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DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

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Zohltan
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DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zohltan » 11.05.2017 14:13

Mithrandir hat geschrieben: b) "BÄÄM! Explosionen. Krass. Cool. Schlimm. TRAILER!!"
Ich finde ein gutes Beispiel hiefür ist "Unheil über Arivor" (Unheil über Arivor) von Dezember 2015. Da liegt sie nun die kaputte Stadt und ich frage mich was dadurch besser geworden ist, an Bühne für neue Abenteuer, und zum anderen: Warum? Man kann jetzt auf den schnelllebigen Zeitgeist abfahren, aber eine "Staffel" 2015 anzufangen und dann bis 2017 nichts konkretes mehr zu bringen, finde ich sehr ermüdend. Hätte mich und meine Gruppe die Story interessiert, dann hätte ich bis heute in einem Paralleluniversium weitergespielt (Insektengöttin will wieder an Macht, zerstört Rondraheiligtum, Insekten brechen hervor, Helden prügeln alles wieder zurück). Dann würde mich auch die offizielle Variante, der Namenlose war's, nicht mehr interessieren.

Schade das Herr Masberg aufgehört hat. Ich mochte zwar seinen Regelwust nicht immer, den habe ich nie gebraucht, aber seine Geschichten waren immer gut und die NSC's "glaubwürdig" in der Motivation und Handlung.
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Assaltaro
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Assaltaro » 11.05.2017 14:17

Bei uns steht Arivor auch noch. Dass das ewig nicht mehr aufgegriffen wird ist schon blöd, aber die Theaterritter-Kampagne war da wohl wichtiger.
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Mithrandir
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Mithrandir » 11.05.2017 14:19

So ein Metaplot ist sicher Geschmackssache und hat Vor- und Nachteile, das streite ich garnicht ab. Für jemanden wie mich, der die Regeldiffizilität von DSA4 generell mochte (und nur über Balancing und gewisse Feinheiten unzufrieden war) UND der generell einen über Abenteuer laufenden Metaplot mag ist DSA 5, bisher, eben "meh".

Jemand, der diese "Altlasten"/Erfahrungen/Erwartungen hat fährt vielleicht ganz gut damit, das mag sein :) MIr "fehlt" seitdem nur mein "Rollenspielzuhause" und ich weiß nicht, woher ich es nehmen soll. Und subjektiv...finde ich bei "stagnierenden" Welten gibt es eben Dutzende andere, die das schon machen ;)

@Zolthan: Ja, genau darauf spielte ich an. Ich war massiv unzufrieden mit der Arivorsache und der "Es ist KRASS, es wird GENIAL!!" Schiene, die kommuniziert wurde, war aber bereit, zu schauen, WAS denn krass und genial sein soll/wird...und dann kam nix mehr. Sowas führt eben dazu, das man "Bauchweh" bekommt, Storylines oder angekündigte Kampagnenbeginne zu spielen...weil wer weiß, obs diesmal wirklich weitergeht.

edith: Und um den Haken zum Thema zu schlagen...wenn man (hier natürlich "ich") eine Ahnung hätte, wie es "aussieht" mit DSA wirtschaftlich, planerisch und verlagsseitig würde es einem das einfacher zu machen, zu realisieren, ob man vielleicht einer von wenigen Geisterfahrern ist oder eben doch die Meinung geteilt wird. (in ersterem Fall liefe DSA großartig und man wäre in einer Filterblase ohne es zu merken, in zweiterem liefe es nicht so toll und "die Fans" wären die in der Filterblase)

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Assaltaro » 11.05.2017 14:26

Eine komplett stagnierende Welt ist auch irgendwie unlogisch, aber starke Veränderung bringt eben mit sich dass die Hälfte dass voll doof findet. Mir kommt es so vor, dass gerade die die noch mit DSA1-3 eingestiegen sind, die schwarzen Lande nicht mögen. (wobei man auch nach G7 relativ wenig davon mitbekommt, wenn man nicht gerade in der Gegend rumläuft).

Der Untergang von Arivor z.b. gefällt mir auch absolut nicht, immerhin stand da eine meiner liebsten Kriegerakademien. In DSA5 wird es diese Profession dann wohl nicht mehr geben, wobei selber bauen zum Glück kein Problem ist.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Dingens » 11.05.2017 14:37

Es gibt wohl auch noch einen ganz banalen Grund für einen Metaplot: Der Verlag kann mehr Werke verkaufen. Ich behaupte, ohne die teilweise tiefgreifenden Änderungen in G7, JdF und zuletzt Splitterdämmerung (und den damit teilweise indirekt oder direkt verknüpften politischen Änderungen im restlichen Aventurien) hätte niemand die zahllosen Generationen RSH alle gekauft. Natürlich haben sich Detailtiefe und Layout meist von Generation zu Generation verbessert, aber nur dafür kaufe ich mir keine neue Mittelreich-Spielhilfe.

Das soll keine Kritik sein, ich mag eine sich kontinuierlich verändernde Welt, und diese Veränderungen dürfen gerne auch mal schneller als Amöbengleich passieren. Wenn ich diese Veränderungen jetzt noch spielen kann: umso besser. Eine neue RSH, die eine deutlich veränderte Region im Vergleich zu meiner vorhandenen RSH beschreibt kaufe ich dann auch gern.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Mithrandir » 11.05.2017 14:43

@Assaltaro: Wenn es nur keinen Metaplot mehr gibt, der abenteuergestützt ist und man sich im Prinzip aus dem "Baukasten" und "Angebot" Aventurien komplett sein eigenes schnitzt ist das ein legitimer Spielansatz.

Für mich subjektiv bieten das nur 100 andere Systeme so schon.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Jewel Blue » 11.05.2017 14:45

KlickKlack hat geschrieben:Heute wird man durch komplexe Plots und vielschichtige Charakterzeichnung verwöhnt, DSA kann da nicht mit halten. Es liest sich wie Hobby Schreiberei und das ist es ja auch!
Erschreckender Weise enthält diese Aussage wahrscheinlich mehr Wahrheit, als einem lieb ist. Und irgendwie trifft es die bei mir vorherrschenden Bauchschmerzen seit der Umstrukturierung der Redaktion auch ganz gut aus:
Es gab Zeiten, da haben Autoren für DSA geschrieben. Und damit meine ich Autoren, die schreiben gelernt haben, die sich mit Literatur auseinandersetzten, die wissen, was ein Handlungsbogen ist und wie man Höhe- und Wendepunkte erzählerisch sinnvoll setzt. Es sind Autoren gewesen, die den NSCs eine persönlichkeit, ein Leitmotiv, eine Motivation und dergleichen mehr mitgegeben haben.
Man konnte die gelieferten Handlungsstränge nun mögen oder nicht. Man konnte den Metaplot und die Geschichten in ihm lieben oder hassen. Aber man musste mpMn anerkennen, dass es Konzepte waren, die aufeinander aufbauten und einem gewissen professionellen Handwerk entsprangen.
Was mich persönlich in den neueren Publikationen immer wieder abschreckt oder enttäuscht, wenn ich sie doch einmal durchblättere oder auch nur die Rezensionen lese, sind fehlende Handlungsbögen, fehlende plausible Charaktere, eine insgesamt nach meiner Wahrnehmung fehlende Konzeption.
Das was ich aktuell an Abenteuern, deren Plots und Handlungen aus den Rezensionen mitbekomme, ist eben genau das, was das Zitat oben zusammenfasst : Hobby-Schreiberei.

