Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Von A wie Abenteuerpunkte bis Z wie Zwerg: Alles über Erstellung und Entwicklung von Charakteren.
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bLa9000
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von bLa9000 » 08.12.2017 08:30

Moin alle zusammen,

wie der Titel schon vermuten lässt, ist mein anliegen ein etwas ungewöhnliches :) Ich weiß auch das dies ein eher seltener Werdegang ist, aber der Hintergrund war einen modernen Ghorio von Kunchom zu basteln.
Unsere Gruppe fängt 1003 BF an, mit dem Ziel später auch die G7 zu spielen, und in dieser Zeit wollte ich ne Entwicklung von rondrianischen Krieger zum Kor-Geweihten absolvieren.

Zu meinem Char:

Adliger bornländischer Krieger welcher in Neersand ausgebildet wurde. Schwerpunkt liegt eher bei Firun als bei Rondra. Laut Kor-vademecum verschwimmt der bornländische Kor-Glaube stellenweise sehr stark mit dem Rondraglauben, wodurch ich mir dachte das durch bestimmte Erlebnisse sicher eine Abkehr zum blutigen Streiter Rondras denkbar wäre.


Habt ihr Ideen wie ich so einen Wechsel deutlich machen könnte, bzw. wie ich das durch Handeln und Denkweise untermauern könnte?
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Andwari
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Andwari » 08.12.2017 09:22

Ghorio war Rondrageweihter - und wenn man sich einige Riten der tulamidischen Ronnies anschaut, ist denen Blut nicht fremd.

Dass da so tiefe Gräben zwischen "realtitätsferner" Rondrakirche und praktischem Korglauben in der Wahrnehmung von Spielern existieren, liegt schlicht an deren Darstellung im offiziellen Aventurien:
- die Ronnies sterben ständig, oft sinnlos und als taktische Volltrottel.
- die abstoßenden Riten der Korkirche (Gutes Blut) werden kaum thematisiert, genauso dass man so einen Freak eigentlich noch viel weniger in seiner Einheit haben will als einen ehrversessenen Ronnie.
- die kämpfende Oberschicht (Ritter, Offiziere, Krieger) fährt mit der etablierten Rondrakirche eigentlich ganz gut. Für den einfachen Landwehrler oder Gardisten sind weder Rondra noch Kor geeignet, der will nur heil wieder heim.
- eigentlich sollten so in Kaiser Retos "professionalisiertem" Heer mit Garde usw. tiefe Risse in althergebrachten rondrianischen Denkweisen (sofern die offensichtlich taktisch behindern, s.o.) entstehen - d.h. seit 982 BF , weil man nicht mehr rondragefällige Ritter und um gute Heimkehr zu Travia betende Gefolgsleute für den 8-Wochen-Heerzug hat, sondern Weibel und Gardisten, die das jahrelang machen sollen und Fahnenjunker und Hauptleute, die mit denen im Dreck stehen und mit ihren Leuten zurechtkommen müssen.
- für einen bornländischen Krieger kommt erschwerend hinzu, dass "daheim" das Reto-Modell nie übernommen wurde. Dessen natürliche Idee, wenn er das Reichsheer kläglich scheitern und die Geflügelten das rumreißen sieht, sollte doch sein "he, rondrianische Kriegerelite ist halt doch besser".
Kors deutlich verträglicheres Standbein (Gutes Gold) beruht auf Söldnern - und wäre prinzipiell Abenteurergruppen-geeignet. Aber gerade in der G7 kommt man damit nicht weit.

Mit Firun, Rondra und einer Prise Phex braucht man eigentlich Kor nicht. Das Bedürfnis nach Kor bei DSA-Spielern kommt mMn einzig aus dem Versagen der DSA-Redax, in einem Mittelreich in dauerhaftem zermürbendem Kriegszustand wenigstens eine Strömung der etablierten geistigen Führer darauf konstruktiv reagieren zu lassen. Ist doch bezeichnend, dass der vmtl. bei SC beliebteste Kämpferorden zu einer Kirche gehört, die ansonsten Armut und politische Nichteinmischung predigt und deren Aufgabe nur einen winzigen Teilaspekt des Kriegsproblems umfasst. Auch Bannstrahler, Herdfeuerorden, kämpfende Ingerimm/Angroschgeweihte usw. sind ein Indiz, dass da der Rondrakirche einiges an Deutungshoheit abhanden gekommen ist.

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bLa9000
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von bLa9000 » 08.12.2017 10:13

Seit dem Kor-Vademecum hat der KG auf jedenfall ein paar spielbarere Varianten bekommen. Hauptsächlich nördlich der Tulamidenlande angesiedelt. Und im Bornland grenzen sich die wenigen Geweihten sogar sehr stark vom extremen blutgeopfere ihrer südlichen Kollegen ab. Noch dazu fühlen sie sich beiden Wegen gleichstark zugehöhrig (Zitat "Ohne einen guten Kampf ist auch kein gutes Gold zu erwarten").

Ich dachte bisher daran dass ein einschlagendes Erlebnis ihm vor Augen geführt hat, dass der Rondra-Glauben nur etwas für die jenigen ist, die es sich erlauben können (Sprich Adlige, Krieger die von Tunier zu Tunier ziehen, etc.), aber nichts für den der sein täglich Brot damit verdienen muss, oder schonmal eine Schlacht miterlebt hat.
Und der hang zu Firun sollte den Übergang noch etwas leichter machen, von wegen; Recht des Stärkeren und so^^
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von X76 » 08.12.2017 11:35

bLa9000 hat geschrieben:
08.12.2017 10:13
Ich dachte bisher daran dass ein einschlagendes Erlebnis ihm vor Augen geführt hat, dass der Rondra-Glauben nur etwas für die jenigen ist, die es sich erlauben können (Sprich Adlige, Krieger die von Tunier zu Tunier ziehen, etc.), aber nichts für den der sein täglich Brot damit verdienen muss, oder schonmal eine Schlacht miterlebt hat.
Aber er ist doch genau Ersteres und ganz sicher nicht Letzteres. Sorge um das einfache Pack, welches damit sein Geld verdienen muss ist doch dem bornischen Adeligen und Krieger so fern, wie Praios den Hexen.

Ein ramponierter Ruf und ein zusammenbrechendes Adelsgeschlecht (wären sie vorher schon arm, hätten sie sich die teure Ausbildung nicht leisten können) sind deshalb schon mal wichtige Voraussetzungen für Deinen Helden. Repräsentationspflichten, Familienketten und der gewaltige Ressourcenhunger einer angemessenen Lebensführung geben Dir dann vermutlich den richtigen Schubs.

Entsprechend reicht es vermutlich den Helden im Zug dieser Veränderungen in den Abenteuern zunehmend weniger edel und dafür umso "realistischer" zu spielen. Immer öfter hält er die Hand auf, um sich für seine Dienste (unritterlich und eher phexisch) entlohnen zu lassen (Anfangs eher widerwillig, später zunehmend normal), während die Abneigung der eigenen Leute (Adelige, Elitekrieger) durch sein unangebrachtes Verhalten steigt. -> nicht vergessen die störende Kriegerprinzipien nach und nach weg zu kaufen!

Am Ende ist er dann ein ziemlich normaler Brückenbaron, blaublütiger Söldner (Raubritter oder wie auch immer man sich das schön reden mag) und der Weg ist frei für die Weihe.

Die wichtigere Frage ist jedoch, ob so ein Geweihter überhaupt zum Rest der Gruppe passt. Deshalb würde ich die Entwicklung nicht erzwingen und wenn sich ein anderer Lebensweg durch die Abenteuer heraus kristallisiert, würde ich diesem folgen. Also zurück lehnen und eine Weile Krieger sein. Gründe zu Zweifeln gibt es später noch reichlich!

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bLa9000
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von bLa9000 » 08.12.2017 12:03

Habe ihm Hintergrundtechnisch schon ein paar Sachen mit auf den Weg gegeben:

Sein Zwillingsbruder wird Erbe, er wurde der Tradition wegen auf die neersander Akademie geschickt, damit aus ihm was richtiges wird. Er hing schon immer lieber mit den Soldaten in der Taverne rum, als sich auf höfischen Empfängen die Füße wund zu stehen.
Die Ausbildung die zum Teil auch im Überwlas sattfand, lässt ihn eher belustigt auf die Rittertuniere hinabschauen. Zitat: "In Watte eingepackte verwöhnte Adelsschnössel die sich mit stumpfen Waffen den Hintern versohlen"

Seine Zukunft ist noch nicht ganz klar. Der Meister drohte mir eine Zwangsheirat mit einer der Stoerrebrandt Töchter an^^ Mal schauen was daraus wird.
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Advocatus Diaboli
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Advocatus Diaboli » 08.12.2017 12:50

bLa9000 hat geschrieben:
08.12.2017 08:30
Moin alle zusammen,

wie der Titel schon vermuten lässt, ist mein anliegen ein etwas ungewöhnliches :) Ich weiß auch das dies ein eher seltener Werdegang ist, aber der Hintergrund war einen modernen Ghorio von Kunchom zu basteln.
Ist das so ungewöhnlich? Ingame ja, aber unter Spielern nicht so selten, vom Krieger zum Kor-Geweihten zu werden. Es ist nunmal die deutlich angenehmer zu spielende Variante der Kampf-Geweihten... der Moralkodex der Ronnies ist doch echt anstrengend und in vielen Gruppen kaum umsetzbar.

