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Lederarbeit & Würfelbecher

Basteln, malen, zeichnen, Helden erschaffen: Lass uns an deinen musischen Werken teilhaben!
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Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Fenia_Winterkalt » 24.06.2017 10:22

Hier mal ein paar Fotos zu meinem "Wenn ich echt mal Zeit habe mache ich das" - Hobby

Lederpunzieren :)
Ich gebe zu ich mache das noch nicht so lange (netto) und eigentlich habe ich so gut wie nie Zeit dazu, aber ein bisschen was ist schon rausgepurzelt.
20151227_152542 (Kopie).jpg
20151227_181036 (Kopie).jpg
20151228_211131 (Kopie).jpg
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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Eadee » 24.06.2017 11:11

Oh wow, vor allem den Bucheinband finde ich klasse.
Der Rest steht dem zwar in nichts nach, aber ich mag halt einfach gerne Bücher und ein so toller selbstgemachter Einband ist für mich sehr beeindruckend!
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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Sarafin » 24.06.2017 12:38

Krass, das ist cool! Langsam frage ich mich: Was kannst du eigentlich nicht, Fenia? *g*
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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Fenia_Winterkalt » 24.06.2017 12:47

Rächtschreibung *g*

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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Janko » 24.06.2017 13:05

Respekt!
Das sieht wirklich sehr gut aus.

Roleplayer
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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Roleplayer » 26.06.2017 13:56

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:Rächtschreibung *g*
Wie auch immer - Kunstbegabung hast Du allemal. ^^ Sieht wirklich gut aus.

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Re: Lederarbeit & Würfelbecher

Beitrag von Curthan Mercatio » 26.06.2017 14:01

Um es mit den Worten meiner Heimat zu sagen: Oida!!
Ilaris - die Ritualzauberer kommen!

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Beitrag von Zornbold » 26.06.2017 14:05

Jetzt musst du den Piefke noch eine Erklärung liefern, Curthan :D


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Beitrag von Zyrrashijn » 10.07.2017 13:47

Ich habe das Privileg, gleich zwei von Fenias unbezahlbaren Schätzen mein Eigentum nennen zu dürfen. Und ich darf sagen: Es sind absolute Kunstwerke!
Gebt Fenia Geld dafür!
- Wer dem Licht dienen will, darf die Schatten nicht scheuen -

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Beitrag von Sarafin » 10.07.2017 19:53

Sie macht das, wenn man ihr Geld dafür gibt? Wo ist der Münzschlitz? :ijw:
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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 10.07.2017 21:10

Bestimmt nicht *s*

Aber ich tausche evtl. gegen was anderes selbstgemachtes :)


Geld.. Pffftt...

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Beitrag von Sarafin » 10.07.2017 21:14

:grübeln:
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Beitrag von Eadee » 11.07.2017 01:51

Mist, ich hab gehört selbstgemachtes Geld ist Gesellschaftlich nicht ganz so beliebt.
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Beitrag von StipenTreublatt » 11.07.2017 08:35

Das kommt stark darauf an... selbstgeprägte Münzen würden sie vielleicht überzeugen: Kategorie:Münzfoto
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Beitrag von Amaryllion » 11.07.2017 17:31

Sieht fantastisch aus, Fenia!

Sidonia
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Beitrag von Sidonia » 17.07.2017 13:54

Ich bin vollkommen begeistert!
Krass Oida! :wink:

Wie funktioniert das bzw welches Werkzeug verwendest du da??

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 17.07.2017 14:07

Also als erstes macht man sich eine Vorlage.
Ich zeichne das z.B. auf Butterbrotpapier, ist billiger als Spezielles Papier zum durchpausen. Dann lege ich das auf angefeuchtetes, pflanzlich gegerbtes Leder (nicht jedes Leder eignet sich!) und 'male' das nach. Beim ersten mal mit einem Bleistift, aber der kam ein bisschen durch, jetzt nehme ich ein Modellierwerkzeug.

Dann werden die Lienen mit einem speziellen Messer nachgezogen, dafür nimmt man ein sog. Swifel Knife, das kann man in der Hand drehen und damit die Kurven besser hinbekommen:
Bild

Der Rest passiert mit Punzen (Deswegen heißt es auch punzieren). Als erstes werden die geschnittenen Linien an einer Kante runtergeschlagen um die 3-Dimensionalität zu erreichen, dann folgen Feinheiten. Es gibt Punzen zum Runterschlagen (sog. Beveler), welche für Hintergründe, für Muster. etc.