Klar mussten die SLs auch früher die Abenteuer anpassen und teils massiv nacharbeiten, aber aus den Abenteuern heraus konnten sie zumindest viele Charaktere und ihre Motivationen und Ziele entnehmen und konnten erahnen, wo sich das Ganze hinentwickeln sollte.
Geute schreibt/sagt die Redaktion ja selbst, dass sie keine Ahnung hat, wohin die Reise mit dem Sternenfall gehen soll, und dass es kein Leitmotiv (abseits vom ziellosen Sternenfall) für die aktuellen und kommenden DSA-Publikationen gäbe.
Das schreckt u.a. zumindest mich deutlich ab.
Und dann bin ich bei Mithrandir
Mithrandir hat geschrieben:edith: Und um den Haken zum Thema zu schlagen...wenn man (hier natürlich "ich") eine Ahnung hätte, wie es "aussieht" mit DSA wirtschaftlich, planerisch und verlagsseitig würde es einem das einfacher zu machen, zu realisieren, ob man vielleicht einer von wenigen Geisterfahrern ist oder eben doch die Meinung geteilt wird. (in ersterem Fall liefe DSA großartig und man wäre in einer Filterblase ohne es zu merken, in zweiterem liefe es nicht so toll und "die Fans" wären die in der Filterblase)

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Dingens » 11.05.2017 15:39

Ich glaube, hier schwingt eine ganze Menge Nostalgie mit. Es gibt aus jeder DSA-Edition Abenteuer, die ... fragwürdig geschrieben sind und andere, die mit einer tollen Geschichte und fein gezeichneten Charakteren aufwarten. Viele Charaktere aus der frühen DSA-Zeit, die es bis heute geschafft haben, sind so stereotyp, dass es weh tut. Als Geschichte taugte "begleitet diesen Zug durch das Nebelmoor und haut das ganze Kroppzeug tot, das euch da unterwegs unmotiviert angreift." Heutezutage wird sich viel beschwert, wenn ein Abenteuer es wagt, Hintergrundsetzungen, die irgendwo mal gemacht wurden, oder gar Regeln zu missachten. Abenteuer von anno dazumal passen hingegen oft in das heutige, verfeinerte Aventurienbild einfach überhaupt nicht mehr hinein und sind nur noch durch massive Anpassungen überhaupt spielbar. Die G7 in ihrer Ursprungsfassung war sicherlich nur wenig besser als die Drachenchronik oder die Theaterritter-Kampagne. Erst die massive Überarbeitung, in der Ideen und Feedback aus dutzenden Runden und tausende Stunden Freiwilligenarbeit eingearbeitet wurden, hat sie zu dem heutigen, akzeptierten Meisterwerk gemacht.

Ich finde unter den aktuellen Abenteuerautoren zumindest einige, die für mich subjektiv überwiegend handwerklich sehr ordentliche Arbeit machen. Der Grund, warum ich mit Ulisses aktuell ein wenig auf dem Kriegspfad bin ist eindeutig die Veröffentlichungspolitik unter DSA5 (Regeln über alle möglichen Bände gestreut, viel zu viel teures Beiwerk) und die scheinbar planlose Gestaltung des Metaplots.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Jewel Blue » 11.05.2017 15:44

Klar... Und schon sind wir wieder beim Nostalgie-Vorwurf. -__-

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Faras Damion » 11.05.2017 16:11

Mmh, wäre es möglich eine Auswertung der Abenteuerbewertungen über das Erscheinungsjahr zu machen? Oder weil einfacher über die Nummer? Gibt es die Daten als Excel-Datei?

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Mithrandir
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Mithrandir » 11.05.2017 16:25

@Dingens: Ja, der Vorwurf ist berechtigt gegen viele DSA 1, 2 und manche DSA 3 Abenteuer. In 4 finde ich bei den meisten Abenteuern diesesn "Friss oder stirb!" Ansatz nicht mehr so und die NSCs wirken oft besser recherchiert. Oft, nicht immer. Und nicht alle. Und nicht jede Motivation teilt man, aber sie haben wenigstens eine...

Der Eindruck ist, witzigerweise, eher, das man zu den DSA 1 und 2 Zeiten zurück will, wo es eine Handlung gab, die man eben "Miterlebt" hat, ohne letztlich aber Einfluss zu haben.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von BenjaminK » 11.05.2017 17:42

Zohltan hat geschrieben:Schade das Herr Masberg aufgehört hat. Ich mochte zwar seinen Regelwust nicht immer, den habe ich nie gebraucht, aber seine Geschichten waren immer gut und die NSC's "glaubwürdig" in der Motivation und Handlung.
Das hab ich gar nicht mitbekommen :cry: :cry: :cry:

Ich dachte, wir wären weg vom Editions-Bashing? DSA x war y, aber DSA a war b, stimmt doch gar nicht, DSA x war viel mehr b als DSA a....usw. hilft ja eigentlich niemandem.

Die Frage für mich ist immer noch, ob sich die jetzt ausgeklinkten Altspieler, die DSA4 mochten und dabei bleiben, als "falsch" fühlen sollen, weil sie sich nur in ihren eigenen Blasen treffen und dabei das Weltgeschehen an sich vorbei ziehen lassen oder ob verlagsseitig Pläne existieren, da nochmal eine Reconquista anzustreben.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 11.05.2017 18:01

Ich kann verstehen, dass man keine Lust hat, wenn der eigene Post mit dem Nostalgie-Vorwurf konfrontiert und auf die dahinter steckende Kritik nicht eingegangen wird, aber in meinen Augen schreibst du da auch viele Dinge in so verallgemeinerter Form, dass mein erster Gedanke auch in Richtung Verklärung ging.

