Kreise der Verdammnis (DSA 5)

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Zyrrashijn
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Zyrrashijn » 10.08.2017 21:38

Irgendwo nördlich von Warunk

Der Utulu setzt seinen Weg fort. Deckung gibt es keine und Gestalten bedeuten Antworten. Er hält den schweren Schild weiterhin abwehrbereit erhoben und nähert sich mit gesenkter Waffe dem großen Baum, wobei er die Gestalten genau im Auge behält.
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KAW
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Beitrag von KAW » 10.08.2017 22:28

Perainefurten, Bernsteinzimmer 30. TSA

"Ich soll also nach Warunk reisen, in die Katakomben steigen, ein Banner suchen, dieses nach Eslamsbrück bringen und damit Untote anlocken?", fasst Ossippa zusammen, wobei es ihr nicht ganz gelingt, ihren Unglauben zu verbergen. Dann gehen beginnen in ihrem Kopf aber auch schon dieselben Überlegungen wie jedes Mal, wenn sie eine neue Möglichkeit entdeckt. Hatte sie sich nicht selbst einst geschworen, Neuem nie mit Angst und Vorurteil, sondern stets mit einer vernünftigen Abwägung von Risiko und Nutzen zu begegnen?

Anstatt den wahnwitzigen Auftrag runderherum abzulehnen, beschließt Ossippa daher, sich lieber auf das geschäftliche zu konzentrieren. Sie richtet sich also im Sessel auf, streift das Haar zurück und setzt mit fester Stimme, aber betont ruhig zu einer Antwort an: "Wie Ihr wisst, bin ich Phex-Geweihte, keine KGIA-Agentin. Ich nehme also an, der Auftrag ist so gefährlich, dass kein Mensch mit klarem Verstand sich darauf einlassen würde, weshalb man hofft, eine Händlerin würde sich wohl mit ausreichend Gold locken lassen?", erklärt sie, in Erwartung eines entsprechenden Angebots. Die zahlreichen Fragen zu dem Auftrag selbst müssen einstweilen warten.

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Marty mcFly
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Marty mcFly » 11.08.2017 01:25

Auch Gerwin hört den Ausführungen des Marschalls aufmerksam zu, lässt jedoch keine Reaktion erkennen, selbst, als der Marschall die Details des Plans erläutert.
Nachdem sich Ossippa geäußert hat, ergreift er das Wort:
"Ich glaube, da liegt Ihr nur fast richtig, werte Ossippa. WIR sollen nach Warunk reisen und dieses kühne Manöver vollziehen", bei den letzten Worten nickt Gerwin annerkennend dem Marschall zu. "Dennoch teile ich Eure Bedenken, Ossippa. Zumindest..nehme ich an, dass ihr Bedenken habt, da Ihr mir durchaus wie ein Frau mit klarem Verstand erscheint."
An den Marschall gerichtet fährt er fort, mit leicht hochgezogenen Augenbrauen und etwas Besorgnis im Gesicht:
"Herr von Angenbruch attestierte mir Ortskenntnis, das ist richtig. Ich habe einige Zeit auf meiner...Wanderschaft durch Tobrien in Warunk verbracht, zumeist in den Wintermonden. Jedoch befürchte ich, dass sich das Stadtbild seither arg verändert haben könnte. Ich habe in Gareth so Geschichten von Geflüchteten gehört...Ich hoffe natürlich, dass dem nicht so ist und ich noch die eine oder andere Gasse wiedererkenne. Was die Katakomben betrifft, die habe ich verständlicherweise versucht zu meiden, erschienen mir zu..modrig.
Der Söldner, den Ihr erwähntet, wird er uns begleiten? Er müsste sich ja auskennen und genau wissen, wo das Banner zu finden ist. Oder konnte man auf Grundlage seiner Erläuterungen einen Plan des Fundortes anfertigen? "

KAW
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Beitrag von KAW » 11.08.2017 23:12

Perainefurten, Bernsteinzimmer 30. TSA

"Ich habe wohl genau zugehört", antwortet Ossippa auf die Anmerkung des Magiers, "Doch kann ich lediglich für mich sprechen." Um ihre Worte abzuschwächen und eine etwaige Zusammenarbeit nicht zu gefährden, lächelt sie den Mann freundlich an, als sie ergänzt: "Im Moment jedenfalls...sollten wir beide dem Auftrag zustimmen, kann ich Euch versichern, dass mir Kooperation und Loyalität keine Fremdwörter sind.

Dann wendet die Geweihte ihre Aufmerksamkeit auch schon wieder dem Marschall zu - immerhin stehen mehrere interessante Fragen im Raum.

