DSA4 Große Werke der Alchimie - Paligenese

Von A wie Astralpunkte bis Z wie Zauberer: Alles über magische Kräfte.
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Vetrecs
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Große Werke der Alchimie - Paligenese

Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 13:15

Hallo,
da ich meinen Alchimisten ein langfristiges Ziel geben möchte, was auch zu seinen bisherigen Forschungen
(Theriak & Heilung) passen sollte, würde er sich gerne mit der Paligenese (WdZ S.410) beschäftigen.
Bei der Paligenese handelt es sich um ein Vorgang, bei der ein Lebewesen aus seiner eigenen Asche
wiedergewonnen wird. Also kann man damit bspw. einen verstorben Helden wiederbeleben :borbi:
Nun wird in Wege der Zauberei auf die Herstellung eines alraunigen Homunculus (WdA S.27) verwiesen und
das es dabei viele Parallelen gibt.

Ich würde die Forschung für die Paligenese so gestalten (Nach WdA S.25):


Voraussetzungen:

Alchimie 12
Magiekunde 8
Pflanzenkunde 8
Heilkunde Wunden 10
Sagen/Legenden 8
Ritualkenntnis Alchmie 7
SF Blutmagie
SF Zauberzeichen

Schale der Alchimie mit dem Ritual Mandricons Bindung

zusätzliches Studium der Bücher

Chimären & Hybriden (160/4x9/25)
Geheimnisse des Lebens (50/2x10/15)
Lexikon der Alchimie (Band II;30/3x6/20)
Offenbarung des Nayrakis (100/4x7/18)
Wege ohne Namen (90/3x7/25)

Verschiedene Studien:
Al'Anfa (Universität, Naturkundliche Falkutät: 300/5x7/40)
Festum (Roter Salamander: 100/4x10/30)
Norburg (Halle des Lebens: 150/3x6/25)
Mengbilla (Gilde der Alchimisten: 100/4x8/20)

Kenntnisse von Passagen aus:

Almanach des Volksglaubens
Vier Fragen zur Göttin Tsa
Schwarzes Buch

Entwicklung: 750/6x8/40
Rezeptur "EDIT": Alraune, Allvogel-Feder, Theriak, irgendwas Karmales, usw.
Verbreitung: 1 (Berufsgeheimnis)
Wirkung: Wiederauferstehung

Wie ist eure Meinung dazu? Für Kommentare und Anregungen wäre ich dankbar.
Zuletzt geändert von Vetrecs am 17.11.2017 17:10, insgesamt 1-mal geändert.

Jadoran
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Große Werke der Alchimie - Paligenese

Beitrag von Jadoran » 17.11.2017 14:37

Da Du explizit nach Meinung fragst :)

Allgemein: In DSA ist eine Wiederauferstehung normalerweise extremst selten und immer ein echtes TSA-Wunder. Dafür sind auf der anderen Seite die , nennen wir sie mal 'etablierten' Hemmnisse auf dem Weg zum Heldentod sehr hoch. Alle Pseudoauferstehungen sind immer namenlos oder dämonisch verseucht und eigentlich nur für zur Entsorgung bestimmten NSC tauglich. Ich würde ein anderes, profanes Ziel nehmen, wie Macht, Ruhm und Reichtum. Das kann man auch besser ausarbeiten und weiterentwicklen. Sonst hast Du irgendwann die Paliganese erforscht und der Held ist dann irgendwie erledigt. Ein tolles Labor mit Meerblick kann man immer noch als Zwischenetappe umdeklarieren, wenn man den Helden weiterspielen will.

Im Detail:
Krakensiber hat da nichts drin zu suchen.
Chimären und Hybriden sehe ich da ebenfalls als Fremdkörper
Die Kenntnis des Zaubers Seelenwanderung halte ich hingegen da für wichtig - schliesslich muss eine Seele aus Borons Hallen geholt werden... da ist Seelenwanderung noch die Magie, die sowas am nächsten kommt.
Eventuell auch Druidenrache, auch wenn das Ritual in die "falsche Richtung" geht. (Also Druide -> Asche anstatt umgekehrt)
Um aus "nichts" Humus (einen menschlicher Körper) zu erschaffen, würde ich auch kentnnisse des Manifesto verlangen.