Nur mal ein paar Beispiele aus der glorreichen Zeit professioneller Schreiber, die allesamt ihr Handwerk verstanden und genauestens geplant haben. Da wäre z.B. die G7-Kampagne, für die es acht Schreibaufträge gab, aber das fiel erst bei der Abgabe der Abenteuer auf, weswegen eines dann zur Nebenhandlung wurde. Zu Beginn der Schreibarbeiten war übrigens nicht klar, wie das Finale ablaufen sollte, es gab halt grobe Ideen. Oder "Staub und Sterne", das Abenteuer vom nach den hiesigen Bewertungen besten DSA-Abenteuer-Autor, der vor 10 Jahren so übel angefeindet wurde, dass es einem Leid tat. Das war nämlich der böse Mensch, der DSA ruiniert hat, weil er seine Idee eines Regelwerks unter dem Titel DSA4 veröffentlicht hat. Davon ab passt die Geschichte von "Staub und Sterne" auf einen Bierdeckel und der Hauptschurke bekam seine Entwicklung erst, weil Jahre später die Idee kam, ihn nochmal in der G7 auftreten zu lassen. Vor der G7 hatte das Abenteuer keinen Kult-Status.

Ich könnte noch zig Beispiele nennen, bei denen man sich verwundert die Augen reiben würde. Es war früher nicht alles schlechter als heute, aber so glorreich wie hier dargestellt war die Vergangenheit auch nicht immer. Es gab von Anfang an vor allem Hobbyschreiber, die wenigen Profis haben als Hobbyschreiber mit DSA angefangen und sind dann Profis geworden, was meistens mit dem Rückzug vom Schreiben für DSA zusammengefallen ist. Und der ominöse Metaplot war niemals ein durchgeplanter Masterplan, sondern immer schon eine Sammlung möglicher, von einzelnen ausgelegter Plotstränge, damit sie dann später jemand aufgreifen und verarbeiten konnte. Deswegen gibt es noch immer tiefgefrorene NSCs.

Die Aussage von UIisses meint übrigens nicht, dass man keinen Plan hat. Es gibt diverse Pläne und für manche ist nicht jetzt die Zeit, sondern später. Es sollte gesagt werden, dass der Sternenfall ein Setting ist, kein 2-Jahres-Plot. Und wenn aus der Community oder von einem Autor eine geniale Idee kommt, kann sie eingebaut und umgesetzt werden. Das war auch schon immer so, es wurde nur anders verkauft.

These: Das, was hier im Forum als DSA4-Metaplot bekannt ist, ist in Wahrheit der Gesamtdeutungsversuch der Communinty, unzählige Plotfäden und Einzelideen zusammenzubringen.

Und was die Hobbyautoren von heute angeht: Viele der aktuellen Autoren haben auch schon zu DSA4-Zeiten geschrieben und ich kenne einige von ihnen, die auch beruflich mit Storyentwicklung und dem Schreiben von Geschichten zu tun haben.

Ich will gar nicht sagen, dass alles perfekt ist und jeder Plot eigentlich super, die DSAForisten müssten halt nur mal hingucken - bei weitem nicht. Aber meiner Einschätzung nach hat auch vieles mit Wahrnehmung und persönlicher Entwicklung zu tun, auch Gewöhnung. Alien 1 war ja so genial, weil ich Star Wars erwartet habe und dann sind alle gestorben. Beim dritten Teil war doch jedem klar, dass wieder alle draufgehen werden. Spannung - nö. Das soll nicht heißen, dass es nur noch kalten Kaffee gibt, aber wenn ich die Einstellung habe, dass DSA voll großartig und alles neu ist, dann spekuliert man fleißig mit und genießt die offene, neue Welt. Wenn man alles durchspekuliert hat, kanzelt man eine Idee schneller als "wenig originell" ab. Wir Autoren bemühen uns immer wieder um neue Ideen und Impulse, aber die Bettler von Grangor (mein erstes, selbst gekauftes Abenteuer) waren so genial, weil es endlich ein Detektivplot war. Und die Druidin! Wow! Das sind aber zwei Boni, die es danach nie mehr geben konnte. Was wird denn heute wahlweise vorgeworfen:
A: Das ist nicht mehr mein Aventurien, Sache X wurde geändert oder Sache Y eingeführt.
B: In Aventurien kenne ich alles schon, es gibt nichts neues.

Was auch immer getan wird: Wenn man es mögen möchte, kann man das tun. Wenn man es kritisieren will, geht es auch. Das soll wiederum kein Rumweinen oder Schuld auf die Spieler abwälzen sein, ich möchte nur zeigen, dass die persönliche Einstellung auch viel mit der Bewertung zu tun hat. Wenn man einen Spieler begeistern kann, ist es eine schöne Sache für alle Beteiligten. Wenn es misslingt, kann es auch an Erwartungen und Haltungen liegen, die auf beiden Seiten vielleicht unterschiedlich sind.
Zuletzt geändert von Zordan von Bethanstrand am 11.05.2017 18:18, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 11.05.2017 18:08

Benjamin, da musst du mal direkt bei Ulisses anfragen, aber das wird dir niemand mit Verkaufszahlen belegen. Ich persönlich rechne aber nicht damit, dass es nächstes Jahr heißt: "Sorry, wir machen doch wieder DSA4.1." Ob man mir das jetzt glauben mag oder nicht, aber was ich mitbekommen habe stützt die Aussage, dass DSA5 ein Erfolg ist.

@Faras: Die von dir angestrebte Auswertung wird in meinen Augen aber auch maximal die Aussage zulassen, dass zu einer bestimmten Zeit bestimmte Abenteuer hier als sehr gut und nicht so gut bewertet wurden. In einer solchen Statistik werden zum Beispiel nicht die Spieler erfasst, die DSA4 so doof fanden, dass sie nicht gespielt haben, jetzt aber wieder dabei sind.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Curthan Mercatio » 11.05.2017 18:16

Diese Auswertung gibt es schon. Laut der Bewertungen hier hat sich die Qualität der Produkte seit dem Anfang der 90er nicht signifikant verändert. Zumindest nicht gemessen an den Maßstäben ihrer Zeit.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Thallion » 11.05.2017 18:41

Faras Damion hat geschrieben:Mmh, wäre es möglich eine Auswertung der Abenteuerbewertungen über das Erscheinungsjahr zu machen? Oder weil einfacher über die Nummer? Gibt es die Daten als Excel-Datei?
Curthan hat die Auswertung ja bereits verlinkt.
Ja, die Auswertungen basieren auf Excel.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von BenjaminK » 11.05.2017 18:45

Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Benjamin, da musst du mal direkt bei Ulisses anfragen, aber das wird dir niemand mit Verkaufszahlen belegen. Ich persönlich rechne aber nicht damit, dass es nächstes Jahr heißt: "Sorry, wir machen doch wieder DSA4.1." Ob man mir das jetzt glauben mag oder nicht, aber was ich mitbekommen habe stützt die Aussage, dass DSA5 ein Erfolg ist.
Ich hab auch mit keinem Wort angeregt, dass einfach 4.1 neu aufgelegt werden soll.

