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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

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Hans
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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Hans » 28.07.2017 15:37

Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?


Zornbold
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Beitrag von Zornbold » 28.07.2017 15:54

So langsam artet das in Spam aus lieber Nick Nack, meinst Du nicht, dass es ein paar weniger Beiträge auch tun? :D

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Cherrie
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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Cherrie » 28.07.2017 17:17

meistens gibt es ja als "Tipp des Tages" genau EINEN Tipp des Tages. Sonst sollte es heißen: "Tipps des Tages" :)

Tharex
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Beitrag von Tharex » 29.07.2017 10:18

Cherrie hat geschrieben:
28.07.2017 17:17
Sonst sollte es heißen: "Tipps des Tages"
Genau, und dann alle unter einem Thema, das erspart eine Flutung.

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Beitrag von Nick-Nack » 29.07.2017 13:39

Huch, das sind hier ja viele Beiträge auf einmal! Die Videos sind größtenteils schon älter, ich kläre mal den Admins, warum Hans jetzt das Forum mit alten Videos vollspammt :)
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Beitrag von Nick-Nack » 29.07.2017 13:41

...aber zumindest weiß ich jetzt, warum dieses Video aufeinmal so viele Daumen nach unten bekommen hat :D
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Sumaro
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Beitrag von Sumaro » 29.07.2017 15:26

So viele Daumen runter gibt es, weil das Video nicht dabei hilft einen guten Bösewicht darzustellen. Es fehlen wirklich klare Punkte und es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Den guten Bösewicht stellt man so jedenfalls nicht da. Einen generischen Bösewicht vielleicht schon. Aber die wirklich spannenden Punkte sind gar nicht aufgekommen.
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Beitrag von Nick-Nack » 29.07.2017 21:22

Dann mal Butter bei die Fische: Was sind denn Deiner Ansicht nach die wirklich spannenden Punkte? ;)
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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Sumaro » 30.07.2017 10:10

Ein Bösewicht braucht Charakter und eine entsprechende Nähe zu den SC, damit er überhaupt irgendeine emotionale Reaktion bewirken kann. Nehmen wir dein Beispiel mit Batman und Joker, das entscheidende, warum Joker so ein unglaublich guter Bösewicht ist, sind nicht seine Ziele oder seine Ressourcen (beide sind sogar ziemlich beliebig), sondern der Charakter und das Auftreten sowie die Darstellung als Person. Wenn er von seinen Narben erzählt hat er immer eine neue Geschichte. Seine Handlungen sind auch nicht von einem großen Masterplan durchwoben, sondern sie tun im späteren Handlungsbogen sogar genau das, was du als "sowas sollte man vermeiden" anführst, er agiert nur weil es seinen Konterpart gibt.

Ich hätte mich an deiner Stelle gefragt, welche guten Bösewichte gibt es im Rollenspiel bisher und warum sind diese gute Bösewichte bzw. warum sind sie es nicht. Klassisches Beispiel Pardona in DSA. Ist sie ein guter Bösewicht? Wenn ja/nein, dann warum ist das so?

Ich glaube jeder, der schon mal irgendeinen Film, irgendein Buch oder irgendein AB gelesen hat, weiß, dass ein Bösewicht Ressourcen und ein Ziel und evtl. einen Plan haben sollte (auch das ist alles nicht zwangsweise notwendig, ebenso kann ein Bösewicht auch keine Ressourcen haben, aber genau diese erlangen wollen).

Dein eigenes Beispiel, wann deine Truppe offenbar einen tollen Bösewicht erlebt hat, war nämlich gänzlich unabhängig von deinen eigenen Tipps. Das war nämlich ein Bösewicht, der ganz nah an den Helden war und offenbar sogar ihnen Gift ins Ohr träufeln konnte. Auf solche Dinge gehst du aber selbst in deiner Empfehlung gar nicht ein.
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Beitrag von Sylvatica » 30.07.2017 11:27

Naja, das was du Aufführst, also "Charakter und Auftreten" ist für jede gute/interessante Figur wichtig. Egal ob Spieler, Nebendarsteller, Auftraggeber oder Freund. Was du sagst ist also genauso generisch.
Das gleiche kann man aber auch über Nick-Nacks Tipps sagen, jeder gute Charakter braucht eine glaubwürdige Motivation und erkennbare Ziele. Ob das jetzt der generische Bettler ist der ein paar Heller will oder der Erzschurke der es dem Kaiserhaus heimzahlen will.