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Milamber83
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 11.08.2017 23:54

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Als Ossippa das Thema Gold zur Sprache bringt, schaut der Herzog betreten zu Boden. Schnell ergreift Kanzler Delo von Gernotsborn das Wort: „Ein Land kann nicht mit Untoten und Dämonen regiert werden. Es braucht Menschen und die brauchen alles Mögliche. Davon werden Schmuggler und auch einige zwielichtige Händler angezogen. Eure Anwesenheit in Warunk wäre als Händlerin also plausibel. Außerdem können wir euch und der Nordlandbank im befreiten Tobrien einen vorteilhaften Zugang zum Handel zusichern. Die Entlohnung, die ihr von der Nordlandbank für solch eine Zusicherung erhalten würdet, können wir gar nicht überbieten.“

Dann schaltet sich Drego von Angenbruch ein: „Ihr müsst die Katakomben nicht allein finden. Vor Warunk werdet ihr mit einem meiner besten Agenten zusammentreffen. Er ist Mitglied der 11. Schwadron und hat jahrelange Maraskan-Erfahrung. In Warunk selbst gibt es eine Gruppe Untergrundkämpfer, die sich "Das letzte Banner" nennen. Die KGIA hat von diesen Streitern Informationen erhalten, dass sie in Warunk auf alte unterirdische Gemäuer gestoßen sind, die offenbar in den Molchenberg führen.
In Warunk sollt ihr in der Kaschemme Otterngrube mit dem letzten Banner Kontakt aufnehmen. Diese werden euch dann zum Eingang in die Gewölbe führen. Für die Kontaktaufnahme gibt es eine vierzeilige Parole, die von beiden Seiten abwechselnd rezitiert wird:
Hat er ein Bröckchen Pfeifenkraut? — Wer raucht denn heut noch Pfeife? — Wackre Bannerträger. — Die aber erst nach der Schlacht!"


Der Marschall räuspert sich, um seinen Plan weiter auszuführen:
„Eslamsbrück ist Baustelle eines großen Unheiligtums und seit Borbarads Ende Streitpunkt zwischen den Heptarchen. Zurzeit hat Galotta die Oberhoheit über Eslamsbrück.
Ihr sollt euch nicht nicht um das dortige Unheiligtum kümmern. Das würde sowohl die Mission als auch eure Rückkehr gefährden. Sobald ihr das Banner entrollt habt, müsst ihr von dort weg.
Natürlich darf ein so mächtiges Artefakt nicht in die Hände des Feindes fallen. Zu diesem Zweck wurde ein Nagel gefertigt, der mit verschiedenen Zaubern belegt, in die Stange des Banners geschlagen werden soll, bevor es in Galottas Grenzfeste entrollt wird. Der Zauber wird ausgelöst bei Sonnenaufgang oder durch das Entfernen des Nagels.“




Irgendwo nördlich von Warunk


Der schwarze Hüne stemmt sich gegen den immer heftigeren Schneefall. Es hat den Anschein, als sei er der einzige dunkle Fleck in einer endlosen weißen Landschaft. Immer wieder passiert er einen leblosen Körper. Durch das offene Gelände kann er nun aber die Leichen so weiträumig umgehen, dass ihm keine Gefahr droht.
Es scheint eine Ewigkeit zu dauern, bis er so nah an den großen, allein stehenden Baum gekommen ist, dass er Einzelheiten ausmachen kann. Eine große Gestalt lehnt am Stamm. Ihr nähern sich wankend vier weitere Körper. Jetzt kann der mutige Mann auch wieder das Lachen wahrnehmen, das der Schneefall zwischenzeitlich verschluckt hat.

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Beitrag von KAW » 12.08.2017 21:39

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Interessiert lauscht Ossippa dem Angebot. Kurz blickt sie sich am Tisch um, so als suche sie etwas zum Schreiben, dann blickt sie doch nur konzentriert zur Decke und es ist leicht zu erraten, dass sie gerade angestrengt nachdenkt und Kalkulationen überschlägt. "Das klingt nach einem interessanten und gerechten Angebot.", antwortet sie schließlich, "Um das Ganze ein wenig zu präzisieren, schlage ich vor, dass die Nordlandbank im Falle einer erfolgreichen Mission das Recht erhält, für fünf Jahre als einzige Bank neue Filialen in den derzeit besetzten Teilen Tobriens zu eröffnen und Expeditionen in die besetzten Gebiete zu finanzieren. Das käme auch Euch zugute, da die Nordlandbank in diesem Fall sicher bestrebt wäre, dieses Recht möglichst umfassend zu nutzen, was dem Wiederaufbau nur dienen kann." Gespannt beobachtet sie die Reaktionen auf ihr Angebot.

Interessiert lauscht die Phex-Geweihte dann den weiteren Details zum Auftrag und nimmt die neuen Informationen sichtlich zufrieden zu Kenntnis. Entgegen ihrem ersten Eindruck, macht die Mission allmählich durachaus einen durchdachten und organisierten Eindruck. "Rechnet Ihr damit, dass wir in den Gewölben auf irgendwelche Gefahren stoßen werden? Gibt es etwa Berichte, von gefährlichen Tieren, auf die man vorbereitet sein sollte?"

