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Innovative Bösewichte

Erfahrungen, Tipps, Vorlieben, Probleme, Fragen zu RPG-Systemen und RPG-Theorie.
Caelagor
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Beitrag von Caelagor » 14.08.2017 21:34

Bei den großen Bösewichten* geht es (nicht nur bei DSA) oft um
  • Macht (übernatürlich, politisch, ...)
  • Herrschaft (Weltherrschaft, Anarchie, "Freiheit" :borbi , ...)
  • Rache (Vernichtung von bestimmten, wichtigen Personen/Ländern/der Welt)
*großer Bösewicht: Eine Entität mit beträchtlichen Mitteln, die sich über gängige Moralvorstellungen hinwegsetzt und dabei die Lebensqualität vieler Leute beträchtlich senkt.

Mich würde interessieren über welche, weniger klassischen, Motive ihr gestolpert seid - egal ob in Büchern, Filmen oder Pen & Paper Runden.
Nachteile: Neugier 10, ...

Jadoran
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Beitrag von Jadoran » 14.08.2017 22:54

Normalerweise hänge ich meine Bösewichte nicht so hoch, aber die ekligsten sind immer noch die, die für allgemeine Gerechtigkeit und Gleichheit eintreten... die sind noch fieser, als die, die im Namen einer Gottheit die Welt von Schurken befreien wollen, unter Inkaufnahme von Kollateralschäden natürlich.

GrisGris
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Beitrag von GrisGris » 15.08.2017 08:58

"Watchmen" finde ich in der Hinsicht interessant. Oder das Setting von "The Last of Us" - sowohl die Bande betreffend, die oftmals bekämpft wird und eigentlich nur in einer grausamen Umgebung selbst immer grausamer werden mit nicht viel mehr als dem Ziel zu überleben, als auch das moralische Dilemma am Schluss... Auch der Joker performt von Heath Ledger hat sehr eigene Ansatzpunkte - während bei Game of Thrones Littlefinger "Chaos ist eine Leiter" sehr rational steuert, um geordnet daraus Profit zu schlagen, treibt der vorhin erwähnte Joker sehr emotional auf einer ähnlichen Welle nur mit der berauschten, überzeugten Einstellung "Ich bin das Chaos".

Rollenspieltechnisch ist es immer reizvoll einen Charakter in der Mitte der Gruppe als beherrschten Maulwurf einzubringen oder ihn durch andere Mächte beeinflusst agieren zu lassen und darin eine Dynamik aufzubauen (Besessenheit, Werwolf, Vampirismus, Verlorener).

Auch Spionagenetzwerke können interessante, wenngleich unantastbare Bösewichter abgeben oder erzeugen. Im Sinne von Fehden und Rachefeldzügen - wenn das DBA einen Reichsverräter in einem Hochsicherheitsgefängnis festsetzt, um später festzustellen, dass die Vorwürfe des vermeintlichen Hochverrats haltlos sind, wird die Organisation die Verfehlung zwar bei sich suchen, aber keinerlei Konsequenz daraus ziehen, weil es halt ein bedauerliches Missverständnis war und es eben bereits geschehen ist. Eine derart fälschlich inhaftierte Person könnten die Helden dann mit deren Duldung durchaus ins ferne Exil bringen, oder die Flucht gelingt auf anderem Wege. Eine solcherart zu Unrecht gequälte Person könnte sich an den Namenlosen, Blakharaz, Logramoth, oder sogar Phex oder Praios wenden (um nicht gleich den Bösewichtstempel derart klischeeträchtig anzuwenden), um Rache/Gerechtigkeit einzufordern.

