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S10 Rahja Vademecum

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Robak
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S10 Rahja Vademecum

Beitrag von Robak » 18.07.2012 17:29

Dieser Thread ist zur Diskussion der Inhalte der im Juli 2012 erschienenen Spielhilfe Rahja Vademecum.

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Rahja-Vademecum
Vielleicht hast du Erfahrungen mit mit der Spielhilfe gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Tipps, Fragen oder Meinungen zum Band. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread die Spielhilfe auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Nutzer zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du die Spielhilfe kennst!
Zuletzt geändert von Robak am 18.07.2012 17:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Robak » 18.07.2012 17:49

Insgesamt finde ich das Rahja Vademecum ziemlich gelungen. Im Vergleich zum Rondra Vademecum ist der Anteil der Ingame Gebete deutlich geringer, der Spielhilfen Anteil hingegen deutlich größer. Da ich im Auswendiglernen von Gedichten schon immer äußerst schlecht war und demzufolge Gebete auch lieber nach den aktuellen Ingame Gegebenheiten improvisiere statt das auswendig gelernte Gebet aufzusagen freut mich diese Änderung.
Ebenfalls positiv ist zu erwähnen, dass die Autoren auf Details der Geschichte des Rahjaglaubens im Buch verzichtet haben. Auch das finde ich sehr gut, da die entsprechenden Details nun mal nicht zum Wissen eines Stufe 0 Rahjageweihten gehörten. (Am Rondra Vademecum hat mich damals sehr geärgert hat, dass dieses bei jedem Stufe 0 Rondrageweihten anzutreffende "Ingame Buch" die komplette Historie der Konfrontation der Rondrakirche mit dem Sinxir-Kult enthielt. Dies passte meiner Meinung nach gar nicht zu den eher mäßigen Startwerten der Rondrageweihten bei Geschichtswissen und Götter und Kulte).

Da das Rahja Vademecum diese beiden "Fehler" meidet und den Platz nutzbringend dem Wesen des Rahjaglaubens widmet bin ich mit ihm ziemlich zufrieden.
Man sollte vielleicht noch sagen, dass Pferdezucht, Winzerei und Konfiserie im Rahja Vademecum kaum eine Rolle spielen und der Fokus primär auf Rahja als Gottheit der Liebe liegt. Meiner Meinung nach ist der Autorin eine sehr stilvolle Beschreibung des Rahjaglaubens gelungen die Spielern und Spielerinnen von Rahjageweihten sicher hilft. Der praktische Nutzen des Bandes am Spieltisch ist natürlich nicht mit einem "Liber Cantiones" vergleichbar. Der Band ist kein "Must-have" (auch nicht für Rahjageweihte) wohl aber eine nette Ergänzung.

Gruß Robak

John Doe
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von John Doe » 19.07.2012 11:24

Ist das Rahja-Vademecum schon erschienen?

Ich habe mitgekriegt, dass das Efferd-Vademecum gestern erschienen ist, aber bei Rahja zeigt sowohl der F-Shop, als auch Amazon "Noch nicht erschienen" bzw. "Vorbestellbar" an.
Zuletzt geändert von John Doe am 19.07.2012 11:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Robak » 19.07.2012 14:57

Das Rahja Vademecum war auf der FeenCon zu kaufen.

John Doe
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von John Doe » 22.07.2012 14:02

Mal eine andere Frage: Sind im Nicht-IT-Teil so etwas wie Regeln für "Liebeskunst" enthalten?
Eigentlich wären solche in einem Spiel, dass Kurtisanen und Lustknaben als Professionen kennt und eine Göttin der körperlichen Liebe mit entsprechenden Regeln längst überfällig.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Gorbalad » 22.07.2012 14:25

Bei DSA 4.0 gabs noch das Talent Galanterie, das insbesondere mit der Spezialisierung 'Liebeskünste' derlei abdecken sollte.
Etwas älter sind die Regelvorschläge des Thorwal Standard.

