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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Der Plot will es! Diskussionen und Anregungen zu offiziellen und inoffiziellen Abenteuern.
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erik
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von erik » 31.07.2017 14:16

Hallo :)

Achtung: Dieses Thema könnte Meisterinfos zu Von Eigenen Gnaden enthalten.

Ich suche im Folgenden nach Anregungen um ein paar Szenarien für die Helden auszugestalten, wie sie darauf stoßen könnten, dass in Ihrer Stadt geschmuggelt wird.

Hintergrundinformationen:
Ich leite derzeit die Wildermark-Kampagne in meiner Gruppe (Schwertgeselle, 2 Magier, adlige Großwildjägerin, Krieger). Die Helden sind Stadtherren von Zweimühlen seit nunmehr einem reichlichen halben Jahr. In meinem Zweimühlen gibt es einiges an Schmuggelei, da einige (nicht alle) Handelsherren eingesehen haben, dass die Preise in dieser Kriegsregion absurd hoch sind und sich die arme Bevölkerung die Waren nicht leisten kann. Das heißt die Motivation für den Schmuggel ist neben Profit auch die Versorgung der Bevölkerung mit dem Notwendigsten. Und ebenjenes wird auch geschmuggelt (Nahrungsmittel, Gewürze, Wachs, Schnaps, Wein, aber auch Schmuck, Edelmetalle, Plündergut, usw.).
Ich bin nirgendwo festgelegt, das heißt sollten Euch Einfälle kommen, die ein bestimmtes (bodenständiges) Schmuggelgut voraussetzen, dann bitte gern trotzdem zum Besten geben :)

Kurze Randdaten zur Stadt:
- 700-800 Einwohner
- kein Fluss
- äußerst marode Palisade, 3 Tore, einige Wachtürme
- Von Handelsherren, über Handwerker, Gardisten, Söldner bis hin zu Flüchtlingen sind fast alle Schichten in der Stadt vertreten

Mein Anliegen an Euch:
Ich bereite derzeit einige Szenarien vor, die die Stadtherren - meine Spielerhelden - auf kurz oder lang auf das Schmuggelgeschäft stoßen lassen. Dabei sollen die Szenarien nicht schreien "in Eurer Stadt wird geschmuggelt", sondern, wenn möglich, sollen sie den Eindruck erwecken einfach die Stadt etwas lebendiger zu gestalten - der gemeinsame Hintergrund der Szenarien muss nicht direkt ins Auge stechen.

Hier einige Beispiele, die ich bereits vorgesehen habe (bei denen auch gern Vorschläge zur Ausgestaltung angenommen werden):
- ein Streit zwischen 2 Gardisten: es könnte den Anschein machen, es ginge um eine Frau, tatsächlich ist der eine beteiligt am Schmuggel, der andere hat es bemerkt und möchte nun auch ein Stück vom Kuchen
- Ein Haus könnte abbrennen (zufällig, oder auch nicht): bei dem Haus handelte es sich um ein Lager, in der Brandruine können Spuren des Schmuggelguts zu finden sein, die vielleicht den Anschein erwecken einen Hinweis auf den Brandstifter zu erhalten
- ein Dieb mit den Taschen voller Schmuck wird gefasst: er hat es jedoch niemandem weggenommen, sondern wollte es gerade in die Stadt bringen; selbstverständlich werden sich trotzdem einige Städter melden, denen das Gefundene Diebesgut "gehört"
- Bei der Reparatur der Palisade gibt es einen Unfall, als ein Schmugglertunnel in die Stadt einstürzt (das ist zugegebenermaßen recht auffällig, auch wenn der Tunnel keine Benutzungsspuren aufweisen muss)

Ich bin schon gespannt, was von Eurer Seite an Input kommt! Ich stecke derzeit ein bisschen fest...
Danke vorab! :)

Druide Orlan
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von Druide Orlan » 31.07.2017 19:41

Da wird sich doch sicher was finden..