Ich glaube jeder, der schon mal irgendeinen Film, irgendein Buch oder irgendein AB gelesen hat, weiß, dass ein Bösewicht ein gewisses Auftreten und eventuell einen besonderen Charakter braucht (auch das ist alles nicht zwangsweise notwendig, ebenso kann ein Bösewicht einfach nur alle freien Völker Mittelerdes unterjochen wollen).

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Beitrag von Sumaro » 30.07.2017 12:11

@Sylvatica
Sauron hat doch deutlich mehr Charakter als du ihm zugestehen möchtest. ;)
Und nein, nicht jede Figur braucht einen besonderen Charakter. Jede plotrelevante Figur braucht diesen, damit sie ihren Wiederkennungswert steigert. Was einen "guten" Bösewicht ausmacht ist nicht sein Plan, seine Ressourcen oder sein Ziel, sondern letztlich sein Charakter und die Interaktion mit den Spielern/SC. Ich kann noch so einen tollen Plan für den Bösewicht haben, noch so eine großartige Ansammlung von Ressourcen, relevant ist immer nur das was Spieler und SC erfahren und erleben können. Und das ist die Interaktion mit dem Charakter, bzw. die Information über den Gegenspieler.

Natürlich kannst du jeden Satz so verdrehen, dass man daraus einen generischen Ratschlag machen kann. ;)
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Beitrag von Nick-Nack » 30.07.2017 13:18

Das, was du in deinem Beitrag beschreibst, sind Symptome, aber keine Ursachen. Der "Charakter" des Bösewichts ergibt sich daraus, dass er den inneren Konflikt der Helden darstellt. Dein Tipp, ein Bösewicht brauche "Charakter und das Auftreten sowie die Darstellung als Person" ist zwar in der Theorie richtig, aber halt furchtbar nutzlos :)
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Beitrag von Nick-Nack » 30.07.2017 13:19

Wir haben übrigens herausgefunden, warum Hans hier so gespamt hat: Statt neuer Videos hat er auch Videos nochmal hier aufgeführt, bei denen z. B. etwas in der Beschreibung geändert wurde. Wir arbeiten gerade daran, das Problem zu beheben, aber da ich jetzt weiß, woran es liegt, sollte Hans sich jetzt mal wieder benehmen :)
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Beitrag von Herr der Welt » 30.07.2017 13:50

Sylvatica hat geschrieben:
30.07.2017 11:27
Ich glaube jeder, der schon mal irgendeinen Film, irgendein Buch oder irgendein AB gelesen hat, weiß, dass ein Bösewicht ein gewisses Auftreten und eventuell einen besonderen Charakter braucht (auch das ist alles nicht zwangsweise notwendig, ebenso kann ein Bösewicht einfach nur alle freien Völker Mittelerdes unterjochen wollen).
Sauron ist weniger ein konkreter Bösewicht, als eine wirkende Macht im Hintergrund, die jene zu korrumpieren droht, die sich mit ihr einlassen. Das ist sein Wesen, so hat er schon immer agiert und deshalb beeinflusste er auch das Schmieden der meisten Ringe in diesem, seinem Sinne. Sauron verkörpert damit ein Prinzip des verführerischen Bösen, des korrumpierten Weges zu Macht, ähnlich wie es in DSA der Namenlose tut (wenig überraschend, denn dieser ist wiederum stark an Morgoth angelehnt).

Das verführerische Böse ist ein Typus, bei dem nicht unbedingt ein zentrales Gut im Mittelpunkt steht, um das Prota- und Antagonisten wetteifern, sondern mehrere Güter, die gegeneinander abgewogen werden. Einmal haben beide Parteien eigene Ziele, die mehr oder minder unvereinbar sind. Um sich durchzusetzen, kann eine Partei der anderen ein (Ersatz-)Gut anbieten. Der Konflikt wird somit auf eine zweite Ebene getragen und der reine Dualismus der Parteien kann aufgehoben werden.
Solche Konflikte sind als Prüfsteine in Geschichten praktisch, als Entscheidungsmomente in offenen Spielsituationen um ein Vielfaches reizvoller. So fiebert man mit, wenn eine Figur in einer Erzählung oder einem Drama vor der Wahl steht, seinen Weg zu ändern, seine Prinzipien oder Freunde zu verraten, etc. Wie endlos spannender ist es aber, selbst eine solche Entscheidung zu treffen. Und in der Schwebe der eigenen Wahl kann der dies initiierende Bösewicht zur Projektionsfläche der begleitenden Emotionen des Spielers werden, der sich entscheiden muss. Ein guter Bösewicht ist in dem Sinne der, der unangenehme Entscheidungen erzwingt.