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Dr. Arca
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Dr. Arca » 22.07.2012 15:25

Die Regeln aus dem Thorwal-Standard???
Ich dachte, daß diese peinlichen Beschreibungen eine Parodie auf das Regelsystem sind - vor allem aber auf das untergegangene Rollenspiel 'Söhne des Lichts', da dort erstmals ein Zeugungstalent vorgestellt wurde.
Diese Regeln kann doch keiner ernst nehmen.

Bei Dsa 4.1 gibt es bei 'Betören' (ab TAW 7) die Möglichkeit, sich auf 'Rahjakünste' zu spezialisieren.
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Gorbalad » 22.07.2012 17:23

Ich wollte noch 'Etwas älter, pubertärer und weniger ernst gemeint (?)...', habs mir dann aber verkniffen :)

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Robak
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Robak » 22.07.2012 17:48

[mod]Thema des Threads ist die Publikation "Rahja Vademecum". Über den Thorwaler Standard und seine Regelvorschläge sollte an anderer Stelle diskuttiert werden![/mod]

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von gralkor » 05.08.2012 21:32

Das Vademecum der heiteren Göttin hatte, so meine Befürchtung, gute Chancen, nur an Rahjas Schambein angesetzt zu werden.
Dies wäre nachvollziehbar, wenn man sich diverse Gruppen ansieht, wie sie spielen, es entspricht jedoch nicht dem Wesen der Göttin.
Auf der anderen Seite durfte es auch nicht so prüde werden, dass es selbst Praiosgeweihten peinlich wäre.
Damit hatte die Autorin eine Gratwanderung zu bestehen, was ihr ausnehmend gut gelungen ist.

Ich habe das Vademecum mit viel Freude gelesen.
Es enthält, wie seine Vorgänger viele ingame Informationen und Hinweise, sowie diverse ausgearbeitete Gebete und Lithurgien.
Dazu kommen einige Vorschläge, wie man eine(n) Rahjageweihte(n) Leben einhaucht.

Der Vaux Pas (aus meiner Sicht), der dem Autoren des Efferd-Vademecum unterlaufen ist, auf ein andere Vademecum zu verweisen, wurde durch einfache Übernahme der relevanten Regelteile exzellent umschifft.

Auch sind mir keine relevanten Rechtschreib- und Satzfehler aufgefallen, was für sich traurig ist, wenn man sowas erwähnen muss!

Alles in Allem ein wirklich gelungenes Werk, was ich jedem empfehlen kann.

Einziger Kritikpunkt: Die Bilder waren mir einfach zu plump auf Rahjas Schambein gemünzt, hier hätten manchmal feinere Andeutungen und weniger "nackte Haut" wirklich wohlgetan, wie das bei St. Khabla beispielsweise relativ gut gelungen ist. Außerdem hätten weniger Kamasutra-Abmalungen dem Buch gut getan.

Insgesamt bin ich bei 4-5 Punkten, habe mich allerdings aufgrund der Bebilderung, die ich leider nicht ganz optimal fand, für 4 Punkte entschieden.

G.
PS: ich freue mich auf die anderen 8, wenn die dieselbe Qualität wie die bisher vier erschienenen Bücher haben. Ebenso wären einige Halbgötter (meine beiden Faves: Aves, Nandus) als eigenes Vademecum schön.
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Jens » 06.08.2012 14:59

Was mich auch interessiert: Wie sehr geht das Buch auf den seelenheilkundlichen Aspekt der Kirche ein? Oder wird der ausgeblendet?

gralkor
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von gralkor » 10.08.2012 08:35

Der seelenheilkundliche Zweig wird immer mal wieder erwähnt, aber es wird nicht näher darauf eingegangen.
Wobei ich bei Seelenheilkunde auch eher an die Boronkirche denken würde.
G.
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Jens » 15.08.2012 15:51

Ich seh da zwei verschiedene Ansätze:
Boronkirche = Vergessen
Rahjakirche = Verarbeiten

Die machen ja auch anderes als Beziehungstherapie ;)

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Yendurech
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Yendurech » 07.09.2012 22:57

Enthält das Buch auch Informationen zu den Rahja-Kavallieren?

