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DSA 5 auf dem Prüfstand

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Sumaro
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Sumaro » 15.12.2015 12:51

@SchmuswTigger

Nope. Taktische tiefe kann man auch problemlos mit Grundregeln erreichen. DSA5 tut es nur nicht. Vielleicht weil man glaubt das man es für die Geschichte nicht braucht.
Sumaros kleine Schreibstube: Eure Ideen in Worte gefasst. Schaut rein!

Andwari
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Andwari » 15.12.2015 14:34

@SchmuseTigger
NSC besser machen - hat niemand gefordert. DSA4-Kämpferprofessionen haben nun mal SFs - was dem Namen "Sonder..." widerspricht, aber sie sind selbst bei den Charis vorhanden, die sie noch gar nicht sinnvoll einsetzen können.
Also ein Überangebot an Kampf-SFs, was denjenigen, der die nicht hat halt spätestens dann zum kämpferischen Amateur abstempelt, wenn die AT und PA Werte in einen nutzbaren Bereich kommen. Die Teile an SFs, um die es mir hier geht, sind ja nicht die XYZ-Supermanöver, sondern die mit SFs abgebildeten eigentlichen Grundfertigkeiten - Finte, WS usw. die man einfach braucht um auf etwas erhöhten Niveaus den PA-lastigen oder gerüsteten Gegner nicht zum No-Brainer zu machen. Die Option, das ohne SF einzusetzen scheitert hier einfach an den Zahlen - die Manöverstrafe für nichtgeschafftes Manöver bringt den gar gefährlichen Räuber um, der gegen den etwas gerüsteten Gegner halt für einen SF-freien WS+4 schon +8 ansagen müsste, um überhaupt eine Wunde mit seiner Nagelkeule machen zu können.

DSA hat sich immer um NSC-Generierung gedrückt - die Helden, prinzipiell als überlegene Spezies anzunehmen, ist nicht unumstritten. Wenn jeder Gossensöldner Zugriff auf diverse Kampf-SFs hat, ist das sicher nicht das Helden-Alleinstellungsmerkmal.

Wenn kämpferisch ausgerichtete Helden mit 3000 AP (DSA4) ein gewisses Fähigkeitenspektrum haben, dann hat zumindest mein Aventurien jede Menge gleichwertige humanoide NSC - und auch einige, die noch darüber hinaus gehen. Die brauchen dann auch SFs, weil sie sonst zwangsläufig unterlegen sind, was mir als SL Möglichkeiten wegnimmt.
Eine Überzahl von unterlegenen NSC auf die Helden zu hetzen ist nämlich in DSA schon immer schwieriger darstellbar als in anderen P&P-Systemen, die Überzahl etwas weniger digital in Sieg-Niederlage aufschlüsseln. Dass meine Helden ziemlich sicher sein können, jeder gleich großen humanoiden Gegnergruppe kämpferisch überlegen zu sein, würde ich mir gerne für deutlich höhere AP-Zahlen aufheben. Auch der Status "Ausnahmetalent" (d.h. unerfahren, stark steigerungsfähig, aber erkennbare Anlagen dafür, ganz an die Spitze zu kommen) ist unter aventurischen Junghelden absolut nicht selbstverständlich.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 15:23

Denderan Marajain hat geschrieben: Der Markt schrumpft gar nicht es wird nur weniger DSA gekauft
Wie lange spielst du schon Rollenspiele? Bei mir sind es ca. 20 Jahre. Ich erinnere mich noch an Rollenspielläden überall. An echt, so richtig volle Cons.

Die Läden haben nachgelassen, die Cons haben massiv nachgelassen. Also noch 1/3 der Cons als vor sagen wir 10 Jahren und die Cons die noch sind haben viel weniger Leute da.

Also weiß nicht wie du drauf kommst das der Markt für Rollenspiele nicht schrumpft. Ich sehe echt überall das Gegenteil.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Gorbalad » 15.12.2015 15:48

@SchmuseTigger:
Die Läden werden auch weniger, weil die Leute via Internet kaufen. Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass sie weniger kaufen.

Cons werden vielleicht auch uninteressanter, weil die Leute sich auch via Internet informieren, das war vor 20 Jahren auch nicht so das Ding.

Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Rollenspieler auch schon älter sind, und vielleicht Familie usw. haben - da fährt man auch weit schwerer mal ein langes WE ein paar hundert km weit zur Con.

