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A212 Der Schattenmarschall

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Thallion
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A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Thallion » 22.05.2015 08:40

Dieser Thread ist zur Diskussion der Inhalte des im Mai 2015 erschienenen Abenteuers A212 Der Schattenmarschall von Katja Reinwald, Dominic Hladek, Niko Hoch, Rafael Knop und Daniel Simon Richter bestimmt.
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Vielleicht hast du Erfahrungen mit dem Abenteuer gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Tipps, Fragen oder Meinungen zu dem Abenteuer. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread das Abenteuer auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Nutzer zu bieten. Hier gelangst Du zur Übersicht über alle anderen bisher durchgeführten Bewertungen.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du das Abenteuer als Spieler oder Spielleiter erlebt oder es zumindest gelesen hast!

Wenn dies nicht der Fall ist, dann stimme bitte nicht ab. Vielleicht spielt ihr das Abenteuer in einigen Monaten und du willst dann abstimmen, könntest es aber nicht mehr, wenn du schon abgestimmt hättest, ohne das Abenteuer zu kennen.

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Sumaro
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Sumaro » 22.05.2015 14:50

Der Schattenmarschall, das nächste AB, welches sich mit meinen hohen Erwartungen messen musste, denn immerhin geht es dabei um nicht weniger, als den großen Haffax und seine finale Schlacht, sowie sein großes Vermächtnis an die Welt und die Erfüllung seines Planes.
Oder zumindest dachte ich, dass es genau darum ginge, denn leider wird der Band diesen Erwartungen nur in sehr geringen Teilen gerecht. Wie Herr der Welt in einem anderen Thread gut hervorgestellt hat, ist dieser Schnellschuss in Sachen DSA-Geschichte vermutlich einer Vielzahl an verpassten Chancen und übersehenen Gelegenheiten in der Vergangenheit geschuldet, denn es wurde nachhaltig versäumt den Plot um Haffax groß aufzubauen. Die jüngsten Ereignisse, um seine große Finte mit der Salvunker Intrige sind dabei eigentlich das größte Stück "Plan" welches irgendwie offiziell vorbereitet wurde und das ist gemessen an dem, was Haffax schließlich vollbringt einfach zu dürftig.

Diesem Umstand geschuldet ist dann auch der Gesamteindruck des Werkes, welches sich ein gutes Stück weit im luftleeren Raum bewegt und Haffax als Feldherren und Meisterstrategen wenig darstellen kann. Eigentlich erleben wir ein Jahr des Feuer Reloaded, nur das es schneller geht und weniger Auswirkungen hat. An anderer Stelle (>>Hier<<) habe ich eine Übersicht des Handlungsbogens wiedergegeben, was ich an dieser Stelle darum aussparen möchte. Hier geht es mir direkt um die Manöverkritik am Band selbst.

Grundsätzlich ist die Idee, dass Haffax sich sowohl aus seinem Dämonenpakt als auch aus seiner Bindung von Belhalhar lösen will nachvollziehbar und passend zum Charakter. Das man die Chance in der Splitterdämmerung nicht genutzt hat, den Pakt mit Asfaloth ganz rauszunehmen, finde ich bedauerlich, in Anbetracht eines Finales, welches auf eine Chimären-Armee setzt, die Gareth bedroht, allerdings verständlich. Ich halte dies für die grundlegend falsche Design-Entscheidung am AB schlechthin. Über den gesamten Verlauf des Schattenmarschalls wird Asfaloth als die große Gegenspielerin aufgebaut, obwohl sie eigentlich in der Geschichte von Helme Haffax und auch in seiner Funktion als Regent, wirklich dramaturgisch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dafür hat man dann Belhalhar, dessen Splitter hier beseitigt werden sollte und der schließlich der jenseitige Mordbrenner und Schlächter ist, in einem einzigen Kapitel abgefrühstückt und ad acta gelegt.
Dies ist eigentlich die Maxime des ABs. Man folgt Haffax durch die Lande und darf dabei zusehen, wie ein magisches Großfeuerwerk nachdem anderen gezündet wird. Sei es eine Patchwork Dämonenarche, ein angeknackster Belhalhar-Splitter, der seine letzte Ruhe in Ayla vom Schattengrund findet, in chimärologisch geprägten Dörfern mitten im Mittelreich, in Unheiligtümern der Dämonenbrache, in einem Seelenwanderungsritual mit einem Drachenkarfunkel, in einem endlosen Strom aus Dämonen, Monstern und Chimären im großen Finale, als Asfaloth persönlich alles mögliche auf den Garether Kortempel wirft, was sie so finden kann (und dabei auch mal spontan Dämonen in die dritte Sphäre entsenden kann).