Ich hab mal eine Soldatin-Gladiatorin auf dem Weg zur Kor-Weihe gespielt. Da hat man natürlich aus der Arena schon den Kor-Glauben drin und als einfacher Soldat keine rondrianische Prinzipientreue zu überwinden. Ich habe mir das trotzdem so gedacht, dass sie ursprünglich ehrenhaft rondrianisch war bzw. sein wollte und in den Fasarer Blutgruben recht schnell merkte, dass sie mit diesem Ehrkonzept dort nicht lange überleben würde. Gleichzeitig erwachte der starke Wille zu Siegen - wenn es sonst schon nichts angenehmes zu erleben gibt, dann wird der Rausch des Kampfes und der Triumph des Sieges zum einzigen Highlight. Das prägt.
Dazu muss man nicht in einer Arena sein. Jeder Ort, wo viel und blutig ums Überleben gekämpft wird, kann jemanden wie einen Krieger dazu bringen, seine Ideale (Prinzipientreue) in Frage zu stellen... v.a. wenn er dies fernab rondrianischer Geweihten tut, die seelischen Zuspruch geben können, dafür aber vielleiht dem ein oder anderen Kor-Geweihten über den Weg läuft. Diese Bedingungen kann beinah jedes Schlachtfeld erfüllen, wenn man's so will. Wenn du ihn anfangs eher firunnah haben willst - umso besser. Dann hat er die Gnadenlosigkeit schon drin. Firun und Kor haben nicht umsonst dieselbe Primärliturgie.

Also senk die Krieger-Prinzipientreue. Spiel ihn vielleicht von Anfang an so, dass er mit diesen Idealen hadert und verstoße von Anfang an immer mal gegen die Prinzipientreue - in Absprache mit dem SL - und nimm erstmal die Mali dadurch in Kauf. So setzt sich der Char mit den Idealen auseinander, erlebt die Vorteile, die es bringt, sich nicht an die Gebote zu halten (Hey, die Gruppe lebt noch, weil ich den bösen Ritter nicht zum Zweikampf gefordert, sondern mir von den anderen hab helfen lassen... hey, meine Überlebenschancen steigen drastisch, wenn der Magier mir diesen Axxelzauber verpasst). Dann macht es irgendwann Sinn, die Prinzipientreue zu senken. Das Abenteuerdasein bietet meistens genug Gelegenheiten dafür. Irgendwann bleibt das schlechte Gewissen eben aus. Hierbei hilft ein wichtiger Auftrag, der dringend erledigt werden muss und einen durch Gebiete schickt, wo es viele Schwächere gibt, die man eigentlich schützen müsste, öfter mal ne Übermacht, die man besser umschleicht... so lernt der Krieger, dass es für ein höheres Wohl sinnvoll sein kann oder gar notwendig sein kann, Abstriche bei der Ehrhaftigkeit zu machen.
Soweit zur "Abkehr" von Rondra.

Um Kor dann noch näher zu kommen, fehlt natürlich noch was. Entgegen vieler Spielermeinungen ist Kor nicht einfach eine ehrlose Variante von Rondra. Ich habe mir Kor immer als einen Gott vorgestellt, der sich jener annimmt, für die in der schimmernden heilen Welt der Zwölfe kein Platz ist - das einfache Fußvolk der Schlachten eben. Und eben annimmt nicht im Sinne von sie umsorgen, betüddeln, bekehren, wie das Peraine, Travia und Tsa tun würden, sondern er nimmt sie so an, wie sie sind. Er sagt ihnen, dass es ok ist, wie sie sind und dass sie wertvoll sind, auch wenn der Rest der Welt mit gerümpfter Nase auf sie blickt. Er gibt ihnen einen erfüllbaren Ehrkodex, mit dem sie sich abgrenzen können von den anderen Söldnern, den bösen Söldnern - denen, die hemmungslos morden, plündern, vergewaltigen und ihre Dienstherren verraten.
Außerdem ist Kor auch der Gott, der die Grenze zu den Niederhöllen bewacht, wenngleich manche behaupten, es sei unklar auf welcher Seite er dort steht. xD Aber das ist es eben: Um einen Feind erfolgreich bekämpfen zu können, muss man denken können wie der Feind und auch ein bisschen sein können wie der Feind. Aus diesem Wächter-Aspekt lässt sich auch gut eine SC-Motivation herleiten, die Weihe anzustreben und dann eben die Aufgabe, die der Geweihte für sich sieht: Die Zwölfgöttliche Ordnung beschützen, indem man - in vertretbarem Maße - von ihren Regeln abweicht, um jene effektiv bekämpfen zu können, die die Ordnung völlig zerstören wollen. Kor ist ein Grenzgänger, der aber für seine Anhänger klare Grenzen zieht, wie weit man gehen darf.


Wichtig bei solch einem Charakterwerdegang: Ausführliche und immer wieder aktualisierte Absprache mit dem SL! Ich habe das zu wenig gemacht. :( So viele ungenutzte Gelegenheiten... einmal haben wir eine Chimäre - zweiköpfiger Wolf - bekämpft und sind, weil der SL in Reaktion auf ein Stoßgebet des tobrischen Kriegers gut gewürfelt hat, anschließend mit Firunwundern belohnt worden. Yay. Nichts gegen Firun, das war im Kontext schon passend, aber Kor hätte mindestens genauso gut gepasst (Hallo? Chimäre?!) und wäre meinen Wünschen der Charentwicklung deutlich mehr entgegen gekommen. Naja. Die Götterreaktion von Würfeln abhängig zu machen finde ich ein zweifelhaftes Konzept, aber das ist ein anderes Thema. :)


Ergänzung: Wie X76 schreibt, ist eine Nähe zum einfachen Volk und deren Sorgen und Nöten sinnvoll bis notwendig. Das zusammenbrechende Adelsgeschlecht muss allerdings nicht unbedingt sein, wenn du eh der Zweitgeborene bist. Für den ist nach der Ausbildung so oder so nicht viel Geld übrig bei den meisten Adelsfamilien. Wahrscheinlich reicht es für die Ausbildung nicht mal komplett - die hat Schulden mit drin, oder? Wenn nicht, pack das drauf, wenn doch, maximier das aus und nimm vielleicht gleich noch Goldgier dazu. Die Schulden müssen immerhin weg irgendwann und man will ja trotzdem noch anständig leben. Wenn es dir gefällt, kannst du auch Verschwendungssucht oder Spielsucht dazu tun, um Goldgier noch besser zu erklären. Das passt mEn auch gut zu einem Kori: Man genießt das Leben in vollen Zügen, solange man kann, weil es kurz sein kann. Söldnertypisch eben.
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Gorbalad » 08.12.2017 13:56

Advocatus Diaboli hat geschrieben:
08.12.2017 12:50
Firun und Kor haben nicht umsonst dieselbe Primärliturgie.
Primäre Segnung ist die um einen Grad billigere, bei Kor und Firun der Märtyrersegen.
Primärliturgie ist ein anderes Wort für die Ordination.

Vasall
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Vasall » 08.12.2017 15:02

Also ich hab das Kor-Vademecum angewidert weggelegt,

weil da eben doch das Bild des gewissenlosen Mörders und Psychos gehypt wird.
Ich nehme daher jetzt einfach mal eine Sichtweise an, die eher der von Advocatus Grenzgänger-Kor entspricht.
Wobei Kor ja nicht dem einfachen Volk Halt gibt, sondern allein die bereits Gefallenen und verlorenen Seelen am leben hält.
Für das einfache, normale Kriegsvolk, das noch an seinem Gewissen hängt sind Rondra und die normalen, Gemeinschaft spendenden Götter viel bessere Kriegsgötter als Kor. Travia, Pereine, Ingerimm, Firun, etc., nahezu alle Zwölfe spenden Trost im Krieg und fördern so Tapferkeit und Kammeradschaft; Kor hingegen kann nur Hass bis zur Selbstaufgabe... :(

Daher finde ich den Ansatz jeder Kor-Priester müsse ein armer Wurm aus dem "einfachen Volke" (tm) sein, oder diesem zumindest nahe stehen ziemlich langweilig. Es ist auch wenig kormäßig, im Sinne von "der die Schwachen verachtet" und "der gerne mordet", und ebenso wenig der Stil der bornischen Adeligen.

Viel Interessanter und naheliegender finde ich die Hinwendung zu Kor aus einer Situation der Stärke und Macht heraus.
Etwa so:

Der rondragläubige bornische Krieger könnte in seiner militärischen Laufbahn sehr erfolgreich gewesen sein. Irgendwann erhält er das Kommando über einen bornischen Kriegshaufen mit dem er ein Städtchen einnehmen soll. Die Belagerung wird erbittert geführt, seine Ritter schimpfen und die leibeigenen Waffenknechte erfrieren in ihren löchrigen Zelten.
Als der Tag da ist, da der Wiederstand der Bürger bricht, gibt er seinen ausgemergelten Truppen freien Lauf. "Plündert" ruft er "Holt euch was ihr zum Überleben braucht". Seine Kämpfer verfallen schnell dem Rausch und zu spät wird ihm klar, dass zu viele gegnerische Kämpfer der Bürgerwehr überlebt haben, als dass die Stadt bereits unter Kontrolle wäre. Die Gassen füllen sich mit dem Blut der eigenen Leute im Häuserkampf. So schickt er seine Ritter los und befiehlt alle kampffähigen Männer der Unterlegenen Seite zu ergreifen und auf die Palisade zu zerren und sie für ihren Widerstand hinrichten zu lassen bis der Widerstand gebrochen ist.