- Der Bäcker kann plötzlich Brot mit Rosinen anbieten. Das Brot ist zwar vergleichsweise teuer, aber überaus beliebt. Der Bäcker bietet es den Helden sogar mit breitem Grinsen an.
- Zwei vollkommen Betrunkene machen Ärger. Das ist voll allem verwunderlich, da entsprechend hochprozentiger Alkohol sehr teuer ist.
- Die Helden bekommen Geld in die Hand gedrückt, was für die Suppenküche eingeplant war, aber nun plötzlich nicht mehr gebraucht wird.
- Neue Türbeschläge (das traute Heim soll ja sicher sein) weisen unübliche Prägungen auf, die normalerweise auf dem Harnisch von Irrhalkengardisten gehören. Wo das Metall wohl herkommt?
- Ein Gut, das eigentlich im Überfluss vorhanden ist, wird plötzlich Mangelware, weil sich die Schmuggler damit bezahlen lassen.
- Ein Dieb wird überall gesucht. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Am Morgen taucht er schön eingeschnürt mit herausgerissener Zunge vor dem Haupthaus auf. Jetzt muss ja nicht mehr nach ihm gesucht werden, oder?
- Ein Dieb wird überall gesucht. Am Morgen taucht ein Taugenichts auf und gesteht alles, was man ihm vorwirft, und bittet um Gnade. Kurz darauf scheint er wie vom Erdboden verschluckt.

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Na'rat
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Beitrag von Na'rat » 31.07.2017 22:05

Ich sehe nicht was da geschmuggelt werden soll, es gibt ja keine Herrschaft die Zölle erhebt. Nur Raubmörder und Wegelagerer, die alles und jeden überfallen. Dieses alles und jeden ist, zusammen mit der selbst für aventurische Verhältnisse absurden Zerstückelung der Region, ja das Problem. Da kommt auch kein Schmuggler dran vorbei, klar mit den ersten vier Raubmördern kann man sich noch einigen - für absurdes Schutzgeld, der Fünfte sticht einen aber ab und lässt einen im Straßengraben liegen.

Bestimmte Sachen eignen sich obendrein nicht zum schmuggel, da sie nur in großen Mengen Gewinn abwerfen (wie Lebensmittel) oder vor Ort selbst hergestellt werden (Wachs, Bier, Schnaps) oder in einer Krisenregion keine Abnehmer finden (wie Gewürze oder Schmuck). Plündergut, was auch immer es in der Mark noch zu plündern gibt, wird man auch man besten außerhalb der Mark los.

Was sich hingegen wunderbar eignet und dem dämonischen Schwerpunkt der ,Kampagne' gerecht wird ist allerlei dämonischer Schweinkram.

Als nächstes sollte sich der wohlmeinende Kriegsherr mal die Frage stellen, warum geschmuggelt wird und wie man darauf reagiert. Wie Schmuggel bei knapp 300-400 Beteiligten geheim bleiben soll ist auch so eine Sache. Allein so ein Schugglertunnel ist wahnsinnig aufwändig.

erik
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von erik » 02.08.2017 09:56

Na'rat hat geschrieben:
31.07.2017 22:05
Ich sehe nicht was da geschmuggelt werden soll, es gibt ja keine Herrschaft die Zölle erhebt.
Die Helden sind genau diese Herrschaft und erheben Zölle auf den Handel in ihrer Stadt.
Na'rat hat geschrieben:
31.07.2017 22:05
Bestimmte Sachen eignen sich obendrein nicht zum schmuggel, da sie nur in großen Mengen Gewinn abwerfen (wie Lebensmittel) oder vor Ort selbst hergestellt werden (Wachs, Bier, Schnaps) oder in einer Krisenregion keine Abnehmer finden (wie Gewürze oder Schmuck). Plündergut, was auch immer es in der Mark noch zu plündern gibt, wird man auch man besten außerhalb der Mark los.
Die Schmuggler streben nicht die Gewinnmaximierung an, sondern die Sicherung ihres Gewerbes - würden sie mit den normalen Preisen (gemäß Angebot und Nachfrage) handeln, gäbe es zu wenige die sich das leisten könnten. Bevölkerung verhungert, Händler verlieren ihre Kunden...Daher gehört der Schmuggel zum Alltag, ist schon immer dagewesen - ich möchte meine Gruppe nur langsam mal darauf stoßen lassen um ihnen einfach noch einmal einen kleinen Eindruck dessen zu geben, was die Wildermark ausmacht. Dass man ohne den Schmuggel nicht überleben wird, usw.