Diese gewaltige Walze an magischen Großereignissen überschattet vollkommen und absolut die Person des Haffax, der zwar irgendwie im Zentrum steht und auch verschiedene Mächte austrickst (z.B. Belhalhar und Asfaloth persönlich), aber sonst absolut blass bleibt. Von dem großen Anführer bleibt eigentlich nichts, denn seiner Maxime des eigenen Überlebens der Seele opfert er alle Qualitäten, die man damit verbinden würde. Seine Soldaten isoliert er absolut bewusst und opfert sie auf dem Altar seiner Seelenrettung (nicht mal seines Vermächtnisses, was ja auch noch cool gewesen wäre). Alle Strukturen, die er über Jahre hinweg aufgebaut hat, all die Menschen, die er begeistert hat, all die Leute, die in ihm einen Führer sehen, werden im Endeffekt massiv enttäuscht, denn Haffax hat keine große Vision. Vollmundig kündigt das AB zwar an, dass Asfaloth genau deswegen die coole Paktherrin gewesen wäre, weil Haffax die verkrusteten Strukturen des Mittelreichs aufbrechen wollte, aber effektiv bewirkt er dahingehend überhaupt nichts. Viel mehr scheint er nur ein weiterer zementierender Block zu sein, der als Trittleiter für die Heldenkaiserin Rohaja dient und das ist eine bedauerliche Verschwendung von Potential.

Das was am Ende bleibt, bei dem AB, ist ein schaler Beigeschmack. Haffax geht als derjenige ein, der mit einer Chimären-Armee aus der Dämonenbrache Gareth unterwerfen wollte und dabei von den Helden und Leomar vom Berg gestoppt wurde, Haffax selbst geht mit seiner Seele in einen Karfunkel ein, während es den Helden danach zukommt den Drachengeist, den man befreit hat (und in einen Enduriumgerüsteten Marschallskörper steckt) noch schnell zu erschlagen.
Asfaloth ist die große Verliererin, die alles in die Waagschale wirft, um diesen einen Kerl zu bekommen und dabei mehr erzdämonische Wunder zündet, als man in Yol-Ghurmak zu sehen bekommt, Belhalhar bekommt nur einen Auftritt als Sidekick und damit man sich des alten Schwerts der Schwerter entledigen kann, welches man durch eine Greisin aus Baburin ersetzt, die freie Dämonin Aphestadil wird als Randerscheinung ebenfalls absolut unter Wert verkauft (so eine Entität verdient ein eigenes AB), was aus Haffax Truppen wird ist unklar, das meiste schiebt man einfach nach Maraskan ab (wieso, weshalb, warum, alles Fragen ohne Antworten).
Und besonders wichtig: Schlachtführung und Kriegskunst hat REIN GAR NICHTS mit dem AB zu tun, sondern dient maximal als Aufhänger für das Startszenario, danach ist alles an Gefechten relativ irrelevant oder weitestgehend geskriptet.

Wie also bewertet man einen Band, bei dem man Haffax erwartet und nur am Ende einen Hauch von Haffax bekommt, ansonsten aber vor allem gewaltiges, teilweise absolut unpassendes dämonisch-magisches Feuerwerk? Wie bewertet man den Meisterplan eines Mannes, der angeblich der große Feind des Reiches ist und dabei ähnlich viel leistet und anbringt wie eine Lutisana von Perricum, nur dass er nicht stirbt, sondern seine Seele in einen Karfunkel bringt?