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Dr. Arca
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Dr. Arca » 11.09.2012 10:05

Ja, die Rahja-Kavalliere sind erwähnt. Eine ganze Seite lang. Bis auf ein einleitendes Zitat über Raidri Conchobair (ich bin echt froh, daß der inzwischen tot ist!), ist alles von dieser Seite in WdH nachzulesen.
Keine neuen Informationen, nichts.

Die Bebilderung ist... naja. Hätte besser sein können.
Schade fand ich, daß dem Rahjasutra und dem zugehörigen 'Spielzeug' ganze 13 Seiten gewidmet sind, den drei kirchlichen Strömungen (die das Rollenspiel eher beeinflussen sollten als eine neue Stellung +/- Dildo) jedoch nur 3.
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Coolername
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Coolername » 11.09.2012 15:54

Hallo,

ich hätte Interesse mir das Vademecum zu kaufen. Daher Frage ich mich, wieso das Buch von einigen so schlecht bewertet wurde und ob es sich das Geld wirklich lohnt.

Flytime
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Flytime » 11.09.2012 21:31

Ich gebe dem Buch 4 Punkte. Ich finde das es die verschiedenen Aspekte Rahjas gut darstellt. Dazu sind einige nette Tips zum spielen von Geweihten. Ich hatte vorher die Befürchtung, dass das Buch zu "schundig" wird, finde aber dass Evie Demirtel eine gute Mischung gefunden hat.

Okay die zusätzlichen Litaneien sind vielleicht nicht unbedingt ausgewogen, aber sie sind als nette Regelergänzung gedacht. Besonders die Farbe für die Tätowierungen ist eine sehr nette Idee.
Zuletzt geändert von Flytime am 13.09.2012 17:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Dr. Arca » 13.09.2012 11:01

@coolername
Du kannst dir das Buch im Laden zeigen lassen und kurz reinschnuppern, bevor du es kaufst. Wenn der Händler es nicht aus der Folie nehmen will, geh in einen anderen Laden - niemand sollte die Katze im Sack kaufen.
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Olvir Albruch » 13.09.2012 11:10

Vielleicht ist ja auch das PDF für dich eine Alternative bzw. dort kannst du auch einen Blick in die Vorschau werfen.

MfG,
Olvir Albruch
Leitet gerade:
  • Schatten im Zwielicht (79 Std.)

Ehny
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Ehny » 23.09.2012 20:55

Schwierige Kiste...

Das Buch macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Der Schreibstil ist flüssig, die üblichen Fehlerchen in Rechtschreibung und Grammatik halten sich auch in Grenzen und an keiner Stelle musste ich durch so etwas einen Satz mehrmals lesen um zu verstehen, was man hier von mir will.

Inhaltlich schlagen da zwei Herzen in meiner Brust.

Die ersten Teile über das Wesen der Göttin, die Alveraniare etc. waren allesamt gut bis sehr gut und allein daraus kann man für seinen Rahjani schon einiges raus holen, wenn man sich nur einen der Heiligen als Vorbild nimmt. Auch die Gebete haben mir recht gut gefallen.

Im Teil über Rahjas Gaben hätte ich mir eher gewünscht, dass man, wenn man denn schon eine feste Zahl (10) vorgegeben hat, auch zu all denen etwas sagt. Mir als Rahjanni wäre es schon wichtig in meinem Vademecum über alle Artefakte/Titel/wichtige Dinge der Kirche etwas lesen zu können (und es ist ja aus IT-Sicht geschrieben). Wie ist das denn jetzt mit Rahjas Herde? Was genau ist denn der Rote Lotus? Ist das Valpoglück des entsprechenden Hüters etwas Besonderes und wenn ja...was denn? Zwar sind viele der Dinge schon in RSH etc. irgendwo mal erklärt, aber aus IT-Sicht fehlt das einfach.

