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Wie geht's Euch grad 2?

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Demus
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Beitrag von Demus » 28.10.2017 19:38

Eigentlich wollte ich auf der Spielemesse nicht wirklich was kaufen...eigentlich. Jetzt bin ich stolzer Besitzer von "Fortune & Glory" (wollte ich schon länger haben aber die Importpreise haben mich abgeschreckt) und "Star Realms" (mit diversen Erweiterungen und Booster Packs) und um so einiges an Geld ärmer...Geek Life.
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Shadow-chan
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Beitrag von Shadow-chan » 29.10.2017 08:57

Mein Bruder hat ab Mittwoch ne Stelle in Greifswald und darum haben wir über die Feiertage einen kleinen Familienurlaub draus gemacht, sind gestern angekommen.
Wenn ich mir die Wohnung so angucke, ist das allerdings doch weniger Urlaub als mehr gemeinschaftliches Möbel aufbauen :censored:
Ich versuche morgen mal, ob ich nicht den Donnerstag vielleicht auch noch frei kriege, ich brauch hiernach erstmal Erholung...
Und wie immer hat Lexaja recht.

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Velym
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Beitrag von Velym » 29.10.2017 16:51

Meine Güte, es erstaunt mich immer wieder, wie billig es doch ist, sich hier in Japan zu betrinken. Nach weniger als 400 Yen bin ich schon ziemlich betrunken...
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Alecto
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Beitrag von Alecto » 29.10.2017 18:55

Test - Test -Eins - Zwei - ..... DIE KREATUR lebt! Mein neuer Rechner ist zusammengeschraubt und Windoof installiert! Bsiher hat alles bestens funktioniert. Ich hoffe mal daß das so bleibt wenn ich mich jetzt an den Feinschliff mache.
Velym hat geschrieben:
29.10.2017 16:51
Meine Güte, es erstaunt mich immer wieder, wie billig es doch ist, sich hier in Japan zu betrinken. Nach weniger als 400 Yen bin ich schon ziemlich betrunken...
Es ist eben immer die Frage: Mit was? Sich dort mit Wein einn Rausch anzutrinken kann sehr teuer werden.

@topic: Nach einem reichlich besch...eidenen 26h-Dienst (Dank Zeitumstellung) bin ich wieder halbwegs wach und orientiert. Neben der Computerbastelei bin ich jetzt auch auf dem neuesten Stand. Ich weiß immer noch nicht wie sie es geschafft hat, aber Suzu hat Schwesterchen davon überzeugt zumindest ein paar Stunden eines Tanzkurses mitzumachen. Letztere wehrt sich aber vehement dagegen daß Fotos von ihr dabei gemacht werden.

Gorbalad
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Beitrag von Gorbalad » 30.10.2017 01:31

Alecto hat geschrieben:
29.10.2017 18:55
Ich weiß immer noch nicht wie sie es geschafft hat, aber Suzu hat Schwesterchen davon überzeugt zumindest ein paar Stunden eines Tanzkurses mitzumachen.
Welche Richtung? Walzer? Stepptanz? Was traditionell japanisches? Bauchtanz?

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Velym
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Beitrag von Velym » 30.10.2017 03:38

Alecto hat geschrieben:
29.10.2017 18:55
Es ist eben immer die Frage: Mit was? Sich dort mit Wein einn Rausch anzutrinken kann sehr teuer werden.
Natürlich Sake. :)
Wein kann ich in Europa genug haben und billiger und nicht auf 10 C° runtergekühlt.

Heute ist endlich wieder mal gutes Wetter, der Tropensturm ist gestern Abend an uns vorbeigezogen. Heute treffe ich ein paar amerikanische Touris zum Pokemon Go spielen in Shinjuku. Vielleicht fahren wir noch auf den Tokyo Tower und schauen uns den Sonnenuntergang an.
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Salix Lowanger
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Beitrag von Salix Lowanger » 30.10.2017 10:08

Gorbalad hat geschrieben:
30.10.2017 01:31
Alecto hat geschrieben:
29.10.2017 18:55
Ich weiß immer noch nicht wie sie es geschafft hat, aber Suzu hat Schwesterchen davon überzeugt zumindest ein paar Stunden eines Tanzkurses mitzumachen.
Welche Richtung? Walzer? Stepptanz? Was traditionell japanisches? Bauchtanz?
Salsa? Bachata? Merengue? :wink:
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Milan
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Beitrag von Milan » 30.10.2017 13:44

Heute aufgrund der Feiertagslage einen Tag Zwangsurlaub nehmen müssen.
Jetzt sitze ich mit Kopfschmerzen auf dem Sofa und vesuche einem Neffen (16) bei seiner Präsentation im Fach Englisch zu helfen.
Positiv: das Thema liegt ihm und er ist tatsächlich motiviert.
Negativ: irgendwie habe ich das Gefühl der Kerl hätte, statt seit der 5. Klasse, in seinem Leben noch nie Englischunterricht gehabt.

