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Erfahrungsbericht, DSA mit Kindern

Erfahrungen, Tipps, Vorlieben, Probleme, Fragen zu RPG-Systemen und RPG-Theorie.
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Weynard
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Erfahrungsbericht, DSA mit Kindern

Beitrag von Weynard » 02.07.2017 15:58

Da der letzte Thread zu diesem Thema inzwischen zehn Jahre alt und gesperrt ist, mache ich mal einen Neuen auf.

Während der letzten Woche habe ich im Rahmen eines Zeltlagers mehrere Runden DSA5 mit Jugendlichen zwischen 10 und 14 gespielt. Ich war angenehm überrascht davon, dass die Kleinen tatsächlich über 5-6 Stunden(!) sitzen bleiben und sich auf eine Sache konzentrieren konnten- und dann sogar mehrfach um Fortführung baten. :ijw:

Natürlich haben wir einige Dinge außen vor gelassen.
- Erstmal gab es einlaminierte Archetypen, unter denen die Kids wählen konnten. Dann wurden Eigenschaften und Talente erklärt, dazu bekamen sie eine ebenfalls einlaminierte Tabelle der Talente mit den zugehörigen Proben.
- Zauber und Liturgien gingen pauschal auf 3W20, kosteten in der Regel 8 AsP und waren meist in 2 Aktionen fertig. Ergebnis und Wirkung wurden mangels Handystrom und somit fehlendem Zugriff aufs Regelwiki mehr oder weniger gehandwedelt.
- Glaubensgrundsätze, Reichsgrenzen, Kulturen und ähnliches sind weitgehend weggefallen. Nur Vor/Nachteile wurden beachtet.
- Die meisten SF haben wir nicht benutzt.

Gespielt haben wir den Alchemysten, die Einsiedlerin (mit angepassten Werten) und das Heldenwerk-Abenteuer Hexenreigen. Der Hexenreigen ist leider in der Mitte durch ein schweres Unwetter unterbrochen worden. Dazu ist zu sagen, dass ich alle drei Abenteuer bereits gemeistert hatte und etwa auswendig kannte.

Allgemein finde ich bemerkenswert, wie wenig gamistisch die Gruppe gespielt hat. Ich wusste, dass einige unserer Teilnehmer (3 Mädels, 3 Jungs in wechselnder Besetzung) viel vor dem Rechner hocken und hatte entsprechende Befürchtungen. Die Kinder waren aber vielmehr darauf bedacht, eine schöne Story zu erleben und taten überraschend stimmige Dinge, die man sich von einer erwachsenen Gruppe meist vergeblich erhofft. Beispielsweise, sich vor einer anrückenden Trollhorde zu verstecken, einen massiven Steingolem auf brüchigen Untergrund zu locken, oder echtes Teamwork (Teilen von Ressourcen aus eigenem Antrieb und ohne Hintergedanken).

Selbstverständlich waren auch ein paar seltsame Szenen dabei. Etwa der Zwerg, der den Magier vor dem Ertrinken rettet, oder der Frontalangriff auf ein befestigtes Dorf.

Der unumstrittene Höhepunkt der Woche war aber der Einstieg in den Hexenreigen (minimale MI): Die Helden begeben sich auf ihrer Reise zu einer Kräuterfrau und fragen nach dem Preis für Wirselkrautsalbe. Daraufhin zaubert die Elfe einen SOMNIGRAVIS und die Diebin steckt sich ein paar Tiegel ein, während die Alte betäubt vor sich hindämmert. Daraufhin legen sich alle Helden auf den Boden und behaupten steif und fest, niedergeschlagen worden zu sein (Überreden-Proben um 5 erschwert bestanden :rolleyes:). Zufällig beschreiben sie dem eilig herbeigerufenen Büttel sogar noch ziemlich genau den Antagonisten des Abenteuers, der in der Nähe des Dorfes wohnt, woraufhin sie den Auftrag bekommen, den vermeintlichen Dieb dingfest zu machen. Ich glaube nicht, dass der Einstieg aus Heldensicht flüssiger hätte laufen können. :lol:

Alles in Allem eine sehr vergnügliche Erfahrung, die ich bestimmt wiederholen werde.

Für das nächste Mal ist mir jedenfalls noch aufgegeben worden, mehr Archetypen mitzubringen :censored:

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Madalena
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Re: Erfahrungsbericht, DSA mit Kindern

Beitrag von Madalena » 02.07.2017 16:36

Mit 10-14 habe ich auch schon jede Menge DSA gespielt. Die Regeln waren damals noch etwas überschaubar, und überragende SL-Leistungen haben wir nicht erbracht, aber für unsere Zwecke genügte es völlig und wir hatten unseren Spaß. Eine ordentliche Portion Nerdtum gehört natürlich dazu. :Maske:

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