Ehrlicherweise kommt es mir gerade so vor, dass du gerne ein Plädoyer für weniger Spitzen hälst, selbst aber gerne welche davon verteilst, sei es mit der feinen Klinge, die in Abgrenzung zum groben Hammer eigentlich als Aufforderung zu zielgerichteter, maßvoller Kritik gemeint war und von dir als Kampfansage mehrfach wiederholt wurde, oder ob es jetzt der Mangel an Belegen durch Verkaufszahlen von möglichen Plänen, um Altkunden zurück zu gewinnen ist. Die Frage, ob welche Edition ein Erfolg ist, oder wer wem über Erfolge glaubt, hat ebenso wenig damit zu tun, ob und wie diejenigen, die den Schritt zu 5 nicht mitgegangen sind, in Zukunft abgeholt werden sollen.

Es gibt abseits von "friss oder stirb" sicherlich noch mehr Möglichkeiten, um Leute abzuholen, völlig egal, ob irgendwas Erfolg ist oder nicht.

Ehrlich, ich bin sauer über die Antwort. Da schwingt Überheblichkeit mit rein, Lächerlich machen etc. für nix.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 11.05.2017 19:04

Benjamin, das tut mir leid, dass das so ankam, aber die Antwort ist vollkommen neutral formuliert. Da ist nichts überheblich gemeint oder von oben herab oder so. Es geht einzig und alleine darum zu sagen, dass die Frage nur Ulisses beantworten kann, ich aber nicht davon ausgehe, dass der Verlag zahlen veröffentlich wird, wie es weiter oben genannt wurde ("Zahlen würden helfen: Ein Erfolg von DSA sagt, wir leben in der Filterblase. Schlechte Zahlen würde sagen: Wir sehen die Mehrheit, der Verlag ist in der Filterblase.") Es ist ganz ehrlich und überhaupt nicht überheblich gesagt, wenn ich anmerke, dass diese Aussage nur Ulisses treffen kann - kein Autor und kein Reiter.

Der zweite Satz sollte nur eine Einschätzung meinerseits sein. Vielleicht sagt ja Ulisses im nächsten Jahr, dass DSA4.1 weiter gemacht wird, DSA5 war ein Fehler. Ich persönlich glaube daran nicht, kann aber nicht offiziell für den Verlag sprechen.

Der dritte Satz: Mir ist sehr wohl bewusst, dass man mir nicht glauben muss. Das kann und wird jeder selbst entscheiden - erster Teil. Der zweite Teil sagt dann, dass es um meine Gespräche mit dem Verlag, um meine Erfahrungen, um meine Umwelt geht, in der ich nur gehört habe, dass DSA5 ein Erfolg ist.

Wenn meine Aussage einfach noch einmal dahingehend lesen magst, mit nicht scharfer, sondern ruhiger, sachlicher geistiger Stimme, kannst du mir hoffentlich zustimmen, dass da keine herablassende oder überhebliche Intention hinter steht. Ganz im Gegenteil wollte ich meine Aussage so vorsichtig wie nur irgend möglich formulieren, um dir auf diesen Satz zu antworten:

"Die Frage für mich ist immer noch, ob sich die jetzt ausgeklinkten Altspieler, die DSA4 mochten und dabei bleiben, als "falsch" fühlen sollen, weil sie sich nur in ihren eigenen Blasen treffen und dabei das Weltgeschehen an sich vorbei ziehen lassen oder ob verlagsseitig Pläne existieren, da nochmal eine Reconquista anzustreben."

"die jetzt ausgeklinkten Altspieler, die DSA4 mochten und dabei bleiben" habe ich verstanden als "diejenigen, die gerne mehr DSA4 hätte und auf DSA5 verzichten können".

"ob verlagsseitig Pläne existieren, da nochmal eine Reconquista anzustreben" habe ich verstanden als eine Rückkehr (zu DSA4, dem damiligen Setting oder ähnlichem). Darauf war die Rückkehr-zu-DSA-4.1-Bemerkung bezogen. Aber vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden.

Nach nochmaligem Lesen: Man kann meine Antwort vielleicht wirklich als sarkastisches "Ihr habt selbst Schuld, wer an DSA4 klebt ist von gestern, ätsch. DSA5 ist geil." lesen, aber so war es gerade nicht gemeint.
Zuletzt geändert von Zordan von Bethanstrand am 11.05.2017 19:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von BenjaminK » 11.05.2017 19:10

Ich brauche dir weder glauben, noch muss ich dir nicht glauben. Es ist doch auch egal, ob und wie erfolgreich DSA5 ist. Es spielt doch für die jetzige Situation keine Rolle.

Einfach ins Blaue geschossen könnte bspw. eine Überlegung sein, zu jedem neuen DSA5 Abenteuer ein DSA4-Conversion-Kit anzubieten. Zack, 2€ für den DLC, der DSA4-Spieler kann die Entwicklung in der Spielwelt mitgehen und erhält gleichzeitig das Statement, dass er verlagsseitig nicht als dauerhafter Verlust abgeschrieben ist. Die neuen RSH kommen dann auch unter die "Rebellen", weil sie ja mit ihren Conversion-Kits das neue Setting bespielen und die RSH daher wichtig ist.

Eine andere Überlegung könnte eine Serie sein von besonderen Abenteuern. So wie es Heldenwerke als besondere Linie gibt, könnte bspw. die neue "DSA hard&heavy"-Linie Abenteuer mit knallhartem Ausgang oder großem Maßstab beinhalten etc.

Völlig unabhängig davon sind irgendwelche jetzigen Verkaufszahlen oder Glauben an Aussagen von irgendwem.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zordan von Bethanstrand » 11.05.2017 19:26

Das sind Ideen, die ich gerne aufnehme und weiterleite. Es gibt aber Gründe, warum bestimmte Dinge davon vermutlich nicht umgesetzt werden - wiederum kann ich nicht für den Verlag sprechen.