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Beitrag von Velym » 30.10.2017 13:49

Wegen "Unfall" auf der Strecke war ich vorhin etwas über eine Stunde in Shinjuku gestrandet. Der Zug nach Hause stand erstmal still.
Und als sie dann den Betrieb wieder aufgenommen haben, durfte ich am eigenen Leib einmal das extreme Quetschen und Drängen in einen Zug mitmachen. Festhalten? Optional, denn man steckt in einer engen Wand aus Fleisch und Knochen und Aktentaschen. Und irgendwie schaffen es die Japaner, trotzdem noch auf dem Smartphone Minigames zu spielen...
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Grinder
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Beitrag von Grinder » 30.10.2017 19:46

Demus hat geschrieben:
20.10.2017 18:57
Nachdem ich hier die letzten Wochen nahezu nur am rumlurken war gibts auch mal wieder was zu mir. Ich habe vor drei Wochen meinen ersten richtigen Job angetreten und heute die vorgesehene Trainingsphase (zwei Wochen Training, eine Woche Shadowing) beendet. Ab nächster Woche wird es also wohl ein wenig anspruchsvoller und Anfang November wird das Projekt wohl in den 24/7-Betrieb übergehen (also auch Nachtschichten und Wochenenden). Um die üblichen Fragen vorweg zu beantworten: Ich arbeite mit sozialen Netzwerken und kann aus Gründen des Datenschutzes nicht wesentlich präziser werden. Deswegen wird es von meiner Seite aus wohl wenig bis gar keine Geschichten von der Arbeit geben. Auch wenn es da echt viel zu erzählen gibt.
Soweit gefällt mir der Job wirklich gut, das Betriebsklima ist sehr angenehm und ich habe einen Haufen netter Leute aus aller Herren Länder kennen gelernt. Ich bin mal gespannt was die Zukunft da so mit sich bringt.
Wolltest du nicht mal 'ne Ausbildung im sozialen Bereich machen?
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Demus
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Beitrag von Demus » 31.10.2017 19:19

Grinder hat geschrieben:
30.10.2017 19:46
Demus hat geschrieben:
20.10.2017 18:57
Nachdem ich hier die letzten Wochen nahezu nur am rumlurken war gibts auch mal wieder was zu mir. Ich habe vor drei Wochen meinen ersten richtigen Job angetreten und heute die vorgesehene Trainingsphase (zwei Wochen Training, eine Woche Shadowing) beendet. Ab nächster Woche wird es also wohl ein wenig anspruchsvoller und Anfang November wird das Projekt wohl in den 24/7-Betrieb übergehen (also auch Nachtschichten und Wochenenden). Um die üblichen Fragen vorweg zu beantworten: Ich arbeite mit sozialen Netzwerken und kann aus Gründen des Datenschutzes nicht wesentlich präziser werden. Deswegen wird es von meiner Seite aus wohl wenig bis gar keine Geschichten von der Arbeit geben. Auch wenn es da echt viel zu erzählen gibt.
Soweit gefällt mir der Job wirklich gut, das Betriebsklima ist sehr angenehm und ich habe einen Haufen netter Leute aus aller Herren Länder kennen gelernt. Ich bin mal gespannt was die Zukunft da so mit sich bringt.
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Wollte ich. Hat sich zumindest derzeit anders ergeben.
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Beitrag von Skyvaheri » 31.10.2017 19:24

Es ist unglaublich, wie lange es jedes Mal dauert, um Daten & Programme von einem alten PC zu einem neuen zu migrieren. Plötzlich lässt sich Software nicht mehr installieren, Restore von Datenbanken mag nicht mehr und bei der De-Installation bleibt immer was übrig, was eine Neu-Installation verhindert, bis man den alten Dreck mühsam gesucht, gefunden und gelöscht hat.

Aber jetzt ist's endlich fertig... :-)

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Beitrag von Salix Lowanger » 01.11.2017 09:40

Cool! Plague Inc. gibt's auch auf Steam. Und im aktuellen Halloween-Sale ist es noch um 50% reduziert. 8-)
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Beitrag von Gilion von Gratenfels » 01.11.2017 18:33

Es sind noch genau vier Wochen zum SBK *vorfreu*

Wir haben noch immer einen Platz frei!
DSA 4.1 oder 5? Pfhh, mir doch egal welche Regeln ich ignoriere!

Rollenspiel Stammtisch Münster

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Beitrag von Suilujian » 01.11.2017 21:38

Ich würde zwar gerne, aber das geht momentan leider weder zeitlich noch finanziell bei mir hin :cry:

Nächstes Jahr vielleicht.