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Frater Tiberius
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Beitrag von Frater Tiberius » 15.08.2017 09:36

In Babylon 5 gibt es die Schatten. Die kamen alle 1000 Jahre aus der Versenkung, haben einen intergalaktischen Krieg angezettelt und sind dann wieder verschwunden. Dabei ging es nicht um Macht oder Herrschaft, sondern es sollte die Evolution anheizen. Die schwachen Völker gehen im Krieg unter, die Starken gehen gestärkt hervor.
Ihr Gegenpart, die Vorlonen, wollen unter den jüngeren Völkern Ordnung und Disziplin etablieren und gehen dabei auch über Leichen.

Am Anfang der Serie sind die Vorlonen die Guten, und die Schatten werden als die Bösewichte dargestellt. Letztendlich zeigt sich aber das Beide eigentlich die Bösen sind. Ihr Wettstreit ist nicht der klassischen Kampf Gut gegen Böse, sondern eher Ordnung gegen Chaos. Das lässt natürlich für viele Rollenspielern gleich gedanklich die Gesinnungstabelle der D20-Systeme aufleuchten.

Gorbalad
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Beitrag von Gorbalad » 15.08.2017 11:04

Frater Tiberius hat geschrieben:
15.08.2017 09:36
haben einen intergalaktischen Krieg angezettelt
Galaxisweit, intragalaktisch, galaktisch - ja. Intergalaktisch - nein.

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Beitrag von sankt.klaus » 15.08.2017 16:45

Der Bösewicht könnte gar nicht böse sein, es ist nur ein großes Mißverständnis.
Hier mal der Link zu einem Film in dem das gut gemacht ist. Der Kern steht in
den letzten zehn Zeilen der Handlung.

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Alecto
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Beitrag von Alecto » 15.08.2017 21:35

Caelagor hat geschrieben:
14.08.2017 21:34
Mich würde interessieren über welche, weniger klassischen, Motive ihr gestolpert seid - egal ob in Büchern, Filmen oder Pen & Paper Runden.
Durchforstet man die Literatur, so wird man zahlreich fündig. Beispiele wären:
  • Gekränkte Eitelkeit
  • Unerwiederte Liebe
  • Langeweile - Man tut es "für den Kick"
  • Er ist überzeugt etwas "Gutes" zu tun - Hängt aber einer sehr verqueren/inhumanen Ideologie an
  • Rassismus
  • Nationalismus
  • Eugenik
  • Rebellion gegen "das System"
  • Religion - Das ist und war zu jeder Zeit eine unerschöpfliche Quelle übelster Taten
  • Vertuschung von etwas Peinlichem
  • "Das ist alles nur ein großes Spiel"
  • Trägheit - Das "Böse" ist der einfachste Weg
  • Etc, etc, etc - Die Liste liese sich noch weiter fortsetzen

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Beitrag von Salix Lowanger » 16.08.2017 10:37

Ich möchte noch Eifersucht an Alectos Liste anfügen. Eine sehr starke Motivation eines Gegenspielers.
Terroristen sind NIEMALS Gläubige.Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
- Ralf Ruthe

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Beitrag von der.maekkel » 16.08.2017 14:45

Ein guter Bösewicht ist immer der Held seiner eigenen Geschichte.
- Ein "guter" Bösewicht sollte in dieser Hinsicht sich als moralisch integer sehen. Und es sollte Helden ihr eigens Helden hinterfragen lassen. Nostria und Andergast sind ein schönes Beispiel. Jeweils für den anderen der Feind und beide geben sich nichts und sind auch häufig skrupellos.
Ebenso sind es auch die Helden in vielen Abenteuern, wo entweder die guten Taten nicht gesehen werden oder sie selbst zum Ziel der Obrigkeit werden, die natürlich die Mörder dingfast machen will und ihrerseits eine Heldengruppe auf die ansetzt.

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WeZwanzig
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Beitrag von WeZwanzig » 17.08.2017 08:59

Als ich noch jünger war, war mir das gar nicht klar, aber die ersten drei Pokemon-Filme haben alle wirklich extrem gute Bösewichte, die von den typischen 08/15-Bösewichten abweichen. Ich versuche die drei mal kurz so vorzustellen, das es auch für Nichtkenner verständlich ist.