Die Studien an den Orten wirken wie Selbstzweck - da würde ich es dem SL überlassen, die notwendigen Hinweise zu verstecken, auch wenn man auf der Suche nach Erkenntnis sicher vorrangig an diesen Orten vorbei kommt...

Aber wie gesagt: Das ist nur Meinung

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Große Werke der Alchimie - Paligenese

Beitrag von smarrthrinn » 17.11.2017 15:19

Deine Voraussetzungen sind nahezu lächerlich niedrig.

Zur Info:
Voraussetzung für die SF Berufsgeheimnis sind lt. WdS S. 41+42: passendes Handwerkstalent TAW 15+ und ein bis zwei passende Hilfstalente TAW 7+.

Ansonsten schmeiß ich mich auf die Seite von Jadoran :)

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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 16:28

smarrthrinn hat geschrieben:
17.11.2017 15:19
Deine Voraussetzungen sind nahezu lächerlich niedrig.
Ich habe mich, den Vorgaben des WdZ S.410 entsprechend, an der Herstellung des alraunigen Homunculus orientiert.
Beide Werke sind ähnlich.

Anstatt Krankensilber könnte man vielleicht die Feder eines Allvogels (Phoenix) verwenden.

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Merios
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Beitrag von Merios » 17.11.2017 16:38

Es sollte keinen so leichten Weg geben, jemanden wiederzubeleben. Das Problem ist dabei halt weniger der Körper, als die Seele. Schau mal beim Reversalis Herzschlag ruhe nach. Etwaige Spoiler zu gewissen Kampagnen und den vorkommenden Wiederbelebungen lasse ich mal bleiben.
Dazu sind die Vorraussetzungen viel zu niedrig und die Zutaten viel zu leicht zu beschaffen.

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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 16:53

Die Nutzung von Spruchzaubern ist bei den großen Werken der Alchimie nicht vorgesehen (Sonst wäre es ja auch ein großes Werk der Zauberei :rolleyes: ).
Es ist eben ein anderer Weg als der der Spruchzauberei. Ansonsten wollte ich das eher aus Fluff-Gründen erlernen. :phex:
Desweiteren gibt es ja nun diese Möglichkeit, sonst hätte man es nicht ins Wege der Zauberei hineingeschrieben.
Und was das schnell und leicht angeht, so ist ein großes Werk etwas langwieriges. Eine Lebensaufgabe sozusagen.

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Beitrag von Merios » 17.11.2017 17:13

Du beziehst dich auf einen zwei Sätze langen Abschnitt in dem Thema "Legenden der Magie", bei dem sogar explizit beisteht "Wie viel Wahrheit diese Legenden enthalten, (...), sei dahingestellt.".
Ich würde dies als eine der Unwahrheiten sehen. Jedenfalls sehe ich nicht, wie es an
Spoiler zur G7Anzeigen
das Opfern tausender Seelen(über eine Zeit von mehreren hundert Jahren), das Opfern der Zeit eines gesammten Landstriches(jedenfalls denke ich, dass das passiert ist), das Sammeln von Sikaryan durch eine Horde Vampire und ein langwieriges Ritual für das diverse geweihte Instrumente, ein Hochelfisches Artefakt, eine Sternenkonstellation, die nur alle sonst wie viele Jahre besteht und ein Kraftlinienknoten (mit den genau passenden Affinitäten) gebraucht wird,
heran kommt.

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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 17:22

Merios hat geschrieben:
17.11.2017 17:13
Du beziehst dich auf einen zwei Sätze langen Abschnitt in dem Thema "Legenden der Magie", bei dem sogar explizit beisteht "Wie viel Wahrheit diese Legenden enthalten, .
Ich beziehe mich auch auf das Wege der Alchimie wo genau definiert wird, wie so etwas auszuschauen hat.