Damit es auch auf Dauer noch DSA-Produkte gibt, muss sich der Aufwand zur Erstellung (also die Kosten) mit dem Nutzen (also dem Gewinn) in Relation befinden. Dabei ist es entscheidend, wie die zu erwartenden Verkaufszahlen sind. Ein DSA4-DLC würde also nur sinnvoll sein, wenn er sich verkauft. Das könnte sogar sein, aber dann gibt es noch einen weiteren Aspekt: Will man zwei parallele Systeme supporten oder eine Konzentration (auch der Kunden) auf eine DSA-Edition haben? Ulisses hat sich dazu positioniert und die Tradition von DSA fortgesetzt. Als auf DSA4 umgestellt wurde, brach der DSA3-Support schlagartig weg. Davor waren es ja eher organische Anpassungen als Radikalkuren, aber als DSA3 kam, gab es keinen Support für DSA2.

Was DSA hard&heavy betrifft: Schicke dem Verlag doch einfach ein kurzes Konzept, einen Umriss der Idee. Für mich klingt hard&heavy mit knallharter Konsequenz ein Stück weit nach Spielstil, aber wenn du dazu eine Idee hast, vielleicht für ein konkretes Abenteuer oder einen konkreten Plot, gebe ich es gerne weiter oder sage dir, wem du deine Idee zukommen lassen kannst.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Salaza Lautenspieler » 11.05.2017 19:34

Ich verstehe, dass du so etwas gerne sehen würdest. Aber es wird mit ziemlicher Sicherheit keine offizielle Unterstützung für DSA 4.1-Sachen geben. Die Strategie, die man fährt, ist, DSA5 so gut zu machen, wie man kann und so vielen Spielern wie möglich in dem System ein Zuhause zu geben. Ich weiß, dass die Meinung hier nicht sonderlich populär ist, aber gerade das Anbieten der Fokusregeln, mit oder ohne denen man sich quasi ein beliebig komplexes oder einfaches DSA zusammenbauen kann, ist der Punkt,mit denen man das erreichen will. Dass man damit am Ende nicht alle erreichen wird, dürfte einkalkuliert sein. Das hat nichts damit zu tun, dass man diese Spieler nicht wollte, sondern schlicht damit, dass eine irgendwie geartete Verzettelung in DSA4.1 und DSA5 wohl einfach nicht als ein erfolgsversprechender Weg eingeschätzt wird.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Sumaro » 11.05.2017 21:09

Das Regelwerk, welches den Abenteuern zugrunde liegt ist doch auch vollkommen zweitrangig, was motivieren könnte, wären gute Geschichten. Nachdem ich jetzt mal Niobaras Offenbarung gelesen habe, bin ich dahingehend mal wieder sehr enttäuscht, denn letztlich ist das Ergebnis der Hellsicht der größten und bekanntesten Hellseherin und Rohalsschülerin ein Meisterinformationen: Kann schlimm kommen oder auch nicht, weiß nicht genau, aber vielleicht passiert was davon und sowas motiviert mich ehrlich gesagt nicht, mich irgendwie an der inneraventurischen Entwicklung zu beteiligen.

Mag sein, dass DSA5 ein wirtschaftlicher Erfolg ist, ich hoffe es durchaus für die Angestellten, die sollen ja davon leben können, aber für mich ist es schlicht kein Erfolg und wenn das die neuen Geschichten sind, wie sie die Theaterritter-Kampagne auflegen, mit MacGuffin und Plotlöchern und keinem Hauch von wirklich lebendigem Hintergrund und entsprechender Tiefe, dann bleibe ich auch weiterhin untätig und unberührt von der Geschichte und das obwohl ich früher wirklich, wirklich viel Zeit in DSA investiert habe.

Aktuell kommt da einfach nichts gutes bei rum. Das ist auf dem Niveau von D&D-Abenteuern und da bin ich zugegeben auch immer wieder extrem unterwältigt, seit ich mich dort einlese.
Sumaros kleine Schreibstube: Eure Ideen in Worte gefasst. Schaut rein!

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von BenjaminK » 11.05.2017 22:10

Meine Schüsse ins Blaue waren vieles, aber nicht durchdacht, aber das liegt bei Schüssen ins Blaue irgendwo in der Natur der Sache.

Was ich damit aufzeigen wollte war, dass es Möglichkeiten gäbe (<-Konjunktiv), um derzeit verlorene Spieler zurück zu gewinnen. Es endet nicht mit einem "friss oder stirb".

Es gibt viele Punkte von "DSA x ist mehr y als DSA a, was dafür mehr b ist". Es gibt die so wahrgenommene Beschränkung auf 'kleine Helden', die nichts Großartiges leisten und auch nicht großartig werden können. Es gibt die so wahrgenommene Spielstilpräferenz weg von einem gamistischen Ansatz und Fokussierung auf einen erzählerischen Schwerpunkt. Das sind jetzt 2 willkürlich herausgenommene Punkte, für die man bspw. eine andere Abenteuerlinie bringen könnte. Damit hätten genau jene Kritiker eigentlich nichts mehr zum ansetzen.

Ich will da gar nicht konkreter werden als diese Schüsse ins Blaue, einfach weil ich es zum einen nicht als meine Aufgabe ansehe, weil ich weder irgendwo Freelancer bin oder festangestellt oder dergleichen. Ich kann über die mir bekannten Kanäle als Teil einer Community mal eine Idee äußern, über die dann ein weiseres Gremium entscheiden kann. Und wenn dort dann die Vorsätze gefasst werden, dass verlorene Spieler zurück gewonnen werden sollen (und nicht mehr alle Konzentration auf Neukunden und derzeitigen Bestandskunden liegt), dann kann man Ideen konkretisieren und für jede Gruppe von "Rebellen" eine eigene Möglichkeit überlegen (und diese dann vielleicht umsetzen, oder auch nicht, weil die Gruppe zu klein ist, Aufwand zu groß etc.).

Und diese fixen Ideen äußere ich hier im DSAforum, alleine schon um zu verdeutlichen, dass das hier kein falscher Ort für Spieler ist, die Ideen aus der Community generieren.
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von KlickKlack » 12.05.2017 08:40

Curthan Mercatio hat geschrieben:Zumindest nicht gemessen an den Maßstäben ihrer Zeit.
Das ist ein sehr wichtiger Aspekt! Wie schon geschrieben, die Ansprüche sind heute einfach größer. Ist doch klar, dass die G7 Kampagne stellenweise ziemlich schwach, oder besser schlecht war, aber damals war sie eben doch neu und wurde dankend angenommen, mit dem Wissen, dass sie stark bearbeiten werden muss.
Jahr des Feuers hätte dann, nach allen Regeln der Erwartungshaltung - besser sein müssen, denn wir sind es nun einmal gewohnt eine Entwicklung in der Qualität geboten zu bekommen, im Bereich der Erzählung erleben wir das seit 15 Jahren im Fernsehen.
Dem war aber nicht so. Dsa besticht seit einer ganzen Weile durch immensen Output, bunte Bilder und leider Stagnationen in puncto Inhalt.

