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Beitrag von Rhonda Eilwind » 10.11.2017 15:45

@Jadoran

Danke - und hat das Ganze kein Bild, oder muckt youtube bei mir?

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Beitrag von Jadoran » 10.11.2017 15:48

Es hat nur ein Standbild... aber ob der Mann so sehenswert wäre, wenn er einem erklärt, wie Menschen seiner Ansicht nach sein sollten anstatt sich Gedanken zu machen, wie man mit den real exisierenden Menschen hinkommt...

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 10.11.2017 16:55

Schwer zu sagen...

Ich hab hier irgendwie regelmäßig Probleme mit Videos (meine Hardware ist schon ziemlich alt) - ich hab mich halt gefragt, ob es daran liegt, dass sich da wieder nichts tut, oder ob es einfach so sein sollte, dass sich da nichts bewegte.

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Beitrag von Der Wanderer » 10.11.2017 18:11

Madalena hat geschrieben:
09.11.2017 23:27
a) Intelligenz ist heutzutage einfach der wesentlich wichtigere Aspekt, und hat auch mehr Potenzial herabzusetzen oder zu verletzen. (Ich kenne genug Menschen die freimütig ihre körperlichen Defizite eingestehen, aber Menschen die sich selbst als dumm bezeichnen sind sehr selten. Dummheit wird m.E. als viel schwerwiegenderer Makel angesehen.)
Ich denke, es liegt daran, weil es unser Menschsein angreift. Einen Körper zu haben, der nicht optimal funktioniert, ist vielleicht ärgerlich bis belastend, stellt aber (meist) nicht unsere Identität in Frage. Mangelnde Intelligenz allerdings hieße, dass wir die Grundlage für freies Handeln - und das ist ein konstituierendes Element für das Dasein als Mensch - nicht recht beherrschen. Wir sind zu dumm, richtige Entscheidungen zu treffen, weil wir zu kurz denken. Oder nicht ausreichend.

Mal davon abgesehen, dass Intelligenz nur schwer zu greifen ist (auch mit einem IQ von 140 kann man sich wie ein Idiot benehmen), ist das Ganze natürlich auch recht illusionär. Gerade der Punkt der freien Entscheidung. Ich bin zwar auch der Meinung, dass hohes Reflexionsvermögen in der heutigen Zeit eine kaum zu unterschätzende Fähigkeit ist, aber es hat dennoch natürlich Grenzen.
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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 13:38

So - nachdem kurzzeitig Ruhe eingekehrt war, gieß ich mal Öl auf die ersterbende Glut, oder so...

Und nachdem ich ja bisher eher mit "anekdotischer Evidenz" oder auch nur mit Anekdoten wuchern konnte, kam mir gerade beim arbeitsbedingen Newsletter-Durchforsten folgendes akademisch unterfütterte Stimmungsbild ins Postfach geschneit, das ich hier erstmal unkommentiert zur Diskussion stelle:

http://www.wissenschaft.de/kultur-gesel ... hmerinnen/

Eine einzige Anmerkung erlaube ich mir vorweg noch:

Es ist theoretisch möglich, die Frage zu stellen, warum Arbeitgeber Arbeitnehmerinnen "locken" sollten - dass sie es bisher nicht tun, habe ja gezeigt, dass es nicht nötig und nicht sinnvoll sei -, und damit jegliche inhaltsbezogene Diskussion schon im Ansatz abzuwürgen.

Es ist aber durchaus auch möglich, den Umstand, dass die Studie existiert, so zu interpretieren, dass es Leute für erforderlich halten, das zu tun, und wissen wollten, wie es am besten gelingt. :hallo:

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Beitrag von Der Wanderer » 15.11.2017 14:31