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Beitrag von Falandrion » 17.11.2017 18:02

Ich habe die Stellen gerade nicht nachgelesen, aber wenn ich dich richtig verstehe wird die Paligenese doch in WdA gar nicht erwähnt? Ob die dortigen Ausführungen zum alraunigen Homunculus überhaupt für dich relevant sind, ergibt sich nur aus WdZ.
Davon abgesehen beruhen die vorgebrachten Bedenken aber mehr auf Fluff. In das offizielle Aventurien passt eine derart einfache Wiederbelebungsmöglichkeit nicht so recht. Aber niemand hält dich auf, dass in deinem Aventurien anders zu handhaben.

Auch wenn die Ähnlichkeit zwischen Paligenese und Beseelung der Alraune nicht bloß eine unzutreffende Legende darstellen, sagt das ja noch nichts über den Umfang der Ähnlichkeit. Logisch wäre ja, dass die Ähnlichkeit beider Werke in der Beseelung lebloser Materie liegt. Anders als bei der Palingenese hast du aber bei der Erschaffung des Homunculus mit der Alraune erstens schon einen Körper, oder zumindest ein besseres Ausgangsmaterial als Asche, und vor allem mit dem Astralgeist bereits eine Seele. Bei der Palingenese dürfte aber das größte Problem darin bestehen, die Seele des Verstorbenen wieder in die dritte Sphäre zurückzuholen. Ein Vorschlag zur Güte wäre daher, dass die Palingenese so wie du sie dir vorstellt, vielleicht möglich ist, aber eben nur solange die Seele noch nicht in höhere Sphären aufgestiegen ist. Das ermöglicht einerseits, gefallene Mithelden nach dem Kampf wiederzubeleben (sofern man das denn in seiner Spielwelt möchte), und kann andererseits einen netten Abenteueraufhänger bieten, wenn man erstmal den Körper eines verstorbenen NSC und dann noch seine als Geist auf Dere gefangene Seele finden muss, bevor man ihn wiederbeleben kann. Den deutlich höheren Aufwand bei ähnlichen Versuchen von NSC kann man dann damit erklären, dass diese einerseits keine Durchschnittskörper schaffen wollten, bzw. keine Asche der Ursprungskörper zur Verfügung stand, sie aber vor allem erstmal an die Seele herankommen mussten.
Allerdings sollte man selbst mit dieser Einschränkung wohl noch an den Voraussetzungen schrauben, da sonst nur schwer erklärbar ist, warum da noch niemand drauf gekommen ist. Die Möglichkeit, geliebte Menschen oder weise Lehrer wiederzubeleben, dürfte neben Unsterblichkeit und grenzenlosem Reichtum (Schaffung von Gold) ja so ziemlich die größte Wunschvorstellung aller forschenden Alchemisten sein. Dass die Palingenese bisher also nur eine Legende ist, kann also kaum an fehlender bisheriger Forschung auf dem Gebiet liegen.

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Beitrag von Cifer » 17.11.2017 19:20

Vetrecs hat geschrieben:
17.11.2017 16:28
smarrthrinn hat geschrieben:
17.11.2017 15:19
Deine Voraussetzungen sind nahezu lächerlich niedrig.
Ich habe mich, den Vorgaben des WdZ S.410 entsprechend, an der Herstellung des alraunigen Homunculus orientiert.
Beide Werke sind ähnlich.
Genauer gesagt meint WdZ S. 410: Beide Werke sind miteinander verwandt. Vermutlich ungefähr auf die Art und Weise, wie ein Baumdrache mit einem Purpurwurm verwandt ist. Davon, dass sie auch nur grob die gleichen Werte erfordern, steht da nichts - und dass man ein "Großes Werk der Alchimie" jenseits des eher mäßig beeindruckenden Homunculus mit den Werten eines 4.1er Startcharakters schaffen können sollte, auch nicht.
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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 19:37

Falandrion hat geschrieben:
17.11.2017 18:02
Dass die Palingenese bisher also nur eine Legende ist, kann also kaum an fehlender bisheriger Forschung auf dem Gebiet liegen.
Dasselbe kann man aber über die Goldherstellung und den Unsterblichkeitstrank sagen. :grübeln:
Aber ich sehe schon, das viele so etwas als zu Krass ansehen.

