Live is Life!!!eineinselfdrölf!!

 

 

 

R003: Die Zeit der Gräber

Hier können Romane bewertet und rezensiert werden.
Antworten

Wie gefällt dir der Roman R003 Die Zeit der Gräber?

sehr gut (5 Sterne)
3
15%
gut (4 Sterne)
0
Keine Stimmen
zufriedenstellend (3 Sterne)
4
20%
geht grad so (2 Sterne)
11
55%
schlecht (1 Stern)
2
10%
 
Abstimmungen insgesamt: 20

Benutzeravatar
Thallion
Moderator
Moderator
Supporter
Supporter
DSAnews.de
DSAnews.de
Posts in diesem Topic: 2
Beiträge: 1707
Registriert: 24.10.2007 08:41
Wohnort: Oberhausen
Geschlecht:

R003: Die Zeit der Gräber

Beitrag von Thallion » 16.03.2012 09:57

Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des in 1995 erschienenen Romans Die Zeit der Gräber von Björn Jagnow.

Bild
Die Zeit der Gräber
Vielleicht hast du Erfahrungen mit diesem Roman gemacht, die du mit anderen Usern teilen möchtest, hast Fragen oder Meinungen zum Buch. Dieser Thread ist zur Sammlung dieser Informationen und Themen gedacht.

Darüber hinaus kann man in diesem Thread den Roman auch bewerten, um so eine grobe Orientierungshilfe für andere Leser zu bieten.

Bitte nur dann abstimmen, wenn du den Roman kennst!

Wie gefällt dir der Roman R003: Die Zeit der Gräber?
  • sehr gut (5 Sterne)
  • gut (4 Sterne)
  • zufriedenstellend (3 Sterne)
  • geht grad so (2 Sterne)
  • schlecht (1 Stern)

rillenmanni
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 313
Registriert: 18.09.2007 11:59
Wohnort: Deibelherg

Re: R003: Die Zeit der Gräber

Beitrag von rillenmanni » 16.03.2012 10:51

Ich habe den Roman bereits 1995 gelesen, daher ist meine Erinnerung an Details sehr verschwommen. Aber auch wenn der Inhalt vergessen ist, Bewertungen von Büchern wandern ins Elefantengedächtnis: Gerade so 2 Punkte.
Den Anfang fand ich noch recht interessant, aber dann hatte ich bald den Eindruck, dass es mit der aventurischen Stimmigkeit nicht so weit her ist, die Handlung fand ich zunehmend merkwürdig, und ich glaube, die Auflösung fand ich auch nicht gerade berauschend.

Keideran Labharion
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 437
Registriert: 17.07.2007 15:31
Wohnort: Essen
Kontaktdaten:

Re: R003: Die Zeit der Gräber

Beitrag von Keideran Labharion » 16.03.2012 17:13

Mir geht es wie rillenmanni: Es ist sehr lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe, irgendwann in den 90ern, aber irgendwie ist es mir in Erinnerung geblieben – ebenfalls als 'geht gerade so' (2 Punkte). Das anfängliche Szenario – Namenlose Tage in der Stadt der Toten – habe ich als Setting für ein eigenes Abenteuer aufgegriffen (was uns in jungen Jahren echt Spaß gemacht hat), aber das war es dann auch schon. Der Rest des Romans ist, wie ich ihn in Erinnerung habe, nicht der Rede wert, heute vielleicht allenfalls als Pulp unterhaltsam.
»Nothing is static, everything is falling apart.«
Fight Club

Geschichten aus der Fieberwelt

Benutzeravatar
Maurynna
Posts in diesem Topic: 1
Beiträge: 118
Registriert: 19.03.2012 10:54
Wohnort: Hannover
Kontaktdaten:

Re: R003: Die Zeit der Gräber

Beitrag von Maurynna » 17.04.2012 12:20

Ich habe den Roman gerade vor ein paar Monaten gelesen und erinnere mich, dass ich ihn sehr gut fand. Ich bin aventurischer Neuling, und dieser war mein erstes Zusammentreffen mit den Namenlosen Tagen. Besonders gefallen hat mir die düstere Stimmung, die der Roman sehr gut vermitteln konnte. Auch die Charaktere stimmten überein, und die Handlung war einmal nicht von vornherein leicht zu erraten. Gefiel mir also sehr gut!