Rhonda Eilwind hat geschrieben:
15.11.2017 13:38
Es ist theoretisch möglich, die Frage zu stellen, warum Arbeitgeber Arbeitnehmerinnen "locken" sollten - dass sie es bisher nicht tun, habe ja gezeigt, dass es nicht nötig und nicht sinnvoll sei -, und damit jegliche inhaltsbezogene Diskussion schon im Ansatz abzuwürgen.
Aus meinem beruflichen Feld habe ich den Eindruck, dass es immer mehr einen Wettbewerb um gute Fachkräfte gibt - bedingt sicherlich auch durch einen aufkommenden Fachkräftemangel. (Ist natürlich branchenabhängig.) Und zu den Fachkräften gehören freilich auch Frauen. (Auch wenn das vermutlich je nach Branche auch unterschiedlich gesehen wird. :wink: )

Übrigens sagt das verstärkte Locken und auch Einstellen von Frauen nicht so viel darüber aus, welche Karrieremöglichkeiten bestehen bzw. wo diese enden. Es gibt ja sogar Firmen, in denen Frauen die überwiegende Anzahl an Angestellten stellen, die höheren Positionen aber dennoch ganz überwiegend von Männern gestellt werden. Das hat sicherlich verschiedene Gründe, aber eben auch unrühmliche ...
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Beitrag von Desiderius Findeisen » 15.11.2017 14:36

Ich finde es logisch, dass Frauen sich lieber bei einer Firma bewerben, bei der sie nicht das Gefühl haben dort nur Quotenfrau zu sein während Männer selbstverständlich das Sagen haben, sondern eben bei Firmen, bei denen sie das Gefühl haben, dass dort Frauen ganz normal in den Berufsalltag integriert sind.
Den meisten Männern ist das wohl egal.
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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 16:41

Klar ist das logisch - aber nachdem hier teils vehement abgestritten wurde, dass das a) erforderlich und b) als Anspruch berechtigt sei, scheint das durchau nicht für jeden zu gelten. ;)

Außerdem war mir persönlich der erste Teil (der mit der Familienfreundlichkeit, dem Bedürfnis danach und der Art, wie so ein Angebot von Frauen wahrgenommen wird) ehrlich gesagt wichtiger (weil mir der zweite auch logisch oder zumindest einleuchtend vorkommt).

Für mich zeigt der erste Teil, dass jüngere Frauen in der Tat keine 'Bevorzugung" wollen, und keinen "Ausgleich", sondern einfach die Möglichkeit, die Belastungen durch die Überschneidung Familie/Arbeit bei Bedarf gerechter auf beide Partner zu verteilen.

Und dass sich zumindest die Männer, die auch Familie wollen, sich ähnliches wünschen.

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Beitrag von Andwari » 15.11.2017 17:59

Fiese Falle:
Die Vergleichsgruppe bekam also nur einen Stellenausschreibungstext, und die anderen irgendwie mehr Infos?
=> Klar, dass die Firmen mit mehr Infoweitergabeattraktiver sind, ich behaupte mal das ist wichtiger als ob das attraktiv wirkende Eingehen auf Bewerber sich auf Thema X oder Y bezieht oder von Männern oder Frauen vermittelt wird. Damit wankt die zentrale Schlussfolgerung, dass Firmen mit mehr Präsentation von familienfreundlichen Features attraktiver sind als andere - dafür hätte man in der Vergleichsgruppe halt doch über Firmenwagen, Fitness-Studio oder den kostenlosen Kaffeeautomaten reden müssen.

Lockt man mit familienbezogenen Themen nur Frauen? Das steht da nicht.

Der zweite Teil ist interessanter - aber auch auf halbem Weg steckengeblieben: "Merken" die männlichen Bewerber nicht, dass ihnen Quoten-Vorstände begegnen, halten die die alle für Leistungsträger oder ist ihnen nur deren Geschlecht egal? Dass man mit Personalern später sehr wenig zu tun hat, sollte bekannt sein - und entsprechend wenig Einfluss haben. Selbst Führungskräfte (waren die Studis für solche Positionen vorgesehen) werden vmtl. eher unter demotivierten Selbsterhaltungs-Personalabteilungen insgesamt leiden als unter der Person der Personaler-Leitung.

