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Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

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Rosencrantz
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Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

Beitrag von Rosencrantz » 01.07.2016 07:54

Hallo Leute,

Beim durchblättern des Kampagnentextes von Träume von Tod wird ja nicht an Enthüllungen gegeizt, was ich erstmal äußerst positiv aufgefasst habe.
Ich mag das Thema um den Krieg der Vorherrschaft über die Position als Seelenherr/in der Schöpfung an sich und finde, dass die Orchestrierung an sich zu der 'epischen' Splitterzykluskampagne passt.

Und nun das Aber:

Bin ich der Einzige, der findet, dass Borons großer Plan, eine Erinnerung in eine sterbliche Seele zu pflanzen, um diese später abzuernten und damit den Konflikt zu gewinnen, so gar nicht zum sonst so altruistischen Bild von Boron passt?
Ich empfinde diese Strategie als ziemlich manipulativ. Empfinde sein Vorgehen gegenüber Lucardus als nicht besonders fair, ihn sogar mit der Prophezeiung beim Orakel der Nacht zu 'verspotten'.
Auch die direkte Gleichsetzung von V'Sar und Visar ist für mich sehr problematisch und lässt einen Einblick in Borons tatsächliche Motivation zu, den 'Drecksjob' mit den Seelen überhaupt zu erledigen.

Wie sind eure Gedanken dazu? Bin ich zu kritisch mit der Figur Boron, oder hat man sich dazu entschlossen, ihn ein bisschen härter zu zeichnen?

Grüße

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Fantana Ratazara
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Re: Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

Beitrag von Fantana Ratazara » 01.07.2016 09:28

Es passt ganz gut in das Bild, welches in der Historia Aventurica von den "Unsterblichen" gezeichnet wurde. Nichts liegt den Göttern ferner als Altruismus. Überspitzt formuliert: Was im Karmakorthäon zwischen den "Unsterblichen" abgeht, könnte ein wenig an "Game of Thrones" erinnern... Es gibt halt nur 12 Plätze in Alveran, da ist sich jeder selbst der Nächste. :rolleyes:

Da wir bei uns die HA schlichtweg komplett ignorieren, muss ich als Meister von "Träume von Tod" Borons Plan noch ein wenig anpassen und umdeuten. Im Großen und Ganzen bleibt aber stehen, dass er das Schicksal der Tränenlosen in Kauf nimmt, um den Kampf der Totengötter für sich zu entscheiden. Nicht für sich, sondern für den Seelenfrieden aller. Irgendwie so könnte man es deuten. Ich habe die Prophezeiungen aber noch etwas erweitert und das Abenteuer Seelenernte mit einbezogen, so dass am Ende das Schicksal des TGT-Splitters steht. Somit bleibt nicht nur der gewonnene Kampf der Totengötter, sondern zugleich der heftigste Schlag gegen TGT ever. Die wird wohl im nächsten Äon nur sehr, sehr wenig zu melden haben.
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Sumaro
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Re: Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

Beitrag von Sumaro » 01.07.2016 15:36

Wenn man die Götter als Aspekte von schöpferischen Realitäten sieht (also z.B. Tairach, Marbo, Boron etc. als unterschiedliche Arten des Sterbens, des Totenreiches und des Kultes um Verstorbene begreift), dann muss man ohnehin vieles an göttlichen Taten in einen anderen Kontext setzen. Das Handeln der Götter entspringt dabei aus ihrem Prinzip, nicht aus ihrem Machtwillen und diesem Prinzip folgend entsteht ein Konflikt zwischen den Totengöttern einfach in der Art ihres Wesens, sprich wo Marbo und Tairach Erinnerung bewahren, ist Boron das Vergessen des Todes und des Leids.

Abseits davon widerstrebt es mir natürlich, dass so ein essentieller Konflikt, wie die Art und Weise des Todes, in einem solchen minimalistischen Event kanalisiert wird und das Boron hier seinen Aspekt festigt, obwohl er letztlich noch am Anfang des Karmakorthäons steht. Bedenkt man, dass seine Kirchen die machtvollste Insignie seines Prinzips verloren haben (den Stab des Vergessens) halte ich seinen automatischen Sieg durch die Aktion oder Opferung einer einzelnen Erwählten, auch ohnehin nicht für begründbar.