Der Konflikt von Kor, Belhalhar und Rondra im Gewühl der Schlacht, Ankerpunkte, an denen sich die Heldenkaiserin gegenüber dem strategischen Genius beweisen muss oder auch lernt, dass Scheitern zum Kämpfen ebenso gehört, wie das Siegen, die gesamte Ebene der Möglichkeiten von Kriegsführung in den unterschiedlichsten Facetten, das gesamte Topic "Krieg" und die unterschiedlichen Herangehensweisen, es ist alles nur eine kleine Randnotiz, denn eigentlich geht es nur um eines: Finde raus wo Haffax steckt und helfe ihm danach seine Seele vor der Erzdämonin zu retten, die quasi im Alleingang sowas wie den Magnum Opus des Chaos bewirkt. Und das wollte ich nicht kaufen.

Kleinere und größere Fehler im Stil (Asfaloth wird einmal als die Planerin schlechthin beschrieben, dann wieder als wandelndes Chaos, dass rein zufallsgeneriert ist), Aphestadil ist eine kleine Randerscheinung anstatt was richtig geiles (oder ganz wegzufallen), Motivation und weiterer Lebenssinn von Haffax eingeweihten Getreuen bleibt komplett aus, Haffax Unfähigkeit seinen Pakt zu brechen, obwohl er wirklich massive Ressourcen besitzt, das sind beinahe Details, die sich daneben kleinlich ausgeben, dass dem ganzen Plot einfach der Halt fehlt. Er passt nicht. Er würde zur Skrechu und dem Splitter der Asfaloth bedeutend besser passen, als Prequel zu ihrer Splitterdämmerung, als zum Ende eines Helme Haffax.

Daher gibt es von mir für diesen Band leider nur 1 Punkt. Denn für Helme Haffax Ende, seinen großen Masterplan und seine letzte Inszenierung, ist dieses AB einfach nur schlecht.
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Bannschwert
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Bannschwert » 22.05.2015 19:08

Ist das AB denn an sich in Ordnung? Das ist ja auch immer eine wichtige Frage. Gibt es genug Aktionsraum für die Helden, Eigeninitative, Möglichkeiten und Glanzmomente? Oder läuft man wirklich nur hinterher, schaut zu was die anderen machen und darf am Schluss einmal was Cooles erreichen?

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Sumaro
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Sumaro » 22.05.2015 19:56

Das kommt jetzt drauf an, was du darunter verstehst. So wie ich das AB lese, gibt es diverse Krisen, die heraufziehen, die dann wieder abgewendet werden können und man kann den Bösen auch ein paar Ressourcen vorenthalten. Problematisch ist dabei, dass dies im Finale von nur sehr geringer Relevanz ist.

Zuerst verteidigt man Perricum, hier kann man durchaus Glanzmomente einbauen, immerhin darf man Seite an Seite mit dem Schwert der Schwerter stehen. Den Verlauf der Ereignisse behindert man hier allerdings nicht. Es gibt aber genug High-Ranking-Minions und gefühlte Zwischenbosse, die man erschlagen kann (verrückte Dämonenarchen, mehrgehörnte Dämonen usw.).
Danach folgt man Haffax, verliert eine Schlacht gegen ihn, danach hat man quasi modularen Aufbau, der allerdings nicht viel enthält. Szenario "Akte Haffax", Szenario "Chimärendorf", Szenario "Rettet den Tsatempel", Szenario "Stöbert in Kaiser Retos Waffenkammer". Hier können die Helden durchaus optionale Erfolge einfahren und damit die spätere Chimärenarmee reduzieren, bzw. Paraphernalia aufbrauchen. Das ist allerdings, zumindest laut AB, nur wichtig, wenn man dann bei den Szenarien um Gareth in der Dämonenbrache das Unheiligtum der Asfaloth stürmen will.

Man kann also sicherlich einige Szenen als glorreiche Siege deklarieren, im Endeffekt ist es aber durchaus genau so geplant von Haffax, dass seine Armee nichts dauerhaft schädliches anrichtet und auch sonst wenig Veränderungen ins Mittelreich bringt. Wie gesagt, alles nur Mittel zum Zweck, um seine Seele zu retten. Von Plot her gibt es dabei wenig spektakuläre Dinge, bei denen es wirklich auf Helden ankommt. Das große Finale ist wie gesagt Haffax zu beschützen. Und das muss man ja später verheimlichen, dass der gar nicht tot ist, sondern im Karfunkel sitzt.