Ob der Markt kleiner geworden ist, könnte man nur beurteilen, wenn man die Zahlen nahezu aller Verlage für beide Zeitpunkte hat.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 15:52

Andwari hat geschrieben:@SchmuseTigger
Das mit dem große Schrift / kleine Schrift soll bitte was bringen? Also es ist ungleichmäßig zu lesen, aber wo ist da der Sinn drin? Also du machst das, also hast du dir sicher was dabei gedacht? Also ehrliche Frage, ehrlich Neugierig.
Also ein Überangebot an Kampf-SFs, was denjenigen, der die nicht hat halt spätestens dann zum kämpferischen Amateur abstempelt, wenn die AT und PA Werte in einen nutzbaren Bereich kommen.
Ich verstehe den Satz nicht. Also ich verstehe nicht worauf du hinaus willst. Es gibt in DSA 4.1 ein Überangebot? Ja? Von denen mindestens die hälfte Sinnfrei sind. Weil die Manöver so schlecht sind das sie nie jemand macht. Oder sie auf ganz, ganz besondere Situationen abziehen.

Und wenn ich deinen Satz umdrehe, wenn man AT und PA Werte NICHT im Nutzbaren Bereich hat, dann was? Dann hat man zwar ein hoch kompliziertes System das aber keinem was hilft weil keiner je was davon nutzt.

Also DSA 4.1 krankt da wirklich mehrfach. Die Balance der SF ist schlecht. Manchen sind sau stark, andere Sinnfrei. Die Regeln dafür sind weder gut durchdacht noch irgendwie stringent.
Die Teile an SFs, um die es mir hier geht, sind ja nicht die XYZ-Supermanöver, sondern die mit SFs abgebildeten eigentlichen Grundfertigkeiten - Finte, WS usw. die man einfach braucht um auf etwas erhöhten Niveaus den PA-lastigen oder gerüsteten Gegner nicht zum No-Brainer zu machen. Die Option, das ohne SF einzusetzen scheitert hier einfach an den Zahlen - die Manöverstrafe für nichtgeschafftes Manöver bringt den gar gefährlichen Räuber um, der gegen den etwas gerüsteten Gegner halt für einen SF-freien WS+4 schon +8 ansagen müsste, um überhaupt eine Wunde mit seiner Nagelkeule machen zu können.
Erstens würde kein Räuber mit einer Nagelkeule ernsthaft versuchen einen gerüsteten Gegner angreifen. Man sucht sich als Räuber dann einfachere Ziele aus. Und das man so jemand nicht so einfach verletzt ist normal. Also eine Nagelkeule vs. Rüstung ist in echt auch nicht besonders lustig. Ein Räuber würde aber dann eher eine 5er WS ansagen für +3 Schaden. Wobei die Frage ist ob er das macht wenn von seiner 12er AT dan nnoch 8 übrig bleiben..

ABER: Grundmanöver sind in DSA 5 doch drin. Sogar einfachere. Also ein Wuchtschlag oder eine Finte sind in DSA 5 immer besser. Man muss nicht mehr rechnen und überlegen, will ich oder will ich nicht. Manchmal ist es besser in DSA 4.1 nichts anzusagen. Oder nichts hohes. In DSA 5 sage ich an was ich kann. Sehr viel einfacher und verständlicher.
Eine Überzahl von unterlegenen NSC auf die Helden zu hetzen ist nämlich in DSA schon immer schwieriger darstellbar als in anderen P&P-Systemen, die Überzahl etwas weniger digital in Sieg-Niederlage aufschlüsseln.
Ich verstehe den Satz auch nicht. Also was genau ist daran schwieriger darzustellen? Räuberbanden, Goblins, Orks, Wölfe können locker die Spieler Zahlenmäßig übertreffen. Also wirklich locker. Und dann ist das einfach darstellbar, sowohl von den Regeln als auch von der Welt. Ja, aufwendig weil man würfelt sich tot. Aber machbar und mit Figuren auch erklärbar ist das.

Das mit weniger ditital in Sieg-Niederlage aufschlüsseln weiß ich auch nicht was du mir sagen willst. Klar ist das selbst 10/10er wenn sie 2 zu 1 Kämpfen und nur 1w6+3 machen deutlich gefährlicher sind als das schöne faire 1vs1. Aber das ist nun mal etwas das im Heldenleben recht normal vorkommt. Also Unterzahl.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Berto » 15.12.2015 15:56

SchmuseTigger hat geschrieben:Kann man, muss man aber nicht. Besonders wenn man 2 Bücher danach raus bringen will für Kampf (denke Kompendium wird auch Kampf enthalten) + Waffen/Rüstungen und noch mehr Kampf Regeln. Um einen starken Anreiz zu haben die Bücher zu kaufen ist das doch verständlich das man es so macht.

