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[MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Der Plot will es! Diskussionen und Anregungen zu offiziellen und inoffiziellen Abenteuern.
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Dark-Chummer
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[MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 25.10.2012 16:49

Mit Wehenden Bannern

Spielbericht-Einstieg:
Die Heldengruppe unter der Führung von Reichsbaron Rogar vom Blute zu Zweimühlen hat schon so manches Abenteuer erlebt. Unter anderem auch Der Unersättliche, Ehrenhändel, Donner und Sturm und die Drachenchronik, die aber am Anfang des 3. Buches abgebrochen wurde. Nicht alle Helden waren aber bei allen Abenteuern dabei, sondern sind meist später zu der Gruppe gestoßen (deshalb auch der große AP-Unterschied). Der erste Teil der Kampagne um die Wildermark Von Eigenen Gnaden, haben in getrennten Gruppen nur Rogar und Harad überlebt. Generell sei hier noch einmal ausdrücklich davor gewarnt, dass diese Spielberichte Meisterinformationen zu den oben genannten Abenteuern und natürlich zu Mit Wehenden Bannern enthalten!
Ich werde zunächst einmal „Unser“ Zweimühlen vorstellen und wie es sich entwickelt hat. Es folgt die Vorstellung des bereits sehr erfahrenen Reichsbarons, der die Helden als sein Gefolge entweder selbst anführt oder aber diese entsendet, während er mit wichtigerem beschäftigt ist. Im Anschluss wird noch dessen Aufgebot am Anfang dieses zweiten Teils der Wildermark-Kampagne beschrieben, das im Stile der Kriegsfürsten im Abenteuer gehalten ist.
In weiteren Posts folgen dann die Vorstellungen der eigentlichen Helden (nach AP gestaffelt) und Gefolgsleute, deren AP, Talente, Eigenschaften und SF immer auf aktuellem Stand gehalten werden.
Wenn Interesse besteht poste ich auch noch unsere Wildermark-Spielhilfe, die insbesondere die Baronie Zweimühlen besser beschreibt und in Zahlen verwaltbar macht. Diese ist im Stil der bereits in den Dunklen Zeiten erprobten und von mir geschriebenen inoffiziellen Spielhilfe Im Schatten der Aeterni gehalten und hier zu finden:

Spielerwelten:Im Schatten der Aeterni

Inspiriert wurde ich dazu von dieser inoffiziellen und schon etwas älteren Spielhilfe über Zweimühlen von der Epenschmiede, die hier zu finden ist:

Spielerwelten:Baronie Zweimühlen

Für Kritik und die Aufdeckung eventuelle Fehler die sich eingeschlichen haben, bin ich dankbar. Ihr seid also dazu angehalten gerne hier auch zwischen den Spielberichten zu posten, so dass ich Feedback erhalte.

Baronie Zweimühlen zu Beginn des zweiten Teils der Wildermark-Kampagne

Tief im Herzen der Wildermark erhebt sich eine Aufstrebende Stadt und einstige Kornkammer des Reiches aus ihrem Todeskampf. Kriegsherren, Hexer, Nekromanten und sogar Drachenfeuer haben nicht nur in der Stadt sondern auch in den Herzen der Bewohner tiefe Narben hinterlassen und der Finstermann, die Geißel der Wildermark, hätte beiden auch fast den Todesstoß verpasst. Die verzweifelten Bewohner hatten in der Vergangenheit schon so manchem Kriegsfürsten einfach die Tore geöffnet, denn in der Wildermark gab es weder Loyalität noch Vertrauen.
Doch unter dem ehemaligen Kriegsfürsten Rogar wendete sich das Blatt Zweimühlens. Der Wohlstand, die Einwohnerzahl und vor allem das Vertrauen der Einwohner in ihren Retter, wuchsen. Die Wunden der Menschen begannen zu heilen.
Mit durch Eroberungen erlangtem Gold und einem vorteilhaften Traviabund mit der Tochter des einflussreichen und sehr vermögenden Ersten Bürgers der Stadt, Cordovan Weitzmann, gelang es dem Barbarenprinzen die Stadt zu nie gekannter Größe zu führen und diese zugleich zu seiner Machtbasis auszubauen. Zu dem wiederaufgebauten Tempel der Travia, unter der Führung von Erlgunde Ganslieb, und dem erneuerten Phex-Tempel, unter Pervalia Hungertuch, gesellten sich auch ein Boron Tempel, unter der Leitung von Boronian Angermacher, ein Peraine-Tempel, unter Pyglaion dyll Gar’ens, und sogar ein Kor Tempel samt Kor Schrein, unter der Führung von Connar aus Gallys, hinzu. Durch die Hilfe des Haushofmeisters Zordan von Elenvina und einem glücklichen Händchen in Sachen Staatskunst, die dem Trollzacker niemand zugetraut hatte, konnte dieser sogar die, in der Nacht des Schreckens, Niedergebrannte Meeltheuer-Mühle neu errichten und dem dortigen Spuk ein Ende bereiten. Zahlreiche Händler und Handwerker, darunter sogar von der Zunft verstoßene brilliantzwergische Steinmetze und Juweliere aus Zwerch, siedelten sich in Zweimühlen an. Auch dem Großbetrieb der Brauerei Mühlenbräu folgte eine Zweigstelle der Stellmacherei Eisenschläger, welche Rogar im Donnersturmrennen unterstützt hatte. Binnen drei Jahren, bis zum heutigen Tag, hat sich die Einwohnerzahl von etwa 700 auf über 1600 Einwohner mehr als verdoppelt. Dies liegt wohl auch daran, dass der in der Zwischenzeit von Kaiserin Rohaja von Gareth zum Baron ernannte Rochshaz, eine durch Beute und Steuern finanzierte, drei Schritt hohe Wehrmauer aus Schüttwerk, auf einem zwei Schritt hohen Erdwall, errichten ließ. Dieses Bollwerk, das nicht nur einen Wehrgang mit weiteren zwei Schritt hohen Zinnen besitzt, sondern auch noch mit zwölf steinernen Wehrtürmen und drei wehrhaften Steintoren, mit eisernen Fallgittern, ausgestattet wurde, bietet jedem Flüchtling Schutz. Die Mauer ist zudem von einem zwei Schritt tiefen, mit angespitzten Holzpfählen versehenen, Graben umgeben. Fünf der zwölf steinernen Wachtürme werden von je einem alten Hornissen-Geschütz geziert und im Burghof der mit Eisengittern neu befestigten Burg des ehemaligen Landgrafen, steht der ganze Stolz des Barons - ein Schwerer Onager, den Rogar einst im Feld erbeuten konnte.
Die Wehrhaftigkeit wird durch ein Banner Todesfänger, zwei Haufen Zweimühler Torgardisten unter der Führung von Bogomil Westermann, einem Haufen Zweimühler Schützen unter der Führung von Maline Ochsenbrecher, zwei Haufen Trollzacker Barbaren unter der Führung von Bashot Grim, einer Sippe Brilliantzwergen, die im Notfall als Richtschützen dienen, und einer Hand Meutemeistern mit ihren eineinhalb Dutzend Zweimühler Bluthunden, noch unterstrichen.
Zudem stehen auch die von Ungolf Ferdoker ausgebildeten und von Reichsbaron Rogar ausgerüsteten, Zweimühler Waffentreuen bereit, die sich ausschließlich aus Bürgern der Stadt Zweimühlen zusammen setzt und vom Burgoffizier Luidor, einem Veteran der 3. Dämonenschlacht, persönlich angeführt werden.
Zuvor Teilweise zerstörte oder niedergebrannte Bezirke der Stadt wurden durch den steten Goldfluss erneuert und wieder aufgebaut, so dass die hinzugekommenen Bürger Zweimühlens, meist Flüchtlinge, ein Heim finden konnten.
Der Besuch der Kaiserin höchst selbst, zu deren Ehren damals ein Turnier ausgerichtet wurde, erneuerte den Glauben der Bürger an das Kaiserreich, das Recht und die Ordnung. Der endgültige Sieg über den Finstermann brachte den Einwohnern die Hoffnung, dass all dies nun auch Bestand hat.
Heute ist die vor Leben pulsierende Stadt voller Händler und Menschen, das Zentrum der Wildermark, welches nicht nur den Menschen der Baronie Zweimühlen, sondern vielmehr den Menschen ganz Darpatiens, neue Hoffnungen verspricht.

Rogar "Der Barbarenprinz" vom Blute zu Zweimühlen [aktuell 25.048 AP / Stufe 25]
Hintergrund: Aus der dunklen Epoche der letzten Jahre erwuchs ein Mann, der die Geschicke des Reiches wenden sollte: Rogar, ein Barbarenprinz aus den Grenzlanden der Trollzacken. Er bezwang den Zombie-Oger Madenwanst, einen Unterführer des Endlosen Heerwurms und entriss diesem eine legendäre fast vergessene Krone aus den Dunklen Zeiten, die schon die Häupter der Altzeit-Könige geziert hatte. Der Legende nach soll sie den Träger mit großer Weisheit erfüllen und Menschen ihn als Anführer erkennen. Und in der Tat: Rogar legt für einen wilden Trollzacker eine ungewöhnliche Weisheit an den Tag und seine Gefolgsleute dienen ihm treu, aus denen er eine ständig wachsende Armee rekrutierte. Zusammen mit längst gefallenen Helden bezwang er mit seiner zweiten Heldentat Ulag den Abtrünnigen, einen umherziehenden Ork-Feldherrn, der einen Adligen entführt hatte und kurz darauf Gulthor, einen Krieger des Belhalhar und Kriegsfürsten der Schwarzen Sichel. Mit seinen Siegen über Balur den Hexer von Ochsenweide, den er hochhob und von seinem eigenen Turm warf und Verag den Gargoyle, knüpfte er weiter an seine vorherigen Erfolge an. Ein weiterer Höhepunkt stellte sein Sieg über einen Verhüllten Meister und Herr von Zweimühlen dar, der ihn zuvor Hinterging und in seinen Thronsaal gekettet hatte.
Als neuer Kriegsfürst von Zweimühlen focht er einen unermüdlichen Kampf gegen die Kriegsfürsten der Wildermark, darunter der untote Hexenfürst, Albuin der Ketzer und Kriegsfürst von Gellborn, Sigiswild von Rosshagen, ein Kriegsfürst der Baernfarnebene, und die Alte Gissa, eine umherziehende Räuberhauptfrau, wobei er immer mehr Männer und Helden um sich scharte und sogar einen schweren Onager erbeuten konnte. Rogar und seinen Getreuen, darunter auch Blutfaust, ein Streiter Kors, gelang es sogar als ein Unheiligtum des Belhalhar, die Blutkerbe, zu vernichten. Dies gelang ihm in dem er sich zunächst durch drei Prüfungen des Blutes, von denen er ein Blutkerben-Hautmal auf seiner darauf vierfingrigen linken Hand zurückbehielt, Zugang zu dieser verschaffte. Dort bezwang er gemeinsam mit Raskorda, einer Alveranierin des Kor, die er zuvor befreite, einen sechsarmigen Avatar von Xarfai und zerstörte dessen Stachelkrone, wodurch das Unheiligtum kollabierte. Rogar erhielt daraufhin den Segen von Raskorda in Form eines Males - ein schwarzes Schwertkreuz des Kor auf seiner Brust, das symbolisiert, dass er der Stärke der Götter würdig ist.
Dem Schwarzen Ritter von Talf, einem gefallenen Helden von Zweimühlen rang er den Vasalleneid ab, nachdem er diesen in seiner Stadt eingekesselt hatte. Grak Rittertod, den Sohn des Ulag, ein Ork-Kriegsfürst von Lodenbach, der Rache geschworen hatte für den Tod seines Vaters, unterlag dem Heroen genauso wie Track von Keckrach, ein Streiter der Gigantin und Kriegsfürst von Echsmoos. Letztere beide ließ er hinrichten, während die Kaiserin Rohaja von Gareth höchst selbst in Zweimühlen residierte und Rogar zum offiziellen Reichsbaron der Baronie Zweimühlen ernannte, und ihn somit in den Adelstand erhob.
Baron Rogar gelang es bald darauf Fenn Weitenberg von Drôlenhorst, den Oberst der Greifengarde zu erschlagen, nachdem er dessen Verschwörung aufgedeckt hatte, Ludalf von Wertlingen, den Marschall der Wildermark, zu beseitigen. Fenn war es auch, der die Heroen als Mordbrenner von Zweimühlen denunziert hatte.
Ein Jahr nach der Nacht des Schreckens, stellte Baron Rogar zusammen mit all seinen Verbündeten, den Finstermann an der Ogermauer und schlug dort dessen Untotenhorde, bestehend aus einem Banner gepanzerter Skelette und Zombies (Schweres Untotes Fußvolk), über ein Banner Zombie-Landwehr (Leichtes Untotes Fußvolk), ein Halbbanner Schattenwandlern (Thargunitoth-Daimonide), zwanzig Kriegs-Ghule (Monster), sechszehn Skelett-Elite-Gardisten (Schweres Untotes Fußvolk), die Dreizehn unsichtbaren Schattenreiter (Schwere orkische Geister Reiterei), zehn gepanzerte Skelett-Ogern (Große Untote Monster), eine Lanze übergelaufene Drachengardisten (Schweres Fußvolk), ein Dutzend Nephazz-Leichname (Untote Sappeure) und fünf Alten Hornissen (Geschütze). Den der Sage nach unsterblichen Leib des Finstermanns zerschmetterte er im Streitwagenkampf. Doch wie kann man jemanden töten, der bereits Tod ist, und der schon über eine Hand voll Helden in den selbigen schickte...
Im Letzten Großen Donnersturmrennen siegte er zusammen mit Gerborod dem Weißen. Der sich nach dem legendären Rennen als der zurückgekehrte Heilige Leomar von Baburin offenbarte. Auf Rondras Streitwagen Donnersturm, besiegte er in einem epischen Streitwagenkampf und Duell am Himmel, den Trollzacker Kriegsfürsten von Altzoll Siriom Grim der Schinder und dessen Höllengefährt, den von sieben Dämonen gezogenen Schwarzen Wagen Borbarads. Was Ludalf von Wertlingen nicht gelang, beendete Rogar, indem er Emer ni Bennain, die Reichsbehüterin, auf der Goldenen Pyramide in Warunk vom ihrem Leiden erlöste. Kaiserin Rohaja, deren Zweihänder Alveranstreu er in Warunk geführt hatte, ernannte ihn daraufhin zum Streiter des Reichs und zum Baron von Grassing.
Zurück in der Wildermark und Zweimühlen, tötete Rogar Gore Torkash, den orkischen Kriegsfürst von Rammholz und errang in den Tagen des Namenlosen einen endgültigen Sieg über den Finstermann und die Befreiung seiner Seele, als er diesen in seiner Alptraumwelt stellte, und so maßgeblich zur weiteren Befriedung der Wildermark beitrug.
Bis zum heutigen Tage hat Rogar noch keine Feldschlacht verloren...

Aussehen: 2,25 Schritt riesiger und muskulöser Barbarenprinz, schwarze lange Haare, schwarze Augen, diverse Kampfnarben übersähen den gesamten Körper, dunkles nach verbranntem Fleisch riechendes Blutkerben-Hautmal auf der linken Hand in Form von drei neungezackten Kreisen die manchmal auch aussehen wie ein Raubtierauge und Raskordas alveranisches Mal auf der Brust in Form von Kors Schwertkreuz
Alter: 26 (Geburtsjahr 1009 BF)
Rasse: Trollzacker / Rochshaz
Profession: Stammeskrieger: Trollzacker
Kultur: Trollzacken
Stand: Reichsbaron von Zweimühlen und Streiter des Reiches (Sozialstatus 14)
Wichtige Eigenschaften: MU 18, IN 15, KO 20, KK 25 (26 mit Körperkraft-Armreif)
Vorteile: Adlige Abstammung (von Kaiserin Rohaja in den Adelstand erhoben), Begabung (Zweihandschwerter/-säbel), Eisern, Guter Ruf: 2, Hohe Lebenskraft 6 (LeP 60), Zäher Hund, Kampfrausch (verloren durch den Nachteil Blutrausch, s.u.)
Nachteile: Aberglaube 7, Goldgier 3, Jähzorn 2, Miserable Eigenschaft: Fingerfertigkeit, Neugier 6, Niedrige Magieresistenz 1, Platzangst 5, Vorurteile gegen Orks und Goblins 6, Unansehnlich (durch unzählige Narben), Gesucht I (200 Dukaten durch Ucurian von Rabenmund), Blutrausch (durch die Aufmerksamkeit des Namenlosen als Preis für das Erlangen der Grafenkrone am 17. Efferd, 1035 BF), Lahm (durch kritischen Lanzentreffer am 18. Firun 1035 BF)
Bevorzugte Waffen: Zweihänder
Bevorzugte Rüstungen: Streifenschurz, ansonsten meist Oberkörperfrei
Wichtige Talente: Raufen 11, Zweihandschwerter/-säbel (Zweihänder) 28 (30), Klettern 12, Körperbeherrschung 13, Selbstbeherrschung 20, Sinnenschärfe 10, Menschenkenntnis 11, Überreden 10, Orientierung 10, Wildnisleben 13, Kriegskunst (Strategie) 20 (22), Lesen/Schreiben Kusliker Zeichen 8, Sagen und Legenden 11, Staatskunst (Verwaltung) 18 (20), Fahrzeug lenken (Streitwagen) 17 (19)
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I+II (PA 14), Befreiungsschlag, Defensiver Kampfstil, Eiskundig, Finte, Gebirgskundig, Gegenhalten, Hammerschlag, Kampfreflexe, Kulturkunde (Mittelreich, Trolle, Trollzacker), Meisterparade, Niederwerfen, Ortskenntnis (Zweimühlen), Reiterkampf (Streitwagen), Rüstungsgewöhnung (Bronzeharnisch) I, Schildspalter, Sturmangriff, Talentspezialisierung Fahrzeug lenken (Streitwagen), Talentspezialisierung Kriegskunst (Strategie), Talentspezialisierung Staatskunst (Verwaltung),Talentspezialisierung Zweihandschwerter/-säbel (Zweihänder), Waffenlose Kampfstil: Hammerfaust, Windmühle, Wuchtschlag, Wüstenkundig, Waffenmeister (Zweihänder) [Probenerleichterung: Befreiungsschlag -4 (4 VP), Niederwerfen -2 (2 VP), Schildspalter -2 (2 VP), Probenerschwernis: zusätzliche KK-Erschwernis +6 bei gelungenen Niederwerfen-/Befreiungsschlagmanövern (3 VP) , Besondere Vorteil: Parade von Großen Gegnern (4 VP)]
Aktuelle-Ausrüstung: Drachenschneide (+4 TP / -4 BF / AT/PA 27/23, TP 2W6+12), Kraft-Armreif (KK+1), Kaiser Nardes Arm- und Beinschienen, Kaiser Nardes Kriegsreif, Fellumhang, Streifenschurz, Hohe Fellstiefel, Zweimühler Baronsreif mit 16 Perlen, Schwerer Waffengürtel, Zweihänderscheide, Fackel, Feuerstein und Stahl, Waffenpflegeutensilien, Wasserschlauch, 2 Greifensterne in Gold und 1 Greifenstern in Bronze, Matscha'aris-Amulett, Schutzamulett (noch 5 von 40 Gardianum Schild gegen Zauber)
Zitate:
- „Wir sind also umzingelt und in der Unterzahl...“ (zu seinen Gefährten)
- „Ruft zur Schlacht! Ruft jeden starken Arm und jedes scharfe Schwert zu den Waffen.“
- „Wir werden sie in die Knie zwingen und ZERSCHMETTERN!“
- „Das nennst du eine Armee?“ (zu einem Kriegsfürsten)
- "Dann Kämpfen wir eben Nackt!"
- „In der Wildermark sprechen Taten deutlicher als Worte.“
- „Ich werde im Blut meiner Feinde baden!“ (kurz vorm Blutrausch)


Aufgebot zu Beginn des zweiten Teils der Wildermark-Kamgagne

Wappen: auf Gold zwei rote Mühlräder
Basis: Baronie Zweimühlen
Anführer: Reichsbaron Rogar vom Blute zu Zweimühlen
Ziele: Befriedung der Wildermark und Ausbau und Erhaltung der Baronie Zweimühlen
Verbündete: Aldoron der Schlächter von Wutzenwald, Hagen Greifax von Föhrenstieg, Ludalf von Wertlingen, Wulfbrand von Rosshagen, Löwenbund zur Befriedung der Wildermark, Rabenmark, Der Schwarze Ritter (Vasall), Arnhild von Darbonia (ambivalentes Bündnis)
Feinde: Chaykra Gramzahn, Erastona die Fanatikerin, Gernbrecht von Oppstein, Sharkhush Morchai, Thairon Blutauge, Varena von Mersingen
Kontrahenten: Lutisana von Perricum, Ucurian von Rabenmund, Ziplim der Überlegene
Strategien: Bündnisse, Diplomatie, Eroberung, Verwaltung, Waffengewalt
Ressourcen:
Infanterie 2 (50 Todesfänger in Zweimühlen [EK 3, Leichtes Fußvolk, Gardetruppe], 34 Schwarze Garde in Talf [EK 5, Schweres Fußvolk, Gardetruppe], 23 Kurungurs Knechte in Gerdenfelde [EK 5, Leichtes Fußvolk, Gardetruppe], 21 Zweimühler Torgardisten [EK 3, Schweres Fußvolk, Gardetruppe], 19 Trollzacker Barbaren in Zweimühlen [EK 7, Leichtes Fußvolk, Freischärler], 18 Zweimühler Bluthunde [EK 3, Monster], 12 Elite-Todesfänger in Bockelburg [EK 7, Schweres Fußvolk, Gardetruppe], 8 Goldjungen [EK 5, Leichtes Fußvolk, Söldnerschar])
Reiterei 1 (9 Zweimühler Schlachtreiter [EK 7, Schwere Reiterei, Adels-Freischärler], 9 Lanzenreiter des Schwarzen Ritters in Talf [EK 6, Schwere Reiterei, Raub-Freischärler])
Schützen 1 (10 Zweimühler Schützen [EK 7, Schützen, Gardetruppe], 10 Wehrheimer Waldlöwen in Talf [EK 4, Armbrustschützen, Söldnerschar])
Kriegsgerät 1 (14 Brilliantzwerge [EK 4, Leichtes Fußvolk und Richtschützen, Freischärler], 5 Alte Hornissen, 1 Schwerer Onager)
Zauberei 1 (Telor der Hof-Zauberer in Turm Bäreneck, Travine die Zauberschülerin des Telor, Achzul der Schamane und Hofmedicus)
Geweihte 1 (Boron-Geweihter Boronian Angermacher der Tempelmeister, Travia-Geweihte Erlgunde Ganslieb, Peraine-Geweihter Pyglaion dyll Gar'en, Kor-Geweihter Connar aus Gallys, Phex Geweihte Pervalia Hungertuch)
Sonstige Ressourcen: wird der Heerbann ausgerufen, dann erhöhen die Junker, Edlen und Despoten Zweimühlens die Ressourcen um 150 Waffentreue [EK 2, Miliz], 50 Thorwulfs Roter Haufen aus Gerdenwald [EK 4, Leichtes Fußvolk, Freischärler], 35 Zweimühler Waffentreue [EK 4, Schwere Miliz), 12 Ambosszwerge aus Ochsenwacht [EK 4, Schweres Fußvolk, Freischärler], 15 Pikeniere aus Bockel [EK 4, Schweres Fußvolk, Gardetruppe], 10 Zweimühler Infanterie aus Torf [EK 4, Schweres Fußvolk, Gardetruppe], 15 Schwarze Parder aus Ost-Berler [EK 3, Leichte Reiterei, Söldnerschar],100 Waffentreue [EK 2, Schützen Miliz], 13 Auelfen aus Leuenfels [EK 3, Schützen, Freischärler]
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 13.07.2014 14:49, insgesamt 55-mal geändert.
"Er ist voller Blut, warum ist er immer voller Blut?"

ombo7
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von ombo7 » 25.10.2012 20:46

Endlich! :-)

Ist/war Rogar ein SC? -->Krasse Werte (aber auch krasse Abenteuer...)

Ludo...vigo
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Ludo...vigo » 25.10.2012 22:04

ich bin, auch als Mitautor von "Mit Wehenden Bannern", begeistert..... und gespannt wie es weitergeht... :)

lass von dir lesen......

MfG

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Dark-Chummer
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 28.10.2012 19:50

So und nun hier Rogars Gefährten und Helden von Zweimühlen. Und ja, Rogar war schon immer ein SC und hat sich alle AP hart verdient...

Helden und Gefolgsleute des Barons von Zweimühlen:

Telor „Der Zauberer“ von Randolphsforst
[aktuell 12.336 AP, Stufe 12]
Hintergrund: Telor bezeichnet sich selbst nicht als Magier, sondern als ‚Zauberer‘, da er von den Gilden nicht viel hält, auch er selbst im Grunde noch zum Bund des Weißen Pentagramms gehört, der er aber den Rücken gekehrt hat. Er beherrscht viele Zaubersprüche, die er auch ohne Einschränkungen für sich nutzt, und sich dabei in keiner Weise um die Einschränkungen durch das Gildenrecht stört. In der Wildermark in der er eh einer der wenigen noch verbliebenen Magier ist, und es auch nur noch eine Handvoll machtlose Praioten gibt, kann er sich das auch leisten. Dennoch haben seine Zaubersprüche Reichsbaron Rogar schon oft vor dem Schlimmsten bewahrt. Er ist dafür bekannt, dass er seine Zauber stets klug einsetzt und diese dabei auf unglaubliche Weise kombiniert. Dabei ist ihm nur die Magie mit dämonischen Merkmalen ein Tabu. Seine Spezialitäten sind Umwelt- und Objekt-Magie, die er in der bodenständigen und bescheidenen Arkanen Lehr- und Forschungsanstalt vom Dualismus zwischen Licht und Dunkelheit zu Nostria, dem Königlich-Nostrischen Lehrinstitut der Zauberei, lernte. Er ist Verfechter des Dualismus-Glaubens von Licht und Dunkelheit, einem Kult und Glaube aus den Dunklen Zeiten, der von der zwölfgöttlichen Kirche gerade noch als Sekte geduldet wird. Wie die meisten Anhänger des nostrianisch-akademischen Dualismus zeichnet sich auch Telor durch eine gewisse Prüderie und eine Abneigung gegen Vergnügungen aus. Teil seiner Lehre damals war auch eine rudimentäre Ausbildung in der Alchemie sowie der Heilkunde, zwei handwerkliche Talente in denen er sich immer weiter kundig macht.
Nach seinem Abschluss in Nostria wandte er sich in der Wildermark einem Verhüllten Meister zu, der sich immer nur als Mentor bezeichnete, und lehrte bei diesem Persönlichen Lehrmeister weitere Zauber. Für diesen erfüllte er viele Aufgaben zusammen mit Rogar und weiteren, heute toten Helden, bis er bemerkte, dass sein Meister ihn getäuscht und nur benutzt hatte. Zusammen mit Rogar und seinen damaligen Getreuen bezwang er letzten Endes seinen Meister, der seit den Dunklen Zeiten lebte und durchkreuzte dessen finstere Pläne.
Telor wurde Hofmagier von Zweimühlen und bald darauf von Kaiserin Rohaja zum Junker von Randolphsforst ernannt, wobei das Junkerngut von Ansgar von Hohenbûr verwaltet wird, da er selbst als Magier über keine weltlichen Güter herrschen darf. Er bewohnt den versteckt stehenden Magierturm Bäreneck am südöstlichen Rand des Randolphsforstes, wo er auch als persönlicher Lehrmeister einen Zauberschüler ausgebildet. Seine erste Schülerin Travine wurde Schreiberin der Schwarzen Ritters und Hofmagierin von Talf, die jedoch im Feidewald, am 8. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall im Zauberduell einem anderen Magister unterliegt. Nach dem Tod von Travine, in die er all seine Hoffnung setzte, und die das Erbe seines magischen Wissens weitertragen sollte, kämpft er wieder an der Seite seines Reichsbarons.

Aussehen: durchschnittliche Statur, 1,83 Schritt groß, weißblondes langes Haar, blaue Augen
Alter: 32 (Geburtsjahr 1003 BF)
Rasse: Mittelländer
Profession: Gildenmagier der Akademie Licht und Dunkelheit zu Nostria
Kultur: Andergast/Nostria
Stand: Reichsjunker von Randolphsforst und Hofmagier von Zweimühlen (Sozialstatus 9)
Wichtige Eigenschaften: MU 15, KL 15 (17 mit Zauberamulett)
Vorteile: Adlige Abstammung (von Kaiserin Rohaja in den Adelstand erhoben), Akademische Ausbildung (Weißmagier), Astrale Regeneration 3, Vollzauberer
Nachteile: Aberglaube 5, Artefaktgebunden, Neugier 9, Pechmagnet, Schulden 1.400 Dukaten, Unfähigkeit für [Merkmal] Dämonisch, Verpflichtungen (Rogar vom Blute zu Zweimühlen), Vorurteile (Religion) 8, Weltfremd (städtisches Treiben), Schlechter Ruf: 1 (durch jahrelange Nichtbezahlung seiner Mitgliedssalär bei der Grauen Gilde und Nichtbeachtung des Gildenrechts)
Bevorzugte Waffen: Stäbe, Kampfzauber
Bevorzugte Rüstungen: Gambeson
Wichtige Talente: Stäbe 12, Selbstbeherrschung 9, Lehren 12, Magiekunde 16, Rechnen 12, Sagen und Legenden 9, Lesen/Schreiben (Alt)Imperiale Zeichen 11, Lesen/Schreiben Kusliker Zeichen 10, Lesen/Schreiben Tulamidya 6, Alchemie 11, Heilkunde Wunden 10, Ritualkenntnis: Gildenmagie 13
Wichtige Zauber: Aeolitus Windgebraus 15, Armatrutz 9, Blitz dich find 10, Caldofrigo heiß und kalt 9, Dunkelheit 15, Flim Flam 18, Fortifex arkane Wand 10, Gardianum Zauberschild 8, Ignifaxius Flammenstrahl 15, Ignisphaero Feuerball 10, Nebelwand und Morgendunst 15, Nihilogravo Schwerelos 9, Paralysis starr wie Stein 15, Silentium 15
Sonderfertigkeiten: Astrale Meditation, Aufmerksamkeit, Ausweichen I (8), Große Meditation, Konzentrationsstärke, Kraftlinienmagie I, Kulturkunde (Andergast/Nostria, Mittelreich), Meister der Improvisation, Meisterliche Regeneration (ruht), Merkmalskenntnis (Umwelt), Regeneration I+II (letzteres ruht), Repräsentation: Magier, Ritualkenntnis: Gildenmagie, Simultanzaubern, Stabzauber (Bindung, Fackel, Hammer des Magus, Kraftfokus, Zauberspeicher), Zauberkontrolle, Zauberspezialisierung Aeolitus Windgebraus [Magier] (Sturm), Zauberspezialisierung Flim Flam Funkel [Magier] (Beweglich, Lichtblitz)
Ausrüstung (trägt 386 Unzen): Gambeson, Hohe Iryanlederstiefel (+2 Erleichterung auf Kampfzauber), Magierstab aus Blutulmenholz (AT/PA 10/14, TP 1W6+1), graue Magierrobe, Leinenhose, roter Kapuzenumhang, Ledergürtel, Hartleder Gürteltasche, Tuchbeutel (5 Stein), Federmesser, 5 Gänsekiele, 5 Platt Pergament, Tinte, Tusche, Hochwertige Heilertasche (+3 TaP), Einbeertränke (52, 50 und 39 LeP), Zauberamulett (KL+2 solange es getragen wird), Magisches Zepter (Halbierung aller Zauberdauern), Tuleybany Pektoral aus spiegelndem Glas (Duplicatus-Matrixgeber mit 15 ZfP*)
Zitate:
- „Ich schlage sie mit Licht und Dunkelheit.“
- „Damals haben wir noch zu viert ganze Katakomben von streunenden Monstern gesäubert!“
- „Ich werde niemals den Verrat unseres Mentors vergessen“
- „Seht wie mein Zorn tobt!“ (nach einem Ignisphaero Feuerball oder Aeolitus Sturm)
- „Feuerregen und Donner werden euch vertilgen!“ (nach einem Ignifaxius oder Fulminictus)
- „Es ist gar nicht so leicht die Fesseln der Realität zu sprengen – ich muss rasten.“


Eyrún Blutaxt vom Eis
[aktuell 11.679 AP, Stufe 11]
Hintergrund: Die impulsive und hünenhafte Fjarningerin namens Eyrún Blutaxt ist von Frunu, dem Alten vom Berg mit einer herausragenden Körperkraft gesegnet, die sie wohl auch zum Teil von ihrem Vater Eydur dem Schmied geerbt hat. Während ihrer Vitsferda in ihrer Heimat, den Nebelzinnen, bezwang sie Firunsbär mit bloßen Händen und schleppte diesen tagelang zurück zu ihrer Sippe. Die Wunden die sie nach dem Kampf mit dem gewaltigen Tier davongetragen hatte, ähnelten sehr stark einer uralten altüberlieferten Hjaldinga-Bärenrune. Zugleich war es faste ein kleines Wunder, dass die junge Fjarningerin nicht an Wundfieber erkrankt war, so dass die Zaubermächtige Skuldar der Sippe, dem Willen Frunus folgte und verwob die runenförmige Wunde mit Sigasmörja, Kräutern und Eigenblut in einer langwierigen Zeremonie. Die Seherin kombinierte das zauberkräftige Zeichen mit einer Blutrune, damit die Trägerin die Macht des Zeichens mit ihrem Blut jedes Jahr erneuern konnte. Seit dem verfügt die zornige Eisbarbarin über die Kraft und Ausdauer jenes Bären, den sie damals im Eis tötete.
Bald darauf verschlug es Eyrún Blutaxt zusammen mit ihrem Vater nach Paavi, der größten Stadt im hohen Norden Aventuriens. Sie diente dort Herzogin Geldana II. von Paavi, aus dem Hause Gareth als Eisjägerin und somit als deren Leibwächterin. In dieser Söldner-Leibgarde wurden nur Fjarninger wie sie aufgenommen, die in der Stadt für Recht und Ordnung sorgten. In diesem grimmigen Bund von gefürchteten Kämpfern erlebte sie den Ewigen Winter, während ihr alter, aber immer noch vitaler Vater, als Waffenschmied selbst bei Frost und Eis mit nacktem Oberkörper noch an der Esse stand und hervorragende Wallanzen, Flensermesser und Harpunen fertigte – seine ‚Rache‘ am finsteren Meeresgott Swafnir, den auch Eyrún über alles hasst, genau wie dessen Anhänger, die Blutzauderer, die sich selbst Thorwaler nennen. Eydur versuchte seiner Tochter zwar das Geheimnis des Schwarzstahls, die Verarbeitung des Metalls der Nachtalben, zu lehren, aber diese interessierte sich mehr für das Söldnertum und den Kampf mit der Doppelaxt, in deren Umgang sie wahrhaft begabt ist. Während eines Nivesen-Aufstandes gegen die Herzogin, war sie jedoch gezwungen zusammen mit deren Häschern ein Blutbad unter den Aufständischen anzurichten, deren Geister heute noch in den Überresten des Nivesendorfes innerhalb der Stadt umgehen. Eyrún erkannte auch, dass die Augen ihrer Herrin mehr und mehr gefroren und dass deren Bluthunde, die sie oft zur Wolfs- und Bärenhatz ausführte, keine Geschöpfe Frunus sein konnten.
1030 BF, mehr als zehn Jahre nach Gloranas Erscheinen, der auch die Herzogin diente, wurde das Öld Svartisjarrtas, das Zeitalter der Schwarzeisseele von den Skuldar ausgerufen, was zur Folge hatte, dass die Eishexe nun von den meisten Fjarningern als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen wurde. Eyrún folgte der Warnung der Weisen ihres Folkes und tötete kurzerhand alle daimoniden Bluthunde der Herzogin und floh in Richtung Nordwalser Höhen gen Süden entlang der Letta. Noch heute denk sie oft an ihren Vater, der seine Waffenschmiede nicht verlassen wollte. Er beteuerte, dass er viel zu dicht an seiner feurigen Esse stehe, als dass das Eis sein Herz gefrieren könne. Dennoch schwor sie sich, einst zu ihrem Vater zurückzukehren und jeden Eisjäger zu erschlagen, der dann noch der Herzogin dient. Sie passierte das verlassene Trautemanns Hus und gelangte die Umgebung von Brandthusen, wo sie auf wandernde Horden von Moorleichen aus den Totensümpfen stieß. Im Auftrag des dortigen Barons Mikail Ouvenske, dem Sohn der gefallenen Blutgräfin Libussa, betrat sie zusammen mit dem zurückgebliebenen Bornländer Skadi das Totenmoor um der Untotenplage ein Ende zu setzen. Skadi war jedoch nicht stark genug, um an ihrer Seite zu bestehen und wurde ein Opfer der Moorleichen-Tiere, deren Spuren des Todes Eyrún folgte. Der bärenstarken Fjarningerin schlossen sich aber vier ausgestoßene Orken an, deren Leben sie verschonte. Zusammen mit den Schwarzpelzen erkundete sie die geheimnisvollen Vorkommnisse im Sumpf. Dort fand sie die riesigen Steinquader von Ser’rak, eine Festungsanlage aus längst vergessener Zeit, die im Zuge des Erwachens des Bornlandes an die Oberfläche emporgestiegen waren. In den Überresten des zentralen Turmes der Anlage, stieß sie auf ein Tor direkt in Thargunitoths Reich, das sich begünstigt durch die finsteren Rituale der altvorderen Zeit dort aufgetan hatte. Die aus diesem Durchgang strömenden Nephazzim-Dämonen belebten die Moorleichen der gesamten Region und bedrohten alles Leben östlich der Totensümpfe. Zusammen mit ihren orkischen Gefährten, gegen die der alhanische Serach-Stamm damals eigentlich die steinerne Festung errichtet hatte, bezwang sie unzählige Untote, einen gewaltigen Moorleichen-Oger und versiegelte letzten Endes das unheilige Tor mit ihren Bärenkräften und quaderschweren Felstrümmern, auf dass noch nicht einmal die Erzdämonin des Untodes dieses je wieder aufzustoßen vermag.
Baron Mikail Ouvenske, dankte der Fjarningerin ihre Heldentat mit Gold und Freundschaft, und die alterslose, nivesische Hexe Jaminka prophezeite Eyrún große Heldentaten in der ‚Wilden Mark‘. Sie sagte ihr, sie solle den größten Mann, den sie dort finden könne aufsuchen, sich ihm anschließen und dessen Leben schützen.
Eyrún Blutaxt suchte und fand danach neue Herausforderungen in der Wildermark, und der Grafschaft Hartsteen, wo sie sich mit ihren Orkgefährten einer neuen Söldnerschar anschloss und bald darauf dem Streiter des Reiches, Rogar vom Blute zu Zweimühlen, einem Mann der sie sogar noch überragte, dienen sollte, so wie es ihr prophezeit wurde...

Aussehen: muskulöse und hünenhafte Nordländerin, mit einer schieren Körpergröße von 2,13 Schritt, eisblaue Augen, blonde lange Haare, Bärenrunen-Tätowierung in Form von (+4.800 Unzen Tragkraft), Blutrunen-Tätowierung (zur Reaktivierung der Bärenrune)
Alter: 23 (Geburtsjahr 1012 BF)
Rasse: Fjarningerin
Profession: Söldnerin/Leibwächterin
Kultur: Fjarninger
Stand: Edle und Hofschmiedin von Zweimühlen (Sozialstatus 9)
Wichtige Eigenschaften: MU 16, GE 15, KO 17, KK 22
Vorteile: Balance, Begabung (Zweihandhiebwaffen), Eisern, Herausragende Eigenschaft: Körperkraft: 1, Immunität gegen Krankheiten: Wundfieber, Kälteresistenz, Richtungssinn
Nachteile: Aberglaube 5, Goldgier 5, Hitzeempfindlichkeit, Impulsiv, Jähzorn 6, Meeresangst 8, Neugier 5, Niedrige Magieresistenz: 1, Randgruppe, Vorurteile (stark) 11 (gegen Thorwaler, von ihr „Blutzauderer“ genannt), Unfähigkeit für [Talentgruppe] Gesellschaft, Weltfremd 5 (Geselligkeit),
Bevorzugte Waffen: schwere Hiebwaffen und Doppelblattäxte
Bevorzugte Rüstungen: Kettenpanzer mit Plattenteilen darüber
Wichtige Talente: Hiebwaffen 8, Raufen 10, Ringen 7, Wurfbeile 10, Zweihandhiebwaffen (Barbarenstreitaxt) 20 (22), Körperbeherrschung 7, Selbstbeherrschung 10, Orientierung 8, Wildnisleben 8, Kriegskunst 7, Holzbearbeitung 8, Sagen und Legenden 7, Feinmechanik (Gravieren) 7 (9), Grobschmied (Waffenschmiedin) 18 (20), Heilkunde Wunden 12
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I+II (PA 11), Eiskundig, Finte, Gebirgskundig, Hammerschlag (Gletscherspalter), Improvisierte Waffen, Kampfreflexe, Kulturkunde (Fjarninger, Mittelreich), Niederwerfen, Rüstungsgewöhnung I (Kettenhemd, Halbarm)+II+III, Schnellziehen, Standfest, Sumpfkundig, Talentspezialisierung Zweihandhiebwaffen (Barbarenstreitaxt), Talentspezialisierung (Feinmechanik), Talentspezialisierung Grobschmied (Waffenschmiedin), Waffenloser Kampfstil: Mercenario, Waffenmeisterin (Barbarenstreitaxt) [Talent: D (2 VP), Probenerleichterung: Hammerschlag -2 (2 VP), Probenerleichterung: Niederwerfen -1 (1 VP), Erlaubtes Manöver: Finte (5 VP), Besonderer Vorteil: bei einem KK Unterschied von 5 Punkten zwischen dem Kontrahenten und der Waffenmeisterin muss der Kontrahent bei einer gelungenen Parade eine KK-Probe um die Differenz der beiden KK Werte durchführen, bei Gelingen keine weiteren Auswirkungen, bei Misslingen ein Wurf auf der Patzer-Tabelle, da die Wucht der Barbarenstreitaxt ohne Folgen kaum zu parieren ist (5 VP)], Wuchtschlag
Aktuelle-Ausrüstung (trägt 2.079 Unzen / Nicht Überlastet durch Bärenrune): Meisterliches Langes Kettenhemd, Plattenschultern, Brustschalen, Eisbären-Fellumhang, Panzerhandschuhe, stählerne Beinschürze, stählerne Beinschienen, Lederhose, Hohe weiche Fellstiefel aus Sumpfranzenleder, Axt der Furcht ( +1 TP / -1 BF / AT/PA 21/16, TP 3W6+10, BF 3), verstärktes Axtgehänge, 2 Wurfbeile (FK 17, TP 1W6+6), Wurfaxtgehänge, Barbarenschwert (AT/PA 17/11, TP 1W6+9), Schwertscheide, verstärkter Ledergürtel, Gürteltasche aus Hartleder, Edlenreif mit vier Perlen, Frunu-Amulett, 4 Arkanium-Armreifen, 2 Bronze-Armreifen, 2 Bronzene Zierketten, Beutel mit Halbedelsteinen, Jagdmesser, versteckte Dolchscheide, Lederrucksack, Wasserschlauch, Brotbeutel, 5 Pechfackeln, Feuerstein u. Stahl, Kamm aus Bein, 5 Kletterhaken, Lederöl, Nadel und Garn, Salz, außergewöhnlich hochwertiger Schmiedehammer (+7), 1 hochwertige Zange (+3), 10 Schritt Hanfseil, Waffenpflegeutensilien, Wundverbände, Kohlestift, zusätzlicher mehrlagiger Fellumhang
Zitate:
-„Mir verlangt es danach, jenem das Haupt vom Rumpfe zu trennen!“ (kurz bevor sie Graf Geismar II. von Quintian-Quandt köpfte)
- „Tränen sind vergeudetes Wasser.“
- „In große Augen können böse Geister eintauchen.“
- „Ruhe über Zorn. Ehre über Hass. Stärke über Angst. Sieg über Tod."


Ungolf „Der Landsknecht des Blutes“ Ferdoker von Gerdenfelde
[aktuell 11.594 AP, Stufe 11]
Hintergrund: Stabshauptmann und Reichsedler Ungolf Ferdoker, Waffenmeister von Zweimühlen und „Landsknecht des Blutes“ ist einer von Rogars Gefolgsleuten, der am längsten an dessen Seite überlebt hat, während viele andere den Heldentot starben. Ungolf wurde einst von Harad von Winterkalt, einem der ersten Helden von Zweimühlen, aus den Verliesen der Zweimühler Grafenburg befreit, in welcher der junge Fähnrich, zusammen mit sieben Bauern, Händlern und Mägden eingekerkert war und Nekrorius dem Schwarzen Mogul als Ritualopfer herhalten sollte. Zuvor diente Fähnrich Ferdoker im Regiment der Greifengarde unter Marschall Ludalf von Wertlingen und Oberst Fenn Weitenberg von Drôlenhorst. Der junge Offizier wurde aber von letzterem an den Nekromanten Nekrorius, den damaligen Magiermogul von Zweimühlen, in die Sklaverei verkauft, nach dem Ungolf Beweise für das ungebührliche und widerwärtige Verhalten seines Vorgesetzten gesammelt hatte. Oberst Fenn Weitenberg hatte sich mehrfach gewaltsam an der schutz- und hilflosen Bevölkerung der Wildermark, die es eigentlich zu schützen galt, bereichert. Daraufhin wurde Ferdoker, von Fenns korrupten Greifengardisten überwältigt um daraufhin beim Magiermogul entsorgt zu werden. Nach der fürchterlichen Tortur in den Fängen des Nekromanten, dem bereits Efferwulf von Zwerch, der ehemalige Hauptmann Zweimühlens und Bruder der Junkerin Aldare von Zwerch als Skelettkrieger sowie viele weitere Untote dienten, war der Lebenswille und der Glaube an das Kaiserreich Ferdokers beinahe gebrochen. Aber das Eintreffen der Helden, darunter der oben schon erwähnte Harad von Winterkalt und Boronian Angermacher sollte sein Schicksal noch einmal wenden. Doch dann kam die Nacht des Schreckens und alles schien erneut verloren. Die Alten Helden von Zweimühlen, wie sie heute bezeichnet werden, waren im Kampf gegen den Finstermann gefallen … so dachte er. Nach dem der Finstermann weitergezogen war, diente Ungolf zunächst einem Verhüllten Meister und letztlich Rogar dem Barbarenprinz des Blutes für den er sich auf Grund seiner hervorragenden Ortskenntnis und Kampferfahrung als äußerst nützlich erweisen sollte. Kriegsfürst Rogar ernannte seinen autoritätsgläubigen und treuen „Landsknecht und Schildträger des Blutes“, der ihn auch in die Blutkerbe begleitet hatte, zum Leutnant und Waffenmeister von Zweimühlen, wo er fortan vor allem die Zweimühler Miliz und Waffentreue für den Kampf in der Wildermark ausbildete. Der Landsknecht des Blutes kämpfte mit Rogar an der Ogermauer gegen den Finstermann und fuhr während des Großen Donnersturmrennens mit auf seinem Streitwagen. Wieder und wieder stellte er sein Talent für die Kriegskunst unter Beweis. Zum Dank für seine Treuen und Tapferen Dienste wurde Leutnant Ferdoker von Kaiserin Rohaja von Gareth zum Reichsedlen ernannt und mit dem Greifenstern in Gold ausgezeichnet. Reichsbaron Rogar beförderte ihn kurz darauf zum Hauptmann und Junker von Gerdenfelde.
Nach einem heiklen Auftrag in den Schwarzen Landen, schloss sich Ungolf die warunkische Söldnerschar „Kurungurs Knechte“ an, die ihm heute als Garnison auf seinem Junkerngut dient und zu einer Gardetruppe geformt wurde. Außerdem dient Ungolf Marschall Ludalf von Wertlingen als Verbindungsoffizier. Hauptmann Ungolf Ferdoker ist ein meist ernst oder gar mürrisch dreinblickender, breitschultriger, bodenständiger Veteran, welcher von Kopf bis Fuß eher Soldat und Kommandant als Held ist. Die Männer unter seinem Kommando blicken im Wissen darüber das er seine Soldaten niemals wissentlich verheizen würde zu Ihm auf. Disziplinlosigkeit unter seinem Kommando zieht unweigerlich harte Konsequenzen nach sich. Das Handeln von Hauptmann Ferdoker ist meist kühl, berechnend und militärisch, mitunter manchmal sogar mitleidlos an. Zudem ist er seinem Lehnsherren gegenüber bis in den Tod Loyal. Eines der großen Ziele ist es ein eigenes Regiment aufzustellen, zu führen und Schlachten zu schlagen, die in die Annalen der aventurischen Geschichte eingehen, die Wildermark zu befrieden und sich in den Schwarzen Landen Helme Haffax zu stellen…

Aussehen: kräftiger Offizier, 1,83 Schritt, schwarzes militärisch kurzgehaltenes Haar, graue Augen mit gebrochenem Blick, fehlende linke Hand, versucht würdevoll zu erscheinen, Blutkerben-Hautmal in Form eines geschwungenen Zackens an der linken Hand
Alter: 31 (Geburtsjahr 1004 BF)
Rasse: Mittelländer
Profession: Fähnrich der Fußkämpfer: Gareth
Kultur: Mittelländische Städte
Stand: Reichsjunker von Gerdenfelde, Stabshauptmann der Greifengarde, Burgoffizier von Zweimühlen (Sozialstatus 10)
Wichtige Eigenschaften: MU 16, GE 15, KO 16, KK 17(18)
Vorteile: Adlige Abstammung (von Kaiserin Rohaja in den Adelstand erhoben), Eisern, Herausragende Eigenschaft: Körperkraft 1
Nachteile: Aberglaube 3, Autoritätsgläubig 11, Prinzipientreue 9 (Wohl seiner Untergebenen, lässt niemanden zurück), Schulden: 1.000 Dukaten, Verpflichtungen (Rogar vom Blute zu Zweimühlen), Einhändig (seit dem er Koragon Steinhauer am 02. Ingerimm 1035 BF seine linke Hand opferte)
Bevorzugte Waffen: Bastardschwerter und große Schilde
Bevorzugte Rüstungen: Leichte Plattenrüstungen
Wichtige Talente: Raufen 10, Schwerter Bastardschwert) 19 (21), Klettern 8, Körperbeherrschung 8, Reiten 12 (14), Selbstbeherrschung 10, Sinnenschärfe 9, Etikette 9, Lehren (Kampftalente) 8 (10), Menschenkenntnis 10, Götter/Kulte 7, Heraldik 9, Kriegskunst (Taktik) 16 (18), Staatskunst 12,
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Beidhändiger Kampf I, Binden, Eiserner Wille I, Finte, Formation, Gebirgskundig, Gezielter Stich, Kampfreflexe, Kulturkunde (Mittelreich), Linkhand, Meisterparade, Ortskenntnis (Zweimühlen), Reiterkampf, Rüstungsgewöhnung I (Leichte Platte)+II+III, Schildkampf I+II, Schnellziehen, Talentspezialisierung Kriegskunst (Taktik), Talentspezialisierung Lehren (Kampftalente), Talentspezialisierung Reiten (Pferd), Talentspezialisierung Schwerter (Bastardschwert), Talentspezialisierung Staatskunst (Verwaltung), Wuchtschlag, Waffenmeister (Schild) [PA-Wert +2, zusätzliches erlaubtes Manöver Meisterparade auch wenn zwei Schildparaden verwendet werden, Abwehr von Fernkampfangriffen um 2 erleichtert, Waffenmeisterschaft gilt für alle Arten von Schilden]
Aktuelle-Ausrüstung (trägt 916,5 Unzen / BE+1): Garether Platte von Efferwulf von Zwerch dem letzten Hauptmann Zweimühlens, Schaller, Wattierte Kappe, Hochwertige Uniform, Unterkleidung, Hohe Stiefel, Stulpenhandschuhe, Fellumhang, Meisterliches Bastardschwert mit Waffenglyphe (magisch / +2 TP / +1/+0 W/M / -2 BF / AT/PA 22/20, 1W6+9, durch Waffenbalsam BF auf -3 gesenkt, geschmiedet vom gefallenen Meisterschmied Durgin Sohn des Dergam) + Großschild mit dem Wappen von Zweimühlen, Vollmetallbuckler (Ersatzschild), Körperkraft-Gürtel, Bastardschwertscheide, Dolch, Dolchscheide, Hartleder Gürteltasche, Marschrucksack, wasserdichte Zunderdose, Zunderschwamm, Feuerstein und Stahl, 1 Fackel, Federmesser, 2 Gänsekiele, 5 Blatt Pergament, Wasserschlauch, Waffenpflegeutensilien, Junkerreif mit 4 Perlen, Greifenstern in Gold, Heiltrank (F)
Zitate:
- „Antreten zum Apell ihr faulen Hunde!“ (zu den Zweimühler Waffentreuen)
- „Wer Abends saufen kann, der kann auch morgens exerzieren!“
- „„HALTET STAND! KEINEN SCHRITT ZURÜCK !“



Rhana „Die Felsmutige“ Rôhaschta
[aktuell 7.755 AP, Stufe 7]
Hintergrund: Rhana ist wohl die engste Vertraute Rogars, der die bedingungslose Treue der verstoßenen Trollzackerin genießt. Scheinbar ... Im Laufe der letzten Jahre ist aus dieser Treue eine enge Zusammenarbeit geworden. Die Kundschafterin, die sogar schon das Eherne Schwert mit ihrem Herrn bereiste, befiehlt im Range einer Hofheroldin in Zweimühlen ein kleines Netzwerk aus Spionen, Dieben und auch Mördern, wobei ihr Baron von Letzteren nichts weiß. Man sollte sich allerdings nicht von ihrer rauen Schönheit blenden lassen, da sie mit ihren Messern tödlich und voller ungezügelter Leidenschaft ist. Die, die man auch „Die Felsmutige“ nennt, ist zu allem bereit, um an Informationen zu gelangen … was für ihre Opfer ein himmlisches Vergnügen oder unerträgliche Schmerzen bedeuten kann. Insgeheim hegt sie tiefer gehende Gefühle für ihren Herrn, ist aber zu stolz diese zu zeigen. Rogars Frau Cecilia von Zweimühlen, die Tochter von Cordovan Weitzmann, ist ihr deshalb ein Dorn im Auge ... Ihre ein Jahr ältere Schwester Lhal'a Rôhaschta, die begabteste Tatzelwurmreiterin, hat sich derweil in Chaykas Horde hochgedient. Der Ausgang einer unweigerlichen Konfrontation mit ihrer Schwester ist ungewiss.

Aussehen: athletische und schlanke Statur, 1,95 Schritt groß, graue Augen, wilde hellbraune lange Haare mit vereinzelt eingeflochtenen kleinen Knochen und Lederbändern, blaue wilde Körperbemalungen
Alter: 22 (Geburtsjahr 1013 BF)
Rasse: Trollzackerin
Profession: Kundschafterin
Kultur: Trollzacken
Stand: (Sozialstatus 5, Rhana versteht sich aber darauf einen höheren SO vorzutäuschen)
Wichtige Eigenschaften: MU 16, GE 15, KO 15
Vorteile: Meisterhandwerk (Schleichen, Sinnenschärfe, Überreden), Viertelzauberin, Zähe Hündin, Übernatürliche Begabungen (Axxeleratus Blitzgeschwind 4, Eiseskälte Kämpferherz 4, Ignorantia Ungesehen 4, Krötensprung 4, Spinnenlauf 6)
Nachteile: Aberglaube 6, Astraler Block, Jähzorn 5, Neugier 10, Niedrige Magieresistenz 1, Platzangst 5, Verpflichtungen (Rogar vom Blute zu Zweimühlen), Vorurteile gegen Städter 5
Bevorzugte Waffen: Messer und Dolche
Bevorzugte Rüstungen: Lederweste und Lederzeug
Wichtige Talente: Dolche 12, Akrobatik 8, Klettern 12, Körperbeherrschung 10, Schleichen 11, Selbstbeherrschung 13, Sich verstecken 9, Sinnenschärfe 10, Orientierung 10, Wildnisleben 11, Anatomie 10, Lesen/Schreiben Kusliker Zeichen 9, Pflanzenkunde 10, Schlösser knacken 8 (10)
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I+II+III (PA 17), Eiskundig, Finte, Gebirgskundig, Gezielter Stich, Kampfreflexe, Kulturkunde (Mittelreich, Trolle, Trollzacken), Rüstungsgewöhnung (Lederweste), Talentspezialisierung Schlösser knacken (Schlösser), Talentspezialisierung Dolche (Langdolch), Talentspezialisierung Schlösser knacken (Schlösser), Todesstoß, Waldkundig
Aktuelle-Ausrüstung: Langdolch (AT/PA 18/13, TP 1W6+2), 3 Wurfdolche, Lederweste, Linke Leder-Armschiene, Lederhose, Hohe Stiefel, dunkler Kapuzenumhang (trägt sie nur Nachts und auf heimlichen Missionen), Ledergürtel, Leder-Beinschienen, 2 Kurzschwertscheiden, 4 versteckte Dolchscheiden, Schwertscheide, Wasserschlauch, Dietriche
Zitate:
- „Ihr seid zu Sorglos mein Baron.“
- „Im Osten der Wildermark werden dunkle Pläne geschmiedet.“
- „Was tun wir jetzt Herr?“



Alrike von Zweimühlen von Östlich-Ochsenwacht
[aktuell 6.603 AP, Stufe 6]
Hintergrund: Alrike von Zweimühlen war einst Knappin bei Ritter Harad von Winterkalt. Vor dem alljährlichen Frühjahrsturnier von Eslamsgrund 1029 BF, schloss sie sich zusammen mit Dappert, ihrem Gefährten, dem Ritter alten Schlages an, ohne jedoch von adliger Abstammung zu sein und eigentlich auch schon etwas zu alt um eine Ausbildung als Knappin zu beginnen. Zu dieser Zeit der damaligen Spaltung des Mittelreiches waren die stumpfen Turnierwaffen längst verschwunden und man stand sich mit blankem Stahl gegenüber. Ihr Ritter war nach diesem Schicksalsträchtigen Turnier an nur noch als „Schlächter von Eslamsgrund“, nachdem dieser mehrere Turnierteilnehmer schwer verstümmelt hatte. Mit ihm und einem bewaffneten Hilfszug, der Saatgut, Heilkräuter und Werkzeuge in die Baronie Wutzenwald brachte, reiste sie in die Wildermark zu dem dortigen Pfleger des Landes. Auf ihrer gemeinsamen Rückreise bot sich ihr jedoch ein Bild des Schreckens, als sie von einer Schwerverletzten Mutter, bei der sie zuvor traviagefällig aufgenommen worden waren, erfuhr, dass Menschenfänger über deren Familie hergefallen und deren Söhne entführt hatten. Die Spur der Todesfänger führte sie sie nach Zweimühlen, wo der dortige Kriegsfürst, ein Nekromant die Gefangenen als Opfer für götterlästerliche Forschungen missbrauchte. Und so nahm alles seinen Anfang. Nachdem ihr Ritter den Schwarzmagier erschlagen hatte, wurde dieser gemeinsam mit seinen Gefährten zum Herrn von Zweimühlen. Ihre Ausbildung war ab dem Zeitpunkt von ausschließlich praktischer Natur, wobei sie schnell lernen musste, dass in der Wildermark das Gesetz des Stärkeren herrschte. Kurz vor ihrem Ritterschlag wurden Harad von Winterkalt und alle anderen Helden von Zweimühlen in der Nacht des Schreckens vom Finstermann besiegt. Die junge Knappin hielt ihn für Tod. Zurückbleibend, allein mit dem zweiten Knappen Dappert, verbesserte sie ihre Kampf-Fähigkeiten und versuchte das Beste aus ihrer Situation zu machen.
Ein Jahr später, nach dem der neue Kriegsfürst von Zweimühlen, ein Barbar namens Rogar, die Herrschaft der Baronie übernommen hatte, bot dieser ihr an, gemeinsam mit Dappert in dessen rechtschaffenen Dienste zu treten. Sie stimmte zu und erhielt eine Gestechrüstung, eine Kriegslanze, ein erprobtes Streitross und das Kommando über die Lanze der Zweimühler Schlachtreiter, einer Truppe von jungen Adelsfreischärlern. Zusammen mit diesen patrouillierte sie immerfort die Baronie Zweimühlen um einfallende Mordbrenner zur Strecke zu bringen, oder um ihren neuen Herrn schnell zu warnen, wenn ein Kriegsfürst die Grenzen der Baronie übertrat.
Auf einem Turnier, zu Ehren Kaiserin, die zu Besuch in Zweimühlen war, konnte sie Baron Bernfried Toste von Nierenfeld-Schlegelstein im Duell besiegen, jedoch hatte ihr langjähriger Gefährte Dappert, gegen Ciarda Wulfsiege von Firunslicht-Oppstein weniger Glück und verstarb noch auf dem Turnierplatz. Dappert war jedoch nicht der einzige Tote, denn kurz darauf kam es zu einem zweiten Todesfall, bei dem der sogenannte Grüne Ritter, von einem noch mysteriöseren Schwarzen Ritter getötet wurde. Ihr nächster Gegner war kurz darauf niemand anderes als die vorherige Kontrahentin ihres gefallenen Freundes. Beim Versuch Dappert zu rächen verlor sie gegen Ciarda Wulfsiege nicht nur den Kampf sondern auch ihr linkes Auge. Der Schwarze Ritter, der zwei Runden später dann auf Ciarda stieß, bezwang diese in einer ungestümen Art und Weise, die ihr nur zu bekannt war. Kurz darauf offenbarte sich der berüchtigte Schwarze Ritter der Kaiserin als Harad von Winterkalt! Dieser Schlug sie nach dem Turnier, das sie überlebt hatte, zur Ritterin und Reichsbaron Rogar erhob sie in den Adelsstand einer Edlen. Insgeheim versucht sie ihren alten Ritter wieder auf den rechten Pfad zu bringen und ihn an seine alten Prinzipien zu erinnern. Erst kürzlich wurde Ihr aufgrund ihrer Loyalität und Aufrichtigkeit das Junkergut Östlich-Ochsenwacht von Reichbaron Rogar übergeben.