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Skyvaheri
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Beitrag von Skyvaheri » 02.11.2017 20:11

Münster, Whisky-Dungeon again:

1. Balvenie, Double Wood, 17 Jahre (gut)
2. Glenlivet, Archive, 21Jahre (lecker!!!)
3. Allt-A-Bhainne, 22 Jahre (neu im Angebot; Flasche für mich geöffnet - saugeil! Ein krönender Abschluss!)
:censored:

Sky

PS: Gruß an er-weiß-schon-wer-gemeint-ist! :wink:
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Beitrag von Dajin ibn sharif al'Alan » 03.11.2017 15:12

Danke, Gruß zurück :ijw: :ijw: :ijw: :ijw:

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Beitrag von Salix Lowanger » 03.11.2017 16:07

Ist es eigentlich normal, wenn ein Kollege für acht Sätze Revision lesen zwei Stunden braucht? Ist ja nicht so, dass ich übermäßig kompliziert schreibe. Zitat: "Aber ich muss ja auch dahinter stehen, was da drin steht" :???:
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Beitrag von Feuer! » 03.11.2017 20:37

Und ein weiterer Arzt in meiner "Sammlung" ... :rolleyes: Ich versuch dann mal, einen Termin bei einem Schmerztherapeuten zu bekommen, der noch in diesem Jahrtausend liegt. Und Medikament 3 im Test ... mein Arzt meinte, wir haben noch ein paar mehr zur Auswahl, vielleicht hilft ja doch endlich mal eins. :phex:

Ich habe übrigens einen Pferdebalsam gefunden, der die Haut und Muskulatur nach Einreiben wunderbar durchwärmt! Bringt zwar in der Uni herzlich wenig, aber für zu Hause ist der sein Gewicht in Gold wert!

@Salix Kommt drauf an, in welcher Sprache und Schrift er Revision lesen sollte :grübeln:
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Beitrag von Madalena » 03.11.2017 21:00

Wenn ich für jedes "du... Kann ich dich mal was fragen" einen Euro kriegen würde... :censored:

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Beitrag von Salix Lowanger » 03.11.2017 21:24

Feuer! hat geschrieben:
03.11.2017 20:37
@Salix Kommt drauf an, in welcher Sprache und Schrift er Revision lesen sollte :grübeln:
Englisch, Word Dokument.
Terroristen sind NIEMALS Gläubige.Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
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Beitrag von Talasha » 03.11.2017 21:45

Sir Isaac Newton ist der tödlichste Bastard im ganzen Weltraum!

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Beitrag von Feuer! » 03.11.2017 21:51

Salix Lowanger hat geschrieben:
03.11.2017 21:24
Feuer! hat geschrieben:
03.11.2017 20:37
@Salix Kommt drauf an, in welcher Sprache und Schrift er Revision lesen sollte :grübeln:
Englisch, Word Dokument.
Okay, dann ... nein. Wenn es jetzt klassisches Sanskrit gewesen wäre, dann vielleicht ...
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Beitrag von Vanni Fucci » 03.11.2017 22:14

Hart wie Stein, scharf wie Stahl.

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Beitrag von Milan » 04.11.2017 08:14

Da ich meinen kompletten Jahresurlaub 2017 noch aufbrauchen muss, habe ich jetzt den ersten Urlaub 2018 gebucht. Es sind zwar nur 4 Nächte in Dublin, ich freue mich trotzdem schon.

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Roach
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Beitrag von Roach » 04.11.2017 15:28

Ich bin aus der Reha zurück -leider ging sie nicht länger: gerade, als ich einen ersten Erfolg verspürte (ich habe wieder minimales Gefühl in der linken Hand),musste ich wieder weg. Ich will jetzt die (gefühlt vorteilhafte) Elektrotherapie fortsetzen ... und die linke Hand mit Qi Gong trainieren (auch das schien mir zu helfen)
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Alecto
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Wie geht's Euch grad 2?

Beitrag von Alecto » 05.11.2017 13:00

Zurück in Deutschland.

Nach dem Trubel und Chaos der letzten Tage bin ich nun zum ersten mal wieder richtig alleine - und damit zum ersten mal wieder alleine mit meinen Gefühlen, die nun in ungebremster Intensität auf mich einstürzen. Bisher habe ich mich gefühlt wie betäubt, aber die Betäubung hat nun offensichtlich komplett nachgelassen. Auch wenn ich mich nach langer Reise gerade todmüde und ausgelaugt fühle, so ist an Schlaf gerade leider nicht im geringsten zu denken. Später werde ich nochmals versuchen meine Eltern zu erreichen, aber bis dahin möchte ich gerne mir etwas "von der Seele" schreiben. Es hilft mir vielleicht meine wirbelnden Gedanken und Gefühle wenigstens ein bißchen zu ordnen. Auch wenn ich diesen Thread schon öfters zu diesem Zweck "mißbraucht" habe hoffe ich, daß das hier nicht unpassend ist. Sollte ich irgendjemandem damit auf die Zehen treten, so bitte ich ihn bzw sie diesen Post einfach zu ignorieren. Ich versuche damit mir gerade im Wesentlichen selbst zu helfen. Auch Leute, die sich nicht emotional belasten wollen, mögen diesen Post bitte überspringen, das Folgende ist alles andere als schön. Über aktuelle Schwächen in Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik und Wortwahl bitte ich hinwegzusehen.