Im ersten Film ist der Antagonist das Pokemon Mewtu. Es ist ein genveränder Klon eines anderen Pokemon, Mew, das als eines der stärksten Monster gilt. Geschaffen wurde es einzig mit dem Ziel, eine unbesiegbare Kampfmaschine zu sein. Doch Mewtu beginnt seine Existenz zu hinterfragen, flüchtet vor seinem Erschaffer und zieht sich erstmal auf eine einsame Insel zurück, auf der einst das Labor lag, in dem es geschaffen wurde, das Mewtu aber bereits zerstört hatte. Frustriert und einsam fängt es an, Hass auf alles echte Leben zu entwickeln. Aus dem Hass wächst der Plan, alle Menschen und echten Pokemon zu vernichten. Es baut das Labor wieder auf und lädt die stärksten Trainer und Pokemon auf die Insel, nur um sie dort zu besiegen und anschließend zu klonen. Mit seinen neuen Verbündeten, einer Armee von Klonen, will er dann die Welt von den geborenen Lebewesen reinigen, so dass es nur noch Klone gibt. Am Ende, als sich ein Trainer aber opfert, um den Kampf zu beenden, erkennt Mewtu, das es auch gute Menschen gibt und gibt seinen Plan auf, in der Hoffnung, das Klone und echte Lebenwesen zusammen friedlich koexistieren können.
-> Auf DSA gemünzt könnte man aus Mewtu sicher eine vernuftbegabte Chimäre oder einen Golem machen, Der Rest könne so gut stehen bleiben.

Der Bösewicht im zweiten Film, Lawrence III, hat auch eine eher ungewöhnliche Motivation: Er ist Sammler. Sein Ziel im Film ist es, das legendäre Pokemon (gottgleiche Wesen) Lugia seiner Sammlung zuzufügen. Das dies zu weltweiten Naturkatastrophen führt ist ihm dabei vollkommen egal. Er ist nicht böse im Sinne von, er will zerstören, stattdessen zählt für ihn nur seine Sammlung. Die Welt drum herum interessiert ihn nicht. Um seine Sammlung zu vervollständigen ist er zur Not aber auch bereit über Leichen zu gehen.
-> In DSA würde ich ihn als einen reichen Adligen, oder besser noch Granden aufbauen. Jemand der sich alles leisten kann, und daher das besondere will, das man mit Geld nicht oder nur schwer kaufen kann. Z.b. könnte er eine Nymphe entführen/einsperren lassen, um sie bei sich zuhause auszustellen. Das dadurch eine Quelle versiegt, die für mehrere Dörfer überlebenswichtig ist, ist ihm egal.
Ne Spur größer könnte er auch ein mächtiges Bannartefakt, etwas in Richtung Pfhal des Kazak, entwenden wollen.

Den besten "Bösewicht" hat aber meiner Meinung nach der dritte Film; Molly, ein ca. 7 jähriges Mädchen. Mollys allein erziehender Vater ist Archäologe. Bei einer Ausgrabung findet er ein Tor zu einer anderen Welt. Er kann nicht mehr zurück, dafür kommen aber einge Icognito, wesen mit nahezu freizauberischen Fähigkeiten, in diese Welt. Die Icognito finden Molly und wollen sie trösten, das ihr Vater weg ist. Dafür erschaffen sie für sie ein riesiges Schloss und sogar einen neuen Vater; das Pokemon Entei, das Molly aus einem ihrer Kinderbücher kennt. Molly und ihr "Papa" leben ein wenig isoliert, aber glücklich zusammen. Doch dann merkt Entei, das Molly auch gerne eine Mutter hätte. Dafür entführt es die Mutter des Protagonisten des Films und unterzieht sie einer kleinen Gehirnwäsche, damit sie nun Molly für ihre Tochter hält. Der Protagonist versucht hingegen seine Mutter zurück zu holen, muss sich dafür aber Entei, der Traumwelt der Icognito und Molly stellen, die jeden Wunsch Realität werden lassen kann. Dabei ist er aber auch stets darauf bedacht, Molly nicht zu verletzen und ihr stattdessen zu erklären, das ihr Handeln falsch ist. Doch sie weiß es nicht besser, ist ja trotz allem noch ein kleines Kind.
-> In DSA würde ich hier mit Feen oder Kobolden als Ersatz für Icognito arbeiten.
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Tilim
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Beitrag von Tilim » 17.08.2017 09:16

