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von Alrik Normalpaktierer
26.10.2017 23:07
Forum: Romane
Thema: HT02 Hundswache
Antworten: 1
Zugriffe: 206

HT02 Hundswache

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im April 2010 erschienenen Romans Hundswache von Henning Mützlitz.

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Hundswache

Vielleicht hast du Erfahrungen mit diesem Roman gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Fragen oder Meinungen zum Buch. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread den Roman auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Leser zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du den Roman kennst!

In dem Versuch, herauszufinden, ob die DSA-Romane nicht doch ein paar mehr Perlen bereit halten, als mir bewusst war, habe ich auch mal zu einer der "Hundstage"-Novelle gegriffen.

Mir hat's nicht gefallen. Ich dachte zuerst, das sei vor allem Geschmackssache, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr scheinen es mir objektive Schwächen zu sein.

Dabei scheint vieles auf den ersten Blick konsequent: die Schwarzen Lande waren ein Angebot an Spieler(innen) und Autor(inn)en, die keinen Bock auf differenzierte Kulturen hatten, sondern Geisterbahn und Dungeoncrawl wollten. Das will der Roman nutzen. Bewusst setzt er sich durch die Wahl einer Gruppe raubautziger Söldner von den einseitig guten Helden vieler anderer Publikationen ab. Damit die Gefahren real wirken, muss immer wieder eine Figur über die Klinge springen und damit das oft genug funktioniert, ist die Gruppe zunächst recht groß.
In dem Kalkül frisst sich das Konzept bereits fest: damit ein Tod erzählerisch etwas Gewicht entfalten kann, müsste zuvor ein Verhältnis zur Figur aufgebaut werden. Dazu wird aber keine Gelegenheit geboten. Die einfache Möglichkeit, die Figuren über ihre Verankerung in verschiedenen aventurischen Kulturen zu differenzieren und Interesse an ihnen zu wecken, bleibt ungenutzt.
Auch die Gefahren lassen jede Abwechslung vermissen: es handelt sich ausschließlich um Kämpfe, die mal mit mehr, mal mit weniger Vorlauf gesucht werden. Auf so wenigen Seiten so repetitiv zu werden, ist schon für sich ein Makel und gemahnt mehr an eine Nacherzählung eines Blackguard-Teils als an einen Roman.
Leider sind gerade die Kampfsequenzen erzählerisch schwach. Vor dem inneren Auge taucht unwillkürlich die Spielrunde auf, die "Attacke +4"-"Parade" ruft und Zahlen abstreicht. Die Beschreibungen sind oberflächlich, stellenweise lieblos, und es gelingt nicht, in die Perspektive eines der Kämpfenden einzuführen.
Auch sonst bleiben alle Möglichkeiten ungenutzt, der Erzählung etwas Dreidimensionalität zu verleihen. Travin oder der Magier, die keine Söldner sind, werden dennoch von diesen in ihrer Sprech- und Denkweise nicht abgesetzt. Der Höhepunkt ist ein Kapitel, das aus der Perspektive eines Drachen geschildert wird - der, wie sich herausstellt, die gleiche Wahrnehmung und Gedankenwelt hat wie die nicht besonders interessanten Menschen in seiner Umgebung.

So ist dem Buch letztlich zugute zu halten, dass es nicht länger ist, denn auf mehr Seiten wären all diese Probleme vermutlich noch deutlicher hervorgetreten. Möglicherweise - die Aufmachung weist in die Richtung - war ursprünglich das Konzept, sich ein wenig an den Wildwester-Romanheften à la Unger zu orientieren. Wenn ja, ist das in der Umsetzung so weit verwässert worden, dass nichts von deren Reiz hinübergerettet werden kann.

Falls es ein Lektorat gab, sind ihm etliche Tippfehler entgangen.