Einige seiner Ritter kündigen daraufhin die Gefolgschaft auf, andere folgen später und das Gemetzel auf der Palisade wird im Namen Rondras abgebrochen und die überlebenden Gegner gefangen gesetzt und versorgt.
Er wird fortgejagt und im Folgenden können die verbleibenden Kämpfer die Stadt nicht halten, Hilflos muss er aus der Ferne zusehen wie die Stadt für die eigene Seite wieder verloren geht und die ganze, entbehrungsreiche Belagerung war umsonst.
Und fortan fängt er an zu Kor zu beten, erst heimlich, dann immer offener und er beschließt nie mehr zu zögern und die Befehle zu geben und durchzusetzen die Notwendig sind.

Alternativ kann er sich gegen die Bedenken der Ritter durchsetzen und siegt mit Hilfe seiner Hinrichtungen. Doch erntet er später kaum Anerkennung für den Sieg und immer wieder wird ihm sein brutales Vorgehen vorgeworfen. Sein Traum ein eigenes Lehen zu führen rückt in weite Ferne.
Und fortan beginnt er heimlich zu Kor zu beten...

Es sind eben meist die Heerführer die sich über Rondras Gebote hinwegsetzen und das später rechtfertigen wollen, wenn sie als Kriegsverbrecher enden oder siegen, eben weil sie vom Sieg am meisten profitieren und die Verführung der Macht für sie am größten ist.

Kilerpranke
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Beitrag von Kilerpranke » 08.12.2017 15:35

sry, aber dein Beispiel @Vasall klingt für mich deutlich mehr nach Belhalhar als nach Kor. Bei sowas ruft mMn schnell der Minderpakt
Oderint dum metuant

Vasall
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Beitrag von Vasall » 08.12.2017 15:40

So oder so ähnlich läuft das aber in zahllosen Kriegen ab. Immer wieder stehen die Heerführer vor diesem Dilemma.

Also ja, Kor ist eben Grenzgänger, wie seine Geweihten. Sieg der Starken über die Schwachen ist Primärziel.

Und ist Kor wirklich kein Dämon?

Lorlilto
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Beitrag von Lorlilto » 08.12.2017 19:56

Kor ist mit ziemlicher Sicherheit kein Dämon, sonst hätte er keine Geweihten.

Was mWn auch bei den blutigen Aspekten Kors zu beachten ist: er schätzt den Kampf zwischen bewaffneten. Nicht das Abschlachten wehrloser Zivilisten (das wäre Belhalar). Auch bei Kor ist dem Gegner, der die Waffen streckt und aufgibt, Gnade zu gewähren (und Verachtung, aber eben kein Tod). Und das Primärziel ist eben nicht der Sieg der Starken über die Schwachen. Die Herrschaft der Starken über die Schwachen ist Mittel zum Zweck, um das Primärziel (Verteidigung der Welt gegen die Dämonen) zu erreichen.

Andwari
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Andwari » 08.12.2017 20:05

Der versagende Heerführer, dessen Truppe erst eine wertvolle Stadt plündert, dann marodierend durch die Landschaft zieht und sich selbst auffrisst: Wer will das spielen? Ist nicht die Rolle dessen, der - selbst in chaotischen Zuständen - noch irgendwie steuert und vllt. mit einem geretteten Kind da rausgeht viel positiver und attraktiver zu spielen?

Hilfestellung dabei, den Wahnsinn Krieg irgendwie bei geistiger Gesundheit zu überstehen, kommt halt gerade nicht von Kor - der blendet all das aus und findet's toll, in der Situation persönlich stark zu sein - nicht zu führen.

DSA-Helden sind selten in der Anführer-Situation: Auch in der G7 bleiben sie meist unter sich, für die "normalen" Beteiligten sind sie erst sonderbare Spinner und später eine freakige Übermenschen-Spezialeinheit. Eine Ausnahme: Ein richtig düsteres Jahr des Greifen, wenn man das komplett die Helden machen lässt und die kapieren was sie da tun.

@Herrschaft der Starken
Dann doch lieber die Gottheit, die das richtig durchzieht und dessen Geweihte schlicht mehr abrocken und der seine starken Anhänger auch zu mächtigen Anführern macht.
Zumindest wenn man diesen Aspekt ernst nimmt, ist eine Ein- und Unterordnung Kors ins Zwölfgötterpantheon echt schwierig.

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Na'rat
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Beitrag von Na'rat » 08.12.2017 20:10

bLa9000 hat geschrieben:
08.12.2017 10:13
Ich dachte bisher daran dass ein einschlagendes Erlebnis ihm vor Augen geführt hat, dass der Rondra-Glauben nur etwas für die jenigen ist, die es sich erlauben können (Sprich Adlige, Krieger die von Tunier zu Tunier ziehen, etc.), aber nichts für den der sein täglich Brot damit verdienen muss, oder schonmal eine Schlacht miterlebt hat.
Mhh.... Wie passt das zusammen mit:
bLa9000 hat geschrieben:
08.12.2017 10:13
Adliger bornländischer Krieger welcher in Neersand ausgebildet wurde. Schwerpunkt liegt eher bei Firun als bei Rondra.
Und der hang zu Firun sollte den Übergang noch etwas leichter machen, von wegen; Recht des Stärkeren und so^^
Mal unter der Annahme, dass die Ausbildung nicht völlig fern ab jeder Realität stattgefunden hat. Genau die bornische Rondrakirche findet es super die ganzen Leibeigenen bis aufs Blut zu schinden, statt sie zu schützen. Was ja an sich schon mal zu einer der Maximen des Korkultes passt. Wir reden hier von dem Teil der Rondrakirche die heute noch stolz auf einen Völkermord ist.
bLa9000 hat geschrieben:
08.12.2017 10:13
Sein Zwillingsbruder wird Erbe, er wurde der Tradition wegen auf die neersander Akademie geschickt, damit aus ihm was richtiges wird. Er hing schon immer lieber mit den Soldaten in der Taverne rum, als sich auf höfischen Empfängen die Füße wund zu stehen.
Neersand, höfische Empfänge? Und so mit dem Pöbel abhängen, warum denn?

Auch würde ich mich mal mit der Phexkirche beschäftigen, die ist weitgehend Deckungsgleich mit der Söldnerfraktion der Korkirche. Beide machen für Geld praktisch alles. Übrigens scheitern Kriegsgottheiten in Aventurien an einem Mangel an Krieg. Im Bornland geht es sogar für aventurische Verhältnisse sehr friedlich zu.

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Beitrag von Baal Zephon » 09.12.2017 09:42

Kor könnte auch klassisch als Rettungsschirm dienen, er stellt mit der Zeit fest dass er das Siegen und den Kampf mehr und mehr genießt, fängt an sich im Schlachtgetümmel wohl zu fühlen und braucht etwas das ihm halt gibt. Rondra wäre zwar naheliegend, aber wo ist die Siegschenkerin wenn man tapfer und ehrenhaft kämpft aber dennoch die eigenen Leute aus dem Hinterhalt abgeschlachtet werden? War man nicht ehrenhaft genug?
gerade wenn man in der G7 mit erlebt wie die Ronnies (zumindest nach Kanon) Reihenweise ihr Leben weg werfen ohne damit was zu erreichen, stellt man sich da nicht die Frage wozu das Ganze?
Wenn das einzige was einem ruhige Hände gibt die Waffe in der Hand ist (Weil man zu viel Krieg und Leid gesehen hat) wie reagiert man darauf wenn die die man Beschützt hat einen ohne Lohn wegschicken (Kommt oft genug vor, Ehrungen kann man nicht fressen) und sich angsterfüllt abwenden?
Wieso lasse ich den Feinden der Zwölf ihre Habe? Wieso sollte man ihren Tross verschonen? Was erreicht man durch einen ehrenhaften Tod im Duell mit einem Überlegenen Feind? Würde man nicht mehr erreichen wenn man auch das letzte Register zieht und den Kampf mit einem Bolzen im Leib des Paktierers begint und ihn dann erst niederringt?
Warum dem Gegner ersparen was man selbst erlebt hat? Die siechenden und leidenden Kameraden die am Fieber sterben weil der Gegner seine Waffen in Fäkalien oder schlimmeres taucht? Warum sollten Dämonenknechte einen saubereren Tot oder gar Rettung verdienen wenn Göttertreue leiden müssen?
Wieso sollte ich dem "Fehlgeleiteten"Ritter der Gegenseite der sich ergeben hat noch irgendwas lassen? Hat er durch seinen Verrat an den Zwölf noch was anderes als den Rest seines Lebens in Steinbruch und Mine verdient?
Gerade im Bornland könnte man darauf kommen dass das was manche Bronjahren anbeten (Jene die ihre Herrschaft mittels Waffengewalt über die Leibeigenen Legitimieren) eher dem Wesen Kors als Rondras entspricht? (Wenn ich mich korrekt erinnern sollte versuchen die Bornischen Geweihten ja Kor mittels Ghorio zu begreifen und dadurch das Wesen des donnernden Himmelsreiters zu erkennen) Dann wäre das Aussprechen dessen ja nichts als sich der Wahrheit stellen und die Falschheit ab zu streifen.
Schlussendlich ist einer der Wesendlichen Unterschiede zwischen Kor und Rondra für mich auch: Rondra ist ein Paragon, Rondra schützt, Rondra steht auf den Zinnen und verteidigt die Burg... aber Rondra ist nicht die Jenige die den Krieg zum Gegner bringt. Das ist Kor, Kor ist der Frontkämpfer und der der hinaus geht um die Feinde zu vernichten und das Übel auszumerzen.
Ein Herz für Dämonen!