Aussehen: 1,67 Schritt, aufrechte Körperhaltung, braune lange Haare, graues rechtes Augen, linkes Auge verloren
Alter: 21 (Geburtsjahr 1014 BF)
Rasse: Mittelländerin
Profession: Ritterin alten Schlages
Kultur: Mittelländische Landbevölkerung
Stand: Junkerin von Östlich-Ochsenwacht, Ritterin und Hofheroldin von Zweimühlen (Sozialstatus 9)
Wichtige Eigenschaften: GE 15, KK 15
Vorteile: Adlige Abstammung, Begabung (Schwerter), Eisern, Hohe Lebenskraft 1 (LeP 39 [49 durch Ring des Lebens]), Guter Ruf 2 (im Laufe der Wildermark-Kampagne)
Nachteile: Aberglaube 5, Angst vor Menschenmassen 5, Einäugig, Neugier 7, Prinzipientreue 12 (Schutz der Schwachen und Unbewaffneten, Höflichkeit und Wahrung der Etikette, Verteidigung von Gesetz und Ordnung), Schlafstörungen 1, Unfähigkeit [für Talentgruppe] Sprachen und Schriften, Verpflichtungen (Rogar vom Blute zu Zweimühlen)
Bevorzugte Waffen: Schwerter
Bevorzugte Rüstungen: Plattenpanzerungen
Wichtige Talente: Lanzenreiten 13, Schwerter 18, Klettern 8, Körperbeherrschung 7, Reiten 14, Selbstbeherrschung 13, Etikette 8, Lehren 7, Menschenkenntnis 7, Orientierung 8, Heraldik 9, Kriegskunst 12, Staatskunst 9, Abrichten 7, Heilkunde wunden 7
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Finte, Kriegsreiterei, Kulturkunde (Mittelreich), Linkhand, Niederwerfen, Ortskenntnis (Zweimühlen), Reiterkampf, Rüstungsgewöhnung I (Gestechrüstung)+II+III, Schildkampf I+II, Talentspezialisierungen Schwerter (Langschwert), Turnierreiterei, Wuchtschlag
Aktuelle-Ausrüstung: Garether Platte, Topfhelm, Zweimühler Wappenrock, Unterkleidung, Hohe Stiefel, Fellumhang, Elfensäbel "Vergelter"+Großschild (AT/PA 18/17, TP 1W6+8), Verstärkter Schild mit Heeresabzeichen des XXII. Banners des I. Kaiserlich Darpatischen Garderegiments(auf dem Pferd), Schwertgürtel, Schwertscheide, Kriegslanze (FK 21), Tuchbeutel, Waffenpflegeutensilien, Junkerreif von Östlich-Ochsenwacht mit 4 Perlen, Ring des Lebens (LeP+10)
Zitate:
- „Es wäre besser den Zorn einer Frau zu fürchten!“
- „Selbst der Höllngrund könnte mich nicht halten!"
- „Ruhe sanft, deine Mörder werden es nicht."
(über einer Leiche am Wegesrand gebeugt)


Bastan von Erlgau
[aktuell 6.401 AP, Stufe 6]
Hintergrund: Bastan von Erlgau, der letzte Sohn der niederadligen Familie Erlgau aus dem gleichnamigen Junkerngut, diente unter der Weibelin Maline Ochsenbrecher in den Ruinen der Bockelburg als Freischärler Bogenschütze, und kämpfte schon vor Ankunft der Helden vor Zweimühlen gegen Nekrorius den Schwarzen Magiermogul. Zusammen mit den Freischärlern und Maline schloss er sich nach dem Fall des Nekromanten den Helden an. Als autoritätsgläubiger Junker von Erlgau ist er natürlich dem von der Kaiserin ernannten Reichsbaron verspflichtet und unterstützt diesen mit seinen hervorragenden Kenntnissen über das umliegende Land und seinen Fähigkeiten als meisterhafter Schütze.
Die alte Villa seiner Familie, die viele kaiserliche und fürstliche Offiziere stellte, befindet sich am Zweimühler Platz der Sonne. Bei einem Aufstand seiner Familie im Jahr 1030 BF gegen einen Kriegsfürsten von Zweimühlen, wurde diese bis auf Bastan komplett niedergemacht, dem es damals gelang sich bis zu den Freischärlern der Bockelburg durchzuschlagen. Nachdem die Villa danach einige Zeit leer stand, wurde diese von der Einarm-Lara, einer desillusionierten soldatischen Veteranin besetzt, die dort die Schenke Blutgrube einrichtete, in der sich vor allem die Söldner der Todesfänger und andere Schlagetots besaufen. Bastan hat aber die Zweimühler Bürger auf seiner Seite, und versucht seit Jahren seinen Familienbesitz zurückzuerhalten, der nun von Haselwulf Weitzmann, dem Sohn und Taugenichts von Cordovan Weitzmann, dem Ersten Bürger der Stadt verwaltet wird.
Bastan wird meist begleitet von seinem treuen Winhaller Wolfsjäger Aron und einem acht Spann großen, hell- und dunkelbraun gefiederten Sturmfalken, die er beide zur Jagd abgerichtet hat, die ihn aber auch zur Not im Kampf unterstützen.
Mit Harad von Winterkalt, dem Schwarzen Ritter von Talf verband ihn eine langjährige Fehde, da dieser regelmäßig sein Junkerngut plünderte, so dass es ihm nicht gelang eigene Truppen aufzustellen. Der ehemalige Freischärler hat sich derweil bei Cordovan, der außer Schatzmeister auch der Schwiegervater des amtierenden Reichsbarons ist, schwer verschuldet und flüchtet sich immer wieder in seine Spielsucht. Aufgrund seiner Verpflichtung als letzter Stammhalter seiner Familie sucht er nach einer geeigneten Frau adliger Abstammung, damit seine Linie nicht ausstirbt.

Aussehen: 1,73 Schritt, braune Augen, schwarze Haare
Alter: 35 ( Geburtsjahr 1000 BF)
Rasse: Mittelländer
Profession: Soldat/ Schütze
Kultur: Mittelländische Landbevölkerung - Landadel
Stand: Junker von Erlgau, Jagdmeister von Zweimühlen (Sozialstatus 8)
Wichtige Eigenschaften: IN 14, FF 14, KK 15
Vorteile: Amtsadel, Entfernungssinn, Gefahreninstinkt 7 (17), Herausragender Sinn: Sicht, Begabung (Bogen), Talentschub: Bogen 7
Nachteile: Aberglaube 6, Autoritätsgläubig 8, Goldgier 6, Impulsiv, Neugier 6, Schulden: 500, Spielsucht 6, Verpflichtungen (Rogar von Zweimühlen)
Bevorzugte Waffen: Bögen und Hiebwaffen
Bevorzugte Rüstungen: Gambeson
Wichtige Talente: Bogen 16, Hiebwaffen 9, Schleuder 8, Klettern 8, Körperbeherrschung 7, Reiten 8, Selbstbeherrschung 9, Sich verstecken 7, Sinnenschärfe 8, Fährtensuche 9 (19), Orientierung 9 (19), Wettervorhersage 5 (15), Wildnisleben 9 (19), Heraldik 7, Kriegskunst 7, Staatskunst 7, Tierkunde 7, Abrichten 7, Bogenbau 16, Grobschmied 8, Holzbearbeitung 7
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I, Berittener Schütze, Gebirgskundig, Kulturkunde (Mittelreich), Meisterschütze (Bogen), Rüstungsgewöhnung I (Gambeson), Scharfschütze (Bogen), Schnellladen (Bogen), Steppenkundig, Sumpfkundig, Talentspezialisierung Bogen (Kriegsbogen), Wandkundig
Aktuelle-Ausrüstung: Zwei stählerne Armschienen, mehrlagiger weißer Fellumhang, Gambeson, langer Kapuzenumhang, Lederhose, Stulpenstiefel, Dolch, Dolchscheide, Streitkolben Orkentod (+1 TP / -1 BF / AT/PA 14/8, TP 1W6+6), Holzfälleraxt (AT/PA 11/2, TP 2W6+1), Kriegsbogen (FK 27, TP 1W6+7), Kurzbogen (FK 25, TP 1W6+4), 2 Fledermäuse (FK 16, TP 1W6+2) lederner Rückenköcher und Hüftköcher (mit diversen Pfeilen, darunter Kettenbrecher, Kriegspfeile und gehärtete Kriegspfeile), Ersatzbogensehne, Ledergürtel, Gürteltasche aus Hartleder, Falknerhandschuh, Schneeschuhe, Schultergurt, Seidenschärpe, Hanfseil (10 Schritt), Tabakdose aus Silber, Tabakpfeife aus Wurzelholz, Feuerstein und Stahl, Brotbeutel, Wasserschlauch (5 Schank), Wurfhaken, Zeltboden, Zeltplanen (2 Personen), Zeltstangen 2, Makhta’Bak-Stirnband (einmal pro Woche bis zum nächsten Sonnenaufgang, Fährtensuchen+10, Orientierung+10, Wettervorhersage+10, Wildnisleben+10 und Gefahreninstinkt +10)
Tiere: Falke: (Sturmfalke), Hund: Aron (Winhaller Wolfsjäger)
Zitate:
- „Lasst uns darum würfeln.“


Gefallene Helden und Gefolgsleute des Barons von Zweimühlen:

Bashot "Der im Zorn Rasende" Grim
[aktuell 11.090 AP, Stufe 11]
Hintergrund: Der Ausgestoßene Stammeskrieger weigerte sich einst zusammen mit über zwei Dutzend anderen Trollzackern, der 'Horde' der 'Blutigen Äxte', beizutreten, die zu dieser Zeit noch von Siriom Grim dem Schinder angeführt wurden. Dieser riesenhafte Gewalttäter, der mit seinen Tatzelwurmreitern auch schon in der Dritten Dämonenschlacht gekämpft hatte, diente dem blutlosen Drachen Rhazzazor. Und blutlos bedeutete Ehrlos! Da sie zu viele waren um sie ohne größere Verluste zu erschlagen, verbannte sein Stammesführer ihn und die anderen kurzerhand in die Ebenen, wo sie sicherlich früher oder später den kalten Alriks der Schattenlande oder den Truppen der Mittelreicher zum Opfer fallen sollten. Gezwungenermaßen verließ Bashot zusammen mit den anderen die hohen Berge der Trollzacken und stieg ins Tal hinab. Da Bashot von all jenen Stammeskriegern der Stärkste war, übernahm er bald deren Führung auf der Suche nach einer neuen Heimat, oder nach einem ruhmreichen Ende. 'Der im Zorn Rasende' hatte aber kurz zuvor die Sage vernommen, dass einer der ihren in der Wildermark unter den Menschen zu einem Heroen aufgestiegen war und sogar über eine Baronie herrschte. Dies weckte seine Neugier und so machte er sich zusammen mit den anderen auf den Weg dorthin, um sich dem Trolling unter Menschen anzuschließen. In Zweimühlen wurde Bashot Grim mit offenen Armen von diesem endfangen, auch wenn er sich an die fremde Kultur der Mittelreicher erst noch gewöhnen musste. An der Seite von Rogar führte er auch bald die Trollzacker in die Schlacht gegen den Finstermann, oder so manch anderen Kriegsfürsten. Nachdem Rogar Siriom Grim im Streitwagenkampf über Warunk bezwingen konnte, hörte er, dass eine 'Barbarenprinzessin' sich den Weg nach oben gekämpft hatte und nun die neue Anführerin der Blutigen Äxte geworden war. Auch wenn man sagte, dass diese wilde Kriegerin auf die Macht von Dämonen, Untoten und Ähnlichem verzichtete, blieb er Rogar treu und gewöhnte sich immer mehr an seine neue Heimat Zweimühlen, die er genau wie Rogar lieben gelernt hatte. Bashot vermag sich im Zorn in einen regelrechten Kampfrausch zu steigern, wobei er schrecklich in den feindlichen Reihen wütet, aber immer noch Freund von Feind zu unterscheiden weiß. Schon oft übertrug der 'Barbarenprinz des Blutes' Bashot die Aufgabe, während dessen Abwesenheit, in Zweimühlen nach dem Rechten zu sehen. Aber die letzten Male begleitet er Rogar immer öfter bei seinen gefährlichen Abenteuern - egal wohin es ihn dabei auch führt.

Aussehen: kultiviert aber dennoch unansehnlich aussehender Trollzacker, 2,02 Schritt groß, schwarze Augen, schwarze zum langen Zopf geflochtene Haare mit kurz geschorenem Haupthaar, blau Kriegsbemalung senkrecht über die Augen
Alter: 24 (Geburtsjahr 1011 BF)
Rasse: Trollzacker
Profession: Stammeskrieger
Kultur: Trollzacken
Stand: Junker von Ochsenwacht, Waffenmeister von Zweimühlen (Sozialstatus 9)
Wichtige Eigenschaften: MU 15, GE 15, KO 17, KK 19
Vorteile: Ausdauernd 6 (AuP 56), Begabung (Zweihandschwerter/-säbel), Hohe Lebenskraft 3 (LeP 47), Kampfrausch, Zäher Hund
Nachteile: Aberglaube 6, Goldgier 5, Jähzorn 6, Neugier 5, Niedrige Magieresistenz 2, Platzangst 5, Randgruppe, Unansehnlich, Verpflichtungen (Rogar vom Blute zu Zweimühlen), Vorurteile 7 (gegen Tulamieden), Blutrauch (seit dem 11. Boron 1035 BF durch Fluch der Lykanthropie), Schlechter Ruf 1 (seit dem 09. Peraine 1035 BF durch das Aufknüpfen von Martan Kindervater und Angriff auf seine Kindersoldaten)
Bevorzugte Waffen: große Zweihandschwerter
Bevorzugte Rüstungen: Gladiatorenschulter
Wichtige Talente: Raufen 11, Wurfbeile 7, Zweihandschwerter/-säbel (Andergaster) 22 (24), Athletik 7, Klettern 12, Körperbeherrschung 10, Schleichen 7, Selbstbeherrschung 15, Sinnenschärfe 10, Zechen 8, Lehren 8, Fährtensuche 7, Orientierung 7, Wildnisleben 10, Kriegskunst 14, Staatskunst 8
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I + II (PA 14), Befreiungsschlag, Eiskundig, Finte, Gebirgskundig, Gegenhalten, Halbschwer, Hammerschlag, Kampfreflexe, Kulturkunde (Mittelreich, Trollzacker), Meisterparade, Niederwerfen, Ortskenntnis (Zweimühlen), Rüstungsgewöhnung I (Gladiatorenschulter), Schildspalter, Sturmangriff, Talentspezialisierung Zweihandschwerter/-säbel (Andergaster), Waffenloser Kampfstil: Hammerschlag, Waffenmeister (Andergaster) [Probenerleichterung: Sturmangriff -4 (4 VP), Hammerschlag -2 (2 VP), Besondere Vorteile: Offensiver Kampf/PA in AT Umwandeln erlaubt (5 VP), Halbschwert ohne AT/PA Mali (4 VP)], Wuchtschlag
Aktuelle-Ausrüstung (trägt 590 Unzen / Nicht Überlastet): Gladiatorenschulter, Streifenschurz, Hohe Fellstiefel, Andergaster (AT/PA 24/17, TP 3W6+4), Andergasterscheide, Schultergurt, Dolch, Dolchscheide, Wasserschlauch, Goldner Armreif, Totenschädel mit Goldzähnen
Zitate:
- „Vorne ist gut.“
- „Spürt meinen ZORN!“
- „Weg da, ich brauche Platz beim Kämpfen!"



Rhulana "Die Amazone" von Kurkum
[aktuell 9.631 AP, Stufe 9]
Hintergrund: Als Rhulana sechzehn Jahre alt war, wurde ihre Heimat Kurkum, der ehemalige Sitz der Hochkönigin der Amazonen im Vildromtal, zum Jahreswechsel 1019-1020 BF durch einen Angriff borbaradianischer Söldner unter der Führung von Lutisana von Perricum, in der „Schlacht um Kurkum“ nahezu komplett dem Erdboden gleichgemacht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie die traditionelle kämpferische Ausbildung der Amazonen genossen. Aufgrund des Angriffs der Borbaradianer, dem auch ihre Mutter und ihre Tante zum Opfer fielen, konnte Rhulana ihre Ausbildung jedoch nie vollenden. So hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, Aventurien als Abenteurerin zu durchqueren, um ihrer Göttin Rondra ihre Kampfkraft unter Beweis zu stellen und war auf der Suche nach einer Möglichkeit, Rondras Segen zurückzuerhalten, oder sogar deren Weihe zu erhalten. Rhulana geriet mit den Schwarzen Amazonen der Mactaleänata aneinander als ihre Freundin Aydan von Kurkum Verrat an der Amazonenschwesternschaft beging, was mit dem Tod von Aydans und einigen der Löwinnen Schlächterinnen endete. Sie diente unter anderem eine Zeit lang als Leibwächterin von Yppolita von Gareth, der Zwillingschwester der Kaiserin, und begleitete diese an der Seite von Reichsbaron Rogar ins Eherne Schwert. Stolz erfüllt trug sie ihren Schutzschild mit dem Wappen der drei goldenen Krokusblüten auf blauem Grund, des Amazonenhauses auf Kurkum.
Zu den Leitmotiven der Löwin, als die sie manchmal bezeichnet wurde, gehörte Disziplin, Gehorsam und ihr unbändiger Glaube an die Göttin Rondra. Im Gegensatz zu den Kämpfern anderer Rassen sucht die grazile Amazone die Herausforderung im fairen Zweikampf. Barbarisches, tückisches Vorgehen lag ihr fern. Die Tatsache, dass sie oft mit einer Zweihandwaffe kämpfte, wurde von ihrer Schwesternschaft sehr kritisch beäugt.
Rhulana die Amazone starb am 15. Peraine 1035 BF im ehrenfollen Zweikampf um das Schwert Pacifer gegen den Rondrageweihten Rondrastolz von Travinianshall in Rankaraliretena.

Aussehen: wahre Löwin in knapp geschnittenem Harnisch von 1,85 Schritt Größe, lange zum Pferdeschwanz zusammengebundene schwarze Haare, dunkelbraune Augen, eine Narbe zieht sich über ihr linkes Auge bis über ihre stark ausgeprägte Augenbraue und eine zweite oberhalb ihrer rechten Wange, ihre Ohrringe geben ihr etwas wildes, zigeunerhaftes, aufrechter Gang
Alter: 31 (Geburtsjahr 1004 BF)
Rasse: Mittelländerin
Profession: Amazone
Kultur: Amazonenburg
Stand: Heldin (Sozialstatus 7)
Wichtige Eigenschaften: MU 16, GE 16, KO 15, KK 17
Vorteile: Ausdauernd 4 (AuP 47), Eisern, Herausragende Eigenschaft: Mut 2, Hohe Lebenskraft 2 (LeP 43)
Nachteile: Arroganz 6, Jähzorn 5, Moralkodex (Rondra-Kirche), Neugier 7, Prinzipientreue (rondrianische Vorschriften zur korrekten Kampfführung, keine Heilzauber) 12, Unfähigkeit [für Talentgruppe] Gesellschaft, Schlechter Ruf 1 (Benutzung von Zweihandwaffen), Vorurteile (gegen Männer) 7, Totenangst 4 (durch nächtlichen Aufenthalt in der Geisterstadt Wehrheim am 06. Firun 1035 BF)
Bevorzugte Waffen: Zweihandschwerter, Säbel und kurze Bögen
Bevorzugte Rüstungen: traditionellen leichten Rüstungen der Amazonen
Wichtige Talente: Bogen 8, Säbel 11, Zweihandschwerter/-säbel 18 (20), Klettern 10, Etikette 7, Kriegskunst 9, Körperbeherrschung 10, Reiten 8, Selbstbeherrschung 11, Heilkunde Wunden 13
Sonderfertigkeiten: Aufmerksamkeit, Ausweichen I + II (PA 14), Finte, Gebirgskundig, Hammerschlag, Kampfreflexe, Kulturkunde (Amazonen, Mittelreich), Linkhand, Meisterparade, Niederwerfen, Reiterkampf, Rüstungsgewöhnung I (Amazonenrüstung), Schildkampf I + II, Schnellziehen, Sturmangriff, Talentspezialisierung Zweihandschwerter/-säbel (Rondrakamm), Waffenmeisterin (Rondrakamm) [Probenerleichterung: Hammerschlag -4 (4 VP), Probenerschwernis: (Meisterliche) Entwaffnungsmanöver gegen sie +4 (2 VP), Erlaubte Manöver: Gezielter Stich (4 VP), Todesstoß (5 VP)], Waldkundig, Wuchtschlag
Aktuelle-Ausrüstung (trägt 830 Unzen / BE+1): Kurkumer Amazonenrüstung (vergoldete Bronzebrünne, vergoldete bronzene Arm- und Beinschienen, nietenbesetzter roter Lederschurz und vergoldeter offener visierloser Helm mit Schwanz aus schwarzem Pferdeharr), Hohe Stiefel, Fellumhang, Meisterlicher Rondrakamm (+3 TP / AT/PA 22/17, TP 2W6+6), Rondrakammscheide, Schultergurt, Amazonensäbel + nierenförmiger Reiterschild (AT/PA 16/19, 1W6+5), Kurzbogen (FK 16, 1W6+4), Lederköcher (20 Pfeile), Haumesser, Ledergürtel, Hartleder Gürteltasche, Wundverbände, Waffenpflegeutensilien, goldene Ohrringe
Zitate:
- „Für Rondra!“
- „Zum Donner, was ist?!“
- „Hilfe?! Eine Tochter Kurkums braucht niemals Hilfe, merkt euch das!"
- „KURKUM!“



Harad "Der Schwarze Ritter" von Winterkalt von Talf
[aktuell 7.134 AP, Stufe 6]
Hintergrund: Als letzter Überlebender eines alten Garether Adelsgeschlecht, welches 1013 BF durch Zadig von Volterach, dem ältestes Auge des Namenlosen, den Tod fand, durchlief Harad bei einem adligen Gönner eine Ausbildung als Knappen und schließlich zu einem Ritter alten Schlages. 1029 BF drang er mit anderen Helden bis in die belagerte Stadt Ilsur vor und verhalf dort Leathmon Phraisop dem Jüngeren zum Sieg über den Heptarchen Xeran den Buckligen und dessen Unbesiegbare Legion von Yaq-Monnith. Der aufstrebende aber auch umstrittenen Ritter, der nach einem überaus blutigen Turnier von allen nur noch als Schlächter von Eslamsgrund bezeichnet wurde, folgte dem Ruf der Waffen, welcher ihn direkt in die Wildermark, das umkämpfteste Gebiet des ganzen Reiches, führte. Dort setzte er zunächst ein Zeichen der Hoffnung als neuer Herrscher und Held von Zweimühlen, nachdem er zusammen mit Boronian Angermacher und weiteren Gefährten, Nekrorius den Schwarzen Mogul erschlagen konnten. Verzweifelt um die Gunst der Landbevölkerung ringend, wurde er und alle seine heldenhaften Begleiter jedoch in den namenlosen Tagen 1031 BF vom Finstermann, besiegt und für Tod erklärt. Als gebrochener Streiter, der beim Schutz der Schwachen versagt hatte, kämpfte er sich als Raubritter und Brandschatzer durch das ehemalige Darpatien und Schwarztobrien, und kehrte dem von der „Nacht des Schreckens“ verheerten Zweimühlen den Rücken. Als „Schwarzer Ritter“ kehrte er 1033 BF, dem Ruf der Kaiserin folgend, aber aufgrund seines schlechten Rufes unter verborgener Identität, in die Wildermark zurück. Daraufhin erschlug er Morgula die Kriegsfürstin und Hexenmeisterin von Talf und ließ sich erneut in der Baronie Zweimühlen, nur diesmal in einer anderen Stadt, nieder. Seither wacht er mit eiserner Faust, und den ehemaligen Strauchdieben und Wegelagerern, die er zu seiner „Schwarzen Garde“ formte, über den Markt Talf und die nahe gelegene Reichsstraße 2. Zuletzt schwor er Reichsbaron Rogar, dem neuen, sogar von der Kaiserin anerkannten Herrscher von Zweimühlen gezwungenermaßen den Lehnseid, nachdem dieser Talf mit seinen ungeschlagenen Truppen belagert hatte.

Aussehen: Adliger Albino in schwarzer Rüstung, 1,91 Schritt groß, hoch zu Ross, kalter Blick
Alter: 32 (Geburtsjahr 1003 BF)
Rasse: Mittelländer
Profession: Ritter alten Schlages
Kultur: Mittelländische Landbevölkerung - Landadel
Stand: Reichsritter und Junker von Talf (Sozialstatus 13)
Wichtige Eigenschaften: MU 15, GE 15, KK 16
Vorteile: Adlige Abstammung, Ausrüstungsvorteil (70 Dukaten), Besonderer Besitz (erfahrenes Pferd, Kriegslanze), Eisern
Nachteile: Albino, Arroganz 5, Jähzorn 8, Prinzipientreue 10 (Schutz der Schwachen und Unbewaffneten, Höflichkeit und Wahrung der Etikette, Verteidigung von Gesetz und Ordnung), Schlechter Ruf 7 (Schlächter von Eslamsgrund, überließ Zweimühlen sich selbst, Schwarzer Raubritter, ließ allen Bewohnern Drosselfurts die Ohren abschneiden), Unfähigkeit [für Talentgruppe] Sprachen und Schriften, Verpflichtungen (Vasall von Reichsbaron Rogar vom Blute zu Zweimühlen), Vorurteile (Schwertgesellen)
Bevorzugte Waffen: Zweihandschwerter
Bevorzugte Rüstungen: Plattenpanzerungen und alle Arten von Plattenzeug
Wichtige Talente: Lanzenreiten 11 (Kriegslanze) (13), Schwerter (Langschwerter) 10 (12), Zweihandschwerter/-säbel (Zweihänder) 17 (19), Reiten (Pferd) 11 (13), Selbstbeherrschung (Wunden ignorieren) 9 (11), Kriegskunst (Strategie) 10 (12), Staatskunst 11,
Sonderfertigkeiten: Befreiungsschlag, Hammerschlag, Kriegsreiterei, Kulturkunde (Mittelreich), Linkhand, Niederwerfen, Ortskenntnis (Talf), Reiterkampf, Rüstungsgewöhnung I (Garether Platte)+II+III, Schildkampf I, Talentspezialisierungen Kriegskunst (Strategie), Talentspezialisierung Lanzenreiten (Kriegslanze), Talentspezialisierung Reiten (Pferd), Talentspezialisierung (Langschwert), Talentspezialisierung Selbstbeherrschung (Wunden ignorieren), Talentspezialisierung Zweihandschwerter/-säbel (Zweihänder), Turnierreiterei, Waffenloser Kampfstil: Hammerfaust, Wuchtschlag
Aktuelle-Ausrüstung (trägt 946 Unzen / BE+1):, Schwarze Leichte Platte, Schwarzer Topfhelm, Schwarze Halsberge, Schwarze Panzerbeine, Schwarze Plattenschürze, Schwarze Panzerschuhe, Schwarze Plattenarme, Schwarze Plattenschultern, Schwarze Panzerhandschuhe, Halbarm Kettenhemd, Schwarzes Wattiertes Unterzeug, Schwarze Lederhandschuhe, Schwarze Wattierte Kappe, Persönlicher Zweihänder Zadik's Tod (+2 TP, -3 BF / +1/+1 WM / AT/PA 20/13, TP 2W6+7), Schwarzer verstärkter Schultergurt, Schwarze Zweihänderscheide, Langschwert + Schwarzer Großschild (AT/PA 13/14, TP 1W6+5), Schwarzer Schwertgürtel, Schwarze Schwertscheide, Kriegslanze (FK 22), Schwarzer Tuchbeutel, Waffenpflegeutensilien, Storchenamulett (Resistenz gegen Krankheiten: wirkt nicht mehr), Junkerreif von Talf mit 4 Perlen, Greifensterne in Gold und Greifenstern in Bronze, Reichsorden am purpurnen Band 3. Klasse
Zitate:
- „Beginnen wir das Abschlachten.“
- „Der gehört mir!"
(zu einem Kontrahenten, den er zum Zweikampf fordert)
- „Wer nicht hören will braucht auch keine Ohren!" (Zu den Bewohnern von Drosselfurt)


Travine „Die Zauberin“
[aktuell 4.432 AP, Stufe 4]
Hintergrund: Travine, die gildenlose Zauberin gehört zu dem guten ein Drittel der Magier, die niemals eine Akademie besucht haben, sondern von einem persönlichen Lehrmeister ausgebildet wurde. Zu einer Zeit in der diese ‘unkontrollierte Verbreitung gefährlichen Wissens‘ von weltlichen und kirchlichen Obrigkeiten äußerst ungern gesehen wird, schloss sich die mit besonders großer astraler Macht gesegnete, neugierige junge Frau dem allseits bekannten, reisenden Zauberer Telor an. Ihr Lehrmeister, der ein Absolvent der Akademie von Licht und Dunkelheit zu Nostria ist, weißt im Gegensatz zu herkömmlichen Akademiemagiern große Felderfahrung auf, was die mit Vorurteilen behaftete Mittelländerin sehr beeindruckte. Aufgrund ihres guten Gedächtnisses lernte Travine wesentlich schneller als gewöhnliche Magier, die ihr von Telor beigebrachten Zauberformeln und Gesten, die in einem umkämpften Gebiet, wie der Wildermark, in der es weder Recht noch Ordnung gibt besonders dienlich sind und benötigte nur wenige Jahre der magischen Studien. Die Lehrjahre im Turm ihres Meisters nutzte die eitle Zauberschülerin um dessen Bücher geradezu zu verschlingen und steigerte damit ihre Macht. Sie verbrachte beinahe jede sich bietende Gelegenheit damit das magische Wissen zu studieren und die Worte ihres Mentors zu verinnerlichen. Bald darauf schickte Telor seine fertig ausgebildete und neugierige Zauberschülerin aus, um ebenso wie er Erfahrung im Feld zu sammeln. Travine schloss sich dem Schwarzen Ritter an, welcher ihr Interesse geweckt hatte, zog mit diesem unter seiner Ritterlanze durch die Wildermark und stellte ihm hierbei ihre Dienste als Maga und Schreiberin zur Verfügung. Sie lernte in der Gefolgschaft des Raubritters ihre zerstörerischen und meist tödlichen Zauber so effektiv gegen andere Menschen einzusetzen und fand sogar Gefallen daran, was ihr einen ähnlich schlechten Ruf, wie den des Schwarzen Ritters selbst einbrachte. Die Zauberschülerin glaubt aber auch, dass man nur im Licht der Sterne vernünftig zaubern kann, denn nicht um sonst heißt es ja auch ‚Sternenkraft‘? Dieser Fluch der Finsternis ist zwar das einzige, was die junge aufstrebende Zauberin einschränkt, aber der Umstand, dass sie bevorzugt Nachts zaubert, hat ihre Augen für die Dämmerung mehr als geschärft.
Travine stirbt im Feidewald, am 8. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall, im Kampf gegen den tulamidischen Magister Tuleyban, der ihre Brust mit einem machtvollen gebündelten Ignifaxius Flammenstrahl durchbohrt...
Beigesetzt wurde sie auf dem Boronsanger in Sancta Noiona nahe Horeth...

Aussehen: schlanke Statur, 1,75 Schritt groß, braunes langes Haar, schwarze Augen
Alter: 24 (Geburtsjahr 1011 BF)
Rasse: Mittelländerin
Profession: Zauberschülerin des Telor (Persönlicher Lehrmeister, siehe auch im Forum)
Kultur: Mittelländische Landbevölkerung
Stand: Hofmagierin und Schreiberin (Sozialstatus 7)
Wichtige Eigenschaften: KL 15 (17 mit Zauberamulett), IN 15
Vorteile: Astrale Regeneration 2, Astralmacht 6 (47 AsP), Dämmerungssicht, Gutes Gedächtnis, Hohe Magieresistenz 1, Vollzauberin
Nachteile: Aberglaube 3, Arroganz 6, Eitelkeit 6, Fluch der Finsternis 3, Körpergebundene Kraft, Lästige Mindergeister, Neugier 9, Schlechter Ruf 4 (Gildenlos), Unfähigkeit für Merkmal Dämonisch, Verpflichtungen (Telor "Der Zauberer" von Randolphsforst), Vorurteile (Akademische Gildenmagier) 8
Bevorzugte Waffen: Stäbe, Kampfzauber
Bevorzugte Rüstungen: keine
Wichtige Talente: Stäbe 9, Selbstbeherrschung 7, Magiekunde 13, Rechnen 8, Alchemie 10, Ritualkenntnis : Gildenmagie 14
Wichtige Zauber: Aeolitus Windgebraus 12, Balsam Salabunde 10, Blitz dich find 10, Dunkelheit 12, Fortifex arkane Wand 8, Ignifaxius Flammenstrahl 12, Ignisphaero Feuerball 8, Manifesto Element 8, Nebelwand und Morgendunst 10, Paralysis starr wie Stein 12, Silentium 10,
Sonderfertigkeiten: Astrale Meditation, Große Meditation, Kulturkunde (Mittelreich), Merkmalskenntnis (Umwelt), Regeneration I+II, Repräsentation: Magier, Simultanzaubern, Ritualkenntnis: Gildenmagie, Stabzauber (Bindung, Fackel, Flammenschwert, Kraftfokus, Zauberspeicher), Zauberkontrolle
Ausrüstung zum Zeitpunkt ihres Todes: Magierstab aus Blutulmenholz (AT/PA 8/13, TP 1W6+1), Dolch, Dolchscheide (versteckt), Magierrobe aus Taft, Ledergürtel, Hohe Irianlederstiefel (+2 Erleichterung Kampfzauber), Tuchbeutel, Augen-Schminke, Duft Öl, Nagelfeile, Seife, Federmesser, 3 Gänsekiele, 10 Platt Pergament, Tinte, Tusche
Zitate:
- „Stirb Narr!“ (kurz bevor sie einen Gegner mit einer Flammenlanze verbrennt)
- „Werdet Zeugen wahrer Macht.“
- „Stab zu Flammenschwert!“
-„ Ihr seid Klein, Schwach und eine Peinlichkeit!“



Boronian Angermacher
[aktuell 4.070 AP, Stufe 3]
Hintergrund: Der Boron-Geweihte, nach Puniner Ritus, Boronian Angermacher ist ein wahrer Meister der Zurückhaltung. Manche sagen, sogar seine Gefühle seien bereits tot. Er hat zwar noch kein Schweigegelübde abgelegt, aber über seine Lippen kommen keine unnötigen Worte und er erwartet, dass niemand ihn ungefragt anspricht, sondern man wartet, bis er sich einem zuwendet. Als Diener Golgaris reist er von Dorf zu Dorf, von Schlachtfeld zu Schlachtfeld und überführt die Toten in Borons Reich, auf dass diese niemals zu Untotem Leben wieder auferstehen mögen. Und damit hat er in der Wildermark alle Hände voll zu tun. Als Feind alles Untoten lernte er gezwungenermaßen den Umgang mit dem Streitkolben und dem Rabenschnabel.
Zusammen mit Harad von Winterkalt und dem zweiten Hofmagier der Kaiserin Sal Quensel kam er mit einem Hilfszug in die Wildermark, nur um bald darauf seinem ersten Nekromanten Nekrorius dem Schwarzen Mogul entgegenzutreten. Gegen den Finstermann, der kurz darauf in der Nacht des Schreckens über Zweimühlen herfiel, war er noch nicht gewappnet. Halbtot begrub er die meisten seiner Gefallenen Gefährten, alle bis auf den Ritter Harad von Winterkalt, den er mit seinen karmalen Kräften vorm Tod bewahren konnte. Er errichtete ein Mausoleum für die ersten Helden von Zweimühlen, in dem laut Inschrift auch Der Ritter alten Schlages liegen sollte. So verschaffte er diesem die Zeit die er brauchte um zu genesen und um selbst mehr karmale Macht zu sammeln. Der schwarze Ritter war geboren. Boronian sammelte Wissen über den Finstermann und entdeckte dessen wahre Identität – Wolfrat von Rabenmund, das sechste Kind von Answin von Rabenmund dem Usurpator! Er erfuhr auch, dass der Finstermann zuvor bereits von Helden besiegt worden war, aber dennoch zurückgekehrt sei. Auch nach Rogars großem Sieg ein Jahr später gegen den Finstermann an der Ogermauer, kehrte dieser zurück um sein Unleben in der Wildermark zu führen. Boronian blieb nichts anderes übrig, als Rogar und seine Getreuen direkt zum Ort seines Todes, dem Mythraelsfeld zu reisen und sie dort in dessen Alptraumwelt zu führen, um Wolfrats Seele zu befreien und ihn endgültig zu erlösen. Er hörte Golgaris Flügelschlagen …
Eine der größten Gefahren der Wildermark war gebannt und das Andenken der Toten von Zweimühlen war gerächt. Thargunitoth war ein empfindlicher Schlag versetzt worden. Und auch die Familie der Rabenmunds, als dessen Oberhaupt sich Answin der Jüngere von Rabenmund sah, sollte von nun an die Waffen ruhen lassen und Rogars Titel als Reichsbaron anerkennen …

Aussehen: 1,80 Schritt, hagere Statur, schwarze Haare, schwarze Augen, schwarze unbekannte zeichenartige Stigmata übersähen den ganzen Körper
Alter: 37 (Geburtsjahr 998 BF)
Rasse: Mittelländer
Profession: Boron Geweihter Diener Golgaris des Puniner Ritus
Kultur: Mittelländische Städte / Stadt mit wichtigem Tempel / Pilgerstätte
Stand: Tempelmeister Zweimühlens (Sozialstatus 8)
Wichtige Eigenschaften: MU 16
Vorteile: Geweiht [zwölfgöttliche Kirche], Prophezeien, Resistenz gegen Krankheiten, Veteran
Nachteile: Aberglaube 5, Farbenblind, Höhenangst, Lichtscheu, Moralkodex [Boron Kirche], Neugier 5, Stigma 8, Verpflichtungen (Boron Kirche)
Bevorzugte Waffen: Hiebwaffen
Bevorzugte Rüstungen: sein Glaube
Wichtige Talente: Hiebwaffen (Rabenschnabel) 13 (15), Selbstbeherrschung 10, Menschenkenntnis 10, Geschichtswissen 8, Götter und Kulte 10, Prophezeien 5, Liturgiekenntnis (Boron) 13
Sonderfertigkeiten: Karmalqueste, Kulturkunde (Mittelreich), Liturgiekenntnis (Boron), Ortskenntnis (Zweimühlen), Talentspezialisierung Hiebwaffen (Rabenschnabel)
Liturgien: Bannfluch des Heiligen Khalid, Bishdariels Angesicht (kleine Liturgie des Heiligen Nemekath), Bishdariels Auge I+III, Eidsegen, Feuersegen, Geburtssegen, Glückssegen, Grabsegen, Harmoniesegen, Hauch Borons, Heilungssegen, Initation, Märtyrersegen, Objektsegen I+II, Objektweihe I+III+IV, Ruf in Borons Arme I+III, Ruf zur Ruhe, Schlaf des Gesegneten, Schutzsegen I+II+III, Segen der Heiligen Noiona, Siegel Borons, Speisesegen, Tranksegen, Weihe der letzten Ruhestatt, Weisheitssegen
Aktuelle-Ausrüstung: Schwarze Robe mit Kapuze und silberner Rabenstickerei, Ledergürtel, Sandalen, Rabenschnabel (einfach borongeweiht / AT/PA 15/14, 1W6+4) Lederranzen, Dolch, Dolchscheide, Gebrochenes-Rad-Amulett, Glasphiole mit Salbungsöl, 5 Gänsekiele, Tinte, 10 Blatt Pergament, 1 Greifenstern in Gold, 2 Greifensterne in Bronze, Tagebuch des Finstermanns
Zitate:
- „(Schweigen)“
- „Der Tod wirf seinen Schatten voraus."
- „Der Tod ruft Euch, wollt ihr nicht antworten?"
- „Geht in Frieden auf der Straße des Todes.“
- „Der Tod ist ein Geschenk des Lebens.“
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 09.10.2014 13:05, insgesamt 160-mal geändert.
"Er ist voller Blut, warum ist er immer voller Blut?"

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Maha Vairocana » 01.11.2012 19:38

Ein kurzer Post meinerseits: Travine ist gerade dabei eine detailierte Karte der Baronie Zweimühlen anzufertigen - mittels Nihilogravo Schwerelos. Die fertige Karte werde ich natürlich hier präsentieren.
Zuletzt geändert von Maha Vairocana am 12.03.2013 01:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 01.11.2012 19:51

Hier folgt nun die versprochene und getestete Spielhilfe für die bereits fortgeschrittene Baronie Zweimühlen. Wem das zu viele Zahlen sein sollten kann die Angaben ja überspringen, wenn er möchte. Aber dann werden einem viele kleine Deteil-Informationen entgehen. Miteingeflossen in diese Spielhilfe, vor allem im Bereich der Finanzen, sind die halboffiziellen DSA Lehensregeln 2.3 von Ulrich Kenter & Ragnar Schwefel (aber in einer etwas vereinfachten Version und speziell auf die Wildermark angepasst). Ob ich die hier genannten Daten mit fortschreiten der Kampagne aktualisieren werde, kann ich noch nicht versprechen, werde es aber versuchen. Der jeweilige Stand (Monat) ist ein paar Zeilen weiter unten angegeben.
Generell werden Einnahmen gelb markiert und Ausgaben rot markiert.
Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.

Baronie Zweimühlen

- Stadt Zweimühlen -

Bild

(Rondra 1035 Bosparans Fall)

Machtpunkte: 38(+3) (19 durch Einwohner, 3 durch Fläche, 2 durch Gasthöfe, Handwerker und Händler, 4 durch Großbetriebe, 9 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 1 durch Handelsroute, 3 durch Einnahmen „Unter der Hand“)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“

Einwohner: 1.602+ (stark steigend durch Aufnahme von Flüchtlingen)
Wappen: zwei übereinander gestellte rote Mühlenflügelräder auf Gold
Herrschaft: früher gräfliche Stadt unter Ragnar „Der Roten“ Ragnarsdottir die während der Invasion der Verdammten bei der Schlacht um Altzoll fiel; danach Svanja Ragnarsdottir die in der Schlacht auf dem Mythraelsfeld ihr Leben lässt (1027 BF); dann Tyrannei unter Weibel Gorwin einem Deserteur vom Mythraelsfeld (1027 BF); danach Mogulat unter Maga Circe ter Greven und Magus Erkomir fa Shantalla, die Weibel Gorwin in die Flucht schlugen und ihr Herrschaftsbereich „Reich Zweimühlen“ nannten (1028 BF), dann Militärherrschaft unter Hauptmann Pagol Treublatt von Grassing der von den Moguln als Nachfolger eingesetzt wurde (1030 BF) und dann vom Finstermann niedergemacht wurde; danach Tyrannei unter dem Finstermann (Anfang 1031 BF) der später außerhalb Zweimühlens von unbekannten Helden erschlagen wurde; zunächst erneute Tyrannei unter Orgon „der Blutige“ Hartbeil, der von einem Zant gefressen wird; dann Magokratie unter dem Schwarzmagier Nekrorius der Schwarze Mogul, der von Harad von Winterkalt und dessen Helden erschlagen wird; dann Tyrannei unter diesen „Alten Helden von Zweimühlen“ die dann ihrerseits in der „Nacht des Schreckens“ vom Finstermann erschlagen werden als dieser wieder von den Toten aufersteht (Ende 1031 BF); dann erneute Magokratie unter Mentor dem Zauberer der von seinen eigenen Heroen erschlagen wird nachdem diese dessen heimlichen finsteren Machenschaften aufdecken können (Anfang 1032 BF), dann zunächst Tyrannei unter dem Heroen Rogar dem Barbarenprinz des Blutes (Mitte 1032 BF), und dann Feudalherrschaft unter demselben im Range eines Vogtes, der dann später von der Kaiserin persönlich zum Reichs-Baron ernannt wurde (Ende 1032 BF bis jetzt).
Garnisonen: 50 Todesfänger (Leichtes Fußvolk) (-200 D), 10 Zweimühler Schützen (Schützen) (-60 D), 21 Zweimühler Torgardisten (Schweres Fußvolk) (-84 D), 19 Trollzacker Barbaren (Leichtes Fußvolk) (-0 D), 5 Meutemeister (Leichtes Fußvolk) (-20 D), 18 Zweimühler-Bluthunde (Tiere), 1 Schwerer Onager (Geschütz), 5 Alte Rotzen (Geschütze), Heerbann mit 35 Zweimühler Waffentreuen (Schwere Miliz), 100 Waffentreue (Schützen Miliz), 150 Waffentreue (Miliz), 14 Brillantzwerge [Heerbann ist 8 Wochen im Sommer einsetzbar; im Frühling und Herbst nur mit schwerwiegenden Folgen für die zukünftigen Einnahmen]
Tempel: Travia Tempel des Wärmenden Herdfeuers (Erlgunde Ganslieb), Peraine Haus des Storches (Pyglaion dyll Gar’en), Boron Tempel (Boronian Angermacher), Kor Tempel (Connar aus Gallys), Kor-Schrein, Phex Tempel des Ehrlichen Goldes und Geheime Markthalle (Pervalia Hungertuch / 3 Machtpunkte durch Einnahmen „Unter der Hand“ +37,5 D)
Gasthöfe: Schenke „Mühlenbräu“ (Agelia Aldewyck Q7/P5), Schenke „Blutgrube“ (Haselwulf Weitzmann Q3/P7), Schenke „Kor's Hohnlachen“ (Q3/P5), Gasthaus „Zum Barbarenprinz“ (Gunilde Sensendengler Q6/P7/S24) [im Besitz des Reichsbarons], Herberge „Alriksruh“ (Q2/P2/S20), Herberge „Heldenrast“ (Q6/P7/S12), Kneipe „Zum Werwolf“ (Q5/P4)
Handwerker: Schusterin (Q2/P5), Schwarzschmied (Q2/P4), Spengler (Q7/P2), Bäcker (Dythlinde Tillinger Q8/P8 und Q5/P6), Sattler (Q5/P4), Töpfer (Q5/P6), Kürschner (Q2/P3), Gerber (Q5/P5), Tuchmacherin (Q5/P4), Färberin (Q5/P4), Seiler (Q2/P4), Korbmacherin (Q6/P2), Wagner (Q2/P7), Wagnerin (Q/3/P8), Dachdecker (Q9/P10), Fleischer (Q6/P4), Glasbläserin (Q3/P2), Baumeister (Xeppert, Q4/P7), Feuerfeste-Meeltheuer-Mühle (Meeltheuer Geschwister Q3/P2/ 1 Machtpunkt +12,5 D) [im Besitz des Reichsbarons], Aldewyck-Mühle (Agelia Aldewyck Q7/P5/ 1 Machtpunkt +12,5 D), Kontor Sensendengler (s.u.), Steinmetz (Eburrax Sohn des Aururrax Q5/P2), Steinschleifer (Q1/P4), Kristallschneider (Q5/P5)
Großbetriebe: Brauerei „Mühlenbräu“ (Agelia Aldewyck Q7/P2/ 2 Machtpunkte +25 D), Stellmacherei „Eisenschläger“ (Meister Edorian Q6/P8/ 2 Machtpunkte +25 D)
Händler: Ausrüster (Q5/P5 und Q2/P5), Fernhändlerin (Gunhilde Sensendengler, einfach sortiert, Q4/P3), Schmuckhändler (Q9/P10), Schmuggler/Hehler (Cordovan Weitzmann, normal sortiert, Q6/P5), Tuchhändlerin (Q3/P7), Händlerin aus Gareth (Erlgard Munter, normal sortiert, Q5/P9), Hehler (Q4/P9), Lebensmittel (Q1/P3 und Q5/P10 und Q5/P5), Krämerwaren (Q4/P9), Kleidung (Arwulf Melchinger, normal sortiert Q5/P10)
Dienstleister: Badehaus (Q1/P6), Bordell „Rahjas Höhle“ (Q4/P5), Heiler (Q5/P4), Medicus (Q3/P4), Seelenheilerin (Q7/P6), Söldnerlager „Todesfänger“ (Rondrian Pulvertreu, Q5/P3)
Durchfahrende pro Tag: 1
Markttage pro Monat: 8
Rohstoffe und Handelsgüter: Roggen, Gerste, Weizen, Mehl, Obst (viel), Mühlenbräu, Werkzeug (8 Machtpunkte +100 D)
Befestigung: 2 Schritt tiefer Graben mit angespitzten Holzpfählen, dahinter 2 Schritt hoher Erdwall, darauf 3 Schritt hohe Wehrmauer aus Schüttwerk, mit weiteren 2 Schritt Steinzinnen und 12 Steintürmen, auf denen 5 Alte Hornissen stehen (370 Geschützbolzen), 2 breite Torhäuser mit Obergeschoss und Fallgitter (Firunstor mit magischem Schlussstein und Praiostor) und 1 Torhaus mit Obergeschoss und Fallgitter (Wehrheimer Tor), ehemalige Burg der Landgrafen von Zweimühlen mit vergitterten Fenstern und mit Geheimgang (Sinnesschärfe +13), der den Burgkeller mit dem Phextempel verbindet
Baroniehofhaltung: Zordan von Elenvina „Der Einarmige“, Stadtverwalter, Richter und Henker (-15 D), Aromir Sohn des Gondak, Haushofmeister in Ochsenwacht (-12 D), Xeppert, Baumeister (-10 D), Valna Arwulf, Küchenmeisterin (-10 D), Adaque, Magd (-5 D), 1 Zofe und 1 Diener (je - 5 D), Gerding, Stallknecht (-5 D), Ertzel, Kammerherr (-8 D), Rhana Rôhaschta „Die Felsmutige“, Hofheroldin (-10 D), Achzul „Der Schamane“, Hofmedicus (-12 D), Traviadan, Barde (-12,5 D), Cordovan Weitzmann, Schatzmeister (-10 D), Magister Telor „Der Zauberer“, Hofmagier und Held von Zweimühlen (-22,5 D), Fenia Rundarek „Die Zerbrochene“, Spionin (-0 D, verschollen), Boronian Angermacher, Tempelmeister (-0 D)
Besondere Personen: Varion Lerchenfeld, Badilkaner-Mönch; Kariel Kummersfeld, Waldläufer; Larissa Goschner, Schreiberin
Burgoffizier: Luidor, Veteran der 3. Dämonenschlacht (-22,5 D)
Hauptmann: Rondrian Pulvertreu „Der Fette Ron“, ehemaliger Räuberhauptmann (-15 D)
Hauptfrau: Maline Ochsenbrecher, Gardistin (unberechenbarer Blutrausch) (-15 D)
Söldner-Hauptmann: Hartwig von Rabenmund ä.H. (Answinist) (-15 D)
Leutnants: Bogomil Westermann, Gardist (-10 D), Forgrimm Sohn des Ferolax (-10 D)
Weibel: Radulf Bergdorf, ehemaliger Räuberunterführer (-9 D)
Ritter: Alrike von Zweimühlen zu Östlich Ochsenwacht
Junker: Aldare von Zwerch, Junkerin von Bockel, Bastan Erlgau, ehemaliger Zweimühler Schütze, Junker von Erlgau, Gilborn von Talf, ehemals nominell Junker von Talf und jetzt Junker von Torf (strebt aber danach sein altes Junkergut zurückzuerhalten), Ansgar von Hohenbûr, Junker von Randolphsforst und Kriegsveteran des Jahr des Feuers, Thorwulf „Der Rote“, Despot und Bastard des Ehemanns von Ragnar der Roten, Horam von Orkentod (zurzeit freigestellt, da Junkergut besetzt)
Schultze: Elon „Der Waldläufer“, Halbelfischer Abenteurer (-6 D)
Stimmung in der Stadt: Die Zweimühler sind durch die Herrschaft diverser Kriegsfürsten zu der Erkenntnis gelangt, dass sie nur Spielbälle der Macht sind. Aber unter der nun schon länger andauernden Führung von Reichsbaron Rogar, sind sie voller Hoffnung und denken nicht im Traum an einen Aufstand. Sie haben einen gewissen Fanatismus entwickelt und unterwerfen sich nicht mehr jedem, der genug Stärke zeigt, sondern sind gewillt, ihre Stadt notfalls mit Waffengewalt zu verteidigen. Zwar haben sie in der Vergangenheit schon einer Übermacht einfach die Stadttore geöffnet, würden dies aber solange der Barbarenprinz herrscht, nicht mehr tun. Die Zweimühler beginnen sich immer mehr aus der Asche zu erheben und blicken mit neuem Mut zu ihrem neuen Herrn auf. Und durch die Heirat mit Cecilia Weitzmann hat dieser auch ein dauerhaftes Bündnis mit dem Ersten Bürger Zweimühlens besiegelt.
Stadtbild: leidlich sauber, Galgen und Hangkäfige auf dem Marktplatz, einige niedergebrannte Villen, Grafenburg, weitere Teile der Stadt sind ein Raub der Flammen diverser Angriffe geworden. Auch Balur‘s Feuersturm hat seine Spuren hinterlassen.
Wichtige Fest- und Feiertage: Jahresbeginn (1. Praios), Schwertfest (Nacht vom 15. auf den 16. Rondra, Blutopfer und Söldnerwettkämpfe zu Ehren Kors), Tag der Heimkehr (1. Travia), Erntefest (1. – 3. Travia), Tag der Treue (12. Travia), Tag der Ifirn (30. Firun), Tag und Nacht der Erneuerung (30. Tsa - 1. Phex), Saatfest (1. Peraine), Tag der Trauer (24. Peraine, Gedenken an die Schlacht auf dem Mythraelsfeld)
Vorherrschende Religion: Vorwiegend Zwölfgötterkult (Vor allem Travia, Peraine, Boron und Kor), Verschiedene Sekten und Götzen (Sokramor „Die Schwarze“, Sumu „Die Allmutter“, Levthan, Satuaria „Die Tochter Sokramors“, Der Graue Mann von Ochsenwasser „Der Herrscher der Tiefe“, Bragh „Der Sonnenbock“, Angrosch, Mokoscha „Die Immenmutter“, Kurim „Der Große Jäger“, Die Wilde Jagd, Yalsicor „Der Ziegenköpfige“, „Der Gott des Waldes“, „Dunkle Mutter Travijakool“)
Stimmung des Landstrichs: Dadurch dass die Kaiserin vor kurzem höchst selbst Zweimühlen mit ihrer Anwesenheit beehrte, wächst wieder der Glaube an das Kaiserreich. Recht und Ordnung sind wieder am Einkehren, besonders aufgrund der nun schon länger anhaltenden Herrschaft Rogars. Die Zweimühler sind stolz auf ihren Führer, der bis jetzt jede noch so ausweglose Schlacht für sich gewinnen konnte.