@ Druide Orlan: Danke schonmal, da sind einige nette Ideen dabei :)

Leta
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von Leta » 02.08.2017 19:44

erik hat geschrieben:
02.08.2017 09:56
Die Schmuggler streben nicht die Gewinnmaximierung an, sondern die Sicherung ihres Gewerbes - würden sie mit den normalen Preisen (gemäß Angebot und Nachfrage) handeln, gäbe es zu wenige die sich das leisten könnten. Bevölkerung verhungert, Händler verlieren ihre Kunden...Daher gehört der Schmuggel zum Alltag, ist schon immer dagewesen -
Mein BWL ist schon eine Weile her aber mir erscheint hier ein Denkfehler vorzuliegen. Außer es sind wirklich enorme Zölle die die Helden verlangen.

erik
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Beitrag von erik » 02.08.2017 20:24

Leta hat geschrieben:
02.08.2017 19:44
erik hat geschrieben:
02.08.2017 09:56
Die Schmuggler streben nicht die Gewinnmaximierung an, sondern die Sicherung ihres Gewerbes - würden sie mit den normalen Preisen (gemäß Angebot und Nachfrage) handeln, gäbe es zu wenige die sich das leisten könnten. Bevölkerung verhungert, Händler verlieren ihre Kunden...Daher gehört der Schmuggel zum Alltag, ist schon immer dagewesen -
Mein BWL ist schon eine Weile her aber mir erscheint hier ein Denkfehler vorzuliegen. Außer es sind wirklich enorme Zölle die die Helden verlangen.
In einem Landstrich in dem es zu wenig Nahrung gibt, steigen die Preise für ebenjene. Durch den Schmuggel kann man die Preise wenigstens etwas drücken um den Armen auch zu ermöglich, dass sie ihre Bäuche ein wenig füllen.
Wo ist der Denkfehler? Kläre mich auf - ich hatte nie BWL ;)

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Na'rat
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Beitrag von Na'rat » 02.08.2017 20:42

Schmuggel gibt es, klar, aber eben nur mit Gütern die eine hohe Gewinnspanne haben und oder wo der Druck der Herrschaft wirklich groß ist. Klar sind aus der Ukranie geschmuggelte Zigaretten billiger, aber eben nur weil die Herrschaft legale Zigaretten so teuer macht und weil der Schmuggel richtig groß organisiert ist und alle Beteiligten vom Mittleren Management abwärts nach Strich und Faden ausgebeutet werden
.
Hier sollen offenkundig Steuern unterlaufen werden, wie und welche ruinösen Steuern erheben denn die Kriegsherren? Und wie halten die sich an der Macht, wenn es sich lohnt für ein paar Säcke Weizen einen Tunnel zu graben? Wie bereiten sich die Kriegsherren auf einen Hungeraufstand vor? Was tun sie dagegen, dass die paar Handwerker im Dorf einfach abwandern?

Viel interessanter könnte sein, wie kommt man an die von dir beschriebenen Güter in Mengen ran, dass man sie günstig an die eigene Bevölkerung abgeben kann oder mit diesen die Beziehung zu den Nachbarn verbessert.
Wir reden hier von einem größeren Dorf, in einem verheerten Landstrich, was soll da schon geschmuggelt werden und von wem und von woher?

Warum gibt es wenig Nahrung und woher kommt die Nahrung welche es doch gibt und warum erhebt die Herrschaft solche ruinösen Zölle auf die wenige Nahrung?
Ich glaube, du setzt hier den Mangel an einer Ware und deren Beschaffung grundsätzlich mit Schmuggel gleich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schmuggel

erik
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Beitrag von erik » 02.08.2017 21:06

Nun ja, es könnte Händler in der Stadt geben, denen das Schicksal der Stadt sehr am Herzen liegt. Andernorts machen sie ihre Gewinne, aber in Zweimühlen sind diese Gewinne deutlich reduziert, weil sie nicht die üblichen (zu hohen) Marktpreise verlangen. Ein Mittel um dies zu erreichen wäre der Schmuggel der Waren.

Die Herrschaften erheben normale Zölle, was man von anderen Kriegsfürsten aber nicht erwarten kann.

Wo die Waren herkommen? Von den Lieferanten von denen Großhändler nunmal ihre Waren beziehen...Ich weiß, ich könnte jetzt einen kompletten Schmugglerring planen und konzipieren mit Namen, Alter und Motivation sowie Familienverhältnissen der 300 Beteiligten, damit im Falle einer Bestrebung der Helden jemanden unter Druck zu setzen, auch alles stimmig und realistisch ist. Dieser Aufwand wird aber die Wichtigkeit dieses Projekts in meinen Augen nicht widerspiegeln.