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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Sumaro » 30.07.2017 14:10

@Nick-Nack
Wenn du das so siehst.

Bei einer literarischen Figur würde ich dir recht geben, vielleicht auch beim Antagonisten eines Helden im Film, aber generell? Nö. Dafür sind Heldengruppen zu unterschiedlich, dafür kann das einen antagonistisches Thema in der Gruppe gleich mehrfach vertreten sein und es gibt keine klare Linie dafür. Finde ich einen absolut nutzlosen und kurzsichtigen Ratschlag.

Ich würde mich fragen, wieso z.B. jemand wie Haffax' oder auch Galotta als "magnificent bastard" wahrgenommen werden und was diese Gestalten entsprechend im Rollenspiel groß gemacht hat. Das sind nämlich viel eher Rollenspiel-Bösewichte als ein Szenario Batman vs. Joker.

@Herr der Welt

Das mit den Entscheidungen erzwingen hat Nick-Nack ja auch erwähnt. Allerdings eben nicht das Mittel, mit dem man dahin kommt.
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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Herr der Welt » 30.07.2017 20:26

@Sumaro
Ich finde den Hinweis, dass SC durch den Bösewicht in Dilemmata geworfen vor Entscheidungen gestellt werden sollten, um eine persönliche Involviertheit zu verstärken, schon richtig und wichtig. Wie man das machen kann, hat Nick-Nack knapp beispielhaft ausgeführt: mit der Batman-Joker-Situation (was ich für sehr anschaulich halte) und mit einem eigenen Beispiel, wo allerdings die Konstellation eine etwas andere ist, da der Bösewicht gelogen und offenbar gar kein Ersatz-Gut parat hatte. Das revidiert rückblickend die Entscheidungssschwere der Spieler/SC, ist aber geeignet, um den Schurken zu dämonisieren.

Bei deinem letzten Beitrag finde ich interessant, dass du einmal den Hinweisen zustimmst in Bezug auf literarische Antagonisten und zum anderen Galotta und Haffas als gelungene Rollenspiel-Bösewichte aufführst. Ich behaupte, dass Haffax und Galotta (der noch etwas mehr) in erster Linie literarische Bösewichte sind, die nur bedingt in ihrer Rollenspielumsetzung funktionieren.
Galotta erhielt sogar erst in den Romanen sowie in der Scharlachkappentanz-Kurzgeschichte ein wirkliches Profil, ist ansonsten ein ziemlich gesichtsloser Obermotz, bestenfalls als Magierphilosoph überzeugend, aber als solcher ersetzbar. Im offiziellen JdF wirkt Galotta in seiner Szene ziemlich belanglos, ebenso in eigentlich allen vorherigen Abenteuern. Es gibt kaum Interaktionsmomente zwischen ihm und SC, schon gar keine forcierte Kampagne um ihn, in denen er als Erzschurke signifikant wäre. Insofern ist Galotta sogar fast ausschließlich (bestenfalls) eine gelungene literarische Figur, ein kein interessanter NSC-Antagonist. Dass man sehr viel mehr aus den Ideen des Romans schöpfen kann, ist mir bewusst, aber man muss ja sehen, was offiziell darauf gemacht wurde.
Haffax ist auch erst einmal und war über lange Zeit ein Metaplot-NSC, der sympathische Macher, der es aus dem Untertanen-Soldaten-Nichts zum höchsten Befehlshaber des größten Reiches und immerhin Grafen gebracht hat. Dadurch traf man mit dem Seitenwechsel gerade die Spieler, deren SC in ihm womöglich ein Idol gesehen und ihm vielleicht mal die Hand geschüttelt haben. Alles Weitere ist leider nur halbgar erzählt worden: die Paktgeschichte, dass er lange Zeit quasi unberührbar war und sein finaler Plan sind mittelgut bis furchtbar. Und wirkliche Interaktion mit den SC gibt es über weite Strecken gar nicht.