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Beitrag von Zyrrashijn » 12.08.2017 21:44

Irgendwo nördlich von Warunk

Der Utulu zögert nicht lange. Er verfällt in einen Trab, der ihn die Entfernung zügig überbrücken lässt. Der Schnee behindert sein Vorankommen, aber der mutige Mann lässt sich nicht aufhalten. Als er nur noch wenige Schritte von der äußersten der schwankenden Gestalten entfernt ist, spurtet er los. Seinen großen Schild schützend vor sich gehalten, rammt er die Gestalt und schleudert sie durch die Wucht des Aufpralls in den Schnee. Sofort reißt er den Schild zur Seite und lässt den Streitkolben gnadenlos auf die Gestalt herabfahren.
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 13.08.2017 20:45

Perainefurten, Bernsteinzimmer 30. TSA

Der Herzog schaut unsicher zu seinem Kanzler und wartet mit seiner Antwort bis dieser unmerklich nickt. „Ich denke, diese Übereinkunft wäre nur zu unser aller Vorteil und auch zum Wohle des Volkes.“
Nachdem Ossippa mit den Vereinbarungen einverstanden zu sein scheint und Gerwin wohl tatsächlich keine andere Wahl bleibt, ergreift wieder Marschall Frankward Gerdenwald das Wort:
"Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was euch im Molchenberg erwartet. Vor etlichen Jahren sind der Schwertkönig Conchobair zusammen mit dem Erzmagus Rakorium und anderen Recken dort hinabgestiegen. Anscheinend sind sie schon damals auf einen mächtigen Dämon gestoßen. Allerdings sind die Geschichten um Conchobair teilweise zu ausgeschmückten Legenden geworden und Rakorium gilt selbst in seinen Kreisen als wunderlich. Ihr solltet euch auf die Führung des Agenten verlassen. Sein Deckname lautet ‚Falke‘.“

Die Einsatzbesprechung zieht sich noch bis in den späten Nachmittag. Eher beiläufig erwähnt Dracodan von Misaquell, dass er der Gesandte des Kaiserdrachen Apeps ist. Sein Meister hat sich bereit erklärt, die Helden noch in dieser Nacht persönlich nördlich von Warunk am Treffpunkt mit dem 'Falken' abzusetzen. Er hegt einen Groll gegen den schwarzen Drachen Rhazzazor, aber selbst ein Kaiserdrache kann sich tagsüber nicht ungestraft über Warunk wagen.

Erzäbtissin Lea Elida Weifenhaag lädt Ossippa ein, vor der Mission gemeinsam mit ihr im Zwölfgöttliche Konzil den Beistand der Götter zu erbitten. Die fast zwei Schritt große Frau mit durchdringenden grauen Augen und schwarzem, schulterlangen Haar, führt Ossippa dort in das Refugium der Hesindekirche. Die Macht der allwissenden Göttin ist hier deutlich spürbar. An den Wänden hängen hesindegefällige Gobelins und grüne Kerzen verbreiten einen angenehmen Duft. Die Fenster sind aus getöntem Glas, sodass der Raum in grünliches Licht getaucht ist. Die Geweihte bittet Ossippa, auf einem Gebetsteppich Platz zu nehmen, kniet sich vor ihr hin und stimmt eine Liturgie an.
Ossippa ist noch in ihre eigenen Gebete vertieft als Weifenhaag der überraschten Phexgeweihten eröffnet, dass sie nun ebenfalls den sicheren Zufluchtsort für den Rückzug nach der Mission kenne. Ossippa kann sich an keine Wegbeschreibung erinnern, doch Weifenhaag versichert ihr, dass sie ihre Gefährten in Sicherheit bringen kann, sollte dem ‚Falken‘ etwas zustoßen. Die Wegbeschreibung sei auf diese Weiße allerdings selbst vor den Hellsichtzaubern Galottas geschützt.

Tief unter dem Gutshof in einem ehemaligen Weinkeller erhalten die Helden alle weitere Ausrüstung, die sie benötigen. Gängige Waffen und Rüstungen sind in den Weinfässern gelagert. Ein Zwerg mit Monokel und ein fremdländisch aussehender Mann knobeln im Licht einer Laterne gerade an Spezialanfertigungen für die KGIA. Weder Ossippa noch Gerwin können allerdings erkennen, welche Konstruktion aus den ganzen Zahnrädern und Federn entstehen soll.

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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 13.08.2017 22:59

Irgendwo nördlich von Warunk

Fluchend schlägt der mutige Mann ein zweites Mal zu, nachdem der erste Hieb den Kopf des Ungetüms verfehlt hat. Um die verlorene Zeit aufzuholen, rennt er weiter und teilt links und rechts mächtige Hiebe aus.
Hirn und Knochen zersplittern unter seinem Streitkolben. Eigentlich gehört viel Kraft dazu, den Schädel eines Mannes zu spalten, aber diese Dinger sind irgendwie anders. Trotzdem gerät der Angriff des Gladiators ins Stocken: Wie bei einem Streitwagen wird er irgendwann durch die schiere Flut an Leibern gestoppt. Plötzlich sieht sich der mutige Mann fünf Gegnern gegenüber, die sich umdrehen und nun auf ihn zuwanken. Da platzt der Schädel des ersten, dann des zweiten und immer so weiter bis alle Leichen bewegungslos im Schnee liegen.
Jetzt kann der Utulu deutlich den Mann am Baum erkennen. Er ist fast so groß wie er selbst, aber drahtiger. Sein Haupthaar ist blond und obwohl er eigentlich zu weit weg ist, glaubt der mutige Mann, stahlblaue Augen erkennen zu können.
Ein letzter Untoter wankt auf den Mann zu. Der hebt eine lächerlich kleine Armbrust mit einem aufmontierten Metallkasten, aber es ertönt nur ein leises Klicken. Immer wieder und wieder. Der Mann lacht jedoch nur und lässt weiter das Klicken ertönen.
Mit einer unmenschlichen Anstrengung überwindet der mutige Mann die letzten Schritte. Plötzlich macht der wankende Leichnam aber eine unerwartet hastige Bewegung. Er springt den Blonden an.