Kammern

Waffenkammer: 3 Waffenpflegeutensilien, 71 Langschwerter, 4 Kurzschwerter, 10 Säbel, 10 Arbachs, 12 Khunchomer, 1 Richtschwert, 1 Zweihänder, 19 Archaische Zweihänder, 1 Boronsichel, 1 Anderthalbhänder, 2 Stoßspeere, 2 Speere, 1 Dreizack, 1 Schwere Dolche, 1 Eberfänger, 1 Basiliskenzunge, 1 Haumesser, 1 Linkhand, 1 Drachenzahn, 2 Elfische Jagdmesser, 10 Oger-Stachelkeulen, 4 Kriegshämmer, 2 Gruufhais, 4 Streitkolben, 1 Schmiedehammer, 13 Morgensterne, 5 Trolläxte, 6 Barbarenstreitaxt, 25 Streitäxte, 12 Byakkas, 5 Echsische Äxte, 2 Henkersbeile, 3 Beile, 2 Hellebarde, 1 Sturmsense, 1 Glefe, 1 Wurmspieß, 26 Geißel, 5 Kriegslanzen, 1 Tunierlanze, 1 Wurfbeil, 9 Wurfspeere, 27 Leichte Armbrüste, 2 Kriegsbögen, 4 Langbögen, 13 Kurzbogen, 2 Elfenbögen, 260 Bolzen, 638 Pfeile, 10 Kriegspfeile, 10 Gehärtete Kriegspfeile, 10 Kettenbrecherpfeile, 12 Langbogen-Ersatzsehnen

Rüstkammer: 1 Gestechsrüstung, 9 Garether Platten (rußgeschwärzt, beschädigt RS-1), 12 Leichte Platte (5 davon schwarz brüniert), 16 Blutrote Leichte Platten (beschädigt, RS-1), 16 Blutrote Panzerhandschuhe, 16 Blutrote Panzerbeinschienen, 16 Blutrote Alte Helme, 1 Kürass, 10 Brustplatten, 6 Kettenmäntel, 22 Lange Kettenhemden (1 davon Zwergengröße, 5 davon beschädigt, RS-1), 76 Halbarm Kettenhemden (27 davon beschädigt, RS-1), 12 Lederharnische, 3 Archaische Schulterplatten (links), 17 Fellumhänge, 1 Schwarzer Fellumhang (CH -1, stinkend), 14 Streifenschürze (einer davon Zwergengröße), 3 Plattenzeuge (2 davon schwarz brüniert), 1 Stahlarmschiene, 1 Hörnerhelm, 4 Topfhelme, 1 Kettenhaube, 1 Knochenmaske, 9 rotkämmige Geschwärzte Helme, 9 diverse geschwärzte Rüstungsteile, 51 Hörnerhelme, 10 Chaos-Helme, 14 Großschilde, 1 Orkischer Großschild, 75 Verstärkte Schild (zwei davon mit altem Wappen Zweimühlens, 10 davon mit Wappen Gore Torkaash), 5 Wappenröcke (Zweimühler Wappen), 16 Hundlederrüstngen (beschädigt, RS-1)

Schmiede: Hochwertige Schmiedezange, Hochwertiges Schüreisen, Hochwertiger Schmiedehammer, Hochwertiger Amboss, Hochwertiges Kohlebecken, Hochwertige Holzfeile, Hochwertige Holzfälleraxt, Hochwertiges Schnitzmesser, 10 Sack Holzkohle, 5 Stein (200 Unzen) Zwergenstahl, 1 Stein (40 Unzen) Meteoreisen

Ställe: 4 Warunker (Erprobt/Allgemeine Ausbildung/Reitpferde -12 D), 1 Paavipony (Erprobt/Fundierte Ausbildung/Magierpferd -3 D), 2 Boronsmähnen (Erprobt/Fundierte Ausbildung/Rennpferd/Steher -6 D), 1 Warunker (Erprobt/Fundierte Ausbildung/Botenpferd -3 D), 2 Warunker (Erprobt/Fundierte Ausbildung/Streitwagenpferde -6 D), 4 Warunker (Erprobt/Fundierte Ausbildung/Rennpferd/Steher -12 D), 1 Schwerer Eisenschläger-Streitwagen (RS 4), 1 Leichter Korogai-Streitwagen (RS 3), 1 Alte Schwere Troika mit Sicheln (vom Finstermann) 2 Futterbeutel, 1 Ersatzrad, 7 Hufeisen, Deichselfett, Lederöl

Tross: diverse Zelte, 15x 15 Schritt Kletterseil mit Wurfhaken, 2 Seile (je 10 Schritt), 10 Kletterhaken, 11 Holzfälleräxte, 1 Spitzhacke, 9 Setzschilde (für je 2 Mann), 4 Fackeln, 60 Wundverbände, 2 Feuerstein und Stahl, Wüstenausrüstung (aus der Drachenchronik), 1 Grabräuberpaket

Zwinger: 18 Zweimühler Bluthunde (Erfahren)

Gefängniszellen (mit schweren Türen gesichert): zu Zeit leer

Folterkammer: Hochwertige Folterwerkzeuge (+3), 1 Geißel

Bibliothek: Codex Raulis (vergilbt), Codex Pax Aventuriana (vergilbt), Der Ringende Herr (von Fürst Randolph dem Großen), Tagebuch von Ebureus Treublatt (verstorbener Held), 60 Blatt Pergament, Schreibzeug

Alchemistenküche: 1 Bannöl (C), Ghulschweiß (3 Schank), Skelettblut (1 Schank), halber Drachenbandwurm, 3 Totennüsse, 8 Zunderschwämme, 1 Phiole mit Brodem, einige Karneole, 1 Phiole Trollspucke und 1 Büschel Trollhaare, 1 Sordulsapfel, 1 Phiole Drachendränen, Diamantstaub

Schatzkammer: (mit schwerem Schloss gesichert, Schlösser knacken +12 oder Foramen Foraminor +11, 10 AsP): 5.000 Dukaten (Rücklagen) und Privatvermögen des Reichbarons von weiteren 1.303 Dukaten
Goldene Statue einer überausfein gearbeiteten Schlangenfrau (Skrechu-Fokus aus den Dunklen Zeiten, verflucht, unbekannter Wert), 5 Waffenbalsame (D), Uralte Zwergenstatuette aus der Zwergenbinge Gandrabosch, 3 Münzen des Donnersturmrennens (Baburin, Brig Lo und Gareth), 4 Siegelringe mit Initialen und Wappen des Hauses Rabenmund, Banner des Nekrorius mit golden gekröntem Totenschädel auf rotem Grund, Komplett-Rüstung der Gräfin Svanja Ragnarsdottir (RS 4, BE 2, Wert: unbekannt), Meisterliche Kettenweste (RS 2, BE 1, Zwergengröße, Wert: 50 D), Elfischer Lederharnisch (RS 3, BE 3), Schulterplatten von Albuin dem Ketzer, 9 Kobaldblaue Drachenrüstungen, 1 Smaragdgrüne Drachenrüstung, Kaiser Nardes Bronzeharnisch, Meisterlicher Kaiser Nardes Zweihänder (zerbrochen), Verstärkter Schild aus Zyklopischer Fertigung mit dem alten Wappen Zweimühlens (WM -2/+3, BF -2, Wert: unbekannt, Insignium der Herrschaft über Zweimühlen),Meisterliches Langschwert „Geisterschwert“ (1W6+6 , BF 0, WM +0/+0, Boron geweiht und Praios geweiht, Verletzend gegen Untote), Meisterlicher Elfensäbel „Ausgleicher“ (1W6+4, BF 0 zwölffach gefaltet, WM 0/+1, Wert: 162 D),Meisterlicher Elfensäbel „Vergelter“ (1W6+7, BF 2, WM +1/0, Wert: 252), vergoldeter und runenverzierter Schmiedehammer aus Gandrabosch (Angrosch geweiht), 9 Korspieße (Kor geweiht), 4 Sonnenzepter (Praios geweiht), Butfaust's Schwarzflammendes Hackschwert „Götterschlag“ (Talent: Schwerter, 2W6+4 Dämonischer Schaden, TP/KK 12/2, BF-1, W/M +1/+1, Bluttrinker, Wider die Götter, Ewige Wunden, wird im Kampf von schwarzen Flammen umspielt, Wert: unbekannt), Anderthalbhänder des Knochentreibers (1W6+6, Wert: 75 D), 2 schartige Anderthalbhänder des Finstermanns, goldverzierter Marschalls-Stab des Cronfeldherrn von Darpatien mit Bullenkopfspitze (Dämonischer Fokus, fühlt sich kalt an, Wert: unbekannt), 1 Endurium-Dornenschwert (von Pardonas Shakagra-Jagdmeister, 1W6+6, W/M +1/+1), 1 Leichte Trollzacker Platte (Rochshazgröße), 5 Greifensterne in Bronze (Sozialstatus +1, mindestens auf 7), Adawadt's Signalhorn aus Tatzelwurmknochen (kann 1x in der Nähe des Rashdulswall Adawadt zu Hilfe rufen), Calamans Beinschienen (Teil eines magischen Rüstungssets, Zwergengröße, uralt, GE+3 bis max. 18, 21 AsP wovon jede Nacht 1 Punkt regeneriert werden, Zauber: Spurlos Trittlos, Silentium), 1 uralter bronzener Beilkopf, 1 sonnenförmiges Amulett der Zuflucht, 1 Zauberstab (Nekrorius, unzerstörbar), 1 Zauberstab (Mentor, unzerstörbar), 1 Zauberstab (Ibron Daginen, unzerstörbar), 1 Zauberstab (Pargonus von Gerasim)

Umland
Rund um Zweimühlen befindet sich fruchtbares Ackerland und so mancher Obsthain, zählte die Gegend doch einst zur Kornkammer Darpatiens. Während das Umland der Stadt aus Verteidigungsgründen auf etwa 200 Schritt frei von direkter Bebauung gehalten ist, schließen sich hieran viele einzelne Höfe und kleinere Weiler an. In der gesamten Baronie leben 8.800 Einwohner, die nach Zweimühlen ihre spärlichen Abgaben entrichten, von dort Schutz erhoffen und teils bei größeren Bedrohungen in die Stadt flüchten, bis die Gefahr abgewendet ist. Gefechte mit anderen Kriegsfürsten in den letzten Jahren haben ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Südöstlich der Stadt Zweimühlen liegt der Randolphsforst, in dem nur wenige Holzfäller und Köhler leben.

- Dorf Auenfurth -
Einwohner: 312
Garnison: -
Tempel: Efferd-Schrein
Rohstoffe und Handelsgüter: Torf (1 MP +12,5 D)
Dorfbild: Furt über die Aue; Torfstecher des Zwergmoors; fruchtbares Ackerland; wurde zuvor einmal durch die Armee „Sokramors Faust“ geplündert, als diese einen Umweg machen musste, weil die Brücke bei Rissfurth aus strategischen Gründen zerstört wurde; durch einen befestigten Weg mit Avesheim (NW) und Zweimühlen (SO) verbunden (kein Machtpunkt, in zu schlechtem Zustand)

Markt Talf

Machtpunkte: 21(+8) (8 durch Einwohner, 1 durch Fläche, 2 durch Gasthöfe, Handwerker und Händler, 6 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 4 durch Handelsrouten, 8 durch Schutzgelderpressungen und Raub)
Herrscher: Der Schwarze Ritter / Gilborn von Talf (ehemals nominell) / davor Albuin der Ketzer / davor Morgula die Hexenmeisterin von Talf / davor Kriegsfürst Mecketell

- Stadt Talf -
Einwohner: 827
Herrschaft: Harad von Winterkalt „Der Schwarze Ritter“
Garnison: 1 Lanze des Schwarzen Ritters (Brillante Ritter EK 6 / Schwere Reiterei / Raub-Freischärler) (-0 D), 34 Söldner „Die Schwarze Garde“ (Brillante Söldner EK 6 / Schweres Fußvolk / Gardetruppe) (-136 D), 10 „Wehrheimer Waldlöwen“ Armbrustschützen (Brillante Söldner EK 6 / Schützen / Söldnerschar) (-240 D), 15 Büttel (Büttel EK 2 / Leichtes Fußvolk / Miliz) (-30 D)
Lanze: Knappe (-0 D), Bannerträger (Hofherold) (-0 D), Waffenknecht (-0 D), 6 Bewaffnete (je -0 D), Travine „Die Zauberin“ (Maga und Schreiberin) (-20 D), alle beritten
Tempel: Rondra (niedergebrannt)
Gasthöfe: Gasthaus (Q5/P5) Herberge (Q7/P2), Schenke (Q7/P10), Kneipe (Q2/P4)
Handwerker: 2 berühmte Imkereien (Q6/P8) und (Q5/P3), Glasbläser (Q7/P6), Korbmacherin (Q5/P7), Zimmermann (Q2/P6), Sattler (Q5/P3), 2 Schuster (Q3/P6) und (Q5/P2), Bäcker (Q1/P2), Schwarzschmied (Q5/P7), Tischlerin (Q5/P4)
Händler: Tuchhändlerin (Q7/P7), Ausrüster (Q3/P5), 2 Lebensmittel (Q5/P7) und (Q7/P8)
Dienstleister: Barbier (Q5/P4)
Heilkundige: Medicus (Q1/P6), Heiler (Q1/P1)
Markttage pro Monat: 4
Rohstoffe und Handelsgüter: Honig, Roggen, Gerste, Glas (4 MP +50 D)
Befestigung: 3 Schritt hohe Holzpalisade ohne Wehrgang mit 8 Holztürmen, 1 breites Torhaus (südlich) und 1 Torhaus (nördlich)
Besondere Personen: Jäger Alwin
Stadtbild: Talf ist ein beschaulicher, von Fachwerkhäusern geprägter Marktflecken, der im klimatisch begünstigten, tief liegenden Westen der Baernfarn-Ebene, der an der Reichsstraße I gelegen ist. Die Gründung des Ortes geht auf die Spätzeit des Alten Reiches zurück. Nach der endgültigen Vertreibung der Orks aus der Region und der damit einhergehenden Befriedung des Landes wagten es Siedler aus der inzwischen gewachsenen Stadt Gallys, in der zwar nicht so geschützten, dafür aber fruchtbareren Lage, eine neue Existenz aufzubauen. Das genaue Gründungsjahr von Talf ist nicht überliefert, die älteste urkundliche Erwähnung in einer Gallyser Steuererhebungsurkunde wird jedoch auf das Jahr 98 v.BF datiert. Die wirtschaftlichen Grundlagen des Marktes Talf sind die Landwirtschaft - die Bienenzucht ist hier besonders zu erwähnen, Talfer Heidelandhonig hat bis nach Rommilys und Wehrheim einen vorzüglichen Ruf. Nicht minder von Bedeutung ist der Handel. Zwei Tagesreisen hinter Wehrheim und eine vor Gallys kehren viele Handelszüge auf dem Weg nach Osten hier ein und tragen ebenfalls zum Wohlstand der Siedlung bei. Geschichtlich war Talf immer wieder ein Zankapfel zwischen Zweimühlen und Gallys. Gegründet von aus dem Zentrum der Baernfarn-Ebene stammenden Siedlern war Talf ursprünglich den Herrschern in Gallys tributpflichtig. In der Ära der Priesterkaiser wurde Talf jedoch Zweimühlen zugeschlagen, was es bis in die Rohalszeit blieb. Kaiser Rohal setzte die Reichsunmittelbarkeit des Marktfleckens durch. Diese Eigenständigkeit verlor Talf jedoch in den Wirren der Magierkriege und geriet erneut in Abhängigkeit von Gallys. Während der Answinkriese setzte Fürstin Hildelind jedoch erneut den Anschluss an Zweimühlen durch, was jedoch durch die Barone von Gallys nie anerkannt wurde. Im Jahr des Feuers marschierte der Endlose Heerwurm direkt an Talf vorbei, wobei jeder getötet wurde, der sich diesem in den Weg stellte. Eine fliegende Festung Galottas, die über Talf flog, entzog vielen Steingebäuden und der einstmals stolzen Reichsstraße einen Teil ihrer Kraft. Danach wurde der Ort vom Kriegsfürst Track Keckrach geplündert, der auch den Rondra Tempel dem Erdboden gleichmachte. Zwischenzeitlich hatte auch Albuin der Ketzer, die Herrschaft über die Stadt, verlor diese jedoch an eine Hexenmeisterin, die wiederum danach vom Schwarzen Ritter erschlagen wurde. Dieser unterwarf sich dann Rogar dem „Prinz des Blutes“ und schor ihm einen Lehnseid, als dieser Talf belagerte. Das große Magistratsgebäude wurde unter der Herrschaft des Schwarzen Ritters wieder aufgebaut, ebenso wie die komplett niedergebrannte Palisade. Überall sind die verheerenden Spuren der Vergangenheit zu sehen. Talf ist durch RI mit Waidmanshus (W) und Gallys (O) verbunden, durch eine Landstraße mit Drosselfurt (N), und einen Trampelpfad mit Bruntorf (SO) (3 MP +37,5 D).

- Weiler Drosselfurt -
Einwohner: 106
Garnison: -
Tempel: Schrein von Bragh dem Sonnenbock
Gasthöfe: Schenke (Q1/P5)
Handwerker: Schneider (Q8/P1), Bäcker (Q4/P4)
Händler: Krämer (Q6/P4), Ausrüster (Q5/P10)
Rohstoffe und Handelsgüter: Roggen, Gerste (2 MP +25 D)
Weilerbild: Zehn Höfe großer Weiler, dessen Einwohner alle verstümmelt wurden, indem man ihnen die Ohren abschnitt! Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass „Die Schwarze Garde“ unter der Führung des Schwarzen Ritters dafür verantwortlich ist. Grund dafür soll die Anbetung eines Kultes gewesen sein, von dem die Bewohner sich nicht lossagen wollten. Als ab das schon nicht genug wäre, verirrte sich vor einiger Zeit ein Herrenloser Tatzelwurm, der Tatzelwurmreiter der „Blutigen Äxte“, in den Weiler und fraß über ein Dutzend Einwohner, bevor der verstorbene Zwergenheld Durgin zusammen mit Khornan, dem Waffenmeister „Der Schwarzen Lanze“, das Untier erschlagen konnten. Man sagt Durgin hätte danach regelrecht im Blut des Wurms gebadete. Die Einwohner sind immer noch total verstört und hassen ihren Herrn, sind aber viel zu eingeschüchtert, um sich gegen ihn zu erheben. Drosselfurt ist durch eine Landstraße mit Neu-Wutzenwald (N) und Talf (S) verbunden. (1 MP +12,5 D)

Junkerngut Leuenfels

Machtpunkte: 11 (3 durch Einwohner, 3 Fläche, 5 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“, in dessen Vertretung Schulze Elon „Der Waldläufer“, Halbelfischer Abenteurer (-6 D) / davor Reichsedler Ladril Klingensturm „Der Alb“ (Gefallener Elfen-Held von Zweimühlen) / Ehemalige Gardisten des verstorbenen Junkers schützen und erpressen zuvor die Landbevölkerung

- Weiler Haithol -
Einwohner: 312, davon 13 Auelfen
Garnison: im Verteidigungsfall würden die Auelfen aus dem Sumpf mit ihrem riesigen Harpyienschwarm den Weiler verteidigen
Tempel: Gott-des-Waldes-Schrein (Kult), Nanurda-Schrein (Kult)
Gasthöfe: Gasthaus (Q1/P3), Schenke (Q5/P10)
Handwerker: Tischler (Q6/P2), Töpfer (Q1/P1), Sattler (Q2/P1), Schneider (Q8/P10) Kürschner (Q5/P1), Gerber (Q6/P9)
Händler: Ausrüster (Q7/P6), Krämerwaren (Q5/P9), Lebensmittel (Q5/P2)
Dienstleister: Wahrsagerin (Q5/P7)
Heilkundige: Quacksalber (Q1/P5)
Rohstoffe und Handelsgüter: Rinder (wenig), Getreide, Kräuter, Tonwaren, Leder, Pech (+5 MP +62,5 D)
Befestigung: 2 Schritt hohe Holzpalisade
Weilerbild: Der Weiler liegt direkt am südwestlichen Rande des Harpyiensumpfes, wobei fast schon ein Drittel des Weilers im Sumpf zu versinken droht. Aber die Bewohner lieben ihren Sumpf, denn in ihm wachsen viele Pflanzen, und im Falle eines Angriffes sind die Bewohner geübt darin sich schnell in den Sumpf zurückzuziehen, in den ihnen kein Kriegsfürst folgen würde. Eine 2 Schritt hohe Holzpalisade umgibt den Ort, der hauptsächlich von seinen Torfstechern und den seltenen Kräutern, die man hier findet, lebt. Die Einwohner stehen unter dem „Faern“ (Schutz der Elfen). Die Elfen sorgen dafür, dass eventuelle Pfade zum Weiler bald wieder zu wuchern.

Umland
- Harpyiensumpf - „A’ravijen-Bog“ -
Eine versteckte Auelfensippe lebt tief im Sumpf, in der Nähe einer verborgenen bosparanischen Ruine eines Shinxir-Tempels. Zudem lebt ein riesiger Harpyien-Schwarm (50+) im gleichnamigen Sumpf, die den Auelfen zu gehorchen scheinen. Diese werden von den Elfen „A’ravijen“ genannt.

Junkerngut Ochsenwacht

Machtpunkte: 10 (0 durch Einwohner, 3 Fläche, 3 durch Großbetrieb, 4 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“, in dessen Vertretung Aromir Sohn des Gondak, Haushofmeister (-12 D) und Forgrimm Sohn des Ferolax (-10 D) / davor Chraaz „Der Verräter“ / davor Reichsedler Durgin Sohn des Dergam „Der Zwerg“ (Gefallener Zwergen-Held von Zweimühlen) / und davor die marodierende Söldnerschar der „Goldjungen“

- Weiler Dwar Runedar -
Einwohner: 183, davon 17 Ambosszwerge und 10 Hügelzwerge
Garnison: 8 Söldner „Die Goldjungen“ (Durchschnittliche Söldner EK 5 / Leichtes Fußvolk / Söldnerschar) (-128 D)
Tempel: Angrosch-Schrein (wurde vom Goblin-Kriegsfürst Chraaz geschändet und seit dem nicht wieder neu gesegnet oder geweiht)
Gasthöfe: Herberge (Q7/P5), Schenke (Q4/P5), Kneipe „Zum Höllnloch“ (Q3/P1)
Handwerker: Grobschmied (Q7/P3), Schwarzschmied (Q5/P1), Zimmermann (Q5/P2), Wagner (Q7/P3), Waffenschmiede „Durgin’s Waffenstarre“ (Q5/P9)
Großbetrieb: Grassodenerzmiene (Q7/P1/ 3 MP +37,5 D)
Händler: Ausrüster (Q1/P8), Krämerwaren (Q4/P9), Lebensmittel (Q8/P6), Waffenhändler „Zur Ochsenherde“ (Q9/P6)
Heilkundige: Heilkundiger (Q1/P6)
Rohstoffe und Handelsgüter: Grassodenerz, Wagen, Waffen, Brennholz (4 MP +50 D)
Befestigung: 2 Schritt hoher Erdwall mit 2 Schritt tiefem Graben
Besondere Personen: Gorbosch Sohn des Goram, Enkel des Rambalosch, aus der Sippe der Bradilax, Nachfahre Bergkönigs Swornir Eisenfuß’ im 18. Glied, stolzer Krieger der Groschaboroschim; Togan, Grobschmied; Calrissa, Schmiede-Lehrmaid
Weilerbild: Der kleine Weiler liegt direkt am Rand eines kreisrunden Waldes, einige Meilen nördlich der Reichsstraße I. Ein 2 Schritt hoher Erdwall mit dem dazugehörigen 2 Schritt tiefen Graben wiegt die Bewohner in einer trügerischer Sicherheit. Das wohl hervorstechendste Merkmal des Weilers ist wohl der stetig aufsteigende Rauch der Schmieden, in denen das im Ortsmittelpunkt abgebaute Grassodenerz, welches zur Gründung des Ortes führte, verarbeitet wird. Die meisten abergläubischen Räuber und Schlagetots meiden den Ort aufgrund des direkt daneben liegenden Waldes namens „Höllngrund“.

Umland
- Höllngrund -
Als verflucht geltendes, kreisrundes Waldgebiet, das keinerlei Besonderheiten aufweist, außer seinem Namen. Aber wer weiß?...

Junkergut Randolphsforst

Machtpunkte: 3 (1 Fläche, 4 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Ansgar von Hohenbûr, nomineller Junker von Randolphsforst und Kriegsveteran des Jahr des Feuers / Magister Telor „Der Zauberer“ (Held von Zweimühlen)

- Magierturm Bäreneck -
Einwohner: 2
Garnison: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Paraphenalia, Alchemika (4 MP +37,5 D)
Befestigung: Stein-Wachturm mit gusseiserner Tor-Attrappe und doppelt gesichertem geheimen Eingang
Bibliothek: Das Arcanum (stark beschädigt, Imperiale Zeichen), Artefakte und Alchemica (Festumer Edition), Der Grosze Paramanthus (Band 1 und 2), Die Macht der Elemente (schlechte Kopie), Das Große Elementarium (neue Abschrift von Sal Quensel), Geheimnisse des Lebens, Essentia Obscura, Forschungsnotizen des Nekrorius (Retro Elixier), Karte der Aventurischen Kraftlinien und Nodices
Turmbild: Am südöstlichen Rand des Randolphsforstes, versteckt stehender, quadratischer Turm von 15 Schritt Höhe und 12 Schritt Seitenlänge. Bärenfratzen Abbildungen über dem Turmeingangstor heißen einen nicht gerade willkommen. Nur die Helden von Zweimühlen und der Grassinger Rondra-Orden wissen, dass es sich um ein ehemaliges Quartier „Der Schnitter“ handelte. Nun wird der Turm als Magierturm des persönlichen Lehrmeisters Telor genutzt.

Umland
- Randolphsforst -
Ausgedehntes Waldgebiet im Süden der Baronie Zweimühlen. Hier entspringen die zwei unteren Quellbäche, die die Aue bei Bockel speisen. Angeblich soll sich hier die Hex' von Leuenfels versteckt halten. Diverse Trolltische und andere Relikte der Schratenkultur sind im Wald verborgen. Des Weiteren soll sich in diesem Wald auch der einstige Hort des großen Höhlendrachen Irfandor befinden, in dem bis vor wenigen Jahren noch ein Oger hauste, der von den „Alten Helden von Zweimühlen“ erschlagen werden konnte (siehe das Szenario „Schlangentochter und Drachenreif“). Man erzählt die Mär, dass eine schwarze Dämoneneiche die einst tief im Wald wurzelte und sich immer weiter ausbreitete, erst vom 1. Hofmagier Melwyn gebannt werden konnte. Diese Dämoneneiche war die bisher einzige Bedrohung, an der die Helden von Zweimühlen scheiterten und Hilfe von außerhalb benötigten.

Junkerngut Gerdenfelde

Machtpunkte: 11 (3 durch Einwohner, 3 durch Fläche, 5 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Reichsedler Ungolf Ferdoker „Landsknecht des Blutes“ / davor Goblin-Bande

- Dorf Gerdenfelde -
Einwohner: 312
Garnison: 23 „Kurungurs Knechte“ (Meisterliche ehemalige Söldner EK 5 / Leichtes Fußvolk und Schützen / Gardetruppe) (-92 D)
Tempel: -
Gasthöfe: Gasthaus (Q8/P5), Taverne (Q3/6), Schenke (Q4/9)
Handwerker: Schuster (Q1/P1), Töpfer (Q4/P1), Sattler (Q2/P4), Tischler (Q9/P6), Schneider (Q5/P1), Zimmermann (Q5/P1), Gerber (Q7/P2), Jäger (Q3/P4), Schafhirte (Q4/P3)
Händler: Ausrüster (Q1/P5), Ausrüster (Q7/P2), Krämerladen (Q5/P5)
Heilkundige: Quacksalber (Q8/P1)
Rohstoffe und Handelsgüter: Bauholz, Holzfertigungen, Getreide, Wild (wenig), Pilze, Wolle, Schinken (wenig) (5 MP +62,5 D)
Befestigung: 2 Schritt hohe Holzpalisade (20% beschädigt)
Besondere Personen: Walderia Leuendrescher, Hauptfrau (10 D)
Dorfbild: Der Sitz des Junkerngutes, wurde durch den Goblin-Kriegsfürsten Chraaz „Der Verräter“ im Ingerimm 1032 BF verwüstet. Es wird viel Forstwirtschaft betrieben. Das Dorf liegt nördlich der Reichsstraße I, ist durch einen Karrenweg mit Avesheim (S) verbunden und grenzt direkt an die Baronie Bröckling und den Herrschaftsbereich von Answin dem Jüngeren von Rabenmund. Seit Jahren hält sich das Gerücht um einen umgehenden Werwolf und an einigen Häusertüren sind vermehrt Schutzzeichen zu finden, um die Bestie fernzuhalten.

Umland
- Gerdenwald -
Der Gerdenwald ist der zweitgrößte Wald der Baronie, in dem die marodierenden Goblins vermutlich irgendwo ihren Unterschlupf haben, welcher bisher aber noch nicht entdeckt werden konnte, obwohl schon viele Kundschafter danach suchten.

Junkergut Gerdenwald

Machtpunkte: 24 (10 durch Einwohner, 3 durch Fläche, 2 durch Fläche, 2 durch Gasthöfe, Handwerker und Händler, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 4 durch Handelsrouten)
Herrscher: Thorwulf „Der Rote“, Despot und Bastard des Ehemanns von Ragnar der Roten

- Stadt Schönhausen -
Einwohner: 625
Garnison: 40 Schergen von „Thorwulf's Roter Haufen“ (Kompetente Schläger EK 4 / Leichtes Fußvolk / Freischärler), darunter viele Thorwaler-Flusspiraten
Tempel: Travia
Rohstoffe und Handelsgüter: Bauholz (schlechte Qualität), Fisch (1 MP +12,5 D)
Befestigung: 2 Schritt hohe Holzpalisade
Stadtbild: Sitz des Junkerguts liegt direkt an der Reichsstraße I. Es herrscht vorwiegend Land- und Forstwirtschaft und es gibt viele Handwerker und Fischer. Schönhausen ist durch die R1 mit Avesheim (W) und Waidmanshus (O) verbunden, und durch eine Landstraße mit Rissfurth (S). (3 MP +37,5 D)

- Dorf Rissfurth -
Einwohner: 468
Garnison: 10 Schergen von „Thorwulf's Roter Haufen“ (Kompetente Schläger EK 4 / Leichtes Fußvolk / Freischärler), darunter viele Thorwaler-Flusspiraten
Tempel: Efferd-Schrein
Rohstoffe und Handelsgüter: Fisch, Torf (2 MP +25 D)
Dorfbild: Ein ehemaliger Brückentroll wachte einst bei der Auenbrücke, die vor einigen Jahren zerstört wurde, um die Armee „Sokramors Faust“ aufzuhalten. Die Brücke wurde aber wieder aufgebaut, wodurch die Handelsroute auch nicht mehr unterbrochen ist. Rissfurth ist durch eine Landstraße mit Gerdenhausen (N) und Zweimühlen (SW) verbunden. (1 MP +12,5 D)

Umland
- Zwergmoor -
Das Zwergmoor ist eine Tiefebene, in dem die Zuflüsse der Aue aus Gerdenwald und Randolphsforst zusammentreffen. Das oval förmige Moor entstand vor über tausend Jahren durch einen Meteoriteneinschlag. Es kursieren Geistergeschichten und Naturglaube über diese Gegend.

Junkergut Ost-Berler

Machtpunkte: 21 (9 durch Einwohner, 2 durch Fläche, 2 durch Gasthöfe, Handwerker und Händler, 2 durch Großbetrieb, 2 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 4 durch Handelsrouten)
Herrscher: Hartwig von Rabenmund ä.H., Söldnerhauptmann und Answinist (15 D)

- Stadt Avesheim -
Einwohner: 612
Garnison: 10 Schwarze Parder (Kompetente Söldner EK 4 / Leichte Reiterei / Söldnerschar)
Tempel: Travia-Schrein und Aves-Schrein
Großbetrieb: Pferdegestüt (klein) (2 MP +25 D)
Rohstoffe und Handelsgüter: Pferde, Fisch (2 MP + 25 D)
Befestigung: 2 Schritt hohe Holzpalisade
Stadtbild: Die ehemalige Handelsstadt mit Sitz des Junkerngutes, liegt direkt an der Reichsstraße I, und ist durch diese mit Klein-Berler (W) und Gerdenhausen (O) und durch einen Trampelpfad mit Gerdenfelde (N) und Auenfurth (S) verbunden. (2 MP + 25 D)

- Dorf Klein-Berler -
Einwohner: 312
Garnison: 5 Schwarze Parder (Durchschnittliche Söldner EK 4 / Leichte Reiterei / Söldnerschar)
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: -
Dorfbild: Klein-Berler ist durch die RI mit der Stadt Berler der Baronie Königsweber (W) und Avesheim (O) verbunden. (2 MP +25 D)

Junkergut Wutzenmark

Machtpunkte: 9(-4) (3 durch Einwohner, 2 Fläche, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 1 durch Handelsroute, -4 durch Schutzgelderpressungen und Raub)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“ / sporadische Schutzgelderpressung durch „Den Schwarze Ritter“

- Dorf Neu-Wutzenwald -
Einwohner: 312
Garnison: -
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Getreide, Leder, Fleisch (3 MP +37,5 D bzw. +18,75 D)
Dorfbild: Der Name des Junkerngutes rührt aus einer langwierigen Fehde zweier Adelsgeschlechter in und um die Baronie Wutzenwald. Das Dorf Neu-Wutzenwald ist durch Landstraße mit Talf (S) und der Baronie Wutzenwald (N) verbunden. (1 MP +12,5 D)

Junkergut Erlgau

Machtpunkte: 9 (4 durch Einwohner, 1 Fläche, 2 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 2 durch Handelsrouten)
Herrscher: Bastan Erlgau (s.u.) / Nominell das Familienoberhaupt der Familie Erlgau; der letzte Überlebende der Familie ist Bastan Erlgau, ein ehemaliger Zweimühler Schütze

- Dorf Waidmanshus -
Einwohner: 468
Garnison: -
Tempel: Rondra-Schrein
Rohstoffe und Handelsgüter: Getreide, Hopfen (2 MP +25 D)
Dorfbild: Das Dorf Waidmanshus wechselt häufig den Besitzer (Thorwulf der Rote / Der Schwarze Ritter) und ist durch R1 mit Schönhausen (W), Talf (O) und einen Pfad mit Tollsheim (S) verbunden.

Junkergut Suedfelde

Machtpunkte: 7 (4 durch Einwohner, 1 Fläche, 1 durch Rohstoffe und Handelsgüter, 1 durch Handelsroute)
Herrscher: ist seit über einem Jahr von einem Söldnerbanner der Wehrheimer Waldlöwen unter der Führung von Colonella Ghulsheva (war Mitglied des Schwarzen Bunds des Kor) besetzt / Horam von Orkentod zu Suedfelde ist aber der nominell Herrscher

- Dorf Neu-Wehrheim -
Einwohner: 468
Garnison: 50 Wehrheimer Waldlöwen (Brillante Söldner EK 6 / Leichtes Fußvolk / Söldnerschar) die hier ein Söldnerlager unterhalten, das Leomar vom Berg als verlängerter Arm dient
Tempel: Rondra-Schrein (zerstört), Kor-Schrein auf dem Schlachtfeld mit Mantikor-Statue
Rohstoffe und Handelsgüter: Vieh (wenig), Waffen (1 MP +12,5 D)
Befestigung: diverse Barrikaden an den Dorfgrenzen und innerhalb des Dorfes
Dorfbild: Die Söldnerschar hat sich im Dorf regelrecht verschanzt und diverse Barrikaden errichtet, was das ganze Dorf zu Schwierigem Gelände macht und den Verteidigern einen Vorteil verschafft. In der Nähe des Dorfes befindet sich ein Schlachtfeld auf der Landstraße zwischen Zweimühlen und Neu-Wehrheim. Hier wurde das letzte Aufgebot der Stadt Zweimühlen im Jahr des Feuers geschlagen, bevor die Stadt in die Hand diverser Kriegsfürsten fiel. Neu-Wehrheim ist durch eine Landstraße mit Zweimühlen (N) und der Baronie Ochsenweide (S) verbunden. (1 MP +12,5 D)

Junkergut Bockel

Machtpunkte: 11 (6 durch Einwohner, 2 Fläche, 2 durch Großbetrieb, 1 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Junkerin Aldare von Zwerch (Junkerin von Bockel, Schwester von Efferwulf von Zwerch, des ehemaligen Hauptmanns der Zweimühler Stadtwache, der Nekrorius als eine von einem Nephazz besessene Leiche diente) / davor Burgul „Der Bucklige“ (?)


- Dorf Bockel -
Einwohner: 312
Garnison: 10 Pikeniere (Kompetente Soldaten EK 4 / Schweres Fußvolk / Gardetruppe)
Tempel: -
Großbetrieb: Tongrube (Q5/P3/2 MP +25 D)
Rohstoffe und Handelsgüter: Bauholz (wenig), Getreide (1 MP +12,5 D)
Dorfbild: Das Dorf Bockel beinhaltet den provisorischen Sitz des Junkerguts und liegt in der Nähe der Bockelburg. Das Dorf ist durch einen Pfad mit Zweimühlen (W) und Tollsheim (O), und durch die Aue mit Rissfurth (NW) verbunden.

- Dorf Tollsheim -
Einwohner: 312
Garnison: 5 Zweimühler Pikeniere (Kompetente Soldaten EK 4 / Schweres Fußvolk / Gardetruppe)
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Bauholz (wenig), Getreide (1 MP +12,5 D)
Dorfbild: Tollsheim ist durch einen Pfad mit Bockel (W), Waidmanshus (N) und Torf (O) verbunden.

- Befestigung Bockelburg -
Einwohner: außer der Garnison keine Bewohner
Garnison: 12 Elite-Todesfänger (Vollendete Schläger EK 7 / Schweres Fußvolk / Gardetruppe) (-72 D)
Verlassene Golemwerkstatt: Hochwertige Meißel, Hochwertige Spitzhacke, Hochwertiger Hammer, Hochwertiger Fuchsschwanz, 27 Beschwörungskerzen (E), 5 Beschwörungskreiden (E)
Befestigung: Burg mit Katakomben und Fluchttunnel
Besondere Personen: Rondrian Pulvertreu „Der Fette Ron“
Burgbild: Die Bockelburg, die im Jahre 81 BF fertig gestellt wurde, ist eher ein großer ummauerter Wohnturm mit einer Grundfläche von etwa 300 Rechtsschritt (17,5m x 17,5m). Der Turm, in dem es spuken soll, wurde auf einer Felsnadel der Grauzähne in der Nähe des Randolphforstes, auf den Überresten einer uralten Troll-Ruine erbaut, von der nur noch die längst vergessenen und zugemauerten Katakomben existierten. Die Bockelburg diente bis zur Zeit der Priesterkaiser als Domizil derer von Rohning und diente den Baronen und Vögten von Grassing einst als Residenz, bis Burg Grassing erbaut wurde. Ohne magische Unterstützung oder aufwendige Belagerung (die wegen des Fluchttunnels kaum lückenlos sein kann) ist die Bockelburg praktisch nicht einzunehmen. Seit 1022 BF wurde der große Turm zunächst nicht mehr instand gesetzt, unter anderem weil zwei Maurergesellen spurlos verschwanden und auf Grund der Hohen Kosten. Eine Bande Goblins unter Führung des berüchtigten Orkhäuptling Ulag nistete sich daraufhin im verlassenen Turm ein, welcher jedoch von einem Truppenverband von Gallys und der Reichsstadt Zwerch vertrieben werden konnten. Erst im Jahr 1027 BF ließ Baron Kevin von Grassing das Bollwerk wieder instand setzen. Aber im Zuge des Jahrs des Feuers viel die Bockelburg in einer wilden Schlacht und wurde wieder teilweise zerstört. Nachts gehen dort die Geister vieler Soldaten und Söldner um, die sich dort damals ein heftiges Gefecht lieferten und dabei so grausam und hinterhältig aufeinander einschlugen, dass sich selbst die Frau Rondra abwandte und die Kämpfenden verfluchte…
Die Geheimnisse um das was vor wenigen Jahren in den Tiefen der Katakomben versehentlich erweckt wurde und schlussendlich vernichtet wurde, werden von den verbleibenden „Helden des Blutes“ gehütet. Die Bockelburg ist der ehemalige Sitz des Junkerguts und die ehemalige Basis der Freischärler von Maline Ochsenbrecher und wurde von Kriegsfürst Rogar von Zweimühlen einfach kurzerhand der Baronie Zweimühlen zugeordnet, dann aber später als Reichsbaron wieder dem Junkergut Bockel zugeordnet. Dennoch könnte sie im Falle eines Angriffs vom dem nahegelegenen Zweimühlen als Fluchtburg genutzt werden, sofern man genug Zeit hat sich dorthin zurückzuziehen. Heute dient sie den ein Dutzend Elite-Todesfängern als Basis, die sich schon in vielen Schlachten bewiesen haben.

Junkergut West-Baernfarn

Machtpunkte: 8 (-4) (3 durch Einwohner, 2 Fläche, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter, -4 durch Schutzgelderpressung und Raub)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“ / sporadische Schutzgelderpressung durch „Den Schwarzen Ritter“

- Dorf Bruntorf -
Einwohner: 312
Garnison: -
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Leder, Fleisch, Rinder (3 MP +37,5 D bzw. +18,75 D)
Dorfbild: Bruntorf ist durch einen Pfad mit Talf (N) und Torf (S) verbunden.

Junkergut Torf

Machtpunkte: 8 (4 durch Einwohner, 1 Fläche, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Junker Gilborn von Talf, ehemals nominell Junker von Talf

- Dorf Torf -
Einwohner: 468
Garnison: 10 Zweimühler Infanterie (Kompetente Soldaten EK 4 / Schweres Fußvolk / Gardetruppe)
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Rinder, Schinken, Leder (3 MP +37,5 D)
Dorfbild: Torf ist durch zwei Pfade mit Tollsheim (NW), Bruntorf (N) und der Baronie Grassing (SO) verbunden.

Junkergut Östlich-Ochsenwacht

Machtpunkte: 11 (3 durch Einwohner, 1 Fläche, 7 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Alrike von Zweimühlen zu Östlich-Ochsenwacht, Ritterin / wurde zuvor von Albuin dem Ketzer und danach von Ibron Daginen beherrscht

- Dorf Stapelsen -
Einwohner: 312
Garnison: 1 Lanze Zweimühler-Schlachtreiter (Vollendete Lanze EK 7 / Schwere Reiterei / Adlige Freischärler)
Tempel: Praios-Schrein
Rohstoffe und Handelsgüter: Bauholz (besser), Schnitzereien (3 MP +37,5 D)
Dorfbild: Das Dorf Stapelsen ist hauptsächlich von der Forstwirtschaft geprägt und durch eine Landstraße mit Orten aus der Baronie Friedwang (N) und der Baronie Gallys (SO) verbunden.

- Weiler Gellborn -
Einwohner: 125
Garnison: -
Tempel: Peraine Schrein, Praios Altar
Gasthöfe: Gasthaus (Q5/P5)
Handwerker: Mühle (Q4/P1), Kerzenzieher (Q1/P2), Imkerei (14 Bienenstöcke Q1/P2)
Rohstoffe und Handelsgüter: Roggen, Gerste, Mehl, Wachskerzen (4 MP +50 D)
Weilerbild: Gellborn hat neun Höfe, wovon der reichste davon der Berkelshof ist, in dem Albuin „Der Ketzer“ sein Hauptquartier hatte, bis er von Reichsbaron Rogar erschlagen wurde, als deren beiden Heere zufällig aufeinander trafen. Ibron Daginen, ein magiebegabter Alchemist, der sich danach hier niederließ, versklavte den zu dem Zeitpunkt hier stationierten Hauptmann der Todesfänger mit einem Sklavenarmreif und machte dessen Räuber süchtig nach Samthauch. Ibron Daginen wurde daraufhin von Telor „Dem Zauberer“ mit einer Flammenlanze, vor den Toren der Stadt Zweimühlen getötet. Im Weiler und in der Unmittelbaren Umgebung ist das Wirken jeglicher Magie, durch ein immer noch anhaltendes Praios-Wunder nicht möglich, ein Wunder das Albuin der Ketzer wirkte…

Junkergut Vierweiden

Machtpunkte: 4 (1 Fläche, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „der Barbarenprinz des Blutes“ / davor Bäurische Selbstverwaltung bzw. Schutzbund

- Weiler Vierweiden -
Einwohner: 50
Garnison: -
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Getreide, Wolle, Vieh (Schafe, Ziegen) (3 MP +37,5 D)

Junkergut Westfelde

Machtpunkte: 4 (1 Fläche, 3 durch Rohstoffe und Handelsgüter)
An der Grenze zur Baronie Königsweber und Baronie Ochsenweide
Herrscher: Reichsbaron Rogar von Zweimühlen „Der Barbarenprinz des Blutes“

- Weiler Westfelde -
Einwohner: 50
Garnison: -
Tempel: -
Rohstoffe und Handelsgüter: Getreide, Vieh (Ziegen), Wein (3 MP +37,5 D)

Finanzen
[1 Machtpunkt ist immer gleichbedeutend mit einem Gegenwert von 12,5 Dukaten. Goldmarkierte Machtpunkte sind die, von denen der Reichsbaron profitiert. Alle anderen Machtpunkte (normale Schriftfarbe) unterstehen Junkern, Edlen, Despoten oder sind vom Feind besetzt. Generell sind alles Monatsangaben.]

Einwohner-Steuereinnahmen: gesamt +312,5 D
[Hierunter fallen die Grundsteuer, die Abgaben der Handwerker und der Stadtbewohner. Pro 100 Einwohner 1 Machtpunkt und dadurch je +12,5 Dukaten, den größten Teil davon in Naturalien, unter 200 Einwohner aber keine Machtpunkte]

Zweimühlen (19 MP +237,5 D), Talf (8 MP +100 D), Leuenfels (3 MP +37,5 D), Gerdenfelde (3 MP +37,5 D), Gerdenwald (10 MP +125 D), Ost-Berler (9 MP +112,5 D), Wutzenmark (3 MP +37,5 D aber zurzeit nur +18,75 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Erlgau (4 MP +50 D), Suedfelde (4 MP +50 D entfällt aufgrund Besatzung von Wehrheimer Waldlöwen), Bockel (6 MP +75 D), West-Baernfarn (3 MP +37,5 D aber zurzeit nur +18,75 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Torf (4 MP +50 D), Östlich-Ochsenwacht (3 MP +37,5 D)

Flächen-Steuereinnahmen: gesamt +162,5 D
[Hierunter fallen die Pachteinnahmen. Die Machtpunkte durch Fläche errechnen sich aus der Fläche des landwirtschaftlich bebaubaren Territoriums. Im Falle eines Junkerngutes sind dies zwischen 1 bis 3 Machtpunkte. Konnte das Land jedoch Aufgrund von Verheerungen, Belagerungen oder durch einen zu langen Heerbann nicht bewirtschaftet werden, fallen diese teilweise oder gar komplett aus.]

Zweimühlen (3 MP +37,5 D), Talf (1 MP +12,5 D), Leuenfels (3 MP +37,5 D), Ochsenwacht (3 MP +37,5 D), Randolphsforst (1 MP +12,5 D), Gerdenfelde (3 MP +37,5 D), Gerdenwald (3 MP +37,5 D), Wutzenmark (2 MP +25 D aber zurzeit nur +12,5 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Erlgau (1 MP +12,5 D), Suedfelde (1 M +12,5 D entfällt aufgrund Besatzung von Wehrheimer Waldlöwen), Bockel (2 MP +25 D), West-Baernfarn (2 MP + 25 D aber zurzeit nur +12,5 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Torf (1 MP +12,5 D), Östlich Ochsenwacht (1 MP +12,5 D), Vierweiden (1 MP +12,5 D), Westfelde (1 MP +12,5 D)

Gasthöfe-, Handwerker- und Händler- Steuereinnahmen: gesamt +25 D
[Nur jene die einen überdurchschnittlich hohen Gewinn machen (also nicht jeder Harzkrämer), und auch max. nur 1 Machtpunkt. Generell sollten Gewinne hierdurch die Ausnahme sein.]

Zweimühlen (2 MP +25 D), Talf (2 MP +25 D), Gerdenwald (2 MP +25 D), Ost-Berler (2 MP +25 D)

Großbetriebe-Steuereinnahmen: gesamt +87,5 D
[Großbetriebe wie z.B. eine Brauerei, Spinnerei, Weberei, Drahtzieher, Stellmacherei, Druckerei, Buchbinderei, Papiermühle, Käserei, Gießerei, Arena, Mine, Bergwerke und Steinbrüche und bringen zwischen 2 bis max. 5 Machtpunkte.]

Zweimühlen (4 MP, Brauerei, Stellmacherei +50 D), Ochsenwacht (3 MP, Grassodenerzmiene +37,5 D), Ost-Berler (2 MP, kleines Pferdegestüt +25 D), Bockel (2 MP, Tongrube +25 D)

Rohstoffe- und Handelsgüter-Steuereinnahmen: gesamt +337,5 D
[Hierunter fallen Steuern auf bestimmte Produkte und Marktsteuern. Ein herkömmliches Handelsgut bzw. Rohstoff bringt stets 1 Machtpunkt. Ausnahmen hiervon sind Kohle, Silber, Meteoreisen, Paraphenalia, Alchemika und Sklaven, die 2 bis 4 Machtpunkte einbringen.]

Zweimühlen (9 MP +112,5 D), Talf (6 MP +75 D), Leuenfels (5 MP +62,5 D), Ochsenwacht (4 MP +50 D), Randolphsforst (4 MP +50 D), Gerdenfelde (5 MP +62,5 D), Gerdenwald (3 MP +37,5 D), Wutzenmark (3 MP +37,5 D aber zurzeit nur +18,75 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Erlgau (2 MP +25 D), Suedfelde (1 MP +12,5 D entfällt aufgrund Besatzung von Wehrheimer Waldlöwen), Bockel (1 MP +12,5 D), West-Baernfarn (3 MP +37,5 D aber zurzeit nur +18,75 D aufgrund Schutzgelderpressungen durch Schwarzen Ritter), Torf (3 MP +37,5 D), Östlich Ochsenwacht (7 MP +87,5 D), Vierweiden (3 MP +37,5 D), Westfelde (3 MP +37,5 D)

Handelswege-Steuereinnahmen: gesamt +12,5 D
[Hierunter fallen Weg- und Grenzzölle auf Straßen und Brückenzoll. Die Reichsstraße I bringt aufgrund ihres Schlechten Zustandes nur 2 Machtpunkte, die Reichsstraße II bringt 3 MP, die Alte Silberstraße 2 MP, die Neue Silberstraße 2 MP, der Niedermarschenpfad 2 MP, der Zoilernward 1 MP und sonstige Landstraßen die auf der großen Wildermark-Karte verzeichnet sind bringen 1 MP. Sonstige Wege und Pfade sind zu klein und werden von Händlern so gut wie nicht genutzt. Flüsse wie der Dergel bringen 2 MP, und solche wie der Gernat oder der Olku bringen 1 MP. Kleinere Flüsse hingegen sind unbedeutend. Handelsrouten können durch Heerhaufen, Wegelagerer, Brückentrolle oder Flusspiraten blockiert oder vermindert werden.]

Reichsstraße I (5x 2 MP, Talf, Waidmanshus, Gerdenhausen, Avesheim, Klein-Berler), Landstraße (4x 1 MP, Neu-Wehrheim, Zweimühlen, Rissfurth, Gerdenhausen) +12,5 D, Landstraße (2x 1 MP, Talf, Drosselfurt, Neu-Wutzenwald)

Korruptions-Einnahmen: keine Korruption
[In einer Stadt wie Zweimühlen kommt es pro Monat zu 1W3-1 Bestechungsversuchen. Bei jedem Bestechungsversuch können durchschnittlich einmalig 12,5 Dukaten eingesackt werden. Korruption ist in der Wildermark Gang und Gäbe. Zeigt sich ein Kriegsfürst oder Baron aber als unbestechlich, bleiben zukünftige Korruptionsversuche aus.]

Unter der Hand: +37,5 D
[Dies sind spezielle monatliche Sondereinnahmen die im Spiel zustande kommen können, wie z.B. der Geheimen Markthalle im Phextempel in Zweimühlen]

Sterbfall: +220 D
[Die Landvergabe an die Bauern ist in der Regel erblich. D.h. dem Kopf einer Bauersfamilie wird das Nutzungsrecht vom Baron erblich und auf Widerruf überlassen. Aber eines bleibt beim Tode des Familienoberhauptes immer gleich: Das „Sterbgeld“. Diese oft beträchtliche Summe muss vom neuen Familienoberhaupt an den Baron gezahlt werden, damit dieser die Überlassung des Nutzungsrechtes dem Erben formell bestätigt. So wird der Abgang des lieben Verstorbenen auch im Rahmen der weltlichen Ordnung bezeugt. Berechnet werden die Einnahmen durch Sterbfall durch Anzahl der Gesamteinwohner der Baronie : 100 x 2,5]

Weingeld: +66 D
[Dem Baron sind nicht nur zu traurigen, sondern auch zu freudigen Anlässen ein gewisser Betrag zu entrichten. Wird ein Traviabund eingegangen, wird das Weingeld erhoben. Dieses ist ein Zeichen, dass die Brautleute in göttlicher wie in weltlicher Ordnung vermählt sind. Der Begriff stammt aus dem Alten Reich, wo die Bauersleut diese Abgabe in Wein zu leisten hatten. Heute können auch andere Naturalien oder Geld gegeben werden. Während einer Belagerung entfällt dieses Einkommen. Berechnet werden die Einnahmen durch Weingeld durch Anzahl der Gesamteinwohner der Baronie : 100 x 0,75 ]

Wehrsteuer: nur wenn der Heerbann ausgerufen wird
[Alle Einwohner der Baronie außer Geweihten, Kindern, Kranken, Gebrechlichen, Alten, werdenden und stillenden Müttern unterliegen prinzipiell der Wehrpflicht bzw. dem Heerbann. In der Praxis stellt jede Familie meist eine Person als Waffentreuen ab. Reiche Bauern können sich und andere vom Dienst im Heerbann frei kaufen. Das kostet sie pro Person und Götterlauf 20 Dukaten. Es wird in diesem Fall mit dem W20 ermittelt, wie viele sich freikaufen.]

Ausgaben für Baroniehofhaltung und Führungspersonen: gesamt -244,5 D

Ausgaben für Garnisonen: gesamt -564 D
10 Zweimühler Schützen -60 D (je 6 D), 21 Zweimühler Torgardisten -84 D (je 4 D), 19 Trollzacker Barbaren -0 D, 5 Meutemeister -20 D (je 4 D), 8 Goldjungen -64 D (je 8 D), 12 Elite-Todesfänger -72 D (je 6 D), 50 Todesfänger -200 D (je 4 D)

Unterhalt der Burgen: gesamt – 54 D
[Der Unterhalt einer Burg in der umkämpften Wildermark kostet pro Götterlauf und Rechtschritt ummauerte Burgfläche 3 Silber. Dieser Betrag muss dann noch durch 12 geteilt werden, um die monatlichen Kosten zu erhalten. Es gibt für Burgen grob drei Kategorien: Die große Burg hat ca. 15.000 Rechtschritt, eine mittlere 8.000, eine kleine 1.000.]

Zweimühler Grafenburg, 637 Rechtschritt Grundfläche, rund - 16 D
Bockelburg, 1225 Rechtschritt Grundfläche, rund -31 D
Turm Bäreneck, 144 Rechtschritt Grundfläche, rund -7 D

Instandhaltung der Straßen: gesamt -31 D
[Straßen verursachen dem Baron erhebliche Kosten. Das Militär braucht Marschwege, der höhere Adel bequeme Straßen und alle lieben die Einnahmen aus dem Handel. Reichsstraßen gehören - wie der Name schon sagt - dem Reich. Das Reich trägt die Baukosten und die Baronie den Unterhalt.]

50 Reichsstraßen-Meilen (4 Silber pro Meile) -20 D
40 Landstraßen-Meilen (2 Silber pro Meile) -8 D
20 Nebenstraßen-Meilen (1 Silber pro Meile) -2 D
100 Karrenwege-Meilen (5 Heller pro Meile) -1 D

Instandhaltung der Brücken: gesamt -10 D
[Eine Holzbrücke kostet bei 10 Schritt Länge pro Monat 1 Dukat, bei Steinbrücken werden es schnell 2 Dukaten pro 10 Schritt Brückenlänge.]

2 Holzbrücken zu je 10 Schritt Länge -2 D
4 Steinbrücken zu je 10 Schritt Länge -8 D

Restliche Infrastrukturkosten: -25 D
[Hierunter fallen die Kosten für das Betreiben von Zollhäusern, Unterhalt für das Zeughaus und die anderen diversen Kammern, die Großscheuer mit den Kornreserven für Notzeiten, Gebäudezuschüsse für Wehrhöfe in unruhigen Ecken der Baronie, ggf. Dämme an Flüssen und Teichen, größere Be- und Entwässerungsgräben etc. pp. Alle diese Infrastrukturausgaben hängen von dem Besiedlungstypus der Baronie ab. Ödlande kostet 8 D, Wildnislande kosten 13 D, Grenzungen kosten 16 D, Mischlande kosten 21 D, Wohlpflege kostet 25 D, Kulturlande kostet 50 D. Im Falle der Baronie Zweimühlen ist der Besiedlungstypus „Wohlpflege“.]

Einquartierungs- und Bewirtungskosten: -160 D
[Hierunter fallen Ausgaben für hochgestellte Gäste und Einquartierung von Offizieren. In der unruhigen Wildermark in der im Grunde Kriegsähnliche Zustände herrschen, sind diese besonders hoch. Armselige Einquartierung bzw. Bewirtung kostet 116 D, Normal kostet 160 D, Gediegen kostet 250 D, Prunkvoll kostet 666 D.]

Zuwendungen und Dotierungen: -110 D
[Hierunter fallen vor allem Kosten für Hinterbliebene und Dienstunfähige, sowie Kosten für eventuelle Bastarde des Barons. Bei einer Baronie der Größe von Zweimühlen betragen diese 110 D. Ein Sinken oder Steigen der Bevölkerungszahl hat entsprechende Auswirkungen auf die Dotierungen.]

Tierkosten: gesamt -87 D
14 Pferde (3 D pro Pferd) -42 D
18 Zweimühler Bluthunde (2,5 D pro Hund) -45 D

Monatlicher Gesamtgewinn/-verlust: -24,5 D
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 12.01.2013 19:55, insgesamt 17-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Maha Vairocana » 05.11.2012 01:00

Hier die versprochene Karte:
http://www.dsa4forum.de/gallery/image.p ... age_id=402

Kritik kann gerne per PN an mich gesendet werden.

Inhalt ergänzt am 05.11.2012 20:56

Nach mehrfachen Bitten meines Freundes, habe ich jetzt noch die Wappen farbig in die vorherige Karte eingefügt:
Bild

Hoffe sie gefällt euch auch.
Zuletzt geändert von Maha Vairocana am 05.11.2012 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 07.11.2012 23:15

Kapitel I - Herbst der Diplomatie

... und Zweimühlen brannte

1. Spielabend: Intro

Zweimühlen, Anfang Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der riesenhafte Baron, der jeden Mann in seinem Reich überragte, saß auf seinem unbequemen Thron, in der prachtvoll ausgestatteten Halle seiner Zweimühler Grafenburg. Die Bezeichnung Burg war aber sicherlich übertrieben. Dennoch bot sie ihm, seiner Frau Cecilia von Zweimühlen, seinem neugeborenen Sohn, und all seinen Bediensteten, samt seiner wertvollen Schätze genug Platz. Auf seinem Kopf ruhte der Baronsreif mit seinen sechzehn Perlen, den Thorn Eisinger eigens für ihn geschmiedet hatte, und den er damals von der Kaiserin höchst selbst überreicht bekam. Nachdenklich stützte er sich auf seine große Faust und blickte in die geistige Ferne.
Das letzte Jahr war ungewöhnlich ruhig in der Wildermark, und hatte ihm sogar erlaubt auf abenteuerliche Reisen zu gehen. Es hatte ein trügerischer Frieden in der Baronie Zweimühlen geherrscht. Sein Reich war zu dieser Zeit im Grunde nur noch von Verbündeten umgeben gewesen. Mit der südwestlichen Baronie Ochsenweide und deren Baronin Beergard von Rabenmund, hatte er ein Bündnis geschlossen, und auch mit der westlichen Baronie Königsweber hatte er einen Bund ausgehandelt. Mit der Baronie Bröckling im Nordwesten und Answin „Dem Jüngeren“ von Rabenmund hatte er zumindest einen Waffenstillstand. Mit Aldoron „Dem Schlächter“ vom Wutzenwald, hatte er ebenfalls ein Bündnis ausgehandelt. Seit dem Tod von Oleana III. „Der Khoramsbestie“ von Friedwang, die im Trollblumen Aufstand von ihren eigenen Untertanen gestürzt worden war hatte er auch von der Baronie Friedwang nichts mehr zu befürchten. Und auch mit Arnhild von Darbonia „Der Windkönigin“ von Gallys bestand ein äquivalentes Bündnis. Die Baronie Grassing befand sich neben der Baronie Zweimühlen unter seiner eigenen Herrschaft. Aber das alles war einmal!
Der Falkenbund um Ucurian von Rabenmund war nach Grassing vorgedrungen und hatte die Baronie im Handstreich erobert. Rogars bisher immer treu ergebene Tiefschwarzen Parder, eine seiner Elite Truppen, hatte zusammen mit Obristin Tarnit, die Seite gewechselt und kämpfte nun für den Feind. Auch zu seinen Kriegsknechten in Grassing und zu seiner Spionin Fenia Rundarek „Der Zerbrochenen“, war der Kontakt abgebrochen. Beergard von Rabenmund hatte sich ebenfalls dem Falkenbund angeschlossen, wodurch diese von einer Verbündeten zu einer Kontrahentin wurde. Durch die kurz darauf folgende Schlacht um Berler, in die Baron Rogar mit seinen Truppen, auf Seiten der Kaiserlichen eingegriffen hatte, betrachtete der Baron von Bröckling den Waffenstillstand als gebrochen. Auch wenn der Rabenmunder, der sich selbst als das Oberhaupt seiner Familie bezeichnete, weder selbst, noch seine Ritter an der Schlacht teilgenommen hatten, so waren doch viele andere Adlige von dessen Haus auf der Gegenseite der Schlacht vertreten gewesen. Fast kam es dem Trollzacker so vor, als hatte Answin d. J. nur nach einem Grund gesucht, denn Gerüchten zufolge war er eigentlich sogar ein Kontrahent von Ucurian von Rabenmund. Die Baronin von Gallys hatte währenddessen einen ungeheuren Machtbasiszuwachs erfahren. Vierhundert Tulamidische Reiter unter Temyr al’Damacht ibn Tarik, hatten sich ihr angeschlossen, womit die Windkönigin nun über die größte Reiterei der Wildermark verfügte. Das Bündnis mit der ehemaligen Statthalterin Rhazzazors, war nun alles andere als sicher, wenn es das je gewesen war. Und dann war da noch die Sache mit der Baronie Königsweber. Sein ehemaliger Bündnispartner dort, war eigentlich gar nicht der rechtmäßige Baron, sondern nominell Praiodan von Bregelsaum, dem er noch nie begegnet war. Sein Bündnis mit Königsweber war somit ebenfalls hinfällig. Verdammte Diplomatie! Er hatte sich eigentlich eingebildet bisher alle diplomatischen Fallstricke im Vorfeld erkennen und umgehen zu können. Nun aber wurde seine verbliebene Baronie Zweimühlen von immer mehr eher feindlich Gesonnenen eingekesselt. Ludalf von Wertlingen, der Marschall der Wildermark hatte zwar die Schlacht um Berler gewonnen, war aber nun mit seiner Greifengarde in Hartsteen am Verhandlungstisch mit Ucurian gebunden, wo ihm das immer noch beachtliche verbliebene Heer des Falkenbundes gegenüberstand. Kaiserin Rohaja von Gareth war derweil unterwegs nach Elenvina, wo sie versuchte zwischen den beiden Brüdern und Erben von Herzog Jast Gorsam vom Großen Fluss zu vermitteln, der jüngst einem Attentat zum Opfer gefallen war.