Mit der Unterstellung, "Personalchefin" sei automatisch "Quotenfrau" stellen sich mMn viele weibliche Studis ein schlechtes Zeugnis bzgl. "Kenntnis von Betriebs-Realität" aus - weil schlicht in vielen mittelständischen Unternehmen das Angebot für weibliche Fertigungsleiter, technische & kaufmännische GF usw. fehlt. Da sitzen ja kaum Berufsanfänger, und es wird eben nicht die aktuelle Ausbildungssituation abgebildet, sondern die von 1975-X und die nachfolgenden Karrieren.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 18:05

@Andwari

Nein, das steht da nicht - "nur Frauen" habe ich aber doch auch nicht behauptet?

Ich bin in meinem Beitrag allerdings tatsächlich nur auf das eingegangen, was laut Zusammenfassung die befragten Frauen wollten, und weniger auf das, was die Männer wollten.

Das heißt nicht, dass in dem Text selbst nur etwas über Frauen steht.

Der Punkt ist noch nicht einmal, dass Männer, wie auch Frauen, auf Familienfreundlichkeit stehen. Das war doch gar nicht die Kernaussage!

Der Punkt ist, dass Frauen dann noch mehr auf familienfreundliche Angebote stehen, wenn diese so vermittelt werden, als würden die nicht ganz selbstverständlich nur für Frauen gelten, sondern eben für alle Mitarbeiter gleichermaßen.

Weil sie dann evtl. das Gefühl haben, fairer behandelt zu werden, und eben nicht so, als sei es selbstverständlich ihre Aufgabe, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, und man würde sie nur großzügig dabei unterstützen, weil sie es ja leider nötig hätten... - mal sehr überspitzt formuliert.

Denn es gab drei Gruppen. Nicht bloß zwei.

Die eine, die nur allgemeine Info kriegte, und zwei mit Infos zur Familienfreundlichkeit, jeweils dargebracht als Erfahrungsbericht, einmal von einer Frau und einmal von einem Mann.

Und die Infos vom Mann kamen - s.o. - besser an. Es wirkt also auf Frauen besser, wenn ein Unternehmen sich nicht nur als "mütterfreundlich", sondern als "familienfreundlich" verkauft.

---

Edit @ Quotenfrau

Ich persönlich denke, den Männern war das egal, weil es sie schlicht nicht betrifft. Die müssen nicht jetzt schon überlegen, wie groß oder klein ihre Chance auf einen Führungsposten in diesem Unternehmen grundsätzlich sind, so lange nicht die Frauen die Mehrheit bilden... ;)

Zum Thema "Schlechtes Zeugnis zu Kenntnissen der Betriebsrealität, weil kein Überblick über die letzten 30 Jahre" kann ich nur sagen, dass man dem Text nicht entnehmen kann, wie viel besser die männlichen Studis in dieser Hinsicht dastehen und ob die das Thema bis in diese Tiefen durchdrungen haben. Ich vermute mal ganz stark, nein. :)
Zuletzt geändert von Rhonda Eilwind am 15.11.2017 18:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Andwari » 15.11.2017 18:32

Hab ich nicht gesagt, dass Du das behauptet hast - nur welche Schlussfolgerungen zieht man denn aus dem Text, bzw. dem nachfolgend von mir noch mal "entstellten" ersten Untersuchungspunkt:

Weibliche Management-Trainees finden es besonders attraktiv, wenn ihnen Familienfreundlichkeit von männlichen Führungskräften präsentiert wird - männliche Trainees empfinden die Präsentation ähnlich attraktiv aber ohne Berücksichtigung des Präsentierenden.
=> Man muss mMn schon ziemlich querdenken und einen gewollten Klischeebruch des Unternehmens unterstellen ("unseren Betriebskindergarten zeigt Ihnen noch Herr Müller, nicht Frau Maier") um das besonders attraktiv zu finden + man muss gerade den Klischeebruch positiv verstehen und nicht als neutral oder gar negativ. Es geht schon nicht mehr um das positive Angebot des Unternehmens ("wir haben einen Betriebskindergarten") sondern um deren Präsentation. Und das auch noch eingebettet in die doppelte Rahmenhandlung einer Rollenspielsituation (Hineinversetzen in ein Bewerbungs-Gespräch), die vllt. nur noch vom Umweltmanagement-Audit der Ölbohrfirma in Punkto "surreale Situationen im Betrieb" übertroffen werden kann.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 18:42

@Andwari

Dann hab ich dich missverstanden. Tut mir leid.