Das geht auch alles improvisierter, aber ich kauf mir einfach gerne Handwerkskram :D
Kann man übrigens alles bei YoutTube lernen, so hab ich es zumindest gemacht :)

Eine Anleitung für Becher und Buch hab ich nicht gefunden, das hab ich selbst ausgetüftelt und mit für beides vorher einen Dummy gebaut (Aus Moosgummi bzw. Pappe) Leder ist ja teuer.

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Beitrag von Sidonia » 17.07.2017 14:33

Hui, na ich glaube, da bräuchte ich ja ewig!
Leder ist ja nicht so ein einfaches Material. Da denke ich mit Grauen an meine selbst gemachten Wickingerschuhe für ein Mittelalteroutfit.... war nicht einfach zu bearbeiten.
Ich habe mir damals beim Schuster Restleder besorgt - das gibts auch mal günstig. Da ich nicht so der Profi bin, war das ok!

...ich muss wohl mehr YouTube gucken! :lol:

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 17.07.2017 14:47

Solange man nicht versucht Löcher reinzustechen ist Leder doch super dankbar und Einfach :D
Für die Löcher vom Becher & Buch hab ich eine Lochzange genommen ;)

Leder das anders gegerbt ist als Pflanzlich wird das Muster nicht behalten. Bzw. es wird auch nicht so schön.

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Beitrag von Sidonia » 17.07.2017 15:27

Löcher... genau das war bei mir das Ding. Ich habe auch eine Lochzange genommen, aber da für Schuhe das Leder doch a bissl dicker sein sollte, war das ein Kraftakt! :phex:

Danke jedenfalls für deine Infos! Hast mir weiter geholfen! Vielleicht trau ich mich doch mal drüber und bevor ich verzweifle frag ich nochmal. :oops:

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 17.07.2017 15:30

Immer gern! Aber ich bin auch wirklich kein Profi :D

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Beitrag von Zyrrashijn » 18.07.2017 10:35

Fenia ist zu bescheiden. Sie mag das nicht professionell machen, aber ihre Arbeit ist es!
- Wer dem Licht dienen will, darf die Schatten nicht scheuen -

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 13.11.2017 12:56

Wie ein Würfelbecher entsteht. - Teil 1

Vor kurzem konnte ich einen weiteren Würfelbecher in die Hände seiner neuen Besitzerin legen.
Das habe ich zum Anlass genommen mal die einzelnen Schritte etwas ausführlicher zu dokumentieren. Ich erinnere nochmal daran das ich Autodidaktin bin was das angeht. Ich teile einfach meine Erfahrung mit euch, ohne Anspruch auf 'Richtigkeit'.

1. Ausschneiden

Als erstes schneide ich alle Stücke die ich brauche aus meinem Lederstück aus. Ich hab mir irgendwann mal eine halbe Haut geholt, die reicht für super viele viele Sachen! Wichtig ist das es sich um pflanzlich gegerbtes Blankleder handelt wenn ihr etwas darauf punzieren wollt.

2. Motiv

Ich suche mir meist im Internet irgendein Motiv das ich gut punzieren kann. Nicht zu fein sollte es sein, und ich mache mir Gedanken darüber welchen Teil ich hervorheben und welchen ich einfärben möchte. Ich mag die keltischen Motive sehr gerne. Hier also ein Greif/Heraldischer Drache.
Ich habe das Motiv ausgedruckt und übertrage es mit einem Bleistift auf Butterprotpapier (Es gibt auch teures Transferpapier, aber Butterbrotpapier langt mir völlig).
Ich klebe das Butterbrotpapier oberhalb des Bildes mit Tesafilm auf dem Untergrund fest, dann kann ich es hoch und runter klappen um zu überprüfen ob ich was vergessen habe, ohne das es verrutscht.


3. Punzieren vorbereiten

Das Leder mache ich jetzt nass. Dazu halte ich es kurz unter Lauwarmes Wasser und ziehe es ein- zweimal gut drunter durch, so das alles gleichmäßig nass ist. Die Oberfläche trockne ich ab und dann lege ich es erst mal beiseite so das die Oberfläche wieder antrocknen kann. Im Internet habe ich viele Videos gesehen wo das Leder nur mit einem Schwamm benässt wird, das geht auch, und es ist auch schneller bereit zum Punzieren. Das stärkere Durchnässen hat den Vorteil das man länger daran arbeiten kann, gerade bei großen Werkstücken ist das praktisch. Außerdem finde ich das die Punzierungen schöner werden.
Das wieder antrocknen lassen ist wichtig. Nasses Leder ist unheimlich nachgiebig, das kann richtig vermatschen. Schnitte klaffen auseinander wenn man zu früh wieder damit arbeitet. Es sollte oben fast wieder aussehen wie es im Trockenzustand aussah. Wenn man es von der Seite anschaut sieht man aber das es innen noch dunkel und feucht ist. Wie ein Nutellatoast :D