Was wirklich fehlt ist eine erfahrene, kluge, um- und weitsichtige Redaktion.
Das nun auch gemessen, nicht nur an Multimillionen Dollar Produktionen (denn das Argument kommt ja immer wieder gerne) sonder z.b. an nicht kommerziellen online Magazinen, hobby Projekten mit mehreren Beteiligten etc.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zohltan » 12.05.2017 08:57

Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Das sind Ideen, die ich gerne aufnehme und weiterleite. Es gibt aber Gründe, warum bestimmte Dinge davon vermutlich nicht umgesetzt werden - wiederum kann ich nicht für den Verlag sprechen.

Damit es auch auf Dauer noch DSA-Produkte gibt, muss sich der Aufwand zur Erstellung (also die Kosten) mit dem Nutzen (also dem Gewinn) in Relation befinden. Dabei ist es entscheidend, wie die zu erwartenden Verkaufszahlen sind.
Da gebe ich dir sogar recht. Für meinen Teil wollte ich nochmal ausführen warum ich seit 2015 keine DSA Produkte mehr gekauft habe, sondern nur noch ausgeliehen und dann wieder zurückgegeben habe. Bis DSA5 war ich Sammler und habe alles von DSA1 bis DSA4.1 (von ein paar Ausnahmen abgesehen). Von DSA5 besitze ich nichts bzw. habe mir nichts gekauft sondern nur gewonnen oder geschenkt gekriegt. Den Boten hatte ich abonniert, jetzt nicht mehr. Warum schreibe ich das? Ich höre gerade auf DSA zu spielen und zu konsumieren. Ganz langsam.

Und schlussendlich bin ich drei Zentimeter davon entfernt zu sagen, dass mir DSA egal ist. Jedenfalls das "Offizielle". Ich bespiele Aventurien, aber ohne Konsum oder aber Austauch über dieses Forum oder das Ulissesforum. Ich gehe eine Ebene drüber, drunter oder daneben: Ich nutze das Tanelorn (und anderes), aber dort nicht das DSA Forum, sondern die allgemeinen Foren um mein Aventurien oder Rollenspiel besser zu machen und mehr Spaß zu haben.

So und das war's jetzt auch so ziemlich wieder. Opa legt sich dann mal wieder hin :ijw: .

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Jewel Blue » 12.05.2017 10:24

Eigentlich wollte ich mich nach dem Rückfall ausklinken, aber die Diskussion hat sich zumindest zum Teil ja wieder gefangen.
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Davon ab passt die Geschichte von "Staub und Sterne" auf einen Bierdeckel
Das mag sein. Aber vergleiche ich dieses nicht gerade zur Spitze der Abenteuer gehörende Altwerk mit mit dem einen oder anderen aktuellen, muss ich sagen : Damals hat es wenigstens noch einen Bierdeckel gebraucht. Das ist ja das schlimme. Einige der neueren Abenteuer-Plots lassen sich in einem Satz zusammenfassen, wenn man die Plotlücken nicht mit ausführt. Das ist in meinen Augen ein deutlicher Rückschritt. Dann sind wir wieder beim Zug durchs Nebelmoor. Und ich habe das Gefühl, dass Ulisses da wieder hin will. Abenteuer, wo Helden und Spieler nicht nachdenken müssen und sollten sie vom Plot abweichen, gibts links und rechts Peitschenhiebe mit Regeln, die dafür geschaffen wurden, per Definition kleine Helden wieder zurück auf die Schienen zu treiben. Und die Runden, die man sich mit Alex als SL ansehen kann unterstreichen dieses Bild gleich zweimal.
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Die Aussage von UIisses meint übrigens nicht, dass man keinen Plan hat. Es gibt diverse Pläne und für manche ist nicht jetzt die Zeit, sondern später.
Da sind explizit andere Aussagen von Alex und Eevie getroffen worden. Aussagen die sich auch mit
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Es sollte gesagt werden, dass der Sternenfall ein Setting ist, kein 2-Jahres-Plot. Und wenn aus der Community oder von einem Autor eine geniale Idee kommt, kann sie eingebaut und umgesetzt werden.
auch wunderbar einhergeht. Es ist die Aussage gewesen, die bisher nie zurückgenommen oder auch nur eingeschränkt wurde : "Wir wissen nicht genau, wo es hingeht. Aber alles ist möglich und wenn uns was cooles einfällt, machen wir das." Das wurde so ähnlich sogar explizit gesagt. Und diese Aussage lässt sich auf zwei Kerne herunterbrechen : fehlender Plan/Vision vom Ende/Ziel des Ereignisses und Beliebigkeit.
Aber du hast recht, der Sternenfall und damit das gesamte Konzept der kommunizierten - ob realen oder nur vorgegebenen - Planlosigkeit ist kein 2-Jahres-Plot, sondern das Leitmotiv von DSA 5. Zumindest wurde der Sternenfall als solches verkündet.
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Was auch immer getan wird: Wenn man es mögen möchte, kann man das tun. Wenn man es kritisieren will, geht es auch.
Auch wenn du es extra anders betonst, ist das ein wenig, als würdest du einem Vegetarier sagen "Wenn man es mögen möchte, kann man auch einen Leberwurst-Hack-Auflauf mögen. Tust du es nicht, bist du selber Schuld. Ja, es hat etwas mit persönlicher Einstellung zu tun. Es hat auch etwas mit persönlicher Erwartungshaltung zu tun. Gar keine Frage. Aber warum bin ich Schuld, wenn ich es nicht mag, dass beliebig und ohne Vorwarnung und ohne dass ich oder meine Helden etwas dagegen tun können Städte vernichtet werden ? Warum bin ich Schuld, wenn ich es garnicht so viele Tische gibt, auf die ich meinen Kopf schlagen möchte, wenn Autoren Flussschiffe mit schwerer Kavallerie angreifen lassen und dies als Heldenmut verkaufen wollen (um einen DSA4-Highlight zu nennen und nicht nur auf DSA5 zu schlagen)? Warum bin ich Schuld, wenn ich unzufrieden bin, dass ein NSC erst zum Antagonisten aufgebaut wird und dann per Plotschutz und offizieller Setzung zur Zwangsverbündeten wird ? Und da bin ich noch nicht einmal bei willkürlich und sinnbefreit handelnden NSCs aus der Theaterritter-Kampagne angelangt sondern schon weit früher bei einem Punkt ausgestiegen, an dem ich für mich sage, "Nein, das will ich mir und meinen Spielern nicht mehr antun."
Klar kann man sowas mögen. Aber warum bin ich Schuld, wenn mich solche Stilblüten nicht mag ? Warum werden mir keine durchdachten Alternativen mehr angeboten ?
Es ist korrekt, dass es ergleichbare Stilblüten - vereinzelt - auch unter DSA4 gab. Aber da gab es auch ausreichend Alternativen. Heute wird mehr rausgehauen. Aber Logiklöcher, durch die Elefantenherden schlüpfen können oder nach Face-Palm schreiende NSC-Glanzleistungen, gibt es in angehend jeder davon, soweit ich sie bisher las - nicht kaufte - oder aus REzensionen entnehmen konnte.
Zordan von Bethanstrand hat geschrieben:Wenn man einen Spieler begeistern kann, ist es eine schöne Sache für alle Beteiligten. Wenn es misslingt, kann es auch an Erwartungen und Haltungen liegen, die auf beiden Seiten vielleicht unterschiedlich sind.
Ja, daran mag es liegen. Aber die daraus gezogene Konsequenz kann sehr unterschiedlich ausfallen.
Zu erwarten, dass der Konsument seine Erwartungshaltung gefälligst anzupassen habe, ist mpMn unrealistisch und ausgesprochen kurzsichtig. Ja, ich empfinde es sogar als überheblich und dreist.
Da ich als Konsumentin weder bei Büchern, noch bei Serien meine Ansprüche runterschraube, mir keine zweitklassige Sport- oder Wanderausrüstung kaufe, die meinen Ansprüchen und Anwendungen nicht genügt und mich als aufgeklärte Verbraucherin schlau mache, ehe ich größere Anschaffungen durchführe, frage ich mich, warum ich bei meinem Hobby Rollenspiel andere Maßstäbe und ein anderes Konsumverhalten verfolgen sollte.
Gehen wir vom Konsumenten mit Ansprüchen aus - und davon scheint es in der DSA-Community mehr als nur Zohltan und mich zu geben - dann habe ich als Anbieter die Wahl, diese Konsumenten abzuholen, wo sie mit ihren Ansprüchen stehen und weiter an meine Marke und meine Produkte zu binden, oder sie abzuschreiben.
Dabei geht es mir nicht um Regelwerke welcher Edition auch immer, auch wenn sich damit wohl Geld verdienen lässt. Dabei geht es mir um Abenteuer, die diese Konsumenten spielen wollen würden, Kontent, der diese Konsumenten auch an meine umgestellte Marke weiterhin bindet,...
Spiele ich keine Abenteuer mehr, weil mich das Angebot nicht abuzuholen versteht, kaufe ich nicht nur keine Abenteuer, sondern auch keine Regionalspielhilfen.
Bekommt mein Freund von der Feedback-Addresse zu für unsere Rollenspielrunde wichtig gewordenen NSCs keine Rückmeldung, obwohl eigentlich vor Jahren dazu schon Information versprochen wurde, werden wir die Geschichte dieser NSCs weiterspinnen und nicht warten, bis in 2 oder 3 Jahren die entsprechende RSH kommt, zu welcher die Redaktion überhaupt erst wieder über den NSC nachzudenken ankündigt.
Es geht mir also garnicht allein darum, ob ein oder zwei Systeme supportet werden, ich werde auch mit dem restlichen Angebot ziemlich allein gelassen.