Zur Interpretation siehe meinen letzten Beitrag über deinem.

Für den Rest - also um den Realismus der Situation zu beurteilen - fehlt mir vermutlich der Einblick in die Betriebsrealität. :D

Ich war ziemlich lange wiss. Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst, alle meine stattgehabten Bewerbungen und Gespräche fanden zufällig ebenfalls dort statt, und nun bin ich seit über 10 Jahren Freiberuflerin... Da fehlt's mir definitiv an Einblick.

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Beitrag von Andwari » 15.11.2017 19:07

Ich krieg da aktuell viel mehr Klischee-Bestätigung als ich manchmal möchte - bezogen auf Männlein/Weiblein nur am Rande, eher bezogen auf Alter, Intrigenstatus, Themen-erfinden-die-keiner-braucht, Führungskräfte in bestimmten Branchen usw. Eigentlich keine Woche, die ohne Klischee-Klatsche ankommt.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 19:31

Ach, es gibt ja an sich kein Klischee, das völlig aus der Luft gegriffen ist - das wird dir jede Frau bestätigen. ;)

(In anderen Worten, da nehmen sich die beiden glaube ich nichts)

Die Frage ist, was steckt dahinter, wie kommt es, und kann oder muss man es ändern?

Oder ist es manchmal nur die Sichtweise, die zwischen "Themen, de keiner braucht", und "Aspekten, die wir bisher immer vernachlässigt haben" unterscheidet?

Mein Punkt war ja, dass Männer und Frauen in der Tat unterschiedlich sind - Ursachen mal dahingestellt. :ijw:

Nun weiß ich nicht, was dir im Detail gerade das Leben sauer macht, von daher kann es sein, dass ich an deiner eigenen Situation voll vorbei schreibe. :)

Aber ich beobachte oft Folgendes - auch schon in dieser Diskussion [Edit: ausdrücklich bisher nicht mit dir!! :) ]

Viele Männer können Frauen nur so lange als 'gleichwertig' akzeptieren, wie sie sich genau so verhalten, wie Männer.

Tun sie das nicht, sondern verhalten sie sich offensichtlich wie Frauen, werden sie fast sofort als "Belastung" oder Plage gesehen, und ihre Diskussionsbeiträge als sinnlos und überflüssig, weil sie dem Manne nicht sofort einleuchten.

Weil "weibliches" Verhalten nicht nur als "anders" gewertet wird, sondern automatisch als "minderwertig".

"lächerlich", "albern", "unsachlich", "unfokussiert", "sinnlose Diskussionen provozierend"

Nein,schreib mir bitte nicht, dass bestimmte Strategien sich bewährt haben und es sinnlos ist, alles infrage zu stellen, und dass es dann ja einfach sein kann, dass die Frauen die schlechteren Ideen haben. Das bestreite ich gar nicht.

Aber ich bestreite, dass es grundsätzlich immer so ist. Oder dass die idee dann schlecht ist, weil sie von einer Frau kam. Vielleicht hätte sie auch ein Mann gehabt, und dann wäre sie immer noch schlecht gewesen. Es hätte aber niemand gesagt: "war klar, dass ein Mann diese Idee hatte" - sondern höchstens: "war klar, dass xyz diese Idee hatte!"

Und das ist für mich tatsächlich ein wesentlicher Unterschied, ( den Männer übrigens nach meiner Erfahrung häufig als völlig bedeutungslos und nicht sachbezogen ansehen. Betrifft sie selbst aber ja auch nur selten.)

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Beitrag von Andwari » 15.11.2017 19:57

Nicht "Leben sauer machen" - sondern nur so klischeeüberladene Situationen, dass man sich teilweise fragt, wo die Kamera versteckt ist. Ich lächele und bin froh, denn es könnte schlimmer kommen. ;-)

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 22:34

Andwari hat geschrieben:
15.11.2017 19:57
Ich lächele und bin froh, denn es könnte schlimmer kommen. ;-)
Au weia...???