Danach wird das Butterbrotpapier mit dem Motiv auf das ausgeschnittene Stück Leder gelegt und ebenfalls oberhalb davon mit Tesafilm festgeklebt. Das Motiv wird dann mit einem Modelliertool/Modellierwerkzeug nochmal nachgefahren und drückt sich so in das Leder darunter. Ich hatte das auch mal mit einem Bleistift versucht, aber dann gab es einen Riss im Papier und das Leder war ein bisschen angemalt. So geht es jetzt doch viel besser. (Bild s.o.)

Motiv_tripple.jpg

4. Punzieren


Das Motiv ist jetzt auf dem Leder. Die eingedrückten Linien werden jetzt mit einem sog. Swivel Knife (Punziermesser/Kurvenmesser) ins Leder geschnitten. Das Messer hat eine Fingerauflage für den Zeigefinger und kann mit Daumen und Mittelfinger gedreht werden beim schneiden, so das man möglichst lange Strecken in einem Durchziehen kann. Vorher wird das Messer noch geschärft, ich nehme dafür einen Schleifstein und Wasser. Öl ist besser, aber mir reicht das.

Nachdem das Leder eingeschnitten ist, holt man das Motiv in die 3-Dimensionalität. Dafür schlägt man eine Seite der Linie herunter, so das eine Kante entsteht. Welche das ist, muss man sich vorher überlegen. Man kann Motive auch versenken. Ich schlage hier die äußere Kante herunter.

Für das Punzieren gibt es unzählige sog. Punziereisen. Die haben unterschiedliche Zwecke. Für das herunterschlagen der Kanten benutzt man einen „Beveler“. Die sind Rechteckig, vorne Glatt und der Untergrund ist abgeschrägt. Es gibt welche mit Rauhem/gemusterten Untergrund, und welche mit Glattem. Ist Geschmackssache. Man kann zum Beispiel für alle Außenlinien einen rauhen nehmen, und für alle Innenlinien einen glatten. Außerdem habe ich noch ein kleineres tropfenförmiges Hintergrund Werkzeug genommen um in die kleinen Ecken zu kommen. „Backgrounder“, oder Hintergrundwerkzeuge, benutzt man um versenkte Flächen zu gestalten. Das braucht ich bei diesem Motiv aber ansonsten nicht.
Zum Schluss kann man die Kanten nochmal mit dem Modelierwerkzeug nachfahren um die ein Bisschen anzugleichen oder letzte Stufen auszubügeln die zwischen den einzelnen Schlägen entstanden sind.

Da der Würfel ansonsten etwas leer gewesen wäre, habe ich Teile des Leders noch mit einem Musterstempel verziert. Soll ein bisschen wie Drachenschuppen aussehen.

Punzieren_4jpg.jpg

Die anderen Teile wurden ebenfalls verziert. Außerdem habe ich die Löcher für das Flechtband hineingemacht. Hier nochmal ein Bild mit allen Werkzeugen die ich dafür benutzt habe. Das Mit dem Holzgriff oben ist ein Nahtversenker. Damit kann man gerade Linien aus dem Leder schneiden, in denen später eine Naht versenkt wird. Ich habe das hier zu dekorativen Zwecken gemacht. Die Löcher habe ich mit einer Lochzange gemacht.

werkzeuge.jpg

Wie genau das mit dem Punzieren funktioniert kann man sich auf Youtube ansehen. Woanders hab ich es auch nicht gelernt ;)
Hier zum Beispiel mit Grundsätzlichen Erklärungen:




5. Trocken

Das Leder muss jetzt komplett durchtrocknen! Das kann ein- bis zwei Tage dauern (oder länger, je nach Größe etc.). Bitte nicht auf die Heizung legen um es zu beschleunigen!

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Beitrag von Fenia_Winterkalt » 13.11.2017 12:56

Wie ein Würfelbecher entsteht. - Teil 2

6. Färben

Muss man natürlich nicht! Aber ich machs. Färben finde ich ist das allerschwerste daran.. es gibt unzählige Farben.. Techniken.. und echt wenige Ableitungen dazu im Internet! Für das Stück hier habe ich Fiebing's Professional Oil Dye (Royal Blue) benutzt.
Das Problem ist, die Farben werden sehr schnell sehr dunkel. Deswegen habe ich ursprünglich mal damit angefangen Sachen golden zu bepinseln. Jetzt ist es halt irgendwie so mein Stil geworden.