Rauch am Horizont:

Zweimühlen, 15. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Während die Verhandlungen in Hartsteen zwischen Ludalf und Ucurian andauerten mehrten sich verschiedene Gerüchte. Erst waren es nur einzelne Booten mit unheilvoller Kunde, bald darauf strömten aber ganze Flüchtlingszüge Richtung Süden und suchten aufgrund seines heldenhaften Rufs natürlich gezielt in der Baronie Zweimühlen Schutz. Eine junge Schreiberin namens Larissa Goschner, die nun um Anstellung an seinem Hofe erbat, war auch unter den Flüchtlingen und berichtete, dass im Norden Weidener Ritter in die Wildermark vorgedrungen waren, um das Herzogtum Weiden um ein paar Baronien zu erweitern! Die Gerüchte um einen Troll in Zweimühlen waren eher viel versprechend und Rogar, der selbst einer der seltenen Rochshazi seines Volkes war, hoffte mit diesem in Kontakt treten zu können, um ihn auf seine Seite zu ziehen. Aber die Gerüchte eines Mönches vom Orden des Heiligen Badilak, waren umso besorgniserregender. Dieser erzählte, dass mehrere Dörfer nahe dem Sichelgebirge gebrandschatzt, ihre Bewohner auf grausamste Weise niedergemetzelt und noch nicht einmal begraben worden waren. Aber bei dem, was der Bettelmönch noch sagte, verkrampfte sich der Magen des riesigen Barons und die anwesenden Wachen im Thronsaal hielten den Atem an – der Finstermann hätte sich erneut erhoben um mit seinen Untoten das Land heimzusuchen! Rogar hatte sofort nach seinem Vasall, dem Schwarzen Ritter und dessen Zauberin Travine schicken lassen. Aber auch Ritterin Alrike von Zweimühlen, die Amazone Rhulana von Kurkum und den Trollzacker Stammeskrieger Bashot Grim hatte er in seinen Thronsaal gerufen, um ihnen davon zu berichten. Wie konnte es wahr sein, dass der Finstermann erneut auferstanden war, nachdem er schon dreimal besiegt und sogar dessen Seele in der Alptraumwelt seine ewige Ruhe gefunden hatte? Boronian Angermacher, sein Tempelmeister hatte ihm versichert, dass der Finstermann sich niemals mehr zu neuen Unleben erheben könne. Und als ob das alles nicht schon genügte, überbrachte seine Trollzacker Kundschafterin und Hofheroldin Rana Rôhaschta, noch mehr schlechte Nachrichten. Sie berichtete in Gegenwart der anderen Helden, dass ein Söldnerheer in der Baronie Oppstein wütete, wobei nicht klar war, wem es diente. Besagte Söldner seien wild zusammengewürfelt. Schwere Reiter befanden sich ebenfalls unter ihnen wie gemischtes Fußvolk und Barbaren! Ihre damaligen Worte lagen lange Raum: „Ihr seid zu sorglos mein Baron. Im Osten werden dunkle Pläne geschmiedet. Was tun wir jetzt Herr?“

Die Walpurgenbotschaft:

Zweimühlen, 16. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Am nächsten Tag erreichte Wulfbrand von Rosshagen, Baron von Dergelsmund die Stadt Zweimühlen. Der alte Bekannte und gute Freund von Rogar, war mehr tot als lebendig! Bewusstlos und aus zahlreichen Wunden blutend, hatte sein Schlachtross ihn bis vor die Toren der Stadt geschleppt. Blutüberströmt und vor Wundfieber zitternd, brauchte es schon einen mächtigen Heilzauber von Travine, um ihn wieder ins Bewusstsein zu holen, während sich der Priester der Peraine Pyglaion dyll Gar’en, um dessen Erkrankung kümmerte. Wulfbrand war gekommen um Rogar zu warnen. Auch er hatte die beunruhigenden Gerüchte vernommen, gerade als er sich in der Nähe der Stadt Gallys befand. Einem wahren Hochadligen gebührend, hatte er sich zusammen mit seinen Waffentreuen auf den Weg in die Baronie Oppstein gemacht, um dort mehr über besagtes Heer zu erfahren. Wörtlich sagte er: „Ein solches Heer hat meine Heimat seit Jahren nicht mehr sehen müssen, doch die Götter haben ihre Gnade fallen lassen. Es muss um die 1.000 Köpfe zählen, vielleicht weniger, ich fürchte mehr. Fast die Hälfte von ihnen ist beritten. Ich sah ebenso Ritter wie wilde Barbaren auf Tatzelwürmern und Streitwägen!“ Rogar und auch der Schwarze Ritter mussten sich verhört haben. Wulfbrand übertrieb sicherlich.
„Den schrecklichsten Anblick bietet ihre Anführerin: Varena von Mersingen, die Drachenmeisterin. Doch sie ist nicht alleine. Deutlich erblickte ich das dunkle Banner Transysiliens. Die Verfluchte steht im Bündnis mit dem Dunklen Herzog Arngrimm von Ehrenstein!“ Ob dieser selbst seinen Teil der Truppen führte wusste er nicht. Jedenfalls berichtete er weiter, dass er und seine Getreuen entdeckt wurden, und von der Vorhut unter dem Kommando einer „grässlichen Trollzackerin mit hängender Unterlippe und Schmuck aus abgetrennten Ohren“ gehetzt wurden. Rhana erkannte anhand der Beschreibung direkt ihre Schwester Lhal’a Rôhaschta, der sie schon seit Jahren nicht mehr begegnet war. Ihre Schwester war den Weg der Horde gegangen, während Rhana Rogars Weg beschritten hatte. Sie hoffte ihrer großen Schwester so lange wie möglich aus dem Weg gehen zu können.
Während die Trollzackerin noch in Gedanken bei Lhal’a war, berichtete Wulfbrand weiter, wie sich seine letzten Gefährten geopfert hatten, um ihm die Flucht zu ermöglichen. Nun waren alle seine Getreuen tot. In der Grafenburg zeigte Wulfbrand Rogar auf einer Karte, die Travine kürzlich erstellt hatte, dass sich das feindliche Heer von Oppstein Richtung Friedwang bewegte. Von dort, so vermutete er, mag es weiter Richtung Gallys ziehen. Genauso gut könnte es aber die schwer einnehmbare Stadt auch umgehen und sich nach Talf und somit unter Umständen weiter nach Zweimühlen wenden.
Das fragile Machtgefüge der Wildermark war aus dem Gleichgewicht geraten. Rogar haderte zwar etwas, traf dann aber die einzig richtige Entscheidung – er rief den Heerbann aus. „Ruft zur Schlacht! Ruft jeden starken Arm und jedes scharfe Schwert zu den Waffen! Wir werden sie in die Knie zwingen und ZERSCHMETTERN!“

Verbündete finden:

Rhana wurde damit beauftragt die genaue Größe und Zusammenstellung des Heerwurms auszuspähen, während sich Harad von Winterkalt, Alrike, Rhulana, Bashot und Travine unter der Führung von Luidor „Dem Vagabund“, wie die Zweimühler Rogars Burgoffizier hinter vorgehaltener Hand nannten, Verbündete finden sollten. Luidor war vor wenigen Jahren zusammen mit einem Zug von versehrten Flüchtlingen nach Zweimühlen gekommen, den der Veteran der dritten Dämonenschlacht angeführt hatte. Auch er selbst war verkrüppelt. Irgendwas hatte ihm damals seinen einen Unterschenkel abgerissen oder abgehackt, so dass er auf einem Holzbein gehen musste. Aber Luidor war nicht der einzige der Gruppe, der nach einem Kampf für immer etwas eingebüßt hatte. Alrike hatte im Turnierzweikampf gegen Ciarda Wulfsiege von Firunslicht-Oppstein ihr linkes Auge verloren. Die Ritterin, die die Nacht des Schreckens noch als Knappin miterlebt hatte, war froh die Baronsstadt verlassen zu können, da sie die weiten der Zweimühler Felder den Menschenmassen vorzog. Der Auftrag dieser größeren Gruppe war es nach Gallys zu reisen um dort herauszufinden, wie Arnhild von Darbonia zu Zweimühlen stand.
Rogars Getreuen reisten von Zweimühlen aus, über die Landstraße Richtung Nordosten gen Junkergut Gerdenwald durch das über vierhundert Seelen Dorf Rissfurth und dann weiter nach Schönhausen, das mittlerweile aufgrund der vielen Flüchtlinge schon über sechshundert Einwohner zählte. Hier hatte Thorwulf „Der Rote“ die von Rogar geduldete Herrschaft inne. Der Despot thorwalscher Abstammung, war ein Bastard des Ehemanns von Gräfin Ragnar Ragnarsdottir, die während der Schlacht auf dem Mythraelsfeld im Jahre 1027 n. BF. ihr Leben ließ. Rogar hatte Thorwulf und dessen Rotem Haufen, aus etwa einem Banner Flusspiraten damals auf diplomatischem Wege eine Nische in seiner Baronie eröffnet, indem er diesem das Junkerngut Gerdenwald, im Zentrum der Baronie überließ. Thorwulf war aber auf den Schwarzen Ritter im Gefolge der Helden überhaupt nicht gut zu sprechen, da sich beide des Öfteren mit Drohungen und seltener mit Waffengewalt um das im Osten gelegene Junkerngut Erlgau stritten, das genau zwischen Gerdenwald und Talf lag. Dieser jagte sie regelrecht aus seiner Halla, nachdem sie ihm offenbarten, dass ein riesiges Heer auf dem Weg nach Zweimühlen war und Rogar den Heerbann ausgerufen hatte.
Noch am Abend erreichten sie auf der Reichsstraße I reisend, die im bemitleidenswerten Zustand war, das Dorf Waidmanshus. Auch hier war man ihnen aufgrund des schlechten Rufes, des Schwarzen Ritters, nicht wohl gesonnen, da dieser regelmäßig Raubzüge in das Junkergut von Bastan Erlgau unternahm. Bastan war ein ehemaliger Zweimühler Schützen Freischärler, der noch zurzeit von Nekrorius dem Schwarzen Mogul, immer wieder zusammen mit Maline Ochsenbrecher Partisanenangriffe auf Zweimühlen durchführte, um die Machtbasis des damaligen Nekromanten-Kriegsfürsten zu schwächen. Aufgrund seiner späteren treuen Dienste in Rogars Schützen Haufen, übergab ihm dieser sein nominelles Erbe, Junkerngut Erlgau. Luidor, der selten aus Zweimühlen heraus kam, und ein Zugezogener war, war überrascht über die Zustände, die nicht weit von der Baronsstadt Zweimühlen unter dessen Junkern herrschte. Nach einer deutlichen Drohung von Seiten des Schwarzen Ritters, ließ Bastan sie in seinem Gutshaus nächtigen.
Am darauf folgenden Vormittag erreichten sie dann den Markt Talf, das kleine aber sehr ergiebige Gebiet des Schwarzen Ritters, dessen Grenzen dieser immer wieder mit seiner Schwarzen Lanze übertrat um „Schutzgelder“ in den umliegenden Junkergütern zu erheben. Harad von Winterkalt herrschte hier mit eiserner Faust, wobei er seinem adligen Nachnamen alle Ehre machte. In Drosselfurt, einem zehn Höfe großem Weiler im Norden seines Marktes, so sagte man, hatte er allen Bewohnern durch seine Schwarze Garde die Ohren abschneiden lassen, da diese sich nicht von einem Götzen namens Brack der Sonnenbock lossagen wollten! Nachweisen konnte ihm das bisher noch niemand, aber seine Worte „wer nicht hören will, braucht auch keine Ohren“, wurden auf seinem Gebiet zu einem oft gehörten Satz, den seine ehemaligen Strauchdiebe der Schwarzen Garde nur zu gerne benutzten. Der Ritter alten Schlages informierte seine Stadt über das drohende Unheil und ließ die nötigen Vorkehrungen treffen. Seine über dreißig Schwarzen Gardisten, neun Pferde starke Schwarze Lanze, zehn Mann Haufen Wehrheimer Waldlöwen Armbruster und seine dreißig Waffentreue, waren zu allem bereit.
Bald darauf ging es weiter auf der Reichsstraße gen Osten durch das Junkerngut Ochsenwacht. Sie einigten sich darauf vor Gallys, in Alrikes Junkerngut Östlich-Ochsenwacht zu ziehen um die Menschen dort zu warnen und auch um dort den Heerbann Rogars zu verkünden. Von hier aus hatten sie zwei Möglichkeiten. Entweder den beschwerlicheren aber sicheren Weg durch die Felder an der Zweimühler-Baroniegrenze entlang nach Stapelsen, oder aber weiter auf der Reichsstraße Richtung Gallys, und dann kurz vor der gleichnamigen Stadt nach Norden an Schloss Loskarnossa vorbei. Man entschied sich für den schnelleren letzteren Weg.
Rogars Gefolgsleute durchquerten nun ein Grenzgebiet, bei dem es auf Höhe der Reichsstraße immer wieder zu Grenzstreitigkeiten mit der Baronie Gallys gekommen war. Diese lagen schon so lange zurück, dass im Grunde niemand mehr wusste, wem das Gebiet eigentlich wirklich zustand. Und wo Zwei sich stritten, freute sich ein Dritter…
Burgul „Der Bucklige“, der Jahre zuvor das Junkerngut Bockel als Kriegsfürst beherrschte, hatte sich nach Rogars Erstarken nun hier an der viel lohnenderen Reichsstraße niedergelassen, und überfiel mit seinen zehn Raubrittern und fünfundzwanzig Räuberschützen nicht nur Reisende, sondern nun zum ersten Mal Luidor und seine Truppe.
Die Raubritter versperrten ihnen den Rückweg und die versteckten Kurzbogenschützen zielten auf die Gefährten. Vor ihnen versperrte Burgul selbst den weiteren Weg und forderte lauthals Luidors reich verzierte Garether Platte, die in vielen kleinen Intarsienarbeiten den Hergang der dritten Dämonenschlacht abbildete und eine Nacht mit Rhulana von Kurkum! Die Amazone war natürlich außer sich, aber einen alten Greis im Plattenpanzer zu fordern, der sich kaum noch auf seinem Ross halten konnte, war einfach ehrmindernd. Nach zähem hin und her Gehandel bot Harad ihnen siebenhundert Golddukaten und heuerte den Kriegsfürst samt Gefolge einfach für einen Monat an. In Anbetracht ihrer Situation wahrscheinlich gar keine so schlechte Idee, auch wenn Rhulana nicht mit diesem Raubgesindel zusammen arbeiten wollte. Es entbrannte zwischen ihr und dem Schwarzen Ritter eine wilde Diskussion die fast in Gewalt ausgeartet wäre, hätte Harad, der selbst ein Raubritter war, nicht ein Machtwort gesprochen und der Amazonenkriegerin klar gemacht, dass man sich in der Wildermark seine Verbündeten nicht unbedingt aussuchen konnte und dass sie aufgrund von aktueller Unterlegenheit auch keine wirkliche Wahl hatten, wollte Luidor seinen Panzer und sie ihre weibliche Würde nicht verlieren.
Harad ritt mit dem alten Burgul zurück um das Finanzielle in Talf zu klären, während der Rest weiter gen Osten zog. Luidor bog kurz vor Gallys nach Norden ab, wo sie schon bald auf die ersten Tulamidischen Reiter stießen, die von niemand geringerem als dem Miralay Temyr al‘Damacht angeführt wurden. Überraschender Weise gab dieser sich aber sehr freundlich und bot ihnen sogar an auf Schloss Loskarnossa zu übernachten, was die Reiterschar zu dunkler Stunde auch gerne annahm. Loskarnossa entpuppte sich aber als unheimliches Spukschloss, deren Bewohner und auch bald sie selbst des Nächtens von wilder Koboldmagie geplagt wurden, so dass Bashot und Alrike kein Auge zu bekamen. Nach einer wenig erholsamen Nacht stieß am darauf folgenden Morgen auch der Schwarze Ritter und Burgul samt Raubritter wieder zu ihnen. Sie passierten nun wieder die Grenze nach Zweimühlen in Alrikes Junkerngut Östlich-Ochsenwacht und erreichten das Dorf Stapelsen. Alrike ließ bald darauf das ganze Dorf und ihre adligen Zweimühler Schlachtreiter versammeln und klärte sie über die drohende Gefahr aus dem Norden auf. Sie ordnete an alle Einwohner zu evakuieren und alles was dem feindlichen Heer von Nutzen sein könnte, mitzunehmen. Die Bewohner hatten die Order sich zum etwas abgelegenen Weiler Gellborn zurückzuziehen, wo sie sich bis auf weiteres verstecken sollten, bis die Gefahr vorüber war. Das bereits geschlagene Bauholz der besseren Qualität wurde ebenfalls verborgen. Dem Feind sollte nichts in die Hände fallen. Alrike befahl Zweien ihrer Schlachtreiter bei ihren Untertanen zu bleiben, während die restlichen Sieben ihnen folgen sollten.
Am Tag darauf ging es nun endlich direkt nach Süden über einen Trampelpfad zu dem mit einer Palisade bewehrten Nordenheim mit seinen fünfhundert Einwohnern. Ein Pfad gen Osten aus dem Ort heraus war ein angeblicher Pilgerpfad in die Schwarze Sichel. Das Ziel der Zweimühler führte aber weiter nach Süden direkt zur Stadt Gallys.

Die Schlange von Gallys:

Gallys, 19. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Schwarze Turm mit gekreuzten Pfeilen auf goldenem Grund, wehte auf dem Banner der Stadt, die auf einem achtzig Schritt hohen Tafelberg lag und von einer richtigen Wehrmauer aus massivstem, glatten Stein umgeben war. Nur ein einziger serpentinenartiger Pfad, der links und rechts steil abfiel, führte hoch zum Tor des Drachen. Dort sahen alle bis auf Harad zum ersten Mal den legendären Golem von Gallys! Über ein halbes Dutzend Schritt ragte der Koloss aus Lehm, Stein und Eichenholz hoch hinauf. Alrike erkannte sogar im Golem eingearbeitete darpatische Kriegslanzen und blutrote Flecken. Mit Schultern breit wie drei Ochsen und Fäusten vom Umfang von Trallopper Riesen, stand dieser bedrohlich neben dem Tor.
Vorsichtig näherten sie sich dem Riesengolem und hofften, nicht vom Weg hinab in die Tiefe geschleudert zu werden. Wie auch immer die Schlange von Gallys dieses dämonische Konstrukt kontrollieren mochte, es stellte eine wahrscheinlich unüberwindbare Stadtverteidigung dar, die einen Angriff auf das Tor unmöglich machte. Eine Wache über dem Tor, die eher Schläger als Gardist war, rief sie an und ließ sie die Adligen kurz darauf sogar ein, während die Raubritter und die Zweimühler Schlachtreiter draußen bleiben mussten. Immerhin noch zu sechst durchritten sie durch das Tor eine Prunkstraße hinauf, vorbei am Haus der Berge direkt auf den Sokramur-Platz, wo der Tempel des Kor stand, den auch Rogar bereits einmal besucht hatte. Vor dem Stadtschloss, das auf dem höchsten Plateau lag, wurden sie in ein Magistratsgebäude geführt, wo Arnhild von Darbonia sie bald empfangen würde. Arnhild, die eine unnahbare Schönheit ausstrahlte war etwas über eins siebzig groß und hatte braunes zusammengestecktes Haare und Augen die einen Mann wie eine Frau verzaubern konnten. Gerüchten zufolge erlernte sie das Kriegerhandwerk bei der berüchtigten Drachengarde, auch wenn man ihr die Kriegerin in ihren teuren Gewändern nicht ansah. Als Leibwache diente ihr eine menschengroße breitschultrige Lehmfigur, die Travine später als Homunculus Robustus identifizierte. Sie begrüßte die Zweimühler Streiter und Streiterinnen und verköstigte sie mit üppigem Speis und Trank. Sie zeigte sich weniger besorgt aufgrund des nahenden Heeres, von dem sie bereits wusste und fühlte sich wohl zu Recht hinter ihren mächtigen Mauern und ihrem riesigen Golem sehr sicher. Sie bot den Helden an, dass sie „honorablen Persönlichkeiten Zweimühlens“ gerne Zuflucht in Gallys gewähren würde, ließ aber durchblicken, dass „schweren Herzens zu sagen ist, dass Gallys für alle Bewohner nicht genügend Platz bietet.“ Die Zweimühler fragten sie direkt, ob sie ihnen gegen den drohenden Feind, unter dem sich mit Sicherheit Kriegsfürstin Varena von Mersingen befand, helfen würde. Die Windkönigin überlegte und sagte: „Mit der Drachenbuhle habe ich ohnehin noch eine Rechnung offen.“ Sie forderte ihren Kopf und würde nach der Schlacht, das von der Familie Mersingen auf Varenas Kopf ausgesetzte Geld von 400 Dukaten einstreichen. Dafür würde sie selbst ihre Tulamidischen Reiter an die Seite der Zweimühler stellen. Der Rest ihrer Fußtruppen würde sie aber in Gallys zurück lassen um den Schutz ihrer Bürger zu gewährleisten.

Schatten im Friedwanger Forst:

Zweimühlen, 21. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Rhana Rôhaschta war kurz vor Luidors Gruppe in Zweimühlen angekommen und berichtete von ihren Erkundungen. Sie erzählte, dass sie das eindrucksvolle Heer recht schnell ausmachen konnte und dass sich dieses im zügigen Tempo von der Baronie Oppstein aus nach Süden bewegte, und dabei etwa fünfzehn bis zwanzig Meilen pro Tag zurücklegte. Ganz deutlich konnte sie drei Banner erkennen: auf Rot eine schwarze Drachenklaue, das Feldzeichen der Drachenmeisterin, dann auf Silber ein brauner, schwarz bewehrter Säbelzahntiger, den sie nur zu gut als Feldzeichen der Horde erkannte, und zuletzt eine über allem wehende schwarze Sturmsense auf goldenem Grund, was für das transysilische Herzogtum stand. Das komplette Aufgebot umfasste fast fünfhundert Mordbrenner, Söldner und wilde Krieger der Trollzacker sowie Ferkinas, dreihundert Berittene, darunter auch Tatzelwurmreiter und Streitwagenfahrer, und zweihundert Fernkämpfer. Über die Hälfte wurde von der wilden Horde der Barbarenprinzessin gestellt. Varena von Mersingen auf dem Rücken ihres Drachen, dessen Leib mit Eisenbändern und Großschilden bewehrt war, stellte den schrecklichsten Anblick dar.
Rhana berichtete weiterhin, dass sich das feindliche Heer in zwei Teile gen Süden aufgeteilt hatte. Ein Teil sei am Westrand des Waldes im Südwesten der Baronie Friedwang entlang gezogen und fünfzehn Meilen östlich von Talf auf die Reichsstraße getroffen, während der zweite Teil sich auf der Straße von Wutzenwald Richtung Talf bewegte. Alrikes Junkerngut Östlich-Ochsenwacht sei komplett verschont worden und auch um Dwar Runedar hatte das Heer im Junkerngut Ochsenwacht, aufgrund des verfluchten kreisrunden Höllngrund-Waldes einen Bogen gemacht. Dafür hatte es das Junkerngut Wutzenmark umso stärker getroffen. Das Dorf Neu-Wutzenwald hatte über hundert Tote zu beklagen und auch der Weiler Drosselfurt war von den Menschenjägern fast vollständig ausradiert worden. Der Wegesrand der Landstraße war gesäumt von Erschlagenen. Luidor und Rogar hatte erwartet, dass das Heer eher von weiter östlich anrücken würde und die beiden nördlichen Dörfer verschont bleiben würden, aber sie hatten sich getäuscht, was vielen die gerade dort Unterschlupf gesucht hatten, wohl das Leben gekostet hatte.
Da die beiden Heere nicht aufgehalten wurden, vereinigten sie sich bei Talf, wobei es zu fast zweihundert Toten kam, nachdem die Stadt wehrlos an den Feind fiel. Der Schwarze Ritter hatte all seine Truppen bei der Rückkehr aus Gallys mitgenommen und seine Stadt schutzlos zurückgelassen. Aber selbst wenn er versucht hätte Talf zu halten, hätte das Zweimühlen höchstens einen weiteren Tag gebracht. Den Großteil der Einwohner hatte Harad nach Zweimühlen geschickt und der Rest nach Drosselfurt, wo diese dem Heer unbeabsichtigt genau in die Arme gelaufen waren. Von Talf aus, war das vereinte Heer weiter über die Reichsstraße durch das Junkerngut Erlgau gezogen, wo über hundertfünfzig Einwohner versklavt wurden. Das darauf folgende Junkerngut Gerdenwald wurde jedoch seltsamer weise vollkommen verschont, obwohl der Heerwurm direkt durch Schönhausen und Rissfurth gezogen sein musste. Offenbar hatte sich Thorwulf der Rote mit den Feinden arrangiert, was vor allem deshalb anzunehmen war, da dessen Roter Haufen sich immer noch nicht in Zweimühlen wie befohlen eingefunden hatte. Die damals bei Rissfurth abgerissene hölzerne Brücke war nach der damaligen Abwehr von Sokramors Faust von Rogar wieder neu errichtet worden, nur diesmal aus Stein. Die neue Brücke über die Aue war dadurch nicht noch mal schnell einzureißen, was den Feind vielleicht verlangsamt hätte. Eine Tatsache, die Rogar damals nicht bedacht hatte – hatte doch der Ort genau daher seinen Namen. Der Kelch war an Rogar nicht vorbeigezogen wie vielleicht erhofft. Nun aber sah man sich einer noch größeren Übermacht gegenüber als erwartet: ein weiteres bis dato unentdecktes Heer mit über sechshundert Mann Stärke, war aus Richtung Gallys kommend plündernd und brandschatzend südlich der Reichsstraße durch das Junkerngut West-Baernfarn gezogen, was im Bruntorf über hundert Dörfler das Leben gekostet hatte und dann durch das Junkerngut Bockel, was dort weitere zweihundert Leben geforderte. Insgesamt über achthundertfünfzig Tote oder Versklavte und die Feinde waren noch nicht mal in der Baronsstadt Zweimühlen angekommen!

Feuer und Blut:

Zweimühlen, 22. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Feind war da und Zweimühlen komplett eingekesselt von 1.600 Feinden! Das Hauptheer der Horde unter der Führung von Chayka Gramzahn rückte von Nordosten her mit 150 zwei Schritt großen Trollzacker Barbaren, 50 Menschenjägern, 50 Söldnern, 50 stinkende Tatzelwurmreiter, 50 Streitwägen mit rotierenden Sichelklingen, 100 Bogenschützen, 50 Speerwerfern und 50 Schleuderern über die Landstraße auf das Firunstor zu.
Die Drachenmeisterin auf ihrem Kriegsdrachen Arlopir und ihre 100 Mordbrenner samt 25 Irrhalkengardisten, 100 Aranische Säbelschwinger, 50 Raubrittern, 25 Schwarze Reiter, 25 Todesdiener der Taubrimora und 25 Kriegsbogenschützen mit vergifteten Kriegspfeilen kamen von Nordwesten auf das Wehrheimer Tor zu.
Und erst jetzt offenbarte sich die dritte Kriegsfürstin im Süden vor dem Praiostor mit je 150 Svelltländischen Schwert- und Bornländischen Axtschwingern der berüchtigten Mauerwölfe. Zudem führte sie noch 100 Ferkina Barbaren, 40 Raubrittern, 50 Sappeure der Finsterzwerge mit Sturmleitern und Schanzzeug, 200 Ferkina Bogenschützen und Schleuderer, während 10 Waldläufern die Umgebung im Auge behielten. Angeführt wurde diese hinzugekommene Armee von keiner geringeren als Lutisana von Perricum, die zuvor schon für Kaiser Reto auf Maraskan, für Kaiser Hal gegen die Oger, für Answin den Usurpator gegen die Kaiserlichen und für Galotta den Dämonenkaiser gekämpft hatte. Aber nicht nur unter vier Kaisern hatte sie gefochten, sondern auch für einen Gott – Borbarad, dem sie sich auf Rulat angeschlossen hatte. Außer Helme Haffax gab es wohl niemanden auf Dere, der so viele Schlachten geschlagen hatte, wie diese Frau. Sie baute sich vor ihrem Söldner-Heer auf und rief: „Mendena, Kurkum, Eslamsbrück – Zweimühlen wird ein Spaziergang!“ Ihre Söldner rissen ihre Waffen siegessicher empor und grölten so laut sie konnten aus hunderten von Kehlen.
Rogar wollte seinen Augen nicht trauen. Gleich drei Kriegsfürstinnen auf einmal hatten sich gegen ihn verschworen und es ganz gezielt auf Zweimühlen, dem Herz der Wildermark abgesehen! Dem Barbarenprinz des Blutes, der seine komplette Machtbasis in Zweimühlen zentriert hatte, standen gerade immerhin 1.037 Verteidiger zur Verfügung: insgesamt 315 Waffentreue, 50 Todesfänger aus Zweimühlen, 12 Elite-Todesfänger aus Bockel, 21 Zweimühler-Torgardisten, 19 Trollzacker Barbaren, 18 Zweimühler-Bluthunde, 15 Pikeniere aus Bockel, 12 Ambosszwerge aus Ochsenwacht, 10 Infanteristen aus Torf, 8 Söldner der Goldjungen, 15 Reiter der Schwarzen Parder aus Ost-Berler, 10 Zweimühler Schützen, 14 Brillantzwerge die 5 Alte Hornissen und einen Schweren Onager bedienten. Harad von Winterkalt brachte aus Talf 34 Schwarze Gardisten, 9 Reiter der Schwarzen Lanze, 10 Wehrheimer Waldlöwen Armbruster und Burgul den Buckligen mit seinen 25 Räuberschützen und 10 Raubrittern mit. Ungolf Ferdoker aus Gerdenfelde war mit 23 Kurungurs Knechten und Alrike von Zweimühlen verstärkte noch mit 7 Schlachtreitern. Und natürlich Arnhild von Darbonia, die ihre 400 Tulamidischen Reiter aus Gallys im Zentrum von Zweimühlen postiert hatte.
Rogar brüllte seinen Männern Mut zu, sie mögen Standhaft bleiben, während der Badilakaner-Mönch rief sie sollen sich ergeben, da ein Sieg aussichtslos sei. Der Prinz des Blutes ließ seine Hornissen und den Onager feuern, was mit einer Wolke aus vergifteten Pfeilen, Speeren und Schleudergeschossen beantwortet wurde. Dann stürmte die erste Angriffswelle auf die Mauern Zweimühlens zu. Chayka entsandte ein Banner Söldner und ließ zwei Banner Trollzacker Bogenschützen Schnellfeuern, während Varena zwei Banner brutal vorrückende Mordbrenner entfesselte, von denen einige Fackelläufer mit Brandhölzern und mit Brandöl gefüllten Tonkugeln die Mauer und das Tor in Flammen und Tod hüllten. Ihr Kriegsdrache rief mehrere beherrschte Wildschwein-Rotten mit geschlitzten Drachenpupillen aus dem Randolphsforst um eventuelle Ausfälle zu überrennen und einen beherrschten Krähenschwarm, der aus der Luft angriff. Lutisana verstärkte die erste Welle mit zwei Bannern Ferkina Barbaren im Blutrausch mit Barbarenschwertern und Streitäxten, die direkt hinter dem Banner Finsterzwerge losstürmten, die die Sturmleitern gegen die Mauern warfen. Ein Barbar mit Bärenfellumhang und Barbarenstreitaxt zuckte plötzlich wie unter Krämpfen immer wieder zusammen, bis seine Haut aufplatzte und er sich unter schmerzerfülltem Gebrüll zu einem Wer-Grimmbär verwandelte! Weitere zwei Banner Ferkina-Schleuderer warfen Brandgeschosse gegen die Verteidiger auf der mit Zinnen bewehrten Mauer. Über den Wolken flog ein von Mindergeistern umschwirrter Kaftanträger mit arkanen Symbolen auf einem fliegenden gelbgrünen Teppich, der von oben die Schlacht mit seiner Magie unterstützte. Eine unansehnliche Trollzackerin, die mit den Gliedmaßen ihrer erschlagenen Gegner geschmückt war rief von ihrem stinkenden Tatzelwurm unaufhörlich: „RHANA…RHANA…RHANA! KOMM RAUS UND STELL DICH DEINER SCHWESTER ZUM KAMPF!“ Rogar sah zum ersten Mal Angst im Gesicht seiner Felsmutigen Heroldin, die ihrer verdammten Schwester dort draußen körperlich weit unterlegen war. Travine sprach auf Befehl ihres Mentors Telor die Worte: „Ignisphaero Feuerball – Gleißend Brand und Donnerhall!“ und verbrannte mit einem magischen Feuerball den Großteil der beherrschten Krähen, während Telor selbst einen „Ignifaxius Flammenstrahl – Magisch Feuer schmelze Stahl!“ in Richtung des über der Stadt fliegenden Magiers warf. Der Zauberer aus der Akademie Licht und Dunkelheit zu Nostria hatte aber nicht so viel Glück wie seine Zauberschülerin, denn sein Flammenstrahl wurde von einem „Gardianum Paradei – Schütze mich vor Zauberei!“ seines Gegner geblockt.

Die Maske fällt:

Plötzlich senkten die Tulamidischen Reiter im Zentrum der Stadt auf ein Zeichen des in der Luft Fliegenden ihre Dschadras zum Angriff. Doch als das Donnern der Hufe ertönte, musste Rogar mit Schrecken erkennen, dass die Söldner nicht die vereinzelten Barbaren angriffen, die es über die Mauer geschafft hatten – nein sie wendeten sich gegen seine eigenen Truppen! „VERRAT!“
Über das Chaos der Schlacht hinweg sah er wie Arnhild von Darbonia die Hand zum Gruß erhob, während ein spöttisches Lächeln ihre Lippen umspielte. „Es haben schon ganz andere den Fehler begangen, mir zu vertrauen!“
Schlagartig hatte sich das Kräfteverhältnis radikal zu Ungunsten der Helden von Zweimühlen geändert. Der Feind war den Verteidigern nun fast vier zu ein überlegen, und was noch viel schlimmer war, der Feind war fast mit Regimentstärke innerhalb der Mauern! Wie hatte er dieser Schlange von Gallys nur trauen können? Rhana hatte Recht behalten, er war zu sorglos gewesen. Und nun mussten das seine Untergebene mit ihrem Blut bezahlen. Überall waren die Schreie der Sterbenden und Waffenlärm zu hören. Kurz darauf begannen alle seine Miliz-Truppen zu flüchten oder ergaben sich ängstlich dem übermächtigen Feind. Jetzt erkannte er, dass dies seine erste Schlacht war, die er verlieren würde. Der riesige Reichsbaron brüllte: „GEORDNETER RÜCKZUG ZUR GRAFENBURG!“
Gleichzeitig durch brach der gepanzerte Kriegsdrache das Wehrheimer Tor und das eiserne Fallgitter, während das Firunstor durch irgendein alchemistisches Teufelszeug aus Transysilien regelrecht explodierte. Ein heldenhafter Zweimühler Torgardist aktivierte zwar noch geistesgegenwärtig den magischen Schlussstein, der eine Erzwand im Durchbruch beschwor, aber das änderte nichts am drohenden Ausgang der Schlacht. Leutnant Bogomil Westermann stellte sich Todesmutig dem Kriegsdrachen und Varena im Torbogen entgegen, bis diese ihn mit einem geworfenen Granatapfel in hundert Fetzen sprengte und kurz darauf einen Elite-Todesfänger mit ihrer Ogerschelle den Schädel spaltete! Jetzt warfen sich die Dutzend Ambosszwerge aus Ochsenwacht gegen den Drachen, der sogleich Flammeninferno entfachte, während Varena ihre vergifteten Speere von oben in die brennenden Zwerge schleuderte!

Zweimühlen in Flammen:

Rhanas Schwester Lhal’a Rôhaschta brach nun ebenfalls durch die Bresche, die Arlopir gebrannt hatte und suchte offenbar ihre Schwester. Sie fand Rogar, der gerade dabei war seinen Streitwagen zu besteigen. Lhal’a schwang ein brennendes Barbarenschwert und einen Wurfspeer, mit dem sie in die Richtung des Reichsbarons zielte. Wenn sie Rhana schon nicht finden konnte, musste eben Rogar dran glauben. Der Speer streifte Rogars Bein, was den Stammeskrieger aber nicht im Geringsten stoppte. Er trieb seinen Zweihänder aus Endurium in die Seite durch die Lederweste der Tatzelwurmreiterin, was diese aber nicht zu Fall brachte. Dann schnappte der grässlich stinkende Wurm mit einem Doppelangriff nach dem Stammeskrieger, bekam ihn aber nur halb zu fassen. Rogar parierte das brennende Barbarenschwert und setzte zum Sprung für einen weiteren Angriff an. Er nutzte das Bein des Tatzelwurms, drückte sich von diesem nach oben ab und spaltete mit eine vertikalen, wuchtigen Hieb ihre beiden hässlichen Brüste, woraufhin die Reiterin tot vom Wurm stürzte. Der Wurm griff den Herrn von Zweimühlen derweil weiter an und konnte seine Zähne wieder in dessen linken Arm schlagen. Aber Rogar, streckte die stinkende Bestie nach drei mächtigen Hieben, wobei sein letzter den widerlichen Kopf des Tatzelwurmes abtrennte.
Zur selben Zeit öffnete jemand mit südländischen Zügen, schwarzen Locken und Stirnglatze unbemerkt das Praiostor, worauf hin ein altbekannter Despot mit seinem Roten Haufen hindurch stürmte. Wulfbrand von Rosshagen, der noch immer nicht ganz genesen war erkannte aber diesen zweiten Verrat und stellte sich Thorwulf heldenhaft entgegen. Der Bastard des Ehemanns von Gräfin Ragnar Ragnarsdottir holte mit seiner Barbarenstreitaxt zu einem brachialen Hieb aus, zerschmetterte einfach dessen Schild und den dazugehörigen Arm. Wulfbrand verbiss sich den Schmerz und hieb sein Schwert in die Seite des Thorwalers, der nun zum zweiten Schlag mit seiner Doppelaxt ausholte und Wulfbrand den Kopf von den Schultern trennte. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis der Rest von Wulfbrands Körper zusammenbrach und Thorwulf siegestrunken über Hochadligen Baron aus Dergelsmund hinweg stapfte.
Burgul der Bucklige konnte es nicht fassen, in was er aus Goldgier hier hinein geraten war. Der feige alte Kriegsfürst, den Harad erst vor kurzem angeheuert hatte, suchte sein Heil in der Flucht. Er und seine Männer wählten das Wehrheimertor das nun nicht mehr von Arlopir verstopft war, da dieser bereits im Zentrum der Stadt wütete. Burguls Raubritter fielen aber kurz darauf einem Haufen Hakenspieß-Mordbrenner zum Opfer, die gerade ihrerseits nach Zweimühlen herein stürmten. Burgul war einer der ersten, der den gegnerischen Stangenwaffen zum Opfer fiel. Seine Räuberschützen hingegen schossen sich einfach den Weg frei, waren aber noch zu weit entfernt um direkt durch die Öffnung nach außen zu laufen.
Der Schwarze Ritter erkannte zusammen mit Travine die Gelegenheit, und ritt mit seinem gepanzerten Ross voran durch das Wehrheimer Tor. Travine hinter ihm warf noch einen Flammenspeer in einen der Hakenspießträger, der ihr zu nahe kam, und folgte Harad von Winterkalt hinaus aus dem Hexenkessel in den sie geraten waren. Die grausam entstellte Ritterin Xerissa vom Rotentann auf ihrem Untoten Tralloper Riesen, die von Lutisana als Reserve gehalten wurde, erblickte den Ritter alten Schlages und ritt mit ihrer Lanze, jedoch ohne Schild auf diesen zu. In die Flanken ihres faulenden Streitrosses waren Nägel aus Nordmärker Stahl getrieben und die Pferdebeine waren mit rostigen Ketten versehen. Die Ritterin mit den angespitzten Zähnen und in scharlachroter Garether Platte konnte es kaum erwarten, nun endlich auch in die Schlacht eingreifen zu können. Harad begegnete dem Lanzengang, traf die berüchtigte Raubritterin und hob diese mit seiner Kriegslanze aus dem ebenfalls scharlachroten Sattel. Scheppernd ging sie zu Boden und versuchte sich vergebens wieder in ihrer schweren Rüstung aufzuraffen. Der Schwarze Ritter lenkte seinen lebendigen Tralloper Riesen über die Raubritterin, die sich noch mit einem besonders gefährlich aussehenden Rabenschnabel zu wehrte, und trampelte sie mit dem Ross einfach so lange nieder, bis der Ritterin alle Knochen im Leib unter ihrem Panzer brachen. Xerissa lag in ihrem eigenen Blut und starb an Teilen ihrer Rüstung, die Harads Ross ihr in den Leib getreten hatte. Aber selbst nach dem Tod der verbrannten Ritterin attackierte deren Zombie-Ross nun das Pferd von Harad mit flammenden Hufen. Nach zwei Treffern vom Schwarzen Ritter war das verdammte Pferd mit der unnatürlichen Aura immer noch nicht bezwungen, so dass er einfach noch brutaler dreinschlug, bis Feuerhuf endlich zur Seite wegbrach. Zusammen mit der Zauberin Travine gelang ihm nun wirklich zusammen mit dieser die Flucht. Es war das zweite Mal, dass er Zweimühlen den Rücken gekehrt hatte.
Alrike von Zweimühlen, die ehemalige Knappin des Schwarzen Ritters konnte es diesem aufgrund ihrer Prinzipien einfach nicht gleichtun, auch wenn es sie ihr Leben kosten möge. Ein Veteran von Ritter mit Morgenstern und Schild stellte sich ihr im Zweikampf entgegen und prügelte hart auf die junge Ritterin ein. Immer wieder schlug dessen Kettenwaffe über den Rand ihres Großschildes und verletzte sie von Mal zu Mal schwerer. Obwohl ihr auch ein paar Schwerttreffer gelangen, indem sie Finten schlug, war sie diesem Feind mit dieser Waffenkombination nicht gewachsen und ging nach langem und hartem Kampf blutend und bewusstlos zu Boden.
Rhulana von Kurkum erinnerte sich daran, dass Lutisana von Perricum vor über fünfzehn Jahren in der Schlacht um Kurkum die Feste der Amazonen mit borbaradianischen Söldner dem Erdboden gleichgemacht und ihre Mutter und Tante getötet hatte. Sie hätte niemals gedacht, der Söldnerführerin jemals wieder begegnen zu können. Aber zunächst rannte ein Söldner mit blutverkrusteten Warunker Hammer auf sie zu und versuchte sie mit der Stoßspitze zu durchbohren. Rhulana antwortete mit einem klaffenden Hieb ihres Rondrakamms und brachte dem Söldner eine klaffende Wunde bei. „FÜR RONDRA!“ rief die kampferfahrene Löwin und tötete den Hammerkämpfer mit einem zweiten Streich ihrer privilegierten Waffe.
Bashot, dessen neunzehn Andergaster-tragende Barbaren von Rogar in der Grafenburg als Reserve gehalten wurden trat hinaus auf der Suche nach Rogar, den er in einiger Entfernung auf seinem Streitwagen sah. Er hätte schwören können, dass auch dieser nach einem Fluchtweg Ausschau hielt. Wollte der Baron seine Frau samt Kind einfach in der Burg zurücklassen? Er rief nach seinem Herrn, der bisher jede Schlacht gewonnen hatte und machte so einen großen anderen Trollzacker aus Chaykas Horde auf sich aufmerksam, der es nun auf ihn abgesehen hatte. Auch dieser trug eine Barbarenstreitaxt, die unter den Stammeskriegern der Horde so beliebt war. Bashot hob seinen Andergaster um seinen Feind am besten so schnell wie möglich in zwei Hälften zu hacken. Aber einige Minuten zuvor war er von einem mit Drachenspeichel vergifteten Kriegspfeil in den Hals getroffen worden. Bashot verspürte dass die Halswunde immer mehr anschwoll und ihm von Augenblick zu Augenblick schwindliger wurde. Die Waffen der beiden Barbaren krachten Funkenstiebend ineinander, was Bashots Andergaster sehr in Mitleidenschaft nahm. Der Axtkämpfer verpasste Bashot nach wenigen Angriffen einen Tritt, nutzte dessen Schwächung durch das Gift und hieb mit seiner gewaltigen Axt nach, wobei Bashot nach hinten stolpernd keine Möglichkeit mehr zum Ausweichen blieb. Der im Zorn Rasende spürte nur noch wie das Axtblatt des Gegners in seinen Brustkorb eindrang und ging dann zu Boden. Er hatte den Kampf verloren – alles war verloren.
Telor, Travines Lehrmeister, wurde gleich von zwei Bannmagiern im magischen Duell bedrängt. Beide Magier mit ihren kurzen Zauberstäben und Langdolchen waren durch einen „Axxeleratus Blitzgeschwind“ beschleunigt und durch einen „Duplicatus Doppelpein“ gleich mehrfach zu sehen, wodurch Telor kein klares Ziel fand. Seine vorherigen Versuche, den Magier auf dem fliegenden Teppich runter zu holen, hatten ihn einiges an Kraft gekostet. Nun gingen die beiden unauffälligen Magier mit Allerweltsgesicht auch noch mit ihm in den Nahkampf, so dass er sich nicht mehr richtig auf seine Zauber konzentrieren konnte. Telor spürte wie einer der beiden ihn mit dem Langdolch schlitzte was an sich für den abgehärteten Zauberer kein Problem darstellte. Jedoch schien die Klinge verzaubert und entfaltete nun ihre volle Wirkung in Telors Leib, der sich nun von Höllenpein geplagt in unerträglichen Schmerzen am Boden wandte. Das letzte was er zum Eigenschutz sagen konnte, war: „Paralü Paralein, sei starr wie Stein“

Auge in Auge mit einer Legende:

Zweimühlen, 23. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Arnhild von Darbonia, deren Kettenhemd und Sturmhaube blutverschmiert war, fühlte sich innerlich in höchstem Maße befriedigt, dass der Reichsbaron und sein verkrüppelter Burgoffizier Luidor auf ihre Lügen hereingefallen waren. Sie steckte ihre nicht minder bluttriefende Klinge in ihre Scheide und schnallte sich den schartigen Schild auf den Rücken. Alle Goldjungen lagen abgeschlachtet vor ihr knöcheltief im Blut. Sie bückte sich und hob eine der meisterhaften Söldnerklingen auf. Eine wirklich hervorragende Arbeit, signiert von einem gewissen Durgin Sohn des Dergam, wie sie feststellen musste. Mit einer gewissen Ironie tauschte sie ihr herkömmliches Schwert gegen diese neue Goldjungenklinge und trat zu der alt gewordenen Lutisana, die mit ihrem Bastardschwert ‚Krieg’ immer noch eine gute Figur abgab. Die Windkönigin sagte: „Zweimühlen ist zu einem Symbol in der Wildermark geworden. Es hätte keinen besseren Ort gegeben um uns zu offenbaren.“ Lutisanas Blick ruhte auf der Zweimühler Grafenburg in die sich Rogar und seine letzten halbtoten Getreuen zurückgezogen hatten. Chayka, die über dreihundert Zweimühler Bürger zusammengetrieben hatte, und diese von ihrer Horde umstellte, rief so laut, dass es jeder in der Stadt hören konnte, ganz gleich wo er sich auch verkrochen hatte: „Schneidet ihnen die Köpfe ab. Der Blick ihrer toten Augen soll unseren Feinden unseren Sieg bezeugen!“ Ihre Hordler taten wie befohlen und ließen so viele Köpfe auf einmal rollen wie noch nie zuvor gerollt waren. Das Blut stand in den von Leibern überfüllten Straßen und stank zum Himmel…
An Lutisanas Seite standen Vigo von Dunkelstein, Cratosch Stahlhand, Thorwulf der Rote und ihre vier Magier sowie natürlich Chayka und Varena. Rogar hatte nach dem Massaker von Chayka endlich eingesehen, dass er Zweimühlen nach nur einem Tag der Belagerung verloren hatte. Langsam öffnete sich das halbzertrümmerte Tor der brennenden Grafenburg. Der riesenhafte Rogar von Zweimühlen und fast ein Halbbanner Trollzacker Barbaren standen zusammen mit Rhulana von Kurkum im Eingangsbereich mit gesenkten Zweihandschwertern, wobei Lutisana direkt dessen unfassbar wertvoller Endurium Zweihänder auffiel, den sie mit ihrem verbliebenen Auge betrachtete. Alrike von Zweimühlen und Bashot Grim lagen bewusstlos im Hintergrund auf den großen Treppen, die hinauf in das obere Stockwerk führten.
Rogar hingegen musterte die alte Söldnerführerin und deren reich geschmückte Plattenrüstung in der sie aufrecht stand. Ihre leere Augenhöhle trug sie offen zur Schau, während der Wind durch ihr kurzes graues Haar strich.
Rhulana hob nun jedoch ihre Klinge, deutete mit dem Rondrakamm direkt auf Lutisana, der Mörderin ihrer Verwandten und forderte sie zum ehrenhaften Zweikampf, in den sich weder ihre Gefolgsleute noch Rogar oder seine Barbaren einzumischen hatten. Überraschender Weise stimmte Lutisana dem Kampf zu und zog ihr Bastardschwert. Lutisana betrachtete die muskulöse Ordenskriegerin in ihrer körperbetonten und vergoldeten Amazonenrüstung „Bringen wir es hinter uns.“ Die beiden Frauen Eröffneten den Kampf, wobei Rhulana die Initiative hatte, mit wilden Finten um sich gegenseitig abzuschätzen, wobei Lutisana zuvor auf den Einsatz ihrer Artefakte verzichtet hatte. Dann jedoch schienen die Waffenarme der Amazone wie von Rondra selbst gelenkt und ihr gelang ein kritisches Alles-oder-Nichts Manöver in Form eines sogenannten Hammerschlags! Ihr Rondrakamm spaltete Lutisanas Schaller und trennte ihr darunter das rechte Ohr ab! Böses Schicksal hatte wohl Schlimmeres verhindert und die Söldnerin nicht den Kopf gekostet [Einsatz eines Schicksals Punkt des Bösen]. Nun aktivierte Lutisana die mächtige Heilmagie ihres silbernen Rings, was ihre schwere Kopfwunde schlagartig schloss, auch wenn das Ohr immer noch fehlte. Zutiefst verärgert blickte ihr eines Auge auf ihre vom Glück gesegnete Kontrahentin. Rhulana attackierte mit weiteren Finten, während Lutisana nun einen mächtigen Gegenstand nach dem anderen aktivierte. Ihre prächtige Plattenrüstung mit einer Erzrune versehen, wurde nun noch durch einen Adamantium Zauberstahl verstärkt und ihr reversalisierter Corpofresso-Kraftgürtel erhöhte nicht nur ihre Körperkraft sondern auch noch ihre Gewandtheit für den Rest des Kampfes. Rhulana schlug weiter eine Finte nach der anderen, prallte nun aber mit ihrer Waffe am Panzer der Söldnerin ab, als sie es schaffte, deren Verteidigung zu durchbrechen. Lutisana eröffnete nun einen Ausfall mit ihrem Bastardschwert, was Rhulana aber sofort konterte. Auch die Versuche Rhulana niederzuwerfen, schlugen aufgrund deren Standhaftigkeit fehl. Dennoch blutete die Amazone bald schon aus einer Bein – und zwei Armwunden, die sie jedoch einfach ignorierte. Nach einem unglücklichen Patzer der Söldnerin gelang der Löwin ein erneutes Hammerschlag-Manöver, was spätestens jetzt sogar einen Troll getötet hätte. Aber Lutisanas silberner Ring hielt die Kriegsfürstin nicht nur am Leben, sondern verschloss langsam aber stetig jede Verletzung, die Rhulana ihr beibrachte. Die Alte Veteranin kombinierte nun ihrerseits eine Finte mit einem Wuchtschlag und stieß ihr Bastardschwert mitten durch die goldgepanzerte Brust der Heldin, die sterbend zu Boden ging! Die Siegerin, die mittlerweile fast wieder unverletzt war, setzte ihre Waffe zum Todesstoß bereit auf das Gesicht der Unterlegenen [Einsatz von 3 Schicksalspunkten]. Aber Lutisana von Perricum verschonte erstaunlicherweise das Leben ihrer Herausforderin, was Rogar durchatmen ließ. Ein Lächeln umspielte die Lippen der Söldnerin, doch in ihrem letzten Auge funkelte kein Spott, sondern etwas anderes: Respekt.
Sie sagte: „Zweimühlen wurde euch nicht in die Wiege gelegt, ihr habt es euch genommen, dafür gekämpft und geblutet. Fast dauert es mich, es euch wieder wegnehmen zu müssen. Aber dies ist das Recht des Stärkeren und nirgendwo gilt es so wie in der Wildermark. Zweimühlen steht ab sofort unter meiner Protektion.“ Sie deutet auf einen gealterten Offizier mit Kaiser-Alrik-Schnauzer neben sich, der stramm steht wie in einer Wehrheimer Kaserne. „Vigo von Dunkelstein wird als mein Statthalter die Herrschaft von euch übernehmen. Sorgt euch nicht, euer Städtchen ist in guten Händen. Wer unter Waffen steht, wird Vigos Kommando unterstellt.“
Sie reichte Rogar ihre gepanzerte rechte Hand: „Wenn ihr wollt, ergreift diese Hand und lauft zu mir über, oder schlagt sie aus.“ Rogar sah auf und fragte: „Habe ich denn eine andere Wahl?“ woraufhin die Söldnerin entgegnete: „Man hat immer eine Wahl…“ Rogar schlug die Hand aus.
„Sicherlich habt ihr euch schon gefragt, was ich mit diesem Angriff bezwecken will? Nun ich werde es euch offenbaren. Ich bin zurückgekehrt, um zu vollbringen, woran jeder Adlige, Kriegsfürst oder Marschall in den letzten Jahren gescheitert ist: Ich werde die Wildermark befrieden. Tragt diese Botschaft in das Land. Und lasst jeden wissen, dass ich nicht siege um zu herrschen – das überlasse ich anderen. Meine Söldner und Eroberungen stehen zum Verkauf, doch das Angebot muss stimmen.“ Wie genau dieses Angebot aussehen sollte, darüber schwieg Lutisana sich aus: „Ob ein Angebot angemessen ist, werde ich beurteilen, sobald es mir vorliegt.“

Abschied aus Zweimühlen:

Geschlagen ließen die Helden von Zweimühlen ihre neue Heimat hinter sich, die nun unter der Herrschaft von Lutisanas Statthalter Vigo von Dunkelstein gefallen war. Diesem hatte Lutisana noch Thorwulf den Roten und den Bannmagier Ayrash zur Seite gestellt, neben einer unbekannten Anzahl an Männern.
Lutisana erlaubte Rogar und Cecilia von Zweimühlen alle nicht kämpfenden Bediensteten ihrer Baroniehofhaltung sowie eine kleine Truppe Männer zur Bedeckung mitzunehmen. Der Reichsbaron wählte seine treuen und unverletzten Trollzacker Barbaren. Eine Ausnahme davon waren seine Getreusten Gefolgsleute, Alrike von Zweimühlen, Luidor, Ungolf Ferdoker, Rhana Rôhaschta, Boronian Angermacher, sowie die halbtote Rhulana von Kurkum, die ihn ebenfalls begleiten durften. Seinen Endurium Zweihänder, so wie natürlich seine gesamte Schatzkammer musste er natürlich ebenfalls da lassen. Lutisana gestattet ihm aus Respekt noch zwei besondere Gegenstände aus der Grafenburg mitzunehmen, wobei Rogar das Geisterschwert und den verstärkten Zweimühler Wappenschild aus Zyklopenfertigung wählte – die beiden geheimen Insignien der Herrschaft über Zweimühlen, was die Söldnerin nicht wusste. Geschlagen und blutverschmiert verließen sie Zweimühlen durch das Praiostor nach Südwesten, wo sich eine Stunde später der Schwarze Ritter und seine verbliebene Zauberin Rogars Gefolge anschlossen. Ihr Ziel war Hartsteen…
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"Er ist voller Blut, warum ist er immer voller Blut?"

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Ludo...vigo » 08.11.2012 00:46

Grosses Kino. Besonders interessiert es mich natürlich ob deine Runde die Gegner und ihre Kampfwerte ebenso als herrausfordernd ansehen....

Und natürlich wie du die NSCe ansiehst....?

MfG

Ludo...vigo

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 09.11.2012 15:34

@ Ludo...vigo: Vielen Dank für dein Lob. Und dass du als Mitautor hier mitliest, finde ich auch sehr gut. Nun zu deiner Frage: Die NSC's finde ich bisher soweit alle klasse. Vor allem Lutisana von Perricum ist meine Favoritin. Und genenerell mag ich Kriegsfürsten und deshalb die Wildermark. Bei den Werten der NSC's war ich positiv überrascht und ich habe bisher noch kein Produkt von DSA gesehen wo diese besser abgebildet waren. Es gibt nicht nur ein oder zwei angegebene Eigenschaften, sondern alle. Die Talente sind bei diversen Kriegsfürsten auch passend hoch. Hier habe ich befürchtet, dass wie in vielen Jahren zuvor die NSC im Gegensatz zu den üblichen Helden zu schlecht abgebildet werden. Aber dem ist nicht so. Bei jedem NSC stehen alle SF dabei, so dass man nicht spekulieren muss, sondern ganz klare Fakten vorlliegen hat. Es wurde auch auf Artefakte und sogar deren Einsatz eingegangen. Und natürlich haben viele endsprechend hohe NSC's auch persönliche oder besondere Waffen, mit Namen und auch wo sie sie diese her haben! Aber es geht noch weiter...auch deren Verhalten im Kampf wurde beschrieben. Dafür Daumen hoch.

