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Der Khômkrieg

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Der Khômkrieg

Beitrag von Mescalor » 03.05.2017 08:44

Hallo zusammen,

ich kenne den Ablauf des Khômkriegs - mal abgesehen von der Wiki-Chronik - nicht wirklich genau.

Einer meiner Spieler möchte nun einen Golgariten spielen, der während des Khômkriegs seine Kavallerieeinheit verloren hat und den deswegen seither Selbstzweifel und Alpträume plagen. Dadurch wurde der ehemalige Offizier zudem überhaupt erst zum Golgariten.

Nun hätte ich gerne ein kurzes Vorab-Abenteuer, welches diese Geschichte anspielt und erklärt.

Hat hier jemand vielleicht bereits Erfahrungen zum Khômkrieg und ein ähnlichs Szenario gespielt / erlebt?
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Gorbalad » 03.05.2017 08:59

Das Problem dabei ist erstmal, dass die [wiki]Golgariten[/wiki] 1014 BF gegründet wurden, der [wiki]Khômkrieg[/wiki] aber 1010 BF endet.

Das könnte man u.U. so lösen, dass er nach seinen Kriegserlebnissen die Nähe der Boronkirche gesucht hat, und so 1014 einer der ersten Golgariten wurde.

Wann wollt ihr denn ins Spiel einsteigen?

Ursprünglich wurden die Golgariten ja zur Bekämpfung der alanfanischen Boron-Ketzerei gegründet, das könnte zu einem Mittelreicher passen, der auf Novadi-Seite gekämpft hat.

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von BenjaminK » 03.05.2017 09:05

Wo kommt der Golgarit denn her? Die beteiligten Parteien waren doch eigentlich Kalifat (Novadi, Rastullah) gegen Al'Anfa (Boron, al'anfaner Ritus) und das Mittelreich hat quasi nur mit abstreitbaren Posten das Kalifat unterstützt, damit es keinen Zwist gibt mit dem al'anfanischen Graf von Perricum und der al'anfanischen Kaiserinmutter etc.

Wenn er eine Kavallerieeinheit verloren hat, müsste er also eigentlich dem al'anfaner Ritus verpflichtet sein, wodurch eine Karriere als Golgarit irgendwie komisch wirkt. Das würde für den SC doch bedeuten, dass er das verrät, woran er glaubt und einem Orden beitritt, der dazu gegründet wurde, seine Kumpels nieder zu machen - naja, zumindestens die, die er nicht im Khomkrieg verloren hat.

Das Mittelreich war mit nur einigen ausgewählten Offizieren vertreten, keinen ganzen Einheiten und hat bei der Organisation unterstützt und über Nahema dann mit einem Attentat. Nirgends ist dem Mittelreich eine Einheit Kavalleristen abhanden gekommen im Khomkrieg.

Dass ein Novadi von Rastullah zu Boron konvertiert, nachdem der prächtige Alleineine Rastullah die Rechtgläubigen mit dem Sieg beschenkte, finde ich noch abwegiger. Vor allem, wenn er eine Reiterscharf verloren hat, dann ja genau durch die borongläubigen Al'Anfaner. Da dann einem Orden des gleichen Gottes beizutreten, der aber gegen die Häretiker aufgestellt wird, erfordert irgendwie eine sehr tiefgehende Konvertierung.

Vielleicht bietet sich eine andere Herkunft bzw. ein anderer Krieg besser an? Kurz drauf verliert das Mittelreich Kavallerieeinheiten auf den Silkwiesen, nochmal auf den Silkwiesen, vor Greifenfurt, vor Orkenwall :)

Oder er schwenkt auf Rabengardisten zu Pferd um. Die haben sicherlich Kavalllerieeinheiten im Khomkrieg eingebüßt.

(Oder ihr legt für euch fest, dass das MR vielleicht doch eine offene Einheit entsendet hat, die dann die Farben der Novadi getragen haben oder so...)
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Mescalor » 03.05.2017 09:16

Danke für die schnellen Antworten :)

Vielleicht lieber doch ein wenig ausführlicher:

Der Held (adliger Offizier aus dem Hause Eberstamm-Mersingen) wird als Zweitheld für die G7-Kampagne erstellt bzw. ist bereits erstellt worden. Beginn der Spielzeit ist etwa 1019 BF. Spielen wird er neben einigen Szenarien und Nebenabenteuern vor allem die Aarenstein-Kampagne.
Der Khômkrieg und die Erlebnisse dort sind die Vorgeschichte des Helden, ebenso der spätere Werdegang zum Golgariten.

Der Held ist zusammen mit Leomar vom Berg und einigen anderen mittelreichischen Offizieren in den Khômkrieg gezogen worden (ist also erst irgendwann nach dem Efferd 1009 BF dabei). Die verlorene Kavallerie-Einheit sollte also sehr wahrscheinlich aus Novadis bestehen, wurde aber bisher noch nicht festgelegt.

Im Endeffekt möchte ich ein kleines Vorab-Abenteuer als Mail-AB zum Thema Heldenhintergrund ausspielen, dass den Verlust der Kavallerie-Einheit im Khômkrieg sowie die Selbstzweifel einführt / erklärt - und damit später den Weg ebnet, den Golgariten beizutreten.

P.S.: Die Answinkrise und den Orkensturm möchte ich ungern verwenden, da wir diese beiden Ereignisse mit den Haupthelden sehr ausführlich ausgespielt haben.
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 03.05.2017 09:46

Hallo Mescalor!

Ich wollte Dich eigentlich an Andwari verweisen, der eine super Ausarbeitung zu Khomkrieg erstellt hat (genaue Überlegung zu Truppenstärke, Fortbewegung etc. allerdings bei einen reskalierten Aventurien mit doppelter Ausdehnung und vierfacher Bevölkerung), aber das braucht es für das geplante Mail-Abenteuer wohl nicht.