Wer schon etwas länger hier im Thread unterwegs ist hat wahrscheinlich mitbekommen, daß bei mir und meiner besseren Hälfte die letzten Monate etwas ziemlich im Argen war. Die bisherige Geheimnistuerei bitte ich zu verzeihen, aber ich hatte den Eindruck, daß es ihr nicht recht sein würde wenn ich zu diesem Zeitpunkt öffentlich darüber kommuniziere. Auch ich selbst hatte in dieser Hinsicht Bedenken, was mir im Nachhinein fast etwas peinlich ist. Ich empfand das streckenweise als zu persönlich und wollte hier kein Katastrophentagebuch online stellen. Aber das ist nun Geschichte. Diese Geschichte um genau zu sein:

Rückblickend hat die Sache Ende April/Anfang Mai diesen Jahres angefangen. Meine Holde erzählte mir nachträglich, daß ein Knötchen am Hals tastbar gewesen sei, das aber nicht weh getan habe. Zum Arzt gehen wollte sie damit nicht, schließlich war sie komplett beschwerdefrei und Zeit dafür hatte sie ohnehin nicht. Außerdem schien sich die Sache von selbst zu bessern. Ende Mai war dann mal wieder der Gesundheitsvorsorge-Checkup der Uni fällig. Sie erwähnte dem untersuchenden Arzt gegenüber beiläufig das Knötchen am Hals, was dieser korrekt als vergrößerten Lymphknoten erkannte und daher darauf bestand Blut abzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr ich das erste Mal beiläufig davon. "Alles in Ordnung! Mach dir keine Sorgen!" waren ihre Worte. Ich maß dem ganzen zunächst auch keine wirkliche Bedeutung bei. Dementsprechend planten wir unseren baldigen gemeinsamen Urlaub im Baltikum und das Thema wurde vorerst nicht weiter erwähnt. Ungefähr eine Woche bevor es losging wurde ich von Schwesterchen angesprochen - Meine Holde habe am nächsten Tag einen kleinen operativen Eingriff, von dem sie gerade eben erst erfahren habe und ob sie mit mir darüber gesprochen habe. Als ich meine Holde darauf ansprach meinte sie "Es wird nur das Knötchen am Hals entfernt. Es ist alles in Ordnung! Mach dir keine Sorgen!" Als ich sie wenige Tage später im Urlaub traf war sie bester Dinge und versuchte Gespräche darüber möglichst zu vermeiden. Auch schien sie in keinster Weise irgendwelche Beschwerden zu haben. "Alles in Ordnung! Mach dir keine Sorgen!" An einem Abend sprach ich sie dann doch unter vier Augen nochmals darauf an und die bisher gehegte Fassade zerbrach sofort. Offensichtlich war ich der allererste dem sie sich anvertraute. Es bestand der Verdacht auf ein Lymphom. Die OP war eine Exzisionsbiopsie gewesen, kurz nach ihrer Rückkehr nach Japan habe sie einen Termin in der Hämatologie der Uniklinik zur Histologiebesprechung. Sie habe es bisher allen, inklusive Eltern und Schwesterchen verschwiegen. Sie wolle nicht, daß sich irgendjemand Sorgen macht. Sie nahm mir zudem das Versprechen ab vorerst mit niemandem darüber zu sprechen - Und ich kam ihrem Wunsch nach. "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!"