Generell ist meine Gruppe ja sehr durchwachsen, was die Spieler-Erfahrung als auch die AP der Helden angeht. Der Gruppenführer Baron Rogar ist natürlich im Zweikampf im Grunde fast unbesiegbar, vor allem, da der Spieler sich mit dem Kampf und den ganzen SF fast noch besser auskennt als ich. Demendsprechend schnell hat er Lhal'a Rohaschta abgefertigt. Der Schwarze Ritter hat zwar weniger AP als Rogar, ist aber noch erfahrener. Auch er hat Xerissa von Rotentann buchstäblich in den Boden gestampft. Das einzige Manko war, dass ich mit den Angaben beim Zombie-Ross Feuerhuf nicht viel anzufangen wusste, das ich die Untoten-Spielhilfe nicht habe, und dass der Scharlachroten Ritterin der Lanzenreiten-FK-Wert gefehlt hat, aber den konnte man ja errechnen anhand der Werte. Der Grund, warum sie aber gegen den Schwarzen Ritter verloren hat, obwohl sie mit der Lanze um einiges besser war als er, war die Tatsache, dass sie keinen Schild hatte, und ohne Schild ist kein Lanzengang zu gewinnen...

Aber die Stellvertreter-Kämpfer waren ja auch "nur" Gefolgsleute der 2. Garde, gegen die gönne ich meinen Helden einen schnellen Sieg. Bashot Grim hatte einfach Pech und war durch einen Giftpfeil (im Hals!) sehr angeschlagen und unterlag deshalb, gegen einen herkömmlichen Hordler. Alrike von Zweimühlen kämpfte gegen einen Ritter Veteran, der erfahrener war als sie und zudem noch den Schildkiller - den Morgenstern - benutzte. Sie hielt sich zwar tapfer und lang, aber eine Niederlage war abzusehen. Rhulana von Kurkum hat ihren Veteranen Söldner relativ schnell und problemlos besiegt, wurde dann aber übermütig und hätte dies im Kampf gegen Lutisana fast mit dem Leben bezahlt. Dennoch bewies sie richtigen Heldenmut und hätte es sogar fast geschaft [an dieser Stelle war ich froh, dass wir mit Schicksalspunkten bzw. Schicksalspunkten des Bösen spielen, denn sonst wäre der Kopf der Kriegsfürstin nach unseren Hausregeln, bei drei Wunden ab...]

An dieser Stelle noch einen Dank an die Leute, die mich an anderen Stellen im Forum für meine Spielhilfe und die Spielberichte loben.

Bin gespannt, wie sich die Helden von Zweimühlen heute nach ihrer ultimativen Niederlage weiter durch die Kampagne schlagen.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Keideran Labharion » 09.11.2012 19:14

Dark-Chummer hat geschrieben:Bin gespannt, wie sich die Helden von Zweimühlen heute nach ihrer ultimativen Niederlage weiter durch die Kampagne schlagen.
Ich ebenfalls. :wink: Auch in mir hast du einen neugierigen Mitleser.

Viel Spaß weiterhin!
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Fystanithil » 10.11.2012 20:24

Ich schließe mich Ludo...vigo und Keideran mal ganz unvoreingenommen an, wobei ich noch anmerken möchte, dass wir bei den NSCs nun nicht gerade Helden vom Kaliber deiner Runde im Hinterkopf hatten ;) .

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 12.11.2012 20:13

Graf und König

2. Spielabend: Das Erbe einer Gräfin

Wildermark, 24. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Das Ziel von Rogars Tross war die Reichsstadt Hartsteen, wo sich nach seinem letzten Wissensstand Marschall Ludalf von Wertlingen aufhalten musste, der dort mit Ucurian von Rabenmund verhandelte. Gleichzeitig versprach Rogar sich von dort auch die größte Unterstützung. Aber das erste Hindernis, war eine Route dahin. Rogar überließ seiner fähigsten Kundschafterin und Hofheroldin die Planung des Weges und setzte den Tross der ihn umgab in Bewegung. Rhana musste feststellen, dass es gar nicht so einfach war wie sie zunächst dachte, da es viele Dinge bei der Wegplanung zu beachten gab. Der direkteste Weg über Ochsenweide führte genau durch das Gebiet der Baronin Beergard von Rabenmund, die seit der Schlacht um Berler zum Falkenbund gehörte, und Baron Rogar somit im Grunde feindlich gesonnen war. Immerhin trug Rogar eine Mitschuld daran, dass Beergard nach der Schlacht in Gefangenschaft geraten war. Ludalf hatte sie zwar kurz darauf wieder freigelassen, um Ucurian seine Verhandlungsbereitschaft zu überbringen, aber man konnte ja nie wissen. Rhana blickte gen Osten Richtung Baronie Gallys, was sie noch tiefer in feindliches Gebiet führen würde. Also blieb ihr nur der Westen durch die Baronie Königsweber, das von den Kaiserlichen kontrolliert wurde, und dann durch Dergelsmund, der Baronie des gefallenen Barons Wulfbrand von Rosshagen.
Cecilia, Rogars Frau, die auch schon die Nacht des Schreckens in Zweimühlen erlebt hatte, blickte ein letztes Mal ihrer Geburtsstadt nach, während sie ihr Kind fest an sich drückte. Schon wieder hatte sie miterleben müssen, wie ihre Stadt fremden Herren ‚von Eigenen Gnaden’ anheimgefallen war. Für ihren Mann war es sicherlich bitter alles verloren zu haben, aber Cecilia hatte das schon öfter mit ansehen müssen, als es sich der große Baron hätte vorstellen können. Von der Grafenburg aus hatte sie sehen müssen, wie ihr Mann sie und seinen Sohn fast im Stich gelassen hatte. Sie war sich sicher dass Rogar auf seinem Streitwagen durch eines der gefallenen Tore gebrettert wäre, wenn der Feind diese nicht mit Männern und scharfem Stahl versperrt hätte. Lieber hatte ihr Mann diese junge Ritterin namens Alrike auf seinen Wagen geladen, nachdem diese zu Boden gegangen war. Cecilia hatte es ganz genau mit Tränen in den Augen mit angesehen. Er hatte seinen Streitwagen bereits der Grafenburg abgewendet und seine Pferde Richtung Tor gelenkt. Nur dem Feind hatte sie es zu ‚verdanken’ dass er noch bei ihr war. Sie hatte ihr Vertrauen in ihren großen Mann verloren. Fast, aber nur fast, hatte sie sich seinen Tod gewünscht, aber Lutisana von Perricum hatte ihr diesen Gefallen nicht getan. Allein in der Burg mit ihren Dienern und einigen Truppen, die er als ‚Reserve’ zurückbehalten hatte, war sie kurz vor dem Fall der Stadt in die Schatzkammer geeilt um dort die alte Rüstung der gefallenen Gräfin Svanja Ragnarsdottir anzulegen. Da sie sich auf ihren Mann nicht mehr verlassen konnte war sie gewillt gewesen sich notfalls selbst zu verteidigen. Auch wenn es ihr Tod bedeutet hätte, ihren Sohn hätte sie der Horde nicht kampflos überlassen. Nachdem Rogar sich gezwungenermaßen in die Burg zurückgezogen hatte, waren seine Hauptsorgen die Artefakte und das Gold seiner Schatzkammer. So kam es ihr zumindest vor. Zwar hatte er sie und die anderen Bediensteten in den Geheimgang im Keller geschickt, aber im Grunde hatten sie nur als Träger für seine Schätze gedient. Sie und seinen Sohn hatte er kaum eines Blickes gewürdigt. Und auch nachdem Lutisana ihn und seine Getreusten hatte ziehen lassen, machte es dem Baron mehr zu schaffen, seinen ach so geliebten Zweihänder aus Endurium eingebüßt zu haben, als sich darüber zu freuen, dass ihr und seinem Kind nichts geschehen war. Von nun an würde sich einiges ändern…

Die Furt:

Am Dergel, 25. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Tross hatte etwa zwanzig Meilen südlich von Berler die Neue Silberstraße überquert und zog von dort aus weiter Richtung Westen, wo sie den Dergel einige Meilen nördlich von Gassel mithilfe einer Furt überquerten. Rogar lenkte seinen schweren Eisenschläger Streitwagen, auf dem sich neben seiner Frau und seinem Kind noch der alte und einarmige Zordan von Elenvina, Xeppert der noch ältere Baumeister und Erlgunde Ganslieb festhielten, gekonnt durch das Wasser. Travine aber hatte ihr Ross etwas unglücklich durch das Wasser geführt und fand sich kurz darauf in selbem wieder, mit dem Problem, dass sie in ihrem bisherigen Leben noch nie wirklich schwimmen musste. Auch Luidor der Vagabund hatte mit seinem Holzbein und in schwerer Garether Prunkplatte keine Chance. Rhana schwamm zur Zauberin, während Harad sein schweres Streitross durch das kühle Nass zu Rogars Burgoffizier lenkte um diesen zu retten. Das Wasser war aber im Großen und Ganzen dank der Furt keine wirkliche Herausforderung und eine willkommene Abkühlung im heißen Rondra. Nach der Furt ging es weiter nach Süden über die Alte Silberstraße, die mit einer Brücke den Olku überquerte. Kurz dahinter lag schon das Dorf Gassel mit seinen etwa dreihundertsechzig Seelen, wo es immerhin eine Schmiede, eine Herberge und eine Schenke gab, wo sie ihre Vorräte auffüllten. Zu gern hätte Bashot hier seinen ramponierten Andergaster reparieren lassen, aber Rogar drängte zur Eile. Zusammen mit der gesamten Baroniehofhaltung kamen sie eh nur langsam voran, da die meisten seiner Diener lange Fußmärsche nicht gewohnt waren. Zu gerne hätte Cecilia von Zweimühlen in der Herberge übernachtet, aber Rogar und Rhana setzten den Tross weiter in Bewegung querfeldein gen Süden, wobei sie sogar die Alte Silberstraße, die nach Südosten führte verließen.

Im Land der Fehde:

Nahe der Burg Zwingzahn, 26. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Die Nacht hatten sie in einem kleinen Wäldchen verbracht, in dem sie kurz vor ihrer Rast noch einer Schwarzen Amazone der Mactaleänata, einer Löwinnen Schlächterin begegnet waren. Diese grüßte sie aber erstaunlicherweise im Namen Rondras, die diese dunklen Schwestern eigentlich abgrundtief hassten. Sie trug zwar noch die gestachelte Panzerung einer Schwarzen Amazone, beteuerte aber wieder auf den wahren Weg der Rondra zurückgefunden zu haben, was Rhulana von Kurkum sehr misstrauisch machte. Jedenfalls war sie allein und auch sonst fand Rhana, die den Worten der Frau glaubte, keine weiteren Spuren, weshalb man sie ziehen ließ, auch wenn Rhulana diese Endscheidung nicht gut hieß. Ein Zweikampf in ihrem derzeitigen Zustand war ihr nicht möglich, so blieb ihr auch keine andere Wahl.
Als sie am nächsten Morgen weiter aufbrachen, stellte Rhana fest, dass sie abseits der Wege wohl die Orientierung verloren hatte, was ihr sichtlich peinlich war, hatte sie die Gruppe doch schon durch viel schwierigeres Gelände geführt hatte. Rogar entschied den Tross hier aufzuteilen. Die Trollzackerin, die Amazone, der Schwarze Ritter und dessen Zauberin sollten vorraus reiten um Ludalf schnellstmöglich vom Fall der Stadt, dem Bund der vier Kriegsfürstinnen und Lutisanas Angebot zu berichten. Er und der Rest des langsameren Trosses würden so schnell wie möglich nachkommen.
Rhana wäre lieber an der Seite ihres Barons geblieben, auch wenn sie immer noch nicht wusste wie sie ihm eigentlich begegnen sollte, nachdem er ihre Schwester Lhal’a getötet hatte. Vielleicht war es besser so. Auch war ihr nicht entgangen, dass dessen schmächtige Frau ihr und vor allem Alrike finstere Blicke zuwarf. Sie würde wahrscheinlich nie verstehen was er an diesem kleinen zerbrechlichen Ding überhaupt fand. Sicherlich hatte er sie nur geheiratet, weil sie die Tochter dieses ersten Bürgers der Stadt, Cordovan Weitzmann, war. Wohl um seinen Untertanen zu zeigen, dass er eine der ihren zur Frau nahm, um seine Verbundenheit zu Zweimühlen auszudrücken. Dennoch war sie es, die am meisten Zeit mit Rogar verbrachte und ihn besser und vor allem länger kannte, als irgendwer sonst. Sie hoffte, nein sie wusste, dass er insgeheim mehr für sie empfand.
In Gedanken versunken, in denen sie auch immer wieder an ihre Schwester denken musste, die den falschen Weg der Horde gewählt hatte, erblickte sie und die anderen plötzlich eine stark in Mitleidenschaft gezogene Feste. Das konnte nur Burg Zwingzahn sein, die zu Reichsgau und der Grafschaft Hartsteen gehörte. Sie wusste nun wieder wo sie waren. Die kaiserliche Pfalz wurde jedoch von Schwarzpelzen belagert und der Kampfeslärm war bis zu ihnen zu hören. Harad war nicht überrascht, wechselte die Burg doch häufiger den Besitzer am Rande der Wildermark. Sie sahen einen wohl schon älteren orkischen Tordochai-Krieger auf einem urtümlichen Streitwagen, der nun siebzehn waffenstarrende Orks in ihre Richtung schickte! War das vielleicht Tairon Blutauge, ein Veteran aus dem Orkensturm, der immer wieder Schwarzpelze aus den Sklavenpferchen der Gegend befreite? Harad deutete den Frauen die Zügel in die Hand zu nehmen und zu flüchten, während er ihnen den Rücken frei halten würde. Glücklicherweise kam es dazu nicht, da sie alle vier hoch zu Ross der Szenerie bald schon entkommen waren. Sie bekamen aber noch mit, dass ihre ungewollte Ablenkung den Burgbesatzern einen kühnen Ausfall erlaubt hatte, deren Ausgang sie aber bereits nicht mehr sahen. Nach einer Stunde waren die Orken sicher abgehängt und einige weitere Stunden später suchte Rhana ihnen in den letzten Hügeln des Dergeltals einen Rastplatz.

Das Schwein:

Baronie Hutt, 27. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

In der Morgendämmerung wurde Harad, der Wache hielt, plötzlich auf ein grunzendes Schnüffeln, das sich ihrem Rastplatz näherte, aufmerksam. Schnell weckte er in Erwartung einer Rotte Wildscheine seine Gefährtinnen. Umso erstaunter waren sie, als ein gewöhnliches Hausschwein vorsichtig auf sie zu trottete. Als Rhulana ihren Kurzbogen in Erwartung einer fleischigen Mahlzeit zog, begann das Schwein aufgeregt zu quieken und fast schien ihr so, als schüttele es den Kopf. Sie senkte den Bogen um sich das Tier genauer anzusehen, und auch die anderen beiden Frauen hatte die Neugier gepackt. Besonders Travine wurde vom Schwein irgendwie hoffnungsvoll beschnüffelt. Sie entschied sich das ganze mal genauer anzusehen und untersuchte das seltsame Tier mittels Analüs Arcanstruktur über eine Stunde lang. Danach war ihre magische Diagnose klar - auf dem Schwein wirkte ein permanenter Salander Mutander! Den nötigen Verwandlungen-beenden-Zauber hatte ihr Telor aber nie beigebracht, weil er ihn vermutlich auch nicht beherrschte. So zogen sie weiter gen Südosten wo sie schon bald auf eine Landstraße trafen, die von Nord nach Süd führte. Erstaunlicherweise folgte ihnen das verzauberte Schwein, wohl in der Hoffnung, dass Travine ihm doch noch irgendwie helfen konnte. Der Schwarze Ritter schüttelte nur den Kopf und sah in dem sonderbaren Verfolger wohl eher eine schmackhafte Notration, dass man je nach Bedarf immer noch schlachten konnte – die arme Sau hatte wohl Schwein, dass die anderen Gefallen an ihm gefunden hatten…

Ein feiger Anschlag:

Gerade durchquerten sie wohl nördlich von Bugenhog ein Waldstück als sie Leute im Wald versteckt sahen, die dort offenbar einen Hinterhalt gelegt hatten – jedoch einen Hinterhalt für jemanden, der aus entgegen gesetzter Richtung kommen musste. Insgesamt waren es zehn recht ordentlich ausgerüstete Wegelagerer, mit Waffen, die eher auf Söldner schließen ließ. Die Hälfte von ihnen waren mit Kurzbögen bewaffnet und der Rest mit richtigen Schwertern, Spießen und Warunker Hämmern. Ihr Anführer, der wie alle anderen in einen Lederharnisch gepanzert war, aber zudem noch mit Dutzenden Messern behangen war, trat irgendwann auf sie zu, da die Helden ihnen offenbar den Hinterhalt vermiesen würden, sollten sie weiterhin so offensichtlich auf der Straße stehen. Der Mann stellte sich als Messer-Hal vor, offenbar einer der kleineren lokalen Kriegsfürsten. Dennoch waren sie mehr als doppelt so viele in der Überzahl und mit Bögen bewaffnet, was nicht zu unterschätzen war. Harad von winterkalt stellte Messer-Hal zur Rede, wem der Hinterhalt galt und war wohl kurz davor das Raubgesindel anzuheuern oder sie sich sonst wie untertan zu machen. Dann aber gab der Messerstecher an, er wolle einem hohen Adligen auflauern und diesen abmurksen, was der Schwarze Ritter dann doch nicht zulassen konnte. Wo käme man denn hin, wenn das gemeine Raubgesindel mit Adligen umspringen wollte, wie es ihnen beliebt. Nein diesen hier musste eine Lektion erteilt werden.
Gleichzeitig nahte von Süden her wohl das auserkorene berittene Ziel, das in Begleitung einer ebenfalls berittenen fünfer Eskorte war – drei Männer und zwei Frauen. Alle samt trugen sie das Wappen der Baronie Hutt, wie er und Rhana erkannte. Das Wappen zeigte in von Gold und Schwarz gespaltenem Schild zwei Sparren in verwechselten Farben. Und am Gürtel trugen sie noch ein kleines Wappen des Hauses Quintian-Quant.
Der nun folgende war äußerst heftig und härter als erwartet. Harad war aufgrund seiner schweren Plattenpanzerung die ihn am ganzen Leib bedeckte gut geschützt, aber Rhana wurde von einem für sie unglücklichen Pfeil direkt durch die Wange geschossen, woraufhin diese sich gerade noch auf ihrem Pferd halten konnte, wenngleich sie dennoch sofort Kampfunfähig war. Travine gelang es gerade noch einen Blitz dich find auf alle fünf Schützen auszusprechen und diese zu blenden, bevor ein nicht geblendeter Schwertkämpfer die Gefahr die von der Zauberin ausging erkannte, und sie kurzerhand mit seinem Schwert von Pferd schlug und ihr dabei fast den linken Arm abtrennte [beide müssen einen Schicksalspunkt ausgeben um die Wunden an Kopf und Arm von 3 auf 2 zu vermindern, um dem Verlust der Gliedmaßen vorzubeugen]! Bewusstlos ging die Zauberin zu Boden, so dass sich nun der Schwarze Ritter und die Amazone einer fünffachen Übermacht gegenüber sahen. Offenbar abermals von Rondra selbst gelenkt [dreifach „1“ bei Reiten Probe], hatte Rhulana die absolute Kontrolle über das Schlachtfeld und kämpfte zunächst noch mit Amazonensäbel und Schild und dann abgesessen mit ihrem Rondrakamm. Harad wurde immer wieder von Schwertstreichen und Hammerschlägen getroffen, die aber schadlos an seinem überschweren Panzer abprallten. Messer-Hal, der gegen die kampferfahrene Amazone kämpfte, erwies sich wenig erstaunlich, als äußerst begabter Meister-Messerwerfer, dessen geworfene kurze Klingen sich bis zum Heft in den Leib der Amazone bohrten. Zwei Klingen steckten ihr bereits im Körper, die sie mit ungeahnter Wucht getroffen hatten, dann endlich griff die Eskorte des Adligen in den Kampf ein, was das Kampfglück schlagartig wendete. Rhulana rammte Messer-Hal ihr geflammtes Zweihandschwert durch deren Kurbul mitten durchs Herz, so dass er sein drittes und sicherlich tödliches Messer nicht mehr auf den Weg bringen konnte.
Bald darauf war der Kampf gewonnen und nur drei der geblendeten Schützen blieben am Leben. Der übergewichtige Baron mit Kaiser-Reto-Bart, der sich als Anshelm von Quintian-Quant vorstellte, meinte, „dass er da ja noch gerade rechtzeitig eingreifen konnte, um die Zweimühler zu schützen“, ein Missverständnis, das schnell von Harad richtig gestellt wurde, da sie den Adligen eigentlich gerettet hatten, und nicht umgekehrt.
Eine Befragung der Wegelagerer ergab, dass diese im nahen Ort Bugenhog angeheuert worden waren, um Anshelm zu töten. Einer der Schergen konnte ihren Auftraggeber im Tausch um sein Leben sogar beschreiben. Brauner Bart, mittleres Alter, Allerweltsgesicht, aber vor allem mit markantem Wappen auf der Rüstung: den nach oben geöffneten Madakelch der Familie Hartsteen. Sie fanden sogar die Bezahlung von dreißig Goldstücken in Form von Unmengen Silbertalern und Hellern. Dabei handelte es sich vor allem um Heller aus der Grafschaft Schlund und aus der Prägung des Schlunder Barons Luidor von Hartsteen. Weitere Bezahlung im Wert von dreißig Goldstücken sollte Messer-Hal und seine Schergen acht Tage nach dem Mord an Anshelm am selben Ort in Bugenhog erhalten.
Anshelm wollte sie zunächst alle drei an Ort und Stelle töten lassen, aber Harad hatte dem einen Geschwätzigen sein Wort gegeben, dass er ihn leben lassen würde, so er ihnen alles erzählen würde. Grummelnd stimmte der Hutter-Baron dem Schwarzen Ritter zu und ließ nur die anderen beiden von seiner Eskorte wie streunende Hunde abstechen. Der Redselige wurde daraufhin in den Wald gejagt und laufen gelassen. Anshelm bot den vier Helden aus Zweimühlen an, ihn aus Dank in ein nahes Wehrkloster zu begleiten, wo er ihnen eine gute Unterkunft und eine köstliche Mahlzeit versprach. Auch sonst schien der fette Baron nach dem heftigen Kampf sehr hungrig zu sein…

Zu Gast in Travias Hallen:

Es war schon spät als sie im Wehrkloster der Travia ankamen. Es verfügte über dicke und wirklich hohe Mauern, und glich eigentlich mehr einer Burg. Im Inneren betraten sie zunächst den Vorhof, wo ihre vier Pferde in den seitlichen Stallungen untergebracht wurden. Im Gästehaus zeigte man ihnen ihre bequeme Unterkunft und kurz darauf ging es auch schon durch den Tempel ins eigentliche Kloster. Hier wurden sie von der Travia-Geweihten und Äbtissin Firene von Luring freundlich begrüßt. Die Schwester des Grafen von Luring und König der Ritter, hatte sich offenbar mit der Anwesenheit Anshelms arrangiert. Firene kümmerte sich mütterlich um die schweren Verletzungen der Zauberin genauso wie um die der Trollzackerin und der Amazone und sprach einen Heilsegen über die drei Frauen, deren Wunden zusätzlich noch mit Kräuterverbänden fachkundig versorgt wurden. Der Schwarze Ritter danke der Äbtissin in Form der zuvor erbeuteten Heller, die sie Messer-Hal und seinen Schergen abgenommen hatten. Die Silbertaler behielten die Helden jedoch für sich.
Kurz darauf wurde ein abendliches Mahl aufgetischt, bei dem Baron Anshelm die Recken interessiert über die Lage in der Wildermark und insbesondere natürlich über Zweimühlen ausfragte. Aber auch er erzählte den Streitern von den Begebenheiten der Grafschaft Hartsteen. Er erzählte vor allem von der Natterndorner Fehde, bei der sich sein Haus Quintian-Quant und das Haus Hartsteen mit ihren jeweiligen Gefolgsleuten gegenüber standen. Es ging um nichts Geringeres wie das Amt des Grafen von Hartsteen, das von Luidor von Hartsteen, als auch von Geismar II. von Quintian-Quant angestrebt wurden.
Das ritterliche Haus Hartsteen, deren Namen die Grafschaft trug, hatte die Grafenwürde schon vor über hundert Jahren eingebüßt. Das Haus Quintian-Quant, das aus eher bürgerlichen Verhältnissen stammte und aufgestiegen war, stellte seit dem die Grafen. Für Anshelm war das eigentlich eine ganz klare Sache. Denn sie hatten das Recht auf ihrer Seite. Er erzählte dass seine Patrizierfamilie aus der Reichsstadt Hartsteen und einem kleinen Rittergeschlecht aus der alten Markgrafschaft Warunk hervorgegangen sei und dass das Haus Hartsteen eindeutig „von gestern“ sei.
Derzeit ruhte die Fehde zwar weitgehend, da man den Spruch des Reichsgerichtes abwarten würde, aber das würde sich jetzt nach dem feigen Mordanschlag auf sein Leben ändern! Da könne Alrik vom Blautann und vom Berg als Vertreter der garethischen Königskrone mit der Löwengarde noch so viel über den Waffenstillstand wachen wie er wollte. Er sagte auch, dass er nicht sonderlich erpicht darauf sei, aber es wäre seine Pflicht, seinen Vetter davon zu unterrichten. Und da sie ja eh vorhätten nach Hartsteen zu reisen, so könnten sie ja auch den Vorfall bezeugen…
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 27.08.2014 20:00, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dunkler Wanderer » 15.11.2012 20:12

Wie gewünscht wurden die Fähigkeiten der Waffenmeisterschaften von Ungolf Ferdocker und Roager von Zweimühlen hinzugefügt.

viel Spaß ;)

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 15.11.2012 22:47

3. Spielabend: Reichsstadt zwischen den Fronten

Reichsstadt Hartsteen, 28. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

In der Stadt Hartsteen mit seinen tausenddreihundert Einwohnern, bestimmten gut betuchte Bürger, angehende Söldner, durchreisende Abenteurer, feilschende Waffenhändler, zwielichtige Gestalten und in Ketten schuftende Orks das Stadtbild. Der befestigte Ort war bei den kriegerischen Parteien als Nachschublager, als Verbündeter gegen den Feind und nicht zuletzt als Beute beliebt – wobei eine Plünderung dank der starken Mauern jedoch bisher noch niemandem gelungen war. Die niedergebrannte Ruine der früheren Grafenresidenz Burg Natterndorn, die unweit der Stadtmauern lag, war ein stummer Zeuge der hier herrschenden Streitigkeiten um den Grafenthron.
Aber nicht nur die Stadt, sondern auch das Umland der Reichsstadt glich einem Heerlager. Waffenstarrendes Kriegsvolk wo man nur hinsah. Die Greifengarde unter Marschall Ludalf von Wertlingen lagerte vor der Westseite der Stadt, während die Truppen des Falkenbundes unter Ucurian von Rabenmund die Ostseite prägten. Der Norden war von der Löwengarde unter Alrik vom Blautann und vom Berg dominiert, der versuchte die Lage unter Kontrolle zu halten. Aber wer nun denkt das war schon alles, der wurde im Angesicht der Hartsteener Ritter und Quintian-Quandter Söldner eines besseren belehrt. Zwar hatte man den Verhandlungsfrieden ausgerufen, aber dennoch konnte man die Anspannung die in der Luft lag fast spüren. Allerorts hörte man über Fortschritte der Verhandlungen und von erneuten Zerwürfnissen. Aber in der Schenke zum Roten Maulwurf hörte man gar, dass Zweimühlen bis auf zwölf große Trümmer komplett niedergebrannt sei, und dass die Helden von Zweimühlen alle samt tot seien. Vielleicht war man sich hier nur aufgrund des erst jüngst fertiggestellten Friedenstempels zu Hartsteen, einem Haus der Göttin Tsa, zu dem die alte Gräfin Thuronia – noch in der Hoffnung auf Aussöhnung – den Grundstein gelegt hatte, noch nicht an die Gurgel gegangen.
Der junge, erst vor fünf Jahren, von der Kaiserin Rohaja bestätigte Ratsmeister Jarlak von Binsenbeck, empfahl Rogars Tross das gepflegte, aber teure, Hotel Zum Rat, für die Unterkunft, wo man nicht nur für alle Pferde und Rogars Streitwagen Platz fand, sondern wo ein Tag zuvor Travine auch das ‚Schwein‘ untergebracht hatte, das ihr stetig versuchte zu folgen. Hier traf man auch wieder auf den Schwarzen Ritter, die Zauberin, die Amazone und die Trollzacker Kundschafterin.
Reichsbaron Rogar hatte sich in einer Aussprache mit seiner Gemahlin Cecilia versucht und ihr versprochen, dass er sie fortan auf seinen Reisen mitnehmen und auch im Kampf ausbilden würde, sofern sie dies wünschte. Die Baronin stimmte zu, wies aber ein Kurzschwert, dass Rogar ihr geben wollte ab, und verlangte statt dessen nichts geringeres als die Reliquien der Herrschaft von Zweimühlen – den uralten und verstärkten Zweimühler-Wappenschild aus zyklopischer Fertigung und das sagenumwobene und zweifach geweihte Geisterschwert aus den Dunklen Zeiten. Sie betonte, dass eine andere Wehr unter ihrer Würde läge, vielleicht wählte sie aber ausgerechnet diesen Schild und das Schwert nur, weil Rogar es zuvor Alrike gegeben hatte. Und natürlich zweifelte die junge Ritterin die Entscheidung ihres Barons an, da dessen Frau noch nie zuvor ein Schwert geführt hatte. Aber sie musste den Anweisungen ihres Barons nachkommen und war nun ihrerseits gezwungen sich hier in Hartsteen einen neuen Schild zu kaufen, da ihrer im Kampf um Zweimühlen zerschmettert worden war. So machte sie sich zusammen mit dem Trollzacker Bashot auf durch die überladenen Gassen der Stadt. Alrike, die ein Problem mit Menschenmassen hatte versuchte sich nichts anmerken zu lassen, was ihr sogar gelang. Bald schon wurde sie fündig und leistete sich von ihrem eigenen Ersparten einen neuen verstärkten Schild. Zufällig fand sie einen mit dem einfachen Heeresabzeichen des XXII. Banners des I. Kaiserlich Darpatischen Garderegiments, der in etwa dieselbe Größe des Zweimühler-Wappenschildes aufwies. Bashot, der nach einem Schmied zur Reparatur seines Andergasters suchte, wurde leider nicht fündig, was sicherlich nicht daran lag, dass es keinen gab, sondern wohl eher daran, dass Alrike sich versuchte von den richtig großen Menschenmassen im Zentrum fernzuhalten. Dafür erblickten sie aber ein aufwändig gestaltetes Mosaik auf der Innenseite der Stadtmauer, das die bisherigen Herrscher der Grafschaft in einer pompösen Reiterparade zeigte. Aber weder Geismar noch Luidor waren bisher darauf verewigt. Das Schlusslicht der Parade bildete die als Tsa-Heilige dargestellte Thuronia von Quintian-Quandt.

Räte…

Im Ratssaal, indem Rogars Hofheroldin Rhana ihn bereits angekündigt hatte, und in den jeder fünf Mann unter Waffen mitbringen durfte, trafen sie auf viele Altbekannte wie neue Gesichter. Der alte stiernackige Kämpe Oberst Bunsenhold von Ochs, den man auch 'den Kettenhund' nannte schien auf dieser Bühne der Diplomatie ziemlich verloren. Hier halfen ihm seine vierzehn Jahre als Ausbilder in der Wehrheimer Akademie für Strategie und Taktik nichts. Aber auch der integre Offizier Wulfhelm von Oppstein, dem Harad und Rogar beide schon das Leben gerettet hatten, hielt sich im Hintergrund. Beide standen hinter Ludalf von Wertlingen. Der Marschall, der das alte Erbstück seiner Familie, den Zweihänder Molchenschnitter auf dem Rücken trug blickte mit seinen grünen Augen verschlossen drein, schien aber aus seiner Lethargie zu erwachen, als er Baron Rogar erblickte, der das geschafft hatte, was ihm verwehrt geblieben war – Emer von ihrem Leid in Warunk zu befreien. Beide reichten sich im Kriegergruß die Hand.
Den Kaiserlichen Gegenüber standen die Rabenmunder des Falkenbundes, angeführt von Ucurian von Rabenmund, der genau wie Ludalf in Garether Platte gepanzert war und sein praiosgeweihtes Langschwert Strahl an der Seite und seinen Rundschild auf dem Rücken trug. Die blauen Augen des kräftigen und blonden Rabenmunders verengten sich, als Rogar den Saal betrat. Zum ersten Mal war er dem Barbaren von Zweimühlen in der Schlacht um Berler begegnet, wo dieser seinen Feldherrenhügel erstürmt hatte. Ucurian begrüßte den riesigen Trollzacker direkt mit einem wahren Stakkato an Beleidigungen, was dieser Wilde hier überhaupt in den Reihen richtiger Adliger zu suchen hätte und dass er sich nicht mit jemanden gemeinsam an einen Tisch setzen würde, der ehemalige Räuber wie die Todessucher als Gardetruppe beschäftigte, und jedem dahergelaufenen Dieb und Schurken in seiner Stadt eine Heimat gab. Dass nicht sofort die Klingen gezogen wurden, kam wohl einem kleinen Tsa-Wunder gleich. Danos von Luring, der aufrechte König der Ritter, der ebenfalls seinen Zweihänder mitgebracht hatte und Alrik vom Blautann und vom Berg, der Oberst der Löwengarde und Veteran des Orkensturms, schafften es gerade noch so die Wogen zu glätten.
Außerdem waren natürlich auch die beiden Unterhändler der streitenden Grafen anwesend: der arrogante Reichsritter Rondrian von Hartsteen der bisher erfolglos den Titel des Pfalzgrafen zu Koschgau beanspruchte und die drahtige Ritterin Griseldis von Quintian-Quandt, die die Schlacht auf dem Mythraelsfeld überlebt hatte.
Rogar unterlief nun aber der diplomatische Fehler, dass er die beunruhigenden Nachrichten aus Zweimühlen und die Offerte Lutisanas, Ludalf nicht in einem Vier-Augen-Gespräch mitteilte, sondern allen Anwesenden, was natürlich eine noch gewaltigere Unruhe in die Verhandlungsrunde brachte. Ucurian unterbrach schlagartig die Verhandlungen, da er sich nun angesichts der neuen Entwicklungen nicht weiter mit Fragen befassen wollte, die ihm offenbar aktuell eh niemand beantworten konnte. Er hatte sich nun um wichtigeres zu kümmern. Nicht wenige befürchteten nun wohl, dass Ucurian sich vielleicht auf Lutisanas Seite stellen würde.
Richtig wüst wurde es, als der übergewichtige Anshelm von Quintian-Quandt den Ratssaal betrat und vom Mordversuch auf seine Person berichtete, bei dem einige der Helden von Zweimühlen sogar Zeuge gewesen waren und das bestätigten. Gift und Galle wurde nun von den beiden Unterhändlern der Grafenanwärter gespuckt. Rondrian stritt diese elende und ungeheuerliche Behauptung vehement ab, während Griseldis deutlich machte, dass sie ihrem Vetter unter diesen Umständen sicherlich nicht mehr zur Waffenruhe raten konnte, und dass ein Abwarten des Reichsgerichtes nun ebenfalls hinfällig sei. Das Hause Hartsteen, hatte durch den feigen Angriff auf das Leben des Vetters des Grafen nun die Verantwortung zu tragen und sie regelrecht provoziert die Grafenfrage nun wohl mit Waffengewalt zu lösen. Als dann Rogar auch noch vor einem eventuellen Angriff durch die Schwarzpelze warnte, löste sich die Verhandlung auf.

… und Ränke

Reichsstadt Hartsteen, 29. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Zwischen Ucurian und Rogar kam es einen Tag später noch zu einem vertraulichen Gespräch in dem Ucurian seine Position darlegte: „Ich lasse mich nicht zum Waffenknecht einer Kaiserin machen, die Praios‘ Ordnung mit Füßen tritt.“ Doch auch zu Lutisana bezog er klar Stellung: „Sie ist eine Reichsverräterin. Ihr werdet mich ebenso wenig an ihrer Seite finden wie an der der Kaiserlichen.“ Rogar gelang es zwar mit doch noch etwas diplomatischem Geschick den Rabenmunder zur Fortsetzung der Gespräche zu bewegen, aber dieser machte auch klar, dass er es leid wäre zu reden und dass er spätestens in einigen Tagen aufbrechen würde um seine Eroberungen vor Lutisana zu sichern.
Am selben Tag noch verließen die Fehdeparteien die Reichsstadt um sich auf den drohenden Waffengang vorzubereiten. Es war nun nur noch eine Frage der Zeit, bis die Situation in der Wildermark und der Grafschaft Hartsteen vollends eskalierte. Irgendwie war alles nur noch schlimmer geworden.

Kriegsrat auf Augenhöhe:

Niemand schien wirklich erbaut über die Entwicklungen die sich angebahnt hatten, weshalb Ludalf, Alrik und Danos die Helden zum Kriegsrat riefen. Eigentlich hatten die beiden Heerführer auf eine gemeinsame, schlagkräftige Truppe für die Wildermark gesetzt. Rogar hatte Lutisanas Stärke mitsamt den anderen drei Kriegsfürstinnen auf über zweitausend Mann unter Waffen beziffert, womit die Gesamtstärke der Söldnerführerin aber eindeutig allen streitenden Parteien überlegen war.
Man war sich einig, dass Lutisana oberste Priorität hatte, dass aber selbst alle in der Wildermark stationierten kaiserlichen Soldaten zu schwach waren, um es mit diesem alten Schrecken aufzunehmen. Eigentlich war der Plan die Greifengarde und die Löwengarde zusammen zu führen, und die eigene Armee noch durch Ucurians Söldner zu verstärken, um so die Schlüsselpositionen der Wildermark zu besetzen um die Region endlich zu befrieden. Das wiederaufflammen der Fehde in Hartsteen aber band nun die Löwengarde in der Reichsstadt und wenn die Verhandlungen mit Ucurian scheitern sollten, würden auch dessen Truppen fehlen. Immerhin konnte Rogar eine Allianz zwischen Ucurian und Lutisana ausräumen. Es galt die Natterndorner Fehde schnellstmöglich zu klären, um durch den gräflichen Heerbann die Truppenkontingente des Siegers – und im eingeschränktem Maße auch die des Verlierers – nutzen zu können. Doch welcher Seite der Grafenanwärter sollte man beistehen?
Da beide Kaiserlichen die Grafenanwärter weitgehend neutral beurteilten, sollte Baron Rogar und seine Getreuen entscheiden welchem der beiden Kontrahenten, Luidor oder Geismar, beigestanden werden sollte. Ludalf und Alrik erkannten Geismars Anspruch durch die Primogenitur an, aber Alrik lobte auch die militärischen Erfolge des konservativen Ritters Luidor, mit dem er auch am ehesten Geistesverwandt war. Sorgsam wurden alle Pros und Contras abgewogen. Harad von Winterkalt und Travine waren für Luidor von Hartsteen. Alrike enthielt sich neutral einer Entscheidung und Bashot war für einen Kampf der beiden Grafenanwärter bis aufs letzte Blut, so dass der Stärkere obsiegen möge. Rogar dessen Stimme wohl am schwersten wog, zögerte seine Entscheidung so lange wie möglich heraus, wusste er doch dass sie über nichts Geringeres als den Grafen von Hartsteen zu entscheiden gedachten, dessen zukünftiges Handeln weitreichende Konsequenzen haben würde. Der Schwarze Ritter drängte den Reichsbaron aber zu einer Entscheidung, da nichts schlimmer war wie gar keine Entscheidung. So entschied sich der Barbarenprinz des Blutes von Zweimühlen für Luidor von Hartsteen, auch wenn der Geisteszustand des Hartsteeners durch eine nichtbehandelte Wundfiebererkrankung unter dem gefürchteten und darauf folgenden Jahresfieber litt. Das war immer noch besser als ein 13ter Graf derer von Quintian-Quandt, auch wenn dessen Anspruch legitim war…
Alrik vom Blautann gab an, dass er aufgrund der jüngsten Ereignisse der Vergangenheit sich beim hiesigen Adel äußerst unbeliebt gemacht hatte, aufgrund der Eintreibung einer erhöhten Sondersteuer, die einige fast in den Ruin getrieben hätten. Auch gab der gradlinig denkende Oberst zähneknirschend zu, dass er sich von den Fallstricken der Politik überfordert fühlte und bat so die Helden von Zweimühlen aufgrund ihrer Erfahrung und Reputation, sich dieser delikaten Angelegenheit anzunehmen. Ein Held wie Rogar von Zweimühlen, der einer Legende wie Raidri Chonchobair in nichts aber auch gar nichts nachstand würde sicher einen Weg finden das hiesige Problem ein für alle Mal zu klären. Von Blautann erwähnte die im Volk sehnsüchtig ausgesprochene Hoffnung, die vor hundert Jahren verloren gegangene Grafenkrone wiederzufinden. Angeblich solle diese magische Kräfte besessen haben, die nur dem rechtmäßigen Grafen offenstehen würden. Sicherlich war dies ein Aberglaube, aber einer, den man für sich nutzen konnte. Ihr Auftauchen würde die Fehde für immer beenden und die vereinten Kräfte der Hartsteener Ritter würden im Kampf gegen Lutisana sicherlich von großem Nutzen sein. Immerhin hatte Rogar einst die fast vergessene Krone der Allzeit-Könige aus den Dunklen Zeiten gefunden, vielleicht würde er auch zusammen mit seinen Helden die verschollene Hartsteener Grafenkrone finden. Somit war ihr Auftrag klar.

Auf der Suche nach der verlorenen Krone:

Danos von Luring bot an, sich den Helden mit seinen dreiundzwanzig ausgewählten Pfortenrittern und fünfundzwanzig Waffenknechten, anzuschließen. Außerdem konnte er vielleicht sogar einigen noch als Lehrmeister dienen. Zudem wolle er sich ein genaueres Bild von Harad von Winterkalt und Alrike von Zweimühlen machen. Und natürlich würde der König der Ritter und sein Gefolge, Rogar bei der Befreiung Zweimühlens helfen sobald dieser Genug Truppen um sich versammelt hatte.
Zunächst trug man aber die Geschichten und Legenden über die Grafenkrone zusammen: Es hieß wohl, dass noch zu Zeiten des Alten Reiches ein Tierkönig der Igel dem Firun-Heiligen Feyderich eine prächtige goldenen Krone übergeben haben soll, die ihn zum Herrscher über alle Menschen des nach ihm benannten Feidewaldes gemacht hat. Im Jahre 906 nach Bosparans Fall ging diese besagte Krone jedoch verloren, bevor der erste der Graf des Hauses Quintian-Quandt namens Geismar I. sein Amt antreten konnte. Zeitgleich mit der Krone verschwand damals der engste Berater des letzten Grafen der Hartsteener. Der Name des Beraters und Hesinde-Geweihten war Landroyan. Im Jahr 916 nach Bosparans Fall, ein Jahr nach Geismars Tod, soll Landroyan wieder aufgetaucht sein, aber erblindet und mit wirrem Geist. Gräfin Phexania von Quintian-Quandt soll ihn in das Noioniten-Kloster Sancta Noiona, nahe Horeth eingeliefert haben, wo er kurz vor seinem Tod noch ein rätselhaftes Bodenmosaik hinterlassen haben soll.

Reisen im Hartsteener Land:

Am selben Tag noch machte sich Rogar ausschließlich mit berittenen Gefährten auf Richtung Horeth. Nur Baronin Cecilia, Bashot und Rhulana fanden auf seinem Streitwagen Platz. Ungolf Ferdoker nahm Rhana noch auf seinem Pferd hinten mit, während Harad von Winterkalt auf seinem Tralloper Riesen, Travine auf ihrem Magierponny und Alrike von Zweimühlen auf ihrem Warunker Streitross folgten. Die restlichen Trollzacker Barbaren und der Tross, der nun von Luidor dem Vagabunden, Rogars Burgoffizier geführt wurde, mussten in Hartsteen zurückbleiben. Auch Rogars Sohn Dakor verblieb bei seiner Dienerschaft. Danos von Luring gab den Helden mit seinen Pfortenrittern Bedeckung, da das Reisen durch das an die Wildermark angrenzende Land alles andere als sicher war. Sein Halbbanner Waffenknechte zu Fuß blieben ebenfalls in Hartsteen bei Rogars Tross zurück.
Überall waren deutliche Spuren des Verfalls zu sehen. Im Süden entlang der Reichsstraße zwischen Gareth und Rommilys gab es höchstens vereinzelte Ritter, die reisenden Händlern ohne Bedeckung Schutzgebühren abpressten. Diese trauten sich aber an eine derart große Reiterschar nicht heran, so dass sie problemlos am ersten Tag vorankamen. Im Norden der Grafschaft herrschte jedoch offenes Raubrittertum das unter der Natterndorner Fehde prächtig gediehen war. Hinter Bugenhog wurde die Landstraße immer holpriger, aber auch das bereitete den Recken keine Probleme. Sie kamen vorbei an den frisch ausgehobenen und gesegneten Gräbern von Messer-Hal und seinen Männern, die am Wegesrand von deren Tod zeugten. Boronian Angermacher, Rogars Tempelmeister hatte auf der hinreise zu Hartsteen darauf bestanden die gefundenen Toten zu bestatten, wie es Boron verlangte. Der Stigmata übersäte Todespriester war fertig mit seiner Arbeit und schloss sich den Reitern auf seiner Boronsmähne wortlos an. Kein Nekromant würde deren Körper jemals zum Unleben erheben können.

Raubritter:

Nördlich von Bugenhog, 30. Rondra, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Travine, die in der Dämmerung hervorragend sehen konnte war gerade dabei fernab ihres Lagers den Zauberspeicher ihres Blutulmenstabes mit einem Paralü-Paralein-Zauber zu füllen. Ritter Danos hatte übertrieben viele Fackeln um ihr nächtliches Lager aufstellen lassen, so dass es dort bei den Feuern fast Taghell war. Auch war ihr aufgefallen, dass dieser und seine Ritter einen wirklich großen Vorrat an Fackeln mitführten. Für ihr Objektritual benötigte sie Ruhe, die immer wieder durch das laute Lachen der rothaarigen Pfortenritterin Emer Alara von Rallerspfort unterbrochen wurde. Sie prahlte regelrecht mit ihrer Fechtkunst und war der Ansicht, dass mindestens die Hälfte der Pfortenritter und Rogars Helden in sie verliebt waren. Travine hätte der lebenslustigen Ritterin gerne ihren Zauberstab einmal quer durch ihre hübsche Fresse gezogen, aber leider war sie eine wertvolle Verbündete für Rogar, auch wenn sie alle in der Gegend wissen ließ, dass sie hier waren. Aber selbst wenn man ihr Lachen nicht hören sollte, würde man spätestens Danos Festbeleuchtung im Dunkeln von weitem schon sehen. So wunderte sie es auch nicht, dass es nicht lange dauerte, bis sie in der Finsternis Stimmen vernahm. Ihre Dämmerungssicht ließ sie zwanzig düstere und schwer gepanzerte Ritter auf Pferden erkennen, die geradewegs im Schritttempo durch die Finsternis auf ihr Lager zuritten. Travine zögerte. Die Zauberin war über fünfzig Schritt vom Rest ihrer Truppe entfernt. Dann jedoch lief sie los und rief: „ALARM!“
Der Pfortenritterin Emer blieb ihr Lachen im Halse stecken. So schnell es ging versuchten die Helden und Recken ihre Klingen zu ziehen, als die Raubritter schon mitten unter ihnen waren. Immerhin hatte Travine deren Überraschungsmoment zunichte gemacht. Geldar von Zweistetten, der bekannte Barde aus Gareth, der Danos begleitete, sprang sofort Schutzsuchend hinter den König der Ritter, der seinen Zweihänder als erster Kampfbereit hatte. Erlgard Gragelsfort, die zierliche Abgängerin der Magierakademie Schwert und Stab zu Gareth, die den König der Ritter begleitete ließ sich etwas zurückfallen und begann ihre Zauber zu sprechen. Reto von Luring-Mersingen, ein riesenhafter und aschblonder Pfortenritter trat teilnahmslos direkt an die Seite von Danos und wuchtete seinen Zweihänder in die Seite des ersten Raubritters, der ihn hoch zu Ross passierte.
Aber auch die Helden von Zweimühlen waren schnellstmöglich Kampfbereit und an der Seite ihres Barons, der zusammen mit Harad ebenfalls seinen Zweihänder gezogen hatte. Bashot steigerte sich direkt in einen regelrechten Kampfrausch und stemmte sich mit seinem gewaltigen Andergaster direkt in ein Gegenhalten-Manöver gegen einen Gegner mit Morgenstern, bei dem er sich aber schnell in der schlechteren Position fand. Alrike die es mit einem Raubritter mit Schwert zu tun bekam, packte ihren neuen verstärkten Schild einen Moment zu spät und wurde von ihrem Angreifer schwer am gepanzerten Bauch getroffen. Travine sah, dass die junge Ritterin aus Zweimühlen Probleme hatte, schritt zur Tat und warf ihren Zauberstab in Richtung des Feindes: „Stab zu Flammenschwert!“ Mitten im Flug verwandelte sich der Stab aus Blutulmenholz wirklich in eine lodernde und fliegende Feuerklinge, die den Raubritter von Alrike von hinten attackierte. Harad von Winterkalt der gegen einen Morgenstern schwingenden und Schild bewehrten besonders schweren Raubritter focht, ging in die Offensive und schenkte seinem Fein voll ein, während dieser an dessen überschwerem Panzer abprallte. Harad machte dessen Vorteil dass dieser wie alle anderen Feinde auf einem Pferd saß, zunichte, indem er seine Prinzipien wie so oft einfach über Bord warf und das gegnerische Ross mit einem glücklichen Treffer einmal komplett mit seinem Bidenhänder durchbohrte! Das Blut spritze ihm Fontänen artig entgegen und das Streitross fiel um, wie ein nasser Sack, wobei es den Reiter noch halb unter sich begrub. Im Gegensatz zu den Pfortenrittern, bei denen es auch einigen gelungen war, ihren Reiter von Pferd zu schlagen, wartete er aber nicht bis sein Kontrahent aufgestanden war, sondern nutze sogleich den Nachteil und schlug mit wuchtigem Hieb auf den Liegenden ein, was Danos nicht entging. Rogar stellte sich schützend vor Cecilia, mit der er bisher nur ein paar Stunden den Zweikampf geübt hatte, und schlug seinem Raubritter einem Gassenhauer gleich so hart gegen dem Topfhelm bewehrten Kopf, dass auch dieser vom Ross stürzte. Derweil waren Ungolf Ferdoker, Rhana Rôhaschta und Rhulana von Kurkum weiter hinten mit ihren eigenen Feinden beschäftigt. Und selbst Boronian griff schweigsam zum Rabenschnabel. Die Amazone eröffnete ihren Kampf mit einem lauten: „KURKUM!“ und überall waren nun Zweikämpfe ausgebrochen und der Waffenhall durchdrang allerorts die ausgeleuchtete Dunkelheit.
Erlgard Gragelsfort brannte einem Raubritter mit einem gleißenden Flammenstrahl den Topfhelm direkt in dessen Fratze, so dass dieser schreien auf die Knie fiel und blind um sich schlug, bis Geldar ihn mit einem gezielten Dolchstoß in den Hals erlöste. Reto von Luring-Mersingen stapfte wortlos, aber schwer schnaufend Schritt für Schritt durch die Feinde und achtete darauf, dass Danos nicht von außen in seinen Zweikämpfen unehrenhaft gestört wurde. Emer Alara von Rallerspfort kämpfte mit dem Reichssoldat Ungolf Ferdoker Rücken an Rücken, wobei sie ihre Gegner mit Finten immer wieder treffen konnte und so ihre Fechtkunst wirklich unter Beweis stellte. Danos‘ Bart und Waffenrock färbte sich schnell blutrot. Seine Panzerung hatte er zuvor bereits zur Rast abgelegt, was den König der Ritter aber nicht weniger entschlossen kämpfen ließ. Er focht im Gegensatz zu Harad vorbildlich und rondragefällig wie ein Adliger aus altem mächtigen Hause.
Bashot wurde nun vom Morgenstern seines Gegners schwer an der Brust getroffen, worauf hin der rasende Trollzacker es Harad gleichtat und dem Schwergepanzerten einfach das Ross unterm Arsch wegschlachtete, das wiehernd zu Boden ging. Alrikes Gegner, der schon zweimal von Travines Flammenschwert im Rücken getroffen worden war, wandte sein Pferd nun in Richtung der brennenden Klinge und versuchte diese erfolglos zur Seite zu schmettern. Alrike die ihm aber nicht in den Rücken schlagen wollte, der ihr jetzt zugedreht war, umging ihren Gegner und griff diesen weiter an, aber so dass er sie sehen konnte. Das Bein des Schwergepanzerten ging nach einem weiteren Hieb des fliegenden Feuerschwertes regelrecht in Flammen auf. Bashot, der seinem Gegner bereits den Rest gegeben hatte, rannte im Sturmangriff in die Seite von Alrikes Gegner wobei er den Raubritter samt Ross regelrecht umrannte. Wenige Augenblicke danach erlag der Schuft den drei Klingen, die auf ihn einschlugen. Rogar konnte seinem Gegner zur Kopfwunde noch eine Beinwunde und kurz darauf eine schwere Wunde am Waffenarm zufügen. Nach dem vierten Treffer des gewaltigen Barons fuhr auch dieser in Borons Hallen. Harads Kontrahent, der aufgrund seines eingeschränkten Sichtfeldes durch den Helm noch gar nicht realisiert hatte, dass seine Mannen verloren und bereits fast alle tot waren, stand als letzter. Er hatte dem Schwarzen Ritter trotz etlicher Treffer nur ein paar Dellen in dessen Rüstung zufügen können. Unter ihren Rüstungen schwitzend kämpften die beiden immer noch, bis auch dieser nach einem fünften Hieb von Zadik’s Tod zusammenbrach. Travine die sich versicherte, dass niemand der Feinde mehr stand, öffnete ihre Rechte Hand in die die vor Blut zischende Flammenwaffe zurückflog: „Flammenschwert zu Stab!“
Danos von Luring wandte sich nun an Harad von Winterkalt: „Ihr kämpft unehrenhaft Schwarzer Ritter, und sollt niemals die Gelegenheit erhalten den König der Ritter im Zweikampf zu fordern, auch wenn ihr bereits eine Queste für die Kaiserin höchst selbst absolviert habt. Ihr aber Alrike von Zweimühlen, euch werde ich im ritterlichen Kampf unterrichten und euch ein Lehrmeister sein, so ihr dies wünscht.“ Alrike nickte und steckte ihr Langschwert zurück in ihre Scheide. Der Schwarze Ritter antwortete unter seinem Topfhelm daraufhin lachend: „Dann werde ich eben KÖNIG DER RAUBRITTER!“
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dunkler Wanderer » 05.12.2012 13:50

Am Donnerstag gehts weiter ...

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 05.12.2012 16:29

(Aber erstmal kommt noch hier der letzte Soielabend. An dieser Stelle hätte ich noch die Frage, ob euch die Texte zu lang sind, oder ob das so okay ist)

4. Spielabend: Das Mosaik im Kloster

Sancta Noiona, 1. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Sommer neigte sich langsam aber bemerkbar dem Ende zu. Auf ihrem Weg nach Sancta Noiona in der Nähe von Horeth sahen sie allerorts wie Bauern ihre Ernte einbrachten, wobei es vieler helfender Hände bedarf. Viele Tagelöhner, die sich während der erntefreien Zeit als Söldner verdingten, kehrten nun zur Landarbeit zurück. Aber sicherlich würden auch bald die Plünderungen der eingebrachten Ernten zunehmen.
Cecilia von Zweimühlen, die stets an Rogars Seite auf dessen Streitwagen mitfuhr machte in der alten Gräfinnenrüstung eine gute Figur. Die goldverzierten Arm- und Beinschienen passten gut, auch wenn die einstige Gräfin Svanja Ragnarsdottir thorwallscher Abstammung gewesen und sicherlich kräftiger gebaut war. Der archaische Streifenschurz war in der Lendengegend mit einigen hellblauen Aquamarinen verziert. Dieselben Edelsteine fanden sich auch im Ausschnittsbereich der ebenfalls Gold verzierten Brustplatten. Letztere waren auf Leder angebracht, das zur Schulter hin in einen edlen hoch stehenden ebenfalls goldenen Kragen überging, der den Hals schützte. Generell hatte die alte extravagante Rüstung, die sehr viel Haut zeigte und dadurch sehr beweglich war, aber wohl eher punkvollen als schützenden Charakter. Immer wenn die große Reitergruppe rastete, lehrte der Baron sie den Kampf mit dem Schwert und Ungolf Ferdoker zeigte ihr den Umgang mit dem verstärkten Zweimühler Wappenschild. Und immer wieder wurde beides kombiniert. Aber sicher würde es noch viele Monde dauern, bis sie sich an das Gewicht von Schwert und Schild gewöhnen und die wichtigsten Manöver beherrschen würde.
Sie passierten weitläufig den Weiler Reck mit seinen sechs Gehöften in der Baronie Hutt und durchquerten dann Rankaraliretena, nachdem sie dort von einem Zornesritter und einigen Stadtgardisten misstrauisch beäugt und durchsucht wurden. Der Name der Stadt war genauso seltsam wie die Mitglieder des Zornesorden, die Rogar eher vorkamen wie Halsabschneider, als Rondra-Geweihte oder Laien. Gerüchten zufolge war der Orden des Heiligen Zorns der Göttin Rondra, der aus den wenigen Überlebenden des Freiwilligenbanners Rondras Zorn entstanden war, innerhalb der Rondrakirche eh umstritten. Danach ritten sie erneut auf der Alten Silberstraße entlang des Südufers des Dergel gen Nordwesten durch den Weiler Dorp mit seinen zwei Großbauernhöfen und sieben kleineren Gehöften, und kurz darauf durch Bracker. Der alte Handelsweg schien langsam wieder öfter benutzt zu werden. Dann gegen Abend war das Kloster nördlich des Feidewaldes erreicht und auch die Lichter von Horeth in der Nähe zu sehen.
Die offene und freundliche Äbtissin Schwester Maline Lucina erzählte, dass das Noioniten-Kloster einst von Kaiser Valpo gestiftet wurde um seine geistig verwirrte Tochter Luciana von Almada noch zu seinen Lebzeiten zu pflegen und zu versorgen. Sie erzählte auch, dass die kleine Prinzessin damals schon in diesem Zustand auf die Welt kam und ihr mysteriöser Tod mit nur acht Jahren die schlimmen Kaiserlosen Zeiten eingeleitet hatte.
Das besagte Kloster bestand aus einem kleinen Ordenshaus mit Dormitorium und Refektorium für insgesamt sechs Schwestern und Brüder des Noioniten Ordens, und einem Wirtschaftsgebäude für die Mägde und Knechte. Am auffälligsten war jedoch ein großer doppelflügliger Bau im späten Eslamidenstil mit zahlreichen Erkern und Balkonen, aus dem man die Laute und Schreie der Kranken und Verwirrten hören konnte. Die ganzen Pferde fanden aber nicht genügend Platz im Stall, so dass der Teil der über dreißig Pferde und Rogars Eisenschläger Streitwagen einfach im großen Park, neben dem kleinen Boronsanger und kleinen Borontempel untergebracht wurden. Es war offensichtlich, dass die Nahe Wildermark äußerlich dem Kloster seinen Tribut abgefordert hatte. Mancherorts sahen die Helden Spuren von Feuer und aus den Angeln gebrochene Türen und Tore. Aber auch einige der Knechte und Geweihten waren offensichtlich verstümmelt und die Mägde gebrochen.