Insofern sind Galotta und Haffax eher Gegen-Beispiele für Rollenspiel-Bösewichte, auch wenn die Figuren interessant sein mögen. Das, was man für den Spieltisch an die Hand bekommt, ist kein wirklich gutes Material, jedenfalls nichts irgendwie Beispielhaftes. Diese Figuren scheitern daran, dass man um sie schon alles erzählt hat, ihre Konflikte haben mit den SC persönlich nichts zu tun. Das kommt natürlich auch daher, dass DSA einen fixen Metaplot auffährt und SC vorgesehener Weise eine Ebene tiefer agieren. Das sind dann die ungenannten Recken im Aventurischen Boten, was schon selten genug Erwähnung findet.

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[Nick Nack] Vlog: Was ist ein guter Gegenspieler?

Beitrag von Sumaro » 30.07.2017 23:13

@Herr der Welt
Dann ist wohl die Frage, wieso werden diese NSC genauso wahrgenommen?
Ich hatte per se jetzt niemals das Problem, dass man Galotta und Haffax nicht auch als Bösewichte bzw. als die interessanten und mächtigen Gegenspieler wahrgenommen hat, die sie sein sollten, gebe allerdings zu, dass das offizielle Material dies in der Tat nicht hergibt. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass es mit Nick-Nacks Vorschlägen eben auch keine Mixtur für einen guten Bösewicht gibt, sondern nur an dem Profil "Gegenspieler" kratzt und nicht mehr tut. Vielleicht muss es auch in einem V-Log oberflächlich bleiben, aber da es der erste von seinen war, den ich komplett angeschaut habe ist mir eben aufgefallen, dass doch zum "guten Bösewicht" einiges an Hilfestellung fehlt.

Was wäre denn deiner Meinung nach ein guter Bösewicht im rollenspielerischen Kontext? Bzw. was hast du getan, um z.B. aus Rhazzazzor einen "guten Bösewicht" zu machen? Oder aus Haffax oder Galotta.
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Beitrag von Herr der Welt » 31.07.2017 09:34

@Sumaro
Meine Antwort zur ersten Frage wäre, dass die Leute Bösewichte auch dann schätzen, wenn sie ihnen nur erzählt werden. Denn wenn man ein Buch liest oder einen Film schaut, entwickelt man auch (A-)Sympathien. Wenn man also die Geschichte von Galotta und Haffax kennt, kann der eine als tragische und der andere als Identifikationsfigur herhalten. Das funktioniert auch auf eben des Spielers ohne irgendeine SC-Involviertheit, ohne dass man diese Bösewichte am Spieltisch erlebt, quasi mit ihnen spielerisch interagiert hat. Im Gegenteil: Die SC werden wohl kaum etwas über Galottas Vergangenheit wissen, jedenfalls nichts Ungefiltertes.

Haffax könnte - statt Paktierer zu sein wie all die anderen, auch noch mit blutigen Allüren - als der coole Heptarch herausstechen, der sich Dämonenkräften weitgehend verweigert oder sie geschickt gegeneinander ausspielt sowie als Auftraggeber oder Verbündeter für dunkelgraue SC, die unter den gekreuzten Schwertern gegen andere Heptarchen vorgehen. Er könnte die gewisse Nähe haben, aufgrund derer man ihn vor seinem Verrat gemocht hat. Das lässt die Frage offen, ob und inwiefern er als Bösewicht taugt, aber bislang musste ich ihn nicht so präsentieren. Unsere SC haben z.B. in "Der Unersättliche" teilweise mit ihm zusammengearbeitet (und erwogen es auch zuvor; es ergaben sich aber andere Verbündete). Wenn man das in eine Kampagne im Laufe derer Haffax Schwarztobrien erobert und die verbliebenen Herrscher der Anti-Mittelreich-Partei unter sich einigt, könnte sich ein Moment herauskristallisieren, in dem er die SC aus strategischen Gründen fallen lässt o.Ä. Oder ein Augenblick, in denen sich die SC entscheiden müssen, ob sie dunkelgrau bleiben oder schwarz werden wollen: Weil Haffax weitgehend die Finger von Dämonenkram lässt, ihn aber auch nicht links liegen lässt, sollen sich doch andere ihre Seele beflecken. Wahrscheinlich kämen mehr und sinnvollere Vorschläge herum, wenn ich eine konkrete Gruppe oder ein Kampagnenskelett dazu hätte, das die Fäden vom "Unersättlichen" konsequent weiterspinnt.

