdings Preise für 10-50 Einheiten gegeben und nicht Einzelpreise :wink: .
von Ehny
07.09.2012 05:52
Forum: Abenteuer
Thema: A193 An fremden Gestaden
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Re: A193 An fremden Gestaden

Satinavian hat geschrieben:Aber zig Stunden lang kleinteiligste Entscheidungen treffen (wie viele Becher ?) sind nicht meine Vorstellung von Simulation - würde jemand, der eine 300-Personen-Expedition organisiert so was entscheiden ? Nein, er würde ein Budget für die Küche festlegen und seinen Küchenmeister Geschirr und Proviant kaufen lassen - evtl. würde er noch in die Zusammenstellung des Proviants reinreden, was Haltbarkeit und Preis angeht.
Dem muss ich zustimmen. Das war die Tabelle, die bei mir für Befremdung gesorgt hat. Zumal viele bei einem Schiff wohl davon ausgehen werden, dass die Schiffspreise für "möbplierte" gemacht sind und da der absolute Grundstock für die Mannschaft (jeder Matrose kriegt einen Becher) irgendwo schon mit drin sind.

Hier hätte ich eher den Fokus auf die Anwerbung gelegt: die Helden hören von 2 Proviantmeistern (die dann ausgestaltet wären) und müssen sich entscheiden, mit entsprechenden Konsequenzen. Dann noch eine Tabelle darüber welche Qualität an Nahrung, Werkzeug etc. was kosten würde und damit hat man einiges um den ersten Teil sehr spannend zu gestalten. Denn selbst, wenn alles hinterher reibungslos verläuft, werden die Helden immer auf "ihre" Anwerbungen gucken, weil sie sich nie ganz sicher sein können, die richtige Entscheidung getroffen zu haben (so kommt ohne Handlung Spannung auf, was auch durchaus interessant sein kann).

Insgesamt ist das Abenteuer aber einmal mehr ein Anlass in Richtung Ulisses darum zu bitten doch endlich mal ein Lektorat zu machen bzw. zumindest jemanden mit einzuplanen, der noch einmal drüber liest. Niemand kann mir sagen, dass all diese Kritikpunkte nicht im Vorfeld gesehen werden konnten und wenn das mehrere Leute als ideale Lösung für das Problem Uthuriaüberfahrt angesehen haben (Autoren können sehr schnell betriebsblind werden, das ist normal und sollte jetzt einem Autor nicht vorgehalten werden), dann möchte ich wirklich gerne wissen: warum? Was steckt da für ein Gedanke hinter, den ich nicht sehen kann?
von Ehny
06.09.2012 08:58
Forum: Abenteuer
Thema: A193 An fremden Gestaden
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Re: A193 An fremden Gestaden

@Varana und Keidaran: Ich kann eure (jetzt hab ich grad "Eure" geschrieben. Sie wissen, dass Sie zu viel DSA spielen, wenn... :wink: ) Argumente sehr gut nachvollziehen und will denen auch gar nicht widersprechen.

Ich kann nur sagen, wie ich das Ganze beim Lesen empfunden habe und bei mir löste es in der Tat eine gewisse Vorfreude ob der vielen Freiheiten, die ich habe aus. Damit sehe ich das Abenteuer jetzt nicht als ein Gutes Abenteuer (wie gesagt: mehr als 3 Punkte ist da einfach nicht drin), aber ich sehe in dem Abenteuer durchaus großes Potential. Ja, natürlich hat jedes Abenteuer Potential, wenn nur der Meister genug Phantasie hat. Vielleicht gefällt mir aber genau das? Ich kann einfach mal wieder meinen Gedanken freien Lauf lassen und selbst entwickeln. In Zeiten, wo jeder Freiraum im DSA systematisch weggenommen wird, empfinde ich es als Bereicherung, dass ich die Möglichkeit habe nur an Rahmenpunkten entlang eine Geschichte, die komplett von meinen Helden selbst entwickelt wird, meistern zu können.