Also finde ich völlig legitim. Nicht das man es toll finden muss. Aber das Buch hat schon 400 Seiten.. irgendwann muss man auch realistisch sein. Siehe auch den Mini-Kreaturen teil im Buch der sicher zu gering ist, aber Seiten sind halt Endlich wenn man zu einem Preis verkaufen will.
Mal als Vergleich: Das GRW der 4. Shadowrun Edition hat es auch geschafft, halbwegs taktische Tiefe in den Kämpfen, mit einer Einführung in das Setting, mehr Gearporn als DSA je hatte und Regeln für noch zwei weitere Spielebenen auf 400 Seiten zu verbinden.
Trotzdem war es da problemlos möglich noch einen Haufen Zusatzbände zu veröffentlichen, die auch ganz klar gekauft wurden.

Weder sind also mögliche Kaufanreize noch die begrenzte Seitenzahl Argumente für die Unzulänglichkeiten des DSA 5 Basisregelwerks.
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 15:59

Gorbalad hat geschrieben:@SchmuseTigger:
Die Läden werden auch weniger, weil die Leute via Internet kaufen. Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass sie weniger kaufen.

Cons werden vielleicht auch uninteressanter, weil die Leute sich auch via Internet informieren, das war vor 20 Jahren auch nicht so das Ding.

Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Rollenspieler auch schon älter sind, und vielleicht Familie usw. haben - da fährt man auch weit schwerer mal ein langes WE ein paar hundert km weit zur Con.

Ob der Markt kleiner geworden ist, könnte man nur beurteilen, wenn man die Zahlen nahezu aller Verlage für beide Zeitpunkte hat.
Jo, wirst du nirgends kriegen. Aber es ist nun mal ein Fakt das der Nachwuchs ausbleibt. Siehe eben das mit Cons mit Familie. Früher waren die voll mit jungen Leuten, heute sind die jungen Leute die mit der Familie. Wie gesagt, ich hab es zur absoluten Hochzeit gespielt wo auf den Cons hier im Süddeutschen Raum locker das doppelte, eher das dreifache an Leuten gekommen sind.

Und das mit Internet und Läden kann schon stimmen. Allerdings sind die Läden schon DEUTLICH vor dem PDF/INet raus gegangen. Weil dank Buchpreisbindung haben in Deutschland deutlich mehr Buchläden überlebt als in den USA.

Rollenspielläden hatten immer mehr. Miniaturen z.B. Englische Bücher die man nicht so einfach bekommen hat, Spielrunden die ständig liefen, die Tradingcard Games usw.

Und trotzdem haben sie nicht überlebt.

Computer Rollenspiele und MMO haben dem Pen und Paper Rollenspiel nun mal hart zugesetzt.

Und nein, da brauche ich keine Zahlen von Verlagen, es reicht sich einfach umzuschauen.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Denderan Marajain » 15.12.2015 16:02

SchmuseTigger hat geschrieben:
Denderan Marajain hat geschrieben: Der Markt schrumpft gar nicht es wird nur weniger DSA gekauft
Wie lange spielst du schon Rollenspiele? Bei mir sind es ca. 20 Jahre. Ich erinnere mich noch an Rollenspielläden überall. An echt, so richtig volle Cons.

Die Läden haben nachgelassen, die Cons haben massiv nachgelassen. Also noch 1/3 der Cons als vor sagen wir 10 Jahren und die Cons die noch sind haben viel weniger Leute da.

Also weiß nicht wie du drauf kommst das der Markt für Rollenspiele nicht schrumpft. Ich sehe echt überall das Gegenteil.