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Beitrag von Na'rat » 09.12.2017 10:43

Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 09:42
Rondra wäre zwar naheliegend, aber wo ist die Siegschenkerin wenn man tapfer und ehrenhaft kämpft aber dennoch die eigenen Leute aus dem Hinterhalt abgeschlachtet werden? War man nicht ehrenhaft genug?
Das setzt allwissende, allgütige und auch allmächtige Götter voraus. Dies ist in Aventurien nicht gegeben.
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 09:42

gerade wenn man in der G7 mit erlebt wie die Ronnies (zumindest nach Kanon) Reihenweise ihr Leben weg werfen ohne damit was zu erreichen, stellt man sich da nicht die Frage wozu das Ganze?
Bei der Idiotie der Autoren. Rondrageweihte haben nun mal, gerade in der G7, einzig die Funktion zu sterben um die Gefährlichkeit einer Situation zu verdeutlichen. Innerhalb der Spielwelt jedoch müssen die mehr Verstand haben oder niemand würde der Kirche irgendeine Beachtung schenken.

Du beschreibst eine Rondrakirche voller Klischees, die so in der Spielwelt schlicht nicht funktionieren kann. Eine lebensfähige Kirche hat alle deine Fragen schon seit Jahrtausenden beantwortet hat. Leider thematisieren die Autoren nur die lebensunfähige Rondrakirche. Gleichzeitig ist der Korkult aber klar als abartiger Nischenkult gesetzt. Warum ist er dass, wenn die Rondrakirche doch so völlig darin versagt ihre ureigene Domäne zu beackern? Spätestens hier gibt es dann einen weiteren Widerspruch.

Sinnvoller ist eine aventurische Rondrakirche die mit Krieg und seinem Auswurf umgehen kann. Wohlgemerkt Krieg welcher der Verteidigung dessen dient was die eigene Lesart der zwölfgöttlichen Ordnung ist.

Der Korkult besteht aus Söldnern und Gestörten. Kann schon durch sein Nischendasein nicht den ,Krieg TM' gegen den ,Feind TM' tragen. Eine Hälfte der Kirche gibt ,Krieg TM' einen Sinn, in dem er sich von einen Tulamiden bezahlen lässt einen anderen Tulamiden zu ermorden. Etwas wovor selbst die Phexkirche zurückschreckt. Der andere Teil der Kirche ist schlicht gestört.
Welche Lücke konkret füllt dieser Nischenkult, von dem man außerhalb Tulamidistan und Al'Anfas schwerlich etwas gehört haben kann, bei einer funktionierenden Rondrakirche konkret aus?

Andwari
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Beitrag von Andwari » 09.12.2017 11:17

@Baal Zephon
Deine Fragen im Mittelteil: in einem "realistischen" Aventurien stellen sich die meisten Fragen nicht erst mit Borbarads Rückkehr - und die Rondrakirche (und die anderen Kirchen) müssten darauf auch schon "menschliche" Antworten haben.
- wo steht was von "Gegner behalten ihre Habe"? Insbesondere tote Gegner brauchen die nicht, frag den Boroni.
- natürlich wird gegnerischer Nachschub o.ä. angegriffen, das macht Baron Alrik in seiner Fehde mit Baronin Selinde seit Jahrhunderten. Die Travia- und Perainekirche haben bei "militärischem Tross" noch viel weniger Bedenken als beim Steuertransport (Kornsäcke) zur Baronsburg, oder der Zehntscheune im Dorf. Wenn man das ganze Dorf vollständig plündert, überschreitet man Grenzen, klar.
- Duell mit überlegenem Feind ist einzig "Selbstfindung" von Rondrageweihten, für keinen anderen gefordert und auch für Ronnies nicht in jeder Situation. Da wird ein Gegner unterstellt, mit dem man sich auch auf was anderes als "bis zum Tod" verabreden kann.
- grenzenloser Krieg: man löst keine Seuchen aus, nutzt keine vergifteten Waffen, schlachtet keine Leibeigenen ab usw. weil man selbst eben keinen schrankenlosen Konflikt haben will - gegen Gegner die das doch machen, muss und wird man sich nicht zurückhalten. Einen schrankenlosen Krieg zu führen, macht das Gewinnen schwieriger - weil jede besiegte und entkommene Söldnerrotte lieber wegläuft und Räuber wird als sich zu ergeben. Das Thema wird innerhalb der Geschehnisse Aventuriens in den letzten 30 Jahren sehr erratisch behandelt - wie sich die spontan aufploppenden Söldnerheere Borbarads verhalten, nach welchen Rest-Kodices die übergelaufenen Barone agieren, bleibt alles unklar. Ein MR dass sowieso ständig krachend und "zu Null" verliert, braucht sich allerdings nicht darum kümmern, wie es mit besiegten Gegnern umgeht.

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Baal Zephon
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Baal Zephon » 09.12.2017 11:38

Gut, @Na'rat es stimmt schon dass die existenten Götter Aventuriens nicht allmächtig und Gütig sind, heißt aber nicht dass der Einzelne Gläubige keine unrealistischen Vorstellungen haben und deswegen enttäuscht sein kann.

Du hast natürlich Recht dass das Klischees sind die eine Existenz dieser Kirche in der Spielwelt an sich ausschließt und die Autoren dabei, durchaus auch meiner Meinung, nach Murks gebaut haben. Kann auch an dem Alter der Publikation liegen und daran dass sehr sehr viele daran geschrieben haben.
Für dich ist der Korkult Abartig, schön starkes Adjektiv übrigens, sowie für mich der Gesetzte Rondrakult verachtenswert ist.

Ich gebe dir vollkommen Recht wenn du beschreibst das ein Schwertbund sinnvoller ist der auch für Krieger und Soldaten am Schlachtfeld und dem Krieg besser umgeht, da Krieg mMn eine wesentlich größere Domäne als Ritterlichkeit ist.

Dann lass mich festhalten dass für mich die Setzung des Korkultes als blutiger Nischenkult von Schlachtfeldgeschädigten für mich eine vermurkste Setzung ist, die mMn unter anderem auch in der Mittelreichzentrierung des Settings liegt. Wenn man das Ganze aus sicht der Al'anfaner oder Tulamiden beschreiben würde, holla da sähe die Welt aufeinmal anders aus, selbst wenn sich außer der Sichtweise nichts ändert.

Besser wäre meines Erachtens ein Korkult der sich hauptsächlich auf den Kämpfer und den Kampf selber Konzentirert und auch die 0815 Alrike eher anspricht, die einfach nur schnell siegen, und wieder heim möchte, oder die Führungsperson die durch entschlossenes Handeln möglcihst viele ihrer Gefolgsleute Heimbringen möchte, wo das ziel ist den Krieg, wenn man ihn schon hat, so klar und schnell wie möglich zu entscheiden.

Der Rondrakult besteht ja auch nur aus Despoten und Entarteten, kann nur deshalb so groß sein weil der Nördliche Adel eine Legitimation braucht warum er Herrscht und trotzdem seine Soldaten zum Sterben schickt, da am Schlachtfeld ja kein ehrenhafter Kampf möglich ist, etwas dass sich nichtmal Praios bieten lassen würde, und der "Honorige" Teil der Kirche ist schleicht entartet.
(Irgendwann fände ich es btw. toll wenn du mir Erklärst was für ein Problem du mit Söldnern und Tulamiden hast, außer eventuell dass sie dir einfach nicht gefallen, täte mich ehrlich interessieren.)

Wenn man den Korkult nicht als Nische ansieht, bzw. setzt (und Realisiert dass Südaventurien&Tulamidenlande einen recht recht großen Teil des Kontinents ausmachen) und er auch in den Schwarzen Landen Fuß fasst, kann er dort die Niesche des Sich selbst bewussten und Kontrolierenden Streiters des überwinden aller widerstände sehen. Ja sogar eine Gottheit die einen grundsätzlichen Kodex und Leitfaden für Kämpfer liefert, der bewusst jedem Offensteht. Gut, das kann eine vernünftig funktionierende Rondrakirche auch, nur wieso können nicht 2 Götter überschneidende Felder haben? Bei Rahja und Hesinde (Kunst), Rahja und Travia (Liebe, Beziehungen), Tsa und Peraine (Fruchtbarkeit) oder auch Phex und Praios (Vertragstreue und Gerechtigkeit) regt sich ja auch keiner auf.
Es kann ja allein schon Reichen dass Kor nicht den Hauptsitz im Raulschen weswegen er außerhalb des Selbigen mehr gepusht werden kann. (Was auch eine Erklärung für die Vorherrschaft von Hesinde bzw. Boron als Schwerpunktgötter an Stelle von Praios im Horasreich bzw. im Imperium des Südens sein kann)

@Andwari Deine Punkte sind Stichhaltig, aber es Deckt sich dann zumindest nicht mit dem Was mir als Aventurien immer dargestellt wurde (Kann am Meister liegen) wo gesagt wurde es sei unrondrianisch schwach bewachte Trosse an zu greifen und es sei Peraine ungefällig Äcker niederzubrennen auch wenn der Feind vorrückt (Gut, eventuell alles um dem Plot durch Blödheit der Guten Sinn zu geben)
Aber ich versuche hier auch dem Threadersteller möglichkeiten und Optionen Für Kor zu geben da er seinen Charakter dahin entwickeln möchte, was mMn ja auch der Sinn des ganzen hier ist, und nicht es ihm aus zu Reden. Ja man kann genausogut bei Rondra bleiben, Phex oder (Für mich Persöhnlich durchaus Sinnvoll) Praios nehmen wenn es um Krieg geht.
Und Das Krieg wenn je weniger man sich gegenseitig zurück nimmt hässlicher wird als er ohnehin schon ist, unbenommen, nur Kriegsgötter müssen sich damit auseinandersetzen und da ist die Frage was ab wann unter welchem Umstand verdammenswert ist. Von Vornherein Gnadenlos sein und so viel Schrecken verbreiten dass nach der ersten Schlacht die weiteren Ausbleiben weil der unterlegene Gegner so eingeschüchtert wurde dass er sich lieber ergiebt und seine Waffenstreckt als weiter zu machen kann auch eine legitime Taktik sein (Hat bei den Mongolen historisch ganz gut funktioniert)
Zuletzt geändert von Baal Zephon am 09.12.2017 11:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Rhonda Eilwind » 09.12.2017 11:41

Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 11:38
Ich gebe dir vollkommen Recht wenn du beschreibst das ein Schwertbund sinnvoller ist der auch für Krieger und Soldaten am Schlachtfeld und dem Krieg besser umgeht, da Krieg mMn eine wesentlich größere Domäne als Ritterlichkeit ist.
Es liegt nicht am Alter der Publikationen - definitiv nicht.