Gehen wir in den folgenden Szenario-Überlegungen doch davon aus, dass bodenständiges Schmuggelgut mit moderaten Gewinnspannen in die Stadt geschmuggelt wird (keine Donaria, Drogen, Gifte, etc.) und, dass dieses auf einem Schwarzmarkt in einem abgedunkelten Kontor angeboten wird.

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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von Leta » 02.08.2017 21:27

Der Preis für Nahrungsmittel setzt sich aus Einkaufspreis plus Zoll und Gewinn für den Händler zusammen (stark vereinfacht). Beim Schmuggel hast du praktisch nur Einkaufspreis und Gefahrenzulage.
Der Zoll muss wirklich enorm hoch sein um den Unterschied zwischen "ausreichend für alle" und "Leute verhungern" auszumachen. Das ist einer der Gründe warum Grundnahrungsmittel weniger stark besteuert werden als Luxusgüter.

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Beitrag von Na'rat » 02.08.2017 21:31

erik hat geschrieben:
02.08.2017 21:06
Nun ja, es könnte Händler in der Stadt geben, denen das Schicksal der Stadt sehr am Herzen liegt. Andernorts machen sie ihre Gewinne, aber in Zweimühlen sind diese Gewinne deutlich reduziert, weil sie nicht die üblichen (zu hohen) Marktpreise verlangen.
Also damit ich es richtig verstehe, Lebensmittel sind teuer in Zweimühlen. Weil? Und warum hat die Herrschaft noch keine Maßnahmen ergriffen?
erik hat geschrieben:
02.08.2017 21:06
Wo die Waren herkommen? Von den Lieferanten von denen Großhändler nunmal ihre Waren beziehen...
Nicht wirklich, man kann in Aventurien nicht mal eben bei der Metro shoppen gehen. Zumal Händler in Zweimühlen eher eine handvoll kleiner Krämerläden sind, die ihrerseits von fahrenden Händlern - warum und wie auch immer die in der Mark überleben - beliefert werden. Nahrungsmittel verkaufen die Bauern aus der Umgebung selbst am Markttag.
Im Prinzip wird alles was die ,Stadt' braucht auch in der Stadt produziert, mal von Luxusgütern wie Waffen, feinen Stoffen, Papier, Glas usw. abgesehen. Die sind aber allgemein in der Mark rar gesät.
erik hat geschrieben:
02.08.2017 21:06
Gehen wir in den folgenden Szenario-Überlegungen doch davon aus, dass bodenständiges Schmuggelgut mit moderaten Gewinnspannen in die Stadt geschmuggelt wird (keine Donaria, Drogen, Gifte, etc.) und, dass dieses auf einem Schwarzmarkt in einem abgedunkelten Kontor angeboten wird.
Mal davon abgesehen, dass es bei 700 Einwohner der einzige Kontor sein sollte. Was sollen dass den für Schwarzmarktgüter sein? Schwarzmarktgüter sind ja nicht unbedingt selten nur wird da eben an Abgaben und staatlichen Kontrollen vorbei gewirtschaftet.

Teferi
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von Teferi » 03.08.2017 03:28

Also, warum Essen in der Wildermark teuer ist:
> Invasion der Verdammten:
--> Darpatien verliert ca 50 % seiner Landhalte ( nämlich: praktisch alles östlich des Todeswalls )
--> Flüchtlinge Fluten Darpatien

> nach der Invasion der Verdammten
--> den 50% verlorenen Ländereien zum Trotz hat Darpatien durch den massiven Flüchtlingsinflux wieder...
... dieselbe Bevölkerungszahl insgesamt, wie prä Invasion der Verdammten

auf diese demographische Bombe folgen:
Es folgen einige Hungerwinter und ein Jahrhundertwinter,
Alrik vom Blautann und Ugo "der blutige" von Mühlingen machen sich hier u.a. einen Ruf ( weil sie nämlich in der Goldenen Au (!) von allen Orten, also am Ort wo Milch und Honig fließen für Mittelreichische Verhältnisse Hungerrevolten niederreiten müssen ),

bevor das Land sich davon auch nur relevant erholen kann ( drei aufeinanderfolgende Hungerwinter lassen 3 weitere Jahre bis zum Jahr des Feuers ),
-> 1027 BF: Jahr des Feuers beginnt, Endloser Heerwurm unter -> RAHASTES <- marschiert durch. RAHASTES verheert die fruchtbaren Felder und ruiniert die Landwirtschaft überall entlang der Reichsstraße zwischen Todeswall und Wehrheim,
-> es folgt 1028 NOCH EIN Jahrhundertwinter

Im weiteren zerfällt die politische Lage nur weiter.