25 Jahre und viele kaufen einfach vieles Online ein. Gesamt hat sich das Interesse innerhalb der System vielleicht verschoben aber schrumpfen sehe ich nicht

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Berto » 15.12.2015 16:16

@SchmuseTigger:
SR 4 hat mit dem Arsenal 2070 nicht nur die Ausrüstungsauswahl, sondern auch die Kampfregeln erweitert. Wenn ich mich recht erinnere, kommen da die waffenlose Kampfstile, ein Haufen Optionalregeln und erweiterte Fahrzeugkampfregeln dazu. In Weg des Samurai folgt gleich noch eine weitere (wenn auch kleine) Erweiterung. Ähnliches gilt auch für Vernetzt und Bodytech, wo neben einer Menge Gearporn auch noch Optionalregeln vorgestellt werden. Beim Magieerweiterungsband hab ich allerdings keine Ahnung, weil ich ausschließlich Streetsams und Hacker gespielt habe.
Sowohl hinsichtlich Magie, als auch Fahrzeugkampf haben in meiner letzten SR4-Runde die Basisregeln locker ausgereicht. Ich kann deinem "hinten und vorne" also nicht zustimmen. Für Cyber- und Bioware gilt das Gleiche. Da haben wir auch ausschließlich mit dem GRW gespielt und die Charaktere hatten trotzdem Zugang zu 4 INI-Durchläufen, implantierten Waffen und Rüstungen, Aufwertungen der körperlichen Attribute und so weiter. Ich sehe nicht, wo das nicht reichen soll.

Es wäre mit dem DSA5-Regelwerk in meinen Augen also problemlos möglich gewesen ein richtiges Grundregelwerk zu bieten, dass auch ohne Erweiterungsbände schon weitgehend vollständig ist. Falls dir SR4 als zwar ganz sicher nicht perfektes, aber hinreichend gutes Beispiel nicht ausreicht, kann ich dir diesbezüglich auch nur noch mal unsere Hausregeln wärmstens ans Herz legen. Die haben im Moment knapp 100 Seiten, würde man da noch die Beschreibung der absoluten Grundlagen, ein paar Archetypen und Hintergrundbeschreibung zunehmen, hätten wir auf 400 Seiten ein vollständiges Regelwerk vorliegen. Sehr wahrscheinlich sogar mit netten Bilderchen.
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 16:18

Ich extrem. Die Hardcore Spieler spielen natürlich weiter. Meine Runde spielt schon seit 20 Jahren mit den gleichen Spielern. An Cons sieht man aber das der Altersdurchschnitt massiv steigt, junge Spieler ausbleiben und allgemein nur noch 1/3 bis 1/2 der Spieler von vor sagen wir 10 Jahren kommen.

Und das mit den Läden kommt noch oben drauf.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Gorbalad » 15.12.2015 16:22

An den Cons siehst Du aber nur, wie der Altersdurchschnitt bzw. die Besucherzahlen der Cons sind. Daraus auf die Rollenspieler bzw. den Markt (kaufen ungleich spielen) zu schließen, ist nicht notwendigerweise sinnvoll.

Kann schon sein, dass Du recht hast. Muss aber nicht.


Und englische Bücher bzw. Miniaturen bekommt man auch via Internet. Mir kommt übrigens auch vor, dass sich die Miniaturengeschichten aus den Rollenspielläden in darauf spezialisierte Läden verlagert haben.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 16:26

Berto hat geschrieben:@SchmuseTigger:
Es wäre mit dem DSA5-Regelwerk in meinen Augen also problemlos möglich gewesen ein richtiges Grundregelwerk zu bieten, dass auch ohne Erweiterungsbände schon weitgehend vollständig ist. Falls dir SR4 als zwar ganz sicher nicht perfektes, aber hinreichend gutes Beispiel nicht ausreicht, kann ich dir diesbezüglich auch nur noch mal unsere Hausregeln wärmstens ans Herz legen. Die haben im Moment knapp 100 Seiten, würde man da noch die Beschreibung der absoluten Grundlagen, ein paar Archetypen und Hintergrundbeschreibung zunehmen, hätten wir auf 400 Seiten ein vollständiges Regelwerk vorliegen. Sehr wahrscheinlich sogar mit netten Bilderchen.
Ich hab mir die ca. 100 Seiten schon runtergeladen. Noch nicht gelesen, aber immerhin schon mal runtergeladen. Aber die zeigen mir doch ganz klar das es nicht nur mir so geht das 4.1 Löcher ohne Ende hat, sondern das es auch anderen so geht.

Und Spieler die so viele Hausregeln haben spielen ja schon lange ein DSA 4.2. Sprich das die niemals nie die Zielgruppe von 5.0 sind sollte auch klar sein.