Früher - und damit meine ich DSA 1 (soweit schon Götter erwähnt wurden), 2 und anfangs definitiv auch noch 3, war es nämlich durchaus eher so, wie von Na'rat beschrieben!

Andwari
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Andwari » 09.12.2017 12:25

Der "gesetzte" Kor (Gutes Geld) ist extrem auf Söldner fixiert - und das gibt Probleme, weil die Autoren da besonders im MR ziemlich starke Wertungen eingebaut haben - also eine anti-Söldner-Stimmung in weiten Teilen der mittelreichischen Militärs.

Diese ist eigentlich kaum nachvollziehbar - denn Teile jedes mittelreichischen Aufgebots werden schon immer Söldner gewesen sein. Gegenüber Gardesoldaten und Gefolgstreuen hat jede Form ihre Vor- und Nachteile, die durch jahrhundertelange Übung auch bekannt sein müssten. Vielmehr ist "Garderegiment" (im Umfang des Reto-Heeres) das neumodische Experiment, nicht die Söldnerbanner. Den Söldner gedanklich immer weit in den Süden zu packen ist falsch.
Wenn man jetzt aber den Korkult jahrzehntelang als quasi reinen Süd-Kult hingestellt hat, müsste man das entweder retconnen (und einen bedeutenden Kor-Tempel ins historische Wehrheim, bitte). Oder man muss erklären, wie sich Kohlenbranders Geleitschutz, die almadanischen Landsknechtsregimenter oder die halbe Westflotte (=Söldner) und all die Gardeeinheiten (Soldaten, die vor Erfindung des Soldaten wohl Söldner waren) über Jahrhunderte lang welchen Göttern zugewandt haben?

Wo sind die ingerimmgefälligen Söldnerhandwerksregeln, wo die Phex-Schutzdienstleistungsverträge um dasselbe zu leisten wie anderswo ein Khunchomer Kodex? In dem stehen ja auch Regeln zur Kriegsführung (für Söldner) drin, sollten diese für kriegsführende Städter und Reiche tatsächlich nie festgelegt worden sein? Woran hält sich ein Fürst bei seiner Fehde in der gar nicht so lange vergangenen Kaiserlosen Zeit? Sicher nicht an den "Khunchomer" Kodex. Er will auch kein Heiliger werden, sondern jetzt seinen Kampf gewinnen. Was sind die Mindeststandards, bei deren Unterschreitung man nie wieder eine gesicherte Herrschaft hat, weil alle rundrum sich einig sind, dass der "Brunnenvergifter von Alrikswehr" seine Siege so unrecht erstritten hat, dass man sie jederzeit anzweifeln soll.

Die Antwort steht in HdR S.40 bei "Fehde" - es gibt es gute Gründe für einen solchen Konsens, dass z.B. Leibeigene einer gegnerischen Partei nicht legitimes uneingeschränktes Ziel sind - wenn der Adelige da nicht machen darf was er will, muss die angedrohte Strafe für seine ja nichtadeligen Söldner-Erfüllungsgehilfen eher noch härter sein. Wer Marodeure duldet bekämpft sich selbst. Durchs Aufrechterhalten bestimmter Mindeststandards erhält man das eigene Herrschaftsfundament - denn kein Adeliger würde in einer erbitterten Fehde alle Leibeigenen schützen können, was die Gesellschaft ganz schön verwirrt.

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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Vasall » 09.12.2017 13:07

Die Überschneidung, die Du Dir wünscht, @Baal Zephon ist doch im Grunde angelegt im alten Streit Vernunftrecht gegen Naturrecht.

Die Kirche der Rondra-Kirche steht für das Vernunftrecht. Oberstes Ziel ist der Kampf gegen das Böse und Vernunft und Verantwortung sollen auch im Krieg so gut es geht gewahrt bleiben.

Die Kirche des Kor macht sich die Unterjochung der Schwächeren zur Hauptaufgabe und die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren.

Aus diesem Naturrecht leiten sich viele andere Grundrechte ab, wie z.B. das Sklavenhalten, und das macht Kor eben interessant für alle Potentaten, die ihre Macht konstitutionalisieren wollen und aus ihrer Stärke einen Rechtsanspruch ableiten.

Das ist ja eine durchaus weit verbreitete Meinung und die Überschneidung zwischen Natur- und Vernunftrecht ist in Aventurien oft Thema.

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Beitrag von Andwari » 09.12.2017 14:38

@Vasall
So wie du hier "Vernunftrecht" beschreibst, also nicht als Teil des Naturrechts das sich bewusst auf Vernunft-Prämissen beschränkt, sondern als Gegenpol zu einem "Recht des Stärkeren", dann haben wir doch schon göttliche Entitäten, die wir da einordnen können. Contra sind diejenigen, die genau das durch beschriebene (höhere) Werte beschränken:

pro "Recht des Stärkeren":
Der Namenlose, Phex, Firun, Kor
contra:
Praios (Recht), Peraine (Milde), Travia (Gemeinsinn).

Rondra hat da per se wenig Aussage, die Idee vom Zweikampf und ewigen Ringen wäre pro. Die Limitierungen (contra), wie man das "ehrenhaft" gestaltet, sind nur Schranken - bei prinzipeller Befürwortung eines ziemlich harten Wettstreits.
Was man sonst noch so reinpackt, stammt eben nicht aus ihrem eigenen Bereich - vgl. den super aventurischen Ritterkodex mit dem was für Ronnies selbst beschrieben ist. Diverse Kirchen"zeremonien" wie die Zwölfgöttertjoste, dass ein SdS auf dem Totenbett seinen Nachfolger benennt oder dass man das ggf. schwertschwingenderweise korrigieren kann "funktionieren" alle entweder als "Recht des Stärkeren" oder indem man postuliert, dass Rondra da ganz genau hinschauen muss.

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Beitrag von Na'rat » 09.12.2017 15:06

Was dann wieder zum Kult führt, der entweder aus bezahlten Mördern oder Irren besteht. Warum genau sei der jetzt attraktiver als eine funktionierende und leider nur in Spuren beschriebene Rondrakirche?

So ein Rondrageweihter kann auch ein ganz harter Hund sein, der die seinen ganz nonkonformistisch durchs größte Stahlgewitter führt, es muss die Sache nur wert sein. Irgendwelche kleinlichen politischen Streitigkeiten sollten eigentlich nicht dazu gehören. Wenn es dann gilt harte, vielleicht zu harte, Entscheidungen zu treffen hat man wunderbares Drama, wo der Korgeweihte nicht mal mit der Schulter zuckt.
Ansonsten beschäftigen sich die Rondrageweihte eben als Feldgendarmire, legitimieren und zügeln den Kriegeradel.

Die Templer von Jergan haben ein paar Jahrzehnte lang Maraskan ,befriedet' sind erst mit dem Erscheinen Borbarads übergelaufen. Eines der letzten Schwerter der Schwerter plante den gepflegten Genozid der Orks, bevor es von seiner Nachfolgerin erschlagen wurde. Die Amazonen haben fröhlich Kindsmord praktiziert oder sind zumindest extrem Sexistisch. Die Theaterritter gründen ihre Tradition auf dem Völkermord an den Goblins. Auch Ronnies können richtig, richtig fies sein.

Was dann wieder zu Frage führt, warum Kor?

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Baal Zephon
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Beitrag von Baal Zephon » 09.12.2017 17:19

Na'rat hat geschrieben:
09.12.2017 15:06
Die Templer von Jergan haben ein paar Jahrzehnte lang Maraskan ,befriedet' sind erst mit dem Erscheinen Borbarads übergelaufen. Eines der letzten Schwerter der Schwerter plante den gepflegten Genozid der Orks, bevor es von seiner Nachfolgerin erschlagen wurde. Die Amazonen haben fröhlich Kindsmord praktiziert oder sind zumindest extrem Sexistisch. Die Theaterritter gründen ihre Tradition auf dem Völkermord an den Goblins. Auch Ronnies können richtig, richtig fies sein.

Was dann wieder zu Frage führt, warum Kor?
Weil einem Schwarz-Rot gefällt, man sich nicht mit dem Adel abgeben möchte, weil man eben für seine Dienste Bezahlt werden möchte statt es für das eigene Gewissen zu tun, weil man frei sein Möchte wie man in den Krieg zieht oder warum man Kämpft oder seine Kämpfe wählt.
Weil verschiedene Kriegsgötter mehr diversität und mehr möglichkeiten bieten.

Und zur weiteren Frage, warum du den Ronnies Fieslinge zu traust, den Korries aber keine Helden? Oder Menschen die ihre Kammeraden zu selbsbestimmten und verantwortlichen leuten formen wollen?

Warum dann die Bluttempler und die Theateritter als Ronnies belassen, vielleicht waren sie ja nur am Anfang Ronnies, vielleicht bekommen traditionalistische Ronnies im Bornland die sich auf die TR berufen ja von Kor das Karma, weil Rondra das Ausmerzen von Goblinlagern doof findet und es Kor einfach nicht Juckt wer wie zu ihm betet?

