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Sterbegeld für Söldner

Von A wie Attacke bis Z wie Zeughaus: Alles über Schlachten, Scharmützel und den Waffengang.
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erik
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von erik » 09.11.2017 20:06

Hallo Kampfeslustige!

Ich leite bei meiner Gruppe die Wildermarkkampagne und nun kam es vor, dass eine angeheurte Söldnereinheit (Doppelsöldner, also Kampf in der ersten Schlachtreihe) Todesopfer zu beklagen hat. Daher kam die Frage nach dem Sterbegeld auf, welches die Helden als Soldherren nun zahlen müssen.
Was wäre Euer bevorzugter Ansatz?
- nur so viel wie für ein Begräbnis nötig wäre (5 Silbertaler?)
- soundsoviele Monatsgehälter
- Orientierung an Kostenvorschlägen für Sklaven
- etwas ganz anderes?

Hat jemand schon Erfahrungen gemacht? Wieviel Sterbegeld wurde bei Euch pro Söldner gezahlt, oder wieviel haltet Ihr für angemessen?

Viele Grüße, Erik

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X76
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von X76 » 09.11.2017 20:42

Ich denke nicht, dass es da noch eine Abschlagszahlung gibt. Wenn es irgendwelche besonderen Prämien (z.B. auch für verlorene Gliedmaßen) gibt, stammen diese aus der Kasse des Söldnerverbandes und nicht aus der Schatulle des Auftraggebers. Besonders risikoreiche Einsätze (z.B. Sturmsold) werden ja bereits im "Tariflohn" berücksichtigt und Söldnereinheiten erhalten in der Regel auch das Recht zu Plündern, um solche und ähnliche Ausgaben zu bezahlen (-> Schatzmeister der Söldnereinheit).

"Verluste" sind also im Voraus bereits bezahlt (Preis der abgeworbenen Söldnereinheit steigt, wenn keine Plünderbefugnis erteilt wird) bzw. werden von den Söldnern teilweise selbst eingezogen (Plünderrecht).

Selbst wenn es Vorschläge im Khunchomer Kodex gibt, ist letztendlich immer der genaue Vertrag ausschlaggebend (in diesem sind neben Pflichten etc. auch Dinge wie Sterbegeld geregelt und wer dieses zahlen muss und in welcher Höhe).

Auf keinen Fall entstehen jedoch Kosten wie für einen Sklaven. Eine wirklich gute Versorgung (z.B. für Hinterbliebene) gibt es mWn auch nicht bei den Söldnern, sondern nur bei Piraten.

erik
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von erik » 09.11.2017 21:46

X76 hat geschrieben:
09.11.2017 20:42
Selbst wenn es Vorschläge im Khunchomer Kodex gibt, ist letztendlich immer der genaue Vertrag ausschlaggebend (in diesem sind neben Pflichten etc. auch Dinge wie Sterbegeld geregelt und wer dieses zahlen muss und in welcher Höhe).
Gehen wir mal davon aus, es gäbe diesen Vertrag und die Regelung, dass der Soldherr ein Sterbegeld zu entrichten hätte. Wieviel würdest Du für sinnvoll empfinden?

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Jadoran » 09.11.2017 21:51

Das kommt stark auf den Vertrag und die Kohäsion des Söldnerbanners an. Wenn das eine kompakte, professionelle EInheit ist, dann würde das Sterbegeld normalerweise vertraglich vereinbart sein: Zumindest ein Monatslohn - geht an den vom Söldner bestimmten Erben. Bei richtigen Doppelsöldnern (erfahrene Kämpfer, die ein paar tausend AP in ihren Kampffertigkeiten stecken haben) würde ich auf bis zu 3 Monatslöhne gehen, alternativ, oder sogar vorzuziehen Versorgungszusagen für Hinterbliebene (also Waisen werden als Domestiken beschäftigt oder bekommen eine Ausbildung bei einem Handwerker oder dem Söldnerbanner finanziert. Eventuell gilt das auch für endgültig Kriegsversehrte oder Witwer/Witwen ) - aber das können nur Söldnerbanner herausschlagen, die auch den Gegenwert für den Soldherren erbringen, also Söldnerveteranen mit mindetsens 4k AP und einem guten Ruf in Bezug auf Standfestigkeit und Loyalität.
Irgendwelche Penner, die nur Waffe, Lederrüstung und Helm mitbringen und mit AT/PA 11/10 in die Schlacht ziehen werden halt solange bezahlt, wie sie kämpfen können... wer stirbt verliert.