Die Farbe wird mit einem Schwamm aufgetragen, möglichst Gleichmäßig. Der Schwamm löst sich dabei auf, man sollte also genug haben. Ich hab diese Schwammstücke gleich im Lederbedarf gekauft. Wichtig!!! Handschuhe! Immer! Und ich meine Immer!!! Lederfarben eignen sich, wie man sich denken kann, wunderbar um auch Menschenhaut zu färben :D

7. Trocken

Oh ja.. dieses Trocknen.. wieder mind. Einen Tag. 'Mal ebend' was aus Leder machen ist halt nicht :D

8. Punzierung hervorheben /Altern lassen

Damit die Punzierungen und Vertiefungen besser zu sehen sind, und das Leder nicht ganz so.. makellos aussieht, gibt es, natürlich, auch wieder 1000 Produkte. Ich habe ein Fiebing's Black Antique Finish Paste 4oz benutzt. Diese Paste wird mit einem sog. “Dauber“ aufgetragen. Das ist einfach ein Stück Wolle an einem Draht, zum festhalten, Wollpinsel könnte man sagen. Die kann man so kaufen. Ein Tuch oder ein Stück Lammfell geht auch. Die Paste wird richtig draufgeschmiert.. muss kurz trocknen und dann wird es mit einem Küchenkrepp z.B. wieder saubergewischt.

9. Trocknen

Wer hätte es gedacht. Danach mit einem weichen Tuch schön drüberpolieren.

10. Kanten bearbeiten

Nach dem Trocknen werden die Kanten mit einem Kantenhobel bearbeitet. Also man schneidet damit die Kanten des Leders ab. Danach wird die Kante geglättet, dafür habe ich mir inzwischen einen Kantenglätter angeschafft. Mit dem reibt man einfach immer wieder drüber bis es schön glatt ist.Vorher habe ich aber einfach den Holzgriff eines alten Teelöffels genommen der auch so Rillen hatte. Die so bearbeiteten Kanten werden mit schwarzer “Kantenfarbe bemalt. Das sieht einfach edel aus.

kanten.jpg

11. Bemalen

Wer mag kann jetzt noch spezielle Lederfarben auftragen. In meinem Falle Gold. Die Lederfarben zerbröseln nicht so sondern sind, meiner Ansicht nach, etwas flexibler nach dem trocknen. Das Werkstück bewegt sich ja andauernd. Ich benutze ROC Metallicfarbe, gold (gold). Die finde ich einfach super! Und einen guten feinen Pinsel. Den kriegt man später auch wieder sauber und kann ihn wiederverwenden ;)
Ich habs mal verlinkt weil der Name nicht so eindeutig ist, muss man aber nicht da bestellen.

farbe_3.jpg

12. Trocken

Und zwar richtig gut!

13. Finish

Lederfarbe ist nicht unbedingt wasserfest! Besonders das Antique Finish zerfließt einfach. Wer will schon seinen Würfelbecher mit vor Spannung schwitzigen Händen anfassen und dann schwarze Hände haben?
Also muss was drüber! Auch hier.. 100 Möglichkeiten!!
Ich benutze „Fiebing`s Acrylic Resolene“. Ich nehme dafür einen Pinsel. Ich habe gelesen man kann das auch mit einem Tuch machen.. und hätte mir damit fast ein Stück ruiniert! Die ganze Farbe löste sich ab!!! Also nur noch Pinsel, gross und weich und vorsichtig drüberpinseln zum versiegeln.

14. Trocknen und ggf. Schritt 13. und 14.wiederholen

15. Zusammenbauen

Hier habe ich eine Zierniete auf dem Deckel angebracht, die wird zuerst eingeschlagen.

Jetzt wird alles mit Lederflechtriemen verbunden. Dafür habe ich kein Geheimrezept. Halt ein bisschen wie Nähen. Für die Flachen Riemen gibt es „Flechtnadeln“ damit geht es auf jeden Fall einfacher! Deckel und Boden verbinde ich einfach Loch für Loch. Beim Becherkörper verbinde ich alles Kreuzförmig. Das ist immer Fummelei, besonders am Ende.

Fertig!

drachenbecher.jpg

Man sieht, es ist schwer zu beantworten wir lange sowas dauert. Durch die vielen Schritte, die Trocknungszeiten. Manchmal Arbeite ich von Wochenende zu Wochenende und lasse es zwischendrin trocknen.

Die nächsten Tage werde ich noch einen Becher anfangen. Also wenn ihr gerne irgendwas spezielles nochmal sehen wollt, kann ich Fotos machen :) ...

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