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Beitrag von Leta » 17.11.2017 19:40

Ich sehe das wie Falandrion.
Was bei so etwas einfachem rauskommt ist vielleicht eine Golem ähnliche Kreatur. Ein künstlich erschaffener Körper der von einem einfachen Astralgeist(Oder einem Dämon bei der Verwendung von Unmetallen wie Krakensilber) beseelt wurde.

Um einen Körper für einen speziellen Geist eines Toten zu erschaffen muss man nochmal weit mehr machen(hier gibt es mehrere Präzedenzfälle). Das halte ich bei entsprechend hochstufigen Helden und entsprechendem Mitteleinsatz(unter anderem relativ viel Zeit) durchaus für möglich.
Aber ob es auch funktioniert einen nicht als Geist auf Dere wandernden überhaupt herbeizurufen ist fragwürdig. Aber sicherlich nicht mit Werten für einen Stufe 1 Helden.

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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 19:45

Ich glaube nicht das die Talente bei den "Voraussetzungen" der erschwerende Faktor ist, sondern eben das Studium von Büchern
und allgemeine Studien an den unterschiedlichen Instituten.

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Beitrag von Jadoran » 17.11.2017 20:45

Das langfristige Ziel... welche Rolle spielen denn die anderen Helden darin?

Ruhm, Reichtum etc. kann man gemeinsam erarbeiten. Aber wenn Dein Held auf die Paligenese fixiert ist, weswegen sollte er mit dem Zwergen, der Elfe und dem edlen Ritter durch die Lande ziehen? Oder sollen die Erfüllungsgehilfen seines Traumes sein und der SL die Abenteuer auf die Entdeckung der Paligenese hin ausrichten?
Ohne jetzt dabei gemein klingen zu wollen: Das ist in meinen Augen ein "Hauptheldenziel". Suche Dir lieber was, was Dein SL in unterschiedlichen Abenteuern immer mal wieder einflechten kann, ohne dass es dominant wird.

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Beitrag von Falandrion » 17.11.2017 20:53

Vetrecs hat geschrieben:
17.11.2017 19:37
Falandrion hat geschrieben:
17.11.2017 18:02
Dass die Palingenese bisher also nur eine Legende ist, kann also kaum an fehlender bisheriger Forschung auf dem Gebiet liegen.
Dasselbe kann man aber über die Goldherstellung und den Unsterblichkeitstrank sagen.
Meine Rede. An den Projekten sind unzählige Forscher vergangener Zeiten gescheitert. Dann sollte das nicht mit Startwerten möglich sein.
Vetrecs hat geschrieben:
17.11.2017 19:45
Ich glaube nicht das die Talente bei den "Voraussetzungen" der erschwerende Faktor ist, sondern eben das Studium von Büchern
und allgemeine Studien an den unterschiedlichen Instituten.
Dann gehst du aber davon aus, dass eigentlich alle dazu nötigen Erkenntnisse schon gewonnen wurden und es lediglich nötig ist, diese zusammenzutragen. Das ist zwar in einer Fantelalterwelt mit vergangenen Hochkulturen und ohne wirklichen Wissensaustausch durchaus denkbar, würde aber mE die Leistung des SC und damit die Freude am Spiel stark entwerten. (Dann kann man auch gleich den Lehrmeister dafür aus dem Hut zaubern, der nur eine entsprechende Gegenleistung dafür verlangt.)

Davon abgesehen wage ich aber zu bezweifeln, dass ein Charakter mit den Werten überhaupt dazu in der Lage wäre, all die Werke zu verstehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Um das halbwegs in Relation zu magischen (Lehr-) Büchern zu bringen, würde ich für soetwas zumindest KL 18 verlangen.

