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R006: Feuerodem

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Thallion
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R006: Feuerodem

Beitrag von Thallion » 16.03.2012 10:56

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des in 1995 erschienenen Romans Feuerodem von Pamela Rumpel.

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Feuerodem
Vielleicht hast du Erfahrungen mit diesem Roman gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Fragen oder Meinungen zum Buch. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread den Roman auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Leser zu bieten.

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Nightcrawler
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Re: R006: Feuerodem

Beitrag von Nightcrawler » 11.05.2015 14:35

Mir wurde das Buch von einem Mitspieler in die Hand gedrückt, es wäre total schlecht. Als ich es hier ganz unten in der Wertung fand, dachte ich, da müsse ganz schwer was dran sein, aber dann sah ich, dass es deshalb ganz unten ist, weil es keine Bewertung gibt.

Ich habe es gerade eben beendet und gebe daher die erste Bewertrung ab, die zumindest den letzten Platz mit erklärt:

Im Grunde ist es ein Fantasyroman, der irgendwie und nur oberflächlich in ein aventurisches Gerüst geklemmt wurde, indem man ihn in Aventurien spielen lässt. Das ist aber auch alles an Bezug, was da sonst passiert, kann überall sonst stattfinden, aber nicht in Aventurien.
Novadische Karawanenführer, die auch Phex anbeten (weil sie ja Händler sind), eine Stadt samt prächtigem Palast in der Khom und mit einem Sultan, der ein "Zaubermeister" ist. Ein zwergischer Schmied, der verhindern will, dass Menschen in einem Steinbruch arbeiten und flüssiges Metall über die Steine kippt und seinerseits etwas von "einem Bund mit Mutter Erde" erzählt (er ist aber kein Geode), mehrmals den Gott Ingerimm anruft und postenwendend immer Wunscherfüllung erhält und außerdem ein mechanisches und/oder magisches, feuerspuckendes Wildschwin hat, schöne Novadifrauen in der Khom, die sich in unbenannte, riesige Flügelwesen und als dritte Gestalt in Ghule verwandeln können, ein "Grauer König", der in einer Burg in der Bernsteinbucht lebt, seine jüngste Tochter, die auf der Insel der Qualen lebt und darauf wartet, dass ihr zukünftiger Ehemmann sie da wegholt, eine horasische Gräfin, die seit Jahrhunderten davon lebt, sich alle paar Jahre einen Mann zu fangen, 6 Nächte lang irgendwas mit ihm anstellt und ihn dann tötet, um ein paar weitere Jahre Jugend zu bekommen (alle ihre Leute wissen das, aber sonst schert das seit Jahrhunderten niemanden) und ein Hochgeweihter des Namenlosen, der auch nur rumzaubert. Und das sind nur einige der Merkwürdigkeiten,
Ständig passieren irgendwelche Dinge, damit selbst eine Reise, die man in wenigen Sätzen zusammenfassen kann, nicht ohne Ereignisse abläuft, die Charaktere nehmen alles, was an unglaublichen Dingen ständig geschieht, hin, ohne es zu hinterfragen, darüber zu staunen oder mal drüber zu reden.

Positiv kann ich vermerken, dass ich es zuweilen recht gefällig zu lesen fand.

Wenn die Charaktere mehr hermachen würden (auf ihre Gefühle und Motivationen eingehen) und mal mehr reden und reflektieren würden statt immer zum nächsten Handlungspunkt laufen, um da den nächsten benötigten Gegenstand einzusammeln und wo irgendwelche mächtigen Zauberwesen warten, die ein paar Steine in den Weg legen und gefährlich sind, wäre es ein Fantasyroman, der für mich ganz okay wäre.
Aber "DSA" entdecke ich da eigentlich nicht drin.

Daher kann ich nur einen kleinen Hauch von Odem vergeben, nämlich 1 Punkt.
DAS *Avatar* ist ein Enduriumschwert. *g*

Unsere 7G ab AoE 1509,5 h (gekürztes SiZ & Siebenstreich), RdE 89 h

Alrik Normalpaktierer
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R006: Feuerodem

Beitrag von Alrik Normalpaktierer » 12.10.2017 20:26

Kurzfazit: Es gibt sehr viele Bücher, weshalb sich Schreibende wie Verlage immer fragen sollten: "Braucht es dieses eine noch?" Das wurde hier versäumt.