Aber so lange das noch ohne technische Hilfsmittel geht, geht's ja vielleicht noch. :lol:

Ich frage mich übrigens gerade, wie es passieren konnte, dass ich mich hier in wenigen Tagen in die Rolle (oder das Klischee?) der humorlosen Frontkämpferin des Feminismus begeben habe... :zorni: :grübeln:

Anscheinend war die Position noch nicht vergeben. :rolleyes:

(Und außerdem bin ich langsam zu alt, sprich, nicht mehr gelenkig genug für das: :cheer: - obwohl es unbestritten mehr Spaß machen würde. :) )

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Beitrag von Eulenspiegel » 15.11.2017 23:00

Andwari hat geschrieben:
15.11.2017 18:32
Man muss mMn schon ziemlich querdenken und einen gewollten Klischeebruch des Unternehmens unterstellen ("unseren Betriebskindergarten zeigt Ihnen noch Herr Müller, nicht Frau Maier") um das besonders attraktiv zu finden + man muss gerade den Klischeebruch positiv verstehen und nicht als neutral oder gar negativ.
Bei der Bewertung eines Unternehmens läuft viel unbewusst ab. Es ist denke ich weniger so, dass die Bewerber jetzt wirklich quergedacht haben und den Unternehmen etwas unterstellt haben. Ich vermute eher, dass es eine unbewusste Entscheidung war.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 15.11.2017 23:22

Andwari hat geschrieben:
15.11.2017 18:32
an muss mMn schon ziemlich querdenken und einen gewollten Klischeebruch des Unternehmens unterstellen ("unseren Betriebskindergarten zeigt Ihnen noch Herr Müller, nicht Frau Maier") um das besonders attraktiv zu finden + man muss gerade den Klischeebruch positiv verstehen und nicht als neutral oder gar negativ.
Ja, aber es ging doch darum, dass bei der Auswertung herauskam, dass dieser Klischeebruch als positiv empfunden wurde. Genau das war das Ergebnis.

Wobei ich es mit @Eulenspiegel halte und denke, dass das eher eine Entscheidung für oder gegen ein Gefühl war.

Und die gibt es definitiv - nicht nur bei Frauen, übrigens. Aber auch. ;)

Edit:

Hier nochmal eine anderen Zusammenfassung der Studie - etwas anders gewichtet und ausführlicher, wenn auch vermutlich nur, weil man ja eine neue Überschrift erfinden muss, und die nicht einfach aus der offiziellen Pressemitteilung klauen sollte, wenn man eine Pressemitteilung einer Univbersität für einen Newsletter verwurstet:

https://www.hs-owl.de/hsnews/news/newde ... en-ab.html

Demnach erfolgte die Interpretation der Studie mit den weiblichen Führungskräften in Richtung "Wahrnehmung als Quotenfrau" anhand zusätzlich geführter qualitativer Interviews.

---

[Edit]

@Andwari

Um es vielleicht mal etwas strukturierter zu formulieren.

Dein Argument liest sich für mich so.

"Das Ergebnis der Umfrage ist ABC wegen des Umstands XYZ. Das kann nicht sein, denn das würde ja heißen, das Ergebnis wäre ABC wegen des Umstands XYZ. Und diese Annahme ist so absurd, dass die Interpretation fehlerhaft sein muss. Denn niemand würde wohl ABC wegen XYZ denken!"

Diese Argumentation ist mE nicht schlüssig, denn ihrzufolge bräuchte man ja überhaupt kein Ergebnis zu veröffentlichen, das in irgendeiner Weise ungewöhnlich und anders ist, als zu erwarten wäre. Weil man ja davon ausgehen müsste, dass niemand so denkt. ;)

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Beitrag von Madalena » 17.11.2017 09:47

Ich sehe den Klischeebruch eher als Indiz: Je traditioneller die Geschlechterrollen gehandhabt werden, desto eher wird man "Familiengedöns" zur Frauensache machen. Je gleichberechtigter das Unternehmen denkt, desto eher werden die Chancen, einen Mann bzw. eine Frau auf diesen Posten zu setzen 50:50 verteilt sein.