Man erreicht aber auf jeden Fall was cooles und wird von der Kaiserin am Ende als Retter von Gareth belohnt, belehnt usw.. Das Gareth nie wirklich in Gefahr war (und das es alles irgendwie sehr fragwürdig ist, wie die Helden darin involviert werden) ist dabei vermutlich wenig relevant.
Es wirkt eben so wie das neue Heldenaventurien, wie eine Maske, die sich jeder aufsetzt und damit zum Helden gekürt wird. Gleiches passiert hier mit den SC.
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Cifer
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Cifer » 22.05.2015 22:36

Ich hab mir mal Gedanken zu einer alternativen Zielstellung von Haffax gemacht und würde mich freuen, eure Ideen dazu zu lesen.
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Andras Marwolaeth
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Andras Marwolaeth » 24.05.2015 22:30

Mir gefällt das Abenteuer überhaupt nicht und das beste, was ich dazu sagen kann, ist, dass es mit diesem Band keinen weiteren der Splitterdämmerung mehr geben wird. Ist zwar schade, dass es zu Leonardo keinen Band geben wird - und als Plotidee würde ich da den aus dem Film "Sky Captain and the World of Tomorrow" empfehlen - aber ist vielleicht auch besser so.

Der Band ist schlampig erstellt. Auf der Rückseite des Bandes steht noch "Die verlorenen Lande", es gibt keinen Index, bei manchen Texten wird man nicht so richtig schlau, worauf sie hinaus wollen und Tippfehler hat auch niemand korrigiert. Das mit dem Index ist schade, ich hätte gerne nachgeschlagen, wo das "Reticulum" ist, das im Anhang in den Golem-Kästen erwähnt wird.

Der Band wird Helme Haffax nicht gerecht. Er, der als großer Meisterstratege dargestellt wird, hat im Vorgängerband sein Reich Rohaja preisgegeben (nennenswerte Anstrengungen, aktiv gegen sie zu kämpfen, gab es nicht), führt eine einzige "Schlacht" an, die an der Gaulsfurt, bei der man schon ziemlich verblödet sein muss, um sie zu verlieren. Er schleicht sich eher auf phexische Weise nach Gareth und lässt seine Truppen in Perricum und vor Rommilys einfach im Stich, um in ganz egoistischer Manier seine Seele zu retten. - Ein Vorbild ist er so nicht. Zudem ist das mit dem Paktbruch keine neue Idee. Das wurde schon öfters versucht. Ihm angemessen wäre gewesen, wenn er in die Niederhöllen zieht und Asfaloth von ihrem Thron stößt. Das wäre eine Herausforderung für so ein Genie gewesen und sicher eine ganze andere Art des Paktbruchs. Oder eine Alternative zum Karfunkelschlaf könnte auch Fran-Horas' Kristallherz sein.
Die gelegte Spur über die Haffax-Akte ist einfach nur schlecht. Angefangen bei der Reaktion von Spektabilität Werckenfels - man beachte, es sind hier Helden ab 10.000 AP, die mit Kaisers parlieren, keine Heckenpenner - über den Inhalt - absolut veraltet und nichtssagend - verrät sie gar nichts über Haffax' Pläne. Dass ich früher mal Matchbox-Autos gesammelt habe, würde heute niemandem dabei helfen, herauszufinden, was jetzt meine Pläne sind.

Haffax' Plan selber ist auch schon schlecht. Warum der Riesenaufwand, mit einem Heer ins Mittelreich zu marschieren, um sich dann klammheimlich nach Gareth abzusetzen? Warum hat er nicht einen Karfunkel genommen, der näher an Mendena liegt? Und die Übergabe des Splitters an Ayla, dass im Horasreich spezielle Urnen für die Splitter entwickelt wurden, dürfte ihm doch nicht entgangen sein, oder?

Was bleibt noch? Horden von Dämonen, Chimären und Golems, gegen die die Helden kämpfen können und ein Helme Haffax, der auf ihre Unterstützung hofft.