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Große Werke der Alchimie - Paligenese

Beitrag von Curthan Mercatio » 17.11.2017 21:26

Ich muss jetzt eigentlich sagen, dass ich so etwas ziemlich fein finde. Da spricht jetzt natürlich auch der Chemiker in mir, aber hey...

Die anderen haben natürlich recht, wenn sie sagen, dass die Paligenese im Spiel viel zu mächtig wäre. Das stimmt natürlich. Dein Charakter sollte niemals die Chance haben, durch Aventurien zu spazieren und die Scheiterhaufen in jedem Städtchen wiederzubeleben. Stattdessen gilt hier "der Weg ist das Ziel". Also du solltest nicht nur Lust am Ziel haben, sondern vor allem Lust am Weg, also den Forschungsarbeiten dahin. Hier bist du natürlich auf deinen Spielleiter angewiesen, wenn der deine Forschung nicht ausgestalten möchte, wirst du dabei nicht viel Freude haben. Der Vorteil an so einem obskuren Projekt ist, dass der SL es auf vielfältige Art und Weise ins Abenteuer einbringen kann. Es geht um einen mysteriösen Magier? Vielleicht hat er ein hilfreichen Buch verfasst. Ein Monster ist zu töten? Vielleicht nützliche Zutaten.

Sollte das Projekt dann zu einem Ende kommen, bieten sich zwei Möglichkeiten an:
1. Die Paligenese funktioniert, aber benötigt so seltene Zutaten, dass der Held sie genau einmal durchführen kann. Unsterblicher Ruhm, viele Neider und die Neugier unangenehmer Gestalten sind ihm gewiss - aber Wiederbelebung ist nicht. Bezüglich der Seltenheit meine ich übrigens nicht Drachentränen-selten, sondern eher Ein-Scheitelhaar-der-unsterblichen-Pardona-selten oder besser Blutstropfen-eines-leibhaftigen-Giganten-selten. Die Feder des Allvogels ist auch eine gute Idee. Jedenfalls ein so seltener Gegenstand, dass der Held sich glücklich schätzen kann, ihn einmal in seinem Leben in Händen zu halten.
2. Die Paligenese funktioniert vielleicht, aber als der Held herausfindet, ist es ihm schon egal. Denn seine Forschungen haben ihn dem Tsa- oder Rur- und Grorglauben näher gebracht und mit ihrem Konzept der Wiedergeburt vertraut gemacht. Am Ende seiner Forschungen steht kein Wissen, aber die Erkenntnis, dass die Paligenese schlicht nicht notwendig, möglicherweise sogar gefährlich negativ ist. Der Held endet damit nicht als gefeierter Gelehrter, sondern als stiller Weiser, der das Privileg hatte, eines der innersten Geheimnisse der Welt zu verstehen.

Dabei finde ich die zweite Möglichkeit fast interessanter, wenn auch sehr anspruchsvoll. Es wäre wie eine Parabel auf den Irrtum des Borbaradianismus: Zwar hat der Mensch die Möglichkeit, beinahe Göttergleiches vollbringen zu können. Doch während der Borbaradianer sich von dieser Macht berauschen lässt, verweigert sie der Weise und lässt der Welt ihren wohl geordneten Lauf. Er zieht Weisheit der Macht vor, wird Lehrer statt Herrscher. Das bietet auch das Potential zu einer wunderbaren Charakterentwicklung.
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erst Rausch, dann Heim, dann wandelbar,
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Beitrag von Vetrecs » 17.11.2017 21:52

Curthan Mercatio hat geschrieben:
17.11.2017 21:26
Ich muss jetzt eigentlich sagen, dass ich so etwas ziemlich fein finde. Da spricht jetzt natürlich auch der Chemiker in mir, aber hey...
Da dies dein 3333 Eintrag ist, was zusammengerechnet (3+3+3+3) 12 ergibt, steckt viel Weisheit in deinem Post :lol:
Zumindest einer versteht mich :)