WeZwanzig hat geschrieben:
17.08.2017 08:59
Der Bösewicht im zweiten Film, Lawrence III, hat auch eine eher ungewöhnliche Motivation: Er ist Sammler.
Dabei fällt mir spontan ein Geweihter des "Bund des wahren Glaubens" ein, der bei sich im Keller einen Geweihten und einen Paktierer jedes Gottes/Erzdämonen sammeln möchte und diese einfach einsperrt (alternativ mit "Granit und Marmor"). :lol:
Anschließend stellt er beide Seiten auf ein großes Schachfeld und sucht einen Gegner.
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Beitrag von Caelagor » 17.08.2017 16:17

Danke schonmal für die ganzen Beiträge :6F:

Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch mal Lust verspüren würde einen Pokemon-Film zu sehen - so kann man sich irren :ijw: Die "Bösewichte" klingen nach deiner Beschreibung sehr gut gelungen. Wenn moderne "Erwachsenen-Filme" das mal so gut hinbekommen würden :rolleyes:

Ich denke ich habe jetzt schon genug Inspiration für die nächsten Fieslinge, aber ihr könnt gerne noch weiter posten - daran werden sich sicher noch spätere Leser erfreuen :)
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Tilim
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Beitrag von Tilim » 17.08.2017 16:29

Was man oft vergisst und was meiner Meinung nach auch ganz gut in DSA passt, sind die "elementaren Gewallten" Bösewichte.

"Bösewichte" die einen Gott, ein Prinzip oder eine Kraft der Natur repräsentieren. Das könnte ein z.B. Elemtarherr sein, der etwas über ambitioniert ist. Der Namenlose und Borbarad fallen in die Kategorie glaube ich.
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Beitrag von sagista » 18.08.2017 00:09

Ich finde, Ucurian von Rabenmund hat durchaus das Potential, vor allem in "Mit Wehenden Bannern" ein ziemlich interessanter innovativer Bösewicht zu sein, insbesondere, wenn man die Vorgeschichte aus dem Ende des Jahrs des Feuers und aus Mondenkaiser ausreizt. Die Motivation seines Handelns ist ja plausibel, man kann sich gut in ihn hineindenken und das macht es wesentlich interessanter als "ich will mit Hilfe der Dämonen die Welt unterjochen".

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Beitrag von Caelagor » 18.08.2017 00:16

@sagista Das wäre noch gut, wenn du die Motivation/Taten kurz umschreiben könntest. Nicht jeder kennt die ganzen DSA-Hintergründe :wink:
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sagista
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Beitrag von sagista » 18.08.2017 07:17