Ich denke, die Hauptprobleme bei dem Abenteuer sind zum einen, dass mit großen Heeren gearbeitet wird, da können Helden im Normalfall nichts tun, außer kämpfen, d.h. die Spieler würfeln, bis ihnen die Arme abfallen, und zum anderen die schlecht gelegte Spur zur Verfolgung von Helme Haffax.
Besser wäre es vielleicht gewesen, wenn man die Helden im Rahmen des Salvunker Kreises eingeschleust hätte (oder noch früher) und sie dann entdeckt hätten, dass Helme Haffax ein ganz spezielles Ende plant. Es hätte sogar so sein können, dass er sie frühzeitig einspannt, um Paraphernalia und Dokumente zu organisieren, Verbindung zum Schwert der Schwerter zu knüpfen, usw. Sein Angebot an die Helden hätte sein können, dass sie ihm helfen, seine Seele zu retten und dafür übergibt er ihnen sein Reich, dass sie dann an Rohaja zurückgeben können. Die Helden hätten dann z.B. Übergabemodalitäten mit Rondrigan abklären können. Z.B. mit Listen der Paktierer. Und der hätte dann vielleicht den Karfunkel beigesteuert. Das hätte viel heldengerechter im Kleinen und Verborgenen stattgefunden.

vanWalk
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von vanWalk » 28.05.2015 14:33

Nun ist die Splitterdämmerung und gleichzeitig DSA4.1 also vorbei. Wie man eine goldene Ära mit einem so verpfuschten Werk abschließen kann, wird für mich wohl lange ein Rätsel bleiben. Als langjähriger fan der vierten Edition habe ich mir das Buch natürlich angeschafft. Da ich den Inhalt allerdings für mehr als krottig und schnell zusammengeschustert halte, musste ich mein Exemplar wieder zurückgeben.

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Pack_master
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Pack_master » 15.11.2015 15:42

Na gut, dann kurz und knapp: Das Abenteuer ist in sich nicht schlüssig, keiner der NSC folgt irgendeiner Logik und keine geplante Aktion wird von den Helden so durchgeführt werden, wie der Autor es beabsichtigt - angefangen bei der Grundannahme, dass man Haffax wie selbstverständlich helfen und überhaupt glauben will.

1 Punkt, da 0 Punkte nicht möglich.

Roleplayer
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Re: A212 Der Schattenmarschall

Beitrag von Roleplayer » 19.11.2015 13:30

Ich kann Pack_Masters Einschätzung nur folgen - Sumaros ohnehin, wie so oft. Gibt es irgendeine Runde, in der Haffax nicht von den Helden gekillt wurde? Bei dem komplett vermurksten Abenteuer habe ich ehrlich gesagt auch nicht alles Meistermögliche unternommen, Haffax zu retten. Vielleicht habe ich die Motivation bei einer weiteren Runde, oder ich greife dann Cifers Alternativplan auf. Heute bin ich erst einmal froh, dass Haffax Geschichte ist und seine Asche am Wochenende unter den Teppich gekehrt wurde...

Edit und eine Begründung für den 1 Punkt aus Meistersicht:

Ein Grundproblem, das schon die Vorbereitung des Abenteuers betrifft: Es wird zwar noch ausreichend detailliert beschrieben, was Haffax und seine Seite unternehmen, um das Mittelreich mit Erfolg zu attackieren - Infiltration, Verrat in Perricum u.s.w -; die Gegenseite tut genaugenommen nichts. Obwohl in Perricum die Schule der Austreibung (!!!) beheimatet ist, sind Gegenmaßnahmen von dort nicht vorgesehen.

Also habe ich eine ungefähre Besetzung der Akademie entwickelt und den Spielern überlassen, die Magier dort näher auszuarbeiten. Auf den ersten Blick eine schöne Idee, auf den zweiten ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn die Autoren des Abenteuers kennen offensichtlich nicht die Möglichkeiten, die das Regelwerk der Antimagie und insbesondere elementaren Zaubern bietet (s.u.).

Dann habe ich noch Truppen organisiert und diverse Personen im Stadtrat und in der Stadt selbst entworfen. Ca. zwei Monate vor Beginn der Attacken auf Perricum habe ich eingesetzt. Etwa parallel lief "Die verlorenen Lande" - zur Erklärung: damit sich die Spielleiter abwechseln können, spielen wir die Kampagne mit zwei Gruppen. Zum Glück ist die zweite, von mir gemeisterte Gruppe sagen wir mal: dunkelgrau und interessiert sich mehr für den eigenen Vorteil. So ist ihnen der Verrat in Perricum zumindest so lange entgangen, dass die Vorbereitungen nicht gestört wurden.