Würde Ulisses hier weniger eine "Friss oder Stirb"-Schiene fahren, vielleicht eine - bessere mehrere - Regionen setzen, die garantiert nie vom viel kritisierten Sternenfall betroffen werden, würden die von der REdaktion selbst (eher mäßig) zum Abschluss gebrachten Plots noch eine Schlusssetzung bekommen, würde mein Interesse an und meine Bindung zu DSA-Produkten vielleicht weniger gelitten haben und vielleicht nicht das Niveau von Gleichgültigkeit erreicht haben.
Wir sind jetzt in MwB. Die Zukunft einiger NSCs aus früheren Zeiten definieren wir inzwischen komplett selbst und ohne Rücksicht auf das was die Redaktion sich vielleicht noch denken wird. Die Kampagnen zur Befreiung der Schwarzen Lande wird nach der gelieferten Beleidigung bei uns komplett anders verlaufen. Da Ulisses es noch immer nicht hinbekommen hat, für das befreite Tobrien einen Stand für nach der Befreiung und einen Ausblick für die dann folgende Zukunft zu bieten, werden wir wohl auch das für unsere Gruppe selbst definieren und sehr wahrscheinlich auch danach nicht auf die offizielle Linie/Setzung, die da irgendwann kommen mag oder nicht, zurückfinden. Den Sternenfall werden wir, wie andere auch, komplett ignorieren und mit Klein-Helden-Spiel uns sehr wahrscheinlich nicht noch einmal anfreunden.
Resultat wird über lang oder kurz sein, dass wir uns immer mehr von dem Ulisses-Aventurien entfernen und immer weniger Bindung zu der Marke behalten werden.

Es wäre an Ulisses gewesen, mit ein paar Seiten am Ende der Befreiungskampagne Tobriens einen Ausblick über den dann herrschenden Ist-Zustand und die weitere Entwicklung zu geben - ähnlich wie bei MwB. Es wäre wohl auch nicht zuviel verlangt gewesen, auch für einen NSC, der in keiner aktuelle bearbeiteten RSH eine Rolle spielt, zu entscheiden, welche Entwicklung er bis zum aktuell geschriebenen aventurischen Jahr durchlebt haben soll oder nicht.
Leider unterstützt Ulisses nicht nur DSA4 in keiner Weise mehr, sondern auch die Spielgruppen, die in dem Aventurien von vor dem Sternenfall noch spielen, werden allein gelassen.

Und das alles sendet zwar nicht das Signal, dass man all diese Spieler, die hinter der Sternenfallzeitlinie spielen, nicht gern haben/behalten würde, sehr wohl aber das Signal, dass man nicht bereit ist, diese in irgendeiner Art und Weise zu unterstützen oder etwas zu tun, um ihre Fragen ernst zu nehmen oder sie an sich weiterhin zu binden. Zumal es dabei ja um Fragen geht, um die man sich so oder so noch kümmern werden muss.