Für Galotta wiederum hatte ich damals die SC Informationsschnipsel aus dessen Vergangenheit suchen lassen, wovon das wertvollste sicher dessen Schwarzes Auge war, das sich ehemals in seinem Ochsenwasser-Turm befunden hat. Über dieses erhielten sie sehr lebendige Eindrücke von verschiedenen Geschehnissen. Es spricht Bände (für die Einordnung Galottas als erzählter und nicht erlebter Bösewicht), dass ich den Spielern dafür Ausschnitte aus den Romanen zur Verfügung stellte. das kam sehr gut an, ist aber kein Spieltisch-Erleben und daher nicht beispielhaft für einen Rollenspiel-Schurken. Die Involviertheit wurde so kaum verstärkt, die SC waren noch immer als KGIA-Agenten in Reichssachen unterwegs und in dieser Funktion traten sie schließlich auch Galotta gegenüber.

Gelungene Bösewichte: Ohne es gespielt zu haben, fällt mir Lutisana von Perricum aus "Mit wehenden Bannern" ein. Das streitbare Gut ist ziemlich klar und die SC sofort persönlich involviert. Man könnte sie noch in einigen Szenarien mitwirken bzw. gegen die SC wirken lassen. Sie muss dabei kein reines Hassobjekt sein, aber die Parteiungen sind sehr klar geregelt.
Auch Darion Paligan halte ich für ein eher gelungenes Beispiel, wobei es hierbei darauf ankommt, in welche Beziehung man ihn zu den SC setzt. Nimmt man "Blutige See" und "Bahamuths Ruf", gibt es schon signifikante Störmomente, was das jeweilige Interesse angeht. Als SL muss man noch den Hauch an Anonymität überwinden, den der Konflikt hat, weil er nicht automatisch mit den SC verbunden werden kann, aber das ist, denke ich im Rahmen der sowieso notwendigen Anpassungen an die eigene Gruppe gut machbar (sehr viel leichter als bei den o.g. NSC).
Unsere derzeitige Gruppe pflegt einen sehr reichhaltigen Groll gegen Paligan:
MI zu Blutige SeeAnzeigen
Es stellte sich nämlich nach längerer Recherche - weit im Vorlauf von "Blutige See" - heraus, dass Paligan der Kopf einer Organisation war, in deren Auftrag Thorwaler (aus denen besteht die SC-Gruppe) in der Südsee und in der Blutigen See gezielt überfallen, entführt und als Sklaven verkauft werden, weil deren Herzen die beste Ingredienz für Wasserwahn darstellen, der zu diesem Zeitpunkt experimentell erschlossen wurde. Die erste Involviertheit war erreicht, als die SC in einer Sumpfruine in Selem gegen zu Wasserleichen erhobene NSC-Kameraden kämpften, denen die Herzen herausgeschnitten wurden. Im Finale dieses Kampagnen-Teils forderte Paligan einen SC (der es auf dergleichen anlegte) zum Duell, obsiegte und entführte ihn (durch sein Stigma war er für Paligan interessant). Den SC fanden sie später an den Steuerbaum der Gezeitenspinne gebunden. Zweite Involvierung. Über den Umgang mit der Dämonenarche zerstritt und trennte sich die SC-Gruppe: Die Geweihten wollten die Arche vernichten und durch einen Exorzismus wenigstens die Seele des gebunden SC retten, die anderen meuterten und entführten die Arche, die ehemalige Hetfrau ging dafür einen CPT-Pakt ein, weil der gebundene SC sie in Sachen Archensteuerung einweisen konnte - natürlich durch von Paligan vermitteltes Wissen, der genau wusste, dass ein solcher Pakt nicht einfach gebrochen werden kann, weil man durch die Archenkontrolle zwar eine unvergleichliche Machtfülle in den Händen hält, sein Schicksal aber auch an das des Daimoniden bindet. Dritte Involviertheit (denn die SC konnten diese Zusammenhänge aufdecken bzw. hat es ihnen Paligan später persönlich bestätigt). Paligan wollte schließlich die SC auf der Arche auf seine Seite zwingen, die Paktiererin derart unter Druck setzen, dass sie höhere Kreise der Verdammnis eingehen muss, um ihre Kontrolle zu verstärken (um der Plagenbringer entkommen zu können). Als Sendbote seiner Herrin hat er zunehmend mehr Einfluss auf höhere Paktierer, ganz zu schweigen davon, dass er sie später mit dem CPT-Splitter enorm unter Druck hätte setzen können. Es handelt sich also um einen Aspekt des verführerischen Bösen: Liefere dich mir aus und ich zeige nicht nur, weil du deinen Freund befreien kannst (schließlich habe ich ihn selbst gebunden), sondern lasse auch alle deine anderen Kameraden am Leben. Damit hört(e) es noch nicht auf (die Kampagne geht noch weiter), aber ich glaube, es wird ersichtlich, warum die Spieler Darion Paligan als Bösewicht hasslieben.