Kurz habe ich auch überlegt, ob das Wunder am Szinto den Helden von Borons Macht überzeugt haben könnte, die Niederlage Al`Anfas im Khomkrieg ihn aber zu der Überzeugung bringt, das die Verweltlichung des Glaubens des Al´Anfa Ritus nicht im Sinne der Gottheit ist und Boron weitläufigere Pläne hat.

Passt aber auch nicht zum von Dir geschilderten Hintergrund, da das ja der Eröffnungsschlag des Khomkrieges war und Leomar und die ihn begleitenden Offiziere erst später auf ihre Geheimmission geschickt wurden.

Eine andere Idee, die vielleicht klappen könnte: Wie geplant, wird eine von Leomar mobilisierte "Novadieinheit" unter Führung des Helden (Hadmar hatte das in "Der Löwe und der Rabe" damals so beschrieben, dass sich Leomar und die Offiziere um "das große Ganze" also die Strategie gekümmert haben, die Novadis direkt in der Schlacht dann "ihr Ding" machen haben lassen, da sich die stolzen Wüstensöhne nicht in eine diszipliniertes Reitergarderegiment verwandeln lassen)aufgerieben, und der Held beginnt zu zweifeln. Doch dann findet er seine Bestimmung in einem Ereignis das am Rande des Khomkrieges statt fand und überhaupt erst zur Gründung der Golgariten geführt hat.

In "Wege der Götter" und auch schon älteren Quellen ist AFAIK beschrieben, dass es am Rande des Khomkrieges zu einem Kampf von Borongläubigen des Puniner und des Al`Anfaner Ritus um ein Boronheiligtum gekommen ist, was später zur Gründung der Golgariten auf der Puniner Seite geführt hat.

Ich habe keine Ahnung, ob dazu etwas genaueres ausgearbeitet ist, das irgendwie in Briefspiel oder in Redaktionsrunden ausgespielt wurde oder ob das einfach nachträglich so als Nebensatz in eine Spielhilfe reingeschrieben wurde.

Weiß hier jemand mehr?

Jeden Falls kann ich nicht dafür garantieren, dass dies nicht schon an anderer Stelle ausgearbeitet wurde oder wird. Aber ich als SL würde mir das für mein Aventurien und den Helden einfach unter den Nagel reißen und in meinem Sinne ausarbeiten.

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AngeliAter
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von AngeliAter » 03.05.2017 11:10

Im AB "Der Rabe und der Löwe" wird davon ausgegangen, das die Helden ohne Wissen von Leomar auf Seiten der Novadis anfangen und erst später Leomar zu seiner wichtigen Position aufsteigt (selbstverständlich ohne damit den Helden ins Gehege zu kommen).
Und das AB beginnt tatsächtlich mit der Eröffnungsschlacht am Szinto und die Helden sind als verwirrte Opfer (halt ohne Gedächnis) dabei. Von daher ist es sehr wohl möglich, das der Char von der Macht Boros beeindruckt wurde obwohl Leomar bei diesem Ereignis nicht dabei war.

Würde aber in der Vorgeschichte noch eine verdammt unschöne Szene einbauen, die meisten Golgariten haben ja einen Grund wieso sie dort gelandet sind und meist, um etwas zu vergessen.
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 03.05.2017 11:41

AngeliAter hat geschrieben: Und das AB beginnt tatsächtlich mit der Eröffnungsschlacht am Szinto und die Helden sind als verwirrte Opfer (halt ohne Gedächnis) dabei. Von daher ist es sehr wohl möglich, das der Char von der Macht Boros beeindruckt wurde obwohl Leomar bei diesem Ereignis nicht dabei war.
Hast Du vollkommen Recht, aber ich habe eben versucht, mich an die Vorgaben des Threaderstellers zu halten (=Held zieht mit Leomar in den Khomkrieg).

Das große Wunder bei der Schlacht wäre meiner Meinung nach auf jeden Fall ein einschneidendes Erlebnis: die Al `Anfaner, die unter den komplett orientierungslosen Novadis ein Gemetzel anrichten, und das als aller erster Eindruck eines "Neugeborenen".

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Mescalor » 03.05.2017 12:29

Danke für die Antworten.

Ich habe ja noch etwas Zeit und das AB "Der Löwe und der Rabe I" gibt es für 12 Euro noch zu kaufen.

Ich blättere das mal durch sobald ich es in den Händen halte, je nachdem streiche ich dann den Teil "gemeinsam mit Leomar vom Berg".
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Andwari » 03.05.2017 12:45

Die DSA-offizielle Haltung des MR ist hinreichend diffus und widersprüchlich beschrieben, so dass man daraus eine ausreichend große Bandbreite an Möglichkeiten machen kann:
Für Leomar heißt das, das zwischen
A) Deserteur, der mit seinen Kumpels in ein Abenteuer aufbricht, damit daheim jede Menge diplomatisches Porzellan zerschlägt und Abmachungen (MR-Al'Anfa) zunichte macht, aber von irgendeinem Zufall zum "Kriegshelden" hochgejubelt wird, weswegen man ihn zurückgekehrt nicht hinrichten kann.
B) Von KGIA usw. voll instruierter Agent des MR, der da einen Auftrag erfüllt.

Wenn die Helden trotz des Boronwunders auf Seiten der Novadis (Ungläubige, haben jeden Nachbarn in den letzten Generationen angegriffen) stehen sollen, ist das natürlich gerade für boron-gläubige Helden etwas kniffelig. Die ganze "Lawrence von Arabien" Nummer ist halt ohne MGs, Kanonen und Flugzeuge auch fragwürdig. Zitat: "Ihr wollt den 'Novadis' zeigen, wie man kämpft?" - die Filmantwort passt leider nicht, wie man Nachschubkarawanen überfällt, wissen die Novadis selbst.