Die Gründe für explosive Nahrungsmittelpreise in der Mark liegen auf der Hand.

ein Szenario welches ich mit meiner Teamspeakrunde damals spielte war " Der Preis des Korns " aus der Anthalogie " Wahl der Waffen ", wo man einen Getreidehändler von Gareth nach Ebershag ( Hutt, Hartsteen ) eskortiert. Dies ( also: Einkaufen in den Kornkammern Garetiens ) und dann eskortieren nach Zweimühlen ist der einzige Weg zur Versorgung, insbesondere falls die Helden massiv Flüchtlinge aufnehmen.

.

Erik: "Schmuggel" ist halt ein unpassendes Szenario. Daran verdient niemand. Es ist: Versorgung.
Dass die ( vielleicht 10% ) Zoll in Zweimühlen ( und anderswo ) umgangen werden ist nur der kleinere Teil,

ich würde das Szenario so stricken:

> Die Helden hören wiederholt von überfallenen und ausgeraubten Getreidezügen in Garetien ( welche eigentlich nach Gareth gehen würden ),
> Parallel entspannt sich die Versorgungslage in Zweimühlen merklich
> Cordovan Weitzmann und Pervalia Hunegrtuch verstehen sich kurioserweise besser
Stellt sich heraus, dass Pervalia Hungertuch die Logistik und Phexische Seite ( Diebstahl von Plänen über Handelszüge und Herausinden von Routen, auskundschaften von Strecken welche an Zollstationen vorbeiführen und/oder Bestechung von Zöllnern ) organisiert, während Cordovan Weitzmann eine Handvoll Räuber angeheuert hat.

Klar, sie schmuggeln. Sie schmuggeln Getreide, dass sie vorher in Garetien haben klauen lassen.

Das bietet direkt Sprungbretter in den Hartsteener Plot aus Mit Wehenden Bannern, und/oder um mit Garether Handelshäusern die Versorgung Zweimühlens ( bspw via Szenario " Preis des Korns " aus " Wahl der Waffen " ) aufzuziehen und das ganze zu legalisieren.


LG

Teferi

erik
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Szenarien rund um das Schmuggeln (VeG Kampagne)

Beitrag von erik » 03.08.2017 11:42

@Teferi: Danke für die überragende Darstellung!

Die Idee das so aufzuziehen finde ich auch sehr gut. Ich werde mir "Der Preis des Korns" nochmal zu Gemüte führen.
Auf diese Weise kann ich den Helden ihre gefühlte blütenreine Weste ein bisschen beflecken, indem sie akzeptieren, dass auch sie nicht an solchen Mitteln vorbeikommen um ihre Bürger in diesem Landstrich zu versorgen.
Der Schwarzmarkt böte dann wahrscheinlich alljenes an, was bei den Überfällen auf die Wagenzüge so zusätzlich mit abfällt...

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Beitrag von Teferi » 04.08.2017 02:27

:) Cool.

Natürlich bietet das auch Konfliktpotential mit den Nachbarn:

Sobald Nahrungsmittelknappheit besteht macht es für lokale Machthaber und Barone nämlich Sinn, dass sie Ausfuhrzölle auf Nahrung und eine Stapelpflicht (also ein Vorkaufsrecht für sich) einführen, damit mehr Lebensmittel bei ihnen hängenbleiben und für die Lebensmittelhändler der Anreiz wirtschaftlich so aussieht, dass sie lieber dort verkaufen, anstatt nach Zweimühlen weiter zu reisen.

Insbesondere gilt das natürlich für die Zweimühlener Nachbarbaronien welche an Hartsteen/Garetien angrenzen, also unmittelbar Königsweber (u.a. Answin der Jüngere), Ochsenweide (Beergard v Rabenmund) und Grassing (versch. Kriegsfürsten / Ucurian von Rabenmund ).

Durch eines dieser drei Gebiete muss die Nahrung zwangsläufig geschmuggelt werden - was jene dann natürlich nicht gern sehen werden und zu diplomatischen Verwicklungen führen kann.