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Beitrag von Zyrrashijn » 14.08.2017 14:07

Irgendwo nördlich von Warunk

Der dunkelhäutige Hüne lässt seine schwere Waffe fallen, zu groß ist das Risiko, den anderen Mann damit zu verletzen. Er schleudert auch den Schild fort, denn der macht ihn langsam. Mit einem kehligen Knurren sprintet er vorwärts, seine riesigen Hände nach vorne ausgestreckt. Er überwindet die Distanz zu dem Untoten in windeseile. Er packt den Hals des Untoten, reißt ihn von seinem Opfer fort und schleudert ihn wie eine Strohpuppe in den Schnee. Er wartet nicht ab, sondern reißt sogleich das schartige Haumesser aus dem Gürtel und schaut sich um.
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 15.08.2017 19:36

Perainefurten, Weinkeller

An beide Helden wird jeweils eine kleine Dose mit einer übelriechenden Salbe ausgegeben. Sie soll, unter die Nase gerieben, vor Leichengestank schützen. Außerdem wird die Kleidung mit Handschuhen, Fellmützen und gefütterten Stiefeln ergänzt, sofern Ossippa oder Gerwin noch keine tragen. Jeder erhält auch eine praktische Blendlaterne und ausreichend Öl.
Auf die Bitte um Schutzamulette muss der Fremdländer nur lachen, der Zwerg kramt aber für jeden Helden zwei mit Wachspapier versiegelte Phiolen hervor: Heiltrank und Waffenbalsam, verrät jeweils ein Etikett in Großbuchstaben.
Gerwin schnappt sich noch ein Seil und einen Schlafsack. Zuletzt wird der magische Nagel überreicht, der das Banner nach getaner Aufgabe zerstören soll.

Die Helden werden nachts von Drego, dem Kanzler und Dracodan aus Perainefurten heraus und etwa acht Meilen nordwestlich zu einem kleinen Wäldchen geführt. Auf einer Lichtung ist ein Gestell aufgebaut, unter das ein großer Korb gebunden ist.

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Beitrag von Milamber83 » 15.08.2017 21:01

Irgendwo nördlich von Warunk

Außer dem Stöhnen des Mannes und dem fallenden Schnee lässt sich kein Geräusch vernehmen. Der Untote hat ihm einen tiefen Biss auf der rechten Seite des Halses versetzt. Aber es scheint ohnehin schon um ihn geschehen zu sein: Das linke Bein zeigt eine riesige Wunde und der Mann glüht vor Fieber. Er muss sich auf seiner Flucht hierher geschleppt haben. Der große Baum hinter ihm ist hohl und bietet einer Person bequem Platz. Winterkleidung und Proviant sind dort ebenfalls gelagert.
Mit einem Röcheln streckt der Kämpfer dem mutigen Mann eine blutverschmierte lederne Karte entgegen.

Der Schnee fällt nun in dichten schweren Flocken. Vom Umland ist kaum mehr etwas zu sehen.

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Beitrag von Zyrrashijn » 15.08.2017 21:49

Irgendwo nördlich von Warunk

Der Utulu holt beiläufig aus und rammt das Haumesser in den Schädel des letzten Untoten, bevor der sich wieder aufrichten kann. Er geht neben dem verletzten Mann in die Knie, um seine Verletzungen zu begutachten. Er nimmt ihm vorsichtig die lederne Karte aus der Hand und legt sie neben sich in den Schnee. Dann untersucht er den Mann vorsichtig. Er nimmt die Hand des Fremden und drückt sie auf die Halswunde. "Feste Drücken." sagt er auf Garethi mit starkem tulamidischen Einschlag. Er versucht sein Möglichstes, aber seine Fertigkeiten in der Wundheilkunde sind begrenzt. "Leben fließt aus dir heraus, Freund, dein Körper trägt das Feuer. Bald schon deine Reise zuende und SEINE Boten nähren sich an dein Fleisch." Er nimmt die Karte auf und entrollt das Leder. "Das wichtig?" Er runzelt die breite Stirn.
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Beitrag von KAW » 15.08.2017 22:46

Perainefurten

Ossippa zeigt sich beeindruckt, wie gut organisisiert und durchdacht die Mission doch ist. Die Erwähnung des Drachen schlägt dem Fass dann jedoch den Boden aus. Die Phex-Geweihte ist sprachlos, bemüht sich aber, dies zu verbergen. Alleine diese Gelegenheit ist es schon fast wert, in diese Mission eingewilligt zu haben. Was könnte man - unter anderem Umständen - doch nicht alles mit einer solch raschen Form der Fortbewegung anfangen....
Während man Ossippa mit allerlei gewöhnlichen und außergewöhnlichen Gegenständen versorgt, fällt es der Händlerin selbst nicht ganz einfach zu beurteilen, was sie alles benötigen könnte. Zwar gehört Organisation zu ihren Stärken, doch die zahlreichen Unbekannten bei diesem Auftrag machen jede Planung zum Glücksspiel. Daher nützt sie die Zeit der Vorbereitung auch, um ein paar unverfängliche Gesprächsbrocken mit dem Magier zu wechseln und gibt sich auch sonst Mühe, dem Mann gegenüber höflich aufzutreten. Immerhin könnte ihr Leben schon bald von ihm abhängen.