Zum Teil über das Rahjasutra und die Spielzeuge bin ich zwiegespalten. Es wirkt ein wenig zwanghaft im Sinne von "irgendwie müssen wir Sex aber behandeln...". Hier wären anstatt konkreter Stellungen (ich denke, da holen sich Rahjanis eh eher ihre Inspiration aus der Praxis oder lesen einfach das Rahjasutra direkt :wink: ), vielleicht andere Dinge wichtig gewesen, wie: wann und wie führe ich einen Menschen zu Rahja, wann sollte ich jemanden nach Hause schicken. Was geht, was geht nicht (richtige Peitsche empfiehlt der Autor nicht...aha...gibt es auch...falsche Peitschen? Und sind die dann OK?).

Vor allem aber fehlt mir einfach die Behandlung von Wein und Reitkunst ein wenig. Sicherlich finden sich beide Themen über den Band immer wieder verstreut, aber das gilt auch für den Sex. Da hätte ich mir lieber eine kürzere, aber dafür breiter aufgestellte Behandlung der einzelnen Themen gewünscht. Auch Seelenheilkunde und Harmonielehre fehlen mir ein wenig, aber die wären wohl in jedem Fall der Knappheit des Platzes zum Opfer gefallen.

Zum Schluss: Rahjas Begehren ist mir ein wenig suspekt. Ich guck da drauf und denk mir: Hmm, nur einmal aufstufen und dann...schüttelts mich ein wenig. So wirklich sinnvoll und Rahjanis aufwertend scheint sie mir nicht zu sein. Im Gegensatz zum Farbenspiel, was zwar rein spieltechnisch kaum etwas bringt, aber ein sehr zentraler Bestandteil der Kirche ist. Das passt dann irgendwo schon. Aber für die Bewertung der Spielhilfe macht mein Unwohlsein kaum etwas aus :wink: .

Summa summarum schwanke ich zwischen 3 und 4 Punkten, wegen der wirklich stimmungsvollen Texte aber eher Tendenz zur 4.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Madalena » 17.02.2013 12:16

Ich gebe der Spielhilfe 3 Punkte.

Abzug gebe weniger wegen der Sachen, die im Buch stehen, als wegen der Sachen, die nicht drin stehen.

Aber gehen wir mal Kapitelweise durch:
- Vom Wesen der Göttin: In Ordnung, aber hätte durchaus länger ausfallen können.
- Die Söhne der Morgenröte: Gelungen.
- Alveraniare und Heilige: Ebenfalls gute Arbeit.
- Die Geliebte der Göttin und das Fest der Freude: Inhaltlich in Ordnung, aber als Kapitel viel zu dünn. Von den sechs Seiten laut Inhaltsangabe ist eine Seite "Kapitel-Intro", eine Seite Grafik, und eineinhalb Seiten schlicht leer, womit nur noch zweieinhalb Seiten Text bleiben. :cry:
- Von den Göttlichen Gaben: Wie schon angesprochen wurde, ist es etwas schade, dass nur zwei Gaben beschrieben werden. Dass nicht jede Gabe gleich viel Raum bekommt, ist ja ok, aber dann hätte man den übrigen acht zumindest zusammen eine Seite oder so gönnen können.
- Liturgisches Wirken und Gebete und Anrufungen der Ewig Heiteren: Es geht in beiden Kapiteln um Liturgien: Gebetsformeln der Rahjakirche, und Hinweise wo und wie man sie anwendet. Das finde ich sehr nett, und je nachdem, wie intensiv man Liturgien am Spieltisch ausspielt, kann es sehr gut rollenspielerisch genützt werden. Gesamtbewertung für beide Kapitel: Gelungen (hätte man aber auch in ein Kapitel packen und somit Platz sparen können)!
- Die Kirche der Stute: Die Strömungen der Kirche werden extrem kurz beschrieben und bringen nichts neues. Die Kirchenhierarchie wird in einem (!) Satz abgehandelt. Den zweiten Teil des Kapitels ("Im Tempel der Göttin") wiederum finde ich sehr schön.
- Laienorden der Lieblichen Herrin: Hmpf. Genau wie bei den Strömungen der Kirche - zu kurz und nichts neues. OK, die Säbeltänzer werden immerhin in AGP abgehandelt. Aber dieses Kapitel hätte man sich auch sparen können.
- Das Rahjasutra: Hmm alles schön und gut, aber so wirklich wichtig ist es auch nicht. Nimmt viel zu viel Platz weg wenn man bedenkt, welche anderen Themen zu kurz gekommen sind.
- Rahjaica und andere Wege zur Ekstase: Das Unterkapitel zu den verschiedenen Sinneswahrnehmungen kommt dem am nähesten, was man zu den anderen Aspekten Rahjas (neben der Liebe) hätte erwarten können, aber es wird alles primär in Bezug zur körperlichen Liebe dargestellt. Für die Beschreibung der Sexspielzeuge gilt das gleiche, wie fürs Rahjasutra.
- Anregungen zur Gestaltung eines Rahjageweihten: Dieses Kapitel ist wieder gut gelungen. Hier ist es nicht mehr Ingame geschrieben, sondern richtet sich explizit an den Spieler. Tugenden und Ideale, Verhältnis zwischen Kirche und Volk sowie zu anderen Kirchen, und ein paar schöne Hinweise wie man Geweihte als Abenteurer spielt. Außerdem wird ein klein wenig das Kapitel zur Kirchenhierarchie nachgeholt. Es wird allerdings weniger Neues gebracht als altbekanntes (gut) neu aufbereitet.