Offiziell verlässt Leomar erst im Efferdmond 1009 BF das MR in Richtung Keft, d.h. da ist die Schlacht am Szinto schon über ein halbes Jahr her, Unau erobert, die Al'Anfaner über Tarfui nach Mherwed gezogen und belagern das schon seit Monaten - bzw. erobern es ziemlich zeitgleich zu Leomars Aufbruch. Auch Tar Honak hat sich noch nicht zum "Imperator" ausgerufen, etwas worüber z.B. der Kaiser Hal vergrätzt sein könnte.

Wie es Leomar schafft, in Keft als "wichtig" wahrgenommen zu werden, ist völlig unklar. Zwischen EFF 1009 und TRA 1009 ist nicht mal der künftige Kalif Mustafa dort, der erst Monate später seine Position festigen kann. Leomar kommt an, die dortigen Novadis (d.h. Stammessultane und die Mawdliyat) folgen ihm brav und das funktioniert ab der ersten Minute. mMn wenig Platz für Heldenhandeln neben dieser Figur.

Andere Möglichkeit, selbst für Nicht-Verbündete:
Natürlich sind beim Heer Al'Anfas als auch beim sich schnell auflösenden Hofstaat des Kalifen Abu Dhelrumumm auch Botschafter verschiedener Reiche - und die haben ggf. ihre Militärberater dabei, incl. Azubis. Ein jugendlicher "von Mersingen" passt mMn besser da hin als unter eine stinkende Kameldecke gekauert neben ein Schlammloch in der Wüste.

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Jeordam » 03.05.2017 14:56

Ich würde da sehr aufpassen. Der Khomkrieg ist ein Überbleibsel der Zeit, als Ork, Tatzelwurm und Riesenspinne noch jahrelang in einem einzigen Raum (ohne Klo) darauf gewartet haben, von mutigen Helden verdroschen zu werden.

Jedwede Unterstützung von Mittelreichern (bzw. allgemein Zwölfgöttergläubigen) für die Novadis ist ein Schwarzes Loch, was Logik angeht:
Die Novadis haben regelmäßig ihre Nachbarn mit Eroberungskriegen überzogen. Gerade in Almada haben viele Verwandte, Freunde und Besitztümer an sie verloren und der Gedanke der Reconquista ist sehr lebendig - Reconquista gegen die Novadis.
Al'Anfa ist zur Zeit der engste Verbündete des Mittelreichs. Zuzüglich Heiratspolitik und allem.
Der Kriegsanlass war der Überfall El Harkirs auf Al'Anfa - unter der novadischen Flagge segelnd und ohne Kriegserklärung. Dabei hat er Admiral Darion Paligan gefangengenommen und grausamst gefoltert. Den angeheirateten Neffen von Kaiser Hal bzw. Vetter von Kronprinz Brin. Das setzt Al'Anfa ins Recht, und bringt familiären Druck.
Desweiteren hat Al'Anfa eindeutig zwölfgöttliche Unterstützung - das Wunder vom Szinto spricht eine klare Sprache, auf einem Level wie die brennende Eiche vom Rhodenstein oder Praios Eingreifen bei Beilunk später. Sich dagegen zu stellen kratzt an Häresie. Für was? Die Wüstenketzer?

Vor jedweger Logik greift das Mittelreich entweder an der Seite Al'Anfas in den Krieg ein, oder bleibt zumindest wohlwollend neutral.
Diese Probleme müsstet ihr lösen.
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 03.05.2017 15:59

Wie schon an anderer Stelle ausführliche diskutiert (siehe: http://www.dsaforum.de/viewtopic.php?f= ... a#p1579402) sehe ich das nicht so eindeutig wie Jeordam.

Es stimmt: das eindeutige Eingreifen Borons gegen die Novadis ist schwer wegzudiskutieren und das sich im offiziellen Aventurien die Beschreibung des Wissens um die tatsächliche Existenz der Götter immer wieder mit irdischen Bildern der Kirche als weltlich-politische Kraft die sich weit vom Glauben entfernt beißt ist immer wieder ein Problem, bei manchen anderen alten Setzungen aber meiner Meinung nach weit problematischer als beim Khom-Krieg.

Wie im verlinkten Thread diskutiert sehe ich (aber wie man sieht, ist der Interpretationsspielraum groß) kein Bündnis zwischen Al`Anfa und dem Mittelreich durch die Heirat Hals mit Alara Paligans gegeben. Viel eher wurden meiner Meinung nach gegenseitige Interessensgebiete stillschweigend abgesteckt und akzeptiert. Von weiterreichenden Bündnissen ist jeden Falls in keiner mir bekannten Quelle etwas zu lesen.

Natürlich machen religiöse Gründe (Zwölfgötter VS Rastullah), familiäre Bindungen (Paligans am Kaiserhof und als Grafen von Perricum) und die Erfahrungen mit den Novadis seit Rastullahs Erscheinen ein direktes Eingreifen des Mittelreichs auf Seiten des Kalifats unmöglich.

Andererseits steht in Al `Anfa eine - aus mittelreichischer/puniner Sicht - ketzerische Auslegung Borons an erster Stelle der Zwölf. Insofern wäre eine Unterstützung Al`Anfas in Form eines Religionskrieg sowohl ein Affront gegen den Raben zu Punin wie auch gegen den Boten des Lichts in Gareth.