Umkehr Frage: Warum Rondra wenn man Kor nehmen kann?
Bzw. Warum nicht Kor?

Und sei es nur weil der Spieler möchte dass sein Char in dem Aventurien dass er bespielt ein auf diese Art besonderes Schneeflöckchen ist.
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Beitrag von Andwari » 09.12.2017 17:27

Kor stellt halt nicht mal die Fragen, auf die Rondra keine eigene Antwort hat - insofern ist der Vergleich schwierig.

Wo ein real lebender "rondrianisch denkender" Krieger (Kämpferelite) sich im restlichen Zwölfgötterglauben ein insgesamt passendes Bild zusammenbauen kann, schlägt Kor halt teilweise schlicht so antisoziale Töne an, dass man das kaum wem vermitteln kann, solange gerade kein geheimer Phexie anwesend ist.

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Beitrag von Na'rat » 09.12.2017 17:51

Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Weil einem Schwarz-Rot gefällt, man sich nicht mit dem Adel abgeben möchte, weil man eben für seine Dienste Bezahlt werden möchte statt es für das eigene Gewissen zu tun, weil man frei sein Möchte wie man in den Krieg zieht oder warum man Kämpft oder seine Kämpfe wählt.
Weil verschiedene Kriegsgötter mehr diversität und mehr möglichkeiten bieten.
Wegen Farben? Ernsthaft? Als Adliger nicht mit dem Adel abgeben, :grübeln: klingt antisozial genug für den Korkult. Witzigerweise wird man als Adliger ,bezahlt' weil einen die Verwandschaft/Lehnsherr mit Posten, Titeln, Einkünften versorgt, was sich jeweils durch Waffenruhm mehren lässt.
Die Irre Seite des Korkultes kämpft tatsächlich nur um zu kämpfen, um Schwache zu unterjochen. Die Söldnerfraktion kämpft weil sie dafür bezahlt wird. Nicht gerade ein sinnvoller Begriff von Freiheit.
Diversivität ist da schon eher was, aber wie gesagt. Kriegsgötter in Aventurien mangelt es gehörig an Krieg. Könntest du dieses mehr an Möglichkeiten ausführen? Aber hier zeigt es sich, dass vom Korkult, in seiner Abgrenzung zu den ruhig auch randständigen Strömungen der Rondrakirche nicht viel übrig bleibt. Was übrig bleibt ist nun mal ziemlich widerlich.
Warum sollte sich dein Charakter also zu dem widerlichen Verein, der ja auch als abstoßender Nischenkult gesetzt ist, hingezogen fühlen. Diese Frage kannst natürlich nur du beantworten, mMn braucht es da ein paar mehr Extreme als der ohnehin wenig malerische Alltag des bornischen Kriegeradels.
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Und zur weiteren Frage, warum du den Ronnies Fieslinge zu traust, den Korries aber keine Helden?
Der Kurkult besteht entweder aus Irren oder aus bezahlten Mördern. Die Kirchenlehre ist obendrein eine reichlich abstoßende. Prima Potenzial für Antihelden, mehr nicht.
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Oder Menschen die ihre Kammeraden zu selbsbestimmten und verantwortlichen leuten formen wollen?
Nehmen wir mal die Söldnerfraktion des Kultes. Da ist es mit Selbstbestimmung nicht weit her, es gilt, wessen Geld ich nehm' dessen Feinde ich töte. Disziplin, was ja eine Tugend von Söldnern seinen sollte, steht so einer Selbstbestimmtung auch irgendwie im Weg.
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Warum dann die Bluttempler und die Theateritter als Ronnies belassen, vielleicht waren sie ja nur am Anfang Ronnies, vielleicht bekommen traditionalistische Ronnies im Bornland die sich auf die TR berufen ja von Kor das Karma, weil Rondra das Ausmerzen von Goblinlagern doof findet und es Kor einfach nicht Juckt wer wie zu ihm betet?
Vielleicht.
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Bzw. Warum nicht Kor?
Nee, du hast die Frage gestellt wie man den Korkult in den Lebensweg eines bornischen Adligen reinbasteln kannst. Ohne ein paar extrem einschneidende Ereignisse lautet die Antwort nun mal schwer bis gar nicht. Der Kurkult, so er denn überhaupt bekannt ist, füllt erst mal nur einen winzige Nische. Welche vor allem für die Interessant ist welche es selbst bei der Phexkirche nicht schaffen und die ist sich sonst zu nichts zu schade.

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Beitrag von Baal Zephon » 09.12.2017 18:51

Na'rat hat geschrieben:
09.12.2017 17:51
Wegen Farben? Ernsthaft? Als Adliger nicht mit dem Adel abgeben, :grübeln: klingt antisozial genug für den Korkult. Witzigerweise wird man als Adliger ,bezahlt' weil einen die Verwandschaft/Lehnsherr mit Posten, Titeln, Einkünften versorgt, was sich jeweils durch Waffenruhm mehren lässt.
Die Irre Seite des Korkultes kämpft tatsächlich nur um zu kämpfen, um Schwache zu unterjochen. Die Söldnerfraktion kämpft weil sie dafür bezahlt wird. Nicht gerade ein sinnvoller Begriff von Freiheit.
Diversivität ist da schon eher was, aber wie gesagt. Kriegsgötter in Aventurien mangelt es gehörig an Krieg. Könntest du dieses mehr an Möglichkeiten ausführen? Aber hier zeigt es sich, dass vom Korkult, in seiner Abgrenzung zu den ruhig auch randständigen Strömungen der Rondrakirche nicht viel übrig bleibt. Was übrig bleibt ist nun mal ziemlich widerlich.
Warum sollte sich dein Charakter also zu dem widerlichen Verein, der ja auch als abstoßender Nischenkult gesetzt ist, hingezogen fühlen. Diese Frage kannst natürlich nur du beantworten, mMn braucht es da ein paar mehr Extreme als der ohnehin wenig malerische Alltag des bornischen Kriegeradels.
Es kann für Menschen viele Gründe geben warum sie sich in einer Anderen Schicht wohler fühlen als beim Adel, nehmen wir einen Bornländischen bronnjaren Sohn der nicht Asozial ist, sondern sich seine eigenen Gedanken gegen seine Konditionierung macht. Der Findet vielleicht nichts am Typisch Bornischen "Rondra hat ns Erwählt und daher Beherrschen wir die Leute, weil die können eh nichts selber." Vielleicht kommt der dann drauf, "Das ist Blödsinn, der Leibeigene Vitali dort könnte sehr wohl seine Familie Schützen wenn er sich eine Hacke organisieren dürfte. Der ist Jung, stark und nicht blöd" der könnte dann meinen die Bornische Rondra hat insofern unrecht dass jeder Mensch mit der Fähigkeit selber auf sich schauen können sollte.
Und nur weil man Adlig ist muss man nicht versorgt werden, gerade im Bornland, stichwort Brückenbaron.
Krieg... die Rondrakirche Predigt den Verteidigungskampf, die Korries könnten für die Stehen die jetzt den Widerstand in den Schwarzen Landen weiter organisieren und die Menschen ermutigen sich zu holen was ihnen genommen wurde und die Dämonenbeter zu vernichten und der Gerechtigkeit zu zu Führen.

Das zu wenig Krieg da ist... naja, da war historisch vor Kurzem der Orkensturm, die Entstehung und der Fall der schwarzen Lande, in den Tulamidenlanden gibt es ständig gekloppe, die Horasier hatten einen Bürgerkrieg... relativ Friedlich war es in Südaventurien. Die Thorwaler ziehen wider gen Norden und Kloppen sich dort... es gibt genug für Kriegsgötter auf der Insel Aventurien zu tun.
Und im Zweifel kann man immer noch anfangen Uthuria zu unterwerfen... ja man könnte jetzt mal Eroberungszüge spielen, das wäre eher was für Kor als für Rondra.
Na'rat hat geschrieben:
09.12.2017 17:51
Der Kurkult besteht entweder aus Irren oder aus bezahlten Mördern. Die Kirchenlehre ist obendrein eine reichlich abstoßende. Prima Potenzial für Antihelden, mehr nicht.
Also so wie jede normale Streitkraft oder jeder beliebigeprofessionelle Kämpfer auch... außer natürlich sie verweigern Befehle was Militärisch nicht wirklich angemessen ist. Was ist am Recht des Stärkeren so Abstoßend? Bis auf die reichlich überspitzte Formulierung mMn auch nicht widerwärtiger und Verabscheuungswürdiger als eine Adelsgesellschaft die sich auf Geburtsrecht beruft. Wenn man aus Unterjochen Beherrschen macht und aus dem Stärkeren den "Rechtmäßigen Herrscher" dann hast wieder das selbe. Nur weil jemand Stärker ist und sich durchsetzt heißt das nicht dass er nicht auf die Schwachen aufpassen und eventuell sogar darin seine Berufung sehen kann. Da haben wir dann einen Übergang, Kor ist der Eroberer, Rondra wäre der Verteidiger Aspekt, was auch vollkommen OK ist.
Zum Helden könnte man sowas hochstilisieren wenn es eben um einen Offensivkrieg gegen Dämonendiener, Novadis oder Orks (=im Allgemeinen die "Ungläubigen" geht) Schon hätte man was in Richtung Kreuzritter, was für mich eine klassische Heldenfigur ist.
Na'rat hat geschrieben:
09.12.2017 17:51
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Oder Menschen die ihre Kammeraden zu selbsbestimmten und verantwortlichen leuten formen wollen?
Nehmen wir mal die Söldnerfraktion des Kultes. Da ist es mit Selbstbestimmung nicht weit her, es gilt, wessen Geld ich nehm' dessen Feinde ich töte. Disziplin, was ja eine Tugend von Söldnern seinen sollte, steht so einer Selbstbestimmtung auch irgendwie im Weg.
...Auch Söldner müssen nicht zwangsläufig alles machen, auch Söldner könnenKklauseln in ihren Verträgen ausverhandeln und selbst bestimmen ob sie für den jeweiligen Auftragsgeber ins Feld ziehen oder nicht. Disziplin ist dann dazu zu stehen und erst nach Erfüllung des Vertrages die Konsequenzen zu ziehen und den Auftraggeber zu verlassen.
Und nebenbei wie kommst du darauf das jeder Söldnerjob zwangsweise das töten erfordert? Sicher viele, aber der Großteil dürften Wachaufgaben und damit verbundene Abschreckung sein.
Ja es kann zu verzwickten Situationen kommen dabei wenn man wenig aufträge hat und nicht wählen kann... ähnlich wie der Rondrianische oder Praiotische Kodex nicht erfüllt werden können oder in der gegebenen Situation fahrlässig dumm wären.