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Rhonda Eilwind » 09.11.2017 21:58

Jadoran hat geschrieben:
09.11.2017 21:51
Irgendwelche Penner, die nur Waffe, Lederrüstung und Helm mitbringen und mit AT/PA 11/10 in die Schlacht ziehen werden halt solange bezahlt, wie sie kämpfen können... wer stirbt verliert.
Denen würde ich immerhin noch die Begräbniskosten zugestehen.

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von X76 » 09.11.2017 22:21

erik hat geschrieben:
09.11.2017 21:46
Gehen wir mal davon aus, es gäbe diesen Vertrag und die Regelung, dass der Soldherr ein Sterbegeld zu entrichten hätte. Wieviel würdest Du für sinnvoll empfinden?
Ich finde die Angaben und Ausführungen von Jadoran realistisch. Beim http://de.wiki-aventurica.de/wiki/Khunchomer_Kodex werden einige Seiten im Kor Vademcum angeführt. Da ich diese SH jedoch nicht habe, kann ich Dir nicht sagen, ob es dort vielleicht auch ein paar offizielle Regelungen gibt.

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Cifer
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Cifer » 10.11.2017 01:54

X76 hat geschrieben:
09.11.2017 22:21
Da ich diese SH jedoch nicht habe, kann ich Dir nicht sagen, ob es dort vielleicht auch ein paar offizielle Regelungen gibt.
Regelungen gibt es nicht direkt welche. Der Khunchomer Kodex enthält tatsächlich keinen Standardvertrag, sondern nur sehr grundlegende Regeln und Empfehlungen, die sich eher mit den Grenzen des Korgefälligen beschäftigen.

Allerdings ist im Anhang des Buches ein Beispielvertrag für einen Söldner im Dienste Zweimühlens enthalten. Dieser enthält an Sterbegeld tatsächlich nur die Zusicherung, dass der Auftraggeber "alle Aufwendungen" übernimmt und für ein ordentliches Begräbnis auf einem Boronsanger sorgt. Den Vertrag würde ich allerdings für nicht unbedingt exemplarisch halten, der Söldner scheint von eher mäßiger Qualität (5 Dukaten im Monat plus Kost & Logis) zu sein.
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Andwari
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Andwari » 10.11.2017 09:24

Zwischen "gar nix", einem "der Auftraggeber sorgt für ein ruhiges Plätzchen" (=verscharrt) bis zu mehrmonats-Soldzahlungen ist alles denkbar und abhängig von der vorherigen Vertragsgestaltung.

- auch Söldner denken vllt. nicht gerne an den eigenen Tod und haben gerade im unteren Preissegment vllt. darauf keinen Wert gelegt?
- wie stark ist denn eine Söldner-Lobby? Wir sind schließlich nicht in Khunchom, sondern im MR wo viele der "besseren" Einheiten sich als Waffengetreue oder Soldaten verstehen.
- ein hohes vereinbartes Sterbegeld macht die Söldner unattraktiv - besonders wenn es um 08/15-Scharmützel im Warlord-Gebiet geht, wo man halt einerseits mit ein paar Ausfällen rechnen muss aber andererseits auch kein Alveranskommando für Profis geplant ist = kein Mangel an Bewerbern, der billigste Preis gewinnt.

Ich habe mal in Mengbilla (also einem korgefälligen Zentrum des Söldnerwesens, incl. Söldnergilde in Regierungsbeteiligung)eine 27-köpfige Truppe zusammengestellt. Das waren alles fähige Freiwillige für eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe die dafür z.T ihren gesicherten Posten bei der Bezirksgarde dafür haben ruhen lassen (incl. Rückkehrrecht mit wahrscheinlicher Beförderung).
Als erstes war da die Bezahlung überdurchschnittlich, dann auch die Anforderungen an Ausrüstung (z.T. erkennbar frisch für den Auftrag zusammengekauft) und schließlich der vereinbarte "Blutzoll" anspruchsvoll = bis 9 Totalausfälle muss weitergemacht werden, wenn es da mehrere Desertionen gibt, wird die ganze Gruppe vertragsbrüchig, Prämie wenn man trotz höherer Verluste das Ziel erreicht.