Eine für "Familienpolitik" zuständige Frau lässt also erstmal keinen Schluss auf die Haltung des Unternehmens zu. Ist es allerdings ein Mann, kann man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass bei der Besetzung der Stelle keine Geschlechterklischees ausschlaggebend waren.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 17.11.2017 11:26

Madalena hat geschrieben:
17.11.2017 09:47
Ich sehe den Klischeebruch eher als Indiz: Je traditioneller die Geschlechterrollen gehandhabt werden, desto eher wird man "Familiengedöns" zur Frauensache machen.
Ja - ich denke, genau diese Überlegung ging - im zweiten Studienteil - Aus den Interviews hervor.
Madalena hat geschrieben:
17.11.2017 09:47
Eine für "Familienpolitik" zuständige Frau lässt also erstmal keinen Schluss auf die Haltung des Unternehmens zu. Ist es allerdings ein Mann,
ergänze... und ist zugleich eine Frau auf einem Posten angestellt, der früher als traditionelle Männerdomäne galt
Madalena hat geschrieben:
17.11.2017 09:47
kann man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass bei der Besetzung der Stelle keine Geschlechterklischees ausschlaggebend waren.
Wenn es nur der Mann auf diesem Posten wäre (etwa, weil alle anderen Posten auch männlich besetzt wären), würde ich mir z.B. spontan denken, dass Frauen da überhaupt keine Beförderungsschancen hätten, und die Familienpolitik der Firma u.U. alles andere als familienfreundlich wäre.
(Natürlich ist auch das ein Vorurteil - aber, sagen wir mal, eines, das auf jahrelanger Beobachtung/einer gewissen Vorfahrung basiert.)

Das gilt für den zweiten Teil der Studie.

Im ersten Teil, wo es nur darum ging, das allgemeine Infos über die Familienfreundlichkeit des Unternehmens durch Erfahrungsberichte von Mitarbeitern abgerundet wurden, wäre der Effekt für mich persönlich ziemlich genau so, wie du es beschreibst:

1) Beim Lesen der allgemeinen Informationen: "Oh, die tun ja einiges für Familien und werben auch damit. Das ist schonmal gut!"
und
2) Wenn ein Mann aus eigener Sicht darüber berichten würde: "Oh, wow, das heißt, hier hat man auch nichts dagegen, wenn Männer diese Maßnahmen in Anspruch nehmen. Schön. :) "

Denn ich weiß von mir selbst - bzw. in dem Fall von meinem Mann bzw. seinen früheren Arbeitsstellen - dass das nicht in allen Firmen selbstverständlich ist.

In dem Betrieb, wo er zuletzt war, war der Chef (von der Firma) sehr konservativ-christlich orientiert. Auch sehr sozial engagiert. Woraus folgte: Er hat Familien und Kinder (ich meine, er hatte selber 4 oder 5) wirklich überdurchschnittlich stark gefördert. Ging aber zugleich davon aus, dass eigentlich nur die Mitarbeiterinnen diese Maßnahmen, speziell bei Teilzeit und Co. wirklich voll in Anspruch nehmen sollten. Dass Väter mehr als die obligatorischen 2 Monate Elternzeit nehmen wollten, fand er total unverständlich und hat (unabhängig von der Person, also regelmäßig) sehr deutlich gemacht, dass er das gar nicht gern sieht. Und auch in Sachen Familienklima sehr überflüssig findet. Weil kleine Kinder eher die Mütter als die Väter brauchen.

D.h., selbst Männer, die gern modern handeln wollten, hatten es dort ungleich schwerer, das zu tun.

Also, ja, selbst wenn ich aus der Familienplanung jetzt raus bin, wäre ein Firma, bei der ich den Eindruck habe, sie tut was für Familien und denkt dabei "modern" und berücksichtigt Männer wie Frauen gleichermaßen, für mich attraktiver als eine, wo das gleiche gilt, aber möglicherweise nur für Mütter.