4.0 und 5.0 in SR (wir waren sogar eine der Beta Gruppen für 5.0) haben wir recht wenig gespielt weil uns die Regeln im Vergleich zu 3.0 überhaupt nicht gefallen haben. Aber ich kann dir bei Matrix und Magie ganz sicher sagen das man ohne Erweiterungsband wirklich nur ein Minimum an Regeln hat. Absolut keinen Tiefgang. Bei Cyberware ist es ok, allerdings fehlt echt viel was sonst geht. Sprich Bioware, Genetische Veränderungen und eben etwas Auswahl was man sich einbaut. Ja einen normalen Samurai (keinen Cyborg) kannst du dir mit den Grundregeln bauen. Einen Ki-Adept oder Magier auch, allerdings die schon eingeschränkt. Rigger und Decker ist extrem schwer. Weil da echt alles fehlt was dem irgendwie mehr Tiefgang gibt.

Aber zurück zum Problem: Die haben X-Seiten (die Vorgegeben werden wenn du Vollfarbseiten und Preispunkt X haben willst sind es halt dann 400 Seiten z.B.). Die muss man füllen.

Jetzt ist wohl klar das es schwer ist. Wie viel Hintergrundwelt machst du rein, wie viele Kreaturen, welche Regeln usw. Und vor allem welche Bücher kommen noch dazu raus.

Kreaturen? Minimum, kommt ein Buch
Magie? Geht so.. aber kommen 2 Bücher
Geweihte? Spielbar.. so halbwegs, kommt ein Buch

usw. also rein dem Fakt folgend das ich die Erweiterungsbände auch verkaufen will und da meine Kohle mit machen (400 Vollfarbseiten Hardcover für 49€ sind echt.. fair..) will ist doch klar das man eben nicht alles raus gibt. Also welche sagen wir 20-25 Seiten hättest du weg gelassen um Platz für mehr Kampfregeln zu machen. Und spätestens dann kann man wieder Diskutieren, angenommen wir sagen wir lassen die Beschwörungsregeln komplett raus und bei Kreaturen dann die Dämonen/Elementare die man beschwören kann mit, dafür mehr Kampfregeln. Dann beschweren sich eben die Beschwörungsmagier das sie ihren Char nicht spielen können. Also bei einer fixen Anzahl an Seiten muss halt irgendwas weg..

Und nochmal, ich sage nicht das es toll ist. Ich hätte auch lieber alle Kampfregeln in einem Buch statt dann wieder das äh.. welches Buch steht doch gleich Sonderfertigkeit XYZ?? Oder für was sind es 7-8€ die SF - Karten kaufen zu müssen..

Aber verstehen kann ich es nun mal. Ich würde es wenn ich einen starken Grund haben will das die Erweiterungen gekauft werden (am besten von mehreren aus der Gruppe, optimal jedem..) nicht anders machen.
Zuletzt geändert von SchmuseTigger am 15.12.2015 16:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Sumaro » 15.12.2015 16:42

Ja, kaufbare Regelupgrades mit denen Charaktere schneller, mächtiger, größer etc. werden, sind sicherlich bald DSA-Realität.
Genauso wie das GRW sich sicherlich überholen wird. Gerade wenn man Geld machen will, muss man eigentlich immer neue Regeln auf den Markt werfen. Die Frage ist dabei viel mehr, auf was für ein Konstrukt ich diese Regeln aufsetze. Und das DSA5-GRW bietet da noch echt viele Baustellen wo man vieles besser machen kann.

Das DSA5 besser ist als DSA4.1 möchte ich daher nicht mal sagen. DSA4 hatte nämlich sehr interessante Design-Ideen und Neuheiten. DSA5 bietet die Zustände. Viel mehr gibt es eigentlich nicht. Und die Möglichkeiten der SC selbst wurden auch massiv gestaucht.
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Gorbalad » 15.12.2015 16:50

Entweder werden die Rollenspieler weniger, oder der Anteil der Rollenspieler, die auf Cons gehen sinkt.

Für letzteres gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Die Neuigkeiten von den Cons erfahren sie kurz darauf via Internet, viel billiger und bequemer.
Sie spielen andere Systeme, die auf den Cons nicht präsentiert werden (Rollenspielsysteme werden immer mehr, schon allein weil niemand verhindert, dass die Leute auch noch DSA1 und D&D1 spielen).
Es gibt heute auch viele andere (Comic, Sci-Fi, Fantasy ....) Cons, die sie vielleicht mehr interessieren, sodass Zeit/Geld dorthin gesteckt wird.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob es nicht heute sogar mehr Cons gibt, und sich die Leute so einfach mehr verteilen.