Ganz grob zusammengefasst:
MI zu Ucurian von RabenmundAnzeigen
Ursprünglich war Ucurian der reichstreue Burggraf des Hohensteins bei Rommilys. Er ist Bruder der Fürstin Darpatiens Irmegunde von Rabenmund und Vater von u. a. Swantje (Knappin am Hofe Jast Gorsams und eigentliche Thronfolgerin als Fürstin von Darpatien) und Ayla Duridanya (Knappin am Almadaner Fürstenhof).
Das Fürstentum Darpatien hatte neben Gareth und Umland am meisten unter der Invasion von Galotta und Rhazzazor im Jahr des Feuers zu leiden, die Fürstin fiel beim Kampf um Rommilys und schließlich kehrte auch noch der alte Thronräuber Answin d. Ä. von Rabenmund zurück. Doch Ucurian blieb treu an der Seite des Kaiserhauses und nahm auch hin, dass sich Jast Gorsam seinem Wunsch widersetzte, Swantje zurückkehren zu lassen. Nachdem dann sowohl Rhazzazor als auch Answin vor Gareth besiegt wurden und Rohaja Kaiserin wurde, wurde dann ja unter Protest des Adels das Fürstentum zerschlagen und in Wildermark, Traviamark und Rabenmark.
Vor diesem Hintergrund wandte sich Ucurian schließlich von der Kaiserin ab und wurde einer der Kriegsfürsten in der Wildermark, stets mit der Agenda, den Anspruch seiner Tochter durchzusetzen. Er schloß sich Selindian Hal an, vor allem auch deshalb, weil dieser die Ansprüche Swantjes anerkannte und sie als Fürstin Darpatiens bestätigte. Als sich in Almada die Schreckensherrschaft der Mayores durchsetzte (Mondenkaiser) wurde die zweite Tochter Ayla gewissermaßen zum Faustpfand für Selindian für die Treue Ucurians. Dem Massaker von Al'Muktur entkam sie nur knapp, aber das konnte Ucurian nicht wissen, als er Selindian durch die Wildermark und Greifenfurt zum Finsterkamm führte. Zu diesem Zeitpunkt war er längst nicht mehr von Selindian überzeugt, musste ihn aber weiter unterstützen. Überlebt hat Selindian das Abenteuer freilich nicht, so dass am Ende Almada wieder Teil des Kaiserreiches Rohajas wurde.
In Mit Wehenden Bannern ist er dann einer der Hauptprotagonisten. Noch immer verfolgt er seine Maxime, bedient sich aber immer mehr fragwürdiger Methoden, freilich ohne mit Dämonenanhängern oder Lutisana von Perricum zu paktieren. U. a. tötet er Ludalf von Wertlingen in einem Duell. Als er schließlich den Bogen überspannt und auch nicht vor der Entführung eines jungen Adligen zurückschreckt, der dadurch, freilich von Ucurian nicht beabsichtigt sondern dem Charakter der Aufpasser geschuldet, in Lebensgefahr gerät, bricht schließlich auch seine zwischenzeitlich zurückgekehrte und volljährige Tochter Swantje mit ihm.
Ich hoffe, ich habe jetzt nichts Wesentliches ausgelassen oder falsch wiedergegeben, ist alles aus dem Gedächtnis heraus niedergeschrieben.

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Beitrag von Sumaro » 18.08.2017 11:05

Ucurian von Rabenmund ist mMn aber kein Bösewicht im klassischen Sinne. Er ist vielleicht ein Gegenspieler, aber eben keiner von den "bad guys".
Sumaros kleine Schreibstube: Eure Ideen in Worte gefasst. Schaut rein!

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Beitrag von Caelagor » 18.08.2017 11:41

@sagista Ich habe mich falsch ausgedrückt - eigentlich ging es mir doch nur um die Motivation und nicht um eine Geschichtsstunde. Und ich weiß leider immernoch zu wenig über die DSA-Hintergründe um alles zu verstehen, was du geschrieben hast aber trotzdem Danke für den Beitrag :6F: :)

@Sumaro Fühl' dich frei bessere Vorschläge zu machen ;)
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Beitrag von Sumaro » 18.08.2017 11:59

Borbarad, die Verwirklichung einer Lebensphilosophie gegen beträchtliche Widerstände.
Sumaros kleine Schreibstube: Eure Ideen in Worte gefasst. Schaut rein!