=> In dem Zusammenhang sind auch vollständige Soldzahlung an Hinterbliebene von Toten (für den vereinbarten Zeitraum), deren Anteil an Beute, Prämien usw. sowie Fürsorgepflichten eines Auftraggebers denkbar. Es muss ja gar kein so schlechtes Geschäft sein, Vormund für ein paar Waisen zu werden - besonders wenn ich da direkt in deren Namen eine Sold-Schlusszahlung verrechnen kann. Eine über viele jahre erfolgreiche größere Söldnergruppe kann eine quasi-autarke Struktur sein - da gibt es zu den eigentlichen Söldnern noch eine Menge Tross, eigene Handwerker, vllt. Verträge mit der Stadt über Sonderrechte usw. = wenn anderswo das (halbvolle) Regiment des Grafen einen riesigen wirtschaftlichen Posten bedeutet, ist der bei Söldnern auch irgendwo vorhanden. Und um 200 Söldnerfamilien und 200 der zugehörigen Trossleute zu ernähren, muss ich in Aventurien die Überschüsse von 1600 Bauernfamilien kriegen. Das macht Umsätze wie eine ganze Baronie, Sicherheit kostet ordentlich.

erik
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von erik » 10.11.2017 11:47

Bis hierhin schonmal vielen Dank für die Kommentare. Ich versuche mal Stellung zu nehmen:

Die Söldnertruppe sind solide, aber nicht die Besten der Besten (27 Punkte auf AT/PA verteilt, Erfahrungsklasse 3 gemäß der Wildermark Spielhilfen & Regelergänzungen). Sie sind lediglich für 2 Monde angeheuert um für die Helden Krieg zu führen & nach 2 Wochen gab es die erwähnten Todesfälle.
--> Begräbniskosten sollten also locker drin sein. Mehr als ein Monatsgehalt würde ja gleichbedeutend mit voller Waffentätigkeit für den Soldherrn sein, liegt somit eher im unwahrscheinlichen Bereich (in dieser speziellen Situation).

Die Söldnerlobby besteht normalerweise aus den Kor-Geweihten in Gallys, die die Söldnertrupps vermitteln. In diesem speziellen Falle handelt es sich aber um Söldner, die die Helden gefangen haben. Sie haben auf dem Gebiet der Helden (für einen Feind) geplündert, wurden festgesetzt & zu 2 Monden Strafarbeit. Der Anführer hat allerdings clever eine anschließende Waffentätigkeit herausgehandelt, die nun gerade aktiv ist. Daher wird wahrscheinlich im speziellen Fall keine größere Höhe des Sterbegelds festgelegt worden sein (wir haben den Vertrag eher in Stichworten ausgearbeitet).

Ich finde die Idee einige Verluste im Vertrag "einzuplanen" (à la "5 Tote sind okay, danach gibts Geld") sehr interessant. Auch gefällt mir der mögliche Aufhänger Waisen der Söldlinge aufnehmen zu müssen. Da werde ich für zukünftige - wahrscheinlich professionellere - Truppen auf jeden Fall drauf zurückkommen.

Ich gebe hier mal ein Setup für zukünftige Verträge zur Diskussion, das mir aktuell vorschwebt:
- Truppe: Standardsöldner, Halbbanner (25 Mann)
- Einsatzzeit: 3 Monde
- Grundsold: 12 Dukaten p.P. monatlich
- Einheit sorgt für Instandhaltung der Ausrüstung & Versorgung leichter Wunden
- Verstümmelungen: werden zu 1/20 Teil mit Silber aufgewogen (--> z.B. ein Arm ca. 4kg; 1 Silbertaler = 5g; Arm = 40 Silbertaler)
- Sterbegeld: borongefällige Beisetzung für jeden Gefallenen; für die ersten 3 Opfer kommt die Einheit auf; ab dem vierten Opfer gibt es einen Monatssold in die Kasse der Einheit - diese kümmert sich um die Versorgung der Hinterbliebenen.
- Sonderzahlungen: Sturmgeld, Blutgeld (kann man noch ausarbeiten)

Andwari
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Andwari » 10.11.2017 13:15

Bei aus einer Gefangenschaft "abgeworbenen" Gruppierung kann man natürlich Standards senken - allerdings ergibt sich irgendwann das Problem, dass die Mädels und Jungs halt unzufrieden und unzuverlässig werden. Das ist allerdings ein systematisches Problem, unzufriedene oder auch nur unterlegene Söldner werden immer dann weiter Dienst tun, wenn es gefahrlos ist und erst verduften oder gar überlaufen, wenn sich ein Gegner zeigt.