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Beitrag von Curthan Mercatio » 17.11.2017 22:08

Na ich hoffe, nicht nur deswegen! :rohal:

edit: Sonst wäre es mit der Weisheit jetzt nämlich schon wieder vorbei. :grübeln:
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Beitrag von Shafirio 1 » 18.11.2017 08:21

Ich würde dem ganzen einen eher dunkleren Anstrich verleihen:
- es kann nur eine Seele zurückgeholt werden, die nicht in die zwölfgöttlichen Paradiese eingegangen ist
- derZurückgeholte/Wiederbelebte hat nur noch halbierte Klugheit und versprüht den Charm eines Untoten

So lässt sich beispieslweise ein ehemals starker Kämpfer zu einem veritablen und absolut loyalen Leibwächter umfunktionieren. Im Prinzip analog zu Ser Gregor Clegane aus der Serie Game of Thrones.

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Beitrag von Satinavian » 18.11.2017 08:33

Der alraunige Homunculus ist ein schwächerer Golem.

Das ist etwas, das mit Magie geht, da gibt es Zauber für. Es gibt auch genug andere Zauber und Rituale, die ähnliche dienstbare Kreaturen erschaffen/bereitstellen. Das Selbe mit alchimistischen statt zauberischen Mitteln zu schaffen, ist beeindruckend, aber nicht welterschütternd. Sehr viele Alchemica reproduzieren Ergebnisse anderer Zauberei.

Wiederbelebung hingegen ... ja, einen Effekt wie einen re. Herzschlag Ruhe kann ich mir gut vorstellen. Aber echte Wiederbelebung ist schon immer jenseits des magisch möglichen gewesen. Und zwar aus zwei Gründen :

- Magie kann keine Seelen beeinflussen, höchstens Körper und Astralkörper, die ihrerseits seelen enthalten. Seelen sind die Domäne des Nayrakis, also Karma und Liturgien, nicht Zauberei oder Alchimie.
- Fast alle Seelen verstorbener sind in höheren Sphären und müssten erst gegen den Willen der Götter aus den Totenreichen oder gar Paradiesen (oder auch Niederhöllen) gestohlen werden. Das macht kein Zauber oder Alchemicum so nebenbei, das erfordert mindestens ein komplettes Sphärenreiseabenteuer.

Was allerdings in der Tat möglich sein könnte, wäre ein Alchemicum, das einen Verstorbenen statt einer Alraune als Gefäß für einen Quasi-Golem benutzt. Quasi-Knochengolem dann halt.

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Beitrag von Cifer » 18.11.2017 12:38

Curthan Mercatio hat geschrieben:
17.11.2017 21:26
2. Die Paligenese funktioniert vielleicht, aber als der Held herausfindet, ist es ihm schon egal. Denn seine Forschungen haben ihn dem Tsa- oder Rur- und Grorglauben näher gebracht und mit ihrem Konzept der Wiedergeburt vertraut gemacht. Am Ende seiner Forschungen steht kein Wissen, aber die Erkenntnis, dass die Paligenese schlicht nicht notwendig, möglicherweise sogar gefährlich negativ ist. Der Held endet damit nicht als gefeierter Gelehrter, sondern als stiller Weiser, der das Privileg hatte, eines der innersten Geheimnisse der Welt zu verstehen.
Thematisch finde ich das auch interessanter, aber am Spieltisch aufgrund der notwendigen Kommunikation ziemlich schwer darzustellen.