Alles in allem, wie gesagt, gebe ich eine drei. Das, was drin steht, finde ich größtenteils gut, aber viele Punkte sind zu kurz gekommen, während andere Punkte unverhältnismäßig viel Raum einnehmen.

Die Art, wie die Seiten gefüllt sind grenzt an Betrug, oder euphemistisch: Der Platz wird großzügig genutzt. Die Grafiken finde ich ganz in Ordnung.

Nett, aber nicht notwendig, um einen Rahjageweihten zu spielen.
Zuletzt geändert von Madalena am 05.12.2013 01:11, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Torben Bierwirth » 21.03.2013 17:46

Nachdem ich momentan einen pragmatischen Rahja-Geweihten aus dem Kult des Nordens ins Feld führe, habe ich mir vom passenden Vademecum eine solide Hilfestellung erhofft, den Charakter bzw. insbesondere dem liturgischen Wirken mehr Farbe und Kontur zu verleihen.

Das Vademecum enttäuscht diese Erwartungen leider in zu vielen Punkten:
  • Von zehn göttlichen Gaben bleiben acht (!) nicht nur unbeschrieben, sondern völlig unerwähnt. Das darf in einem Buch, das sich ausschließlich der Rahja-Kirche widment schlicht und einfach nicht passieren.
  • Der Orden der Rose wird im Rahja-Vademecum nicht einmal erwähnt. Zur Erinnerung, die Mitglieder des Ordens ziehen auf Abenteuerfahrt, um im Namen einer Auserwählten rahja- und rondragefällige (Helden-)Taten zu vollbringen. Ein doppelter Minuspunkt da diese Steilvorlage rahjaaffiner Abenteurer nicht einmal im Kapitel Motivation und Konzept eines Geweihten aufgegriffen wird. Unvollständig und enttäuschend gleichermaßen.
  • Die Ausführungen zu den zwölf Segnungen sind recht hilfreich, die Beschreibung der restlichen Liturgien bleibt blass und konturlos. Fast jede solche liest sich wie ein "Anwenden, damit es dem Gesegneten irgendwie ein wenig besser geht", konkrete Hinweise zum Einsatz (Beispiele) fehlen. Hinweise zum Exorzismus, der Objektweihe/-Segnung oder der Existenz der Liturgie Tiergestalt (Nordkult? Ggf. weitere Gestalten in Regionen, die Schmetterling/Pfau/Katze als heiliges Tier verehren?) fehlen ebenfalls.
    Einige Interpretationen der Liturgien sind sehr gelungen (z.B. Säbeltänzer, die einen Gegner karmal auf sich fokussieren, um Schutzbefohlene zu verteidigen), andere Umsetzungen wie z.B. die neuen Liturgien überflüssig, da vollständig durch bestehende Liturgien (Hauch der Leidenschaft/Handwerkssegen/Heiliger Befehl) abgedeckt.
  • Die Strömungen innerhalb der Kirche werden bestenfalls erwähnt, aber nicht beschrieben, dennoch enthält der Abschnitt einige Widersprüche zu WdG. Wie ein Tempel bzw. Tempeldienst im Nordkult aussieht, bleibt völlig unklar.
    Das tulamidische Glaubensverständnis wird an einigen Stellen erfreulich differenziert vom güldenländischen Harmoniegedanken dargestellt, allerdings gehen diese zum Teil wirklich guten Impulse in gefühlt zwei Dutzend redundanten Verweisen auf obskure Sexpraktiken und Götzenbilder der südlichen Kirche unter. Konkrete Hinweise zur Ausgestaltung eines Geweihten/Laienpriesters des jeweiligen Kultes fehlen völlig.