Machtpolitisch ist es für das Mittelreich wohl am interessantesten, wenn sich die Kalifat und Al`Anfa gegenseitig schwächen, sich am Status Quo aber nicht viel ändert.

Wenn das zu unplausibel wirkt haben wir da noch Kaiser Hal, der, der wichtigsten Berater mit politischen Weitblick und der nötigen Skrupellosigkeit entledigt, ja nie dafür bekannt war, ein großartiger Politker, Intrigant oder Feldherr zu sein und außerdem - nimmt man diverse Beschreibungen aus den Romanen und Spielhilfen her - nicht nur zum alten Bosparanischen Reich sondern auch zum tulamidisch/novadischen eine gewisse Affinität hat. Siehe z.B. seine Kamelspielpartien gegen den novadischen Gesandten mit echten Kamelen.

Überdies ist der aktuelle Kalif nicht gerade für erfolgreiche Expansionen bekannt und der letzte erfolgreiche Vorstoß auf mittelreichisches Gebiet war in der Kaiserlosen Zeit. Sicher nicht vergessen (vor allem in Almada) aber zur Zeit vor dem Khomkrieg scheint die maximal mögliche Ausdehnung des Kalifats nach Norden (und Westen) hin erreicht.

Als theoretische Bedrohung an der Südgrenze des abtrünnigen Araniens widerum ist das Kalifat durchaus nützlich um vielleicht doch das Fürstentum wieder im Verbund des Kaiserreichs willkommen heißen zu können.

Insgesamt sehe ich das Szenario also nicht als so unsinnig an wie Jeordam sondern durchaus nachvollziehbar.

Andwaris Argument mit der Sinnhaftigkeit eines Militärberaters kann ich nachvollziehen. Offiziell war hier das Argument, dass es Leomar gerade als nicht-novadischen, und somit nicht in Stammesfehden verwickelten, Anführer nach Zusammenbruch der "Führungsstruktur" des Kalifats gelingen konnte, Truppen von brauchbarer Größe um sich zu scharren.

Andwari
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Andwari » 03.05.2017 18:25

Wie gesagt: Man kann da für sein Aventurien viel gestalten - ein Hal, dem beim Frühstück eine novadische Dattel geschmeckt hat, und der deshalb plötzlich aus einer Laune heraus den Novadis helfen lassen will, wirft alles um.

Das Original ist da halt schlicht: Al'Anfa hat Sklaven und ist böse, Novadis haben Wüste und dienen als Kulisse für "El Omar".

Details:
- der tote Abu Dhelrumum war der vmtl. schwächste Kalif aller Zeiten. Jeder starke Kalif hat einen seiner Nachbarn angegriffen.
- Kalifat und Al'Anfa sind beides mittelkleine Mächte im Umfang etwa einer MR-Provinz. Aranien ist deutlich größer. Die überhaupt wichtig zu nehmen beisst sich mit der völligen Unterschätzung der Orks, der Thorwaler usw. die wir sonst so im MR sehen.
- eine überaus erfolgreicher Tar Honak würde in den nächsten Jahrzehnten vllt. zur Konkurrenz/Bedrohung für Drôl, Fasar, Khunchom, Hasrabals Gorien. Alles eher begrüßenswert, mittelreichische Interessen (Almada + evtl. Perlenmeer- und Südmeerhandel vs. Festum, Liebfelder, Al'Anfa, sowie indirekt der emporstrebenden Königin im LF eins auswischen) wären davon alle eher begünstigt.
- in Glaubensfragen hat nur die politisch bedeutungslose Puniner Kirche ein Problem mit Al'Anfa. Alle anderen haben sich mit dem dortigen Verständnis des Zwölfgötterglaubens, das deutlich MR-näher ist als in Fasar, Khunchom, Boran oder gar Olport, gut arrangiert. Gerade für den Lichtboten ist Al'Anfa ein Aktivposten, die Stellung der Praioskirche da so stark wie sonst kaum irgendwo jenseits des Rashdulswalls.
- wollte eine MR-Institution sich ihren persönlichen Kalifen-Nachfolger heranziehen und gefügig stimmen, müsste Leomar besser früher aufbrechen (Abu Dhelrumum ist schon ziemlich modrig) und eben nach Khunchom zu Mustafa und nicht nach Keft reisen.

@maximale Ausdehnung
Die Novadis wollen erklärterweise alle Ungläubigen unterwerfen. Das MR ist in einer andauernden Tendenz zur Schwäche (seit Jahrhunderten), der Verlust Araniens, Khunchoms usw. erst ein Dutzend Jahre her - der Verlust der Zyklopeninseln und der endgültige Abfall des LF stehen schon auf der Agenda. Den "Vorstoß" der Novadis nach Südalmada hat das MR vor 85 Jahren mit dem Verlust eines ordentlichen Stücks einer reichen Provinz bezahlt - in der extrem verlustreichen Schlacht dürften aus jeder wichtigen almadanischen Familie Tote zu beklagen gewesen sein, die Gräfin wird ja wohl kaum nur mit Söldnern zur Heimatverteidigung angetreten sein.

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von FrumolvomBrandefels » 03.05.2017 19:33

Das Mittelreich war mit nur einigen ausgewählten Offizieren vertreten, keinen ganzen Einheiten und hat bei der Organisation unterstützt und über Nahema dann mit einem Attentat. Nirgends ist dem Mittelreich eine Einheit Kavalleristen abhanden gekommen im Khomkrieg.
Eine kleine OT Frage: Was ist das mit Nahema und al'Anfa. Es gibt ja nicht viele Abenteuer dort unten, aber die Dame scheint dort gerne ihre Finger im Spiel zu haben (Khomkrieg, Rabenblut)
Steckt da was dahinter oder ist das Zufall?