Uthuria wird nicht entdeckt. Die Al'Anfaner waren schon da. Warum man das so gesetzt hat, kann man kritisieren, aber die Grundlage des Abenteuer ist keine Entdeckung, sondern ein Erobern. Das war anders angekündigt (auch kritikwürdig) und die eigentliche Entdeckung kommt erst in der Regionalkampagne. Man hätte sich beim Uthuriateil auf die reine Siedlungsgründung beschränken müssen, aber dass die Entdeckung fehlt, sehe ich in der Tat im Abenteuer implementiert: Al'Anfa hat den Startschuss gegeben und jetzt will jeder was vom Kuchen abhaben.

Wie gesagt: das Abenteuer hat verdammt viele Schwachstellen und es ist nicht gut. Aber es ist auch keine Katastrophe in meinen Augen. Meinen Nemesis Donner und Sturm toppt es nicht (aber DAS wird eh kein Abenteuer jemals wieder schaffen, denke ich. Demnach ist das ein zweischneidiges Lob :wink: )

Edit sagt außerdem, dass Ehny aus den Umweltwissenschaften kommt. Damit sind für mich mangelnde Naturbeschreibungen höchstens ein Schulterzucken wert (ist halt äquatoriales Klima...in dem übrigens SAVANNEN wachsen, keine Steppen *seufz, den Kampf werd ich verlieren* :wink: ) und ich nehme das als einen Mangel in einem Abenteuer überhaupt nicht wahr. Allerdings dürfte das für andere durchaus ein Riesenproblem sein. Da muss ich euch beiden auch Recht geben. Für mich persönlich fällt es eben nur nicht ins Gewicht und auch, wenn ich versuche Abenteuer neutral zu bewerten, ging mir gerade auf, dass ich solche Dinge nicht beachtet habe und einfach nicht abschätzen kann.
von Ehny
05.09.2012 16:45
Forum: Abenteuer
Thema: A193 An fremden Gestaden
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Re: A193 An fremden Gestaden

Keideran Labharion hat geschrieben:Eine große Schuld am Ausbleiben dieses Gefühls trägt die ausufernde Optionalität des Bandes. Ich werde auch im Folgenden nicht von “Sandboxing” oder “Railroading” sprechen, das sind überstrapazierte Kampfbegriffe, die unnötige Gräben auf machen. Sowohl stringente wie freie Narrationen können ihnen Reiz haben, haben zurecht ihre Anhänger und Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Schön auch, dass DSA im Ganzen ein breites Spektrum an Spielstilen abdeckt.
Um an der Stelle mal in die Bresche für den Band zu springen: gerade diese Optionalität sagt mir zum ersten Mal seit nicht wenigen Großkampagnen: Entspann dich. Ich muss mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, was geschieht, wenn die Helden dem einen, einzigen Hinweis/NSC/Lösungsvorschlag folgen, den das Abenteuer bietet. Ich bin nicht darauf angewiesen, dass die Helden X sympathisch finden und mit Y zähneknirschend zusammen arbeiten etc.pp.

Spannung muss nicht beim Lesen aufkommen, sondern beim Spielen, muss ich jetzt mal ehrlich sagen. Manche Abenteuer (auf Rabenblut schiele) sind super geschrieben, aber beim näheren hinsehen beißt man vor teilweise haarsträubenden "Spannungsbögen" in den Tisch. Hier habe ich erst Mal keinen wirklichen Spannungsbogen, aber jede Menge Möglichkeiten.

Die Anforderungen sind mit Hoch angegeben. Man sollte also als Meister nicht überrascht sein, wenn man einige Arbeit bekommt. Trotzdem hat das Abenteuer, wie du sagst, aber große Schwächen. Das sei mal unbenommen.

Allerdings fühle ich mich ein wenig unwohl damit ein Abenteuer nach dem Lesespaß zu beurteilen. Solange man das Werkzeug in die Hand bekommt um etwas ordentliches auf die Beine zu stellen ohne Hirnaua zu bekommen und das sehe ich in dem Abenteuer eher, als in anderen Großkampagnen.

Allerdings wird es bei diesem Abenteuer wohl fast stärker als bei den meisten anderen vollständig auf den persönlichen Geschmack ankommen.
von Ehny
04.09.2012 15:28
Forum: Abenteuer
Thema: A193 An fremden Gestaden
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Re: A193 An fremden Gestaden

Das Abenteuer hat viele schöne Ansätze, die aber leider nicht rund zusammen gewachsen sind. Schade, wirklich schade...