Generell finde ich den Ansatz, dass irgendwer anders sich um den Verstümmelten o.ä. kümmern soll und dafür evtl. noch etwas Zuschuss kriegt, sinnvoll. Der Auftraggeber hat damit die "Moral" von der Backe, eine irgendwie geartete Invaliden-Organisation wird versuchen, den Krüppel vom Räuberdasein o.ä. abzuhalten (zumindest so lange, bis er seine Waffen verkauft hat und niemand die zunehmende Straßenkriminalität mehr direkt mit Graf Gumberts Frühjahrsfeldzug in Verbindung bringt).

Tote brauchen keine Taler - bzw. krakeelen nicht rum, wenn sie keine kriegen. Verstümmelte, Waisen usw. sind da nerviger. Die zumindest aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich rauszukriegen - d.h. sie darin zu unterstützen, das Waisenhaus in Rommilys zu erreichen - kann auch eine Taktik sein.

Eine "bessere" Söldnereinheit wird sich gerade im MR "zünftig" geben - d.h. man trifft Absprachen mit der Schmiedezunft, den Gerbern usw. über Reparaturen, lässt sich evtl. vom Stadtherrn Vorzugspreise für Essensankauf und Unterbringung garantieren, kauft sonstiges Zeug beim etablierten Händler ... sobald der Söldner als gut organisierter Kunde gegenüber ortsansässigen Händlern und Handwerkern auftritt, ist auch denen und dem Heilkundigen klar, wer deren Säckel füllt - viel eher als wenn der Auftraggeber alles direkt bezahlt. Evtl. gibt es da gleich noch Zusatzverdienstmöglichkeiten, wenn man im vielbesuchten Straßengasthaus besonders für Ruhe und Ordnung sorgt und nachts nicht grölend durchs bessere Viertel wankt, sondern da "aufpasst".

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Yramis » 10.11.2017 14:30

Ich meine, das Folgende gelesen zu haben (habe aber die Stelle nicht im Kopf):

Wenn eine Söldnereinheit angeworben wird, wird üblicherweise ein Preis für die Einheit bezahlt. Verliert die Einheit Mitglieder, ändert das den Sold der Einheit nicht - die übrigen bekommen mehr (der Auftrag war gefährlicher als angenommen) bzw. der übrige Sold wird für die in der Truppe vereinbarte "Sterbenachsorge" (Bestattung, Familienversorgung) verwendet. Schließlich schließt der Soldherr nicht mit jedem einzelnen Söldner einen Vertrag, sondern mit deren Anführer.

Es liegt im Interesse beider Seiten, dass die Söldnereinheit der Aufgabe gewachsen ist, für die sie bezahlt wird. Möchte die Einheit in Beschäftigung bleiben, dann wird sie ein Interesse daran haben, die Truppe wieder aufzufüllen. Ansonsten könnte der Soldherr sie irgendwann feuern, weil sie ihr Geld nicht mehr wert ist.
Eine misslungene AT bedeutet nicht, daß man daneben geschlagen hat (WdS S. 59).

erik
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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von erik » 12.11.2017 11:56