Das zerstörte Mosaik:

Noch am selben Abend wurde Rogar von Zweimühlen, Harad von Winterkalt, Rhulana von Kurkum und Travine zu Landroyans Zelle gebracht, während sich der Rest um die Pferde und die Unterbringung kümmerte. Das gesuchte Bodenmosaik war jedoch stark beschädigt und nur wenige Fragmente waren noch erkennbar. Maline Lucina berichtete, dass das Kloster wenige Monate nach dem Fall Wehrheims von marodierenden Söldnern überfallen, und der Zug des blinden Landroyan in Folge eines wilden Gelages fast völlig zerstört worden war. Das kunstvolle Mosaik war in den Fußboden vor dem nach Süden blickenden Fenster eingelassen. Das einzige was noch annähernd zu erkennen war, waren eine Natter am oberen Rand, dunkle Lilien in der linken oberen Ecke, ein Greif im Zentrum und ein Troll in der rechten unteren Ecke. Travine fertigte eine genaue Zeichnung der Überreste des Mosaiks an, während sich Baron Rogar nicht zu schade war die Zelle Spann für Spann abzutasten – aber vergebens.
Die Äbtissin erzählte, dass auch der gräfliche Jagdmeister Adalbert von Hirschenrode im Auftrag von Geismar II. von Quintian-Quandt, seit Jahren nach dem Igelkönig und der Grafenkrone suchte und dass dieser ihnen vielleicht weiterhelfen konnte.
Während die Pfortenritter zusammen mit den Helden am nächsten Morgen das Kloster verließen, blieb Boronian Angermacher, Rogars Tempelmeister hier zurück um den Dienern Bishdariels beizustehen und vielleicht auch noch die ein oder andere Liturgie von den Boron-Priestern zu lernen.

Zu Gast auf Gut Oldenhorn:

Rittergut Oldenhorn, 2. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Das abseits liegende Rittergehöft bestand aus einem gemauerten Herrenhaus, einem Firun-Schrein, acht Bauernhöfen samt Anger und war in den Ausläufern des Feidewaldes, nahe dem Ort Bugenhog gelegen. Der etwa fünfundvierzig Sommer zählende Ritter mit wettergegerbtem Gesicht trat in Kettenhemd, Schwert und Fackel in die Abenddämmerung. Adalbert von Hirschenrode erkannte aber recht schnell das Wappen von Graf Danos von Luring und schloss daraus, dass es sich nur um rechtschaffene Reiter handeln konnte. Freundlich und ihrem Stand gemäß empfing er die Gäste in seinem großen Kaminsaal. Direkt stach den Helden ein übergroßes Landschaftspanorama an der Wand auf, das zweifelsohne das Motiv von Landroyans Mosaik widerspiegelte.
Adalbert erzählte, dass dieser größte Schmuck seines Gutes ein Geschenk der Alt-Gräfin Thuronia von Quintian-Quandt darstellte, das er aufgrund der langjährigen Dienste seiner Familie bekommen habe. Das Mosaik in Sancta Noiona war ihm jedoch fremd. Die Helden, die schnell das Vertrauen des Ritters gewannen berichteten, dass sie sich auf der Suche nach der legendären Grafenkrone befanden und dass dieses Bildnis womöglich einen wichtigen Wegweiser darstellte, da es mit Landroyan im Zusammenhang stand. Auch der Ritter gestand ihnen nun, dass er schon seit langer Zeit, im Auftrag von Geismar II. nach der Krone suchte, aber vergebens. Gerade in den letzten Monden hatte er viel Zeit in den Wäldern verbracht, aber ohne Hinweise auf das Insignium der Herrschaft über Hartsteen zu finden. Dass er dabei dem Igelkönig noch niemals begegnet war, schien ihm nur Recht, denn Adalbert schien vor diesem eine regelrecht abergläubige Furcht zu besitzen. Er erzählte von Bauern, Köhlern und anderen vermissten, die der Igelkönig zu sich in sein Reich geholt hatte. Was aber viel schlimmer war, er erzählte nun auch von einem tulamidischen Magier mit einer Gruppe von sechs Söldner, die im Auftrage Geismars, seit einigen Tagen, ebenfalls auf der Suche nach der Krone seien. Angeblich wolle der fremde Magier mit grauem Knebelbart, der in einen Kaftan mit arkanen Symbolen gewandet und von Mindergeistern umschwirrt war, durch Verzauberung an das Wissen des Igelkönigs kommen umso den Aufenthalt der Grafenkrone zu erfahren. Travine erkannte anhand der Beschreibung, den Magier auf dem fliegenden Teppich wieder, gegen den Telor, ihr Mentor sich beim Angriff auf Zweimühlen ein Zauberduell geliefert hatte! Was wollte Lutisanas Magier mit der Grafenkrone? Wollte dieser wirklich Geismar II., Adalberts Herrn unterstützen? Wenn dem so war, mussten sie den Igelkönig unbedingt vor dem Tulamiden finden.

Das Gemälde:

Angestrengt betrachteten sie das riesige Bildnis mit seinen topografischen Merkmalen wie Hügeln, Wäldern und Burgen voller Figuren und Allegorien, Dämonen und Fabelwesen. Zentrales Element war ein großer Konflikt zwischen den Kräften der Ordnung und denen des Chaos. Zu sehen waren Schlachtszenen, in denen Soldaten gegen Rattenmenschen, Unholde und andere Kreaturen zu Felde zogen. Rogar der schon weit rum gekommen war (Geographie Doppel-1 gewürfelt!) erkannte den Feidewald in der Mitte des Panoramas. Es war dieselbe Perspektive wie auf dem Mosaik in der Zelle. Links der Fluss Dergel mit dem Höhenzug bei Rankaraliretena und auf der rechten Seite eine düstere Trollfeste anstellte der Großstadt Gareth. Die anderen konnten zwar nicht so ganz nachvollziehen wie er dort eine Trollfeste erkennen konnte, aber der Trolling musste es ja wissen. Travine erkannte derweil, dass die düster wirkenden Lilien am linken Bildrand nahe dem Höhenzug ein Symbol Amazeroths sein mussten! Im Zentrum unter dem Greif, der mit einer riesigen Natter kämpfte, was ein großer Igel abgebildet, bei es sich nur um den Igelkönig handeln konnte, da waren sich alle einig. Der Greif stand für Praios und der Löwe im rechten Teil des Bildes stand für Rondra, das war auch klar. Weitere Göttersymbole waren Zwerge auf der linken Seite, die für Ingerimm stehen mussten, und ein kleiner versteckter Fuchs und das Sternengewölbe über dem Panorama, waren schon schwerer zu erkennen. Schwarze Trolle und Ratten waren eindeutig Symbole des Namenlosen. Was aber hatte es mit dem besonders groß dargestellten Krieger mit dem beeindruckenden Hammer auf sich. Es war zwar ein Wappen auf dessen Schild zu erkennen, aber das sagte selbst Rhana, Rogars Hofheroldin und auch Harad nichts. Wie auch immer es galt den Igelkönig vor dem Tulamiden zu finden, koste es was es wolle.

Ein guter Führer zu einem angemessenen Preis:

Ritter Adalbert, der als Gräflicher Jagdmeister über eine ausgezeichnete Kenntnis der hiesigen Wälder verfügte, bot sich den Helden bei der Suche nach der Grafenkrone an, da sie offenbar keine Parteigänger der beiden streitenden Grafen waren - so glaubte er zumindest. Aber dies hatte seinen Preis. Als Gegenleistung verlangte er für seinen Zweitgeborenen ein Junkerngut in Zweimühlen, ein Hochzeitsarrangement für seine Drittgeborene, oder die Knappenschaft seiner jüngsten Tochter bei Alrike von Zweimühlen, oder bei Harad von Winterkalt. Ein Angebot, das sich als schwerer herausstellen sollte, als angenommen. Die Abgabe eines Junkerngutes war zur Zeit nur nominell möglich, da Reichsbaron Rogar seine Baronie erst einmal wieder zurück erobern musste, und zudem würde es seine Macht in der Baronie schmälern. Die hätte zur Folge, dass ihm selbst weniger Einnahmen an Gold und Naturalien zukommen sollten. Zwar waren zwei seiner Junkerngüter durch den Tod zweier Gefährten wieder an ihn anheimgefallen, aber es blieben immer noch genug Niederadlige, die seine Macht einschränkten.
Eine neunjährige Pagin in diesen Kriegszeiten, egal an wessen Hof im Zentrum der Wildermark? Der Schwarze Ritter hatte bereits einen Ritter alten Schlages bis zum Ritterschlag ausgebildet und lehnte ab. Der jungen Alrike von Zweimühlen fehlte es hingegen noch an Erfahrung und sie war viel zu häufig mit den Schlachtreitern in seiner Baronie unterwegs, als dass sie für eine junge auszubildende Göre Zeit hätte. Dass er auch selbst die Jüngste von Hirschenrode in seinen Grafenburg nehmen konnte, kam ihm gar nicht in den Sinn.
Blieb eigentlich nur noch eine Heirat. Er selbst war aber schon an Cecilia vergeben, obwohl ihm seine Gattin ansah, wie gerne er die gerade volljährige Niederadlige noch als zweite Frau in sein Bett geholt hätte. Sie war auch einfach zu süß, wie sie da mit einem Apfel in der Hand unschuldig vor dem Kamin hockte und sich wärmte. In diesem Moment beneidete er die Kulturen, in denen Vielehen Gang und Gäbe waren. Seinem Schwarzen Ritter konnte er die junge Frau kaum überlassen. Dieser würde sie wahrscheinlich schänden und danach seinen Männern der Schwarzen Garde überlassen, wenn er denn noch welche hätte. Wahrscheinlich übertrieb er, und früher oder später würde sich Harad von Winterkalt so oder so eine Gemahlin nehmen müssen, damit sein Adelsgeschlecht nicht ausstarb. Aber der riesige Baron ging da lieber kein Risiko ein. Harad, sein Vasall fürs Grobe war sicherlich ein nützlicher Verbündeter, aber kein Mann für eine Heirat. Rogar war sich noch nicht einmal sicher ob er selbst der Richtige dazu war. Sie waren Männer der Tat, die stets dem Tod in die Augen blickten und ihre Stärke in der Wildermark beweisen mussten. Der Trollzacker Bashot Grim, kam gar nicht in Frage, da er nicht von Stand war, etwas das er bei Gelegenheit vielleicht mal ändern sollte. Blieb nur der Reichsedle Ungolf Ferdoker. Sein treuer Waffenmeister und Schildträger des Blutes. Dieser schüttelte aber sofort den Kopf und bestand darauf, dass in der jetzigen Zeit kein Platz für eine Frau an seiner Seite war. Es herrschte Krieg! Eine Frau machte einen angreifbar und schwach, das analysierte der Waffenmeister militärisch knapp. Und außerdem war er schon oft Zeuge von Rogars Eheproblemen geworden. Da konnte sein Herr so viel an ihm herum reden wie er wollte. Rogar versuchte ihm mit all seinem diplomatischen Geschick diese Heirat einzureden, aber dies war eine Schlacht die er nicht gewinnen konnte, da blieb der niederadlige Reichssoldat stur.
So blieb Rogar, der nicht auf Adalbert verzichten wollte, nichts anderes übrig, als dessen zweitgeborenen Baltram von Hirschenrode, einem verschlagen wirkenden Mann mit Silberblick, eines seiner freien Junkerngüter zu versprechen. Die Wahl fiel auf Gut Vierweiden. Dieses Junkerngut lag hinter dem Gerdenwald am Rande der Baronie Zweimühlen und war fern ab von allen Wegen und Handelsrouten und somit kaum von Bedeutung. Noch am selben Abend ernannte der Reichsbaron, den Zweitgeborenen von Adalbert zum nominellen Junker von Vierweiden und verlangte diesem vor Zeugen den Eid ab. Es würde sich noch herausstellen, welche Konsequenzen diese Entscheidung haben würde, denn die Familie Hirschenrode war mit der Familie Quintian-Quandt verbündet…

Im Dunklen Feidewald:

Feidewald, 3. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Graf Danos von Luring schlug vor zwei Gruppen aufzuteilen, während der Großteil seiner Pfortenritter beim Rittergut bleiben würden. Eine Gruppe unter der Führung von Rogar und die Zweite unter Danos. Der König der Ritter war sicher, dass zu viele Männer den Tierkönig vielleicht verscheuchen könnten, ein Risiko das er nicht eingehen wollte. Rogar stimmte ihm zu. Der Graf wählte die wildniskundige Rhana Rôhaschta, den Stammeskrieger Bashot Grim, den Waffenmeister Ungolf Ferdoker und Ritterin Alrike von Zweimühlen in seine Gruppe. Dafür bot er Rogar die beiden Ritter Reto von Luring-Mersingen und Emer Alara von Rallerspfort, aber der Reichsbaron lehnte dankend ab. Er wollte seine Gruppe so klein halten wie möglich, so dass Rogar neben Cecilia von Zweimühlen und Adalbert von Hirschenrode nur von Harad von Winterkalt, dessen Zauberin Travine und der Amazone Rhulana von Kurkum begleitet wurde. Aufgrund der gegnerischen Zauberkraft nahm Danos ebenfalls seine Kampfmagierin Erlgard Gragelsfort mit und den Barden Geldar von Zweistetten, weil dieser unbedingt darauf bestand bei dieser Heldentat dabei zu sein. Spätestens nach einer Woche sollten sich alles wieder bei Gut Oldenhorn treffen. Dann trennten sich ihre Wege im Dunklen Wald. Mochte Firun ihnen beistehen.
Der Jagdmeister erzählte unterwegs: „Den Bewohnern der Grafschaft Hartsteen ist der Igelkönig, der tief im Feidewald verborgen leben soll, ein mystischer Schutzpatron des Landes. Um seine Gestalt ranken sich zahlreiche volkstümliche Märchen und Geschichten, in denen er meist als Acker- und Waldgeist im Dienste der Peraine auftritt. Sein Revier soll die gesamten Wälder des kleinen Mittelgebirges nördlich der Natter umfassen, doch soll er sich vor allem in seinen Nestern tief im Herzen des Feidewaldes aufhalten, wo ihn kein Mensch zu Gesicht bekommt und er von niemandem in seiner Ruhe gestört wird.“
Sie schritten aufmerksam durch dichte Nadel- und schattige Urwälder, die Harad als einziger auf einem Ross nur schwer durchqueren konnte, so dass er im dichten Unterholz den schwergepanzerten Trallopper Riesen schon bald am Zügel hinter sich her führen musste. Travine hielt immer wieder Ausschau nach den leider nur mäßigen Kräutern die hier wuchsen, während Cecilia sich immer dicht hinter ihrem riesenhaften Gemahl hielt. Rhulana erinnerte sich zurück an die finsteren Wälder des Kosch und die Abenteuer die sie dort erlebt hatte.

Der Kahle Schirch:

Feidewald, 5. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Nach zwei weitestgehend ereignislosen Tagen die sich Rogars Gruppe durch das Unterholz bergauf schlug hatten sie den von Adalbert vorgeschlagenen Ausgangspunkt ihrer Reise erreicht, von wo aus man eine bessere Orientierung hatte – der Kahle Schirch.
Bei diesem handelte es sich mit etwa eintausend und einhundert Schritt, um die höchste Erhebung der Grafschaft. Von dieser windigen und baumlosen Spitze hatte man die beste Aussicht in alle Richtungen. Aber das sonderbarste war der Sockel und die Füße einer wohl einst wirklich riesigen Statue, die hier einst über das Land geragt haben musste. Selbst Adalbert wusste nichts über die steinernen Überreste, und auch in keinem ihm bekannten Geschichtsbuch der Grafschaft war diese mysteriöse Stätte je erwähnt worden. Sicher war er schon vorher hier gewesen, und auch wohl andere vor ihm. Von der Größe der Füße ausgehend mochte diese Statue irgendwann bestimmt über dreißig Schritt hoch gewesen sein. Aber wer konnte das schon wissen? Vielleicht hatte dieser Ort in den Dunklen Zeiten einem kultischen Zweck gedient oder stammte gar auch einem ganz anderen Zeitalter, wer weiß. Hier wurde allen noch einmal bewusst wie klein sie eigentlich waren. Klein vielleicht, aber ganz sicher nicht unbedeutend. Von hier aus also würden sie beginnen.

Durch Busch und Strauch:

Feidewald, 6. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Adalbert war ihnen eine große Hilfe. Auch hatten sie immer die Orientierung und generell war Rogars Gruppe das Leben in der Wildnis nicht fremd. Aber es mangelte ihnen an Fährtenkunde, so dass die Helden unbeabsichtigt eine Rotte von sechs Schwarzkitteln aufschreckten! Die kräftigen Tiere, die sofort zum Angriff übergingen hatten schwarzes, struppiges Fell und die Keiler trugen große Hauer im Gesicht. Wutentbrannt und wohl in ihrem Revier gestört, rannten die Wildschweine direkt in die Helden hinein, mit dem Ziel diese zu Boden zu werfen. Kurz darauf war der Schwarze Ritter aus dem Gleichgewicht gebracht, und auch die Amazone und die Zauberin folgten ihm in den aufgewühlten Dreck. Travine sprang kurz darauf aber wieder auf die Beine und blendete zwei der Schwarzkittel mit ihrer Zauberei, was diese auch sogleich in die Flucht schlug und ihrem Herrn Harad Zeit gab zum Aufstehen. Rogar nahm es gleich mit zweien der Wutzen auf und töte die Tiere mit jeweils nur einem einzigen unglaublichen Hieb, wobei er dem letzten Tier die beiden Hinterläufe mitsamt Arsch abhackte! Harad und Rhulana die nun ebenfalls wieder standen, streckten die Leitsau mit insgesamt vier Hieben ihrer Zweihandschwerter nieder, und auch Adalbert durchbohrte sein Wildschwein mit seinem Speer. Danach gab es erst mal köstlichen Wildschweinbraten. Nun hatten sie für den Rest der Reise erst mal ausgesorgt was Nahrung anging.

Rascher Wahn:

Feidewald, 7. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Am nächsten Tag hörten sie das Geheul Wölfe die ihnen folgten und dabei immer näher kamen. Es waren etwa acht Grauwölfe die sich kurz vor der Dämmerung wie im Wahn auf sie stürzten. Aber Travine, deren ‚Blitz dich find’ schon bei den Wildschweinen so hervorragend funktioniert hatte, nahm gleich vier und somit die Hälfte des ausgehungerten Rudels als Ziel, was aber stark an ihrer Zauberkraft zehrte. Der Spruch gelang. Die betroffenen Wölfe stießen ein elendiges Geheul aus und zogen sich zurück. Die restlichen vier machten Bekanntschaft mit ihren scharfen Klingen und waren schnell besiegt. Adalbert riet ab davon eventuelle Trophäen zu nehmen, da einige der Tiere vielleicht den ‚Raschen Wahn’ hatten, eine Krankheit die einen Menschen ins Koma fallen und sie dann mit ungeahnten Kräften wild um sich schlagen ließ. So reisten sie weiter, wobei sie angestrengt nach menschlichen Fußspuren Ausschau hielten, oder gar dem König der Igel. Was mochte der anderen Gruppe unter der Führung von Danos bisher widerfahren sein? Mit Sicherheit hatte der König der Ritter auf der anderen Seite des Berges irgendwo in der Nacht wieder unzählige Fackeln anzünden lassen, um die Dunkelheit zu erhellen.

Tollwut:

Feidewald, 8. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Fast war es so, als seien die Tiere des Feidewaldes aufgeschreckt, je tiefer sie in diesen vordrangen. Denn in einer der seltenen Holzschneisen stellte sich ihnen ein aufgerichteter Borkenbär mit Schaum vorm Maul entgegen. Adalbert rief sofort eine Warnung aus, dass der Bär offenbar unter der Tollwut litt, und dass eine Ansteckung auf keinen Fall zu überleben war! Die Warnung des Jagdmeisters ließ Harad innehalten, Rhulana zurückweichen und Travine befand sich eh ganz hinten. Rogar aber brachte den Mut auf, sich der Bestie zu stellen, wohl mit dem Wissen, dass ein einziger Biss des Borkenbärs ihn früher oder später töten würde. Kurz darauf kam das über zweihundert Stein schwere Tier in wilder Raserei auf ihn zu und versuchte den Baron mit beiden Tatzen zugleich niederzuwerfen. Der Trolling parierte den Doppelangriff des Monsters und schnitt diesem dabei tief durch dessen raues und borkendickes Fell, was den Bär nur noch rasender machte. Dann holte der Rochshaz mit einem wuchtigen Schlag mit seinem Zweihänder aus und brachte dem kranken Borkenbär eine fürchterliche Wunde bei. Der Baron wich den nächsten Attacken des Bären aus und beendete das Leben des Bären zusammen mit Harad, der ihm jetzt zu Hilfe kam, so schnell er konnte. Rogar, der wie immer mit nacktem Oberkörper gekämpft hatte, war den Göttern sei Dank unversehrt.

Beim Igelkönig:

Am selben Tag noch hatten sie kurz vor der Abenddämmerung ihr Ziel erreicht. Unter einer uralten Steineiche auf einer ausgedehnten Lichtung erstreckten sich mehrere kreisrunde Laubkugelverstecke. Sie waren ganz unterschiedlich groß und von außen mit buntem Moos und Flechten geschmückt. Es herrschte in und um die Igelnester ein reges Treiben von über hundert Igeln, die Futter sammelten und sich um kleine Igelkinder kümmerten.
In einer halboffenen Laubkugel erblickten sie den prächtigsten Igel von allen. Er hatte einen halben Schritt Körperhöhe, war mit silbernen Stacheln bewehrt und gab schnüffelnde Laute von sich.

Der Tod einer Heldin:

Nun setzte plötzlich eine allgemeine Fluchtbewegung ein, da die Lichtung von sechs in Leder gerüstete Söldner betreten wurde, die im Halbkreis ausschwärmten. Ihre Gegenspieler hatten den Igelkönig zur gleichen Zeit erreicht! Zwei trugen je ein Schwert, einer einen Hakenspieß, ein dicklicher Söldner trug einen Warunker Hammer, und etwas weiter abseits befanden sich zwei Fernkämpfer mit Kurzbogen und ein berittener mit Kriegsbogen, die beide schon auf die Helden anlegten. Über den Söldlingen flog der besagte tulamidische Magier, auf seinem fliegenden Teppich mit gelbgrünen Farbmustern. Kleine Windhosen umtanzten ihn. Waren das Luftgeister oder nur eine optische Täuschung? Der Tulamide stellte sich mit Magister Tuleyban und sagte auf Garethi: „Was schert es euch letztlich, wer Graf wird? Zählt nicht allein dass die Fehde endet?“ Aber Rogar ließ nicht mit sich verhandeln und rief seinen Helden taktische Befehle zu. Der Tulamide rief laut und deutlich: „Yukassar al’ynnah-al’sefra maksur qar’ama, sefer-am assasyr yinnah!“ Tuleyban und sein Teppich wurden schlagartig von einer silbrigen, runden Kuppel umgeben, die ihn vor Zauber und Dämonenangriffe schützte, wie Travine erkannte. Dann rief er: „Yallah ishabân,Yallah! Pash-jahekum, al’rashtulim!“ was Rogar und Travine, die dieser Sprache mächtig waren übersetzten mit: „Vorwärts, Raubsöldner vorwärts! Kämpft ihr Unbesiegbaren!“
Rhulana die von Rogar den Befehl erhalten hatte, sich um einen der schützen zu kümmern, gehorchte und stürmte nach vorne. Der Hakenspießträger und der Hammerkämpfer nutzen ihre Gelegenheit für einen Passierschlag, verfehlten die Amazone aber nur knapp. Harad von Winterkalt der schon lange aufgesessen hatte, senkte die schwarze Lanze, galoppierte auf den anderen Reiter mit dem Kriegsbogen zu, und durchbohrte dessen Kopf, in dem die Lanze stecken blieb, woraufhin der Schütze von seinem Pferd stürzte. Der Panzer seines Trallopper Riesen wurde zwar unterwegs einmal von dem Hakenspießträger erwischt, aber das störte das erfahrene Ross und den schwarzen Kriegsreiter nicht. Auch Ritter Adalbert rannte mit seinem Speer voran und schaffte es noch vor Rhulana den zweiten Schützen zu erreichen. Der Söldner mit dem Kurzbogen eröffnete aber nun das Feuer und schoss Adalbert genau in die Brust. Adalbert kämpfte aber weiter und schaffte es den letzten Schützen wenigstens zu beschäftigen und zwang diesen immer weiter zurückzuweichen. Rogar stürmte einfach mit gezogenem Zweihänder auf die beiden Schwertkämpfer zu und schnitt sich einen Weg mitten unter die Feinde. Cecilia zog das Geisterschwert und stellte sich mit ihrem Schild schützend vor den Igelkönig, der sich bereits zu einer stacheligen Kugel zusammengerollt hatte. Travine konzentrierte sich auf einen Zauber, Tuleyban war aber schneller und unterbrach ihre Magie mit einem eigenen Zauber, in dem er die Zauberschülerin des Telor einfach mit einem machtvollen Windsturm hinweg fegte, so dass Travine von den Füßen gerissen wurde und dabei noch mehrere Laubkugeln mit sich riss. Telor hatte ihr zwar viel beigebracht, aber der Kampf gegen einen Magister war ein ungleiches Duell.
Rhulana, die sah, dass der letzte Schütze beschäftigt war, wandte sich nun ihren beiden Verfolgern zu und trat diesen mit ihrem Rondrakamm entgegen, während Harad erst einmal sein Ross wenden musste und seinerseits seinen Bidenhänder zog. Rogar schwang seine schwere Klinge in einem Befreiungsschlag, traf beide Schwertkämpfer zugleich am Waffenarm und warf diese durch den wuchtigen Treffer nach hinten um. Die gildenlose Magierin erkannte, dass Tuleyban nun tiefer flog und begann einen Beherrschungszauber gegen alle ihre Verbündete zu wirken, einen ‚Horriphobus Schreckenspein’ der den Kampf schlagartig beenden würde, wenn dieser Erfolg hatte. Travine blieb einfach lieben und zauberte vom Boden aus. Sie modifizierte ihren Zauber auf eine höhere Reichweite und wählte den Teppich als Ziel, mit ihrer Umweltmagie, die die Zauberkuppel nicht aufhalten konnte: „Silentium Silentille über allem liege Stille!“ Die Zauberformel des Tulamiden war nun nicht mehr zu hören, aber was noch viel wichtiger war, eine laute fürchterliche Stimme war eine zwingende Komponente beim Zauber des Tulamiden, und da niemand den Furchtzauber vernehmen konnte, wirkte er auch nicht! Ihr Lehrmeister wäre stolz auf sie gewesen für diesen mehr als gelungenen Konter, denn ihr Stillezauber dauerte weiter an, und schwächte auch alle anderen Zauber die verbal ausgesprochen werden mussten.
Der Schwarze Ritter war nun wieder im Kampfgetümmel und hackte von oben in den Hammerkämpfer, der kurz zuvor von Rhulana ebenfalls schon getroffen wurde. Kampfunfähig brach der Söldner zusammen. Die blutende Amazone, die sich bis eben noch zweier Gegner erwehren musste schrie dem Hakenspießträger ihre Wut entgegen. Der erfahrene Infanterist bewahrte aber einen kühlen Kopf und parierte jeden Angriff der Löwin aus Kurkum. Rogar hatte einen seiner am Boden liegenden Gegner, der genau wie der andere, schwer an seinem rechten Unterarm blutete, nun mit seinem Zweihänder regelrecht am Boden festgenagelt, in dem er dessen linkes Bein durchbohrte und die Klinge dann noch in der Wunde drehte. Dem Söldner zerriss es alle Arterien in Bein und verblutete binnen weniger Augenblicke. Dann wandte er sich grimmig dem anderen am Boden Liegenden zu, dem nun langsam klar wurde, was für einem Waffenmeister er hier gegenüber stand. Er hob noch verzweifelt sein Schwert zur Parade um seinen Oberkörper zu schützen, aber der riesige Trollzacker rammte ihm einfach seine Klinge etwas tiefer in den Bauch mitten ins Gedärm.
Tuleyban wurde es jetzt zu wild. Er würde ein für alle Mal mit diesem Trolling, der seine Männer unter ihm schlachtete und der Zauberin Schluss machen. Er modifizierte seinen nächsten Zauber gezwungenermaßen so, dass er auf die Worte verzichten konnte, spaltete ihn zugleich noch auf zwei Ziele auf und bündelte ihn zusätzlich noch zu einem engen Strahl, was seine Spezialität war. Dann hob er seine rechte Hand zur linken Schulter und deutete ruckartig auf den Baron und die Zauberin! Travine erkannte den Kampfzauber zwar noch im letzten Moment, aber es war zu spät. Ein aufgespaltener, enger Flammenstrahl (17W6!) traf sie und den Baron von Zweimühlen mitten in die Brust! Das Feuer durchschlug den ungepanzerten Torso der jungen Frau, verbrannte ihre Lunge mitsamt dem daneben liegendem Herz. Dann gingen ihre Robe und das umher wirbelnde Laub in Flammen auf. Travine war tot!
Rogar versuchte zwar noch geistesgegenwärtig dem Flammenstrahl auszuweichen, aber vergebens. Auch seine vernarbte Brust mit dem Kor-Symbol, dem Zeichen der Götter, wurde von dem zweiten engen, gebündelten Strahl getroffen. Cecilia schrie auf. „ROGAR!“ Sein Schutzring absorbierte zwar einen Bruchteil der Flammen, aber auch sein Blut begann zu kochen. In diesem Moment hielt der Wald selbst den Atem an. Rogar taumelte mit verbrannter Brust kurz nach hinten – aber er fiel nicht. Rogar, der Prinz des Blutes und Streiter des Reiches hielt mindestens so viel aus wie ein halbwüchsiger Troll. Der Hochadlige ballte sein Gesicht zur Faust, rannte auf das Ross des Schwarzen Ritters zu, machte einen gewaltigen Satz auf den hinteren Teil des Rosses, das fast umkippte, und sprang dann mit seinem Zweihänder im Hochsprung voran in Richtung des Magiers, der Aufgrund seines vorletzten Zaubers nur noch sechs Schritt über dem Waldboden flog. Tuleybans Augen weiteten sich. Noch niemals hatte jemand einen Treffer seines ‚Ignifaxius’ überlebt. Und nun sprang dieser Wahnsinnige auch noch zu ihm hinauf. Rogar, gelang ein glücklicher Treffer, - Kor war sein Zeuge - und durchstieß den magischen Teppich (Glücklicher Treffer), den er der Länge nach aufschlitzte (Spieler erhält für diese waghalsige und erfolgreiche Aktion einen Schicksalspunkt). Nur im letzten Moment gelang es Tuleyban der Klinge auszuweichen, die gerade sein kostbares Artefakt durchtrennte. Aber er schaffte es nicht mehr Uluagduun zu kontrollieren und stürzte stumm fluchend ab.
Rogar, der sich beim Fall nach unten nun abrollte, war mit wenigen Schritten bei dem Magister und schlug ihm mit seiner riesigen Faust so stark ins Gesicht, dass dieser fast das Bewusstsein verlor. Ein zweiter Faustschlag brach dem Magier die Nase und schickte ihn bewusstlos zu Boden. Adalbert tötete kurz darauf den zweiten Schützen und rannte zur Lichtung zurück. Rhulana hieb nun dem letzten Gegner ihren geweihten Rondrakamm klaffend über die Brust und durchtrennte erst den Lederharnisch und dann noch zwei Rippen darunter, so dass ihr das Blut förmlich entgegen schoss. Mit flackerndem Blick brach der Hakenspießträger zusammen. Harad saß ab und hastete scheppernd Richtung seiner Zauberin. Er beugte sich schützend über sie und löschte mit hastigen Schlägen seiner Panzerhandschuhe die Flammen. In einer ihrer Taschen wühlte er verzweifelt einen ihrer drei Einbeertränke hervor und schüttete ihr die Reste einer angebrochenen Flasche in den Hals und auf die Wunde. Aber Travine war nicht mehr zu retten. Ihre letzten Worte waren nicht mehr verständlich und blieben unausgesprochen…
Harad von Winterkalt hielt sie noch einige Zeit voller Hoffnung im gepanzerten Arm und deckte ihren Körper dann mit dem Turban ihres Gegners zu, als erkannte, dass seine Schreiberin in Borons Hallen eingegangen war. Dann nahm er sich ihre Umhängetasche mit den restlichen Tränken und ihrem Zauberbuch, ihr magisches Amulett und ihren Geldbeutel. Diese Dinge brauchte sie nun nicht mehr…

Gespräch mit dem König des Waldes:

Nachdem sie alle um Travine versammelt da standen, wurde einigen bewusst, dass ihr Tod eine große Lücke reißen würde, da ihre magischen Fähigkeiten nicht zu ersetzen waren. Während der ebenfalls schwer verletzte Adalbert noch einen Schluck vom Einbeersaft bekam, trat Rogar langsam auf den Igelkönig zu, der sich langsam wieder auseinander rollte. Vielleicht konnte er Travine retten, die von Telor viele Jahre lang ausgebildet worden war.
Der König des Waldes regierte aber nicht auf gesprochene Worte. Nach einiger Zeit aber, nachdem sich Rogar und die anderen ruhig und respektvoll gegenüber dem großen Igel zeigten, näherten sich von der Seite einige Igel, die eine seltsame honigfarbene Paste brachten, die sie vor den Helden und dem Igelkönig ablegten. Kurz darauf leckten die Tiere schmatzend daran und begannen sie zu verzehren. Rogar nahm ein wenig davon und versuchte der toten Travine davon etwas zu verabreichen – aber vergebens.
Dann probierte er selbst davon und fühlte sich plötzlich so, als würde er neben seinem Körper stehen. Der Wald begann zu verschwimmen und vor seinen Augen öffnete sich ein breites Flusstal. Von großer Höhe blickte er hinab auf die quirlige und schäumende Natter. Zugleich fühlte er sich unruhig. Riesenhafte Lichtgestalten in schimmernden Rüstungen tauchten zu seiner Rechten auf, und sangen eine unbekannte Melodie. An seine linke Seite traten zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, die sich freundlich lächelnd zu ihm hinab beugte. Die prächtigste Lichtgestalt trat an die beiden heran und deutete auf das Schwert das die Frau trug. „Dieses Schwert, Selinya, wird den Frieden bringen.“ Dann übergab die Erscheinung dem Mann einen goldenen Stirnreif. „Und diese Krone, Feyderich, wird das Land beherrschen.“ Die Frau erkannte Rogar nicht, aber der Mann war der Firun-Heilige aus den Dunklen Zeiten, nachdem der Wald benannt war. Er sah bald weitere Visionen von Menschen und Elfen an unterschiedlichen Schauplätzen des Waldes, die unbekannte Rituale und Gesänge ausführten. Stets stand die Krone im Mittelpunkt, dessen jeweiliger Träger immer eine außergewöhnliche Ausstrahlung besaß.
Zwischendurch sah er auch eine gut aussehende, schlanke, blonde Menschenfrau mit verschiedenfarbigen wunderschönen Augen. Sie trug goldgelbe knappe Kleidung, ein Schlangenzepter und bunte Bänder im Haar, aber auch eine schwarze Peitsche. Um ihre Beine strich ein großer Sonnenluchs und auch sie sang eine verführerische Melodie. Die Melodie und diese schönen Augen sollte Rogar von nun an nie mehr vergessen. Er spürte Gefahr und Faszination zugleich. Wer war diese Frau? (na wer weiß um wen es sich handelt ;-))
Nach ihr kamen weitere Personen. Einige sprachen von dem Schlangenverräter, der das Band zwischen dem Land und seinem Herren trennen wollte. Aber da die Krone an das Land und seinen Herrscher gebunden war, habe er das Artefakt nur verstecken, nicht aber entfernen können. Als letztes Gedankenbild sah Rogar eine Krone aus deren Mitte eine Lilie von irrlichternder Gestalt wuchs. Das musste die Lilie auf dem Bildnis sein und die Travine noch als Symbol des Amazeroths erkannte.
Dann endeten die Visionen. Die düstere Lilie markierte also das Versteck – ein von Ratten befallener Felsen im Osten des Feidewaldes…
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 27.08.2014 20:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Walter von Nordeck » 10.12.2012 10:47

Je mehr, desto besser ;-)
Bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Ardo Hainsaate » 10.12.2012 15:25

Ich finde auch, dass es kaum lang genug sein kann, immer her damit, ich freue mich auch schon wieder auf die nächste Fortsetzung!

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 10.12.2012 16:46

(Danke, das freut mich, dann kann ich euch ja ungehemmt auch diesen langen Bericht zu lesen geben)

5. Spielabend: Wundfieber:

Feidewald, 9. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Rückweg zu Gut Oldenhorn gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn genau wie der Weg hinein in den finsteren Wald musste nun erst mal ein Weg hinaus gefunden werden. Vermutlich war die andere Gruppe unter der Führung von Danos von Luring bereits im Rittergut, oder zumindest wie sie nun ebenfalls auf dem Rückweg. Rhulana, die sich mit der Wundheilung auskannte, hatte noch auf der Lichtung Rogars Wunden und auch ihre eigenen mit versorgt. Aber sie hatte nicht genug Wasser zur Reinigung der Wunden und auch ihre Verbände sahen schon mal besser aus. Einen Tag später zeigten sich die Konsequenzen…

Feidewald, 10. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Reichsbaron Rogar, der aus dem rauen Gebirge der Trollzacken stammte und schon das Eherne Schwert bereist hatte, kannte sich hervorragend in der Wildnis aus, so dass er auch schon einen Tag zuvor einen geeigneten und geschützten Lagerplatz gefunden hatte. Er war sich nicht zu schade zusammen mit Harad trockenes Feuerholz zu suchen und dieses mühevoll anzuzünden. Immerzu riss er alltägliche Dienste an sich, ohne dabei zu merken, dass sich dies für einen Baron, der von seinen Gefolgsleuten umgeben war, nicht geziemte. Bei seinen eigenen Leuten und beim gewöhnlichen Volk kam das natürlich gut an, dafür beim Hochadel aber umso weniger. Rhulana hielt in der kommenden Nacht Wache und beobachtete, dass Rogar im Halbschlaf irgendwelche unverständlichen Worte murmelte. Sicher machten ihm der Verlust seiner letzten Baronie und die vielen toten Zweimühler, die er zu verantworten hatte, zu schaffen. Erst am Tag darauf sollte sie merken, dass etwas anderes die Ursache dafür war.

Rittergut Oldenhorn, 11. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Am späten Nachmittag, hatte Rogar und Adalbert sie zurück zum Rittergut geführt, wo zur gleichen Zeit zufälligerweise auch die zweite Gruppe eintraf. Graf Danos von Luring bedauerte ihre Tote, die sie auf Harads Streitross mit zum Gut gebracht hatten, und beglückwünschte sie zu ihrem Sieg über den fremdländischen Magier und dessen Söldner. Als Danos von Rogar mehr wissen wollte und ob sie vielleicht mehr zur Grafenkrone erfahren hatten, zeigte sich der Reichsbaron ziemlich wortkarg und sprach nur in halben Sätzen. Schließlich verwies er auf Adalbert von Hirschenrode und ruhte sich erst einmal aus. Cecilia und Rhulana bemerkten nun, dass der riesige Trollzacker schwitzte und Fieber hatte – Wundfieber!
Auch Rhana, die sich Sorgen um ihren Herrn machte, wollte nach ihm schauen, doch Cecilia schickte sie einfach weg und durchbohrte die Kundschafterin regelrecht mit ihren Blicken. Denn sich um ihren Mann zu kümmern, war ihre Aufgabe. Widerwillig verließ Rhana den Raum und schickte Erlgard Gragelsfort, nach der Rogar hatte rufen lassen. Die Magierin des Grafen erhielt kurz darauf die sonderbaren, Gegenstände des besiegten tulamidischen Magiers zur magischen Analyse. Harad von Winterkalt kündigte an, dass er noch in derselben Nacht mit Rhana Rôhaschta nach Sancta Noiona aufbrechen werde, um seine Schreiberin auf dem dortigen Anger von Boronian beisetzen zu lassen. Bevor Rogar auch nur nicken oder Rhana protestieren konnte, stimmte dessen Baronin dem Vorhaben ihres Vasallen zu.

Magische Schätze:

Rittergut Oldenhorn, 12. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Rhulana konnte es zwar nicht fassen, aber der Trolling hatte das Wundfieber nach nur drei Tagen überstanden, eine Krankheit, die einen normalen Mann gewöhnlich zwei Wochen ans Bett fesselte und nicht selten mit dem Tod endete. Rogar musste von den Göttern gesegnet sein (Krankheitsdauer bestimmt mit 2W6, mit dem Ergebnis 3!). Erlgard Gragelsfort die am Mittag ihre magischen Analysen abgeschlossen hatte, informierte Rogar über die Ergebnisse ihrer ‚Analüs Arcanstruktur‘ Zauber.
Die Brosche aus Arkanium, die Tuleyban am Turban getragen hatte, war ein Gardianum-Artefakt, das an der Bekleidung befestigt in gewissem Maße vor Angriffszaubern, Verwandlungen, Beherrschungen, Elementaren, Geistern und Dämonenattacken schütze - Zumindest bis die Macht des Artefaktes aufgebraucht war. Sie erklärte Rogar, der glücklicherweise Tulamidya beherrschte, die Aktivierungsworte „Yukassar al'yinnah – al'sefra maksur qar'ama, sefer-am assasyr yinnah“ die man sprechen musste, da der magische Gegenstand nicht automatisch wirkte. Rogar erinnerte sich, dass Tuleyban kurz vor ihrem Kampf genau diese Worte gesagt hatte.
Dann zeigte sie ihm das erbeutete Pektoral aus spiegelndem Glas, das Tuleyban wie ein Amulett über seine Brust hängend, getragen hatte. Sie erklärte, dass es sich dabei um einen Matrixgeber handelte, der den Zauber Dupplicatus Doppelpein aufrechterhalten und ganze vier magische Doppelgänger vom Träger erschaffen konnte, wenn man ihn mit astraler Kraft speiste. Sie war sich nicht ganz sicher, glaubte aber, dass dieser Matrixgeber mit den ebenfalls tulamidischen Worten: „Al'ithna sill fessi ushûnak, al'thâla sill fessi yadaika – marb fessi chandjarrak!“ aktiviert werden konnte. Sie warnte aber, dass sie sich bei der Stabilität des magischen Gegenstandes nicht ganz sicher war, was bedeutet, dass dieser irgendwann vermutlich einfach nicht mehr einsetzbar war.
Die beiden gleich aussehenden und beschrifteten Tränke, die der Magister mit sich geführt hatte, waren Zaubertränke, der zweit besten Qualität, die Erlgard je gesehen hatte. Für einen Zauberwirker waren das besonders wertvolle Schätze, da sie die astrale Kraft wieder auffrischen konnten. Ein Nichtmagiebegabter konnte damit jedoch nichts anfangen, außer vielleicht seinen Durst zu stillen.
Das schwarze, golddurchwirkte Stirnlederband, das Tuleyban um den Kopf getragen hatte, besaß sogar einen Namen: Makhta’Bak. Es hatte die Macht seinen Träger nach Aktivierung bis zum nächsten Sonnenaufgang vor den Unbilden der Natur zu schützen und war gildenmagischen und wohl auch druidischen Ursprungs. Man konnte damit Spuren erkennen, die man sonst nicht zu sehen vermochte. Es verlieh einem einen übernatürlichen Orientierungssinn, die Fähigkeit zur Wettervorhersage und das Wissen um das Überleben in der Natur. Und zu guter Letzt, die Gabe eines ausgeprägten Gefahreninstinktes! Auch dieser semipermanente Spruchspeicher, der einmal pro Woche angewendet werden konnte, musste mit tulamidischen Zauberworten aktiviert werden: „Fahimir el tariga al amul wahstarw“ was übersetzt in etwa bedeutete: „Offenbare die geheimen Pfade der rätselhaften Natur“. Jetzt wurde Rogar auch klar, wie Tuleyban den Igelkönig überhaupt finden konnte. Ohne dieses Artefakt wäre der Magister niemals so weit gekommen.
Bashot Grim wurden das definitiv zu viel tulamidisches Zeugs mit dem er nichts zu tun haben wollte. Er hasste dieses verdammte Volk und konnte es gar nicht gut heißen, dass sein Herr mit so vielem fremden Zauber Krimskrams behangen sein würde. Magie war nur was für die die sich nicht anders wehren konnten, und Rogar hatte so etwas sicher nicht nötig. Bashot verließ sich da lieber auf seinen gewaltigen Andergaster, der immer noch dringend einen Schmied nötig hatte, wie ihm gerade wieder auffiel.
Erlgard zeigte Rogar nun den letzten erbeuteten magischen Gegenstand – den Fliegenden Teppich Uluagduun. Sie ließ ihn absichtlich fallen. Und die Umstehenden sahen, dass der Teppich einfach schwebte und den Boden nicht berührte! Erlgard erklärte, dass in diesem nun leider stark beschädigten Artefakt eine Art Dschinn der Luft oder ähnliche Luft-Wesenheit innewohnte. Vermutlich stammte der magische Gegenstand noch aus den Skorpionkriegen, oder war vielleicht sogar noch älter. Er bestand aus feinen und komplizierten Webmustern die laut garetischen Legenden nur den zwölf Magischen Tapisserien bekannt waren, von denen wiederum nur höchstens die Hälfte begabt genug waren, diese auch weben zu können. Dieser Teppich, der eine Person tragen konnte, stellte die Arbeit eines halben Lebens dar und war intakt sicherlich über fünftausend Golddukaten wert. Aber Rogars Hieb mit dem Zweihänder hatte ihn gut zu dreiviertel durchtrennt und dabei viele der magischen Webmuster zerstört. Erlgard berichtete, dass es zwar theoretisch die Möglichkeit gab ihn mittels Accuratum Zaubernadel zu reparieren, aber erstens beherrschte sie diesen Zauber nicht, und zweitens würde die wirklich erhebliche Beschädigung ziemlich sicher die Tragkraft, die Höchstgeschwindigkeit und wohl auch den Charakter des Artefaktes ändern. Zudem wäre aber auch wohl niemand unter ihnen, der den beseelten Teppich steuern konnte, da er offenbar nur Urtulamidya verstand.
Rogar bedankte sich für die Analysen und belohnte die Kampfmagierin mit einem der beiden Zaubertränke, was Erlgard natürlich überaus freute.

Das Versteck der Krone:

Rittergut Oldenhorn, 13. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Schwarze Ritter und die Trollzacker Kundschafterin waren von Travines Beerdigung in Sancta Noiona zurückgekehrt, und erzählten wie Rogars Tempelmeister, Boronian Angermacher, sie dort mittels einem Grabsegen würdevoll bestattet hatte. Der Reichsbaron war wieder so weit genesen, dass die Suche nach der Krone weitergehen konnte, damit der Tod der Zauberin nicht umsonst gewesen war. Zunächst aber bat er Ritter Adalbert von Hirschenrode ihren gefesselten und geknebelten tulamidischen Gefangenen zur nächsten Magierakademie zu bringen, um ihn dort der Gildengerichtsbarkeit zu überantworten. Adalbert stimmte dem zukünftigen Herrn seines zweitältesten Sohnes zu und machte sich auf den Weg, nachdem alle abreise bereit waren.
Kurz nachdem Adalbert mit dem sicher verschnürten Magister auf dem Pferd loszog, schickte Rogar seine Kundschafterin und zugleich Meuchlerin Rhana Rôhaschta hinterher. Rogar traute Adalbert von Hirschenrode, dessen Familie mit derer von Quintian-Quandt befreundet und verbündet war, noch nicht. Für den Fall, dass der Ritter den Magister befreien würde, oder Adalbert nicht die nächste Magierakademie ansteuern würde, hatte Rhana den Auftrag den tulamidischen Magier zu ‚beseitigen’. Harad erinnerte die Trollzackerin aber noch einmal ausdrücklich daran, dass dem Adligen Ritter nichts ‚zustoßen’ sollte, für den Fall eines solchen Verrats. Rhana lächelte und nickte. Kurz darauf war sie auch schon verschwunden…
Ihr nächstes Ziel war also ein rattenbefallener Felsen oder eine Anhöhe, auf der diese düstere Lilie wuchs. Adalbert hatte zuvor erzählt, dass er von einem Dorf namens Trollstein gehört hatte, dass zu Landroyans Zeiten von den Zorganpocken ausgelöscht wurde und das heute nahezu in Vergessenheit geraten sei. Vielleicht stand dieses Dorf, das vermutlich irgendwo in der Nähe von Rankaraliretena gestanden hatte, mit der Krone in irgendeinem Zusammenhang.
Zusammen mit den Pfortenrittern machten sie sich auf gen Nordosten, wobei jede größere Anhöhe für sie von besonderem Interesse war. Leider trafen sie unterwegs keine Schäfer oder Jäger, die vielleicht von dem Dorf oder der Lilie wussten.

Die Iribaarslilie:

Ruinen von Dorf Trollstein, 14. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Reichsbaron Rogar, der sich in Hartsteen begann immer besser auszukennen und an diesem Tag zum ersten Mal das Artefakt Makhta’Bak nutzte, fand schließlich gegen Abend, unterhalb eines hohen Hügels die vereinzelten, vom Dickicht überwachsenen Mauerreste einer früheren Dorfschmiede und eines Ingerimm-Tempels. Bald darauf fanden die Helden von Zweimühlen zusammen mit den Pfortenrittern in dem sumpfigen Gelände auch einen alten Boronsanger mit einem namenlosen steinernen Grab, zu dessen Füßen genau das blühte, was sie gesucht hatten! Und zugleich spürte Rogar durch die Wirkung des golddurchwirkten, schwarzen Stirnbandes die Gefahr.
Eine Lilie von gewaltiger Pracht und blendender Schönheit, die dastand wie ein kleines Heiligtum. Eine Sumpfpflanze mit purpurnen Blüten von über ein Schritt Höhe, wie sie schöner nicht sein könnte.
Harad und Bashot, die sich zusammen mit Rogar der Pflanze langsam auf unter zehn Schritt näherten, wurden regelrecht von dieser in den Bann gezogen. Rogar, der durch Makhta’Bak gewarnt war, schaffte es noch des Schwarzen Ritter zurückzuhalten, aber Bashot war einfach zu stark und riss sich los. Als der grimmige Stammeskrieger vor der Lilie im sumpfigen Untergrund stand, neigte sich diese ihm verführerisch zu und begann sich geradezu feierlich zu öffnen. Nun entfaltete sich eine nie gesehene Schönheit in den Blütenkelchen und kaleidoskopartig änderte sich die Farbe der Blüte nach innen zu einem tiefen Violett, schimmernden Ultramarinblau und sanften Türkis. Sogar Stimmen konnten nun die Umstehenden und vor allem Bashot und Harad hören. Letzterer hörte sogar flüsternd: „Ich kann dir verraten wo du den findest, „der auf fremden Altären opfert“…ich kann dir zu deiner Rache verhelfen, dir zeigen, wo du den Ältesten findest…du musst nur näher kommen, da es nicht für jedermanns Ohren bestimmt ist.“ Die wundervolle Pflanze konnte wirklich sprechen und wusste auch noch dem Aufenthaltsort seines Erzfeindes – Zadig von Volterach! Er musste dorthin und diese vielleicht einzige Gelegenheit nutzen. Doch aus Rogars Griff gab es kein Entkommen. Bashot aber ging Schritt für Schritt näher. Der Sumpf war nicht so gefährlich, als dass er sich hätte Sorgen machen müssen. Als er auf Armeslänge heran war, wurde er plötzlich von einem Sporn in der Blütenmitte mit Gift besprüht, das fast augenblicklich seinen gesamten Körper lähmte, so dass er mit offenen Augen zusammensackte! Nun packten ihn die unter der Wasseroberfläche liegenden Schlingarme an deren Enden scharfe mit Raspeln bewehrte Mäuler saßen! Diese bohrten sich in den wehrlosen Trollzacker und zogen ihn langsam unter das gerade mal Knietiefe Sumpfwasser.
Rogar befahl den anderen Helden und Rittern zurückzubleiben und sprang nach vorne zur Lilie. Dort zerteilte er die Pflanze mit einem mächtigen Seitwärtshieb seines Zweihänders. Aber die Schlingarme erschlafften nicht! Der Reichsbaron hackte wie ein Wilder in die Pflanzenarme ohne dabei seinen gelähmten und ertrinkenden Gefährten zu verletzen. Sumpfwasser, Gift und violette Blüten spritzten und flogen umher. Dann erblickte der Prinz des Blutes das Herz der Dämonenblume: eine im schauderhaften Totenlicht schimmernde kokonartige Knolle, knapp unter der Wasseroberfläche. Jetzt sah er auch, dass die Blume in Wirklichkeit ein graugrünes, modertriefendes Knollengewächs war, das einen süßlichen Leichengeruch verströmte. Mit wutverzerrtem Gesicht durchbohrte er das Herz der Knolle und hob seinen bewegungsunfähigen Gefolgsmann aus dem Sumpfwasser. Aber das Gefühl der drohenden Gefahr blieb.
Der Schwarze Ritter, von dem nun auch der Bann gefallen war, näherte sich von allen anderen Helden und Rittern als Einziger. „Welch ein Dämonengezücht!“ Der Namenlose und alles was mit ihm in Verbindung stand, war der Erzfeind des Ritters alten Schlages. Zadig von Volterach hatte einst fast seine gesamte Adelsfamilie abgeschlachtet. Er aber hatte dieses Massaker in jungen Jahren überlebt und später seinen persönlichen Bidenhänder‚ Zadigs Tod genannt, mit dem Ziel diesem irgendwann genau selbigen zu bereiten. Die Grafenkrone war ihm reichlich egal, aber wenn er mit ihrem Fund die Pläne des Dreizehnten durchkreuzen konnte, dessen Symbole die Ratten und gesichtslosen Trolle waren, die er im Bildnis wieder erkannt hatte, dann konnte Rogar keinen besseren und treueren Vasallen an seiner Seite finden. Sorgsam untersuchten die beiden Adligen das namenlose, steinerne Grab. Aber sie fanden nichts was man in der jetzigen Dunkelheit erkennen konnte, weshalb Rogar sich dazu entschloss erst einmal in den Überresten des Ingerimm-Tempels zu rasten. So hatte Bashot auch Zeit, sich von seiner Lähmung durch das Gift zu erholen.