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Beitrag von Keideran Labharion » 31.07.2017 16:59

Hola!

Einen wirklich guten Schurken, der den Spielern lange in Erinnerung bleibt, macht das Persönliche aus. In jederlei Hinsicht. Sei es, dass er weiß, wie er die Helden treffen kann, sie in eine Zwickmühle bringt oder seine Motivation und seine Ziele nachvollziehbar sind, vielleicht sogar Sympathien wecken, wären seine Mittel nicht die falschen.

Den Joker halte ich hier zwar für ein popkulturell bekanntes, aber nicht einfaches Beispiel. Dazu ist er zu wahnsinnig. :wink: Oder anders: Wenn man ihn als Erzschurken benutzt, muss man sich einiges einfallen lassen, damit er nicht langweilig wird. (Hier empfehle ich die Batman-Runs von Scott Snyder als Quelle der Inspiration.)

Besser funktionierende, aber ebenfalls bekannte Beispiel sind für mich Magneto (wie Xavier kämpft er für die Mutanten, nur hat er auch aufgrund seiner eigenen Erfahrungen den radikalen, terroristischen Weg gewählt) oder das Gegeneinander des Doktors und des Masters. Diese Schurken könnten Helden sein, wenn sie nicht an einer entschiedenen Stelle anders abgebogen wären. Obwohl sie Erzfeinde der Helden sind, hat man eine gemeinsame Vergangenheit, begegnet sich nicht nur mit gekreuzten Klingen, sondern hat auch Respekt miteinander und hier und da arbeitet man sogar zusammen.

Darion Paligan wurde in unserer Runde auch mit großer Liebe gehasst. Hier habe ich einmal ein Abenteuer geleitet, in dem die Helden mit ihm zusammenarbeiten mussten (was natürlich nicht gut für sie ausging). Aber er flößt den Helden nicht nur durch seine Macht Respekt ein, es ist zudem so, dass er sie als Widersacher ernstnimmt, was die Besonderheit dieser Beziehung ausmacht. Und da sie ein anhaltendes Ärgernis blieben, wurden seine direkten Attacken gegen sie immer präziser – und dies motivierte die Helden noch mehr, ihn zur Strecke zu bringen, als ›bloß‹ die Welt zu retten.

Als Abenteuerautor hat man auf so etwas natürlich nur begrenzt Einfluss. Man kann eine interessante Motivation in den Hintergrund schreiben und die Figur nachvollziehbar machen, die Beziehung zu einzelnen Helden oder der Gruppe liegt allerdings ganz beim Meister.

Alte Figuren wie Galotta, Xeraan, Rhazzazor etc. hatten ursprünglich gar nicht den Anspruch, mehr als ihre archetypischen Rollen auszufüllen. Dies wiederum machte sie mMn zu tollen Projektionsflächen. Dies – und dass es früher weniger Konkurrenz unter Schurkenfiguren gab. Am Anfang waren es immer irgendwie die gleichen. :ijw: Das hat mehr zum Ruhm beigetragen als das eigentliche Konzept.

Beste Grüße!
Michael

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