Wenige Tage nach der Rückkehr fand dann auch der Besuch in der Uniklik statt. Der ursprüngliche Verdacht hatte sich bestätigt: Es handelte sich um ein Non-Hodgkin-Lymphom. Gleich für den nächsten Tag wurde das Staging anberaumt. Meine Holde nahm die die Nachricht nach außen hin ziemlich stoisch auf, aber ich merkte ihr ihre große Angst deutlich an. "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!" Exakt zu diesem Zeitpunkt erfuhr auch der Rest der Familie von der Diagnose - Der engere Kreis versuchte sie nach Kräften zu unterstützen, der Rest sah seine Chance gekommen.... Das Staging ergab ein Stadium I nach Ann-Arbour, womit die Prognose eigentlich gut war. Parallel nutzte man die Chance für einen Port. Zuversichtlich startete sie Tage später in den ersten Zyklus der Chemotherapie unter stationären Bedingungen. Ich hatte ihr angeboten kurzfristig nach Japan zu kommen, aber sie lehnte ab. Ein Lymphom mit guter Prognose, sie selbst symptomlos und in bester Verfassung, in Behandlung an einer Universitätsklinik in der Fachabteilung mit einer der höchsten Expertisen in ganz Japan - Was soll schon groß schiefgehen? "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!". Die Chemo begann - tatsächlich nach dem aktuellsten Stand der Zeit und mit größter Sorgfalt und Akribie. Trotzdem ging es ihr innerhalb kürzester Zeit richtig, richtig, richtig dreckig: Kaum beherrschbare Übelkeit und Erbrechen, Inappetenz, Durchfälle und offene Stellen in Mund und Rachen machten ihr das Leben schwer. Sie stand alles tapfer und stoisch durch. Internet sei Dank konnte ich sie aus der Ferne so gut unterstützen wie es ging. Einen kurzfristigen Besuch meinerseits lehnte sie nach wie vor ab. Dummerweise hatte die liebe Verwandtschaft ihre Chance gewittert und wähnte sie aufgrund ihrer schlechten körperlichen Verfassung vermehrt verletzlich. Die typischerweise unagekündigten Besuche im Krankenhaus beschrieb sie als "gezielten Psychoterror". Sie wußte sich nicht weiter zu helfen und setzte über die Klinik (mit Ausnahme von Eltern und Schwesterchen) ein generelles Besuchsverbot durch.
Nach Abschluß der Behandlung schleppte sie sich direkt aus der Klinik trotz schlechter körperlicher Verfassung ohne Umweg nach Hause wieder zur Arbeit an die Uni. Die Terrorbesuche der lieben Verwandtschaft fanden nun zuhause statt, auch wenn der Rest der Familie sich Mühe gab diese zu unterbinden. Dennoch: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!"

Schon zur Entlassung aus der Klinik war sie relativ kurzatmig gewesen, dies verschlechterte sich im weiteren. Die Atemnot gipfelte eines morgens darin, daß Mutter und Schwesterchen meine Holde gegen ihren Willen nahezu mit Gewalt in die Klinik verfrachteten. Die Diagnostik ergab eine atypische Pneumonie, die sofort agressiv antibiotisch therapiert wurde. Ich bot ihr wieder an kurzfristig nach Japan zu kommen, aber: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!" Trotzdem war ihr wohl bewußt geworden wie knapp sie hier dem Tod von der Schippe gesprungen war. Wir hatten ja schon seit einiger Zeit unsere Heirat vorbereitet, nun beschlossen wir das ad hoc in die Tat umzusetzen. War es wirklich sicher daß wir dafür später noch viel Zeit haben würden? Kaori verschaffte uns über Beziehungen einen "kurzfristigen" Termin beim Gemeindeamt von Taito und ich buchte schon einmal einen Flug.
Für meine Holde begann die Vorbereitung für die nächste Chemo. Wegen der atypischen Pneumonie machte man nochmals eine Röntgenkontrolle des Thorax. Zwar waren die Infiltrate fast verschwunden, doch nun hatte man einen unverbauten Blick auf vergrößerte, parahiläre Lymphknotenpakete. Da man sich unsicher war ob diese Folge des Lymphoms oder der Pneumonie sind folgte ein ergänzendes CT. Das niederschmetternde Ergebnis: Lymphknotenpakete thorakal und abdominell. Wir hatten es somit mit einem Progress unter Chemotherapie zu tun - Von Stadium I nach III nach Ann-Arbour. Nach außen hin nahm es meine Holde weiterhin stoisch auf - innerlich brodelte es ganz offensichtlich. Sie gestand mir (damals unter dem Versprechen es niemandem, auch ihrer Familie nicht weiterzuerzählen), daß sie begonnen habe ihr Testament aufzusetzen und für den Fall der Fälle ihren Nachlaß zu regeln. Die Chemotherapie wurde angepaßt, der nächste Zyklus startete. Auch diesen vertrug sie ausnehmend schlecht - Die Probleme waren die gleichen wie beim ersten Mal: Übelkeit, Erbrechen,.... Somit war sie noch in stationärer Behandlung als ich im August in Japan aufschlug. Für den kurzen Ausflug vom Klinikum zum Gemeindeamt von Taito tauschte sie kurz ihren Katzen-Pyjama gegen ein schickes Kleid und einen Mundschutz. Wir reichten gemeinsam unsere Unterlagen ein, unterschrieben/"stempelten" den Ehevertrag und kehrten anschließend zur "Feier" im engsten Kreis in ihr Patientenzimmer zurück. Am Tag meiner Rückreise durfte sie das Krankenhaus verlassen - Und ging wieder einmal direkt zur Uni zum Arbeiten: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!"