Ich würde vermutlich die gesamte kosmologische Ebene zunächst einmal ausklammern und den Konflikt der Golgariten mit Lucardus in den Vordergrund heben.

Ohnehin bin ich kein Freund der Splittervernichtung. Bei mir werden sie "zur Ruhe gebettet", wenn ein Träger des Ea'Myr seine Macht auf sie wenden kann (oder vollkommen entfesselt, je nachdem was der Träger will), aber zerstören kann sie nichts, nur der namenlose Gott selbst.
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Rosencrantz
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Re: Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

Beitrag von Rosencrantz » 09.07.2016 05:58

Vielen Dank für die 2 qualitativ hochwertigen Antworten.

Wir haben uns bei der letzten Zusammenkunft darüber ausgelassen, ob es sinnvoll ist, mit der HA überhaupt zu arbeiten und sie als Quellenbuch anzuerkennen.

Ich war in der Diskussion äußerst zwiegespalten. Da ich ein Fan von dark fantasy bin, und meine geleiteten Runden auch in die Richtung gehen, habe ich gesagt, dass ein bisschen 'Schmutz' in Alveran und der Götterwelt auch ein Katalysator für eine gute Story ist. Es macht auch die Motivationen einer Azaril Scharlachkraut oder eines Lucardus von Kemet wesentlich glaubwürdiger und die Charaktere runder, worauf ich sehr viel Wert lege - denn nichts ist schlimmer als flache, eindimensionale Schurken ohne eine glaubwürdige Agenda.

Wenn ich aber als Spieler damit umgehen müsste, würde ich mich natürlich schon in gewisser weise verraten fühlen - oder euphemistischer ausgedrückt: an der Nase herumgeführt.

Nach langem hin und her haben wir uns dann dazu entschlossen, die HA als Quellenbuch anzuerkennen. Trotzdem würde ich auch mit Sumaro übereinstimmen, dass die Splittervernichtung ein bisschen zu weit geht.

Ich bin jetzt zwar ein bisschen schlauer als vorher, denke aber noch immer, dass es sehr schwierig sein wird, einige Götter - vor allem solche mit viel Konkurrenz, z. B. auch Boron als wirklich philanthropisch darzustellen. Mal sehen, was die Kampagne noch so bringt. Wenn noch Jemand seine Erfahrung in Bezug auf das Thema teilen möchte, oder mir Tipps geben kann, wie er es gelöst hat, bin ich nach wie vor sehr dankbar. :)

Grüße!

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Re: Motivation im Plot von Träume von Tod [MI!]

Beitrag von Sumaro » 09.07.2016 09:24

Leider hat die HA ja nicht wirklich viel mit darkfantasy zu tun. Es geht ja nicht um "böse" Götter sondern viel mehr um "profane" Götter. Aber wenn man sich an dieses Götterbild halten will, dann ist Borons Plan doch schon per se philantropisch im Vergleich zu allen anderen Göttern. Er opfert nur eine einzige Seele für sein Machtspiel und zaubert damit sein großes Vergessen, während andere in Kauf nehmen ganze Völkerscharen in den Tod und die Verderbnis zu schicken. Das kann man schon als "good guy" Boron betrachten, der wirklich minimalistisch agiert (gut Tairach ist noch besser, der opfert nur eine fremde Seele mit Selindian Hal, aber das ist ja orkische Propaganda).

Abseits davon geht es Boron, so wie allen Göttern, eben um Macht. Macht bekommt man mit Seelen, Seelen kommen ins Totenreich und wo TGT nur einen Raben mit beschränkter Macht hat, hat Boron ja quasi das Monopol auf das Seelen sammeln. Und ein bisschen Hohn und Spott passt doch gut zum Götterbild der HA. Ich meine, wenn du einen deiner Verbandspolitiker bloßstellst und dich öffentlich vom ihm abwendest, dann wird der auch die nächste Gelegenheit nutzen, dir eines reinzudrücken und dich zu diffamieren und zu blamieren. Ähnlich kleingeistig agieren auch die HA-Götter. Das Boron da jemanden verspottet oder quält, wenn er es kann, klaro ganz normale Sache. Alle Abgründe zu denen Menschen fähig sind um Macht zu erhalten sind für Götter auch legitim (nur fehlt ihnen eben, wie allen DSA-Kreaturen, das Händchen für Intrigen, weswegen alles reichlich plump daherkommt).^^
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