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Gorbalad » 03.05.2017 19:41

Die hat überall ihre Finger im Spiel. Aber ihre Motive werden so gut wie nie erklärt. Sieht oft nach Dea ex machina und/oder [wiki]Mary Sue[/wiki] aus.

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 03.05.2017 20:13

@Andwari: Wie immer interessante Überlegungen.
Andwari hat geschrieben:Wie gesagt: Man kann da für sein Aventurien viel gestalten - ein Hal, dem beim Frühstück eine novadische Dattel geschmeckt hat, und der deshalb plötzlich aus einer Laune heraus den Novadis helfen lassen will, wirft alles um.
Das finde ich jetzt aber etwas überspitzt zusammengefasst ;-)
Andwari hat geschrieben:Das Original ist da halt schlicht: Al'Anfa hat Sklaven und ist böse, Novadis haben Wüste und dienen als Kulisse für "El Omar".
Stimmt, das war das Konzept. Eine graue Kampagne, auf der man sich die Seite aussuchen kann, gibt's ja bis heute nicht wirklich. Jeden Falls keine die ich kenne (der horasische Thronfolgekrieg fehlt mir noch in der Sammlung).

Jeden Falls hätte sich der Khomkrieg meiner Meinung nach gut für "grau" angeboten. Wirklich ausgearbeiter war das Kalifat davor ja nicht. Die "Wüste Khom"-Box ist später erschienen.
Andwari hat geschrieben:Den "Vorstoß" der Novadis nach Südalmada hat das MR vor 85 Jahren mit dem Verlust eines ordentlichen Stücks einer reichen Provinz bezahlt - in der extrem verlustreichen Schlacht dürften aus jeder wichtigen almadanischen Familie Tote zu beklagen gewesen sein, die Gräfin wird ja wohl kaum nur mit Söldnern zur Heimatverteidigung angetreten sein.
In den Quellen, die ich dazu kenne ist dezidiert zu lesen, dass die Gräfin nur mit ihren eigenen Truppen in die Schlacht gezogen ist, weil der versammelte Almadaner Adel ihr nicht die gesamte Almadanische Wehr unterstellen wollte.

Das Mittelreich als Gesamtgebilde hat zu der Zeit nicht existiert, sondern wurde von diversen Gegenkaisern mit Bürgerkrieg überzogen.

Südalmada ist ja "nur" der Preis, den der novadische Gegenkaiser seinem Halbbruder - dem Kalifen - für die Unterstützung zukommen hat lassen. Er selbst hat sich dann noch in Punin auf den Thron gesetzt. Eine schöne Aufarbeitung zur Kaiserlosen zeit findet sich überigens im Garetien Wiki: http://www.garetien.de/index.php/Chroni ... losen_Zeit

@FrumolvomBrandefels bezüglich Nahema siehe auch: http://www.dsaforum.de/viewtopic.php?f= ... lit=nahema

Back to Topic: wie Du siehst Mescalor (und wenn der Verlauf des Khomkrieges bei Euch noch nicht 100%ig bespielt oder festgeschrieben wurde) es spricht auch nichts dagegen, dass das Mittelreich offiziell das Kalifat unterstützt oder sogar auf Seitens Al`Anfas mit Truppen eingegriffen hat, wenn das Eurer Runde in den Kram passt.

Grabstein
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Grabstein » 03.05.2017 20:26

Die Wüste Khom-Box ist von 1990, Der Löwe und der Rabe 1993. Also beschrieben war das Kalifat schon (verschwindet wenig im Vergleich zu später) und im Boten war der Khomkrieg ausführlich Thema.

Andwari
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Andwari » 03.05.2017 21:12

@Grabstein
Gerade die Botenartikel sind wunderbar als Propaganda brauchbar. Da gibt es zunächst ziemlich neutrale Texte, z.B. das Hintergrund-Gespräch mit Storko. Und irgendwann kippt das hin zu purem Al'Anfaner-Bashing.
=> Das bildet entweder eine Stimmung in der besseren garethischen Gesellschaft ab, oder ist politisch gewollt oder beides. Schließlich ist der AvBo das modernste Propagandainstrument des MR - ob aber Dexter jeden Schreiberling direkt kontrolliert oder da mal einem die Feder überläuft, ist nicht gesagt.
Zur der Seifenoper vom verliebten Boroni, der provinziellen Prinzessin Peri und der mysteriösen Nahema ... fehlt nur noch ein Katzenbild und wir sind beim meistgeteilten Inhalt der Woche. Das ist so schmonzelig, dass es eben auch komplett ohne diese Figuren geht - so lange Tar Honak an irgendwas stirbt, das kann auch die verschluckte Dattel sein.

Das MR ist auch groß und unstrukturiert genug, dass da Helden in mittelreichischer Mission auch andere Helden in mittelreichischer Mission auf der Gegenseite sehen können, ohne dass die Auftraggeber von der jeweils anderen Gruppe wussten - so lange das Ergebnis nicht klar ist, macht es sogar Sinn, zu beiden Seiten Beziehungen aufrecht zu erhalten, d.h. auch beide Gruppen könnten von der KGIA o.ä. beauftragt sein.

Grabstein
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Grabstein » 03.05.2017 21:56

@Andwari
Mein Anliegen war lediglich, die Faktenlage zu klären. Box älter als Abenteuer, Material war vorhanden (für damals sogar recht viel). Werten oder interpretieren wollte ich gar nicht.