Wie nicht anders anzunehmen war die Heirat der Stich ins Wespennest schlechthin - Die liebe Verwandtschaft drehte vollkommen hohl. Meine Holde reagierte darauf indem sie nicht nach Hause zurückging, sondern fortan wechselseitig bei Suzu und Kaori unterkam. Selbiges war auch dem Umstand geschuldet, daß sie sich aus medizinischen Gründen von DER Katze fernhalten mußte, was zuhause nicht gut funktionierte. Eltern und Schwesterchen machten sich aufgrund des verwandtschaftlichen Terrors auch erst einmal ziemlich rar. Die Verwandtschaft kochte offensichtlich und begann nun auch aktiv verbal auf mich direkt einzudreschen, was aber (nicht zuletzt wegen der 11000km Distanz) nicht wirklich überzeugend zu bewerkstelligen war. Meine Holde erholte sich etwas und ging weiter ihrer Arbeit nach. Ihr Testament hatte sie zwischenzeitlich abgeschlossen als Schwesterchen davon erfuhr. Selbige nahm die Sache sehr schlecht auf, mit Stimmungsschwankungen zwischen Depression und Agression.

An einem Freitagabend gesellten sich neue Probleme hinzu. Schmerzen waren bisher freundlicherweise bei meiner Holden kaum ein Problem gewesen, aber seit knapp einer Woche hatten sich zunehmende Rückenschmerzen entwickelt. Selbige erfuhren an diesem Freitagabend eine gewaltige Zunahme. Nachdem sie sich eine Nacht übelst gequält hatte schleppte Suzu meine Holde wieder in die Klinik, wo im Notdienst eine Einstellung mit Schmerzmitteln gelang und man sie ein paar Tage später wieder einbestellte um die Schmerzen genauer abzuklären. Die Bildgebung der Wirbelsäule zeigte hier extranodale Herde - Heißt im Klartext: Ein weiterer Progress unter Chemotherapie - Von Stadium III nach IV nach Ann-Arbour. Spätestens jetzt war klar, daß die Erkrankung nicht mehr zu "heilen" war - Wir hatten eine palliative Situation erreicht. Es ging nun nicht mehr ums Gesundwerden, sondern darum wieviel Zeit jetzt noch blieb. Das schnelle Fortschreiten der Erkrankung trotz Therapie stimmte nicht gerade zuversichtlich. Wir führten sehr lange Gespräche und ich bot ihr an kurzfristig nach Japan zu kommen, was sie erneut ablehnte. "Das mach'lieber später, noch bleibt mir etwas Zeit. Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!". Nach außen hin nahm sie die Sache weiterhin äußerst stoisch. Sprach ich sie alleine, was äußerst oft und lange vorkam, dann sah das anders aus: "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber der Gedanke langsam und schmerzvoll dahinzusiechen erfüllt mich mit Panik." In diesem Zusammenhang kam sie auch ganz offen, wenn auch nur mir gegenüber auf das Thema Suizid zu sprechen. "Soll ich die Sache nicht selbst in die Hand nehmen so lange ich noch kann? Alles erscheint mir besser als langsam und unter Schmerzen am Krebs zu krepieren." Trotzdem: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!" Eine Person die das definitiv anders sah war Schwesterchen, welche die Nachricht über die palliative Situation ganz miserabel verkraftete.

Es folgte eine Krisensitzung mit allen beteiligten Fachdisziplinen. Meine Holde einigte sich mit Ihnen auf eine Intensivierung der Schmerztherapie und eine Bestrahlung der Herde in der Wirbelsäule, sowie eine supportive Therapie. Den Versuch einer palliativen Chemotherapie lehnte sie strikt ab. Hauptziel war nun noch möglichst viel Zeit zuhause (und auf ihren Wunsch: bei ihrer Arbeit) zu verbringen. Sie zog wieder zuhause ein und versuchte möglichst normal ihren Arbeitsalltag weiterzuführen. Nachdem Schwesterchen nahezu gewaltsam einige Überraschungsbesuche der lieben Verwandtschaft unterbunden hatte nahm meine Holde auch das in die Hand. Sie bot den meisten dieser Personen Einzelgespräche unter vier Augen unter Berücksichtigung der "besonderen Situation" und unter vorheriger Ankündigung an, was die Sache zwar nicht löste, aber deutlich entschärfte. Denjenigen, die sich darauf einließen, konnte sie tatsächlich erfolgreich vermitteln, daß der nun schon seit Jahren geführte Streit nun Inhalt und Bedeutung verloren hatte. Das waren erfreulicherweise nicht wenige. Der Rest? "Mit diesen Sausäcken möchte ich nichts mehr zu tun haben!" - Und Schwesterchen war mehr als gewillt diese Leute ihr aktiv vom Hals zu halten. Auch Kaori und Suzu kümmerten sich in dieser Zeit aufoperungsvoll um sie. Ich selbst tat aus der Ferne was mir möglich war - Dem Internet und DHL sei Dank. Zudem fühlte ich bei meinem Chef vor ob es trotz Urlaubssperre möglich wäre spontan für ein paar Tage nach Tokyo zu reisen. Selbiger zeigte sich zum Glück sehr verständnisvoll. Sie selbst kämpfte mittlerweile mit diversen Beschwerden, aber sie versuchte weiterhin einen normalen Alltag aufrechtzuerhalten. Sie blieb dabei: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!"