Auf der Lichtung betrachtet Ossippa dann neugierig das Gestell. "Sieht sehr erprobt aus. Wir sind wohl nicht der erste Drachenflug?" Während sie spricht, blickt Ossippa immer wieder zum Himmel und hält nach dem Drachen Ausschau.

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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Marty mcFly » 16.08.2017 02:32

Ob der Ankündigung des Drachenfluges verschlägt es dem sonst so gesprächigen Gerwin die Sprache. Nicht nur das, seine Gesichtszüge erstarren für einen Moment, bevor er seine Fassung wiedererlangt und versucht eine - wenn auch bemühte - Gelassenheit auszustrahlen, als hätte man ihn gerade zum Lustwandeln in einem fürstlichen Garten an einem lauen Frühlingstag eingeladen.

Sowohl bei der Ausgabe der Ausrüstung als auch auf dem Weg zur Lichtung wirkt er daher in Gedanken und unnahbar.
Ossippas Versuche, mit ihm in ein lockeres Gespräch zu führen, stellen sich folglich als schwierig heraus. Gerwin bleibt einsilbig, wenn auch nicht unhöflich.
An der Lichtung angekommen scheint seine ohnehin schon fahle Gesichtsfarbe noch etwas auszubleichen.
Mit einigen Schritt mehr Abstand zum Gestell als die anderen bleibt er stehen und hält dabei seinen Stab fest umklammert.
Dann fragt er mit erstickter Stimme:
"Und ihr seid sicher, dass DAS da", er zeigt auf den Korb, "sicher ist? Immerhin, es ist schon recht windig hier unten, und dann erst da oben". Als er dies spricht und dabei nach oben blickt, scheint er kurz sein Gleichgewicht zu verlieren und kann sich gerade noch so an seinem Stab festhalten. "Ich halte das für keine gute Idee", murmelt er noch vor sich hin.

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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 16.08.2017 18:13

Nordwestlich von Perainefurten, Lichtung

„Apep hat uns in der Tat schon bei einigen Missionen unterstützt“, erläutert der KGIA-Beamte stolz. Der Kanzler nickt. „Er hat auch zahlreiche Flüchtlinge in den Drachensteinen siedeln lassen. Das war fast wichtiger noch als sein persönliches Eingreifen bei solchen Unternehmungen.“
Dann blickt sich der Kanzler irritiert zu Gerwin um, antwortet ihm aber nicht auf seine Bedenken. Stattdessen richtet er anklagend einen Finger auf den Scharlatan und wendet sich an Delo: „Ihr habt ein Netzwerk von Agenten und vorher nicht in Erfahrung bringen können, ob der Mann Höhenangst hat?“ Der KGIA-Offizier winkt ärgerlich zwei Reitern aus dem Begleittrupp zu, die nicht das Wolfswappen des Herzogs tragen. Beide steigen ab und gehen auf Gerwin zu.

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Beitrag von KAW » 16.08.2017 21:27

Nordwestlich von Perainefurten, Lichtung

Ossippa vermeidet es demonstrativ den Magier anzusehen, als dessen Höhenangst zur Sprache kommt. Er muss schließlich nicht wissen, was sie davon hält mit jemandem in ein Kriegsgebiet zu reisen, der noch bevor es überhaupt losgeht Angst hat. Interessiert mustert sie stattdessen das Gestell und versucht sich vorzustellen, wie all die Gebiete, über die sie fliegen würde, wohl von oben aussehen werden.

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Beitrag von Milamber83 » 16.08.2017 22:31

Irgendwo nördlich von Warunk

Auf der Karte lässt sich im Süden die Stadt Warunk erkennen. Die hatte der mutige Mann bewusst gemieden. Dort sollen keine guten Menschen leben – so hatte man ihn gewarnt. Nach kurzer Suche lässt sich das Wäldchen erkennen und der Standort am Baum ist mit einem roten X markiert. Aber was ist hier? Das Voratslager?
Als der Utulu aufblickt, ist der Mann bereits gestorben. Still und leise. Was auch immer ihn am Leben gehalten mag, ist nun von ihm gewichen.

Der Schneefall ist noch immer stark, aber nun hat auch der Wind zugenommen und schleudert die Schneeflocken wie scharfkantige, winzige Wurfsterne umher.