Sieh es mal so: Kor oder zumindest die Kirche laut Vademecum hebt die Eigenverantwortung vor, und defacto sind alle Kories einander Gleichgestellt und keiner hat ihnen was zu sagen. Sie sind nur sich selbst und Kor Rechenschaft schuldig und werden dafür dazu gedrillt die Verantwortung ihres Handelns auch zu tragen. Das ist mal die Grundvorraussetzung für Freiheit und ein Selbstbestimmtes leben und erfordert Disziplin.
Na'rat hat geschrieben:
09.12.2017 17:51
Baal Zephon hat geschrieben:
09.12.2017 17:19
Bzw. Warum nicht Kor?
Nee, du hast die Frage gestellt wie man den Korkult in den Lebensweg eines bornischen Adligen reinbasteln kannst. Ohne ein paar extrem einschneidende Ereignisse lautet die Antwort nun mal schwer bis gar nicht. Der Kurkult, so er denn überhaupt bekannt ist, füllt erst mal nur einen winzige Nische. Welche vor allem für die Interessant ist welche es selbst bei der Phexkirche nicht schaffen und die ist sich sonst zu nichts zu schade.
Eigentlich ja der Threadersteller, aber sei es drum.

Und ja, Kor ist unüblich im Norden, darum geht es dem TE ja, daher ersucht er Tipps, wie er es umsetzen kann, hinweise dafür warum es nicht gehen soll sind da nur eingeschränkt hilfreich wenn die Ursprüngliche Frage war wie man es erklärt.
Versuch du mal anders herum zu argumentieren, wie wäre das? Einfach mal Nachdenken, Wie könnte man das Verwirklichen wenn man das wollte. Du hast für Aventurien immer recht interessante Ansätze, weswegen ich es interessant fände ob dir da was Einfällt. Vielleicht sogar ohne all zu starke Adjektive.
Nebenbei, der Korkult ist auch nicht die Nische der Attentäter den bei einem Attentat sollte es nicht zu einem Guten Kampf kommen. Die Nische der Rondrianer ist auch winzig, nichts wass man mit ein wenig umdenken auch über Praios laufen lassen könnte.
Gutes Gold... Das kann man da kaum vorschieben, für Attentate ohne Kampf gibt es bessere als Korgeweihte, das können auch verdeckte Phexies machen. (Oder Praioten die meinen im Recht zu sein und für das gute zu Morden.)
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Freakyfrog
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Freakyfrog » 09.12.2017 21:01

Ich hoffe Bla9000 ist nicht allzu böse wenn ich seinen Thread kurz für meine eigene Fragestellung nutze. Die Situation ist ähnlich, ich habe einen Krieger 5000 AP weit bespielt als stark rondrianisch geprägten aufrechten und autoritätsgläubigen Recken. Nun im Zuge des Jahr des Greifen scheint er sich weiter gen Kor zu entwickeln denn zu Rondra und im folgenden würde ich gerne eure Einschätzung haben ob das etwas übers Knie gebrochen wirkt, bzw. ob ihr noch gute rollenspielerische Ansätze habt um diese Wendung von Rondra weg zu Kor hin darzustellen und zu entwickeln.

Mitspieler sollten sich das folgende nicht durchlesen, mein Meisterle darf natürlich gerne. Enthält evtl auch Spoiler zum Jahr des Greifen:
SpoilerAnzeigen
Der gute Krieger Wolfhelm (Standardkriegerschule aus dem kleinen Ort Angbar die stark von Störrebrandt und der Stadt Angbar finanziert wird) reist seit jeher mit einer Gruppe aus einer naiven und gutmütigen Ifirngeweihten Jägerin, einem Bewegungsmagier aus Belhanka, einem halbelfischen Baronssohn welcher den zweiten kampfstarken Char der Gruppe darstellt, einem Phexgeweihten Buchhalter (wird vom Meister bespielt aber ist in der jetzigen Kampagne nicht wirklich stark involviert), sowie seit kurzem einem zwergischen Bierbrauer mit einem großen Durst und Hass auf Orks.

Wir spielen wie gesagt das Jahr des Greifen und sind gerade an der Stelle als wir vom Tod(?) des Prinzen gehört haben und darüberhinaus die Warnung durch Gombo (menschlicher Druide im Orkheer) zur Aufgabe der Stadt erhalten haben.

Wolfhelm ist in der Vergangenheit stets den Obrigkeiten ergeben gewesen und nur wenn die Gruppe auf sich gestellt war und keiner der höhergestellten Mitreisenden die Initiative ergreift, dann führt er eben an. Da dabei die Pflicht meist höher wiegt als persönliche Interessen gab es schon gelegentliche Konflikte, insbesondere mit einer adligen Streunerin die zu Beginn noch mit uns gereist ist und deren Tod er in einer Geiselsituation in Kauf genommen hätte um Sicherheit für eine Stadt zu erstreiten.

Seit wir nun die Kampagne "Jahr des Greifen" bespielen und die Orks schon aus verschiedensten Blickwinkeln kennengelernt haben, mal ehrenhaft, mal nicht aber meistens blutrünstig. Für Wolfhelm begann der Auftakt im Freiwilligenregiment auf den Silkwiesen wo er tatsächlich vor Schlachtbeginn von einem Ork zum Zweikampf gefordert wurde. Ein ehrenhaftes Duell. Im weiteren Verlauf der Schlacht und beim blutigen Abschlachten des Freiwilligenbanners durch die Orks, in dem er als Leutnant diente, wurden jedoch die bekannten Vorurteile der Orks mehr als bestätigt.
Bei der Reise nach GF und der anschließenden Rückeroberung Greifenfurts und einiger umliegender Dörfer hat der Charakter die Orks jedoch als Ehrlos und eher als Tiere abgestempelt denn als ehrenhafte Gegner die einen ehrenhaften Zweikampf verdienen. (Mir als Spieler ist schon bewusst das Orks durchaus ihre ehrenhaften Seiten haben.)

Zuletzt wurde dieses aus Charaktersicht lächerliche Götterurteil auf das sich eine einzelne adlige NSC eingelassen hat durchgeführt. Dabei schießt unter Parlamentärsflagge der menschlische Druide der den orkischen Truppenverbänden angehört einen Pfeil senkrecht in die Luft und. Dieses "Urteil" sah der Charakter schon als Angriff auf die Stadt und auch ich als Spieler bin geneigt einen scheinbar magisch die Richtung wechselnden Pfeil der in Stadtnähe verschossen wird mehr als Angriff denn als Götterurteil anzusehen. Das ein Götterurteil mit den orkischen Götzenbildern die sie Götter nennen eh sinnlos wäre erschwert dies noch. Die Obrigkeit in diesem Falle durch den Oberst Marcian konnte und wollte der Krieger in dem Falle nichtmehr akzeptieren und hat sich das erste mal über einen seiner Befehle hinweggesetzt und seitens Stadt den Angriff auf den "Parlamentär" und seine berittene Ork Eskorte starten.
Dem zuvor kam jedoch ein magisch beschleunigter Baronssohn der den abtrünnigen Druiden (leider eines der Triggerwörter für viele von uns in der Gruppe ; ) im Nahkampf schnell niederstrecken wollte und sich dann zurückzuziehen hinter die Stadtmauern. Auch das gegen den eindeutigen Befehl des Stadtkommandanten.
Beim Rückzug dieses "Ein-Mann" Ausfalls vom axxelerierten aber schon sogut wie tödlich verwundeten Baronsohn (Thalon) kommt durch den Druiden noch ein Xant hinzu um Thalon endgültig niederzustrecken. Wolfhelm, der deutlich langsamer ist kann erst jetzt unterstützen und streckt in diesem Kampf den Xant mit einer Rondrageweihten Waffe nieder. Die Stimmung ist schwer wiederzugeben, aber er bringt seinen schwer verwundeten Gefährten zurück in die Stadt wo sie nun (nächster Spielabend) vermutlich etwas Unangenehmes wegen Befehlsverweigerung im Kriegsfall zu erwarten hat.
Das geweihte Langschwert (Seitenwaffe die ihn schon lange begleitet) liegt noch in den verschwundenen Überresten des Xants und da bei der zweiten Attacke von hinten auch von Rondras Beistand (und der verletztenden Wirkung einer Geweihten Waffe) nicht mehr viel für Wolfhelm zu erkennen war überlegt er es genau dort liegen zu lassen, oder es einem Gefährten oder sonstigem Waffenträger der Stadt abzutreten.
Er selbst will es nicht mehr führen. Zu sehr war für ihn dies das letzte Zeichen das Rondras Edelmut vielleicht für Turniere und Konflikte unter Menschen geeignet ist, aber sicher im Krieg gegen Orks, deren druidische menschliche Kollaborateure und dämonisches Gezücht mehr als unangebracht ist. Und wenn die Göttin ihn nicht für sich streiten sehen will, dann eben nicht. Er wird trotzdem sein möglichstes Tun um die Menschen der Stadt und seine Freunde sowie das Reich zu schützen.