Im Prinzip gibt es vier Möglichkeiten:
- Spieler und Meister verständigen sich von Anfang an darauf. Alles gut, aber auch nur ein sehr begrenzter Spannungsbogen, weil man letztlich weiß, wie das Abenteuer ausgeht.
- Der Spieler möchte darauf hinspielen, der Meister weiß es aber nicht. Ergo bastelt der Meister vermutlich einen Handlungsbogen, den der Spieler irgendwo in der Mitte abbricht, was aus Meistersicht vermutlich ungefähr so attraktiv ist wie "Entführter Sohn? Fiese Schwarzmagierin? Epische Weltrettung? Schön und gut, aber ich geh erstmal zum Schwertmeister mir kewle SFs antrainieren."
- Der Meister möchte darauf hinspielen, der Spieler weiß es aber nicht. Das birgt die Gefahr, dem Spieler dann ein Schädelhirntrauma per Moralkeule zu verpassen. "Möchtest du nicht doch lieber etwas philosophische Nabelschau betreiben und erkennen, dass dein ganzes Streben unreif war?" "Danke, nein, weiter im Plot."
Zumal ohne Outgamekommunikation es wie immer relativ schwer ist, zu überwindende Hindernisse von solchen zu unterscheiden, die den Charakter in seiner Zielsetzung umstimmen sollen. Der Hesindegeweihte, der die Bibliothekseinsicht verweigert, ist ähnlich schwer zu durchschauen wie die Wache, die verhindern soll, dass die Helfen um 4 Uhr Nachmittags das Turmzimmer betreten - steht die jetzt da, damit die Helden eine zusätzliche Herausforderug haben, oder weil der Plot nur funktioniert, wenn die Helden nicht 4 Uhr Nachmittags im Turmzimmer sind?
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Beitrag von Curthan Mercatio » 18.11.2017 13:57

Ich persönlich habe keine Problem damit, als Spieler zu wissen, wo meine Charakterentwicklung einmal hinführen wird. Es geht in dem Fall ja nicht um die Ausgestaltung eines Abenteuers, sondern um einen persönlichen Charakterbogen.

Sonst bleibt immer noch ein Kompromiss: Man entwickelt als Spieler 2-3 Szenarien, die man alle nicht schlecht findet. Der SL wählt dann eines, das ihm gut in den Kram passt, und lässt es wahr werden. Damit hat man als Spieler immer noch eine Überraschung - vor allem wenn man ziemlich unterschiedliche Szenarien wählt - und vermeidet die von dir geschilderten Probleme.
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Beitrag von Vetrecs » 19.11.2017 15:33

Nun, es gibt doch schon so etwas in der Art wie die Paligenese.
Im WdA S. 124 wird "Der Ring Des Lebensspendenden Feuers" aufgeführt,
welcher auch einen Toten aus der Asche wieder auferstehen lässt.
Ansonsten kann die Alchimie neben der astralen Energie auch karmale Energie (Sonnenlicht-Elixier) verarbeiten
so das man mittels eine göttlichen Wunders eine Seele aus Borons Hallen zurück holt (Ja, ist etwas frevlerisch die Macht der
Götter derart zu manipulieren).

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Beitrag von Uli » 19.11.2017 15:58

Allgemein stimme ich Cifer und Curthan zu. Eine klassische Alternative zu nur-1x-im-Leben-Zutaten wie der Lichtvogelfeder könnte eine harte sein: Das rituell geopferte Herzblut eines, besser mehrerer, Kulturschaffender.

Das Sonnenlicht-Elixir klingt jedoch auch spannend! :) Seine Wirkung ist umgekehrt zwar mächtig, aber kein Vergleich zu einer Widerbelebung. Die Karmaenergieverarbeitung könnte mensch zweierlei hausregeln:

1. Tsa: Gesalbte Wickel, mit der die Leiche mumifiziert wird, um danach wie neugeboren dem Kokon zu entsteigen. Tsagefällige Nebenwirkungen wie bei der Kreide der Tsa.

2. Boron: Ein Öl, dessen Kraft, die Seele im Leibe festhält.* Je nach Qualität wirkt es länger und es gibt weniger Nebenwirkungen.