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Beitrag von Denderan Marajain » 18.08.2017 12:24

Sumaro hat geschrieben:
18.08.2017 11:59
Borbarad, die Verwirklichung einer Lebensphilosophie gegen beträchtliche Widerstände.
Warum habe ich nur damit gerechnet :lol:

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Beitrag von Eadee » 18.08.2017 12:53

Sumaro hat geschrieben:
18.08.2017 11:59
Borbarad, die Verwirklichung einer Lebensphilosophie gegen beträchtliche Widerstände.
Dessen Wahl der Mittel vollkommen sinnbefreit ist weil er seine Lebensphilosophie auf andere Weise viel einfacher verwirklichen hätte können.

Die Motivation ist schön, den Zusammenhang warum er für diese so einen Unsinn machen muss konnte mir bisher weder die alte noch die neue Auflage der G7 klar machen.

Aber ich will jetzt nicht vom Thema abweichen, daher räume ich ein dass es anscheinend massig Spieler und Spielleiter gibt die Borbarads Motivation schlüssig in sein Handeln umgesetzt sehen, weshalb die Kampagne auch vielerseits beliebt ist.

Worauf ich hinaus will ist (vollkommen unabhängig von Borbi), wenn der Antagonist eine exotische Motivation hat, dann sollte man auch gut überlegen was er mit seinen Mitteln erreichen kann. Denn wenn er wegen seiner Mittel zum Bösewicht wird, aber eigentlich schon eine KL von 12 ausreichen müsste um zu erkennen dass er sein Ziel auch mit anderen Mitteln erreichen könnte, dann darf man diesem Antagonisten keine KL von 18+ geben ;)
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Tactician: 63%, Powergamer: 54%
Casual Gamer: 38%, Specialist: 33%, Butt-Kicker: 29%

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Beitrag von Denderan Marajain » 18.08.2017 13:58

Dessen Wahl der Mittel vollkommen sinnbefreit ist weil er seine Lebensphilosophie auf andere Weise viel einfacher verwirklichen hätte können.
Da würde mich aber deine Meinung interessieren wie?

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Beitrag von Sumaro » 18.08.2017 16:30

@Eadee
Es ging um innovative Bösewichte und der Bösewicht als Idealist und Weltenretter finde ich sehr passend dafür. Was du davon hältst ist dafür irrelevant. Kannst ja einen Thread dazu aufmachen.
Sumaros kleine Schreibstube: Eure Ideen in Worte gefasst. Schaut rein!

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Beitrag von Caelagor » 18.08.2017 16:54

@Sumaro Borbarad hatte ich im Eingangspost eigentlich schon ausgeschlossen (wenn auch zu subtil wie es scheint), weil der den meisten doch schon bekannt sein sollte.

Eine Diskussion über den armen, missverstandenen Borbi könnte ich mir amüsant vorstellen, aber ja - wie Sumaro schon sagte - bitte in einem eigenen Thread ;)
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Beitrag von sagista » 19.08.2017 09:54

Caelagor hat geschrieben:
18.08.2017 11:41
Ich habe mich falsch ausgedrückt - eigentlich ging es mir doch nur um die Motivation und nicht um eine Geschichtsstunde. Und ich weiß leider immernoch zu wenig über die DSA-Hintergründe um alles zu verstehen, was du geschrieben hast aber trotzdem Danke für den Beitrag :6F: :)
Ich helfe gern weiter ;-)
Die Motivation bei Ucurian ist die Durchsetzung der Ansprüche seiner Tochter.
Die Tragik dieses Charakters liegt darin, dass er immer mehr zum Getriebenen seiner eigenen Motivation steht und sich so gegen das Reich stellt, dem er eigentlich dienen möchte. Deswegen halte ich ihn grundsätzlich auch für einen innovativen Bösewicht geeignet. Außerdem sind die Rabenmunds eh für sehr polarisierende Charaktere bekannt.
Aber wenn dir das eine oder andere aus meiner Geschichtsstunden ;-) noch unklar ist, frag ruhig nach.

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Beitrag von Gorbalad » 19.08.2017 10:06

Also geht es eigentlich um einen Konflikt zwischen zwei seiner Loyalitäten. Zu seiner Tochter und zum Reich.