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Na'rat
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Beitrag von Na'rat » 05.08.2017 08:25

Was dann wieder einen funktionierenden Handel voraussetzt, ich bin der Meinung, dass sich das Großdorf Zweimühlen lokal versorgt. Nahrungsmittel nicht über die Zweimühlener Landstraße herbei geschafft werden, sondern von Bauern aus der Umgebung zum Markttag selbst angeboten werden.

Zumal die Infrastruktur für solchen regionalen oder gar überregionalen Handel auf Grund der Zustände in der Mark einfach nicht mehr vorhanden sein sollte. Wer kümmert sich denn um die Instandhaltung und Instandsetzung von Straßen und Brücken, wer knüpft die Mordbuben auf?
Hier könnte man ansetzen. Wie bekommt man die Straße wieder frei, wie räuchert man die Mordbuben entlang der Route aus und wie überzeugt man die Händler davon, dass es sich wieder lohnt. Wehrheim als Ausgangs- und Endpunkt ist ja auch nicht mehr.

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Beitrag von Andwari » 05.08.2017 10:15

@Grundnahrungsmittel
Nebendran ist Gareth, wo man als Getreidehändler viel gefahrloser hin liefern kann und die Leute Geld haben, um zu zahlen. Die Goldene Au exportiert mMn nicht Getreide nach Rommilys, Ferdok oder Eslamsgrund, sondern genau anders herum.

Wenn in Zweimühlen nicht mal der Getreideanbau mehr klappt, ja was denn noch? Die Mühlen kann man dann gleich mal abschalten. Selbst wenn nur 10% Grundnahrungsmittel bei 2000 Einwohnern der Baronie fehlen würden, wären das etwa 100 Wagenladungen je 500 Stein im Jahr - nur für Getreide. Das geht nicht an eine hochprofitable Bergbausiedlung, sondern in ein eigentlich landwirtschaftliches Gebiet, das eigentlich Überschüsse an Grundnahrungsmitteln erzeugen muss.

Was soll die Zweimühlener Bevölkerung denn als Handelsgüter im Gegenzug anbieten? Omas Silbergeschirr kann man nur einmal verkaufen. Die Helden haben vmtl. keinen Zugriff auf diese zu verhökernden Bestände, die starten eigentlich "pleite" weil sie vmtl. eine Schatulle mit viel Bargeld evtl. nutzen würden, statt "Stadtherr" zu sein als "Stadtkassendieb" aufzutreten. Eine Baronie mit 2000 nur ziemlich "karg" lebenden Einwohnern (35 Taler/Kopf*mtl.) macht trotzdem noch jährlich 84000 Dukaten "Bruttosozialprodukt" - wovon ein merklicher Prozentsatz in Richtung Herrschaft gehen kann.

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Beitrag von Na'rat » 05.08.2017 10:34

Und das Meiste in Form von Naturalien und oder Arbeitskraft zur Verfügung steht. Von der Geldwirtschaft sollte man sich in der Gegend vor einigen Jahren verabschiedet haben.

erik
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Beitrag von erik » 05.08.2017 16:15

@Na'rat & Andwari: Wenn ich Euch richtig verstehe, müsste Eurer Meinung nach die Wildermark binnen weniger Jahre ausgestorben sein.
Wie von Teferi beschrieben, gibt es zu wenige Bauern, zu schlechtes (weil verheertes und verseuchtes) Land um genug Nahrung anzubauen, usw. Also Überschuss an Grundnahrungsmitteln war mal, die Zeiten des "Kornspeichers des Reiches" sind lange her...
Handel triebe niemand, weil Gareth viel sicherer sei.
Bauern versorgen zunächst sich selbst, 4-5 Bauern braucht es um einen Stadtbewohner zu versorgen, dementsprechend stirbt das Handwerk in den Städten aus, weil es zu wenig Nahrung gibt und die Handwerker auf kurz oder lang sterben oder auswandern. Ergo sind auch die Bauern irgendwann nicht mehr arbeitsfähig, weil die Sense kaputt gegangen ist und nicht mehr ersetzt werden kann. Oder die Bauern sterben aus, weil die Mordbuben lieber plündern als nachhaltige Vorsorgungspläne aufzustellen.