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Beitrag von Marty mcFly » 17.08.2017 16:27

Von der harschen Reaktion des Kanzlers ein wenig erschrocken, richtet sich Gerwin auf.
"Haltet ein, kein Grund, eure Wachhunde auf mich loszulassen! Ich habe da eine bessere Lösung."
Dabei kramt er in seinem Lederrucksack, den er vor sich hingestellt hat, und holt kurz darauf eine kleine Kristallkugel hervor.
Er streicht mit seiner Hand über die Oberfläche der Kugel und schließt seine Augen, dann führt er die Kugel nah an sein Gesicht heran und öffnet die Augen ruckartig.
"Ich denke, damit werde ich die Reise schon überstehen. Die Bilder in der Kugel sollten für genügend...Ablenkung sorgen.", fährt er fort, wobei die Anspannung in seiner Stimme scheinbar etwas nachgelassen hat.
Mit dem Stab in der Rechten und der Kugel in der Linken stolziert Gerwin auf den Korb zu und sieht ihn sich genauer an, so als wäre nichts gewesen.
"Ziemlich kalt werden da oben, und windig. Aber immerhin haben wir dann stets frische Luft. Könnte sonst unangenehm werden, so nah an einem Drachenwesen, schätze ich!"

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Beitrag von Milamber83 » 17.08.2017 21:06

Nordwestlich von Perainefurten, Lichtung

Kopfschüttelnd beobachten Kanzler und Agent, wie Gerwin in den Korb stolziert.
Nachdem auch Ossippa in den Korb gestiegen sind, stößt Dracodan in ein geschwungenes Horn, welchem ein kaum hörbarer, dunkler Ton entspringt. Etwa eine Viertelstunde später ist das Rauschen von gewaltigen Schwingen vernehmbar, und ein dunkler Schatten senkt sich auf die Helden hernieder.
Gigantische Krallen umfassen den Balken, an dem der Korb hängt, und reißen das Konstrukt mit einem Ruck in die Höhe.

Von Gernotsborn und von Angenbruch schauen dem Drachen auf ihren Pferden noch eine Weile nach. Der Knazler macht einen besorgten Eindruck: „Habt ihr sie darüber aufgeklärt, wie die Landung funktioniert?“ Von Angebruch schüttelt den Kopf: „Meint ihr das ernst? Dann hätten wir den ‚Großen Desiderio‘ niemals da reinbekommen. Schlimmstenfalls muss der Falke eben allein operieren.“

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Beitrag von Zyrrashijn » 17.08.2017 21:20

Irgendwo nördlich von Warunk

Etwas ratlos rollt der kniende Hüne die Karte zusammen. Sein Blick ruht einen Moment lang auf dem Toten, dann schiebt er das Haumesser zurück in seinen Gürtel und er hebt sich. Er sammelt seine Waffe und den Schild vom Boden auf und lehnt beides an den hohlen Baumstamm. [Tulamidya]"SEINE Boten werden sich nun deiner annehmen. Der mutige Mann hofft, das dir deine Sünden rasch vergeben werden." Er packt den schlaffen Arm des Toten und läd ihn sich auf die Schulter. Mit seiner Last entfernt er sich ein paar Schritte vom Baum. Dort legt er ihn vorsichtig mit ausgestreckten Armen und Beinen in den Schnee. Prüfend wandert sein Blick über den schneeschwangeren, grauweißen Himmel, dann nickt er zufrieden.
Den Kopf tief zwischen die breiten Schultern gezogen, kehrt er zu dem Baum zurück und beginnt, das Versteck einer genaueren Untersuchung zu unterziehen.
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Beitrag von KAW » 17.08.2017 22:53

Nordwestlich von Perainefurten

Ossippa hält sich an dem Korb fest. Der Wind weht ihr Haar nach Hinten, während sie ihren Blick über die Landschaft unter sich streifen lässt. "Beeindruckend!", bringt sie hervor, so als hätte sie vergessen, dass es ihrem Mitreisenden wohl weniger gut geht. Immer wieder blickt sie auch zu dem Drachen. Immerhin kennt sie solche Tiere bislang nur aus Sagen und Legenden. Eigentlich können wir Menschen uns nur glücklich schätzen, dass diese kräftigen und intellienten Wesen so zurückgezogen leben, während sie uns die meisten Gebiete überlassen.

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Beitrag von Marty mcFly » 19.08.2017 15:02

Zwischen Perainefurten und Warunk

Zusammengekauert sitzt Gerwin in einer Ecke des Korbes. Bis zur Brust steckt er im gefütterteten Schlafsack, den man ihm mitgegeben hat. Seinen Mantel hat er fest um sich geschlungen und die Pelzmütze sitzt auf der Kapuze, die er sich tief ins Gesicht gezogen hat.
Der Wind heult um ihn herum, nur übertönt vom regelmäßigen, mächtigen Flügelschlag des fliegenden Ungeheuers.
Mit beiden, in Handschuhen verpackten Händen hält er die Kristallkugel fest und starrt unentwegt auf die bewegten Bilder, die sich darin bewegen.
Auf seinem Gesicht liegt ein leicht rötlicher Schimmer, der von einer schwach leuchtenden Kugel stammt, welche vor seiner Brust zu schweben scheint.
Hin und wieder zeichnet sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ab.
Auf Ossippas Kommentar hin entgegnet er nur kurz, ohne aufzuschauen:
"Furcht scheint euch ein Fremdwort zu sein. Oder Frieren."