Namenloser Schrecken:

Rogar und Harad hielten in dieser Nacht zusammen Wache. Graf Danos hatte wie so oft die Nacht mit unzähligen Fackeln fast zu hellen Tag gemacht – zumindest innerhalb der Tempelruine und auch die unmittelbare Umgebung. Es war für die Helden von Zweimühlen mittlerweile nicht mehr zu verbergen, dass der König der Ritter irgendetwas in oder an der Dunkelheit fürchtete. Dennoch wagte es keiner ihn darauf anzusprechen.
Die vielen Pferde waren schon die ganze Nacht unruhig, schnaubten und hatten geweitete Augen mit denen sie sich andauernd umschauten. Ganz so, als stünden sie Auge in Auge mit einer Bestie, der sie nicht entkommen konnten. Aber auch Rogar, der bis zum Sonnenaufgang noch unter der Wirkung des Stirnbandes stand, spürte eine Gänsehaut, ja fast schon ein bestimmtes Gefühl der Verfolgung. Und dann hörten sie außerhalb des Lichtkegels ganz deutlich einzelne Schritte – schwere Schritte – Schritte eines Gepanzerten!
Der Reichsbaron und sein Vasall zogen sofort ihre beiden Zweihänder und gingen an den Rand der Fackeln. Dort stand eine einzelne Gestalt in schwarzem Kapuzenumhang, der breite, offenbar gepanzerte Schultern verbarg. Das Gesicht von einer Kapuze vollkommen verdeckt und in der Rechten ein einzelnes Breitschwert haltend. Der Rumpf, die Arme und Beine waren gehüllt in Platte, wie bei einem Ritter – einem archaischen Ritter. Rogar rief in die Dunkelheit: „HALT, wer seid Ihr?“ Ohne sein Gesicht zu zeigen sagte dieser: „Euer ... Tod!“ und schnellte mit seiner breiten Klinge und trotz seinem schweren Panzer mit einer ungeahnten Schnelligkeit auf die beiden Adligen zu.
Stahl traf auf Stahl. Der Trollzacker und der Schwarze Ritter, die selten gemeinsam gegen einen einzigen Feind kämpften, brachten ihre mächtigsten Hiebe gegen diesen Gegner an. Treffer, die jeden Mann gefällt hätten – aber nicht Diesen. Die Schwerttreffer des Fremden gegen Harads überschweren Panzer prallten noch gerade so ab. Aber die Adligen schenkten ihren Angreifer umso heftiger ein. Ihre Klingen durchdrangen die alte Panzerung ihres Gegners, aber es spritzte nur sehr wenig Blut und geschlagene Wunden schlossen sich innerhalb weniger Augenblicke! Dann griff auch noch Bashot Grim mit seinem Andergaster in den Kampf ein. Zu dritt schlugen sie mit aller Kraft auf den Unbekannten ein, ließen sich dabei aber immer tiefer in die Dunkelheit, weg vom Licht ziehen, so dass sie diesen schlechter sehen konnten. Wie Kriegsdämonen dreschten sie weiter auf ihren Feind ein, so dass dessen Plattenteile regelrecht in Fetzen davon flogen. Sie sahen, dass sie nun zu dritt auch schneller Schaden anrichteten, als dessen übernatürlicher Leib regenerieren konnte. Auch die anderen Helden und Pfortenritter traten nun mit gezogenen Waffen und bewehrt mit Schilden an den Rand der Lichtkegel. Plötzlich aber zog sich der Angreifer genauso schnell zurück, wie er gekommen war. Selbst zwei unrondrianische Hiebe in dessen Rücken brachten ihn nicht mehr zu Fall. Und dort in der vollkommenen Dunkelheit wartete er nun, gerade so noch sichtbar. Rogar brüllte: „MEHR LICHT!“ und Erlgard Gragelsfort antwortete: „Flim Flam Funkel – Licht ins Dunkel!“ so dass es Lagerfeuer hell wurde, als eine bläulich weiße strahlende Lichtkugel heranflog. Rogar rief nach seiner Frau, die direkt hinter ihn trat: „Das Schwert, gib Harad das Geisterschwert!“ dieser wollte zunächst ablehnen, doch die Baronin bestand darauf und übergab ihm auch noch ihren Zweimühler-Wappenschild, so dass beide Zweimühler Insignien vereint waren.
Der Lichtzauber folgte dem Fremden bis zum alten Anger und dem steinernen Grab, bei dem die schwere Grabplatte ganz offensichtlich zur Seite geschoben war und ein Loch offenbarte, in das die Gestalt jetzt hinab stieg. Harad stapfte ihm hinterher und sah nun, dass dort eine steile Stiege hinab in die modrig riechende Dunkelheit führte. Mutig betrat er, mit dem großen Schild voran, auf dem zwei rote Windmühlen auf goldenem Grund prangten, den Gang unter der Erde. Die Klinge des sagenumwobenen Geisterschwertes lehnte währenddessen auf der Kante des Schildes, jederzeit bereit zuzustoßen. Doch der lange Gang, der sich vor ihm öffnete, war nur ein Schritt hoch, so dass er sich kniend voran bewegen musste. Das zweifachgeweihte Schwert aus den Dunklen Zeiten war zwar noch eine relativ kurze Schwungwaffe, aber dennoch würde die Enge seine Angriffskraft behindern, was natürlich auch für seinen Gegner galt. Vor ihm schwebte Erlgards Lichtzauber, der nun den gepanzerten Schrecken vor ihm wieder offenbarte. Harad sah ganz kurz dessen fahles menschliches Gesicht – und seine spitzen verlängerten Eckzähne! Ein verdammter Vampir!
Dieser kroch ebenfalls auf den metallenen Knien auf ihn zu und stach hasserfüllt auf ihn ein, so dass Harad zunächst einmal in die Defensive hinter seinem Schild gehen musste, nachdem dessen Breitschwert immer wieder seinen Panzer durchdrang! Das Blut des Schwarzen Ritters spritzte gegen die Erdwand, was den Vampir noch härter zuschlagen ließ. Dann aber attackierte Harad aus seiner Deckung heraus und traf den Blutsauger mit der verletzenden Klinge. Diese zeigte zwar mehr Wirkung als ihre profanen Zweihandschwerter zuvor, aber immer noch heilten die Verletzungen seines Gegenübers schneller, als er sie zufügen konnte.
Der riesenhafte Reichbaron kroch nun ebenfalls noch mit seinem Zweihänder herunter, aber dieser hatte keine Chance an Harad vorbei zu stechen. Der Gang war einfach zu eng, vor allem mit dem Zweimühler Schild vor dem Schwarzen Ritter, war hier unten einfach zu wenig Platz. Sie mussten zurück, oder der verdammte Vampir würde sie einen nach dem anderen abschlachten. Harad gelang es zwar, nach hinten wegzurutschen, hatte dabei aber den Zweimühler Schild verloren. Wenige Schritt weiter oben wurde der blutende Ritter alten Schlages von Rogar aus dem Loch gezogen.
Die Tatsache, dass selbst das Geisterschwert nur ‚normale’ Wirkung zeigte, konnte nur bedeuten, dass der Vampir weder Boron- noch Praiosverflucht war – und gab nun einigen der Anwesenden zu denken, denen nun klar wurde, dass dieses Geschöpf der Nacht vermutlich sogar am hellen Tage umher schreiten konnte.
Bald darauf kroch Rogar nun mit Rhulanas rondrageweihten Rondrakamm als erster voran in das Loch und befahl der Magierin des Königs der Ritter, die direkt hinter ihm war, ihre Kampfmagie auszuprobieren, woraufhin diese losdonnerte, sobald der namenlose Schrecken in Sicht war: „Fulminictus Donnerkeil – Triff und töte wie ein Pfeil!“ Aber auch ihre Magie schlug einfach fehl! Der Vampir stemmte einfach seine übernatürliche Magieresistenz gegen den Schadenszauber, was normalerweise nicht der Fall sein sollte. „Verdammt!“ Dann gelang Rogar ein Treffer mit dem Rondrakamm, aber auch dieser beeindruckte den Vampir nicht. „VERDAMMT!“ Nun wurde Rogar, dem klar wurde, dass sein Gegner auch nicht Rondraverflucht war, aber unglücklich an seinem bloßen Waffenarm getroffen, so dass einige Muskeln einfach durchtrennt wurden. Das Blut schoss ihm aus dem Arm und verwandelte den Gang in ein rotes, nun nach Kupfer und Moder stinkendes Höllenloch. Der verdammte Vampir war auch nicht Hesindeverflucht, da Erlgards Zauber nicht wirkten. Er musste zurück und brauchte dringend Heilung! Schritt für Schritt unterdrückte er die Schmerzen, schaffte es aber noch geistesgegenwärtig den blutbesudelten Zweimühler Schild raus zuziehen.
Oben angekommen wurde er sofort hinter die Reihen der Pfortenritter gezogen, die das Grab jetzt umstellt hatten und auf alles einschlagen würden, was dort sonst noch heraus gekrochen kam. Rogar bat Erlgard seinen zweiten Zaubertrank an, wenn diese seine und die Verletzungen des Schwarzen Ritters heilen würde. Die Kampfmagierin willigte ein, leerte die Phiole und kümmerte sich mit ihrer Magie um die Verletzungen der Helden und vor allem um Rogars Waffenarm.
Was wussten sie über Vampire? Der Volksglaube besagte, dass ein Holzpflock aus Weißdorn oder Steineiche, den man ins Herz eines Vampirs trieb, diesen lähmte. Man sagte auch, dass Alraunenpulver Vampire auf Distanz hielt, und dass sie Praiosblumenkerne, die man auf ihrem Grab verstreute, erst zählen mussten, bevor sie sich in diesem verkriechen konnten. Vernichten aber konnte man sie nur, wenn man ihnen mit einer silbernen Klinge den Kopf abschlug, diesen an einer Wegkreuzung vergräbt, den Körper verbrennt und dann die Überreste in alle Winde verstreut.
Geldar von Zweistetten, der bekannteste Barde Garetiens, der jede Menge über Heldensagen und die damalige Weidener Vampirplage zu Zeiten der Sieben Gezeichneten wusste, erzählte, dass Vampire eindeutig Geschöpfe des ‚Rattenkindes’ waren, den andere auch den ‚Gesichtslosen’ nannten. Normalerweise waren diese Geschöpfe von den Göttern zwölf Mal verflucht, aber es gab wohl auch seltene Ausnahmen, die wohl von einigen Göttern ‚übersehen‘ wurden und somit nicht von diesen verflucht waren. So etwas in der Art hatte Harad von Winterkalt auch schon gehört, aber speziell bei Vampiren verfügte er nur über gefährliches Halbwissen und er war auch noch niemals zuvor einem begegnet, genau wie alle anderen. Der fette Barde, der Graf Danos von Luring stets begleitete, erzählte dass Vampire außer durch einen Biss eines solchen, auch entstanden, wenn ein Werwolf oder ein Berserker zu Tode kam. Vielleicht handelte es sich bei diesem um den ehemaligen Ritter von Trollstein. Wie dem auch sei, sie mussten einen Weg finden dem Vampir, der ihnen wahrscheinlich den Weg zur Grafenkrone verwehrte, den Gar aus zu machen – koste es was es wolle.
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"Er ist voller Blut, warum ist er immer voller Blut?"

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Ludo...vigo » 10.12.2012 22:55

@Dark-Chummer:

Grosses Kino- wie immer. Da zeigt sich doch dass man aus MwB so einiges herausholen kann. Allerdings finde ich es als Grundlage auch sehr passabel :wink:

Dann hat Tuleyban ja nicht sonderlich lange gehalten in deiner Runde. Schade gerade ihm hätte ich als Erschaffer ne Menge Potential als "Dauer-AB-Schurke" eingeräumt. Verwendest du Nephrog von Yar`Dasham eigentlich?

MfG

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 16.12.2012 16:46

(@Ludo...vigo: Ja, den Vampir habe ich wirklich in der Zufallstabelle(!) im Abenteuer, an genau DIESER Stelle ausgewürfelt (Ereignis: 21), was zufälligerweise mit dem verlassenen Dorf echt super gut passte! Tuleyban muss erst mal an einer Akademie ankommen, er lebt ja noch ;-) und Nephrog wird seinen Auftritt noch bekommen *evilgrin*)

6. Spielabend: Kampf um die Krone

Ruinen von Dorf Trollstein, 15. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Am nächsten Tag sammelten sich die Helden von Zweimühlen und die Pfortenritter um eine Lösung für das Problem zu finden. Die Krone musste einfach hier sein, aber der verdammte Vampir unter dem Anger war bisher unpassierbar. Kurz darauf fassten sie folgenden Plan: Der König der Ritter machte sich mit Rhulana und Alrike auf zum Wehrkloster bei Bugenhog wo dessen Schwester das Amt der Äbtissin innehatte. Vielleicht würde die Travia-Geweihte helfen können oder ihnen zumindest eine traviageweihte Waffe zur Verfügung stellen. Gleichzeit wurde Ungolf Ferdoker zusammen mit Bashot und einigen Rittern nach Rankaraliretena gesandt um dort bei den Zwergen eine Silberwaffe, vorzugsweise ein Zweihandschwert zu kaufen, oder in Auftrag zu geben. Zu diesem Zweck hatte der Reichssoldat kurz zuvor fast alle ihre Silbertaler einsammeln lassen. Laut dem Barden war Silber die einzige Waffe, die einen Vampir wirklich vernichten konnte. Geldar von Zweistetten machte sich mit weiteren Pfortenrittern als dritte Gesandtschaft auf ins Kloster Sancta Noiona bei Horeth um dort Rogars Tempelmeister Boronian Angermacher hier her, zu diesem alten Anger, zur Unterstützung im Kampf gegen den Vampir zu bitten. Rogar, Cecilia, Harad und die restlichen beiden Pfortenritter Reto von Luring-Mersingen und Emer Alara von Rallerspfort hielten derweil am Eingang in das Grab, in den Ruinen des Dorfes Trollstein, wacht.
Gegen Abend war der Graf zusammen mit der jungen Zweimühler Ritterin und der Amazone zurück aus Travias Hallen. Alrike berichtete, dass Äbtissin Firine von Luring nicht selbst beim Kampf gegen den Vampir helfen konnte, da sie auf diesem Gebiet keine Erfahrung hatte. sie verwies auf die Gänseritter in der Traviamark und gab den Hinweis, dass vielleicht die Flammen eines Herdfeuers Wirkung zeigen könnten, sofern der Nachzehrer von Travia verflucht war. Das Weihen einer Waffe in Travias Namen kam für die Geweihte nicht so einfach in Frage, selbst dann nicht, wenn diese ihr Bruder diese tragen würde. Die Äbtissin hatte ihnen erklärt, dass nur ihre Kirche darüber bestimmen konnte. Und das war eine Bitte die niemals Leichtfertig erfüllt wurde, schon gar nicht, wenn die Kirche nicht in der Schuld der Helden stand. Sie hatte außerdem erklärt, dass eine solche geweihte Waffe auch nur in den Händen derer geweiht ist, die festen und wahren Glaubens an Travia sind – ein Umstand, der nicht so einfach erfüllt werden konnte. Sicher glaubten fast alle an das Zwölfgöttliche Pantheon, aber ob das ausreichen würde war eher fraglich.
Der Umstand, dass Ungolf mit einer Silberklinge gegen Abend noch nicht da war, konnte nur bedeuten, dass diese erst einmal geschmiedet werden musste - Zeit, die sie nicht wirklich hatten.

Ruinen von Dorf Trollstein, 16. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Gegen Mittag am Tag darauf, war der Barde von Sancta Noiona zurück. Er hatte nicht nur Boronian Angermacher, den mysteriösen und von Stigmata übersäten Diener Golgaris dabei, sondern auch Telor den großen Zauber und Hofmagier von Zweimühlen. Telor war der zu der Zeit, als Durgin, der Sohn des Dergam und Ladril Klingentanz noch lebten, ein ständiger Begleiter von Rogar gewesen. Aber wie konnte er hier sein? Das letzte was sie während der Schlacht um Zweimühlen gesehen hatten, war, dass der Zauberer in Stein verwandelt wurde. Wie hatte er es nun in Fleisch und Blut raus aus der besetzten Stadt geschafft? Niemand stellte ihm diese Frage. Rogar ahnte aber, wie Telor das ungleiche Zauberduell gegen die drei Magier überlebt hatte, da er schon einmal beobachten konnte, wie sein Zauberer diesen Verwandlungsspruch zweckentfremdete, indem dieser sich selbst zu unzerstörbarem Stein verwandelte. Telor hatte bereits in Sancta Noiona vom Tod seiner Schülerin erfahren und an deren Grab gestanden. Vermutlich war der Magier aus der Akademie Licht und Dunkelheit zu Nostria der mächtigste Magier der gesamten Wildermark – vermutlich sogar von Darpatien. Mit ihm an ihrer Seite wurde nicht nur das Fehlen Travines ausgeglichen, sondern das Machtgefüge ganz gewaltig zu ihren Gunsten verschoben. Manche behaupteten gar, dass Telor nach der Akademie der Schüler eines Verhüllten Meisters gewesen sei. Rogar wusste als einziger Überlebender Held aus dieser Zeit die Wahrheit über diesen so genannten Mentor und Magiermogul von Zweimühlen, der sich über ein Jahr in dieser Position gehalten, und dem auch er selbst gedient hatte. Wie dem auch sei, Rogar war froh seinen alten Freund endlich wieder an seiner Seite zu wissen. Die Gedanken an seine gefallenen Kameraden und der Verrat seines Meisters versuchte er in den Hintergrund zu verdrängen.
Telor forderte als erstes sein altes Zauberamulett, das er einst höchst selbst von Melars Kopf, eines verfaulenden Zombiemagus, gerissen hatte. Kurz bevor er Travines Ausbildung damals beendete, hatte er ihr dieses Amulett, das die Klugheit steigerte, übergeben. Nach kurzem hin und her übergab Harad von Winterkalt das Amulett in Form einer goldenen Fratze zusammen mit ihrem Zaubertrank an den weißblonden Zauberer. Harad sah ein, dass dieser damit mehr anfangen konnte als er. Rogar erklärte Boronian und Telor die Situation und wie nahe sie vermutlich an der Grafenkrone waren.
Der Reichsbaron zeigte Boronian das offene Steingrab und erklärte auf dessen Nachfrage hin, dass nicht sie, sondern der Vampir selbst das Grab wohl von innen geöffnet habe, da die Öffnung eines Grabes wenn überhaupt nur einem Priester des Boron zustand. Der Diener Golgaris schritt nun einen zehn Schritt durchmessenden Kreis um das steinerne Grab ab, schlug die heilige Geste des gebrochenen Rades, verteilte dabei eine spezielle Graberde auf seinem Wege und sprach die Worte: „Im Namen BORONS, der Herrin Rondra und ihrer göttlichen Geschwister: Unheiliges Vampir-Gezücht, weiche zurück! Dies ist nicht einfach, sondern zweifach gesegneter Boden! Du kannst hier nicht bestehen und auch nicht vorbei!“ Kurz darauf hörten sie grässliche Schmerzenslaute aus dem Loch, ein Zeichen, dass der Schutzsegen zumindest ein wenig Wirkung zeigte. Boronian schaute die Helden auffordernd an, worauf diese erkannten, dass es nicht in einem Tag, oder gleich, sondern jetzt an der Zeit war, dort hinab zusteigen um dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Einen Aufschub duldete der Priester des Todes nicht.
Telor zauberte einen beweglichen Flim-Flam-Zauber und leuchtete hinter Harad, der mit schwerer Rüstung hinab stieg, den Weg aus. Als dritter kroch der Geweihte in das Loch und hinter ihm folgte Rogar. Harad kam seltsamerweise diesmal weiter als nur in den blutbesudelten Gang im Erdreich und gelangte sogar nach weniger als einem halben Dutzend Schritt an einen schmalen und engen Durchgang. Das Licht das von hinten nach vorne leuchtete war zwar nicht optimal, aber er konnte den Vampir in dem unterirdischen und niedrigen Raum vor sich fast schon sehen und vor allem vor Schmerzen keuchen hören. So wagte sich der Schwarze Ritter mit seiner Waffe voran, blieb aber unvermittelt in dem engen Durchgang stecken! Einen Augenblick später schoss der Vampir heran, riss ihm den schwarzen Topfhelm vom Kopf und biss dem in dieser Position kampfunfähigen Ritter ins mitten ins Gesicht und kurz darauf in den Hals! Harad schrie wie ein Schwein, das gerade zur Schlachtbank geführt wurde, während sein Blut nach vorne in den Durchgang und in das Gesicht des Vampirs schoss. Er schaute dem Bösen direkt in die Fratze und war ihm hilflos ausgeliefert, während dieser sein Blut trank. Telor schlug von hinten mit seinem Magierstab gegen den Panzer des Ritters und rief: „Hammer des Magus!“, aber das zerstörte eher die Struktur von dessen Rüstung, ohne dass dieser durch die Öffnung katapultiert wurde, was wohl der eigentliche Plan des Zauberers war. Sie verloren nun wichtige Zeit, in der Harad noch mehr Blut und Lebenskraft an den Nachzehrer verlor. Dann versuchte der gewaltige Reichsbaron an Boronian vorbei zu quetschen, wobei er seinen Tempelmeister fast zerdrückte. Auch an Telor, der verzweifelt an den Panzerbeinen des Ritters zerrte, drückte sich Rogar vorbei. Weitere wertvolle Zeit verrann und somit Harads Leben (noch 14 Sikaryan übrig bevor dieser selbst zum Vampir wird). Dann endlich riss er den feststeckenden Ritter alten Schlages aus dem engen Durchgang und drängte die, sich nun hinter ihm befindenden, Helden raus aus dem verdammten Loch. Cecilia aber vernahm nun die Schreierei in der Tiefe und versuchte aus Angst um ihren Mann, panisch nach unten zu kletterten. Alrike, die versuchte die Baronin aufzuhalten wurde nun auch noch versehentlich mit nach unten gezerrt! Dadurch kam es zum Stau in dem verdammten Höllenloch und der Vampir hatte genug Zeit, seine Klinge noch einmal in den gepanzerten Leib des Ritters zu rammen, was diesen fast tötete, bevor sie es endlich alle wieder heraus geschafft hatten!
Mit Blut und Erde verdreckt lagen alle erschöpft oben um das Loch, während die Pfortenritter sie nach hinten zogen, jederzeit bereit auf den namenlosen Schrecken einzuschlagen, falls sich dieser nun aus dem Boden wagen sollte. Ihr übereifriger und unkoordinierter Plan war gründlich danebengegangen, was Harad mit seinem Blut bezahlen musste. Würde dieser nun in der nächsten Nacht, oder gar gleich selbst zum Vampir? Sie wussten es nicht. Hatte der Nachzehrer vermutlich nun sogar die Kontrolle über den schwarzen Ritter? Das einzige was sie tun konnten war warten und es am nächsten Tag erneut zu versuchen.

Ruinen von Dorf Trollstein, 17. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Ungolf Ferdoker war immer noch nicht mit einer Silberwaffe zurück. Aber Harad von Winterkalt war offenbar immer noch er selbst. Zumindest hatte es den Anschein. Gut, seine Haut war als Albino generell heller als die anderer Menschen, aber er fühlte sich immer noch warm an und besaß noch seinen Schatten. Und letzteres war ein sicheres Zeichen dafür, dass er noch am Leben war. Sie waren kurz davor aufzugeben, und Cecilia von Zweimühlen fragte sich laut, was sie hier überhaupt so fern ab von ihrer Baronie machten und ob es keine anderen Wege gab, Verbündete für die Rückeroberung Zweimühlens zu finden. Boronian sprach wie viele andere kein einziges Wort. Würden sie so kurz vor ihrem Ziel, der Grafenkrone, scheitern?
Telor setzte sich ein wenig abseits, begann mit seiner astralen Meditation und speicherte einen machtvollen Paralü-Paralein-Zauber, den er mit zusätzlich aufgewendeter Astraler Energie in seinen Zauberspeicher in seinem Blutulmenholzstab regelrecht hinein zwang. Falls der Zauber stark genug sein sollte, würde das ihren unsterblichen Gegner zwar nicht vernichten, aber zumindest hatten sie vielleicht so die Gelegenheit weiter bis zur Krone vorzudringen.
Aber auch ein dritter Versuch scheiterte kläglich, bei dem abermals der mit Magie geheilte Schwarze Ritter voran kroch um den Vampir diesmal mit einem flammen Holzscheit aus dem Herdfeuer zu vernichten, das Alrike kurz zuvor oben in der Schmiede entfacht hatte. Harad hatte zwar diesmal seine komplette Platte und sonstiges Plattenzeug ausgezogen, um beweglicher zu sein, blieb aber fataler Weise mit seinem kurzen Kettenhemd erneut stecken, und kam diesmal nach einem erneuten Angriff noch knapper mit dem Leben davon. Harad von Winterkalt war am Ende. Es war ihm kein einziger Treffer mit dem brennenden Scheid gelungen und es hatte für ihn auch nicht den Anschein, dass der Blutsauger Angst vor dem Feuer gezeigt hatte. Rogar belohnte ihn für seinen Todesmut und seine Loyalität mit dem Artefakt Makhta’Bak. Auch wenn der Schwarze Ritter nicht erfolgreich gewesen war, so hatte er doch fast sein Leben gegeben. Dennoch hatte sich ihre Situation nicht geändert. Dieses verdammte Loch und der perfekt positionierte Feind, der nicht im selben Maße wie sie Nahrung und Schlaf brauchte, war schlimmer und zermürbender als jede Feldschlacht. Sie glaubten fast nicht mehr an einen Sieg. Diese angeblich zaubermächtige und legendäre Krone würde sie alle noch das Leben kosten - und vielleicht sogar den Untot bringen…
Einen letzten Versuch wollten sie noch wagen. Rhulana gab Rogar ausnahmsweise noch ein einziges Mal ihren Ring der Lebenskraft, schwor sich aber das in Zukunft, sollte er erfolgreich sein, nicht mehr zu tun. Es missfiel der vorurteilsbehafteten Amazone, dass dieser riesige Mann mit ihrem Artefakt Heldentaten begann und sich dann später allein damit brüstete. Boronian sprach noch einmal seinen Schutzsegen den er erneut auf einen höheren Weihegrad aufstufte. Für einen fünften Versuch würde seine ihm innewohnende göttliche, von Boron verliehene Kraft, nicht ausreichen. Es blieb ihnen also nur dieser allerletzte Versuch. Erlgard sprach einen Attributo-Körperkraft-Zauber auf den Trollzacker Baron, der zwar die Macht von dessen Kraft-Armreif unterdrückte, aber für zwei Stunden zumindest eine geringfügig höhere Wirkung besaß. Dieser erhielt vom Schwarzen Ritter noch einen meisterlich geschmiedeten Zweihänder den der Schlächter vom Eslamsgrund, wie man Harad auch nannte, damals bei einem blutigen Turnier in Eslamsgrund gewonnen hatte, nachdem er seinen Adligen Gegner im Zweikampf erst verstümmelt und dann regelrecht abgeschlachtet hatte. Harad hatte bisher noch nie Verwendung für dieses wertvolle Zweihandschwert gehabt, da er Zadik’s Tod jeder anderen Klinge vorzog. Rogar aber, der seinen persönlichen und von Trollhand kaltgeschmiedeten Zweihänder nach der Schlacht um Zweimühlen, aufgrund seines unermesslichen Enduriumwertes eingebüßt hatte, würde diese neue Klinge sicherlich von Nutzen sein. Der Ritter hatte diese Waffe kurz vor dem Fall seines Marktes Talf noch aus der Waffenkammer mitgenommen um sie nicht in die Hände der Feinde fallen zu lassen. Mochte sie seinem Baron mehr Glück bringen, als seinem damaligen Gegner in Eslamsgrund. Auch Alrike wollte das ihrige zu einem erhofften Sieg beitragen und bestrich Rogars neuen Zweihänder mit ihrem letzten Waffenbalsam, was die Klinge nicht nur härtete, sondern sie auch für einen Tag schärfer und zugleich zu einer magischen Waffe machte. Telor beschwor nun erneut ein Flim-Flam-Licht, aber diesmal in der Irrlicht-Variante, das er vor Rogar schweben lassen konnte umso vielleicht den Vampir für einen weiteren Zauber überhaupt einmal zu Gesicht zu bekommen. Und zum Abschluss wirkte er noch einen Duplicatus-Zauber auf Rogar und erschuf von diesem so einen illusionären Doppelgänger, der sich genauso bewegte wie er. In den beengten Verhältnissen dort unten, wäre das zwar weniger effektiv, als in voller Bewegungsfreiheit, aber es erhöhte dennoch seine Chance auf einen Sieg. Jeder tat das seinige dazu bei, um ihren Auserwählten Gefährten zu stärken. Boronian sagte es zwar nicht, aber bei Boron, für den Fall einer erneuten Niederlage, würde er den unverkleideten und nicht abgestützten Gang unter der Erde einfach zum Einsturz bringen und den übermächtigen Feind, und notfalls auch die Helden, lebendig oder untot für immer begraben, auf dass der Schrecken dort unten niemals mehr aus seinem Grab zu steigen vermochte! Boron, der Gott des Todes, würde diese Entscheidung verstehen. Mochten die Götter ihnen beistehen und ihn nicht dazu zwingen…
Der hochadlige Rochshaz kroch von seinem magischen Doppelgänger begleitet auf den Knien erst durch den langen Gang und dann in den noch engeren Durchgang, der sich in einem breiteren Raum öffnete. Rogar zitterte am ganzen Leib. Er war froh, dass keiner seiner Untergebenen und Gefolgsleute ihn so sehen konnte – er hatte Todesangst. Der brennende Holzscheit, den Harad hier zuvor hinein geschleudert hatte, hatte offenbar die großen Netze einer hier vielleicht noch immer lauernden Höhlenspinne verbrannt. Doch ehe er in den Raum kriechen konnte, schnellte der verdammte Vampir heran und begrüßte ihn mit einem Schlagstakkato seines Breitschwertes, mit dem dieser hier unten mehr Platz zum Kämpfen hatte als der Trollzacker mit seinem Zweihänder. Der Vampir verhindert auch, dass Rogar gänzlich in den Raum vordringen konnte, so dass keine anderen Helden nachzurücken vermochten, und zugleich bot der Vampir somit Telor kein Ziel für seine Zauber. Der fahle gepanzerte Leib des Blutsäufers zuckte, ganz so als schadete diesem Boronians Schutzsegen gegen Vampire wirklich. Oder tat der Vampir nur so? Denn da war kein Dampf oder ähnliches, der von dessen Körper aufstieg, obwohl er durch die zusammengebissenen Zähne schrie. Waren die Regenerationskräfte des Blutsaugers stärker als der Segen? Wirkte dieser überhaupt so tief hier unten? Rogar verließ sich zunächst nicht auf Telors Doppelgänger-Zauber und parierte alle Angriffe des verdammten Gegners. Seine eigenen Angriffe und Finten vielen ihm mit seiner langen Schwungwaffe in der Enge ungleich schwerer als seine Paraden. Dennoch verzichtete er auf den Halbhändigen Kampfstil, da er mit diesem nicht so wuchtig zuschlagen konnte. Immer wieder rieselte Erde von oben und von den Seiten herab, wenn ihre Klingen das Erdreich streiften. Der Vampir, der nun Harads Topfhelm trug, der seinen düsteren Plattenpanzer vervollständigte, attackierte erst sehr offensiv, während Rogar in die Defensive gedrängt war. Viele seiner Kampfmanöver konnte der Prinz des Blutes, wie er genannt wurde, nachdem er die Blutkerbe, ein Unheiligtum des Belhalhar vernichtet hatte, nicht richtig ausführen. Aber er traf den Nachzehrer Schlag um Schlag. Die meisterlich geschärfte Klinge in Kombination mit Alrikes Waffenbalsam kämpfte einen wahnsinnigen Kampf gegen die Resistenz des Vampirs gegen Waffen, so dass selbst seine nun temporär magische Waffe den namenlosen Schrecken kaum verletzte. Aber der ehemalige Stammeskrieger kämpfte weiter und lies sich diesmal nicht beirren. Das Breitschwert des Vampirs traf nun jedoch seinen muskulösen Leib und fraß sich tief ins Fleisch. Er konnte diesen Kampf kaum gewinnen. Der Trollzacker behielt aber seine Selbstbeherrschung und schlug einfach weiter auf das Geschöpf der Nacht ein. Rogar sah durch Telors Licht die Augen des Vampirs durch dessen schwarzen Topfhelm. Sie schauten ihn direkt an und dennoch schlug der Diener des Dreizehnten nun in seinen Duplicatus Doppelgänger. Schlug der Vampir, der stets genau zu wissen schien, wo Rogar wirklich war, absichtlich vorbei? Nun ließ sich der Nachzehrer immer öfter treffen, so dass sein fahler Leib mehr und mehr von Rogars Zweihänder in Fetzen gerissen wurde. Dann hörte der Held die Stimme des Unwesens direkt in seinem Kopf, während der Kampf andauerte: „Die Krone … hat ihren Preis … du schuldest IHM dein Blut oder das deiner Gefährten … Prinz des Blutes!“ Dann schlug der Leib der Kreatur schlagartig auf dem Boden auf und sein uraltes Fleisch löste sich samt Knochen in blutigem, zähflüssigem Schleim auf und zerfiel kurz darauf zu stinkender Asche. Rogar überkamen Zweifel. Hatte er diesen Feind besiegt? Oder hatte er gerade die Aufmerksamkeit etwas viel älteren geweckt, dessen Blick ihn nun verfolgte und dem er nun etwas schuldete? Rechtzeitig wirbelte er herum und erblickte die zu den Netzen gehörige Höhlenspinne, die gerade auf ihn sprang! Der Trollzacker parierte aber den Angriff des großen haarigen und achtbeinigen Monsters und zerteilte es mit zwei schweren Hieben in zuckende Einzelteile. Nach Atem ringend hielt er Ausschau nach weiteren Gegnern. Dann drehte sich der Barbar Richtung Ausgang und rief: „Der Vampir ist vernichtet! Wir haben gesiegt!“ Er biss die Zähne zusammen und merkte, dass er immer noch zitterte. Bis sein Gefolge sich endlich durch den schmalen Durchgang gequetscht hatte, hatte er sich aber wieder unter Kontrolle. Sie glaubten ihm und waren sichtlich erleichtert. Er glaubte seinen Worten sogar selbst, während ihm die letzten Worte seines Gegners immer und immer wieder durch den Kopf gingen…
In einer Nische fanden sie eine kleine, sehr alte Truhe, die mit einem Schloss gesichert war. Telor untersuchte den Fund mit einem „Analüs Arcanstruktur – entblöße die Magienatur“ und entdeckte einen Kampfzauber, der die Truhe schütze. Der Zauberer wollte nun kein Risiko mehr eingehen und trank Travines Zaubertrank, der ihm gut die Hälfte seiner astralen Macht zurückgab. Nun wirkte er einen Gardianum Zauberschild und ging mit seiner Schutzkuppel einfach auf die Truhe zu, was den Zauber sofort auslöste. Aber sein Schild hielt dem auf der Truhe applizierten Fulminictus stand. Da weder er noch sonst jemand in der Gruppe Schlösser öffnen konnte, wirkte er nun einen „Foramen Foraminor – öffne mir Tür und Tor“ und das Schloss sprang nach der zweiten Anwendung, bei der er noch mehr Macht in den Zauber zwang, auf. Endlich erblickten sie den in purpurnem Samt eingeschlagenen Goldreif, der mit seltsamen, ihnen unbekannten, Schriftzeichen versehen war – Die Grafenkrone von Hartsteen!
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Maha Vairocana » 23.12.2012 14:05

Die Werte aller Helden wurden ganz oben auf den aktuellen Stand gebracht. Und auch die Werte und der Hintergrund von Telor, dem Zauberer eingefügt. Dieser wurde zuvor in "Von Eigenen Gnaden" lange Zeit von einem Spieler gespielt, der dann aber vor "Mit Wehenden Bannern" die Kampagne verlassen hat. Nun wird Dieser von einem neuen/alten Spieler weitergeführt, da die Gruppe dringend einen Vollzauberer benötigt, weshalb dieser Charakter reaktiviert wurde. (Angaben über Telor siehe ganz oben unter Rogar's Gefolgsleuten.)
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 28.12.2012 15:11

7. Spielabend: Herr der Krone - Luidor

Hartsteen, 19. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Endlich waren die Helden von Zweimühlen und die Pfortenritter zurück in der Reichsstadt Hartsteen. Auffallend war, dass die Ostseite vor der Stadt nicht mehr vom Gefolge Ucurians geprägt war. Das konnte nur bedeuten, dass sich der Herr des Falkenbundes nicht an seine Abmachung gehalten hatte. Schnell erfuhren sie, dass dieser mit seinen schweren Gardereitern der Rommilyser Reiterei, die bis zum Jahr des Feuers zu den Garderegimentern Darpatiens gehörten, zu seinen eroberten Besitztümern in der Wildermark zurückgekehrt war. Blieb nur zu hoffen, dass Ucurian von Rabenmund sich nicht mit den vier Kriegsfürstinnen verbünden würde. Die Helden entsorgten in Hartsteen noch die Asche des verfluchten Vampirs, die Geldar von Zweistetten schließlich neben einer Straßenkreuzung vergrub und den Rest in alle vier Winde streute. Bashot rief den Tross zusammen der hier in Hartsteen gewartet hatte und informierte Rogars Baroniehofhaltung über alles was sich zugetragen hatte. Dann begaben sie sich zur nahe gelegenen Burg Oberhartsteen, wo Luidor von Hartsteen sich aufhalten sollte. Dort wurde Rogar, Ungolf, Bashot, Rhulana und Alrike vom arroganten Reichsritter Rondrian von Hartsteen mehr oder weniger begrüßt. Den blondgelockten Schönling hatten sie schon in der Ratssitzung als Abgesandten Luidors kennen gelernt. Sein Verhalten Rogar gegenüber ließ schon nichts Gutes erhoffen. Kurz darauf standen sie erst Greifhold von Ennetbrück, Luidors Privatsekretär, und dann Graf Luidor von Hartsteen höchst selbst gegenüber. Er war von edlem Aussehen, hatte kurzgeschorene Haare ganz nach Wehrheimer Tradition, tiefblaue Augen und einen dunklen Schnurrbart, der für sein fortgeschrittenes Alter vielleicht etwas zu dunkel war. An seinem Gewand trug er den Greifenstern in Silber und in Bronze, sowie die Ogerschlacht-Verdienst-Medaille. Kaum hatte Rogar den Hochadligen begrüßt, wurde der Reichsbaron von Zweimühlen auch schon als ‚Emporkömmling’ bezeichnet, der im Gegensatz zu ihm keinem uralten Adelsgeschlecht angehörte, und der nur aus einer Laune der Kaiserin heraus zum Baron ernannt worden war, ohne dass diese sich über die Konsequenzen im Klaren war. Für Luidor bestätigte sich Rogars Unfähigkeit in der Tatsache, dass dessen Baronie Zweimühlen an eine Kriegsfürstin gefallen war, und dass er seine Untergebenen nicht bis zum Tod verteidigt hatte. So hätte er der Nachwelt wenigstens einen weiteren Neuadligen ersparen können! Rogar spürte wie seine Halsmuskeln verkrampften und sich seine Faust ballte, aber er behielt die Fassung. Der Trollzacker war eigentlich hier um Luidor die rechtmäßige Grafenkrone zu überreichen, und nun wurde er aufs übelste von diesem beleidigt. Er, der Barbarenprinz des Blutes, hatte sich seinen Stand mit Blut und Schweiß erarbeitet, so dass sogar die Kaiserin, ihn zum Streiter des Reiches ernannt hatte, und nun musste er sich wieder einmal von einem alten Adligen, der ein paar Orden an der Brust trug, die er im Übrigen bis auf letzteren auch alle inne hatte, beschimpfen lassen. Rogar hatte zudem nie darum gebeten Baron von Zweimühlen zu werden. Aber niemand hatte sich seit dem Bestehen der Wildermark so lange dort halten können, wie er. Niemand hätte einer Übermacht von zweitausend Angreifern etwas entgegensetzen können. Er merkte wie sein Blut langsam in Wallung kam, aber er beherrschte sich. Aber Luidor hörte nicht auf, im Gegenteil, der erzkonservative und arrogante alte Mann führte mit seinen Schmähungen fort, so dass Rogar am liebsten dessen Eingeweide in seinem eigenen Thronsaal verteilt und damit die Wände dekoriert hätte! Er spürte wie sein Blut in den Ohren rauschte, aber er beherrschte sich immer noch. Er war sich sicher, dass Harad von Winterkalt oder andere seiner Gefolgsleute Luidor schon längst mit der verdammten Krone erschlagen hätten. Dennoch fühlte Rogar, dass da etwas in ihm brodelte, was viel heftiger war, als das was er von sich gewohnt war. Dann offenbarte der Trollzacker, was er und die Pfortenritter geborgen hatten und übergab dem Grafen die Krone mit den seltsamen Zeichen nur äußerst widerwillig. Der Reichsbaron von Zweimühlen verlangte dafür militärische Unterstützung zur Rückeroberung Zweimühlens. Luidor hingegen verlangte aber erst einmal, dass dieser sich beweisen solle! Hatte er das nicht gerade getan, in dem er eine Krone wieder gefunden hatte, die seit hundert Jahren verschollen war? Hatte er und seine Getreuen nicht etwas vollbracht, zudem kein anderer der Grafschaft Hartsteen bisher im Stande war? Er musste sich wohl verhört haben. Und erneut kam sein Blut in Wallung, so dass er jetzt schon Sodbrennen bekam. Graf Luidor von Hartsteen verlangte, dass Rogar ihm bei der Eroberung von Burg Feidewald helfen solle, erst dann würde er ihm eine Truppe zur Verfügung stellen. Rogar schüttelte den Kopf, er musste hier niemandem mehr etwas beweisen. Die Menschen in Zweimühlen brauchten ihn – die Wildermark brauchte ihn. Hatte er in Hartsteen etwa nur wertvolle Zeit verschwendet? Rhulana von Kurkum konnte nun nicht mehr an sich halten und betonte, dass sie wohl besser Geismar II. von Quintian-Quandt die Krone überlassen hätten, schlimmer als Luidor konnte dieser nicht sein. Rogar schritt schnell ein und versuchte die Amazone mit scharfer Stimme und stechendem Blick zum Schweigen zu bringen. Als Luidor sich jedoch die Krone aufsetzte, spürten die Helden eine deutliche Veränderung am Grafen. Dieser wirkte plötzlich viel charismatischer und seine Worte klangen viel überzeugender. Zudem leuchtete die Krone in einem sanften, warmen Licht! Der ‚Herr der Krone’ erklärte Rogar wie wichtig es war, dass Geismar II. sich nun nicht auf Burg Feidewald einigeln konnte oder sich einfach in die Wildermark absetzte, wo er vermutlich Lutisana von Perricum unterstützen würde. Vor allem, da diese offenbar mit Geismar über Magister Tuleyban schon in Kontakt gestanden hatte. Es konnte kein Zufall sein, dass die Frevlerin diesem durch den tulamidischen Magier auf dem Grafenthron verhelfen wollte. Festung Feidewald musste fallen! Und Luidor gab ihm nun sein Wort, dass er bis zur Befriedung der Wildermark ein Banner Hartsteener Söldlinge zur Verfügung stellen würde, deren Bezahlung er auch so lange übernehmen würde. Je schneller Feidewald und Geismar II. fiel, desto schneller würde sich die Greifengarde und auch die Löwengarde auf die Wildermark konzentrieren können. Alles was Luidor nun sagte, machte Sinn und überzeugte den riesigen Reichsbaron, der dem Vorhaben zustimmte.
Luidor gab den Helden jedoch die Krone mit den Worten zurück, dass er die Grafenkrone nur aus den Händen seiner Königin empfangen wird.

Schlacht um Feidewald

Festung Feidewald, 1. Tag der Belagerung, 22. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Festung Feidewald war die größte und bedeutendste Burganlage der gesamten Grafschaft Hartsteen. Die Anlage war großzügig an die alte Burg Oberfeiden angelagert worden, die dort schon seit kaum erdenklichen Zeiten stand. Es hieß, der runde Grundriss der obersten Kernburg, die sich auf über sechshundertfünfzig Schritt Höhe befand, auf eine trollische Festungsanlage hin deute, die vorher auf dem Sandsteingipfel des so genannten Grafenhauptes gestanden haben soll, der sich am Rande des dunklen Feidewaldes vor ihnen erhob.
Damals 915 BF dem Jahr der Krönung von Gräfin Phexania von Quintian-Quandt beschloss diese den Umbau der früheren Trutzburg zu einer majestätischen Festung als ein Zeichen der Stärke, aber auch um im Hinblick auf die Wehrheimer Akkorde die östliche Flanke des Königreichs besser zu schützen. Jedoch verzögerten die familiären Streitigkeiten der jungen Grafenfamilie die endgültige Fertigstellung der Festung, so dass diese erst im Jahr 948 BF von Gräfin Thalia von Quintian-Quandt nach über vierzigjähriger Bauzeit vollständig fertig gestellt werden konnte. Auch Gräfin Thuronia, Geismars Mutter, hatte auf Feidewald gelebt und dort sogar einen kleinen Tsa-Tempel an der inneren Langen Mauer errichten lassen. Heute diente Burg Feidewald Geismar II. von Quintian-Quandt als Basis und fester Stützpunkt, von wo aus dieser weite Teile der Grafschaft mit seinen Truppen kontrollierte. Nun nachdem jedoch öffentlich wurde, dass die Helden von Zweimühlen die legendäre und verschollene Grafenkrone wieder gefunden und diese Luidor übergeben hatten, wechselten immer mehr Ritter der Grafschaft auf die Seite des offenbar ‚rechtmäßigen’ Grafen Luidor von Hartsteen. Innerhalb von Tagen hatte sich das Blatt zu Luidors Gunsten gewendet, der nun nicht nur die meisten Ritter sondern auch das gesamte Volk und die großen Helden von Zweimühlen auf seiner Seite hatte.
Die verbliebene Stärke des Feindes auf Burg Feidewald war nicht bekannt, doch waren sicher immer noch zahlreiche Gräfliche Soldaten und almadanische sowie nostrianische Söldner hier stationiert, die im Sold der ‚Krämerseele’ standen. Es lebten viele Handwerker und Bürger innerhalb der Mauern oder in behelfsmäßigen Behausungen in der Unterburg, deren Leben verschont bleiben musste.
Der auf immerhin noch vierhundert Höhenschritt liegende Markt Kronbrunn, der die Feste im Normalfall mit allem nötigen versorgte, war schnell erobert. Die dreihundert Einwohner leisteten dem ‚Herr der Krone’ keinen Widerstand. Bei einer großen Wassermühle zwergischer Bauart, lag dort der weitläufige Stausee Kronenbrunnen, von dem der Markt seinen Namen hatte. Die komplexe Mechanik der Wassermühle, die die Zisterne der Festung füllte, und deren täglichen Wasserbedarf deckte, wurde als erstes strategisches Ziel eingenommen und ausgeschaltet. In Kronbrunn wurde noch am selben Tag ein Feldlazarett eingerichtet und das Feldherrenzelt errichtet. Der Hochadel, Graf Luidor von Hartsteen, Marschall Ludalf von Wertlingen, Oberst Alrik vom Blautann und vom Berg, Graf Danos von Luring, Reichsbaron Rogar von Zweimühlen und dessen Frau Cecilia, wurde zudem in der Herberge ‚Rote Sonne’ untergebracht.
Bald darauf feuerten auch schon die vier schweren Onager die die Elitetruppen des Raulschen Reiches mitgeführt hatten, auf das Torhaus oberhalb des Königsstiegs, der der einzige Weg hoch hinauf zur Festung darstellte. Es war Rogar und Luidor gelungen, die Kaiserlichen davon zu überzeugen, dass zusammen mit den Zweimühler Barbaren und den Pfortenrittern ein schneller Sieg gewiss sei. Umso schneller würde Luidor, wenn auch eingeschränkt um seine eigenen Lehen nicht schutzlos zurückzulassen, den Marschall der Wildermark mit seinen Rittern unterstützen können.
Ihr angreifendes Heer hatte durch die Verstärkung der Kaiserlichen eine beeindruckende Stärke. Je vier Banner Schweres Fußvolk der meisterlichen Greifengarde sowie der brillanten Löwengarde stellte den Hauptteil der Armee. Hinzu kamen ein Banner Schweres Fußvolk, kompetenter Gräfliche Soldaten, ein Banner Leichtes Fußvolk ebenfalls kompetenter Hartsteener Söldner, ein Halbbanner meisterliche Sappeure der Garether Maulwürfe, fünfundvierzig Schwere Reiterei der kompetenten Hartsteener Ritter samt Knappen, sowie vierundzwanzig Schwere Reiterei vollendete Pfortenritter und ein Halbbanner Schweres Fußvolk meisterlicher Waffenknechte der Pfortenritter. Rogars neunzehn vollendeten Trollzacker Barbaren mit Andergastern waren beeindruckend anzusehen. Sie waren vor vielen Jahren aus den Trollzacken verstoßen worden, und dienten Rogar dem Barbarenprinz des Blutes und gewaltigsten alle Trollinge, seit vielen Jahren. Die ehemaligen Stammeskrieger hatten in der Wildermark schon unzählige Schlachten geschlagen und waren zusammen mit den Pfortenrittern die Einheiten mit der größten Erfahrung. Drei weitere Banner an kaum gerüsteten und zumeist Bogen tragenden unausgebildeten Waffentreuen und Landwehr der Grafschaft rundeten das Bild ab. Sicher hätte Luidor ein Vielfaches an weiterer Landwehr aufbieten können, doch in so kurzer Zeit war es eh schon ein Wunder, dass dieser so viele Gemeine aufstellen konnte, in einer Zeit, in der alle auf den Feldern arbeiteten. Im Normalfall dauerte es mindestens eine Woche bis sich alle zum Heerbann eingefunden hatten. Aber dennoch waren es nun insgesamt fast achthundert Angreifer.
Aber die Munition der Schweren Onager sowie der Bogenschützen waren begrenzt und Burg Feidewald stellte eine im Sturm kaum zu überwindende Befestigung dar. Einer langen Belagerung über Monate hinweg wäre Feidewald früher oder später erlegen, aber diese Zeit hatten sie nicht. Ihnen blieb bestenfalls eine Woche oder zwei, ehe die Situation in der Wildermark eskalierte, wenn es nicht schon zu spät war.
Zwischen Oberburg und Unterburg verlief eine tiefe Schlucht, über die nur eine steinerne Brücke führte. Die Schlucht selbst war sogar zusätzlich an ihren Enden durch hohe Mauern unpassierbar, sodass auch niemand dort in die Schlucht gelangen konnte. Es blieb also nur der steile und schmale Königsstieg. Luidor hatte wohl schon zuvor sehr detaillierte Pläne der Anlage anfertigen lassen, so dass sie die bestmögliche Angriffsstrategie festlegen konnten. Offenbar hatte Luidor den Angriff auf Feidewald schon länger geplant, was ihnen nun zugutekam. Auch die Tatsache, dass dieser die Örtlichkeit aus seiner Knappenzeit sehr gut kannte, war ein unermesslicher Vorteil. Damals führte noch eine hölzerne Zugbrücke über die Schlucht zwischen Ober- und Unterburg. Erst zu Zeiten Kaiser Hals wurde diese durch die Steinbrücke ersetzt. Luidor machte den Offizieren und Hauptmann Ungolf Ferdoker aber auch klar, dass ein in Brandt schießen der Festung nicht in Frage kam, da diese zu wertvoll für die Kaiserin und den Grafen war. Ein Instand setzen der Burg, würde Unmengen an Dukaten verschlingen. Dukaten, die weder der Graf noch die Kaiserin aufbieten konnten. Abgesehen davon konnte man nie wissen wann der Ork wieder in das Herz des Reiches vordrang und Helme Haffax’ Frist rückte immer näher.
Das einschlagende Krachen der Onager-Geschosse war überall zu hören. Luidor konnte sich zwar nur wenige Sappeure der Garether Maulwürfe leisten, die im Gegensatz zu den Hartsteener Söldnern maßlos überteuert waren, aber die gerade so ausreichenden Geschützmannschaften waren wirklich gute Richtschützen. Die Sappeure hatten auch Sturmleitern und Wurfhaken mit verstärkten Seilen und Kettengliedern im oberen Viertel mitgebracht. Fünf der Sappeure, leiteten die Landwehr beim Bau eines Überdachten Rammbocks an. Für Belagerungstürme war keine Zeit und den Königsweg hätte die auch niemand hinauf schaffen können. Dennoch gelang es bereits am ersten Tag der Belagerung durch einen Glückstreffer, das erste Tor zur Burg zu durchbrechen – blieben noch fünf bis zum Burghof der Oberburg!
Telor der Zauberer schleuderte einen Ignisphaero Feuerball hunderte von Schritt weit, zielgenau auf die hölzerne Hornisse, einem von Geismars Festungsgeschützen und legte dieses in Schutt und Asche! Der Jubel der Angreifer machte allen Mut. Der mächtige Zauberer und Held von Zweimühlen, den Rogar mitgebracht hatte, war für ihre Seite ein unfassbar großer Vorteil, den alle schnell zu schätzen lernten und der wohl vielen Angreifern das Leben rettete.

Festung Feidewald, 2. Tag der Belagerung, 23. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Prinz des Blutes hatte schon einmal zusammen mit Marschall Ludalf von Wertlingen eine Burg belagert – Burg Rabenmund in der Baronie Bröckling. Noch niemals zuvor oder danach hatte Rogar so viele Verluste erlitten wie damals. Es war ein offenes Geheimnis, aber es stand nicht gut, um Ludalfs Kriegskünste. Vielleicht war das auch der Grund, warum die Wildermark immer noch nicht befriedet war, denn an Männern mangelte es dem Ritter, der wie er schon im Großen Donnersturmrennen gefahren war, sicherlich nicht. Der Marschall war sicher ein brillanter Ritter alter Schule, aber seine Fähigkeiten als Feldherr waren bestenfalls durchschnittlich. Fast jeder von Rogars Gefolgsleuten hatte mehr Ahnung von Kriegsführung als der Jugendfreund von Reichsbehüter Brin und Vetter der Greifenfurter Markgräfin. Niemals mehr würde Rogar den Fehler begehen, Ludalf eine Schlacht planen zu lassen, an der Männer von ihm beteiligt waren. Er war zwar ein Freund von dem pflichtbewussten Ritter, aber der Trollzacker hatte bis heute nicht verstanden, wie man diesem Mann den Auftrag zur Befriedung der Wildermark und das Kommando über ein ganzes Regiment hatte geben können. Aus diesem Grund machte er sich im Feldherrenzelt stark dafür, dass sein überaus fähiger Hauptmann, Reichsedler und Zweimühler Waffenmeister Ungolf Ferdoker, den auch manche den ‚Landsknecht des Blutes’ nannten, die Planung übernahm. Rogar überwachte im Grunde nur die Strategie und überließ Ungolf die Taktik. Oberst Alrik von Blautann und vom Berg bestand aber darauf, dass die Elitegarden des Raulschen Reiches die Hauptlast der Angriffe übernahmen und Rogars Barbaren und die Verbündeten Ritter und Waffenknechte von Graf Danos die Reserve bildeten.
Ungolf befahl den Trollzackern unter dem Kommando von Bashot Grim, die Wacht über den Damm des Stausees. Eine Sabotage des Gewässers würde verheerende Folgen nach sich ziehen. Luidor von Hartsteen ermahnte er mit dessen Rittern, Knappen und Gräflichen Soldaten die kriegswichtigen Onager abzusichern, für den Fall, dass bisher noch nicht gesichtete feindliche Truppen, die sich hier besser auskannten, aus den Wäldern brechen würden. Den Markt Kronbrunn verwandelte der Zweimühler Hauptmann in eine gut zu verteidigende Stellung, indem er die Zwischenräume zwischen den einzelnen Häusern, die Burg Feidewald zugewandt waren, verbarrikadieren ließ, so dass sie hier im Falle eines Ausfalls eine überlegene Rückzugsmöglichkeit hatten. Zugleich waren so ihr eigener Verbandsplatz und der Tross optimal gesichert.
Am diesem zweiten Tag der Schlacht kamen auch die ganzen Waffentreuen Schützen erstmals zum Einsatz, die jedoch mehr schlecht als Recht die Verteidiger auf den hohen Mauern in Bedrängnis brachten. Aber von unausgebildeten Bauern, deren Reichweite der Bögen kaum ausreichte, war auch nicht viel zu erwarten. Die gegnerischen almadanischen Arbaletten-Schützen und nostrianischen Armbruster dagegen trafen sehr genau und waren ihnen im Fernkampf eindeutig überlegen. Viele der Waffenknechte starben durch Armbrustbolzen, Arbaletten- und Hornissengeschosse. Dennoch gelang es den Richtschützen der Garether Maulwürfe an diesem Tag das komplette Wachhaus zwischen erstem und zweitem Tor, zum Einsturz zu bringen! Die Verteidiger hatten somit eine ihrer besten und vordersten Stellungen verloren, von wo aus sie den Angreifern durch Mörderlöcher immer wieder zugesetzt hatten. Der Weg zum zweiten Tor war somit frei.

Festung Feidewald, 3. Tag der Belagerung, 24. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Hauptmann Ungolf Ferdoker, der schon selbst als Fähnrich in der Greifengarde gedient hatte, übernahm das Kommando eines Banners der Elitegarde und rückte mit großen Setzschilden aus gebundenem Stroh zusammen mit Telor den Königsstieg empor und gab seinem alten Freund bestmögliche Deckung vor feindlichem Beschuss. Hinter ihnen der Rest der Greifengarde und drei der vier Banner Löwengarde. Die improvisierten Setzschilde boten natürlich nur vordersten Gardisten Schutz, so dass die Gardisten im Zentrum und weiter hinten unter feindlichem Beschuss langsam und mühevoll in schwerem Panzer den Weg hoch mussten und außer Atem oben ankamen.
Kurz vor dem zweiten Torhaus kam Telor aus der Deckung und wirkte einen Desintegratus Pulverstaub, der einen Großteil des verstärkten Tores einfach in Staub auflöste! Die Elitegardisten schrien mit empor gereckten Hellebarden „Für die Kaiserin, FÜR PRAIOS!“ und marschierten im Stechschritt durch die gezauberte Öffnung! Hinter dem Durchgang donnerte ihnen ein „Der Tod ist keiner Münze feil!“ entgegen und dann krachten die Truppen ineinander! Kaiserliche Hellebarden und Gräfliche Zweihandwaffen schlugen nun in Formation aufeinander ein, während von oben immer wieder Armbrustbolzen in die Kaiserlichen einschlugen. Plattenpanzer wurden verbeult und Köpfe ein- und abgeschlagen! Das Geschrei der Kämpfenden war bis in die umliegenden Wälder zu hören und Ungolf Ferdoker war mittendrin. So laut er konnte brüllte er immer wieder: „HALTET STAND! KEINEN SCHRITT ZURÜCK!“, während vor ihm der alte Burgoffizier Bendrich von Quintian-Quandt schrie: „FORMATION HALTEN! LASST SIE NICHT IN DIE UNTERBURG!“ Der Bereich des durchbrochenen Torhauses wurde nun regelrecht zur Todeszone! Von Königsstieg aus drängte von hinten die Löwengarde unter Oberst Alrik von Blautann und vom Innenhof aus hielten die Gräflichen Soldaten dagegen, und die Greifengarde mittendrin. Die Hellebarden gingen auf und nieder und stachen in die schwergepanzerten Verteidiger. Vereinzelte Verteidiger brachen mit schweren Warunker Hämmern und Äxten durch die Formation, wo sie Reichweite der Hellebarden unterliefen, aber dennoch früher oder später niedergemacht wurden. Telor ließ sich unter dem Schutz von Ungolfs Großschild zurückfallen, der jetzt das Kommando Oberst Alrik überließ. Ihr Zauberer war zu wichtig, um hier im Gedränge niedergemacht zu werden. Sie schafften es zusammen mit einigen Verletzten hinunter zum ihrem Verbandsplatz, wo Ludalf von Wertlingen und Luidor von Hartsteen den Magier lobten, der mit seinem Zauber nun all seine verbliebene Zauberkraft aufgebraucht hatte und sich zitternd ausruhen musste. Auch Rogar, der den Oberbefehl über alle Reservetruppen hatte, nickte seinem Hofmagier anerkennend zu. Nun mussten sie abwarten und Hoffen. Im Grunde war das Rogar recht, denn so konnte er seine Trollzacker, Hartsteener Söldner und Verbündeten schonen, die er früher oder später noch zur Rückeroberung Zweimühlens brauchen würde. Aber der Trolling war sich sicher, dass ihre Stunde bei dieser Schlacht um Feidewald noch kommen würde.
Währenddessen lag Harad von Winterkalt von Gewürzwein sturzbesoffen im Feldherrenzelt herum und verlangte von einem der Knappen noch mehr Wein. Die Schlacht tobte nun schon seit Stunden, in denen sich der Schwarze Ritter regelrecht Kampfunfähig gesoffen hatte und nur noch von seiner starren Plattenrüstung aufrecht am Tisch mit der Karte gehalten wurde. Dort grölte er: „LOS … schneidet ihnen … die OHREN ab! Schneidet ihnen einfach ALLES ab!“ Alrike von Zweimühlen schämte sich unendlich für ihren ehemaligen Schwertherren. Zum Glück waren die Hochadligen in der Schlacht und Danos von Luring mit seinen Pfortenrittern auf seinem Posten am Fuße des Königsstiegs. Rogar schickte seinen einbeinigen Zweimühler Burgoffizier Luidor ‚den Vagabund’ um seinen Vasallen aus dem Feldherrenzelt in die Herberge zu schaffen. Er schüttelte den Kopf, während er aus der Ferne das Gemetzel am zweiten Torhaus mehr erahnte, als sehen konnte. Seine Gefolgsleute hatte mehr als nur ein paar Ecken und Kanten, aber dennoch waren sie die besten der gesamten Wildermark. Und bei Kor, er war stolz auf sie, auch wenn Harad den morgigen Tag vermutlich mit einem wirklich üblen Werwolf verbringen würde.
Der Kampf um den unteren Burghof wogte seit Stunden hin und her. Aber nachdem Geismars Raubritter hoch zu Ross in den Kampf eingegriffen hatten, verloren sie den unteren Burghof wieder, konnten aber immerhin noch das zweite Torhaus halten. Viele versehrte Greifen- und Löwengardisten lagen bereits auf dem Verbandsplatz und nicht minder weniger waren gefallen. Am morgigen Tag würde Luidor von Hartsteen auf die ‚Reserve’ zurückgreifen müssen.