Sie hatte schon versucht mich vergangenen Dienstag abends zu erreichen, aber gegen Mitternacht bekam ich Nachricht von Kaori: Meiner Holden gehe es seit einigen Tagen deutlich schlechter, sie sei gerade eben aufgrund Atemnot und sehr starker Schmerzen stationär aufgenommen worden. Dieses mal hielt ich keine echte Rücksprache mehr mit ihr selbst. Ich informierte sie "Ich komme JETZT", wogegen sie zwar protestierte, was mir aber weitgehend egal war. "Es wird schon alles gut! Mach dir keine Sorgen!" waren ihre Worte, aber sie wirkte im Nachhinein betrachtet merkwürdig glücklich. Ich klärte alles auf die Schnelle mit Kollegen/Chef, was Dank des Feiertages nicht wirklich einfach war, buchte Hals über Kopf zu einem Halsabschneiderpreis den nächsten irgendwie verfügbaren, realistischen Flug nach Tokyo und saß mittags bereits mit Minimalgepäck im Flieger.
Schwesterchen sammelte mich am Morgen darauf in Haneda ein - Der Weg ging direkt vom Fluhafen ins Klinikum, wo sie im Gegensatz zu den Voraufenthalten in einem Einzelzimmer einquartiert war. Ich war überglücklich sie persönlich wiederzusehen. Als ich ins Zimmer kam ging es ihr ganz ordentlich. Zwar bekam sie etwas Sauerstoff via Nasensonde und ein Perfusor (vermutlich mit Opiaten) lief, war aber ansonsten guter Dinge und war gerade dabei Klausuren zu korrigieren. Sie war deutlich stärker abgemagert als die Internet-Bildübertragung es suggeriert hatte und kam nur unter sehr großer Mühe und mit Hilfe aus dem Bett - Aber sie strahlte mich an. Suzu und Kaori stießen später zu uns und wir hatten eine tolle Zeit gemeinsam bis uns die Nachtschicht der Pflege freundlich aber bestimmt hinauskomplementierte. Da Schwesterchens Atelier relativ nah zur Klinik liegt übernachtete ich mit ihr gemeinsam dort um am nächsten Tag möglichst früh wieder in der Klinik zu sein - Den einen vollen Tag vor meinem Rückflug wollte ich nutzen. Als ich morgens zusammen mit Schwesterchen bei ihr eintraf ging es ihr relativ mäßig. Mehr Atemnot und mehr Schmerzen machten ihr Probleme. Sie wirkte deutlich angestrengter als am Vortag. Mit Ausnahme ihres geliebten Tees war das Frühstück unberührt. Dennoch: "Es wird alles gut! Mach dir keine Sorgen!" Wir haben den Tag über vergleichweise wenig geredet, die meiste Zeit saß ich einfach Hand in Hand bei ihr am Bett. Auch Schwesterchen war fast ununterbrochen da. Am frühen Nachmittag stießen für ein paar Stunden auch noch ihre Eltern zu uns. Mit Ende der Besuchszeit mußten wir uns wieder auf den Weg machen. "Gute Nacht meine Liebe - Ich schaue morgen vor meinem Abflug nochmal bei Dir vorbei" Sie antwortete mit einem Lächeln: "Es wird alles gut. Mach dir keine Sorgen. Sayonara mein Geliebter." - Ich Riesen-Riesen-Riesen-Rindvieh habe mal wieder überhaupt rein garnicht kapiert, was sie mir da gerade gesagt hatte! Da lernt man jahrelang Japanisch, meint die Sprache zu verstehen und bekommt nicht einmal die allersimpelsten, allereinfachsten Dinge mit! Dafür könnte ich mich immer noch selbst in den Hintern treten! Selbst ein Schüler nach der allerersten Japanischlektion kapiert so etwas sofort. Ich bin einfach viel zu blöde!
Wie dem auch sei: Zusammen mit Schwesterchen machte ich mich auf den Weg in ihr Atelier zum Übernachten - Vor dem Rückflug wollte ich in der Früh nochmals in die Klinik.

Ungefähr um 4:00 Uhr morgens wurden wir durch das Klingeln von Schwesterchens Handy geweckt. Schwesterchen nahm ab, lauschte kurz dem Anrufer (ich meine die Stimme ihrer Mutter erkannt zu haben) und legte nach einem leisen "wakatta" ("Ich habe verstanden") auf. Sie war leichenblaß und sah mich stumpf an, dann begann sie sich umzuziehen. Ich hatte verstanden was los war und folgte ihr zur Klinik. Nach einem Fußmarsch, der eine gefühlte Ewigkeit dauerte betraten wir das Zimmer. Es war dunkel - still - vollkommen still. Es war vorbei. Alles war vorbei.