KAW
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von KAW » 19.08.2017 23:21

"Ihr habt sicher Recht.", antwortet Ossippa, noch immer gut gelaunt, "Es ist kühl hier und so ein Flug wohl nicht ohne Risiko. Aber wie oft bekommt man schon die Möglichkeit, mit einem Drachen zu reisen? Und Phex ist denen hold, die das Risiko und das Ungewisse nicht scheuen."

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Milamber83
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Milamber83 » 19.08.2017 23:40

Irgendwo nördlich von Warunk

Der Zugang zur Baumhöhle ist für den Utulu nur mit Mühe zu passieren. Direkt neben dem Eingang lehnt eine provisorische Holztür, mit der sich der Eingang verschließen lässt. Sie sieht sehr robust aus und lässt sich mit Riegeln im Holz des Baums verankern.
Außer der Winterkleidung und einigen Hartwürsten lassen sich nur zwei kleine beschriftete Glasbehälter entdecken. Alles ist ordentlich auf der einen Seite des Verstecks gestapelt. Nur durch Zufall entdeckt der mutige Mann auf der anderen Seite eine Stelle, wo der Boden nicht festgetrampelt ist. Bedeckt von ein wenig gefrorener Erde liegen dort ein Ring und ein silbernes Medaillon.

Der Ring ist aus Gold und mit einem Türkis in Greifenform geschmückt. Auf der Innenseite ist ein kleiner Falke eingraviert.
In dem Anhänger findet sich das zusammengefaltete Bild einer jungen Frau, die einen Säugling hält.
Zumindest ist der Fremde als mutiger Mann gestorben. Die fünf Leichen wären selbst für den Utulu eine Herausforderung gewesen. Vielleicht sogar seine Letzte.

In den aufkommenden Sturm mischt sich ein weiteres Geräusch: ein Stöhnen, das beständig lauter wird. Vor dem Baum ist zu erkennen, dass es aus zahllosen Kehlen stammt. Der mutige Mann umrundet den Baum, aber das Geräusch erklingt gleichmäßig aus allen Richtungen. Im dichten Schneefall ist jedoch nichts zu erkennen.

Verdammtes Land, in dem selbst die Toten nicht ruhen! Der mutige Mann hätte niemals hierher kommen sollen. Aber auf der anderen Seite besagen die 99 Gesetze: „Der mutige Mann hemmt niemals seinen Zorn, wenn die Anhänger der Gott-Echse ihr böses Werk tun“.

Vor der Öffnung im Baum bricht plötzlich eine Hand aus dem Schnee. An mehreren Stellen scheint der Knochen durch das vermoderte Fleisch.



In der Luft über Tobrien

Wie als Antwort auf Ihre Gedanken über die Drachen spürt Ossippa ein Gefühl der Zustimmung. Es ist ihr fast so, als ob jemand „Ja“ gesagt hätte, aber sie ist sich definitiv sicher, nichts gehört zu haben. Stattdessen breitet sich ein Vibrieren durch ihren Körper aus, das von ihren Zehenspitzen über die Wirbelsäule bis in die kleinsten Knochen in ihren Ohren führt.

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Marty mcFly
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Kreise der Verdammnis (DSA 5)

Beitrag von Marty mcFly » 21.08.2017 03:16

In der Luft über Tobrien

Nach einer Weile schaut Gerwin von seiner Kugel hoch, wickelt diese in ein dickes Tuch und verstaut sie in seinem Rucksack.
"Ja, da habt ihr Recht, von so einer Reise kann man noch seinen Kindeskindern erzählen. Nur ob die einem dann auch glauben? Na Hauptsache, man hat eine tolle Geschichte. Hm...Ich denke, für das Publikum werde ich die Geschichte jedoch etwas umdichten: 'Tollkühn und todesmutig schwang sich der Große Desiderio auf den Rücken des Drachen, aus dessen Nüstern schwefeliger Rauch emporstieg. Feste und bestimmt schlug er dem schuppenbewehrten Ungeheuer mit seinen Füßen in die Flanken, sodass es seine mächtigen Schwingen ausbreitete und sich unter donnerndem Gebrüll gen Nachthimmel erhob.' Das hört sich doch schon besser an, meint Ihr nicht? Wenn ihr wollt, kann ich euch natürlich auch erwähnen! Ossippa, die Furchtlose, das klingt doch stattlich!"
Gerwin lacht kurz auf, dann schlüpft er langsam aus dem Schlafsack und richtet sich behutsam auf. Zunächst nur in die Hocke gehend, hält er sich mit beiden Händen an der Korbwand fest und zieht sich äußerst vorsichtig nach oben.
Mit den Augen lugt er über die Korbwand, so als ob er befürchtet, dahinter könnte ein Ungeheuer lauern, bevor er letztlich aufrecht neben Ossippa steht und - mit schlotternden Knien - in die Dunkelheit blickt. Vor seiner Brust leuchtet noch immer schwach das magische Licht.
In ernsterem Ton fährt er fort:
"Den Yslisee müssten wir bald passiert haben. Dann kommt Viereichen, zu unserer Rechten, meine ich. Da war jedes Jahr im Traviamond ein großes Erntefest, Mutter Travine hat uns Kinder immer dorthin mitgenommen. Bauer Sumudan buk den besten Zwetschgenkuchen ganz Tobriens. Und seine Frau Josmine hat uns immer eine extra große Portion ihres Bohneneintopfs gegeben. 'Damit ihr stark werdet wie die Oger' hat sie dann immer gesagt, gefolgt von einem tiefen Lachen. Sumudan und Josmine hatten keine eigenen Kinder, so hat es uns Mutter Travine zumindest erzählt. Dafür jedoch zwei Waisenkinder, wie meine Schwester und ich es waren, bei sich aufgenommen.
Erst als ich etwas älter war habe ich erfahren, dass auch ihr Hof damals von den Ogern verwüstet worden war und sie alles neu aufbauen mussten. Was wohl aus Josmine und Sumudan geworden ist? Ob Phex ihr auch hold war?"
Zuletzt geändert von Marty mcFly am 21.08.2017 11:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Zyrrashijn » 21.08.2017 08:11