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Beitrag von Na'rat » 05.08.2017 16:49

erik hat geschrieben:
05.08.2017 16:15
Wenn ich Euch richtig verstehe, müsste Eurer Meinung nach die Wildermark binnen weniger Jahre ausgestorben sein.
Nein, nur weitgehend auf die Subistenzwirtschaft zurückgeworfen. Alle die keine eigene Nahrung anbauen oder nicht unabdinglich für das Funktionieren der Gemeinschaft sind (z.B. spezialisierte Handwerker wie Schmiede) sind schon vor Jahren verhungert oder abgehauen. Da sind dann auch nicht mehr Kaufleute die wichtigen Männer, sondern eben Schmied, Müller, Weber und vielleicht noch Töpfer. Den Kaufleuten ist schon vor Jahren die Kundschaft abhanden gekommen, wahrscheinlich wurden sie aber irgendwann ermordet, als sie kein Geld mehr hatten, mit dem sie sich Schutz vor der Soldateska erkaufen konnten.

Nahrungsmittel und überhaupt praktisch alles kommt aus einem Umkreis von halben Tagesreise, genug um am Vormittag hin zu kommen sich in der Stadt mit Wahren einzudecken, die eigenen Produkte einzutauschen - dass letzte Geld hat eh schon der vorvorletzte Kriegsfürst geraubt - und wieder zurückzukommen zum heimatlichen Hof.
Für weitere Reisen ist es schlicht zu gefährlich oder auch mit schweren Lasten unmöglich, weil die sich niemand um die Brücke kümmert, die dass letzte Hochwasser weggespült hat.
erik hat geschrieben:
05.08.2017 16:15
Wie von Teferi beschrieben, gibt es zu wenige Bauern, zu schlechtes (weil verheertes und verseuchtes) Land um genug Nahrung anzubauen, usw. Also Überschuss an Grundnahrungsmitteln war mal, die Zeiten des "Kornspeichers des Reiches" sind lange her...
Und wer soll den Kram, der ja allein durch die gefährliche und schwierige Anreise teuer ist, bezahlen und womit? Mit ,Schmuggel' wird es nur noch teurer, da eine weitere Partei die Hand aufhält.
erik hat geschrieben:
05.08.2017 16:15
Bauern versorgen zunächst sich selbst, 4-5 Bauern braucht es um einen Stadtbewohner zu versorgen, dementsprechend stirbt das Handwerk in den Städten aus, weil es zu wenig Nahrung gibt und die Handwerker auf kurz oder lang sterben oder auswandern.
Passt doch. Sitzen im Umland von Zweimühlen eben entsprechend viele Bauern, welche die ,Stadt' auf niedrigem Niveau stabil halten. Aufwärts geht es nur wenn sich an den Zuständen in der Mark was grundsätzlich ändert.
erik hat geschrieben:
05.08.2017 16:15
Ergo sind auch die Bauern irgendwann nicht mehr arbeitsfähig, weil die Sense kaputt gegangen ist und nicht mehr ersetzt werden kann. Oder die Bauern sterben aus, weil die Mordbuben lieber plündern als nachhaltige Vorsorgungspläne aufzustellen.
Was ziemlich genau das Problem der Mark ist oder zumindest sein sollte. Den Leuten da geht es echt dreckig. Eine einzige Abwärtsspirale. Mit jedem angezündeten Gehöft, jeder verschleppten und oder zur todegefolterten Arbeitskraft geht es den Leuten noch ein Stück dreckiger. Weil es praktisch unmöglich ist diese Karre aus dem Dreck zu ziehen braucht es halt ,Helden'.
Da lassen sich halt auch nette Geschichten spinnen, wenn die gefürchteten Menschenjäger, die geplünderte und verlassene Gehöfte zurücklassen, sich als Arbeitskräftebeschaffungsmaßnahme des Nachbarbarons entpuppt. Der, im Gegensatz, zu den Zweimühlener Potentaten die seinen schützen kann. Oder wenn man sich halt mit dem Rotschwarzen gemein machen muss, damit der seinen Steinmetz rausrückt, der als einziger im Umkreis die Expertise hat XY wieder instand zusetzen? Oder wie wäre es stattdessen, die Orks als Schutztruppe anzuheuern, man muss ihnen nur die weiblichen Gefangenen überlassen? Wie entscheidet man sich am Genozid zwischen dem Ork- und dem Elfenstamm? Vor allem wenn die Elfen sonst einfach nur im Weg sind? Veranstaltete man lieber seinen eigenen Genozid an den Goblin?
Moralische Konflikte gibt es aus der Not geboren reichlich, da braucht man den Schmuggel nicht zu bedienen.

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