Ardor
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 04.05.2017 17:04

@Grabstein: dann erlaube mir, meinerseits die Faktenlage zu klären ;-)
Grabstein hat geschrieben:Die Wüste Khom-Box ist von 1990, Der Löwe und der Rabe 1993. Also beschrieben war das Kalifat schon (verschwindet wenig im Vergleich zu später) und im Boten war der Khomkrieg ausführlich Thema.
Das ist richtig, ABER das Abenteuer wurde "nachgeschoben". Ursprünglich wurde der Khomkrieg ja im Boten ausgefochten. Siehe: [wiki]Aventurischer_Bote_Nr._30[/wiki]

Die Box ist also vermutlich parallel mit den Botenartikeln entstanden, wobei die Box erschienen ist, bevor der Khomkrieg in den Artikeln abgeschlossen war. (War mir bisher auch nicht so bewusst - die Box habe ich ein paar Jahre nach Erscheinen gekauft, Boten wesentlich später erworben und noch viel später abonniert).

Meine Aussage bezog sich aber auch mehr darauf, das es vor dem Khomkrieg keine Beschreibung des Kalifats gab, da die Box den Stand NACH dem Krieg wiedergibt. Und das auch noch falsch, den Selem wird hier als von Novadis "befreit" und besetzt beschrieben.

Du hast aber insofern Recht und ich Unrecht, dass das Kind bei Erscheinen des Abenteuers schon lange in den Brunnen gefallen war. Das Konzept für eine graue Kampagne hätte man 1990 haben müssen, aber damals war wohl noch nicht mal klar, dass der Krieg überhaupt bespielt wird. Man wollte halt ein bewegtes Aventurien (da war der Khomkrieg ja afaik der Startschuss dafür) ohne sich zu überlegen, welchen Mehrwert dass dann im Spiel haben könnte.

Eine Koordination zwischen Boten, Abenteuer, Romanen und Boxen gab es wohl erst gegen Ende der G7 (und da hat es meiner Meinung nach erstaunlich gut geklappt, denn da war ich eifrig und regelmäßig am kaufen).

@Andwari: Ja, der Bote ist das Propaganda-Instrument par excellence und das "Das Land des Schwarzen Auges" Großteils auch nicht irdisch-objektiv sondern "Loyalistisch-Patriotisch-Pro-Haus-Gareth" geschrieben war, hat auch für eine Mehrheit an Loyalisten in der Spielerschaft gesorgt.
Zuletzt geändert von StipenTreublatt am 15.06.2017 17:37, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Wikilink korrigiert

Grabstein
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Grabstein » 04.05.2017 20:11

@Ardor
Jetzt kommen wir zusammen! Du meintest den Krieg, ich die ABs dazu, gerafft.
Zum Bote/Romane/Abenteuer-Thema: Diese Verknüpfung begann erst im Boten 28, und außer der Tatsache, dass die verdammten Abenteuer zum Khomkrieg erst 3 Jahre später erschienen, empfand ich das damals als den geilsten Scheiss überhaupt. Von Bote 30 bis 36 Khomkrieg, dann Orkensturm, Hal weg und Answinkrise, immer schön Thema im Boten. Damals waren die Ansprüche auch geringer, aber sowas kannte ich noch nicht, obwohl ich den Boten seit ´87 im Abo hatte, um nicht immer in die Konkordiastrasse pilgern zu müssen.

Andwari
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Andwari » 04.05.2017 20:31

@Selem
Das ist so schön unscharf, dass man was draus machen muss: Sowohl vorher wie hinterher Zerfall, Selemie, ein Hochkönig in seinem verrottenden Palast - und eigentlich will keine der umgebenden Mächte da reingezogen werden, weil jede Militärpräsenz o.ä. allzu schnell "versumpft". Für Novadis ist der fischige Echsenpfuhl sowieso so was wie Vorhölle und die Al'Anfaner sind auch nicht blöd genug, sich da zu verzetteln.
=> Bei den umliegenden Fellachen kommt halt in einem Jahr mal die eine Macht zum "Steuer-eintreiben" und mal die andere, mal beide und dann wieder keine. Alles südlich von Abszinth würde ich damit auf jeden Fall zum Niemandsland machen. Es würde auch kaum einer in der großen Welt merken, wenn der Al'anfanische Machtbereich knapp unterhalb Malkillabads begänne, die Novadis sind sowieso keine Seefahrer. Hier könnte man für einen Oderin du Metuant eine bessere Aufgabe ("Limes halten") schaffen als offiziell in Port Corrad rumzulungern, wo es wirklich nix zu tun gibt.

@Bote
Das war ja auch der echte Beginn des "lebendigen" Aventurien - die haben 1990 ja nicht nur mit diesem Projekt angefangen, sondern auch noch parallel DSA3 entworfen - das Abenteuer ist vmtl. zeitlich Opfer von "alles auf einmal geworden.

@Zeitrechnung
Bis zum 63er Boten (Khomkrieg: 28-35) lief die aventurische Zeit ja noch doppelt so schnell wie irdisch - d.h. die haben die mMn sehr interessanten 12 Jahre von 1008 BF bis 1020 BF laufen in den irdischen sechs Jahren 1990-1996 quasi im Zeitraffer.

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 05.05.2017 09:32

Die bewegte Geschichte fand ich auch eine gute Idee, aber sie hatte eben Kinderkrankheiten, was bei der damaligen Struktur und den To-Do`s der "DSA-Redaktion" nicht verwundern darf.

Aber gerade diese Kinderkrankheiten bieten - wie Andwari richtig ausgeführt hat - viele Möglichkeiten für eigene Interpretationen. Überhaupt gepaart mit dem Wissen, des aktuellen IST-Standes der aventurischen Groß- und Kleinmächte kann der Weg dorthin für die eigenen Runde auch beliebig anders gestaltet werden.

Was wieder Dir, lieber Mescalor - um zum Kern des Threads zurück zu kommen - viele Freiheiten für die Vorgeschichte des Helden gibt!