Irgendwo nördlich von Warunk

Das Stöhnen zahlloser Kehlen jagt dem Utulu einen eiskalten Schauer über den Rücken. Sein erster Reflex ist Flucht, aber wohin? Keine der Himmelsrichtungen wirkt weniger bedrohlich. Doch dann strafft er sich. Er packt seinen Streitkolben und sein Schild. Mit einer beinahe beiläufigen Bewegung seines Schildes zermalmt er den Kopf des sich vor dem Baum aus dem Schnee erhebenden Untoten. [Tulamidya]"Der mutige Mann wird nicht weichen. Er weiß, dass er sich im Kampf gegen die Finsternis beweisen muss." Er hebt den Schild und packt den Streitkolben fester. Den Baum im Rücken, sucht der feste Blick seiner Augen zwischen den umherwirbelnden Schneeflocken nach neuen Feinden.
- Wer dem Licht dienen will, darf die Schatten nicht scheuen -

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Beitrag von Milamber83 » 21.08.2017 20:38

Irgendwo nördlich von Warunk

Der mutige Mann weicht nicht! Das Stöhnen wir lauter und lauter, aber erst wenige Meter vor dem Baum sind die Feinde im Schneesturm zu erkennen: Dutzende von verfaulten Leichen umringen den Baum und wanken näher. Über den Köpfen erkennt der Utulu weitere Gestalten und dazwischen noch mehr Untote. Hier muss ein Massengrab sein oder eine große Schlacht stattgefunden haben.

Es ist kein Ausweg zu erkennen: Der ersten Äste befinden sich mindestens zehn Meter über dem Boden und sind selbst für den Hünen unerreichbar.

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Beitrag von KAW » 21.08.2017 22:47

In der Luft über Tobrien

Ossippa bricht in herzhaftes Lachen aus. "Eine großartige Geschichte! Mit Eurer Redekunst wäret Ihr bestimmt auch ein guter Redner geworden!" Vergebens versucht die Norbardin, die dunklen Haarsträhnen, die sich aus ihrem Zopf gelöst haben, wieder in Position zu bringen, bläst das Unterfangen jedoch ab, als sie bemerkt, dass es in diesem Korb einfach zu unsicher ist sich nicht anzuhalten.

Bei Gerwins geographischen Erklärungen nickt sie zustimmend. "Ja, es ist wirklich erstaunlich, wie gut man sich von hier oben orientieren kann. Selbst die Schwarze Sichel wirkt von hier nicht mehr ganz so mächtig."

Als sie Gerwins Erzählung folgt, fühlt Ossippa Beklemmung aufsteigen. Sie selbst hatte Glück gehabt, obwohl auch Festum und das Bornland schwere Zeiten durchgemacht haben. Aber das war natürlich kein Vergleich zu Tobrien. "Ihr seid aus dieser Gegend? Es muss schlimm gewesen sein, die Zerstörung mitzuerleben. Wo liegt Eure Heimat? Konntet Ihr sie schon wieder besuchen?"

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Beitrag von Zyrrashijn » 22.08.2017 13:57

Irgendwo nördlich von Warunk

Der Utulu weicht Schritt für Schritt zurück, bis er die raue Borke des großen Baums in seinem Rücken spürt. Furcht bemächtigt sich seiner, lähmt seine Glieder. Der Streitkolben wird immer schwerer in seiner Hand. Er will ihn gegen seine Feinde schwingen, aber wo nur soll er anfangen? Wie soll ein einzelner Mann gegen so viele Gegner bestehen? Welche Macht könnte dies?
Das Feuerauge! schießt es durch seine Gedanken. Kann es sein? Muss er nur die dunklen Stunden der Nacht überstehen und der Spuk wäre vorüber?
Es ist nicht mehr als ein Strohhalm, aber der dunkelhäutige Hüne klammert sich daran wie ein Ertrinkender an ein Stück Treibholz.
Hastig zwängt er sich durch die Öffnung in den hohlen Stamm und verbarrikadiert den Zugang von Innen mit dem Holzbrett. In der Enge und der Dunkelheit kauert er sich zusammen, wie schon vor vielen Sommern, als ein kleiner Junge sich vor den Wärtern einer weit entfernten Arena verbergen musste. Tonlos formen seine Lippen zusammenhangslos die Lehrsätze des Rastullahglaubens.
- Wer dem Licht dienen will, darf die Schatten nicht scheuen -

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