Der Angriff selbst lief dann für Haffax auf ein ziemliches Fiasko hinaus, weil ein Magier aus Punin und ein weiterer aus Drakonia Teil der Gruppe sind. Ein Meister der Elemente (Wasser) ist eben kein kleiner Gegner, und ich wollte den Spielern auch nicht zumuten, dass er wie ein Mindergeist herüberkommt. Fazit: Ein guter Teil von Haffax` Flotte hat Perricum schon gar nicht erreicht ...

Nachdem sich der Stadtrat als verräterische H....söhne und -töchter entpuppt hatte, liefen auch dort die Gegenmaßnahmen der Gruppe. Ein Überlaufen angespielt, und schon ergab sich die Gelegenheit, drei der Stadträte zu eliminieren und die Verteidigung der Bastion wieder in Gang zu setzen. Alles das sah das Abenteuer nicht vor, so dass ich stark improvisieren musste. Da Haffax sein Seelenheil näher war als das Leben seiner Leute, lief bis zu dem Treffen mit dem Schwert der Schwerter alles ab wie vorgesehen. Die Chars sind hier ohnehin nur als Zuschauer eingeplant und erleben die Ereignisse als weitgehend Unbeteiligte mit. Eigentlich ...

Zum Glück für mich lief ein "Auge des Limbus" des Puniners nicht so wie erwartet - man sollte auch immer darauf achten, wenn man an einem Ronda-Heiligtum zaubert. Im folgenden Chaos in Perricum - wobei man sich fragt, wieso die Erzdämonen Aventurien nicht seit altersher mit Dämonen überschwemmen, wenn sie es können - agierte dann Ego-Shooter-Gemetzel ohne Sinn und Verstand, aber immerhin mit ein wenig schwarzem Humor. Die Magier von der Perricumer Akademie haben aber einen ganz schönen Blut- oder Schleimzoll bei den Dämonen gefordert.

Damit endeten dann schon die stärkeren Szenen des Abenteuers. Will sagen, mit ein bisschen Aufwand können die Ereignisse in Perricum sehr unterhaltsam sein. Zwischendurch wurde mal wieder jemand von der Gruppe gerettet - Rimiona Paligan - und dann die Schlacht an der Gaulsfurt vorbereitet. Den Heerführer habe ich mit seinem kümmerlichen TaW in Kriegskunst von 8 so gelassen; auch wenn er offensichtlich nach Abgang von der Akademie nie an einer Schlacht teilgenommen hat. Die Unfähigkeit blieb dem Söldnerführer der Gruppe mit TaW 21 und 3 Spezialisierungen (auf Kampf in Unterzahl, Hinterhalt und Taktik) nicht verborgen, so dass der Heerführer nach Schlachtbeginn ziemlich schnell abgemeldet war. Für alle Historiker: Die Schlacht ging tatsächlich unentschieden aus und nicht, wie in den Büchern vermerkt, mit einer Niederlage für das Mittelreich. Was nicht zuletzt an zwei weiteren Meistern der Elemente Erde und Erz lag, die für ein ordentliches Gemetzel unter Haffax` Truppen gesorgt haben. Immerhin haben meine eigenen sorgfältigen Planungen für Plänkler und Dämoneneinheiten Haffax vor einer vernichtenden Niederlage bewahrt - die Namenlosen Tage und ihre Auswirkungen auf die Moral der Truppen des MR taten ein Übriges. Schlagen konnte ich (Haffax) das MR dann zwei Tage später in "Schlacht am Hasenthann mit anschließendem Hasenrennen" - auch das für die Historiker. Vom Herr des MR blieb dort wirklich auch rein gar nichts mehr übrig. Die Chars konnten sich mittels Transversalis retten, was sie aber nicht daran hinderte, später große Heldengeschichten über sich zu verbreiten.

Wer als Meister das Abenteuer leiten will, braucht hier wirklich viel Zähigkeit und muss extrem viel Arbeit investieren. Das Abenteuer selbst bietet für die Schlacht kaum Hintergrundmaterial - anders, als etwa "Das Jahr des Greifen".