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 11.05.2017 14:37

Entschuldigung für den Doppel-Post, aber sonst wird das überlesen, weil ich irgendwie immer das letzte Wort in den Threads haben muss... Aber ich bin da über etwas Interessantes gestolpert das zum letzten, ausgearteten Thema und irgendwie auch zum ursprünglichen ;-) Thread-Thema passt.

Im Vinsalt-Forum hat sich Hadmar mal zu der Problematik der Zwölfgötter-Gläubigen auf Seiten der Novadis geäußert: http://vinsalt.regioconnect.net/wbb2/th ... #post91234
Hadmar Von Wieser hat geschrieben: Naja, der 'naive' Autor hat sich damals schon etwas mehr gedacht:

Die Handlung der Kampagne lebt ganz bewußt von dem Spannungsbogen, dass die Helden auf der Seite der "lieben" novadischen Verteidiger gegen die "bösen" alanfanischen Angreifer kämpfen - und ihnen ständig klar wird, dass anständige Mittelreicher und Zwölfgöttergläubige eigentlich froh sein sollten, wenn der "böse Schwager" des Kaisers etwas gegen die Eingott-Fanatiker unternimmt.
Die zahlreiche Leserbriefe bestätigen genau diese Tendenz: Kaum jemand hat die Kampagne als simple Gut-gegen-Böse-Schlachterei erlebt. Ich habe von Gruppen gehört, die daran zerbrachen und erst im Showdown, wenn die Helden einander gegenüberstanden, in dramatischen Erlebnissen den Konflikt überwanden und wieder zueinander fanden.
Insbesondere teilte mir damals eine Spielerin mit, welche tiefen inneren Konflikte ihre Rondra-Geweihte Ayla von Schattengrund auszutragen hatte und wie begeistert sie von diesem intensiven Rollenspiel war. Ihre Darstellung gefiel mir so gut, dass ich ihre Heldin praktisch im Alleingang zum neuen Schwert der Schwerter machte - ausdrücklich als moralisches Vorbild, wie wahrer Rondrianismus mit den nicht so einfachen Konflikten der Wirklichkeit umgeht.

Für meine Entscheidung, die Handlung so zu gestalten, gab es zwei Gründe:
Erstens gab es - damals wie wohl heute - einen wesentlichen Teil von Spielern wie Helden, denen die selbstgerechte mittelreich-zentrierte und zwölfgötter-frömmelnde Spielweise gegen den Strich ging. Und für Elfen, Zwerge, Thorwaler, Maraskaner, Mohas und - insbesondere - Novadis - war eben die 'naive' (ich bevorzuge: natürliche) Moral entscheidend und nicht irgendwelche Politik, die letztlich nur einem überdimensionierten spießbürgerlichen "Wir sind die führende Zivilisation" entspringt.
Zweitens wußte ich, dass ich mit den Spielern in eine Kampagne unterwegs war, wo Unterschiede zwischen Kulturen und Religionen verschwinden würde, weil der Gegner derart unmenschlich, unnatürlich und weltenfeindlich sein würde - nämlich die Dämonenpaktierer im Gefolge Borbarads. Es war also wichtig, die Spieler genau diese Differenzen erleben und ausspielen zu lassen, um sie zu überwinden.
Exemplarisch habe ich das in den zwei Raidri-Romanen "durchgespielt", wo sich der Held von einem kindischen Powergamer und Monstertöter über einen großspurigen kaiserlichen Chauvinisten zu einem Mann entwickelt, der wenigstens die Grundbegriffe einer die ganze Dritte Sphäre umspannenden Weltsicht entwickelt und für deren Verteidigung bereitwillig sein Leben gibt.

In diesem Sinne möchte ich sagen:
Ja, ich hoffe ausdrücklich, dass ein Rondrianer, der im Khomkrieg auf Seiten des Kalifats mitkämpft, Probleme hat. Ich habe anderthalb Jahre Arbeit investiert, damit er diese Probleme hat - und sie löst.
Für die moralisch eindeutigen Situationen sind die ersten Abenteuer da, wo links ein schreiendes Mädchen und rechts ein untotes Skelett oder ein geiler Goblin steht. Aber ein hochstufiger Held sollte doch etwas mehr sein als nur jemand, der besonders effektiv kleine Mädchen vor Skeletten oder Goblins rettet. Er sollte auch ein charakterliches Wachstum erleben und erlebt haben.

So jedenfalls habe ich Rollenspiel immer verstanden ...
Und zur Publikationsgeschichte des Khomkrieges: http://vinsalt.regioconnect.net/wbb2/th ... #post92053
Hadmar von Wieser hat geschrieben:...der ganze Khomkrieg war eine äußerst krude Angelegenheit.
Ich stand damals vor einer Situation, die typisch für meine Arbeit bei DSA war. Irgend jemand hatte diesen Krieg angefangen und mit einigen Botenartikeln "abgewickelt".
Ich sagte: "Hallo Leute, wir sind hier kein Verein zur Simulation einer Fiktivwelt - wir schreiben Spielmaterial. Wenn dieser Krieg stattfindet, dann muss man ihn spielen können, sonst ist er überflüssig."
Natürlich mußte ich mich selbst darum kümmern. (Deswegen erschienen die Abenteuer ja auch deutlich nach den Botenmeldungen.)

Im Grund war und ist dieser Krieg für die meisten aventurischen Helden eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, die sie nur mäßig betrifft.
Also versuchte ich etwas von der Atmosphäre zu erzeugen, die Romantiker wie Rilke, Byron und Shelley dazu brachte, im griechischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Türken oder in den Napoleonischen Kriegen zu kämpfen oder Hemingway nach Spanien zu gehen und gegen die Faschisten zu kämpfen.
Was macht ein anglikanischer Adeliger in Serbien, um griechisch-orthodoxe Christen gegen türkische Mohammedaner zu verteidigen?
Was macht ein US-amerikanischer Kapitalistenatuor an der Seite der Kommunisten in Spanien, die gegen die von den Nazis unterstützten Franco-Faschisten kämpfen?
Geschichte. Und Geschichten.