Da ist der Startpunkt und ich würde ihn tendenziell gerne Richtung Kor führen. Habt ihr Ideen die bisher im Thread noch nicht genannt wurden?
Grundsätzlich sind auch andere Entwicklungen für mich möglich, vielleicht habt ihr Ideen? Sonst lasse ich mich gerne von der Kampagne überraschen und den Möglichkeiten die sich vielleicht eröffnen oder auch nicht. Ich kann ich mir auch vorstellen das er gar nicht bis zur Weihe geht, sondern nur den Idealen folgt. Auch eine Rückkehr zu Rondras Idealen würde ich nicht ausschließen.

Aber für ihn war das Erlebnis sich wirklich gegen Befehle aufzulehnen und anscheinend Rondras Beistand dabei noch zu verlieren schon einschneidend und ich möchte den Charakter daran weiterentwickeln.

(Die Weihe des Schwertes zu verlieren ist für mich in Ordnung und kommt mir gerade sogar gelegen ;) auch wenn das vielleicht regeltechnisch nicht so wäre).


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Rhonda Eilwind
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Rhonda Eilwind » 09.12.2017 22:58

@Freakyfrog

Mal gucken, ob das Spoilern klappt.

Ich komme da nicht ganz mit.

Du schreibst:
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Dein Charakter lehnt sich gegen einen Befehl auf. (Gut, das kann in seiner Situation durchaus Selbstzweifel verursachen)

Kommt dann einem anderen zur Hilfe, der sich noch schneller und eindeutiger gegen den Befehl aufgelehnt hat - wird nicht magisch beschleunigt, obwohl man das müsste, um rechtzetig da zu sein (Aber: Was kann Rondra für die sebstmröderischen, magisch verstärkten Anwandlungen anderer Leute?) .

Trifft endlich am Ort des Geschehens ein, tötet einen Dämon mit einer Rondra geweihten Waffe (wenn auch die vielleicht nicht optimal gewirkt hat, hat sie immerhin gewirkt), rettet deinen suizidalen Kameraden und sich selbst in die Stadt (lebt also immerhin noch und hat eigentlich noch das beste aus der vergurkten Situation geholt) - und beklagt sich jetzt über fehlenden Beistand?

Und memmt herum, weil er jetzt gerade merkt, dass Rondras Kodex [Anmerkung: Den neuen kenne ich noch nicht, stehe da noch bei DSA3] sich eher für Turniere eignet als für Schlachten? - Was in den letzten 500 Jahren bestimmt vor ihm nie jemandem aufgefallen ist?

Ich muss mal hart nachhaken: Hat der Krieger den Nachteil "weltfremd"?

Falls ja: Gut ausgespielt. Falls nein, würde er in jedem Fall gut passen. ;)

Dass der Krieger an seiner Obrigkeitstreue zweifelt und beginnt, die nach und nach abzulegen und Autoritäten zu hinterfragen, halte ich in der JdG-Situation oder generell im Krieg für absolut realistisch. Das passt sehr gut.

Und kann ja auch zu tiefen Selbstzweifeln führen, vielleicht sogar zeitweilig zu einer Entfremdung von Rondra.

Aber ob Kor da wirklich eine Alternative ist - schwer zu sagen, denn hier aus dem Thread geht ja schon hervor, dass der offiziell so merkwürdig dargestellt wird, dass die Spieler und Spielleiter dazu neigen, sich aus den Bruchstücken jeweils ihre eigene Suppe zu kochen. Die aber extrem unterschiedlich ausfällt.

(In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass Kor ursprünglich keine menschliche Gottheit war - das erklärt evtl., warum einige seiner Riten und Regeln eher "unmenschlich" daherkommen. Weil sie es sind, und nicht alles, worauf sie fußen, von Menschen nachvollziehbar ist.)

Einen Kor, der nur das "Recht des Stärkeren" propagiert, sehe ich jedenfalls nicht als Alternative zu einer Göttin, die man für zu schwach hält, einem zu helfen, andere zu schützen. Koristen scheinen mir in erster Linie an sich selbst zu denken.

Also - ddie Zuflucht zu Kor scheint mir (noch) nicht sinnig. Sie wäre es vielleicht, wenn er in einem Söldnerbanner echten Zusammenhalt und immerhin eine gewisse Regeltreue und Ordnung in Zeiten des Kriegschaos erlebt, während alles andere auseinanderfällt. Das wäre praktisch demonstriete, positive Stärke. Aber nur weil Kor für die Starken ist, und er mal daovn gehört hat (als Angbarer ist das ja nicht unbedingt Alltag für ihn) jetzt für Kor zu sein, ist allein in diesem Zusammenhang für mich nicht schlüssig.

Dass er dagegen Autoritätsgläubigkeit verliert - ist, wie geschrieben, nachvollziehbar.

Aber Rondra grundsätzlch infrage stellen? (Die ja anscheinend wirklich nur noch sowas wie eine lasche Turniergottheit ist, und auch offiziell so verkauft wird, und mit Krieg nix mehr am Hut hat?)

Das ist ein bisschen so, wie wenn man Tsa vorwirft, sich nur über Eidechsen Gedanken zu machen und nie über Marus... oder Hesinde, dass sie nach Wissen strebt, wo es doch Borbaradianer und x andere Leute gibt, die nach verbotenem Wissen streben...

Wenn überhaupt erkennt er möglicherweise, dass es nicht so ist, wie er immer gedacht hat, dass nämlich Rondras Kodex für alle Lebenslagen gilt und anwendbar ist. Das muss aber nicht heißen, dass er ihn generell infrage stellt.

Höchstens, dass er es jetzt so sieht, dass alles seine Zeit hat. Und auf dem Schlachtfeld und im Kampf mit bestimmten Gegnern hat Rondrianische Ehre nicht ihren Platz.

Ist es nicht sogar so, dass die Rondrakirche das ganz offen sehr ähnlich sieht? - Ich habe hier eine ältere Beschreibung des Rondratempels in Perricum (weiß gerade nicht, aus welcher Quelle), wo beschrieben wird, dass die "weißen Weiber", die Wächterinnen der Tempelburg, sich ausdrücklich nicht an den Rondrianischen Kodex halten, um optimal ihre Aufgabe erfüllen zu können. Gibt es die offiziell noch, oder wurden die mittlerweile wegrationalisiert"

- Falls es sie noch gibt, sind sie ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Rondrakirche selbst um ihre diesbezüglichen Defizite weiß und es akzeptiert, dass es Gelegenheiten gibt, bei denen ihre Regeln nicht voll zur Anwendung kommen können. Wäre das nicht so, müsste sie ihre Prinzipien nicht just von solchen Leuten schützen lassen!

Und dann ist nicht davon auszugehen, dass sie nach außen tun, als wäre es anders.

(Naja - außer die neueren Quellenbände schreiben es genau so... :( )

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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Andwari » 09.12.2017 23:17

@Freakyfrog
Du hast PN

Dass Rondra nicht in allen Lebenslagen eine Antwort hat: ergibt sich schon aus der Existenz der anderen 11 des göttlichen Zwölfkreises. Rondras Meinung zu Bewässerungstechniken im Ackerbau ist bekanntermaßen unzureichend, klar. Da fällt auch dem Ronnie kein Zacken aus dem Morgenstern.

Dass nach neuerer Setzung Rondra schon beim Thema "Krieg" einfach passen soll, ist mMn eine zu starke Verengung - denn niemand braucht eine "Turniergöttin". Fehden, Räuberüberfälle, Ogerfressattacken, Orkensturm usw. finden in Aventurien statt - deutlich häufiger als Totalreformen der Rondrakirche, die immerhin auch irgendwie die Priesterkaiserzeit, die Magierkriege oder den Dauerkriegszustand "Kaiserlose Zeit" durchlebt hat. Dass damals die Machthaber auch "richtig" Krieg geführt haben so mit Einsatz allerlei fieser Mittel und trotzdem die Rondrakirche als die Leitkirche für quasi alle militärischen Anführer gelten konnte ... irgendwie können die sich doch nicht alle die Prinzipien weggekauft haben.

Wenn ich einen würdigen Gegner finde, hat rondrianische Ehre auch mitten in der Schlacht ihren Platz - aber ich kann einfach nicht davon ausgehen, nur solche Gegner in der Schlacht zu finden. Die Sichtweise der Honoren hat da einiges an Berechtigung: Über den Ork oder aufständischen Bauern kann ich bedenkenlos drüberreiten, da gewinne ich zwar nix an Ehre, verliere aber auch nichts, ist einfach falsche Bezugsperson für Kampfethik. Wenn ich meine Leibeigenen erfolgreich vor der Orkbande schütze, dann ist das ehrenvoll.

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Rhonda Eilwind
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Vom Krieger zum Kor-Geweihten

Beitrag von Rhonda Eilwind » 09.12.2017 23:43

Andwari hat geschrieben:
09.12.2017 23:17
Wenn ich einen würdigen Gegner finde, hat rondrianische Ehre auch mitten in der Schlacht ihren Platz - aber ich kann einfach nicht davon ausgehen, nur solche Gegner in der Schlacht zu finden.
Danke, genau das wollte ich eigentlich sagen.

Ich wünsche, ich könnte mich kürzer fassen.

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