Andwari hat geschrieben:
10.11.2017 13:15
Bei aus einer Gefangenschaft "abgeworbenen" Gruppierung kann man natürlich Standards senken - allerdings ergibt sich irgendwann das Problem, dass die Mädels und Jungs halt unzufrieden und unzuverlässig werden. Das ist allerdings ein systematisches Problem, unzufriedene oder auch nur unterlegene Söldner werden immer dann weiter Dienst tun, wenn es gefahrlos ist und erst verduften oder gar überlaufen, wenn sich ein Gegner zeigt.
Hier beschreibst Du ein generelles Problem mit Söldnern, was ich als Spielleiter aber eher als reizvoll empfinde. Die Helden verlassen sich aktuell auf eine Söldnertruppe, die sie bisher nur als vertragsbrüchig kennengelernt haben. Ja, der vorherige Soldvertrag war natürlich sooo viel schlechter, als der jetzige, aber die Loyalität einer solchen Truppe steht und fällt - wie Du schon sagst - mit geringem Risiko und möglichst offensichtlicher Überlegenheit. Nach den Verlusten von 4 Mann, werden die Gefahrenbewertungen auf jeden Fall erneuert...
Yramis hat geschrieben:
10.11.2017 14:30
Wenn eine Söldnereinheit angeworben wird, wird üblicherweise ein Preis für die Einheit bezahlt. Verliert die Einheit Mitglieder, ändert das den Sold der Einheit nicht - die übrigen bekommen mehr (der Auftrag war gefährlicher als angenommen) bzw. der übrige Sold wird für die in der Truppe vereinbarte "Sterbenachsorge" (Bestattung, Familienversorgung) verwendet. Schließlich schließt der Soldherr nicht mit jedem einzelnen Söldner einen Vertrag, sondern mit deren Anführer.
Das hätte ich bisher - zumindest bei langfristigen Verträgen - mit einer Verpflichtung der Söldnereinheit frei gewordene Plätze innerhalb einer Frist wieder zu besetzen, gelöst. Da der Soldherr z.B. ein Banner für 6 Monde unter Vertrag genommen hat, hat der Söldnertrupp dafür zu sorgen, dass diese Bannerstärke auch zur Verfügung steht - unabhängig von Verlusten die man während der Vertragsdauer erleidet.
Ich finde aber auch den Ansatz der Pauschalvergütung, wie Du ihn beschreibst, interessant und für einige Einsätze sicherlich recht sinnvoll. Das gibt auf jeden Fall Planungssicherheit für den Soldherrn, weil die Boni dabei geringer ausfallen.

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Jadoran » 12.11.2017 12:52

Klassiche Söldner sind gar nicht so leicht "umzudrehen", denn der Ruf der Vertragsbrüchigkeit ist ein absoluter Killer. Natürlich ist die Wildermark ein "ganz eigener Ort", und man stösst dort eher nicht auf die Dukatengarde oder die Bandera Bianca.
Damit "richtige" Söldner von der Fahne gehen muss schon viel passieren - z.B. der Gegner erweist sich als vollkommen übermächtig und der Soldherr verweigert sich Rückzug oder Kapitulationsverhandlungen. Das "Recht zur Kapituation in aussichtsloser Lage" haben auch Söldner, wobei ein Einsatz gegen den bisherigen Soldherren und Zahlungsansprüche gegen diesen dann normalerweise ausscheiden.
Es kommt einfach ganz drauf an, was für "bezahlte Kämpfer" es sind und unter welcher Führung die laufen. Normalerweise verhandelt schliesslich der Condottiere zusammen mit seinem Quartiermeister - und dass im Kampf mal wer stirbt gehört zur Lebenswirklichkeit von Berufskämpfern, auch wenn sie es nicht mögen.
Es kommt ja auch sehr drauf an, wie es zu den Toten kam. Wenn sie stumpfdoof vom Soldherrn in einen Fleischwolf geschickt und vermöbelt wurden ist das was ganz anderes, als wenn der Soldherr sie in einem waghalsigen Mavöver zum Sieg geführt hat und dabei halt ein paar drauf gingen.

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von erik » 12.11.2017 15:36

Da stimme ich Dir absolut zu. Die Vertragstreue ist das wichtigste, wenn man eine Anstellung finden will.
In der hier vorliegenden Situation haben die Helden das Halbbanner Söldner zur Aufgabe gezwungen und sie festgesetzt. Dann 2 Monde Zwangsarbeit, in der Zwischenzeit haben die Helden die Soldherren der Söldner vernichtet und die Söldner anschließend für 2 Monde angestellt. In dem Sinne also nicht exakt vertragsbrüchig...
Die Toten entstanden in einem gewöhnlichen Scharmützel, was im Nahkampf halt so passiert.

Ich arbeite jetzt an einer Excel Tabelle um per Zufall zu ermitteln, wie die Vertragsinhalte einer Söldnereinheit aussehen könnten. Wenn Interesse besteht, kann ich das gern bereitstellen. Stellt Euch aber auf eine bodenständige Lösung ein - nicht mega ausgefuchst ;)

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Andwari » 12.11.2017 17:46

@Jadoran
Zustimmung, dass für eine Söldnereinheit der Ruf eine wichtige Ressource ist - für die bekanntermaßen vertragstreue Einheit wird halt mehr gezahlt als für eine vergleichbar ausgerüstete, vergleichbar große und verfügbare andere Einheit - wenn der Soldherr nicht gerade sowieso alles nehmen muss, was er irgendwo kriegen kann, weil er in einer Notlage ist.