Weniger Leute auf Cons bedeutet erstmal eines: Weniger Leute auf Cons. Warum sie nicht kommen, ist eine ganz andere Frage.


Ad Laden: Ich spiele auch seit gut 20 Jahren, und habe noch keine einzige Runde über einen Laden gefunden. Bei mir waren es immer Schul-/Studienkollegen, Freunde oder via Internet. Erstkontakt durch einen Schulkollegen, der eben 'die Würfel-Version' von der Schicksalsklinge (die ich vom PC kannte) spielte.

Ahja, auf einer Con war ich auch einmal. Das muss so um 2004 gewesen sein.

Berto
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Berto » 15.12.2015 16:56

@SchmuseTigger:
Wir fanden eigentlich, dass Hacker und Rigger genug Tiefgang mit sich gebracht haben - ich will aber nicht ausschließen, dass das auch an der Einarbeitung (und damit manchmal verbundener Überforderung, weil man sich zu viel auf einmal zumutet) in das neue Regelwerk gelegen hat. Bei den Feinheiten der Magie kann ich wie gesagt nicht mitreden. So wichtig ist es mir aber auch nicht, ich wollte SR4 einfach nur als in meinen Augen gutes Beispiel in den Raum gestellt haben. Mir würden noch ein paar Beispiele mehr einfallen, allerdings hinkt da der Vergleich etwas, weil bei all jenen der Regelumfang deutlich kleiner als bei DSA ist.

Dass die Abwägung, wie viel man von was ins GRW packt, schwierig ist, will ich gar nicht bestreiten. Vor allem, wenn man im Vorfeld gewisse Vorgaben hat (viele Bilderchen, alles bunt, lockeres Layout etc.). Machbar ist diese Aufgabe in meinen Augen aber auf jeden Fall.
(Bei DSA würde es bspw schon extrem helfen, wenn die Autoren sich im Regelteil ihr unnützes und platzraubendes Geschwafel mal verkneifen würden.)
Ich kann im Grunde auch nachvollziehen, warum man nicht alle Regeln in ein Buch presst, auch wenn man es grundsätzlich könnte. Mit mehr Bänden lässt sich natürlich auch mehr Umsatz machen, keine Frage. Ich finde diese Herangehensweise allerdings aus zweierlei Gründen problematisch: erstmal halte ich eine zweite Version des DSA4.1-Regelmolochs für wenig wünschenswert (weil über 2.000 Seiten Regeln einfach nicht anwenderfreundlich sind, wie zahlreiche Spieler und Abenteuerautoren beweisen), selbst wenn dieser übersichtlicher werden sollte. Und zweitens widerspricht es eben auch der eigenen Werbung. Mit DSA5 hat man sich auf die Fahne geschrieben, dass Regelwerk und Almanach ausreichen, um Aventurien in seiner vollen Gänze bespielen zu können. Wenn ich mir das ziemlich unvollständige Regelwerk so anschaue, wage ich das zu bezweifeln.
Bandverkäufe lassen sich zudem auch über Hintergrundbände, Settingboxen und Abenteuer generieren.

Dass ich schlussendlich nicht die Zielgruppe bin, stimmt natürlich. Wenn man sich das eigene Nest über das übliche Maße hinaus bequem gemacht hat und noch dazu mit der "Verniedlichung" (sowohl was die Regeln, als auch den Hintergrund betrifft) Aventuriens nicht viel anfangen kann, ergibt sich das wohl zwangsläufig. ^^
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von SchmuseTigger » 15.12.2015 17:00

Jup, ich werde deine Regeln auch lesen. Weil wir auch noch diskutieren ob wir weiter 4.1 spielen oder halt so in paar Monaten (mit mehr Büchern) zu 5.0 wechseln. Gute Hausregeln könnten das (für die Gruppe, ich bin eigentlich Fan von 5) soweit verschieben das wir bei 4.1 bleiben. Mal schauen was ihr so geleistet habt bei Hausregeln :)

Andwari
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Andwari » 15.12.2015 18:17

@All
Decker, Rigger, Verlagspolitik und der Rollenspieler-Nachwuchs sind hier eigentlich offtopic...