Festung Feidewald, 4. Tag der Belagerung, 25. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Der Großteil der Elitegarden war verletzt und auch Ludalf und Alrik hatten etwas abbekommen. Auffallend war, dass Luidor seine eigenen Gräflichen Soldaten, Ritter und Söldner schonte. Genau, wie er es bereits 1027 BF getan hatte, als er bei Galottas Angriff auf Gareth Befehlsverweigerung beging und lieber bei der Furt von Gassel und bei der Dergelbrücke bei Rankaraliretena kämpfte.
In der Unterburg waren laut Berichten einiger Soldaten nur noch wenige Armbruster und Arbaletten-Schützen am Leben, die dort vereinzelt von den Mauerkronen schossen. Ansonsten waren vielleicht noch ein Halbbanner Gräfliche Soldaten und eine unbekannte Anzahl an Raubrittern dort verblieben. Wie viele jedoch noch zusätzlich in der Oberburg vom Feind in Reserve gehalten wurden, war unbekannt. Nun erhielten Rogars Truppen den Befehl zum Vorrücken. Er selbst befehligte die Trollzacker Barbaren und Bashot das neue Banner der Hartsteener Söldner, die nur mit Lederharnischen, Lederhelm und sonstigem Lederzeug gepanzert waren und lediglich mit einem Schwert bewaffnet waren. Alrike von Zweimühlen erhielt von Danos von Luring das Kommando über das Halbbanner Waffenknechte der Pfortenritter, die mit Langschwert und verstärktem Holzschild und in Leichte Platte sowie Schaller gepanzert waren. Der König der Ritter übergab der jungen Ritterin somit eine sehr große Verantwortung, und Alrike würde alles tun, um seine Hoffnungen in sie nicht zu enttäuschen. Hauptmann Ungolf Ferdoker befahl das letzte Banner unverletzter Greifengardisten mit ihren Hellebarden, gepanzert in Garether Platte, Panzerhandschuhen, Panzerbeinen und Schaller. Und Rhulana von Kurkum übernahm das Kommando über ein Banner Löwengarde, die allesamt mit Zweihändern ausgestattet und genauso schwer gepanzert waren, wie die Greifengardisten. Von Rogars Gefolgsleuten besaß sie zwar die wenigste Erfahrung in der Kriegskunst, was unter Rogars Leuten aber immer noch an die von Ludalf heranreichte. Nur die Hartsteener Söldner unter Bashot blieben laut Rogars Befehl noch zurück, auch wenn Bashot Grim, der im Zorn Rasende, nur zu gerne an diesem Tage mitgekämpft hätte.
Alrike versuchte ihre Aufregung zu verbergen. Sie hatte mit den Zweimühler Schlachtreitern zwar auch viele Schlachten geschlagen, aber sie kannte die Zweimühler Adelsfreischärler besser als die Waffenknechte der Pfortenritter, die zu Fuß unterwegs waren. Sie beneidete Rhulana für ihren herausragenden Mut. Dann aber zog die junge Zweimühler Ritterin ihren Topfhelm auf und ließ die Waffenknechte am Fuße des Königsstieges Aufstellung nehmen.
Rogar beflügelte als Held und Feldherr die Moral aller Truppen, aber auch Hauptmann Ungolf Ferdoker hatte eine gute Wirkung auf die Greifengarde, die den Fähnrich der Fußkämpfer noch von damals kannten, bevor er in die Gefangenschaft von Nekrorius dem Schwarzen Mogul geriet und in dessen Kerker in der Zweimühler Grafenburg fast verrottet wäre. Ungolf hatte auch bei den Garether Maulwürfen Annäherungshindernisse in Form von eineinhalb Schritt langen, X-förmigen und angespitzten Holzpfählen in Auftrag gegeben, die durch eine fünf Schritt lange Längsstange verbunden waren. Diese wurden nun von den kräftigen Trollzackern den steilen Weg hinauf geschleppt, während sie von den Schilden von Alrikes Waffenknechten geschützt wurden. Diese Barrikaden stellten hervorragende Hindernisse für Infanterie und vor allem für Reiterei dar, die sie gegen die Raubritter benötigten wollten sie von diesen nicht niedergeritten werden. Die Last bis hoch hinauf zu schleppen kostete die Trollzacker einiges an Kraft, aber sie schafften es und rückten dann damit langsam bis kurz hinter das zweite Torhaus vor, während die Waffenknechte knapp hinter ihnen waren. Rhulanas Löwengarde sicherte derweil das Torhaus und senkte dort deren Hellebarden, während Ungolf, den oberen Teil des Torhauses einnahm und von oben aus Kommandos gab. Er erkannte sofort, dass Geismars Gräfliche Soldaten den Hof frei von Leichen geräumt hatten, damit dessen Schwere Reiterei hier wirken konnten.
Dann marschierten auch schon die gegnerischen Soldaten in Halbbannerstärke mit ihren Zweihandwaffen auf, und rückten in Formation mit schnellen Schritten über den unteren Burghof auf sie zu, während die Raubritter weiter hinten vor der Steinbrücke aufsaßen und sich ausrichteten. Der gegnerische Burgoffizier Bendrich von Quintian-Quandt, dem das linke Auge fehlte, marschierte in Garether Platte ohne Helm, aber mit Ogerschelle und Großschild an der Flanke seiner Soldaten und brüllte erneut den Wahlspruch seines Hauses: „Der Tod ist keiner Münze feil!“ um kurz darauf mit Alrikes Waffenknechten in den Schlagabtausch zu geraten, die die Barbaren deckten, da diese noch Zeit brauchten, um ihre Andergaster zu ziehen. „Werft diese Narren aus meiner Burg und zerschlagt ihre alberne Barrikade!“ Die Ritterin hielt sich klug zurück und behielt einen kühlen Kopf, und was noch wichtiger war, die Übersicht. Sie prägte sich den Kampfstil des alten Burghauptmanns von Feidewald gut ein, für den Fall, dass sie diesem gegenübertreten musste. Er war offenbar ein kompetenter Kämpfer und genauso wie sie auf einem Auge blind. Möge Rondra ihr beistehen.
Die Trollzacker machten Anstalten hinter ihren Barrikaden hervorzubrechen, womit sie aber ihren militärischen Vorteil verlieren würden. Der Prinz des Blutes konnte sie gerade noch so zurück aber immerhin noch in Schlagreichweite halten. Zusammen mit den Waffenknechten, wurden die Gräflichen Soldaten regelrecht zerhackt! Die Barbaren wüteten grausam unter den Feinden, so dass der Boden sehr schnell von abgetrennten Gliedmaßen und zuckenden Leibern übersät war. Bendrich zog sich jedoch rechtzeitig genug zurück, um nicht zusammen mit seinen Männern hier für die Wildermärker als Schwertfutter zu enden. Er wandte sich in Richtung der Raubritter und rief: „Rapidora! Die Ritter VOR!“ Die schwergepanzerten Raubritter senkten ihre Kriegslanzen und warteten auf den Befehl von Rapidora von Katterquell, einer Raubritterin von Gut Eisenmuth. Die ehemalige Söldnerin, die von Geismar II. zur Ritterin geschlagen worden war, trug ein langes Kettenhemd und einen roten auffälligen Wappenrock darüber. Dann gab sie den Befehl zum Angriff.
Aber anstatt hinter den angespitzten Barrikaden zu bleiben, stürmten nun die Trollzacker undiszipliniert vor um die Konfrontation mit diesem offenbar starken Gegner regelrecht zu suchen. Rogar brüllte sie zwar noch zurück, aber seine Männer versetzten sich schon in Kampfrausch und waren nicht mehr zu halten. Diese vollendeten Barbaren waren schon lange keine gewöhnlichen Freischärler mehr, sondern nicht zu haltende Individuen. Jeder von ihnen wollte sich in der Schlacht hervortun. Ein Kampf hinter Barrikaden oder in Formation lag ihnen nicht. Einen Augenblick später wurde auch schon ein halbes Dutzend von ihnen durch Kriegslanzen aufgespießt. Die Raubritter ließen ihre Lanzen stecken, und wechselten schnell zu ihren Langschwertern, die vom Pferderücken aus eine besonders gute Wirkung erzielten. Aber die noch stehenden Trollzacker kämpften wild und ungestüm, ohne dabei die Pferde der Reiter zu schonen. Ihre gewaltigen Zweihandschwerter schnitten durch die ungepanzerten Beine der Rösser wie eine Sense durch das Korn. Alrike befahl nun ihren Waffenknechten der Pfortenritter die Deckung zu verlassen und den Trollzackern vor ihrer Barrikade zu Hilfe zu eilen. Rogar versuchte immer noch seine Männer zurückzubrüllen, doch diese konnten ihren Anführer eh nicht mehr hören. Ungolf der vom zweiten Torhaus aus, das Drama beobachtete wunderte sich nicht über die Disziplinlosigkeit der Barbaren, da diese einfach nicht über die die gleiche Selbstbeherrschung wie richtige Soldaten verfügten. Der Reichsedle befahl nun Rhulana dort vorne mit ihrer Löwengarde ebenfalls einzugreifen, die langsam aber sicher in Formation in das Gemetzel vorrückten und bald darauf zusammen mit den restlichen Barbaren und den Waffenknechten obsiegten. Die Unterburg war in ihrer Hand!
Die Leichen des gegnerischen Burgoffiziers und der Befehlshaberin der Raubritter waren jedoch nicht zu finden. Diese mussten sich rechtzeitig durch das dritte Torhaus zurückgezogen haben. Sollten sie nur – spätestens in der Oberburg mussten diese sich ihrem Schicksal stellen, und Rogar hatte nicht vor denselben Fehler wie bei Magister Tuleyban erneut zu begehen, indem er diesen hatte Leben lassen. Er würde jedes Mitglied der Familie Quintian-Quandt erschlagen, dem er habhaft werden konnte. Die Zeit der Verhandlungen war vorbei – er wollte Blut sehen. Ein tiefes Gefühl der Wut kam in ihm auf. Wut darüber, dass viele seiner Männer versehrt waren, Wut darüber, dass Luidor seine eigenen Truppen schonte, und Wut darüber, dass sie hier wertvolle Zeit verloren…

Festung Feidewald, 5. Tag der Belagerung, 26. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Ein Drittel der Trollzacker waren schwer verletzt und würden vielleicht die nächsten Tage nicht überleben. Die restlichen zwölf noch kampffähigen Barbaren hatten ein wenig ihrer Moral eingebüßt, waren aber zu allem bereit. Die Löwengarde sicherte das zweite Torhaus, während die Greifengarde unter Hauptmann Ungolf Ferdoker bis zum dritten Torhaus vorgerückt war. Die Elitegardisten standen im Schatten der Mauer, und waren so für die Schützen der Oberburg nicht zu treffen. Dennoch konnte man sich nie sicher sein, ob noch versprengte Armbruster über die Mauern schlichen. Zu verwinkelt waren die Schutzwälle, über die man sich in andere Teile der Festung bewegen konnte. Die Stallungen der Unterburg und diverse Werkstädten waren nun ebenfalls in ihrer Hand. Vereinzelt liefen verwirrte und verletzte Feidewalder Bürger und Handwerker umher, die natürlich von den Kaiserlichen verschont blieben. Auf dem dritten Torhaus zeigte sich keiner der Feinde. Vielleicht war dieses schon gar nicht mehr besetzt? Dahinter lag jedenfalls die steinerne Brücke, die über die tiefe Schlucht zum mittleren Festungsabschnitt führte. Auf der Brücke selbst war man feindlichem Beschuss von der Oberburg auf jeden Fall ausgesetzt. Eine Stelle an der Telor vielleicht wieder weiterhelfen konnte, sobald dieser seine Zauberkräfte wieder etwas mehr erholt hatte. Der Zauberer regenerierte seine Macht außergewöhnlich schnell, aber zwischen jedem größeren Zauber benötigte er dennoch mindestens zwei drei Tage Rast, weshalb sie noch warten mussten.
Die Munition der Schweren Onager war mittlerweile aufgebraucht, aber immerhin hatten sie noch einen strategisch wichtigen Turm zum Einsturz gebracht, von wo aus man sie nun nicht mehr beschießen konnte. Ungolf Ferdoker befahl zwar, dass die Onager mit den Trümmerstücken des vorderen Wachhauses weiter schießen sollten, doch Graf Luidor unterband bald darauf die weitere Beschädigung der Burg, die schon jetzt viel zu arg in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Der Landsknecht des Blutes orderte den fertigen und überdachten schweren Rammbock, um damit weiter in die Feste durchbrechen zu können, doch auf dem Königsstieg unterlief den von Bashot geführten Hartsteener Söldnern ein schlimmer Unfall. Der rollende, hölzerne Rammbock war einfach zu schwer, um diesen den Weg hinauf zu schieben, so dass dieser auf halber Strecke nicht mehr gehalten werden konnte, und nach hinten wegrutschte. Der Rammbock überrollte zwei der Söldner, die wohl sofort tot waren, und zerschellte am Fuß des Königsstieges. Dabei hatten sie noch Glück im Unglück, dass dieser nicht in eine der unteren Einheiten eingeschlagen war. Die Garether Maulwürfe bekamen von Ungolf den Befehl einen neuen zu bauen, was aber auch weitere wertvolle Zeit kosten würde. Im Großen und Ganzen ließ die Schlacht um Feidewald aber immer noch gut. Blieb nur zu hoffen, dass Geismar nicht mehr allzu viele Truppen geblieben waren, und dass Luidor von Hartsteen seine eigenen Ritter bald in die Schlacht schickte würde. Rogars Schwarzer Ritter erholte sich an diesem Tag von seinem gestrigen Rausch, während Telor sich ebenfalls ausruhte. Bisher gab es mehrere Vorgehensweisen und in jeder spielte er eine wichtige Rolle. Bashot trainierte in der Schlachtpause mit Reichsbaron Rogar, der ihm endlich den gefürchteten ‚Schädelspalter’, eine Abwandlung des sogenannten ‚Hammerschlags’ beibrachte. Ein brachialer Angriff, der am besten mit einer großen zweihändig geführten Waffe, mit voller Wucht und ohne Rücksicht auf Verluste, einem Gegner auf den Kopf ziele – wobei man, da der Angriff sehr unpräzise war, öfters auch andere Stellen des Körpers traf. Auch Baronin Cecilia von Zweimühlen vertiefte am Abend ihren Umgang mit dem Zweimühler Wappenschild und ließ sich von Rogars Waffenmeister Ungolf noch einige Tricks zeigen. Spätestens bei der Rückeroberung ihrer Baronie würde sie Seite an Seite mit ihrem Mann kämpfen und zusammen mit den Helden von Zweimühlen ihre Heimat zurückerobern…
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Maha Vairocana » 04.01.2013 05:10

Meine Zeichnung der Festung Feidewald und näheren Umgebung, nach der Vorlage aus der Garetien-Wiki
http://www.garetien.de/index.php?title= ... _Feidewald

Bild
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Luckynumber666 » 07.01.2013 15:48

In Kürze wird der Angriffsbefehl zur Erstürmung der Brücke und des angerenzenden Burghofs erteilt. Die Männer sollen sich rüsten, ihre Waffen schärfen und ein letztes mal den Zwölfen huldigen. Lasst in einer Stunde in Angriffsformation antreten. Der heutige Tag gehört uns !
Zitat Hauptmann Ferdoker zu seinen Adjutanten und Unteroffizieren kurz vor dem Angriff auf die Innere Festung Feidewald.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 15.01.2013 16:12

8. Spielabend: Aufziehende Nebel

Festung Feidewald, 6. Tag der Belagerung 27. Efferd, im Jahre 1035 nach Bosparans Fall

Harad von Winterkalt von Talf, ging diese ganze Schlacht am gepanzerten Arsch vorbei. Beide Grafen, Luidor wie Geismar, waren einer so übel wie der andere. Sie hatten in Luidor das vermeintlich kleinere Übel gewählt. Der Schlächter von Eslamsgrund der im Inneren seines Herzen dennoch Praios verehrte, wusste, dass laut Primogenitur eigentlich Geismar der rechtmäßige Herrscher war. Aber sein Reichsbaron hatte sich entschieden, und er musste diesem als dessen Vasall folgen. Der Alkohol konnte den Schmerz seiner Vampirbiss-Narben, mitten im Gesicht, nicht betäuben. Schwankend trat er zum Nachttopf, beugte sich vornüber und lachte kräftig in die Schüssel…
Gerüchten zufolge war es mitten in einer Besprechung im vorgezogenen Kommandostand zu einem Meuchelangriff auf Telor von Randolphsforst gekommen. Ein als Greifensoldat verkleideter Feind, hatte diesem einen Dolch mitten in den Rücken gerammt, dabei aber lebenswichtige Organe verfehlt. Der Meuchler konnte von Alrike von Zweimühlen von Östlich-Ochsenwacht schnell überwunden werden, während Reichsbaron Rogar diesem den einzigen Ausweg versperrte. Geismar II. von Quintian-Quandt hatte offenbar erkannt, dass der Zauberer die größte Gefahr für die Verteidiger darstellte. Telor, der seit zwei Tagen ausschließlich seine arkanen Kräfte regeneriert hatte und dabei meditiert hatte, war nun aufgrund des feigen Anschlages auf sein Leben, gezwungen einen Teil dieser Kraft wieder in einem Heilzauber zu verbrauchen. Aber er hatte schon schlimmere Wunden davongetragen. Am Vormittag des 6. Tages der Belagerung war es dann so weit.
Das dritte Torhaus wurde durch eine ungeplante und tollkühne Aktion einiger Hartsteener Söldner kurzerhand im Handstreich genommen. Diese waren im Morgengrauen einfach mit Wurfhaken und Kletterseilen über die Mauer gestiegen und hatten kurzerhand das Tor geöffnet, ohne dabei auf Gegenwehr zu stoßen. Das Torhaus war offenbar schon in der Nacht zuvor von den Verteidigern aufgegeben worden, die sich wohl hinter die steinerne Brücke über die Kluft zum vierten Torhaus zurückgezogen hatten. Rogar ließ die heldenhaften Söldner zu sich rufen um diese zu loben, doch dann konnte er seinen Augen kaum trauen. Bei den heldenhaften Männern handelte es sich um Ork-Söldner! Verdammte Schwarzpelze, die offenbar zu den Hartsteener Söldnern gehörten! Luidor von Hartsteen hatte ihm offenbar das niederste Lumpenpack gegeben. Welcher Abschaum mochte sich noch unter dieser Truppe befinden, die der Graf bis zur Befreiung der Wildermark für Rogar bezahlen wollte? Er musterte die Orken, die er wie kein anderes Volk hasste. Sein Lob blieb ihm im Halse stecken. Er schickte die Söldner wortlos und kopfschüttelnd wieder weg. Er würde diese Aktion einfach unter den Tisch fallen lassen. Mit Sicherheit würde er diese Mordbrenner, denn das waren alle Orken in seinen Augen, nicht noch lobend hervorheben. Wütend schmetterte er einen leeren Krug vom Tisch. Er hatte schon so ziemlich alles an Gesindel unter seinen Truppen gehabt – Räuber und Sklavenjäger wie die Todesfänger, Strauchdiebe und Wegelagerer wie die Schwarze Garde, ehemalige Warunker wie Kurungurs Knechte, aber nun auch noch Orks? Er vergewisserte sich, dass es weniger als eine Handvoll Orks waren, die sich unter den Hartsteenern befanden, wobei ihm noch eine besonders groß gewachsene Nordfrau mit Barbarenstreitaxt unter den Söldlingen auffiel und lies dann alle Truppen zum Angriff sammeln.
Das Halbbanner Waffenknechte der Pfortenritter standen mit den übergroßen Setzschilden aus gebundenem Reisig in der ersten Reihe. Alrike die immer noch von Graf Danos das Kommando über diese hatte, signalisierte, dass die Waffenknechte bereit waren. Dahinter das Hartsteener-Söldner-Banner unter Bashot Grim, die die Sturmleitern trugen. Dann die Zweihänder tragenden Löwengardisten unter Rhulana von Kurkum und dahinter Hauptmann Ungolf Ferdoker von Gerdenfelde mit einem Banner Greifengardisten. Die noch ein Dutzend verbliebenen Trollzacker Barbaren unter Rogars Führung und das Halbbanner abgesessener Pfortenritter unter Graf Danos von Luring befanden sich in der letzten Reihe. Luidor von Hartsteen und dessen fünfundvierzig Ritter und fünfzig Gräfliche Soldaten ‚sicherten’ die schweren Onager außerhalb der Feste, die schon lange nicht mehr feuerten, und verharrte dort in sicherer Entfernung zum wirklichen Kampfgeschehen. Marschall Ludalf von Wertlingen und der Großteil der restlichen Greifensoldaten befanden sich im Feldlazarett im nahen Kronbrunn und Oberst Alrik vom Blautann und vom Berg sicherte den Königsstieg mit den wenigen nicht versehrten Löwengardisten. Ludalfs und Alriks Männer hatten in den ersten Tagen der Schlacht um Feidewald am meisten gelitten, während Graf Luidor sich schön in Reserve gehalten hatte. Immerhin hatte er einen hinterhältigen Angriff weiterer Raubritter und Raubbanden aus dem nahen Wald abgewehrt und sich gut geschlagen.
Noch bevor irgendwer den Befehl zum Angriff gegeben hatte trat Telor nach vorne, dem die Soldaten und Söldner ehrfürchtig Platz machten. Direkt folgten ihm drei Schildträger, mit sehr großen Schilden, die ihn in drei Richtungen vor Feindbeschuss deckten und Luidor „Der Vagabund“, Rogars Burgoffizier Zweimühlens humpelte ihm so schnell er konnte im Prunkpanzer mit seinem Holzbein hinterher. Der Zauberer konzentrierte sich, sprach die Zauberworte: „WEHE, WALLE, NEBULA – Trüb die Luft, die vordem klar!“ und blies in die zu einer Schale geformten Handflächen, Richtung Oberburg. Er erschuf eine nahezu undurchsichtige, bewegliche Dunstwolken und schwadenhafte Nebel, die sich von Wind in der Schlucht nicht beeindrucken ließen. Die Männer jubelten und riefen: „TELOR, TELOR,…“ da der Nebel den feindlichen Armbrust- und Arbaletten-Schützen die Sicht nahm. Doch dann verstummten sie langsam. Aus dem waberndem Nebelfeld bildeten sich abartige Fratzen, glotzende Augen und herausgreifende Klauen, die nach den Verteidigern zu schnappen schienen! Die Arbaletten-Schützen hinter ihren Mauern schrien und begannen ihre Positionen zu verlassen, bis der Feidewalder-Burghauptmann, Bendrich von Quintian-Quandt, sie wieder auf ihre Posten brüllte. Doch auch die eigenen Truppen in der Unterburg begannen einige Schritt zurück zu treten im Angesicht dieses Geisternebels. Der Zauber schadete der Moral aller Truppen auf dem Schlachtfeld, nicht nur dem Feind! Hauptmann Ungolf befahl Telor diese Schwarze Magie augenblicklich einzustellen. Und auch schon die eigenen Männer riefen: „SCHWARZE MAGIE!“ Telor, der offenbar nicht mehr länger warten wollte wischte mit einer Handbewegung den magischen Nebel hinfort und beschwor einen neuen, diesmal ohne Fratzen, Augen und Krallen direkt auf der Brücke und demonstrierte so erneut seine Macht, die er offenbar beliebig formen und hervorrufen konnte.
Reichsbaron Rogar vom Blute zu Zweimühlen trat vor seine Truppen und hielt mit donnernder Stimme eine Ansprache, nachdem der Weg über die Brücke durch Telors Magie gegen gezielten Feindbeschuss gesichert war: „Streiter des Reiches, heute werden wir etwas beenden, was schon viel zu lange angedauert hat. Heute werden wir die Fehde um Hartsteen beenden! Seht ihr die Brücke dort? Dahinter liegt eure Unsterblichkeit! HOLT SIE EUCH! FÜR DIE KAISERIN!“
Waffen wurden nun in immer schnellerem Tempo auf Schilde und Panzer geschlagen, so dass es im Burghof nur so hallte, während die Kämpfer ihrem Heerführer zujubelten. Rogar hatte ihre Moral mehr als gestärkt. Er war der im wahrsten Sinne des Wortes der größte und auch offizielle Streiter des Reiches!
Alrike stürmte nun mit ihren Waffenknechten, die nun kein Halten mehr kannten, durch den dichten Nebel auf die steinerne Brücke über die Schlucht Richtung viertem Torhaus. Die Hartsteener Söldner folgten ihr mit den Sturmleitern auf dem Fuß…
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 17.01.2013 11:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Luckynumber666 » 19.01.2013 22:20

Auszug aus dem Protokoll der Befehlsausgabe vor dem Sturm auf den Inneren Ring der Feste Feidewald:

Baron Rogar von Zweimühlen:
Hauptmann Ferdoker nachdem der Schlachtplan dank euch nun steht , erstattet Berichtet über den Zustand unserer Truppen.
Hptm Ferdoker :
Jawohl Herr Baron, ich melde eure Männer sind motiviert und bereit für den entscheidenen Angriff. Für den Sturm stehen uns folgende Truppen zur Verfügung:

- Ein Banner Schwere Hellebardiere der Greifengarde unter meinem Kommando
- Ein Banner Schwere Bihandkämpfer der Löwengarde unter der Führung von Rhulana von Kurkum
- Ein Söldnerbanner Hartstenner leichte Infanterie angeführt von Bahot Grimm
- Eine Halbschwadron Schwere Lanzenreiter gestellt durch Lord Danos und seine Pfortenritter
- Das Halbbanner Waffenknechte der Pfortenritter befehligt von Alrike von Zweimühlen von Ochsenwacht
- Euer Dutzend Trollzacker Barbaren

Der Aufenthaltsort Harrads von Winterkalt ist derzeit unklar...

In der Reserve befinden sich ein Banner Gräfliche Soldaten sowie eine verminderte Schwadron Schwere Reiterei die direkt Graf von Luidor von Hartsteen unterstehen, Welche wie bisher die befestigten Stellungen der beiden Onager und ihrer Besatzung der Garether Maulwürfe verteidigen.

In der Etappe des befestigten Kronbrunn befinden sich jeweils ein Banner Schwere Infanterie der Greifen- und Löwengarde die nach dem Angriff auf das erste Torhaus aber nicht einsatzbereit sind. Kronbrunn wirde gegenwertig von der Landwehr und den Waffentreuen verteidigt unterstützt von den nicht verseherten Soldaten der schon genannten Löwen- bzw. Greifengarde.
Zuletzt geändert von Luckynumber666 am 19.01.2013 23:54, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Dark-Chummer » 20.01.2013 20:21

Mauersturm

Zu spät sah Ritterin Alrike durch den dichten magischen Nebel, dass die steinerne Brücke offenbar durch eines der Onager-Geschosse beschädigt worden war. Der Übergang war dadurch an einer Stelle nur noch eingeschränkt passierbar. Sie gab zwar noch den Befehl zum Anhalten, aber ihre Stimme war nicht laut genug, um von allen Waffenknechten im Laufschritt gehört zu werden. Drei Waffenknechte stürzten kurz darauf durch das klaffende Loch in die Tiefe Schlucht unter ihnen, wo ihre Körper zerschellten! Dann endlich konnte Alrike die Männer bremsen und mit langsamerem Schritt die Schadstelle seitlich passieren. Geistesgegenwärtig schickte sie einen Melder nach hinten um Hauptmann Ferdoker und nachrückenden Truppenteilen davon zu unterrichten. Bolzen und Arbaletten-Geschosse von schräg oben schossen ungezielt durch den Nebel und schlugen nur vereinzelt in ihrem Trupp ein. Die junge Ritterin von Zweimühlen befahl den Waffenknechten der Pfortenritter, die hohen Setzschilde zu beiden Seiten der Brücke aufzustellen, so dass zumindest die Flanken geschützt waren. Doch im Nebel, in dem man kaum die Hand vor Augen sehen konnte, war das leichter befohlen als ausgeführt. Viele ihrer Männer wussten nicht, wo schon Schussbarrikaden standen, oder wie weit das Torhaus noch entfernt war. So entstanden immer wieder Lücken in den Flanken, oder Setzschilde wurden zu Hindernissen für die eigenen Truppen. Telors Nebel schadete Feind als auch Freund. Von hinten drängten nun auch noch Rhulanas Löwengardisten hinzu. Die Amazone, die das Loch in der schwer beschädigten Brücke ebenfalls erkannte, ließ einige Sturmleitern darüber legen, so dass man bei einem Fehltritt nicht direkt in die Tiefe stürzte. In all dem Chaos, den der Nebel verursacht hatte, trat nun dessen Hervorrufer zusammen mit drei Schildträgern nach vorne durch die Massen. Die Schildträger deckten den weißblonden Zauberer neben den Setzschilden zusätzlich vor feindlichem Beschuss, bis er direkt vor dem vierten Torhaus stand, während weiter unkoordinierte Geschosse hinter ihm in die angreifenden Truppen einschlugen. Telor drückte den Schildträger vor sich zur Seite und sprach die Aktivierungsworte: „STAB ZU HAMMER DES MAGUS!“ Dann schmetterte dieser das eherne Ende seines Zauberstabes gegen das große Tor. Holz barst und splitterte in alle Richtungen. Der machtvolle Zauberer hatte mit nur einem einzigen Schlag seines Stabes eine Manngroße Öffnung in das Tor geschlagen und blickte nun in den dahinter liegenden Burghof, auf dem die gegnerischen Lazarettzelte standen - aber keine Feinde. Mutig verharrte er noch einen weiteren Augenblick in der Bresche und trat erst dann zur Seite, um die Truppen hinter ihm durchzulassen. Hauptmann Ferdoker befahl zuerst den Waffenknechten mit ihren verstärkten Holzschilden, den nächsten Burghof zu stürmen und dort einen Schildwall in Linie aufzubauen, was aufgrund der abwesenden Feinde auch problemlos gelang. Dann befahl der Reichsoffizier der Fußkämpfer der Löwengarde mit Rhulana das vierte Torhaus zu besetzen. Von der seitlichen Mauer und vom fünften Torhaus aus hatten die Verteidiger nun freies Schussfeld, da der zweite Burghof noch Nebelfrei war. Und kurz darauf schlugen auch schon die Geschosse in die schwer gepanzerte Löwengarde und die mit Schilden bewehrten Waffenknechte. Ungolf Ferdoker befahl der Greifengarde, die nun auch in Formation den Hof betraten, die nahe gelegenen Gebäude zu stürmen und zu besetzen, und anschließend dort vor Beschuss in Deckung zu gehen. Telor zauberte nun aus der Deckung des vierten Torhauses einen weiteren Nebel, der sich aber nur unmittelbar vor und auf dem Wehrgang manifestierte, so dass nun auch hier den gegnerischen Schützen die Sicht genommen wurde. Nun rückten ihre restlichen Truppen in den Burghof vor und suchten Deckung vor dem anhaltenden aber nun ungenauen Beschuss von rechts oben. Telor war für die Verteidiger von Burg Feidewald ein militärisches Desaster und brachte deren Burghauptmann sicherlich zur Verzweiflung. Im erneuten Schutze des Nebels näherten sich nun die Hartsteener mit ihren Sturmleitern. Sie waren bereit zum Sturm auf die Mauerkrone, wurden aber von Hauptmann Ferdoker und Bashot Grim noch zurückgehalten. „HARTSTEENER HALT, NOCH NICHT!“ Dann trat Telor erneut in Zauberreichweite, sprach die Formel: „Aeolitus Windgebraus – Wehe Staub und Rauch hinaus!“ und blies durch die zu einem Trichter geformte Hand. Der nun beschworene Windstoß hielten so lange an, wie Telor blasen konnte, doch die Mauerkronen gaben den Verteidigern zu viel Deckung vor dem Sturm, als dass dieser sie von den Füßen reißen konnte. Als Antwort feuerten sie eine weitere Geschoss-Salve in die Angreifer, die nicht alle Deckung fanden. Telor brach den Zauber ab und versuchte es erneut, während die Hartsteener nach Ferdokers Befehl „LEITERN AN DEN WALL!“ diese gegen die Mauern warfen. Der Zauberer brüllte nun seinen zweiten Zauberversuch mit veränderter Formel: „AEOLITUS WINDGEBRAUS – KRAFT ENTWURZLE BAUM UND HAUS!“ Die nun erneut anhaltenden Winde wurden zu einem stärkeren Sturm, der die komplette Mauerkrone erfasste und dort oben wütete und tobte. Der Umweltmagier zwang mehr und mehr zerstörerische Energien in seinen Zauber, bis dieser nach einem dritten Versuch die Verteidiger endlich von den Beinen riss und zu Boden drückte. Nur die Mauerkrone hinter ihnen verhinderte wohl, dass sie in den tiefen Rundgang geweht wurden, der die Oberburg umgab. Auf Befehl des Waffenmeisters des Blutes: „STÜRMT DIE MAUER – JETZT!“, erklommen nun die Hartsteener die Leitern mit nach oben gereckten Schilden, während die Verteidiger immer noch daniederlagen! Kurz bevor die Söldner die Kauerkrone erreicht hatten, unterbrach Telor von Randolphsforst seinen Zauber und ein wahrer Sturm aus Leibern ergoss sich kurz darauf auf die Verteidiger, die gerade erst wieder aufgestanden waren. Die Hartsteener hielten im Herbstlichen abflauenden Windgebraus fürchterliche Ernte. Besonders die blonde Nordfrau mit dem Firunsbären-Fellumhang, die Reichsbaron Rogar zuvor schon aufgefallen war, metzelte sich mit ihrer Barbarenstreitaxt regelrecht durch die Arbaletten-Schützen, die diese mit ihren Dolchen nicht parieren konnten und ihr genau wie den anderen im Nahkampf nichts entgegenzusetzen hatten. Aber auch die Handvoll Orken unter den Söldnern taten sich abermals hervor und warfen sogar einige der Verteidiger auf der anderen Seite vom Wall. Die Waffenknechte der Pfortenritter kletterten nun nach und begannen sich unter die Kämpfenden entlang der Mauer zu mischen. Bashot ‚Der im Zorn Rasende‘ Grim, der sich ebenfalls unter den Hartsteenern befand erblickte nun mit Graus, ein weiteres Festungsgeschütz in schon bekannter Form einer Hornisse, die nun ihr tödliches Feuer eröffnete. Doch was war das? Kaum hatte das Geschütz seine Geschosse in schneller Reihenfolge in die Angreifer gefeuert, hatte die hochmechanische Konstruktion eine für die Verteidiger katastrophale Ladehemmung (Richtschützen-Patzer)! Bashot musste diesen Glücksfall nutzen, und erblickte einen Übergang von der Außenmauer, zur inneren und letzten Mauer: „HARTSTEENER! ÜBER DIE VERBINDUNGSMAUER! HACKT EUCH EUREN WEG IN DIE OBERBURG!“ Doch die Verteidiger hatten genau das voraus gesehen. Burghauptmann Bendrich Quintian-Quandt sandte ein ganzes Halbbanner Gräfliche Soldaten gegen die Hartsteener, die nun auf dem engen, beidseitig bewehrten Wall ihre Überzahl nicht ausnutzen konnten. Zweihändig geführte gräfliche Waffen fraßen sich in die Söldlinge die mit voller Wucht in luftiger Höhe in die Verteidiger krachten! Hellebarden barsten, Warunker Hämmer zerschmetterten Schädel und beiderseits des Verbindungswalls stürzten Angreifer wie Verteidiger in die Tiefe, während Nostrianische Armbruster vom letzten Wall aus in die Angreifer schossen! Bashot Grim stand mit nach oben gereckten Andergaster von seinen eigenen Männern eingekeilt und fand keinen Platz zum Kämpfen. Die letzten Arbaletten-Schützen-Söldner aus dem Horasreich wurden von den Waffenknechten der Pfortenritter über die fordere Mauer gejagt, während die Moral der Hartsteener an vorderster Front begann einzubrechen. Die gegnerischen Gräflichen Soldaten waren einfach zu Standhaft und zu schwer gepanzert. Dann wandten sich schon die ersten ängstlich um und machten Anstalten zur Flucht. Bashot Grim brüllte seine Männer halb taub: „HUNDE DES KRIEGES WOLLT IHR EWIG LEBEN?!“ Der Kampfgeist ihres im Zorn rasenden Truppführers machte den Hartsteeners Mut, so dass diese sich wieder in den Feind warfen! Die Orken, die zusammen mit der Nordfrau eine unüberwindbare Kampfgruppe bildeten hielten stand. Die Doppelaxt der gewaltigen Frau schlug schreckliche Schneisen in Stahl, Fleisch und Knochen, während die Schwarzpelze sie deckten, so als hatten sie schon unzählige Kämpfe zusammen bestritten. Sie ließen die Feinde den Namen der in Stahl und Kette gepanzerten Fjarningerin wissen und brüllten ihren Namen: „EYRÚN BLUTAXT!“ Das Blut lief in Strömen links und rechts des Walls an der Mauer hinab. Dann konnte Bashot hinter sich seinen Heerführer, den Reichsbaron Rogar vom Blute höchst selbst erblicken, der gefolgt von Telor mit seinen Dutzend verbliebenen Trollzackern nun in die Schlacht eingriff! Unter stetigem Bolzenfeuer trat der hünenhafte zweischrittfünfundzwanzig große Rochshaz, gefolgt von seinen Barbaren und Telor, zum rechterhand gelegenen letzten Torhaus. Sein Zauberer suchte sich einen festen Stand, hob langsam beschwörend die Arme und sprach die Formel: „Nihilatio Gravitas – Der Schwere Fessel von dir laß!“ Telor erschuf so eine unsichtbare zylinderförmige Zone der Schwerelosigkeit und bedeutete Rogar und seinen Trollzackern diese zu betreten. Mutig und auf die Magie des Hofmagiers vertrauend, betraten sie den schwerelosen Bereich und verspürten sofort ein stetiges Gefühl des Fallens. Aber dennoch schwebten sie zu der nun wieder feuernden Hornisse hinauf. Die fünf leichtgepanzerten und für einen Nahkampf nicht richtig Bewaffneten wussten gar nicht, wie ihnen geschah, als der Sieger des Großen Donnersturmrennens samt Gefolge plötzlich vor ihnen stand. Die Richtschützen streckten sofort die Waffen und ergaben sich, wodurch nun auch das letzte Torhaus in der Hand der Angreifer war. Hauptmann Ferdoker, blickte nun zu Graf Danos und seinen abgesessenen Rittern und befahl deren Einsatz: „PFORTENRITTER AN DEN WALL! AUF ZUM MAUERSTURM!“ Der König der Ritter erkannte dass er den oben kämpfenden Truppen zu Hilfe eilen musste, und erkletterte mit seinen vollendeten Rittern die Sturmleitern, während die Schlacht oben weiter tobte. Gleichzeitig musste Bashot erkennen, dass er die Hartsteener nun zurückfallen lassen musste, da sich viele der Söldner erneut zur Flucht wandten. Die nachrückenden Pfortenritter in Halbbannerstärke nahmen nun deren Platz ein, und auch die Orken und die Fjarningerin gehorchten, nachdem diese den Befehl des Trollzackers vernommen hatten. Die nicht minder heldenhaften Pfortenritter kämpften sich nun Schritt für Schritt in die Gräflichen Soldaten von Geismar II., während die Greifengarde nun ebenfalls auf die Mauerkrone kletterte. Graf Danos von Luring kämpfte vorbildlich ganz vorne, während der große Ritter Reto von Luring-Mersingen, neben ihm fast teilnahmslos einen Soldaten nach dem anderen tötete. Ritterin Emer Alara von Rallerspfort, war dagegen trotz ihres Topfhelmes, der ihre rote Lockenpracht verbarg, an ihrem lauten Lachen genau zu erkennen. Auch die zierliche Erlgard Gragelsfort kämpfte mit Bannschwert und Stab im Zentrum der Ritter und beschwor einen magischen Schutz. Nun begannen die Geismars Soldaten zu schwanken, und als sie den Barbarenprinz auf dem sechsten Torhaus neben der eingenommenen Hornisse sahen, flohen sie Hals über Kopf von der Mauer in den dritten und letzten Innenhof. Die Pfortenritter setzten den Gräflichen Soldaten nicht nach und schlugen auch keinem der Flüchtenden in den Rücken. Unter Danos Befehl stapften die schweren Ritter nun auf die Nostrianischen Armbruster zu, die von der letzten Mauer aus ein gutes Schussfeld auf den Verbindungswall hatten. Aber die Söldner fern von ihrer Heimat hatten den adligen Streitern nichts entgegenzusetzen, so dass auch diese kurz darauf vom Wall flüchteten. Hauptmann Ferdoker befahl nun einen Trupp nach dem anderen in den Innenhof der Oberburg, wo etwa vier Dutzend Verteidiger eingekesselt waren. Diese streckten nun auch dieser ausweglosen Situation vor dem riesenhaften Heerführer ihre Zweihandwaffen und Armbrüste. Reichsbaron Rogar wandte sich zu seinen Männern: „FEIDEWALD IST GEFALLEN – DIE BURG IST UNSER!“ Die Angreifer jubelten und reckten ihre Klingen triumphierend in die Höhe und schrien: „FÜR DIE KAISERIN!“ Auch Oberst Alrik von Blautann und vom Berg betrat nun die Oberburg: „NUN LASST UNS DIE RATTEN AUS DEM GEMÄUER TREIBEN IHR TAPFEREN!“ Der Oberst schnappte sich ein Dutzend Greifengardisten und machte sich daran, den Palas und den Höflingsflügel zu durchkämmen, während er Baron Rogar den Bergfried und den Gästetrakt zuwies.

Ins Innere der Burg

Rogar scharte seine Helden Telor, Ungolf, Bashot, Rhulana, Alrike und die Fjarningerin Eyrún Blutaxt um sich, die sich unter den Hartsteener-Söldnern besonders hervor getan hatte. Dann betraten sie das Innere der Burg. Sein Waffenknecht des Blutes, Ungolf Ferdoker ging mit seinem großen Schild voran. Kurz darauf trafen sie schon auf den ersten Verteidiger, der mitten in einem Türrahmen stand und diesen verteidigte. Rogar stürmte mit seinem Zweihänder nach vorn und trat den Soldaten wie eine kleine Puppe mit einem mächtigen Tritt in den Gang dahinter, so dass seine Gefolgsleute die Korridore betreten konnten, wo diese in drei Richtungen ausschwärmten. Am Ende des Linken Ganges flüchtete ein weiterer Gegner durch eine Tür in den südlichen Teil des Gebäudes. Nachdem das Gemäuer in der unmittelbaren Umgebung Feindfrei gekämpft war, sammelte Rogar wieder seine Getreuen und folgte dem eben gesehenen Feind durch die Tür.
Dahinter sahen sie einen großen Treppenaufgang, der wohl in das Stockwerk darüber führte. In der Mitte der Treppe stand der geflüchtete Arbaletten-Söldner und der Fuß der Treppe wurde von zwei der letzten Gräflichen Soldaten verteidigt. Der Schütze zielte auf Telor, der sich jedoch gerade noch schnell genug zurück in den Gang retten konnte, und so dem Geschoss auswich. Die Helden von Zweimühlen stürmten vor und kämpften in deutlicher Übermacht, die letzten Gräflichen Soldaten von Geismar II. nieder. Die Treppe war nun frei. Rogar befahl Telor, dessen Zauberkraft eh fast am Ende war, und Alrike die Treppe zu sichern, während er selbst mit Ungolf, Bashot, Rhulana und Eyrún das obere Stockwerk und den Großen Saal betrat.

Endkampf im Großen Saal

Hier sollte nun der letzte Kampf stattfinden. Die Helden von Zweimühlen gegen Graf Geismar II. von Quintian-Quandt und seine letzten verbliebenen Getreuen. Die fünf Streiter standen insgesamt sechs Adligen gegenüber. Griseldis von Quintian-Quandt, eine Ritterin Anfang dreißig mit braunem Pagenschnitt und drahtiger Erscheinung, kannten sie bereits aus Hartsteen, wo sie als Geismars Unterhändlerin fungiert hatte. Sie trug Garether Platte und Topfhelm, den sie aufsetzte, nachdem sie Baron Rogar selbst herausgefordert hatte. Ihr Langschwert schlug sie hart gegen die Vorderseite ihres Großschildes, das natürlich das geteilte Wappen ihres Hauses zeigte. Oben auf Weiß ein rotes, fünfspeichiges Wagenrad und unten auf Blau eine weiße Sackwaage mit Schale und Reitgewicht. Dann trat sie auf den riesigen Rochshaz zu: „Ich habe das Mythraelsfeld überlebt – ich werde auch diese Schlacht überleben. Macht euch auf euren Tod gefasst!“
Bendrich von Quintian-Quandt zu Kronbrunn, der einäugige, alte Burghauptmann und Landvogt zu Feidewald, hatte ihnen schon in der Unterburg gegenüber gestanden und auch die Verteidiger auf den Wällen der Oberburg kommandiert. Auch er, der Graf Geismar häufig vertrat, war in Garether und Topfhelm gepanzert. Zielstrebig trat er mit seiner Ogerschelle und Großschild mit dem Feidewalder Wappen, dem Schildwaffenmeister Hauptmann Ferdoker entgegen, dessen Schildvorteil er mit seiner Kettenwaffe negieren konnte: „Wenn ihr Feidewald zu Fall bringen wollt, werdet ihr spätestens an mir scheitern, Hauptmann!“ wobei er das letzte Wort besonders abfällig ausspie. „Ihr konntet nur mit Hilfe eures Abtrünnigen Zauberers bis in die Oberburg gelangen. Ihr hingegen habt NICHTS geleistet, außer einer Übermacht den Angriff zu befehlen.“ Nun brachte er die Ogerschelle mit ihren zwei gefährlichen Stahlkugeln über seinem Kopf in Rotation. „Erst werde ich euch töten, und dann euren verfluchten Magier!“
Boronian von Quintian-Quandt, ein rauer Edler Mitte dreißig auf Feidewald hatte sich schon immer als Günstling an der Seite des Grafen und an dessen Hof aufgehalten. Er trat nur in einer Brigantina gepanzert und mit dem Schwert in der Hand auf Rhulana zu, die versuchte ihren Gegner abzuschätzen, der entweder ein Narr war, wenn er sich mit ihr anlegte, oder aber ein wirklich gefährlicher Gegner. „Ihr seid doch die Heldin von Drakensang? Schon immer wollte ich eine Amazone aufspießen! Wirklich kräftige Schenkel die ihr da habt.“ dabei machte er eindeutige ungehobelte Gesten mit seinem Schwert und seinen Hüften.
Hagen Korhardt von Schwingenfels, der Knappe von Geismar II. war noch keine zwanzig Sommer alt, und trug neben seinem langen Kettenhemd, ein Schwert und einen verstärkten Schild mit dem Wappen seines Hauses. Ein Silbernes Schwingenpaar auf blauen Grund. Für sein junges Alter viel zu mutig, trat er unerschüttert der hünenhaften viel größeren Eyrún Blutaxt gegenüber: „Euch wilden Barbaren werde ich meinen Schwertherrn nicht kampflos überlassen. Ich werde euch langsam und grausam töten und meinen Herrn und mein Haus stolz machen!“
Rapidora von Katterquell, die gerissene Raubritterin Anfang vierzig von Gut Eisenmuth war eine ehemalige Söldnerin, die von Geismar zur Ritterin geschlagen wurde, nachdem sie diesem den persönlichen Lehenseid geschworen hatte. Einige Tage zuvor hatte sie das Halbschwadron Raubritter in der Unterburg angeführt und unzählige Greifen- und Löwengardisten am 3. Tag der Schlacht zu Fall gebracht. Sie trug ein langes Kettenhemd unter leuchtend rotem Wappenrock und eine Kettenhaube. Das Wappen ihres Wappenrockes war so dermaßen mit Blut bespritzt, dass Bashot darauf nur noch ein silbernes Schwert auf roten Grund erkennen konnte, dass irgendetwas aufspießte. Mit ihrem schweren Warunker Hammer deutete die Bluthündin des Grafen streitsüchtig auf den Trollzacker Bashot Grim, nachdem sie von Geismar den Befehl zum Angriff auf diesen erhalten hatte: „Mein Hammer wird dich zerschmettern, und dann wische ich mit deinen Eingeweiden den Boden!“ Sie versuchte regelrecht den Jähzorn des Barbaren zu provozieren, um ihn zu unbedachtem Handeln zu verleiten, was ihr fast gelang.
Und schließlich der umstrittene Graf Geismar II. von Quintian-Quandt und Baron von Feidewald selbst, der hinter seinem letzten Gefolge regelrecht eingeigelt hatte. Seinem aufgeschwemmten roten Gesicht nach war er etwa Mitte vierzig und trug einen gewachsten Knebelbart. Seine bullige Gestalt war in einen Panzer gehüllt, der dem Wort ‚eingeigelt’ eine ganz neue Bedeutung verlieh, denn seine Rüstung war übersät mit Rüstungsstacheln und auch sein Vollhelm, den er nun aufsetzte war mit unzähligen Stacheln bewehrt. Auch sein Streitkolben und Großschild war mit Stacheln besetzt! Er hatte sein Gefolge taktisch klug positioniert und seinen Schergen so einen Initiativevorteil verschafft. Mit unter seinem Helm schallender Stimme brüllte er: „DER TOD“ und sein Gefolge antwortete: „IST KEINER MÜNZE FEIL!“
Dann prallten die Kämpfer aufeinander! Vier der sechs Gegner trugen große Schilde und fast alle waren schwerer gepanzert als die Helden von Zweimühlen. Aber diese hatten schon weit überlegenere Feinde und andere Schrecken niedergestreckt. Keine Magie würde diesen letzten Kampf um Feidewald beeinflussen. Nun scharfer Stahl, Mut und Kampfkunst beherrschte den Großen Saal in dem mehr als genug Platz war für alle Kämpfenden.
Rogar begegnete Griseldis mit einem Perricumer Block, der aber ihn selbst plötzlich in eine schlechtere Position brachte. Seine Gegnerin war eine wirklich Kampfstarke Ritterin, die ihn mit Finten und Wuchtschlagen attackierte, ohne dabei groß außer Atem zu kommen. Sein nächster Perricumer Block zeigte aber Wirkung. Und sein nächster Hieb mit dem Zweihandschwert verbeulte nicht nur deren Plattenpanzer, sondern beschädigte die starren Platten im Bauchbereich so sehr, dass sie die Beweglichkeit der Ritterin einschränkten. Blut lief aus ihrem Panzer, aber sie kämpfte unbeirrt weiter.
Ungolf hatte gegen Bendrich ganz eindeutig das Nachsehen, da dessen Ogerschelle immer wieder die Kante seines Schildes überschlug. Der Burghauptmann hatte ihn mit seiner Waffenkombination perfekt ausgestochen, so dass der Waffenknecht des Blutes auf Dauer hin keine Chance hatte. Ihm blieb nur zu hoffen, dass einer seiner Gefährten ihm so bald wie möglich gegen diesen Mann zu Hilfe kam. Kurz darauf traf ihn die Ogerschelle mit voller Wucht am Schaller, so dass er einige Schritte zurück taumelte. Ohne den Helm hätte der Schlag seinen Schädel zerschmettert. Ungolf blieb aber Kampffähig und hielt dem Burghauptmann weiter stand.
Rhulana schlug ihrem Edlen Gegner direkt bei Kampferöffnung für dessen Schmähung, den Rondrakamm ins ungepanzerte Gesicht, wobei ihr dessen Blut nur so entgegen spritzte. Die Amazone hatte ihn entstellt und gezeichnet, und schnell erkannt, dass der Edle Quintian-Quanter kein würdiger Gegner für sie war. Boronian sackte auf die Knie und hielt sich schreiend mit einer Hand das was von seinem Gesicht noch übrig war. Die kampferfahrene Löwin ließ ihn am Leben und schaute sich nach dem nächsten Gegner um.
Eyrún schlug mit ihrer Barbarenstreitaxt wie eine Bärin nach dem Knappen, der ihre Angriffe aber vorbildlich mit seinem Schild parierte. Aber auch die Fjarningerin wehrte dessen Schwertschläge mit dem Stil ihrer Grassodenerz-Doppelaxt ab, so dass niemand von beiden zunächst wirklich die Oberhand gewann. Dann aber traf die große Axt das rechte Bein des Jünglings und fraß sich durch die Kettenringe in den Muskel und riss eine tiefe Wunde.
Bashot und die Raubritterin schenkten sich nichts und trieben ihre schweren Waffen in ihre Leiber, was Rapidora aufgrund ihrer Kettenpanzerung aber besser wegstecken konnte. Die Raubritterin dürstete förmlich nach Blut - Ritterlichkeit war ihr fremd. Und Bashot hatte sich schon lange in seinen Kampfrausch gesteigert, in dem er seinen Andergaster todbringend um sich schwang!
Geismar selbst griff nun in den Kampf ein, und kam seinem Knappen zu Hilfe. Sein Stachelstreitkolben traf die Nordfrau in die Flanke, die sich nun zwei Gegnern gegenüber sah. Aber Rhulana kam der Söldnerin zu Hilfe und schlug nun ihrerseits auf den Grafen ein, der besser ausgerüstet als seine Fähigkeiten im Kampf war. Während Rogar immer noch mit Griseldis beschäftigt war, und Ungolf ein weiteres Mal schwer von Bendrichs Ogerschelle getroffen wurde, brachte die Amazone dem Oberhaupt des Hauses Quintian-Quandt eine Wunde im linken Bein und eine im rechten Arm bei. Geismar war viel mehr Krämer als Ritter, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis er unterliegen würde. Nun kam aber Boronian von Quintian-Quant wieder zu sich und griff mit blutendem Gesicht wieder in den Kampf ein. Eyrún bäumte sich auf und brachte ihre gewaltige Axt mit einem weiten vorgebeugten Seitwärtshieb durch die Verteidigung Hagens und hackte diesem zuerst in den linken Oberarm, wodurch sein Schild etwas nach unten sank, und dann am Schild vorbei durch die Kette in dessen Bauch. Die Innereinen ergossen sich dem Knappen auf seine eigenen Stiefel, der nun ungläubig zur Seite wegbrach. Bashot, der bereits zwei Treffer vom Hammer hatte einstecken müssen, holte nun zu einem mörderischen Alles-oder-Nichts-Manöver aus, und spaltete Rapidora, die bereits aus dem Rücken blutete, den Schädel und den halben Rumpf, so dass sich deren roter Wappenrock mit ihrem eigenen Blut vollzog. Klatschend sackte die Raubritterin im Großen Saal zusammen. Rhulana schlug jetzt Geismars Stachelgroßschild zur Seite und streckte den umstrittenen Grafen mit einem Treffer quer über dessen gepanzerter Brust nieder, wobei ihr Flamberg noch mehrere Rippen durchtrennte. Sein eigenes Blut atmend ging der Baron von Feidewald zu Boden und gurgelte schwer verletzt: „ABER BEI PRAIOS, ICH BIN DER GRAF!“
Bendrich sah auf seinem letzten Auge wie sein Burgherr bewusstlos zu Boden ging, und auch sonst nur noch Griseldis und Boronian kämpfte. Der kompetente Kämpfer erkannte, dass dies sein letzter Kampf werden würde. Er akzeptierte dieses Schicksal, aber einen, diesen Greifensoldaten-Hauptmann wollte er zumindest noch mitnehmen. Er wiederholte den ersten Teil ihres Wahlspruches: „Der Tod…!“ aber Griseldis hatte keine Luft mehr zum Atmen und Boronians Kiefer war durchtrennt – der zweite Teil blieb aus. Er brüllte erneut: „DER TOD…!“ und suchte dabei mit seinem schwarzen Auge durch den Schlitz seines Topfhelms ob vielleicht sonst noch wer auf seiner Seite lebte.
Bashot brüllte im Zorn rasend durch die Halle und hielt mit dem Edlen in Brigantina sein nächstes Blutgericht, dessen letzter Aufschrei nur kurz Bashots Gebrüll übertönte. Baron Rogar vom Blute zu Zweimühlen war im Zweikampf mit Griseldis immer noch unverletzt. Die Ritterin aber hatte schon drei Treffer einstecken müssen und ihr Schild war übersät mit Scharten. Sie war zwar die fähigste Kämpferin unter ihren Gegnern, aber der Kampf war nun mit nur noch zwei Mann so gut wie verloren, obwohl sie wie eine in die Enge getriebene Ratte kämpfte! Rogar parierte alle ihre Angriffe und rief: „Ergebt Euch und ihr werdet hier und heute nicht sterben!“ Eigentlich hatte er niemanden davon kommen lassen wollen, aber diese beiden hatten sich ihr Leben in seinen Augen erkämpft. Griseldis entgegnete: „Ich kämpfte mit vielen aus unserem Hause auf dem Mythraelsfeld, doch wo war das Haus Hartsteen? WO WAR DAS HAUS HARTSTEEN FÜR DAS IHR KÄMPFT?! Luidor ist ein Reichsverräter – er hat die Befehle der Kaiserin verweigert!“ Die Ritterin versuchte Herr ihrer kalten Rachsucht zu werden und senkte ihre Klinge. Bendrich, der nun von Ungolf, Bashot und Rhulana umzingelt war, und gar gegen diese dreifache Übermacht jeden Angriff der Helden von Zweimühlen mit seinem Schild parierte rief: „GRISELDIS, was tust du, kämpf weiter, kämpf für das Haus Quintian-Quandt!“ Aber die Ritterin senkte auch nun ihren Schild. Sie wollte überleben – um jeden Preis. Die Ratte findet immer einen Weg. Rogar hielt sie mit dem Zweihänder in Schach, während Bendrich verbittert weiter kämpfte. Sein Schild barst und eine Klinge nach der anderen fuhren in seinen Leib durch die Platte. Dann schloss der alte Burghauptmann auch sein letztes Auge und starb wie es sich für einen Adligen gehörte – im Kampf.
Eyrún Blutaxt, die in jenen Momenten aber von Rogar, Bashot und Ungolf nicht beachtet wurde, ging nur von Rhulana beobachtet zum bewusstlosen Graf Geismar, holte aus, und schlug diesem einfach den Kopf ab! Rogar und Griseldis blickten überrascht zu der gnadenlosen Fjarningerin. Rogars Halsmuskulatur und Adern schwollen an, und Sodbrennen breitete sich in seinem Magen aus: „WIESO HAB IHR DAS GETAN? Ich habe nicht befohlen dass ihr ihn töten sollt – er ist ein Hochadliger!“ Doch die Barbarin schnitt dem Leichnam die gräfliche Geldbörse von Waffengürtel, riss das Haupt aus dem Stachelhelm und entgegnete nur: „Ich bringe Luidor von Hartsteen den Kopf 'der Natter'!“ Dann verließ sie mit dem bluttriefenden Kopf in ihrer Linken die Große Halle. Der Barbarenprinz schüttelte nur den Kopf und plünderte dann selbst die Toten Adligen. In dem Moment weitete die entwaffnete Griseldis ihre Rachsucht auf ein halbes Dutzend weitere Personen aus…

Das Verließ

Festung Feidewald war gefallen, und mit ihr das Familienoberhaupt von Quintian-Quandt. Die Gefangenen Grafensoldaten und Söldner aus Almada und Nostria wurden entwaffnet, nur von den wenigen noch lebenden Raubrittern wurde keiner am Leben gelassen. Zu viel Leid hatten sie über die Grafschaft Hartsteen gebracht. Rogar dachte noch einmal an Griseldis Worte, denn er wusste, dass sie im Grunde Recht hatte. Aber er hatte keinen anderen Weg gesehen die Natterndorner-Fehde zu beenden. Oft gab es einfach keine richtige oder gute Lösung, sondern es war einfach wichtig überhaupt eine Entscheidung zu treffen, und die hatten sie getroffen. Sie die Helden von Zweimühlen hatten im wahrsten Sinne des Wortes entschieden wer Graf von Hartsteen wird, sie hatten da entschieden wo die Kaiserin selbst es nicht gewagt hatte eine Entscheidung zu fällen…
Ungolf hatte bei Bendrich von Quintian-Quandt neben Gold und Silber noch einen alten Schlüssel gefunden, und Eyrún bald darauf die dazugehörige Verließtür in den Tiefen des Bergfrieds. Sie öffneten die Falltür und leuchteten in einen feuchten modrigen Kellerraum in dem sich etwas bewegte und offenbar vor dem Licht der Fackel schützte.
Dort sahen sie in der Dunkelheit einen wahren Riesen von einem Mann, mit Pranken so groß wie Teller. Er hatte lange struppige, braune Haare und einen dichten Vollbart, sowie einen Stiernacken, eine Knollnase und tief in ihren Höhlen liegende Augen. Er war sogar noch unansehnlicher als Bashot und hässlich wie ein Troll. Sie befreiten den Gefangenen und führten ihn auf den Burghof der Oberburg, wo er sich offenbar verstört und ängstlich umschaute. Griseldis identifizierte ihn als Answarth von Quintian-Quant, der dreiundvierzig Jahre alte, dümmliche Bruder Geismars und theoretisch nun der nächste in der Erbfolge ihres Hauses, für den sich Graf Geismar geschämt hatte und deshalb seit Jahrzehnten in seinem Verlies weggesperrt hatte…
Zuletzt geändert von Dark-Chummer am 27.08.2014 23:14, insgesamt 1-mal geändert.
"Er ist voller Blut, warum ist er immer voller Blut?"

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Re: [MI] Wildermark-Spielberichte - "Mit Wehenden Bannern"

Beitrag von Maha Vairocana » 24.01.2013 01:29

Für die neugierigen Leser unter Euch wurde nun auch der Hintergrund und die Werte der neuen Fjaninger-Heldin Eyrún Blutaxt am Anfang der Spielberichte unter "Helden und Gefolgsleute des Barons von Zweimühlen" eingefügt.
"So warf ich deinen Kadaver von den blutgetränkten Klippen hinab in die schäumenden nachtblauen Wogen..."

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