  • Das Kapitel zum Rahjasutra und Rahjaica ist enttäuschend und peinlich. Das Thema "körperliche Liebe" darf bei der Beschreibung der Rahja-Kirche keinesfalls ausgespart werden, allerdings ist die Umsetzung unterirdisch. Die Gelegenheit, sexuelle Praxis mit dem theologischen Hintergrund des aventurischen Rahja-Glaubens zu verknüpfen, wird versäumt. Statt dessen gibt es seitenweise blumige Beschreibung verschiedener Stellungen beim Geschlechtsverkehr.
    Getoppt wird dieser Abschnitt zum Fremdschämen lediglich durch die ausufernde Beschreibung angeblich sinnlicher Praktiken und diverser Sexspielzeuge, die überwiegend uninspiriert nach Aventurien kopiert wurden. Aventurische Eigenheiten werden, bis auf ein oder zwei augenzwinkernd stimmige Beschreibungen, vollständig ignoriert. Eine Aussage zur Haltung der Geweihtenschaft zu alchemischen oder magischen Hilfsmitteln (Thomeg Atherion, anyone? :rolleyes: ) fehlt vollständig, nichtmal der berühmte Liebestrank wird erwähnt.
  • Das Kapitel mit den Vorschlägen zur Ausgestaltung von Rahjageweihten für Spieler wiederholt im Endeffekt nur die Beschreibungen aus WdG oder verbleibt bei Allgemeinplätzen. Der rahjageweihte Zureiter stolpert bei einem Ausritt zufällig ins Abenteuer. Nicht gerade ein Glanzstück an Motivation. :ijw:
    Echte Hinweise, z.B. die Gewichtung der Gebote, Verbote und Ideale nach Strömung aufzuschlüsseln und mit Tipps zur Darstellung zu versehen, fehlen. Das Verhältnis zu anderen Kirchen ist irreführend: Spannungen mit der Traviakirche werden erwähnt, allerdings nicht ausgeführt. Insofern ein Versäumnis, da Rahjatempel in der Traviamark nur mit Waffengewalt gehalten werden können und die Haltung einiger Kirchenoberen zu diesem Thema interessant gewesen wäre.
Wie so viele DSA-Publikationen der jüngeren Zeit wirkt das Rahja-Vademecum uninspiriert und künstlich aufgebauscht. Seitenweise redundante Informationen, ein selbst für das eingegrenzte Thema "Rahjakirche" lächerlich enger Themenfokus, der sämtliche Aspekte, welche die Autorenschaft scheinbar nicht interessierten, völlig ausspart. Eine Publikation der verpassten Gelegenheiten, die nur begrenzt als wirkliche Spielhilfe zu bezeichnen ist.
Ohne die ersten drei Kapitel und einzelne wirklich gute Ideen wäre das Rahja-Vademecum eine klare 1-Punkt Bewertung, so landet es bei mageren 2-Punkten. Für drei Punkte enthält es zu viele Auslassungen und handwerkliche Fehler.
Zuletzt geändert von Torben Bierwirth am 21.03.2013 22:05, insgesamt 2-mal geändert.
Das Projekt zum DSA 4.1 Reiterkampf ohne Sonderregeln:

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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Radames » 25.08.2013 11:23

Endlich bin ich auch damit durch.