Aber ich versuche es einmal en detail:

1. Teil:

Hier ist viel Material für Freunde des Kleinkleins, den man meiner Meinung nach aber auch gut überspringen kann und gegenseitigen Sabotageakten und Infosuche über Uthuria ausgleichen kann. Die Anwerbung gibt zudem die Möglichkeit durchaus die weiter hinten beschriebenen Charaktere in aller Ruhe kennen zu lernen. Allerdings ist vieles dafür, dass man nun explizit mit den verschiedensten Fraktionen unterwegs sein kann zu sehr auf Khunchom/Stoerrebrandt/Ruban gemünzt, so dass spätestens ab dem Punkt, wo man sich gegen Stoerrebrandt entscheidet das gesamte Kapitel schnell hinfällig werden kann (zumal die Helden in den anderen beiden Standards wohl kaum die Ausrüstung selber zusammen suchen werden). Hier hätte ich mir eher wirklich eine Dreiteilung gewünscht (wie generell, aber dazu immer in den eigenen Kapiteln etwas): Anwerbung in Al'Anfa: Meisterinformationen zu: "Rabenblut (zur Vorsicht)": man muss die Mannschaft erst einmal zusammenraufen, da zwischen Fana und Granden derzeit einige Spannung herrschen dürfte. Eventuell hätte man auch ein Szenario mit "Helden fliehen nach Oderins Machtübernahme, weil es ihnen zu ungemütlich wird" machen können. Horasiat: öhm, nicht meine Spielwiese, hätte sich aber sicherlich was machen lassen :wink: und dann eben Stoerrebrandt. Insgesamt ist der OK, aber nicht für jede Gruppe geeignet.

2.Teil: Hier gefällt mir in der Tat, dass sich hier lediglich Ortsbeschreibungen und Kleinstszenarien finden, die man anordnen kann, wie man lustig ist, bzw. eben nach Segelroute. Fehlend sind hier: Windrichtungen, Wellenbedinungen etc.pp um wirklich ein "wir segeln ins Unbekannte" Gefühl entstehen zu lassen. Im Endeffekt wirkt so alles ein wenig abgespult...und ein wenig lieblos hingeklatscht. Einen Extraabzug gibts für die Darstellung von Amira. Pauschal. Einfach ein verliebtes Frauchen, eine Jungfrau in Nöten aus ihr machen. Brrrr...So, jetzt hab ichs gesagt und bin schon wieder ruhig.

3. Teil: Willkommen in Vancouver! Irgendwer hat da zu viel Gabriel Burns gehört und die Grauen Engel nach Aventurien gebracht.:wink:. Auch hier hätte man mehr machen können: wieder 3 Szenarien: Jungbrunnensuche für Stoerrebrandt. Das Szenario um den Stab für die Al'Anfaner (ja, mit Lucan...dammich, Amira ist immer noch die zukünftige Matriarchin und sollte bei Al'Anfanern Respekt haben, Oderin hin oder her...vor allem, da Papa beliebter denn je ist) und für die Horasier...fällt mir schon wieder nichts ein. Horasierfans müssten hier ergänzen...Als übergordnetes Szenario dann: wir bauen eine Siedlung und eventuell "Ich weiß, was Angst ist", wenn die Nachtherren kommen.

Und dann TBC oder anders gesagt: Ich hätte das Entdeckerteilchen komplett entfernt und aus dem Ganzen die reine Überfahrt inklusive Siedlungsbau gemacht, um den Helden so den besten Start in das eigentliche Uthuria ermöglichen zu können. Das wäre vielleicht noch besser gewesen, als das unfertig wirkende Produkt, was es am Ende geworden ist. Aber: dickes Plus: endlich mal ein Abenteuer, das man wirklich auch mit anderen Fraktionen spielen kann und wo es nicht die Standardheldentruppe sein muss. Nach Rabenblut ist das Balsam für meine geschundene Seele :wink:

Summa summarum...schwanke ich mit den Punkten noch zwischen 2 und 3, tendiere wegen der vielen Ideenmöglichkeiten, die es einem Meister bietet trotz wirklich großer Mängel trotzdem eher zur 3.