Andwari
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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Andwari » 11.05.2017 15:46

Dafür, dass Hadmar Wieser sich 15 Jahre später noch an so viele wichtige Dinge erinnert, wie er die Spieler schon damals herausfordern wollte, ist doch erstaunlich wenig in den beiden Abenteuerbänden angekommen:
- NSC-Vergleich: alle auf Novadi-Seite sind positiv dargestellt, alle bei den Al'Anfanern sind mindestens pervers, drogensüchtig, schleppen Geiseln durch die Wüste, usw.
- die erwähnte mittelreichische Zwölfgötter-Doktrin wird gar nicht kritisiert, wenn Novadis dankbar, international (Mautaban, die Elfe von Unau ...) usw. sind.
- die wertvollste "neutrale" Sichtweise stammt eben nicht aus dem Abenteuer, sondern vorher aus dem Boten (Storko), auch andere novadikritische Splitter (Amene) sind nur dort erwähnt.
- der Abenteuereinstieg nimmt den Helden die wichtigste Entscheidung, nämlich die für welche Seite sie sich einsetzen wollen. Dann auch noch retrospektiv eine Begründung entwickeln zu müssen, egal was der (Stufe 15-21)Held vorher so gemacht hat, ist schon eine Ansage - da hilft auch der Halbsatz im Abenteuer, das das für Ronnies ganz besonders toll sei, nicht weiter. Die Helden müssen gegen das Boronwunder stehen und sich die Erklärung dafür ziemlich aus den eigenen Fingern saugen.
- Ein Verweis auf Borbarad - sonderbar. Wer hat denn wohl die Stufenempfehlungen gemacht, um mit Helden, die mit Stufe 15+ in den Khomkrieg eingestiegen sein sollen, nach deren Bewältigung (dann vllt. noch etwas Orkensturm oder Answinkrise erleben) plötzlich die Borbaradmoskitofarm um mit Stufe 8-13 in AoE einzusteigen?

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Re: Der Khômkrieg

Beitrag von Ardor » 12.05.2017 08:20

Ich denke, hier hat sich nach 15 Jahren die Erinnerung der Spieler-Feedbacks, was sie daraus gemacht haben mit dem, was er damals tatsächlich geschrieben hat vermischt. Vermutlich hat sich sein eigener Anspruch auch gewandelt. Damals ist er schon die "Al`Anfa = böse" Schiene mitgefahren, wie sie auch in den Botenartikeln transportiert wurde.

Die Novadis kommen eigentlich gegen Schluss der Kampange weniger gut weg. Wenn die konservativen Novadis Mustafa gerne scheitern sehen wollen, dieser das Interesse am Kampf verliert, sobald er als Kalif im Sattel sitzt und sich die Kasimiten während dessen im Szinto-Tal aufreiben. Die Helden, die trotzt aller Heldentaten den Novadis dann doch ein Dorn im Auge sind. Dann natürlich der Mordauftrag und Leomar, der notfalls die Helden erinnert, dass ein starkes unangefochtenes Kalifat nicht im Interesse des Mittelchreichs ist. Sind aber alles nur Nuancen und am Rande, aber sie sind doch vorhanden.

Aber die Kampagne wie sie im Buche steht ist nicht so eindeutig in grau gestrichen, wie Hadmar es rückblickend sieht, das stimmt.

Der erste Versuch einer wirklich grauen Kampagne war Albernia VS Nordmarken. Was aber daran gescheitert ist, das Albernia (schon mit Havena als erste Regionalbeschreibung überhaupt) schon viel länger beschrieben war als die Nordmarken und das die edlen Rebellen erzählerisch irgendwie immer besser ankommen, als die Law & Order-Fraktion.

Der Vergleich "Löwe & Rabe" VS "G7" ist wohl eher auf der Spieler als auf der Heldenebene erlebbar, wenn man sich an die Stufenangaben hält.

Insgesamt fand ich seine Erläuterungen doch interessant, weil man sieht, was die Spieler daraus gemacht haben. Und nachdem "Der Löwe und der Rabe" eine der ersten Abenteuer dieser sandboxigen Art (zumindest in Grundzügen) war, hat er das damals schon gut gemacht, finde ich.

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Amaryllion
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Der Khômkrieg

Beitrag von Amaryllion » 26.10.2017 22:11

Hallo @Mescalor, ich weiß nicht, ob das hier noch aktuell ist, aber: während des Khomkriegs (genauer: im Boron 1009 BF) fand ein für die späteren Golgariten äußerst wichtiges Schlüsselereignis statt, ohne das sie in der Form vielleicht nicht gegründet worden wären (siehe Kasten auf S. 25 in Raschtuls Atem). Dieses Ereignis hat Nachwirkungen bis in aktuelle Kampagnen hinein. Wenn du magst und es noch nicht zu spät ist, kannst du den Charakter deines Spielers dieses Ereignis erleben lassen. Er ist dann aber quasi automatisch eine wichtige Person im späteren Orden (es sei denn, er unterwirft sich freiwillig Borons Vergessen, dann kannst du dir aber auch das ganze Vor-Abenteuer sparen :wink: ). Bei Bedarf schreibe ich gerne Genaueres.

Suluma
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Der Khômkrieg

Beitrag von Suluma » 02.11.2017 10:31



Hier ein kleines Video dazu ;)

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