Dass natürlich die Firma grundsätzlich attraktiver ist, die einem anscheinend zum Gehalte noch sonstige Boni (egal welcher Art) anbietet, wie @Andwari eingewendet hat, ist natürlich richtig.

Es bleibt aber selbst dann immer noch der messbare Unterschied zwischen der Reaktion auf den männlichen und dem weiblichen Erfahrungsbericht.

Dass mit der Vergleichsgruppe (die nur die Baisinformationen erhielt) nicht über sonstige Boni gesprochen wurde, ist mE unerheblich, denn das hat man mit den beiden Gruppen, die die Familien-Infos erhielten, ja auch nicht getan.

Wenn überhaupt, hätte man, um das Szenario realistischer zu machen, allen drei Gruppen zum Familienpaket noch dassd gleiche sonstige Bonuspaket präsentieren müssen.

Bleibt die Frage, ob man das dann nicht auch weglassen kann.

Evtl. darum nicht, weil mit der Familienfreundlichkeit als einzigem Bonus schnell der Eindruck entsteht: "Die anderen bieten gar nichts, die hier immerhin gute Teilzeitregelungen." - Dann würden die Ergebnisse mehr oder weniger stark in Richtung "Familienfreundlichkeit" verzerrrt.

Aber um beurteilen zu können, wie stark so ein Effekt ist, kenne ich mich mit dieser Art von Befragungen nicht gut genug aus.

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Beitrag von Andwari » 17.11.2017 17:11

@Rhonda Eilwind
1. Es ging mir beim "Bonuspaket" um die zusätzliche Info die man zu einer Firma kriegt - das wird in der Studie so vermittelt, dass bei der Firma ohne Familienpolitik quasi gar nichts präsentiert wurde außer der Stellenanzeige = die hätten vmtl. selbst dann besser abgeschnitten, wenn mit ähnlicher Intensität wie die Familienpolitik-Darstellung irgendwas echt Belangloses dargestellt worden wäre. Einfach, weil die Fima das "Gesicht" des Sprechers kriegt (selbst wenn das nur ein Werbevideo ist) und nicht nur eine Stellenanzeige ist - bei denen man ja zu viel an Selbstdarstellung ja auch mal überfrachtet findet: Mein Lieblingsbeispiel: Qiagen, da ist jedes Bild im Career-Bereich symbol-beladen und so erkennbar auf Effekt getrimmt, dass es schon schmerzt.
=> Also meine Aussage sollte genau das sein, was Du im unteren Teil Deines letzten Beitrags auch geschrieben hast.

2. Wenn bei der zweiten Studie - bezogen auf weibliche Testpersonen - eine Firma mit generell wenig Infos (erfundene Firma, dünne Infolage) mit nur männlichen Führungspersonen als besser (!) wahrgenommen wird als eine mit einer weiblichen Personalchefin, kommt es für die Interpretation mMn ganz stark auf die vorherigen Infos an. Wenn die Probanden wussten, dass das eine Studie zu "Quotenfrauen-Wahrnehmung" werden soll, erklärt sich das viel einfacher, denn dann wollten die Probanden die Aufgabenstellung "finde und kritisiere die Quotenfrau" erfüllen und schlagen an der Stelle zu.
=> Ohne diese Aufgabenstellung wäre die Schlussfolgerung eigentlich, dass weibliche Probanden schneller/öfter Personalerinnen in die Quoten-Schublade zu packen und die Firmen bei denen die Führungspersonalsuche eine solche Konstellation ergab gleich mit dazu.

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Beitrag von Rhonda Eilwind » 18.11.2017 01:00

@Andwari
Andwari hat geschrieben:
17.11.2017 17:11
s ging mir beim "Bonuspaket" um die zusätzliche Info die man zu einer Firma kriegt - das wird in der Studie so vermittelt, dass bei der Firma ohne Familienpolitik quasi gar nichts präsentiert wurde außer der Stellenanzeige = die hätten vmtl. selbst dann besser abgeschnitten, wenn mit ähnlicher Intensität wie die Familienpolitik-Darstellung irgendwas echt Belangloses dargestellt worden wäre.
Ah, okay - dann hab ich ja endlich doch noch verstanden, worauf du hinauswolltest. Danke!