Ich ende mit einem Zitat, welches mich nicht zu Umsatzzahlen von DSA beitragen lässt:
KlickKlack hat geschrieben:Was wirklich fehlt ist eine erfahrene, kluge, um- und weitsichtige Redaktion.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zohltan » 12.05.2017 11:14

BenjaminK hat geschrieben:
Zohltan hat geschrieben:Schade das Herr Masberg aufgehört hat. [...]
Das hab ich gar nicht mitbekommen :cry: :cry: :cry:
So, das hatte ich übersehen, hier nochmal der Link für dich, mit Keks :cookie:

http://www.michael-masberg.de/sich-umse ... ut-nehmen/

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Hotzenplotz » 12.05.2017 11:16

BenjaminK hat geschrieben: Was ich damit aufzeigen wollte war, dass es Möglichkeiten gäbe (<-Konjunktiv), um derzeit verlorene Spieler zurück zu gewinnen.
Auf diesen Punkt möchte ich kurz eingehen. Ich denke auch, dass viele Spieler bei der alten Edition geblieben sind (ob nur zunächst oder dauerhaft, wird sich zeigen).
Allerdings sind, so meine Wahrnehmung, einige vorher "verlorene Spieler" mit DSA 5 wieder zurück gekehrt oder sind bereit, zurück zu kehren.
Man könnte also sagen: Das Defizit in der Kundenbindung wird mit der Neukundengewinnung ausgeglichen, möglicherweise sogar übertroffen.

Ich als DSA-Sammler und -Fan der ersten Stunde hatte mit der Außenwirkung von DSA 4.1 schon so meine Probleme. Ich konnte niemandem in der Rollenspielszene dieses System als ein gutes Rollenspielsystem verkaufen.
Mit DSA 5 (wichtig: ich rede von dem Grundregelwerk) ist das anders. Das System wird auch unter nicht-DSAlern und Nicht-Fanboys durchaus positiv aufgenommen. Das ist für mich das entscheidende. Das ist für mich der Grund, warum ich an einen Erfolg von DSA 5 glaube.

Was die Entwicklung des Hintergrundes angeht: Weniger Metaplot "in die Tiefe", wie Sumaro es gesagt hat, ist in meinen Augen eher ein Feature als ein Bug.
Auch wenn ich Sumaros Sicht insoweit teile, als dass ich gerne viel DSA-Hintergrund lese und mich auch gerne mit den Details auseinandersetze - für das Bespielen der Welt kann es je nach Präferenzen der jeweiligen Gruppe eher ein Hindernis sein, dass es zu jedem Grashalm eine eigene Geschichte gibt, die sich dann auch noch laufend ändert.
Ich will diese Metaplotdiskussion an dieser Stelle auch gar nicht aufmachen, mir geht es nur darum zu sagen: Mehr Abenteuer mit weniger Metaplot bitte.

Die Entwicklung und den Erfolg der 5er-Edition muss man m. E. auch immer vor dem Hintergrund eines sich in der Breite deutlich vervielfältigten Rollenspielverhaltens und -angebotes sehen.
Die heutige Menge an gespielten Systemen gab es beim Wechsel DSA3/DSA4 nicht.
Nehmen wir mal allein auf deutsch zur Verfügung stehende Systeme im vergleichbaren Genre (aus dem Kopf, kein Anspruch auf Vollständigkeit):
- Splittermond
- Midgard 5
- Savage Worlds (insb. Fantasy Kompendium)
- seit Kurzem D&D 5e
Alles drei m. E. gute Systeme. Gut im Sinne von: Sie tun, was sie tun sollen.
Dann gibt es natürlich noch Systeme mit FATE, mit dem man auch Aventurien bespielen kann.
Sprich: Die Verkaufsstrategie "Hier hast du die nächste Edition vom deutschen Flaggschiff, kauf das und halt die Fresse!" funktioniert nur noch sehr schlecht. Man kann auch nicht dauerhaft auf Gewohnheitsspieler setzen ("DSA? Hab ich halt schon immer gespielt!").
Man muss also etwas anbieten, dass bei der breiten Masse besser ankommt. Fast zwangsläufig ist das etwas, das zumindest in Teilen eingefleischte Fans abschrecken kann. Dennoch wird es nicht etwa für Fans unspielbar.
Ich beglückwünsche Ulisses deshalb dazu, genau das geschafft zu haben: Einen sehr schwierigen Spagat.

Mir gefällt ja nun auch nicht alles an DSA 5 und ich spiele wohl noch eine ganze Weile DSA 4.1 (keine Lust, in der laufenden Kampagne umzustellen). Ich habe ja auch schon reichlich über SF Glasbläserei und so ein Zeug abgelästert. Letztendlich erkenne ich jedoch an: In diesem Werk können sich eben viele wiederfinden. Es ist nicht für Hotzenplotz gemacht, sondern für einen Haufen Spieler, die teilweise einen sehr anderen Spiel- und Leitstil pflegen. Das konnte DSA 4.1 nicht systemseitig, obwohl viele Spieler sehr unterschiedlich gespielt haben. Man hat mit Wege des Meisters viel zu spät erkannt und bedient, dass sich die Rollenspielszene durch die Forge und co. extrem weiter entwickelt und teilweise aufgesplittet hatte. DSA 5 geht genau darauf ein, m. E. die einzig gangbare Entscheidung, wenn man als Flaggschiff überleben will.

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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Assaltaro » 12.05.2017 11:24

Das mit den wiedergekehrten Spielern kenne ich. Ich hab oft mit Leuten gespielt die noch immer auf DSA3 schwören und 4 nur gespielt haben, weil es alle gespielt haben, nebenbei aber furchtbar über 4 geschimpft. Die sind fast sofort auf 5 umgestiegen, mit dem Kommentar "zwar immer noch schlechter als 3 aber besser als 4"
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Re: DSA5 Verkaufszahlen: Mutmaßungen & Co

Beitrag von Zohltan » 12.05.2017 11:27

Zohltan hat geschrieben:
BenjaminK hat geschrieben:
Zohltan hat geschrieben:Schade das Herr Masberg aufgehört hat. [...]
Das hab ich gar nicht mitbekommen :cry: :cry: :cry:
So, das hatte ich übersehen, hier nochmal der Link für dich, mit Keks :cookie:

http://www.michael-masberg.de/sich-umse ... ut-nehmen/
Mit dem Bogen, das Masberg der Autor von MwB ist...

Sorry für den Doppelpost, da ist was falsch gelaufen...

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