Aber wie das auf den einzelnen Söldner runterbrechen? Dass Alrik seine Söldnerkollegen in der kritischen Situation im Stich gelassen hat, werden die vllt. nicht vergessen - aber dafür ein Söldner-Gesellschafts-internes Äquivalent zu "Gesucht 3" aufziehen? Wie soll das ohne monatliche Berichte an die allaventurische Söldnervermittlungszentrale organisiert sein - und was wenn Alrik sich zwei Jahre später hat einen Bart wachsen lassen und sich nicht nur anders nennt sondern auch woanders arbeitet?
Wenn der im Umfeld eines Gefechts eigentlich desertierte Söldner behauptet, er sei z.B. verwundet worden und von irgendeinem Zivilisten dann in einer Bauernkate tagelang gepflegt worden (während die anderen weiterzogen) - wer will das später nachvollziehen oder widerlegen? Wenn Desertionen nicht direkt im Angesicht des Feindes stattfinden, war das irdisch je nach betrachtetem Zeitraum auch z.T. weniger ungewöhnlich als im 21ten Jhdt. - man schaue sich einfach an, wie einige Heere (ohne Feindeinwirkung) weniger wurden, einfach durch Krankheit, Desertionen - oder weil man nach einer verlorenen Schlacht nur einen Bruchteil der (unverwundeten) Leute wieder sammeln konnte. Die Nationalstaaten-Konflikte im 19ten und 20ten Jhdt sind da eher die Ausnahme - und solche Verhältnisse haben wir in Aventurien eigentlich nicht.

Gerade im unteren bis mittleren Preissegement ist evtl. einfach "Masse" gefragt und der Auftraggeber kann sich "Klasse" evtl. nicht erlauben? Denn es ist klar, wenn der Gegner 1000 Leute hat und man selbst nur 700, werden auch die besseren Söldner plötzlich arg kampfunwillig - noch mal 500 eigentlich zweifelhafte Gossensöldner mehr und man hat eine insgesamt siegwillige Gruppe - und der Gegner dafür das Problem, dass seine Leute sich schon mal nach dem nächstgelegenen Waldrand/Fluchtweg umschauen.

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Sterbegeld für Söldner

Beitrag von Jadoran » 12.11.2017 20:19

Selbst heute sind die Branchen noch recht klein, und eigentlich sind die Aventurier auch nicht besonders sozial mobil. Die wenigsten Söldner heuern als Einzelpersonen an, und innerhalb einer Einheit weiss man schon, ob der Alrik ein harter Hund oder eine feige Sau ist.
Wo Leute in den Dienst gepresst werden (Landwehr...), und der Feldzug andauert (so dass die Lebensgrundlage bedroht ist) oder man auf der Verlierererseite steht - da gibt es schon Anreize zu Desertion. Aber seine Kameraden im Stich lassen ist schon ein Wort und hat - so die nicht ohnehin genau so denken und nur auf eine Gelegenheit warten, massive soziale Konsequenzen. Wenn sich wer von seiner langjährigen Truppe absetzt, weil man am nächsten Tag gegen Orks kämpfen muss, der braucht sich nie wieder sehen zu lassen. Wer ohnehin in einem Pickup-Team Dienst tut, wo die Leute kommen und gehen und man noch nicht mal die Namen der Kerle kennt, die neben einem in der Linie stehen, der kann sich auch verdrücken, ohne im Heimatdorf nie wieder einen Fuss auf den Boden zu kriegen.

Ich würde das einfach mit etwas Nachdenken und GMV abbilden und nicht unnötig Regelmechanismen erfinden, die doch nicht wirklich passen.
Eine gut ausbebildete, disziplinierte und gut geführte Truppe ist deutlich schlagkräftiger als eine doppelt so grosse (und damit viel unbweglichere und schwerer zu koordinierende) Ansammlung von Taugenichtsen mit Waffen.
Die Reale Geschichte ist voll davon - man nennt das mit Terry Pratchett: "power at a point".

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