(Manchmal steh ich dezent auf dem Schlauch...)

Ja, den Gedankengang kann ich nachvollziehen.
Andwari hat geschrieben:
17.11.2017 17:11
Wenn bei der zweiten Studie - bezogen auf weibliche Testpersonen - eine Firma mit generell wenig Infos (erfundene Firma, dünne Infolage) mit nur männlichen Führungspersonen als besser (!) wahrgenommen wird als eine mit einer weiblichen Personalchefin, kommt es für die Interpretation mMn ganz stark auf die vorherigen Infos an.
Stimme zu. :)
Andwari hat geschrieben:
17.11.2017 17:11
Wenn die Probanden wussten, dass das eine Studie zu "Quotenfrauen-Wahrnehmung" werden soll, erklärt sich das viel einfacher, denn dann wollten die Probanden die Aufgabenstellung "finde und kritisiere die Quotenfrau" erfüllen und schlagen an der Stelle zu.
Das ist korrekt, es wäre aber höchst unprofessionell, das so aufzuziehen. Ich gehe jetzt erstmal davon aus, dass es nicht so war.

Ich bin - über die Arbeit und weil ich zumindest online so ein mitteilsamer Mensch bin - irgendwie in einem Panel der Uni Bonn gelandet, das ab und an in Sachen Verbraucherschutz und irgendwie mittlerweile auch zu so soziologisch bedeutsamen Fragestellungen befragt wird.
Also, ichw erde angemailt und beantworte Fragebögen.

Und ich habe es ein Mal erlebt, als es speziell um subjektive Fragestellungen (hier, meine ich, zum Sicherheitsgefühl oder zu persönlichen Erfahrungen mit Kriminalität?) ging, dass die offizielle Fragestellung eine ganz andere war als die endgültige.

Man hat also einen Fragebogen mit einer relativ neutralen Fragestellung bekommen und hatte immer mal wieder Fragen darin, die ein bisschen verquer schienen, aber tatsächlich die eigentliche Befragung darstellten. Das Ganze wurde hinterher aufgeklärt und man wurde auch gebeten, mitzuteilen, ob einem diesbezüglich etwas aufgefallen war und ob man meinte, dass das die Beantwortung der Umfrage beeinflusst hat. Oder so.

Und ich könnte mir zumindest vorstellen (wissen tu ich es natürlich nicht), dass hier ähnlich vorgegangen wurde.

Denn wenn man rausfinden will, ob Frauen "die Quotenfrau suchen", darf man ihnen logischerweise nicht vorschreiben, eben dieses zu tun.
Und wenn man es ihnen aufträgt, darf man daraus, dass sie es machen, nicht schließen, dass sie das unter allen Umständen von sich aus tun würden.

Ich denke/hoffe, was dir und mir einleuchtet, wird auch Wissenschaftlern einleuchten, die ihren Lebensunterhalt und ihre wiss. Reputation auf Umfragen gestützt verdienen.
Andwari hat geschrieben:
17.11.2017 17:11
Ohne diese Aufgabenstellung wäre die Schlussfolgerung eigentlich, dass weibliche Probanden schneller/öfter Personalerinnen in die Quoten-Schublade zu packen und die Firmen bei denen die Führungspersonalsuche eine solche Konstellation ergab gleich mit dazu.
Was mE genau die Schlussfolgerung war, die die Autoren gezogen haben. Frauen packen Personalerinnen schneller in die Quotenschublade als Frauen in anderen Führungspositionen (denn eine Frau an einer anderen Position wirkte durchaus positiv), und das beeinflusst ihr Bild von der betreffenden Firma.

Das ergaben im übrigen wohl auch die parallel bzw. im Anschluss an die Befragung geführten Interviews mit einigen Teilnehmerinnen.

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