Die folgenden Ereignisse waren wie in Trance. Auch jetzt fühlen sie sich noch vollkommen unwirklich an. Ich kann nicht genau sagen wie lange wir schweigend im Zimmer standen. Irgendwann waren plötzlich auch ihre Eltern und Kaori da. Schwesterchen hing schluchzend an meinem Arm, ansonsten standen wir nur gemeinsam da und schwiegen. Alles war friedlich.
Irgendwann zupfte Kaori mich am Ärmel: "Es ist Zeit". Schwesterchen stürmte weinend aus dem Zimmer. Ich wollte mich noch von den Eltern verabschieden, aber Mutter unterbrach mich noch bevor ich ein Wort sagen konnte: "Du brauchst nichts sagen. Wir wissen es schon. Vielen Dank daß Du gekommen bist." Ich nahm in aller Stille einen letzten Abschied von meiner Frau, verbeugte mich tief vor den Eltern und verlies das Zimmer.

Kaori lieferte mich in Haneda ab und begleitete mich bis knapp vor die Security - Ich fühlte mich derart neben der Spur, wahrscheinlich hätte ich mich ohne sie auf dem Weg zum Flughafen trotz bestens bekannter Strecke komplett verfranst. Den ganzen Weg schwiegen wir, erst zum Schluß ergriff sie das das Wort: "Ihr ging es die letzten Tage schon sehr schlecht. Sie hat wie immer versucht das uns allen gegenüber herunterzuspielen. Ich hatte befürchtet, daß es bereits viel früher zu Ende geht. Sie hat nur noch auf dich gewartet, dann hat sie losgelassen." Sie umarmte mich kurz. "Du weißt doch: Mach dir keine Sorgen! Alles wird gut!". Sie schluchzte kurz, drehte sie sich um und hastete schnell davon.

Obwohl ich die gesamte Rückreise über wach war erinnere ich mich kaum an Details. Alles um mich herum wirkte wie ein böser Traum. Die Stewardessen schienen aber um mich besorgt zu sein, anscheinend machte ich nicht wirklich einen guten Eindruck. Die Rückfahrt nach Hause agierte ich wie ferngesteuert, alles schien automatisch abzulaufen. Nun bin ich wieder hier und habe den Eindruck zum ersten Mal in den letzten Tagen wieder klar zu sehen. Meine Gefühle setzen mir gerade sehr zu. Der Schmerz dringt nun ungefiltert zu mir durch. Ich weiß nicht was ich machen soll um die Schmerzen und die Leere in mir zu bekämpfen, wie ich diesen Verlust bewältigen soll. Was wird die Zukunft nun bringen? Ich kann es mir im Augenblick nicht vorstellen. Kann irgendetwas dieses Loch wieder füllen? Aber vielleicht sollte ich mir wirklich keine Sorgen machen. Wie sagte die Person, deren Meinung ich immer extrem hoch geachtet habe und die eigentlich immer recht behalten hat: "Mach dir keine Sorgen! Alles wird gut!"

Sayonara, meine Geliebte!

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Beitrag von Zornbold » 05.11.2017 13:14

Fürchterlich. :(
Ich wünsche dir, dass du die nun benötigte Kraft aufbringst und auch in deinem Umfeld den benötigten Halt findest.

Fenia_Winterkalt
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Wie geht's Euch grad 2?

Beitrag von Fenia_Winterkalt » 05.11.2017 13:29

Ja.. ich bin absolut sprachlos... wir alle hatten ja auch ein wenig Teil an eurer Geschichte, kannten sie .. auf eine seltsame, unwirkliche Art ein bisschen..
Einen guten Rat habe ich nicht.. der Tod trifft einen immer unvorbereitet.. nicht allein sein wenn man es nicht will hilft vielleicht etwas beim ertragen.. reden.. sich mit Menschen auszutauschen die einen kennen, den anderen kannten..

Ich kann versuchen pragmatisch zu sein und dir anbieten das wir dir einen geschützten Bereich einrichten wo du dich mit Leuten hier austauschen kannst die dir vielleicht näher stehen, und wo es nicht ganz so öffentlich ist. Wenn du das möchtest. Ein Schutzraum.

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Wie geht's Euch grad 2?

Beitrag von Raskir » 05.11.2017 13:29

Das tut mir für euch beide und den Rest der Famlilie so unendlich leid, daß es so und in so kurzer Zeit geendet ist.
Das muß ich selber erstmal verdauen.
Das Angebot steht!
Zuletzt geändert von Raskir am 05.11.2017 13:39, insgesamt 1-mal geändert.
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