Das Rahja Vademecum ist großteils einfallslos.

Es konzentriert sich auf einen Aspekt der Rahja-Verehrung (klarerweise denjenigen, der wohl am bekanntesten ist), hat kaum etwas zu Wein und Pferden zu sagen, Seelenheilkunde wird beinahe ignoriert und die Tulamiden nur erwähnt (mit vielen Auslassungen). Gerade letzteres ist bei einer Kirche, mit regional sehr eigenem Kult bei den Tulamiden doch ärgerlich, hat also nichts mit meiner generellen Vorliebe für die tulamidische Kultur zu tun.

Es wird auf keine eventuell gesellschaftlich kontroversen Themen (also in Aventurien) eingegangen (soetwas wie Liebestränke und "rahjagefällige Magie", die Unterstützung zweier Liebender, deren wichtige Elternhäuser verfeindet sind, etc) und auch sonst gibt es nichts, was man nicht sowieso irgendwie erwartet hätte. Mir fehlt leider ein zumindest kurzer Geschichtsabriss.

Insgesamt waren es 3 Punkte, denn immerhin sind mir keine Fehler aufgefallen.
Ra'andrat Akhbar!

Beitrag kann Spuren von Meisterinformationen: enthalten.
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Re: Rahja Vademecum

Beitrag von Sibylla » 01.07.2015 14:50

Da das Rahja-Vademecum hier schon sehr ausführlich rezensiert wurde, halte ich mich mit der Darstellung meiner Meinung kurz: ich vergebe 4 Punkte.

Ich denke, dass der Rahja-Glaube mit der am schwierigsten darzustellende ist, wenn man eine ernstgemeinte und sinnvolle Spielhilfe schaffen möchte, die nicht alle paar Seiten in klischeehafte Sexanspielungen rutscht. Insofern muss ich zunächst meinen imaginären Hut vor der Autorin ziehen.

Sehr schön und gelungen finde ich die Gebete & Liturgien, die für viel Stimmung sorgen. Als ausgesprochen gut empfinde ich das Kapitel "Motivation und Konzept eines Rahja-Geweihten" (S. 143 ff), der viel Inspiration für den Hintergrund bzw. zur Erschaffung eines solchen Chars liefert. Mal ehrlich - wer wäre darauf gekommen, einen Geheimagenten als Geweihten zu erstellen, der Verführung nutzt, um Gegner der Kirche auszuschalten? ;) Damit man es möglichst einfach bei der Erstellung hat, wird auch gleich auf den entsprechenden Regionalband verwiesen, wo man weitere Infos findet.
Das nenne ich wirklich eine Spielhilfe im wahrsten Sinn des Wortes :)

Als ziemlich misslungen und Fehl am Platze empfinde ich das Kapitel "Rahjasutra" (S. 113 ff). Ich hätte sehr geschmunzelt, wenn unser SL die Anspielung auf das irdische Gegenstück ingame gebracht hätte. Aber dann wäre es ein schöner Gag gewesen, in einer Spielhilfe empfinde ich das als zu viel. Es muss nicht jeder noch zu kleine Kalauer den Spielern & SLs vorgekaut werden. Eine Spielhilfe soll Anregungen geben, aber nicht alles vorkauen.