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Beitrag von sagista » 19.08.2017 10:45

Jo, aber die lassen sich eben nicht mehr vereinbaren, nachdem ihm die Kaiserin letztendlich in den Rücken gefallen ist und ihm seine Loyalität mit der Zerschlagung des Fürstentums "gedankt" hat. Das treibt ihn in die offene Rebellion und macht ihn ja letztendlich zum Reichsverräter und zum Getriebenen. Und man weiß ja, dass das schlimme Folgen haben kann, wenn ein vormals Gesetzestreuer praktisch alles verloren hat, aber sich dennoch auf der richtigen Seite wähnt.

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Beitrag von Zornbold » 21.08.2017 09:30

Ein Questdesigner von The Witcher 3 erzählt, wie Gaunter O'Dimm, der (wirklich coole) Bösewicht aus dem DLC Hearts of Stone entstand.

http://www.gamestar.de/artikel/the-witc ... 18582.html

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Beitrag von BenjaminK » 21.08.2017 11:17

Ich hab mal einen Vortrag auf einer NordCon über Improvisation von Abenteuern mitgemacht. Das fand ich super aufschlussreich, aber eher auch deswegen, weil in einem kleinen Exkurs das Design von NSC für diese improvisierten Abenteuer angerissen wurde. Im Grunde war da die Essenz, dass es eigentlich nur eine Hand voll Motivationen von Menschen gibt, die sich dann aber nach der Geschichte etc. unterschiedlich ausgestalten. Man nehme also eines dieser Grundmotive, streiche die gesellschaftlich-konforme Beschränkung an einem Punkt oder an zweien raus und fertig ist das Gerüst des Bösewichts, den man jetzt mit Hintergrund und Weltereignissen wie mit Pappmaschee von außen zu macht.

ich hab leider die Übersicht der Grundmotive nicht mehr, aber das war sehr toll und wurde auch in einen Meisterschirm eingebaut, weil es viel sinnvoller als die Preise einer Preisliste war.
Leitet gerade;
G7-Gruppe 166h
MR-Gruppe 640h

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 13.10.2017 12:43

Interessantes Thema.

Im letzten von mir geleiteten und auch weitgehend zusammengestümperten AB (Ist Jahre her, war sogar noch DSA 3) war der Gegenspieler ein (vom Glauben ab-)gefallener Geweihter.

Dieser war nach einem traumatischen Ereignis zu dem Schluss gekommen, dass es die Götter, wenn es sie denn gab, an sich einen Furz bzw. gar nicht interessierte, was die Menschen oder auch ihre Geweihten so trieben, und es im Grunde völlig egal wäre, was gut und richtig sei.

Der verbrachte also seine Zeit damit, planmäßig gegen jedes einzelne Gebot seiner Gottheit zu verstoßen, vordergründig, weil es eh keinen Unterschied machte, unterschwellig aber eher, um eine - irgendeine - Reaktion "von oben" zu provozieren.

Aus verschiedenen "hoch komplexen" (okay, das AB hatte seine Schwächen--- aber immerhin habe ich mir Gedanken um das Thema gemacht :P ) Gründen, deren Ausführung hier zu weit führen würde, erhielt er aber keine.

Also trieb er es doller und doller, bis er schließlich den ultimativen Plan fasste, um "der ganzen Welt" oder wenigstens seiner ehemaligen Kirche zu zeigen, was für ein Dummfug es war, den Göttern zu folgen und diese zu unterstützen.

An der Stelle kamen die Helden ins Spiel, deren Aufgabe es erstens war, diesen seinen Plan zu bemerken und zweitens, ihn aufzuhalten und ihn unschädlich zu machen.

Frage: Warum hat die Kirche ihn nicht schon längst selbst aus dem Verkehr gezogen?

Hat sie versucht, aber nicht geschafft. (Auch dafür gab es in der Vorgeschichte Gründe).