In der Folge müssen die Chars motiviert werden, Haffax` Akte aus dem Informations-Institut zu Rommilys zu stehlen. Auf die Idee, dass Haffax ein Feind sein könnte, zu dem man alle Informationen benötigen kann, ist man in Rommilys noch nicht gekommen. Wieso die Akte seit Jahrzehnten ungenutzt liegt - man weiß es einfach nicht, und das Abenteuer liefert auch keine Erklärung. Gesiegelten Dokumenten der Chars glaubt man an der Akademie nicht, sondern setzt sie fest! Nun muss man als Autor wissen, dass die Chars aufgrund der Teilnahme am Abwehrkampf gegen die Heptarchien seit geraumer Zeit bekannt ist, aber hey, wen juckt`s. Das habe ich so gelassen, obwohl es völliger Blödsinn ist. Zum Glück wieder für das Abenteuer ist keiner auf die Idee gekommen, sich einer freiwilligen Gedankenkontrolle unterziehen zu lassen. In der Zwischenzeit waren auch schon die Witze über den Inhalt der Akte ins Kraut geschossen: "Klein-Haffax rüttelt an den Gittern zum Kaiserpalast zu Gareth und schreit "Ich will da rein"" oder "Meine geheimen Sexphantasien mit Nahema und Hal" oder "Haffax ist eigentlich eine Frau" - ehrlich gesagt: kann aus einer Akte, die mindestens 20 Jahre zurückliegende Ereignisse beschreibt, etwas hervorgehen, was Haffax noch nicht getan hat, oder woran ihm ernsthaft noch liegt? Spätestens hier wird das Abenteuer lächerlich.

Aber wir haben gleichwohl bis zum heimlichen Treffen mit Haffax durchgehalten, das die Gruppe genutzt hat, dem Erzverräter, der so viele Leben auf dem Gewissen hatte, den Garaus zu machen. Hier klappte dann auch trotz Elfenlieds einer hochbadocen (!) Elfe erst die Selbstbeherrschungsprobe und dann der Auge des Limbus. Der Versuch, Haffax als einen versehentlich Irregeleiteten darzustellen, der zigtausend Tote zu verschulden hat, weil er wegen seiner persönlichen Fähigkeiten geachtet werden will (war er nicht schon Marschall unter Hal? also was wollte er noch erreichen?), und weil er auch irgendwie basisdemokratische Grundlagen im MR einführen will, und blablabla, alles Schwachsinn.

Jedenfalls ließen wir das Abenteuer dort enden: Asfaloths großer Heerführer und Werkzeug war vergangen, sein Heer zerfiel. Die Abwehrschlacht um Gareth fand nicht statt, letzten Überbleibsel von Haffax Heer zermalmten Rohajas Truppen. Und wir begossen ein mieses Abenteuer mit Bier/ Wein und ließen den Abend am Sonntag - Start Freitag Vormittag - mit einem Grillen ausklingen, das sicher sinnvoller war als dieses Abenteuer.

Fazit: Das Abenteuer konzentriert sich darauf, Haffax zum Durchläufer und unerkannten Menschenfreund zu erheben. Nebenher laufen seine Truppen auf, während das MR untätig bleibt. Die Chars erleben weite Teile des Abenteuers als Zuschauer oder Werkzeuge, dürfen ab und zu ein bisschen kämpfen und im schlimmsten Railroading sinnlose Informationen beschaffen. Dann sollen sie, denen jahrelang eingetrichtert wurde, welch böse Kreatur Haffax ist, eben diesem helfen.

Ich habe das Gefühl, dass den Autoren zum Ende der Kampagne hin schlicht die Lust vergangen ist. Also wurden noch ein paar epische Ereignisse ausgegraben, denen die Chars tatenlos gegenüberstehen sollen. Haffax` Ende wird irgendwie geschrieben, und damit ist man aller Sorgen ledig. Insoweit kann ich dem Abenteuer auch nicht mehr als 1 Punkt geben, da es keine Geschichte enthält, an der die Spieler aktiv teilnehmen könnten. Das Ganze bewegt sich auf etwa dem gleichen Niveau wie "Das Tal der Finsternis", so dass ich es niemandem wirklich empfehlen kann.

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