@SchmuseTigger
Das "Kleingedruckte" sind Details, die der schnelle Leser nicht unbedingt für meine Aussage braucht - insbesondere wenn er meine Texte insgesamt für grenzwertig lang hält. Ich halte sie für ggf. so hilfreich, dass ich sie nicht weglasse.

@SFs
DSA4 verpackt einige Grundfeatures des Kampfes in SFs - teilweise sind das dieselben Bugfixes für den Kampfmechanismus, die schon in DSA3 drin waren (-> die ganzen Optionalregeln in "Mit Mantel, Schwert und Zauberstab"), nur heißen die in DSA4 halt SF und kosten extra.
DSA5 hat zwar den Grundmechanismus wieder in einen besser würfelbaren Bereich gebracht - aber scheint weiterhin ein SF-lastiges Konzept zu fahren.

In DSA4 war das zu vermeidende "Zahle für Nicht-Nutzen" dadurch vermieden, dass eine Kämpferprofession viele der notwendigen Grundlagen-SFs halt sehr billig im Professionspaket bekam. Sich Finte, Wuchtschlag, Linkhand, Aufmerksamkeit oder Schildkampf I kaufen zu müssen, fiel damit für die daran irgendwie interessierten Leute weg. Das war quasi die Kämpferklasse durch die Hintertür - jemand mit falscher Profession war halt gezwungen, in der Heldenkarriere 1000+ AP für quasi-Stillstand auszugeben um den Professionsvorteil aufzuholen.

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Talasha
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Talasha » 16.12.2015 20:27

Ich bin ja auf Eismanns Amoklauf gespannt.
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Eismann » 16.12.2015 22:16

Ich auch.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Andwari » 18.12.2015 12:05

Ist das hier die Ankündigung einer Straftat? ;-)

[Ich weiß auch nicht, was sich Talasha hier erhofft hat, hätte aber für den Ernstfall noch eine Tüte Erdnussflips]

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Eismann » 18.12.2015 13:49

Andwari hat geschrieben: [Ich weiß auch nicht, was sich Talasha hier erhofft hat, hätte aber für den Ernstfall noch eine Tüte Erdnussflips]
Ich auch nicht. Dunkle Andeutungen gehen aber immer. Ich kann Popkorn empfehlen.

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Talasha » 25.12.2015 16:14

Sir Isaac Newton ist der tödlichste Bastard im ganzen Weltraum!

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Wurm » 25.12.2015 16:40

Krakenmolch, Bär und Wolf auch nicht. Überwintern wohl im Almanach.
Wurm

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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von Talasha » 25.12.2015 17:53

Wurm hat geschrieben:Krakenmolch, Bär und Wolf auch nicht. Überwintern wohl im Almanach.
Wurm
Ich bezog das eigentlich darauf das es bereits ein früheres Bild des DSA5-Tazelwurms gab.
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Re: DSA 5 auf dem Prüfstand

Beitrag von omach » 26.12.2015 15:28

Das finale Bild passt stilistisch etwas besser zu den restlichen Poke..äh Monstern, aber diese vulvaartigen Hautfalten um die vorderen Beinansätze sind doch wirklich etwas übertrieben, oder? Bei der realen Vorlage für beide Bilder sieht es auch nicht so aus:
http://4-seasons.de/sites/default/files ... k=tKJfwsC9

Die Hinterbeine sind am besten gelungen.
Vergleichssystem? Skript für den "Troll dice roller":
viewtopic.php?f=199&t=4334&start=40#p55714

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Beitrag von Turgan » 05.09.2017 23:29

Nekro-Thread: Danke an Curthan Mercatio für seine ausführliche und präzise Rezension.
Ob es im Thread schon erwähnt wurde, weiß ich nicht, aber eine seiner Beobachtungen ist m. E. falsch: der Schadensbonus durch die Leiteigenschaft ist nicht konstant +1, wenn man über die Schadensschwelle kommt, sondern +1TP pro Punkt über der Schadensschwelle (Seite 235, Taschenbuchausgabe Regelwerk, 2. Auflage). Vielleicht wurde das aber auch in der zweiten Auflage geändert.
Besitzt der Träger der Waffe mehr Punkte in seiner Leiteigenschaft als die Schadensschwelle beträgt, so erzielt er bei jedem erfolgreichen Treffer pro Punkt über der Schadensschwelle 1 Trefferpunkt Schadensbonus.
(Hervorhebung durch mich).

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