Benutzeravatar
Thallion
Moderator
Moderator
Supporter
Supporter
DSAnews.de
DSAnews.de
Posts in diesem Topic: 2
Beiträge: 1707
Registriert: 24.10.2007 08:41
Wohnort: Oberhausen
Geschlecht:

R003: Die Zeit der Gräber

Beitrag von Thallion » 11.09.2017 08:34

https://vierheldenundeinschelm.blogspot ... raber.html
Das Fazit

Insgesamt ist die Lektüre der Zeit der Gräber sicherlich keine angenehme Erfahrung: Die Haupthandlung tröpfelt mit anstrengender Ereignislosigkeit vor sich hin, oft nur kurz von unmotivierten Action-Einlagen unterbrochen. Das Verhalten von Narena und Wulfen ist oft nicht nachvollziehbar, und sympathisch werden beide dem Leser bis zum Ende auch nicht. Manche Episoden, wie das fallengespickte unterirdische Gangsystem, hätten nach meinem Geschmack komplett gestrichen werden können, brachten sie die Handlung doch kaum weiter. Die Schilderung der namenlosen Tage ist hingegen rundum gelungen, selten ist es einem Autor gelungen, die Furcht und Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung so lebendig werden zu lassen.

Ich muss gestehen, dass ich mich zeitweise ziemlich zwingen mussten, die Lektüre fortzusetzen. Das Einzige, was mich davon abgehalten hat, das Buch zwischendurch abzubrechen, war zum einen der unselige Drang, irgendwann in ferner Zukunft mal alle DSA-Romane gelesen zu haben, und zum anderen die Hoffnung auf eine halbwegs plausible Auflösung der mysteriösen Ereignisse um die geheimnisvolle Frau und das brutale Ritual, das an Mjeska vollzogen wird. Und die habe ich auch bekommen! Ohne die letzten 20 Seiten hätte ich das Buch in die Kategorie "nur schwer erträglich" abgetan, mit der Auflösung bin ich nun weitaus milder gestimmt. In Retrospektive ist die Handlung des Buches und die seltsamen Ereignisse sehr viel verständlicher und nachvollziehbarer, und man sieht ein, warum der Autor die Figuren so hat handeln lassen müssen. Jagnow spielt die Erwartungen des Lesers geschickt gegen ihn selbst aus, und schafft es so vermutlich, den Großteil der Leserschaft bis mindestens zum letzten Drittel des Buches über die wahre Verflechtung der beiden Handlungsstränge im Unklaren zu lassen.

Aber leider macht auch diese späte Erkenntnis das Buch für mich zu keinem überragenden Stück DSA-Literatur. Der zu Grunde liegende Aufhänger ist leider nicht gut genug, um dafür 247 mittelmäßig geschriebene und oft genug unspannende Seiten zu rechtfertigen. Es fehlt eine echte Charakterentwicklung Narenas und Wulfens, ihre Handlungen sind zu oft unmotiviert, die durchaus interessanten Szenen mit Mjeska und ihrem Folterer können den Spannungsbogen der Geschichte leider nicht allein tragen. Die Ortsbeschreibungen Jagnows sind oft nur bedingt verständlich, und insbesondere Aussehen und Topologie der finalen Ritualkammer wurden mir auch bei mehrfachem Lesen nicht deutlich. Sicherlich ist Jagnow kein schlechter Autor - aber schon aufgrund des Themas und der gesichtslosen Hauptcharaktere wollte bei sich mir keine rechte Freude beim Lesen einstellen.

Und so bin ich froh, die namenlosen Tage in der Stadt der Toten überstanden zu haben, bin dankbar, Zeuge eines durchaus interessanten literarischen Experimentes gewesen zu sein, und freue mich nun auf andere DSA-Romane mit einer hoffentlich insgesamt positiveren Grundhaltung.

Antworten