Wieso wurden gerade die Helden angeheuert? Das passte... auch hier gab es eine Vorgeschichte zwischen Heldengruppe und Kirche (es existierten wechselseitige Verpflichtungen), und die Gruppe konnte etwas, was Kirchenvertreter selbst nicht leisten konnten und durften.

(Interessanterweise stellten sich auch hier einige Mitspieler/Charaktere die Frage, wieso die Götter selbst nicht eingreifen. Dabei hatten sie das ja quasi indirekt getan, indem Kirche und Gruppe zum richtigen Zeitpunkt nach längerer Zeit mal wieder aufeinandertrafen.)

Dabei war es gar nicht so schwer, diesen im Kopf quasi die ganze Zeit Amok laufenden, aber dabei sehr kaltblütig und planvoll vorgehenden Typen spielerisch darzustellen

Das kam offenbar so gut herüber, dass die Mitspieler vor dem noch deutlich mehr Manschetten hatten, als ich zu hoffen gewagt hatte. :)))

Allerdings hatte ich gewisse Probleme, ihn wertetechnisch so auszugestalten, dass er tun konnte, was er sollte und das "Versprechen" seiner Darstellung auch eingelöst hat.

Wir haben so gespielt, dass tatsächlich nicht nur die Charaktergestaltung, sondern auch alles andere ausgewürfelt wurde, auch die Aktionen des Gegenspieler . - Das war der Athmosphäre teils nicht wirklich zuträglich, aber ohne das wäre es leicht auf die Ein-Mann-Schau eines supercoolen Schurken hinausgelaufen (die Gefahr bestand durchaus), und so hatte das Ganze durchaus seine komischen Momente. :)

Warum ich fand, dass der hier unbedingt mit aufgeführt werden muss:

Meine Vorstellung war, dass er nicht in dem Sinne "böse" war. Er war durchaus sehr auf sein Ziel fixiert, und verfolgte seine ehemalige Kirche mit regelrechtem Hass und Verachtung. Er hatte sich aber nicht etwa Blakharaz zugewandt (was wohl aufgrund der Umstände auch sehr gut gepasst hätte) - Dämonen fand er genauso nutzlos und vermutlich letztlich unzuverlässig wie Götter.
Wenn der auch schon als Geweihter einen inhärenten Charakterfehler hatte, war es Hochmut und eine viel zu große Überzeugung von seiner eigenen Wichtigkeit. Dadurch fiel er in der Krise quasi komplett auf sich selbst zurück.
Und damit ging ihm letztlich tatsächlich jeder moralische Maßstab verloren. Er handelte nur nach der Maxime "Was nützt mir/meinem Ziel und was nicht."

Das so auszufüllen fand ich auch als "Darstellerin" mal nicht uninteressant. Und es ergab in der Summe tatsächlich bisher den für die Gruppe gefährlichsten Gegenspieler, weil er schlicht keine Skrupel hatte, offene Chancen gegen sie auch zu nutzen.

Und ich sie damit auch nicht haben durfte. ;)

Edit: Der Vollständigkeit halber anzuführen:

Ganz auf meinem eigenen Mist gewachsen ist dieser Über-NSC nicht. Vorbild war ein Charakter aus einem Buch (hier: Der Gegenspieler in "Tod und Teufel", von Frank Schätzing), den ich zwar im Original im Auftreten recht gelungen fand, aber nicht in der "inneren" Ausarbeitung. Sprich, ich wollte diese Außenwirkung mit einer aventurisch-konsistenten und mich auch überzeugenden Hintergrundgeschichte - und dann mal gucken, was passiert.

Ich fand es durchaus lohnend, und meine Spieler dankenswerterweise auch. Probleme in der Umsetzung machte eher der extrem verwickelte Plot im Verbund mit Spielabständen von mehreren Monaten durch extrem weit auseinanderliegende Wohnorte. (Es war dann leider auch unser letztes Abenteuer.)

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