Handlung: Die Handlung ist in klar unterscheidbare Episoden geteilt, die jeweils durch Ortswechsel gekennzeichnet sind, die an mindestens einer Stelle der Motivation durch die Handlung entbehren. Ein übergreifender Bogen wird durch die Questen zweier Protagonisten hergestellt, wobei die erste (Firunwulfs Brautsuche) über weite Strecken unberücksichtigt bleibt, die zweite (Aßannams Buße) beliebig wirkt. Innerhalb der einzelnen Episoden haben die Protagonisten Hindernisse zu überwinden oder Gegner zu bezwingen, die größtenteils einem generischen Fantasy-Baukasten entnommen sind. Dabei gelingt kein Spannungsaufbau, weil die genauen Bedingungen unklar sind bzw. erst unmittelbar vor ihrer relativ mühelosen Überwindung geklärt werden.

Figuren: Die Protagonisten sind schwach ausgestaltet und wenig nachvollziehbar. Firunwulf und Sandor haben überhaupt keine erkennbare Persönlichkeit. Aßannam, der mit der sicherlich interessantesten Hintergrundgeschichte aufwarten kann, bleibt schwer greifbar, auch weil er inkonsequent mal aus Firunwulfs Perspektive, mal aus der Eigensicht geschildert wird. Auch die Motivationen der diversen Feinde - wer was wann warum tut oder unterlässt - sind oft schwammig oder müssen erraten werden.
Ärgerlich ist, dass nicht nur die drei Gefährten männlich sind, sondern Frauenfiguren überhaupt nur in den Klischees der verführerischen bösen Zauberin (2x) und (Groß)mutter (2x) vorkommen.

Aventurizität: Es ist sicher sinnvoll, für derartige Frühwerke einen etwas laxeren Maßstab anzulegen. Viele Details des vorliegenden Romans, die nicht mit anderen Beschreibungen konform gehen, lassen sich auch einfach durch Verweis auf die fehlende Datierung erklären; kann es nicht zweihundert oder dreihundert Jahre in die ein oder andere Richtung einen mächtigen Dschinnenmeister namens Nasreddin in der Wüste Khom geben? Dennoch: das Buch ist jünger als z.B. die Thorwal-Box. Wesentliche Züge der thorwalschen Kultur wie die Gleichberechtigung der Geschlechter hätten berücksichtigt werden können. Tieferes Eintauchen in die aventurische Welt ermöglicht der Roman nicht.
Dabei beweist er in wenigen kleinen Miniaturen, die vor allem kulturelle Details beschreiben, seine größten Stärken. Das Fest der Karawane, die Zelte der Nivesen und sogar das Schloss des grauen Königs zeugen vom Mut, irdischen Verhältnissen entlehnte Details mit fantastischen Elementen zu ganz eigenen Ideen anzureichern - sicherlich reizvoller als die blutleere Bildungsbeflissenheit, mit denen manche Autor(inn)en der grünen Reihe hier und da unterstreichen wollten, dass sie Geschichtsbücher lesen können.

Sprache: Es mag überraschen, da auch bisher kaum Stärken benannt werden konnte, aber die Sprache ist tatsächlich die größte Schwäche des Buchs. Eine belanglose Geschichte mit unpräzisen Figuren ließe sich immer noch mal eben weglesen - es ist das sprachliche Unvermögen, das es zu einem harten Stück Arbeit macht, "Feuerodem" durchzuackern. Es wirkt, als habe ein Nicht-Muttersprachler geschrieben und das Lektorat sich darauf beschränkt, Orthographie und Syntax richtig zu stellen. Etlicher Wörter werden dagegen in Unkenntnis ihrer Bedeutung verwendet. Ein merkwürdig verklausulierter Stil, der auf den ersten Seiten noch als Versuch durchgehen könnte, thorwalsche Erzählkunst zu simulieren, erweist sich leider als fortlaufendes Problem (mir schien es, als sei in der Episode in der Khom plötzlich Besserung eingetreten - möglicherweise war ich aber auch nur abgehärtet. Nach den Nivesen wurde es wieder schlimmer). Beschreibungen bleiben vage oder werden sogar widersprüchlich, so dass ich an mehreren Punkten nicht sagen kann, wie die diversen Monstren und fantastischen Kreaturen nun tatsächlich aussehen.

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