* Ähnlichkeit zu Cybermantie bei Shadowrun rein zufällig. ;)

Edit: Der Ring ist zwar auch interessant, aber extrem langwierig und aufwendig und dazu ein feeisches Artefakt. Sowas erschafft niemand ohne Unterbliche_r bzw. Alveraniar zu sein. ;)

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Beitrag von Eadee » 19.11.2017 17:14

Vetrecs hat geschrieben:
19.11.2017 15:33
Nun, es gibt doch schon so etwas in der Art wie die Paligenese.
Im WdA S. 124 wird "Der Ring Des Lebensspendenden Feuers" aufgeführt,
welcher auch einen Toten aus der Asche wieder auferstehen lässt.
Wenn ich mich recht entsinne stammt dieser Ring aus einem Soloabenteuer(die Sümpfe des Lebens) dass in einem Abenteuerwettbewerb enstand, also nicht aus der Hand eines offiziellen Autors, sondern von Spielerseite stammt.

Trotzdem hat man dieses Artefakt aus Nostalgiegründen im WdA nochmals aufgegriffen, obwohl es keine bedeutende Hintergrundgeschichte hat wie es für einen solch mächtigen Effekt haben sollte in DSA.

Ich würde daher auch auf Feenmagie plädieren und das eher nicht als Richtwert für von Menschenhand geschaffene Werke verwenden.
Method Actor: 88%, Storyteller: 75%
Tactician: 63%, Powergamer: 54%
Casual Gamer: 38%, Specialist: 33%, Butt-Kicker: 29%

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Beitrag von Merios » 19.11.2017 17:20

Der RIng ist eh ne Trap. Der Ring saugt dir für ein Jahr jeden Tag einen Punkt Sirkayan aus, man regeneriert aber nur einen pro Monat. Der Durchschnittsaventurier ist also nach nem Monat tot.

Lykos
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Große Werke der Alchimie - Paligenese

Beitrag von Lykos » 19.11.2017 17:36

Merios hat geschrieben:
19.11.2017 17:20
Der RIng ist eh ne Trap. Der Ring saugt dir für ein Jahr jeden Tag einen Punkt Sirkayan aus, man regeneriert aber nur einen pro Monat. Der Durchschnittsaventurier ist also nach nem Monat tot.
http://de.wiki-aventurica.de/wiki/Ring_ ... den_Feuers

Aus dem Wiki lese ich nur heraus, dass der Ring den Träger jede Nacht einen Lebenspunkt kostet bis er voll ist - von verminderter Regeneration - oder gar ständigem Sikaryan-Entzug - steht da nichts. Kenne das AB nicht, Genaueres darüber kann ich leider nicht sagen.

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Eadee
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Beitrag von Eadee » 19.11.2017 17:59

Ja, zu Zeiten des Abenteuers gab es so etwas wie Sikaryan noch nicth in regeltechnischer Form, da raubte er noch einen LeP am Tag.
Fürs WdA wollte man den Logikfehler ausbessern, denn feenmagie sollte Sikaryan kosten, nicht LeP. Dummerweise hat man die LE-Kosten 1:1 in Sikaryankosten übersetzt ohne darüber nachzudenken dass der Ring damit vollkommen unbrauchbar wird.

Im SRD 2003 waren es noch LeP, wie es im SRD 2009 aussieht weiß ich nicht.

Man könnte aus Sagen die Geschichte der Wiederbelebungsartefakte ist eine Geschichte voller Missverständnisse.
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Taliesin Sandstroem
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Beitrag von Taliesin Sandstroem » 20.11.2017 19:03

Der Ring stammt, meine ich, noch aus "Zauberharfen und Runenschwerter", einer Publikation von Thomas Römer, die damals noch nicht DSA zugeordnet war und noch weitere Merkwürdigkeiten wie die Schweine des Ewigen Schinkens und so beinhaltete.

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Desiderius Findeisen
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Beitrag von Desiderius Findeisen » 20.11.2017 19:31

Taliesin Sandstroem hat geschrieben:
20.11.2017 19:03
... und noch weitere Merkwürdigkeiten wie die Schweine des Ewigen Schinkens und so beinhaltete.
Die es übrigens in "Wege der Alchemie" geschafft haben :ijw:
"I am 87% confident you will burst into flames." Kimiko Lockeweaver, Bayesian Empirimancer

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