Doch das ist nicht der Grund, aus dem ich einen Punkt in meiner Bewertung abziehe. Muss es denn wirklich sein, dass in einer DSA-Spielhilfe Sex-Stellungen beschrieben und dargestellt werden??? Zudem schließe ich mich der Meinung einiger meiner Vorredner an, dass einige Bilder etwas zu zünftig sind.
Durch diese beiden Kritikpunkte rutscht die Spielhilfe leider teilweise wieder in das Klischee hinein, indem die Rahjakirche oft verankert wird.
LG,
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S10 Rahja Vademecum

Beitrag von Thallion » 04.09.2017 13:23

https://rezensionen.nandurion.de/2012/0 ... vademecum/
Fazit

Es fällt mir recht schwer, das Vademecum zu bewerten. Zum einen ist die Frage, was überhaupt der gewünschte Inhalt eines solchen Buches sein sollte, denn im Prinzip soll es ja einerseits keine allzu großen Neuerungen gegenüber Wege der Götter enthalten, andererseits aber doch die Geweihten und die Kirche der Gottheit dem Leser näher bringen. Ich persönlich habe den Eindruck, dass diese Balance beispielsweise beim Rondravademecum besser gelungen ist. Dort gibt es viele neue Informationen zur Kirche, während ich beim Rahjavademecum eigentlich sehr oft das Gefühl hatte, nichts Neues zu lesen. Natürlich ist es schön, ausformulierte Gebete oder Ingame-Texte zu bestimmten Aspekten der Kirche zu lesen, aber es ist halt „nur“ eine nette Ergänzung.

Was mir außerdem negativ aufgefallen ist, ist die sehr starke Schwerpunktsetzung des Buches auf den Aspekt der körperlichen Liebe. Es wird zwar immer wieder mal erwähnt, dass es auch Geweihte gibt, die sich mit der Rosenzucht, der Bildhauerei, der Pferdezucht oder dem Winzern beschäftigen, doch dazu gibt es keine tiefer gehenden Informationen. Für mich wäre die Beschäftigung mit solchen Dingen aber ein Mehrwert gewesen, denn dass Rahja die Göttin der Liebe und Ekstase ist, ist allseits bekannt. Wenn man einen Geweihten/eine Geweihte spielen will, die sich mit anderen Aspekten der Kirche beschäftigt, findet man dazu im Vademecum aber so gut wie nichts. Für mich wären auch der Auszug aus dem Rahjasutra und der Teil über das Liebesspielzeug entbehrlich gewesen (ganz ehrlich: Wie oft wird so etwas am Spieltisch so detailliert ausgespielt?), wenn man dafür Platz für andere Texte gehabt hätte. Zum Beispiel sind meiner Meinung nach die Texte zu den Laienorden, den verschiedenen Kirchenströmungen und die Ausführungen zur Wahl zum Geliebten der Göttin sehr knapp gehalten und bieten im Vergleich zum Wege der Götter fast keine neuen Informationen.

Positiv aufgefallen ist mir in den Zeiten der ewigen Lektoratskritik noch, dass mir beim Lesen nur ein oder zwei Rechtschreibfehler ins Auge gefallen sind. Die Texte des Buches lassen sich auch gut lesen und gerade die Ingame-Texte sind schön geschrieben und der Feder eines Rahjageweihten würdig. Auch die Tatsache, dass bei vielen Liturgien auf die unterschiedliche Ausprägung der tulamidischen Glaubensrichtung eingegangen wird, gefällt mir.

Letztendlich lohnt sich die Anschaffung des Buches sicher für alle Spieler, die einen Geweihten oder eine Geweihte der Rahja spielen oder spielen wollen. Wer auf eine große Menge an neuen Informationen zur Rahjakirche hofft, sollte sich den Kauf vielleicht lieber noch einmal überlegen.

Bewertung

Zwei Einhörner sind unterwegs, um auf eigene Faust etwas über Rosen- und Pferdezucht herauszufinden, eins versucht, die Stellungen aus dem Rahjasutra nachzumachen, ohne sich das Horn zu brechen und ein weiteres hat sich aufgemacht, um das Fest der Freuden selber in Augenschein zu nehmen. Somit verbleiben noch 5 Einhörner, die sich im Tempel der schönen Göttin auf einen leckeren Tharf einfinden und das Erscheinen des Rahjavademecums feiern.

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